Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft

von Dr. Franziska Giffey (geb. Süllke)

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[1.] Dcl/Fragment 025 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-04 17:38:40 Stratumlucidum
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, Kaelble 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 8-17
Quelle: Kaelble 2000
Seite(n): 252, 253, 256, 257, Zeilen: 252: 14 ff., 23 ff.; 253: 1 ff., 7 ff.; 256: 25 ff.; 257: 6 ff.
Dennoch gab es, obwohl demokratische Elemente und eine europäische Zivilgesellschaft kaum eine Rolle für die frühen Weichenstellungen der europäischen Integration spielten, zur gleichen Zeit lebhafte öffentliche und internationale Debatten über die gemeinsamen europäischen Institutionen, die politische Geografie der Europäischen Gemeinschaft und die europäische Zivilisation an sich (Lützeler 1992; Swedberg 1994; Kaelble 2001).

In den 1960er und 1970er Jahren konnten die europäischen Bewegungen nur eine Minderheit der Europäer mobilisieren. Einige wenige europäische Interessengruppen entstanden, weil die europäischen Bevölkerungen mehrheitlich in einem wechselseitigen, geschichtlich bedingten, nationalen Misstrauen verharrten (Loth 1996).


Kaelble, Hartmut, 2001: Europäer über Europa. Die Entstehung des modernen [sic] europäischen Selbstverständnisses im 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt/Main: [sic] Campus.

Loth, Wilfried, 1996: Der Weg nach Europa. Geschichte der europäischen Integration 1939 - 1957. 3. Auflage, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Lützeler, Paul Michael, 1992: Die Schriftsteller in [sic] Europa. Von der Romantik bis zur Gegenwart. München: [sic] Piper.

Swedberg, Richard, 1994: The Idea of ‚Europe’ and the Origin of the European Union – a Sociological Approach. In: Zeitschrift für Soziolgie [sic], Jg. 23: S. 378 - 387.

[Seite 252]

Demokratische Elemente in den neuen supranationalen Institutionen spielten nach dieser Interpretation keine Rolle für die frühen Weichenstellungen der europäischen Integration. [...]

Die entgegengesetzte Interpretation: Die Entscheidungen in kleinen Zirkeln erfaßt [sic] nicht die ganze Breite der historischen Weichenstellungen. Drei Entwicklungen der damaligen Zeit enthielten bereits demokratische Elemente. Erstens fielen die Gründungsentscheidungen der europäischen Integration vor dem Hintergrund einer damals noch sehr lebhaften, engagierten öffentlichen Debatte über Europa. Es waren sogar zwei damals allerdings weitgehend getrennte Debatten: Einerseits wurde die politische Debatte über die Einrichtung von gemeinsamen europäischen Institutionen, über ihren supranationalen oder intergouvernementalen Charakter, über die politische Geographie dieser Europäischen Gemeinschaft, über die Zugehörigkeit Großbritanniens und über die Chancen, in einem integrierten Europa die Ost-West-Teilung Europas zu überbrücken, über die Rolle des integrierten Europas zwischen den beiden Weltmächten USA und UdSSR, über einen »dritten« europäischen Weg geführt. Andererseits gab es die Debatte über die europäische Zivilisation, über ihren Niedergang seit dem Ersten Welt-

[Seite 253]

krieg, über den Niedergang der europäischen Werte, des europäischen Lebensstandards und der europäischen Lebensführung, über die weiter bestehende kulturelle Überlegenheit Europas, über die Zukunftschancen der europäischen Zivilisation. [...] Diese Debatten waren international und enthielten durchaus schon rudimentäre Elemente einer europäischen Öffentlichkeit (Lützeler 1992; Girault 1994; Swedberg 1994; Frank 1998; Kaelble 1999a; Kaelble 2001).

[Seite 256]

Der Niedergang der europäischen Bewegungen, die allerdings immer nur eine Minderheit der Europäer mobilisiert hatte, wurde nicht durch eine dichte Zivilgesellschaft auf europäischer Ebene kompensiert.

[Seite 257]

Aus der europäischen Gesellschaft selbst heraus kamen noch wenig Initiativen zu internationalen europäischen Netzwerken und Einrichtungen. Die europäischen Bevölkerungen verharrten in der Mehrheit weiterhin in ihrem wechselseitigen nationalen Mißtrauen, das durch zwei Weltkriege und durch die längere Geschichte nationaler und kolonialer Rivalitäten entstanden war. Die mentalen Folgen des Zeitalters des exzessiven Nationalismus ließen sich nicht in ein paar Jahren wegräumen (Loth 1996).


Frank, Robert (1998), »Les contretemps de l’aventure européenne«, Vingtième Siècle, Nr. 60, S. 82-101.

Girault, René (1994), »Chronologie d'une conscience européenne au XXe siècle«, in: ders., Identité et conscience européennes au XXe siècle, Paris, S. 171-192.

[Kaelble, Hartmut (1997), »Europäische Vielfalt und der Weg zu einer europäischen Gesellschaft«, in: Hradil, Stefan/Immerfall, Stefan (Hg.), Die westeuropäischen Gesellschaften im Vergleich, Opladen, S. 27-68.]

ders. (1999a), »Die europäische Öffentlichkeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Skizze«, in: Haupt, Heinz-Gerhard/Grüttner, Michael (Hg.), Geschichte und Emanzipation. Festschrift für Reinhard Rürup, Frankfurt/New York, S. 651-678.

ders. (2001), Europäer über Europa. Das europäische Selbstverständnis im 19. und 20. Jahrhundert, Manuskript abgeschlossen.

[Loth, Wilfried (1990), »Die Europa-Bewegung in den Anfangsjahren der Bundesrepublik«, in: Herbst, Ludolf/Bührer, Werner/Sowade, Hanno (Hg.), Vom Marshallplan zur EWG. Die Eingliederung der Bundesrepublik in die westliche Welt, München/Wien (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte; 30), S. 63-77.]

ders. (1996), Der Weg nach Europa. Geschichte der europäischen Integration 1939-1957, 3. Aufl., Göttingen.

Lützeler, Paul Michael (1992), Die Schriftsteller und Europa. Von der Romantik bis zur Gegenwart, München. [sic]

Swedberg, Richard (1994), »The Idea of ‚Europe‘ and the Origin of the European Union — a Sociological Approach«, Zeitschrift für Soziologie, Jg. 23, S. 378-387.

Anmerkungen

Kaelble (2000) wird im folgenden Satz referenziert, daher Wertung als Bauernopfer.

Die Verf.in bezieht ihre Inhalte von Kaelble und nennt als Quelle vier Titel, die dieser ebenfalls referenziert.

Weiterhin ist anzumerken, dass

  • der Titel von Kaelble (2001) Europäer über Europa. Die Entstehung des europäischen Selbstverständnisses im 19. und 20. Jahrhundert lautet und bei Campus in Frankfurt (Main) und New York erschienen ist [1] und
  • Lützeler (1992) bei Piper in München und Zürich erschienen ist [2] als "Die Schriftsteller und Europa", nicht "Die Schriftsteller in Europa".

Sämtliche übernommenen Referenzen werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 12)

Begründung: "Kaelble wird im betreffenden Absatz zwei Mal genannt, ist aber nicht eindeutig als Urheber des paraphrasierten Gedankens erkennbar" (ebd., S. 12)

Gemäß Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum), WiseWoman


[2.] Dcl/Fragment 025 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-04 17:41:17 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verdacht auf willkürliche Referenzierung, Verschleierung, Vorländer 2004

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 21-27
Quelle: Vorländer 2004
Seite(n): 56, Zeilen: re. Sp. 21 ff.
Der Ansatz des demokratischen Regierungshandelns in den intergouvernementalen und supranationalen Zusammenhängen der Europäischen Gemeinschaft stützte sich damit auf zwei Säulen: erstens auf die Legitimation durch die europäischen Nationalstaaten, die sich mit anderen Partnern vertraglich verbunden hatten, und zweitens auf die Legitimation durch die Bevölkerungen der Mitgliedstaaten, die Repräsentanten in das Europäische Parlament als gemeinschaftliche Körperschaft wählten (Scharpf 1999).

Scharpf, Fritz W., 1999: Regieren in Europa. Effektiv und demokratisch? Frankfurt / New York: Campus Verlag.

Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass demokratisches Regieren in supranationalen Einrichtungen wie der EU ein komplexer Prozess ist, der auf zwei Säulen ruht: erstens auf der Legitimation durch die Einzelstaaten, die sich mit den anderen Partnern vertraglich verbunden haben – und zweitens auf einer Legitimation durch die Bürgerinnen und Bürger, die Repräsentanten in eine gemeinschaftliche Körperschaft, in diesem Fall das Europaparlament, wählen.
Anmerkungen

Der Sachverhalt findet sich in dieser sprachlichen Form weder so noch ähnlich bei Scharpf (1999).

Schwer verständlich ist, warum die Verf.in hier nicht ihre tatsächliche Quelle nennt.


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 12)

Begründung: "Zwar stammt der ursprüngliche Gedanke von Scharpf, die Formulierung jedoch von Vorländer, der nicht als Autor genannt wird" (ebd., S. 12)

Gemäß Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A dem Gremium zufolge "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


[3.] Dcl/Fragment 025 28 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-04 17:42:29 Stratumlucidum
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, Kaelble 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verdacht auf willkürliche Referenzierung

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 28-32
Quelle: Kaelble 2000
Seite(n): 259, 261, 262, Zeilen: 259: 30 f.; 261: 25 ff.; 262: 1 ff.
Erst seit den 1980er Jahren entstanden ein neues Demokratieverständnis und damit neue Herausforderungen für die europäische Integration, die eng verbunden waren mit der Einführung des europäischen Binnenmarktes und der gemeinsamen Währung, der Erweiterung der Europäischen Union und den Reformen der Europäischen Verträge (Shore 1993; Schmale 1996).

Schmale, Wolfgang, 1996: Scheitert Europa an seinem Mythendefizit? Bochum: Winkler.

Shore, Chris, 1993: Inventing the ‚people’s Europe’: Critical Approaches to European Community ‚cultural policy’. In: Man, 28: S. 779 – 799. [sic]

[Seite 259]

Erst seit den 1980er Jahren entstanden daher neue Herausforderungen an die europäische Integration.

[Seite 261]

Seit den 1980er Jahre begann eine neue Epoche der Demokratisierung, aber auch des verstärkt angemahnten Demokratiedefizits der Europäischen Union. [...] Allerdings ist dieser neue Anstoß zur Demokratisierung der Europäischen Union nur verständlich aus dem Kontext eines breiteren Aufschwungs der europäischen Integration. Er begann mit dem Projekt des Binnenmarktes und der Erweiterung der europäischen Union auf fast ganz Westeuropa, demnächst auf Ostmitteleuropa.

[Seite 262]

Er setzte sich fort mit drei Reformen der europäischen Verträge innerhalb von rund zehn Jahren, der einheitlichen Akte von 1986, dem Vertrag von Maastricht 1992 und dem Vertrag von Amsterdam 1997, und schon 1999 mit der Vorbereitung für die nächste Vertragsreform. [...] Zu diesem Aufschwung gehörte weiterhin die Durchsetzung einer europäischen Währung [...].

[Seite 264]

Parallel dazu entwickelte die Union seit den 1980er Jahren auch eine Politik der europäischen Symbole, die die Unionsbürger stärker an die Union binden sollten und damit ebenfalls Teil der Unionsbürgerschaft sind. Nach zähen Verhandlungen wurde seit 1985 ein wichtiges Symbol der Unionsbürgerschaft, der gleich aussehende Paß für alle Unionsbürger, ausgegeben. Einen handfesten Sinn bekam er erst seit in den späten 1990er Jahren durch den Wegfall der Paßkontrolle für Unionsbürger innerhalb eines Großteils der Europäischen Union. Die europäische Flagge mit den zwölf Sternen auf blauem Grund wurde 1986 zur offiziellen Flagge der Europäischen Union erhoben und setzte sich rasch in der Öffentlichkeit als europäisches Symbol

[Seite 265]

durch, vor öffentlichen Gebäuden, auf Autokennzeichen ebenso wie in der Werbung. Sie wurde rascher und stärker angenommen als die Europahymne, Beethovens Ode an die Freude, oder die Europatage (der 5. Mai, der Europatag des Europarats, oder der 9.Mai [sic], der Europatag der Europäischen Union in Gedenken an die Deklaration Robert Schumanns). Die europäischen Geldscheine werden demnächst eine ähnliche symbolische Bedeutung im Alltag der Europäer bekommen (Nora 1988; Shore 1993, Lager 1995; Schmale 1996; Buch 1999).


Schmale, Wolfgang (1996), Scheitert Europa an seinem Mythendefizit? Bochum.

Shore, Chris (1993), »Inventing the ›people‘s Europe‹: Critical approaches to European Community ›cultural policy‹«, Man, Jg. 28, S. 779-799 . [sic]

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird jeweils einmal in den beiden Absätzen zuvor und in den beiden nächsten Absätzen auf der Folgeseite genannt.

Bemerkenswert ist zudem, dass

  • sich die beiden Referenzen der Verf.in auch im Literaturverzeichnis von Kaelble (2000) finden,
  • in der eigentlichen Quelle u. a. mit diesen andere Aussagen bzgl. europäischer Symbole referenziert werden (Schmale und Shore werden bei Kaelble – abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur jeweils einmal auf S. 265 genannt),
  • der Aufsatz von Shore (1993) erst auf S. 800 endet (zwar endet dessen Literaturverzeichnis schon auf S. 799, aber auf S. 800 findet sich noch eine französischsprachige Zusammenfassung des Aufsatzes; auch in Man selbst wird auf S. 779 der Seitenumfang mit 779-800 angegeben), und
  • diese beiden Titel – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der gesamten untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt werden.



Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 12)

Gemäß Schlussbericht gehört diese Fundstelle dem Gremium zufolge zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.


Sichter
(Stratumlucidum), WiseWoman



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