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[1.] Dcl/Fragment 065 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2019-02-01 08:20:09 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Wikipedia Hamburger Verständlichkeitskonzept 2008

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 14-17, 22-25
Quelle: Wikipedia Hamburger Verständlichkeitskonzept 2008
Seite(n): online, Zeilen: –
In Anlehnung an Immanuel Kants Verständnis der Aufklärung formuliert der Soziologe Schulz von Thun (1981: 140): „Mündig ist, wer sich informieren kann.“ Das gezielte Herstellen der Verständlichkeit wichtiger Texte ist grundlegend für eine demokratische Gesellschaft. [...] Ein wesentliches Element von Zugänglichkeit ist Verständlichkeit im Sinne von Einfachheit, Gliederung, Ordnung, Kürze und Prägnanz. Unverständliche Texte werden als wirksame Zugangshürde zu demokratischen Prozessen gesehen (Langer / Schulz von Thun / Tausch 1993).

Langer, Inghard / Schulz von Thun, Friedemann / Tausch, Reinhard, 2002: Sich verständlich ausdrücken. München: Reinhardt Ernst. [sic]

Schulz von Thun, Friedemann, 1981: Miteinander reden, 1. Störungen und Klärungen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.

[Einleitung]

Das Hamburger Verständlichkeitskonzept ist eine Methode zur Bewertung der Verständlichkeit von Texten, Veröffentlichungen oder sonstigen Botschaften, um vom Empfänger richtig und schnell verstanden zu werden. Es wurde von den Psychologen Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun und Reinhard Tausch 1993 entwickelt. [...]

Entwicklung von Kriterien für Verständlichkeit

[...] Anhand dieser Ergebnisse definierten sie die vier Verständlichkeitsdimensionen Einfachheit, Gliederung/Ordnung, Kürze/Prägnanz und „Zusätzliche Stimulanz“, indem sie mithilfe einer Faktorenanalyse die verschiedenen Merkmale bündelten. [...]

Politische Perspektive

Friedemann Schulz von Thun und seine Mitstreiter sehen unverständliche Texte von Behörden, in Medien und Schulen als wirksame Zugangshürde zu demokratischen Prozessen. Mit Anspielung auf Kants Verständnis der Aufklärung formuliert von Thun: „Mündig ist, wer sich informieren kann.“ [1] Das gezielte Herstellen von Verständlichkeit wichtiger Texte sei grundlegend für eine demokratische Gesellschaft.


Anmerkungen und Quellen

1. ↑ Schulz von Thun, Miteinander reden, 1. Störungen und Klärungen, a.a.O., S. 140

Literatur

• Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tausch, Sich verständlich ausdrücken, München, [sic] 2002, ISBN 3-497-01606-3

• Friedemann Schulz von Thun, Miteinander reden, 1. Störungen und Klärungen, Reinbek b. Hamburg (Rowohlt) 1981, ISBN 3-499-17489-8

Anmerkungen

Die – bis auf wenige Abweichungen, s. u. – tatsächliche Quelle der Ausführungen der Verf.in wird weder hier noch in der übrigen Arbeit genannt.

Im Original lautet das Zitat auf S. 140 bei Schulz von Thun (1981): "Mündig ist nur, wer sich informieren kann." (Hervorhebung nicht im Original)

Auffällig ist, dass die Verf.in bei Langer / Schulz von Thun / Tausch im Fließtext ein anderes Erscheinungsjahr nennt als im Literaturverzeichnis. Dies könnte der Erwähnung des Jahres 1993 in der Einleitung des Wikipedia-Artikels geschuldet sein. Zudem ist der Titel nicht bei "Reinhardt Ernst" in München, sondern im Verlag Ernst Reinhardt in München und Basel erschienen. [1] [2]

Die Aussage, dass "[u]nverständliche Texte [...] als wirksame Zugangshürde zu demokratischen Prozessen" gesehen werden, findet sich dem Wortlaut nach weder in der 5. Aufl. (1993) noch in der 7. Aufl. (2002) dieses Werkes. In beiden ist auf S. 84 resp. S. 98 jedoch folgende Passage enthalten:

"[...] Vielleicht lassen sich einige Verantwortliche in den Behörden hierdurch anregen, künftig auf mehr Verständlichkeit zu achten. Wir hoffen es sehr. In unseren Augen ist ein Kennzeichen demokratischen Zusammenlebens: Die staatlichen Stellen drücken sich in ihren Informationen, Verordnungen und Gesetzen so aus, daß [dass] die Bürger es auch verstehen können."

Langer / Schulz von Thun / Tausch (1993) werden in der gesamten untersuchten Arbeit lediglich an dieser Stelle erwähnt; die 2002er-Auflage wird im Haupttext nirgends angeführt.

Mit der unüblichen Bezeichnung Schulz von Thuns als "Soziologe" weicht die Verf.in von der Vorlage ab; die Verständlichkeitsdimension "'Zusätzliche Stimulanz'" führt sie nicht auf.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann

[2.] Dcl/Fragment 065 31 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2019-04-15 08:53:54 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, Kersting 2008, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 31-35
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 13, 14, Zeilen: 13: 31 f.; 14: 1 ff.
Demgegenüber steht die Behauptung, dass eher der Mangel an Beteiligungsmöglichkeiten zu politischer Apathie führt und, [sic] dass deshalb mehr individuelle Autonomie und soziale Verantwortung der demokratischen Persönlichkeit im politischen Prozess und mehr Möglichkeiten der politischen Teilhabe erforderlich sind (Habermas 1991; 1996 [sic]).

Habermas, Jürgen, 1991: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen, 1996a: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie. Frankfurt: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen, 1996b: Between Facts and Norms: [sic] Contributions to a Discourse Theory of Law and Ethics. [sic] Cambridge: Polity Press.

[Seite 13]

Habermas’ Theorie kommunikatives [sic] Handelns legt den Grundstein für ein Konzept der deliberativen Demokratie, das durch Partizipation an

[Seite 14]

einem offenen, herrschaftsfreien Diskurs („ideale Sprechsituation“), durch Argumente fundiert und durch gegenseitige Empathie (Einfühlungsvermögen) und Konsensfindung geprägt ist (s. Habermas 1991, 1996).

Insbesondere die deliberative Demokratietheorie sieht den Mangel an Beteiligungsmöglichkeiten als den Ursprung politischer Apathie an. [...] Habermas (1991) verweist auf die Notwendigkeit individueller Autonomie und die soziale Verantwortung der demokratischen Persönlichkeit, die durch Empowerment erreicht werden kann.


Habermas, Jürgen: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt: Suhrkamp. 1991

Habermas, Jürgen: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie. Frankfurt: Suhrkamp. 1996

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die lediglich drei Absätze zuvor und im übernächsten Absatz auf der Folgeseite genannt wird.

Bei der Verf.in ist die Referenz "Habermas [...] 1996" nicht eindeutig; der Untertitel von Habermas (1996b) lautet zudem Contributions to a Discourse Theory of Law and Democracy [3], und der vorhergehende Doppelpunkt ist nicht Bestandteil des Titels.

Zwar weicht ihr Satz am Ende etwas von den Ausführungen der Quelle ab, aber da man argumentieren kann, dass "mehr Möglichkeiten der politischen Teilhabe" grob durch "Partizipation an einem offenen, herrschaftsfreien Diskurs" abgedeckt wird und – wenn man Habermas (1996b) außer Betracht lässt – die Referenzen übereinstimmen, wird das Fragment dennoch als Plagiat gewertet.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


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