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[1.] Dcl/Fragment 070 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2019-02-01 09:05:38 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, Guggenberger 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 2-4
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, Zeilen: li. Sp. 28 ff.
Demokratie und Mehrheitsentscheidungen werden als diejenigen Entscheidungsregeln definiert, auf die sich rational handelnde Individuen zwangsläufig verständigen (Buchanan / Tullock 1962).

Buchanan, James M. / Tullok [sic], Gordon, 1962: The Calculus of Consent. Logical Foundations of Consitutional [sic] Democracy. Ann Arbor: Arbor Verlag [sic].

Die übersteigerte Individualisierung der Verhaltensrationalität läßt auch J. M. Buchanan und G. Tullock (1962) in der Fortführung des Downsschen Ansatzes für eine Begründung der Demokratie auf der Basis der älteren Sozialvertragslehren plädieren. Demokratie und Mehrheitsentscheid sind für sie diejenigen Entscheidungsregeln, auf welche sich rational handelnde Individuen zwangsläufig verständigen.

Buchanan, J. M./Tullock, G. 1962: The Calculus of Consent. Logical Foundations of Constitutional Democracy, Ann Arbor.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die erst nach Nennung etlicher weiterer Referenzen im übernächsten Absatz erwähnt wird. Bei Buchanan / Tullock (1962) können sich die wörtlichen Übereinstimmungen nicht in derselben sprachlichen Form finden, da es sich um einen englischsprachigen Text handelt.

The Calculus of Consent ist zudem nicht im "Arbor Verlag", sondern bei University of Michigan Press erschienen. [1]

Buchanan / Tullock (1962) werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann

[2.] Dcl/Fragment 070 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2019-03-04 10:44:50 Schumann
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, Kersting 2008, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verdacht auf willkürliche Referenzierung

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 13-16
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 16, Zeilen: 13 ff.
Die kollektive Responsivität wird hier in Frage gestellt, weil ein politisches Desinteresse sowie eine starke Fokussierung auf private Interessen und beim „Normalbürger“ eine damit einhergehende mangelnde Gemeinwohlorientierung konstatiert wird (Gerhards 2000; Kielmannsegg [sic] 2003; Kersting 2008).

Gerhards, Jürgen, 2000: Europäisierung von Ökonomie und Politik und die Trägheit der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. In: Bach, Maurizio (Hrsg.): Die Europäisierung nationaler Gesellschaften. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 40. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 277 - 305.

Kersting, Norbert, 2008: Innovative Partizipation: Legitimation, Machtkontrolle und Transformation. Eine Einführung. In: Kersting, Norbert (Hrsg.): Politische Beteiligung. Einführung in dialogorientierte Instrumente politischer und gesellschaftlicher Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage, S. 11 - 39.

Kielmansegg, Peter Graf, 2003: Integration und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 49 - 76.

Insbesondere diese kollektive Responsivität wird vielfach in Frage gestellt und vielmehr ein politisches Desinteresse sowie eine starke Fokussierung auf private Interessen, dass [sic] heißt eine mangelnde Gemeinwohlorientierung beim „Normalbürger“ konstatiert.
Anmerkungen

Kersting (2008) wird hier mit nur leichten Umformulierungen übernommen, aber nur als eine von drei Quellen benannt.

Bei den an erster und an zweiter Stelle genannten Werken finden sich keine ähnlichen Formulierungen. Auch inhaltlich sind diese beiden Werke weiter entfernt.

Weder bei Gerhards (2000) noch bei Kielmansegg (2003) ist von "politische[m] Desinteresse", einer "Fokussierung auf private Interessen" oder einer "mangelnde[n] Gemeinwohlorientierung" beim "'Normalbürger'" die Rede; bei Ersterem lediglich von einer "Responsivität erster und zweiter Ordnung" (S. 287) und bei Letzterem vom "europäische[n] Gemeinwohl[s]" (zweimal auf S. 73, außerdem nicht zu derselben Aussage).

Im Literaturverzeichnis (S. 232) gibt die Verfasserin den Sammelband "Europäische Integration", in dem der Aufsatz von Kielmansegg erschienen ist, mit einer 2. Auflage 2006 (statt 2003) an.

Sichter
(Stratumlucidum), PlagProf:-)

[3.] Dcl/Fragment 070 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2019-02-01 10:30:28 Stratumlucidum
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, Guggenberger 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verdacht auf willkürliche Referenzierung

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 17-20, 27-31
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 138, 139, Zeilen: 138: re. Sp. 29 ff. u. letzte Zeile; 139: li. Sp. 1 ff.
Verstärkt wird diese Argumentationslinie durch pluralistische Ansätze demokratietheoretischer Überlegungen, die davon ausgehen, dass die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört (Schmidt 2000). [Daher kann auch nicht die Homogenität des Denkens und des Wollens der Mitglieder einer Gemeinschaft als Ziel und Inhalt der Politik angenommen werden, sondern die möglichst vollständige Widerspiegelung oder Repräsentation der vielfältigen gesellschaftlichen Interessen- und Meinungsströmungen, um ein Verständnis vom Gemeinwohl zu entwickeln (Guggenberger 2005). Der pluralistischen Demokratietheorie liegt die Annahme zugrunde, dass prinzipiell alle Interessen in einer Gesellschaft artikuliert und organisiert werden können und dass deshalb grundsätzlich ein Gleichgewicht zwischen allen Interessen herbeigeführt werden kann (Dahl 1971; 1997; Fraenkel 1991).] Diese Sichtweise impliziert, dass die politische Entscheidungsfindung nicht durch eine einzelne gesellschaftliche Gruppe, sondern durch einen Entscheidungs- und Willensbildungsprozess in einem System von Kräften und Gegenkräften auf der Suche nach dem mittleren Weg jenseits von Partikularinteressen erfolgt (Schmidt 2000).

Guggenberger, Bernd, 2005: Demokratietheorien. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 1 A - M. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 135 - 143.

Schmidt, Manfred G., 2000: Demokratietheorien. Bremen [sic]: Leske + Budrich, 3. Auflage.

[Seite 138]

(2) Die Verfechter des Pluralismuskonzepts gehen davon aus, daß die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört. Von daher kann auch nicht die Homogenität des Denkens und Wollens das Ziel aller Politik sein, sondern die möglichst vollständige Widerspiegelung («Repräsentation») der mannigfachen gesellschaftl. Interessen- und Meinungsströmungen. Erst im Austragen der vorhandenen Gegensätze, in einem Prozeß des Mit- und Gegeneinander, entsteht eine Art «Gemeinwohl a posteriori» (Fraenkel 1991). [...]

Die Vertreter der pluralistischen D. in der

[Seite 139]

Nachfolge des brit. Politikwissenschaftlers und Sozialisten H. Laski (1921) halten eine Monopolisierung der polit. Entscheidungsfindung durch eine einzelne gesellschaftl. Gruppe deshalb für unmöglich, weil der Entscheidungs- und Willensbildungsprozeß durch ein System von Kräften und Gegenkräften (checks and balances) stets auf einem «mittleren Weg» gehalten wird, der gleich weit entfernt von den jeweiligen partikularen Interessen und Positionen ist.


Fraenkel, E. 1991: Deutschland und die westlichen Demokratien, Stg. (zuerst 1964).

Laski, H. 21968: Authority in the Modern State, New Haven u. a. (zuerst 1921).

Anmerkungen

Die Quelle wird für die ohne Kenntlichmachung sehr wortnah wiedergegebene Aussage Guggenbergers (2005) genannt, die konservativ nicht als Plagiat gewertet wird.

Die vorhergehende Aussage, Schmidt (2000) zugeschrieben, findet sich jedoch ebenfalls bei Guggenberger. Davon, dass "die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört", ist jedoch weder so noch ähnlich bei Schmidt die Rede.

Der Satz, in dem Dahl (1971 und 1997) und Fraenkel (1991) referenziert werden, stammt hingegen aus Schmidt (2000), siehe Fragment 070 24.

Weiterhin ist – bezogen auf den letzten Satz der Verf.in – von einem "Entscheidungs- und Willensbildungsprozess in einem System von Kräften und Gegenkräften" bei Schmidt ebenfalls nirgends die Rede, lediglich an mehreren Stellen von "Willensbildungs- und Entscheidungsprozess[en]" allein sowie anderweitig von "Sicherungen und Gegenkräfte[n]".

Schließlich wurde der Titel Schmidt (2000) in Opladen und nicht in Bremen verlegt. [2]

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann

[4.] Dcl/Fragment 070 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2019-02-01 10:29:12 Stratumlucidum
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schmidt 2000, Schutzlevel sysop, Verdacht auf willkürliche Referenzierung

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 24-27
Quelle: Schmidt 2000
Seite(n): 227, Zeilen: 5 ff.
Der pluralistischen Demokratietheorie liegt die Annahme zugrunde, dass prinzipiell alle Interessen in einer Gesellschaft artikuliert und organisiert werden können und dass deshalb grundsätzlich ein Gleichgewicht zwischen allen Interessen herbeigeführt werden kann (Dahl 1971; 1997; Fraenkel 1991).

Dahl, Robert A., 1971: Polyarchy. Participation and Opposition. New Haven, London: Yale University Press.

Dahl, Robert A., 1997: Toward Democracy: A Journey. Reflections: 1940-1997, Berkeley: University of California Press.

Fraenkel, Ernst, 1991 (1964): Der Pluralismus als Strukturelement der freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie. In: Fraenkel, Ernst: Deutschland und die westlichen Demokratien, Frankfurt / Main: Suhrkamp, S. 297 - 325, hrsg. von Alexander von Brünneck.

Ihren ersten Auftritt hatte die pluralistische Demokratietheorie in Gestalt des Gruppenpluralismus-Konzeptes, das vor allem von Arthur F. Bentley (1908) und David B. Truman (1951) in Studien über die Politik in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt worden war. [...] Dieser Theorie liegt die Annahme zugrunde, prinzipiell alle Interessen könnten artikuliert und organisiert werden, und deshalb könne grundsätzlich ein Gleichgewicht zwischen allen Interessen herbeigeführt werden. Vor allem in den Beiträgen von Robert Dahl (1971, 1997a, 1997b) und Ernst Fraenkel (1991) wurde die ältere angloamerikanische Gruppenpluralismustheorie zu einer empirischen und normativen Theorie weiterentwickelt, in die die Erfahrungen der politischen Geschichte der angloamerikanischen und der kontinentaleuropäischen Länder des 20. Jahrhunderts eingingen.

Bentley, Arthur F. 1908: The Process of Government. A Study of Social Pressures, Evanston/Ill.

Dahl, Robert A. 1971: Polyarchy. Participation and Opposition, New Haven/London

Dahl, Robert A. 1997a: Toward Democracy: A Journey. Reflections: 1940-1997, Berkeley, 2 Bde.

Dahl, Robert A. 1997b: From Personal History to Democratic Theory, in: Dahl, Robert A., Toward Democracy: A Journey. Reflections: 1940-1997, Berkeley, Bd. 1, 3-15

Fraenkel, Ernst 1991 (1964): Deutschland und die westlichen Demokratien. Mit einem Nachwort über Leben und Werk Ernst Fraenkels, hrsg. v. Alexander von Brünneck, Frankfurt a.M.

Truman, D.B. 1951: The Governmental Process, New York

Anmerkungen

Übernahme mitsamt drei Referenzen.

Genau betrachtet wird die Aussage, die die Verf.in Dahl (1971 und 1997) und Fraenkel (1991) zuschreibt, diesen von Schmidt (2000) gar nicht zugeschrieben. Bei Fraenkel ergänzt sie den Titel eines Kapitels.

Wertung als Bauernopfer, da Schmidt im folgenden Absatz referenziert und auch wirklich rezipiert – siehe dortige S. 229 – wird (in diesem Absatz wird er zwar zweimal angeführt, die entspr. Ausführungen stammen aber tatsächlich von Guggenberger (2005), siehe Fragment 070 17).

Dahl (1997) und Fraenkel werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Dissertation ausschließlich an dieser Stelle genannt.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


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