Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft

von Dr. Franziska Giffey (geb. Süllke)

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[1.] Dcl/Fragment 100 18 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-05 12:18:43 Stratumlucidum
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Smismans 2005, Verdacht auf willkürliche Referenzierung

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 100, Zeilen: 18-24
Quelle: Smismans 2005
Seite(n): 119, Zeilen: 14 ff.
[Dabei besteht die Zivilgesellschaft im Verständnis der Kommission weniger aus nationalen und lokalen Vereinigungen, [sic] als vielmehr aus europäischen Konföderationen, die inklusiv gestaltet sind und mit denen sie direkte Beziehungen auf europäischer Ebene etablieren kann (Jachtenfuchs / Kohler-Koch 2004; Smismans 2005).]

In der Literatur wird dazu konstatiert, dass die Kommission mit der Einführung des Konzepts der Zivilgesellschaft der politischen Debatte über Demokratie in der EU eine neue Ausrichtung gegeben hat, indem sie in Ergänzung zur repräsentativen Demokratie Elemente partizipativer Demokratie einführte, die vorgeben, dass die Möglichkeit für alle von einer Maßnahme Betroffenen eingeräumt wird, sich am Entscheidungsfindungsprozess zu beteiligen, um damit eine zusätzliche Legitimationsressource zu generieren (Zürn 1996; Abromeit 1998; Decker 2000; Kielmannsegg [sic] 2003; Nanz / Steffek 2005; Kersting 2008).


Abromeit, Heidrun, 1998: Democracy in Europe. Legitimizing [sic] Politics in a Non-State Polity, Oxford: [sic] Berghan [sic] Books.

Decker, Frank, 2000: Demokratie und Demokratisierung jenseits des Nationalstaates: Das Beispiel der Europäischen Union. In: Zeitschrift für Politikwissenschaft 10, S. 585 - 629.

[Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2004: Governance and Institutional Development. In: Wiener, Antje / Diez, Thomas (Hrsg.): European Integration Theory. Oxford: Oxford University Press, S. 97 - 115.]

Kersting, Norbert, 2008: Innovative Partizipation: Legitimation, Machtkontrolle und Transformation. Eine Einführung. In: Kersting, Norbert (Hrsg.): Politische Beteiligung. Einführung in dialogorientierte Instrumente politischer und gesellschaftlicher Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage, S. 11 - 39.

Kielmansegg, Peter Graf, 2003: Integration und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 49 - 76.

Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2005: Legitimation durch Deliberation? Die Rolle der Zivilgesellschaft in der supranationalen Politik. In: Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft. Konzepte, Akteure, Strategien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 79 - 102.

[Smismans, Stijn, 2005: Europäische Institutionen und Zivilgesellschaft: Diskurse und Interessen. In: Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft. Konzepte, Akteure, Strategien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 105 - 128.]

Zürn, Peter, [sic] 1996: Über den Staat und die Demokratie im europäischen Mehrebenensystem. In: Politische Vierteljahreszeitschrift [sic] 37. Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, S. 27 - 55.

Mit der Einführung des Konzepts der Zivilgesellschaft haben Kommission und WSA der politischen Debatte über die Demokratie in der EU eine neue Form gegeben. Der Diskurs führt Elemente partizipativer Demokratie ein, worunter die Möglichkeit für alle von einer Maßnahme Betroffenen verstanden wird, sich am Entscheidungsfindungsprozess zu beteiligen. [...] Mit dem Bezug auf die partizipative Demokratie (als zusätzliche Legitimationsressource) wurden Kommission und WSA, beides nicht-gewählte Körperschaften, weniger abhängig vom Europäischen Parlament (EP) als Quelle demokratischer Legitimation.
Anmerkungen

Statt ihrer tatsächlichen Quelle Smismans (2005) führt die Verf.in hier sechs andere Titel an – was schwer verständlich ist.

3 der 6 Referenzen – Abromeit (1998), Decker (2000) und Zürn (1996) – sind anscheinend der Quelle Kielmansegg (2003) entnommen, siehe Fragment 100 18a (keine Wertung). Zu den bibliografischen Angaben lässt sich feststellen:

  • Der Titel des 1998 bei Berghahn Books in New York und Oxford erschienenen Werkes von Abromeit lautet Democracy in Europe. Legitimising Politics in a Non-State Polity. [1] Der Fehler im Untertitel findet sich ebenfalls bei Kielmansegg.
  • Der Autor von Zürn (1996) heißt mit Vornamen Michael und nicht Peter. [2] Auch dieser Fehler findet sich bei Kielmansegg. Erschienen ist der Aufsatz in der Politischen Vierteljahresschrift.

In der Quelle steht "WSA" für Wirtschafts- und Sozialausschuss. Der in eckige Klammern gesetzte Satz ganz oben dient lediglich der Kontextualisierung der Übernahme und wird nicht als Plagiat gewertet (siehe jedoch Fragment 100 14 (keine Wertung)).


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit geringfügigen Textübernahme aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 16)

Gemäß Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum), WiseWoman


[2.] Dcl/Fragment 100 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-05 12:19:48 Stratumlucidum
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Wallace 2003

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 100, Zeilen: 26-31
Quelle: Wallace 2003
Seite(n): 266, Zeilen: 5 ff.
Die Kommission leidet an einem strukturellen Problem, weil sie notwendigerweise weit entfernt von den konkreten Problemen und Vorgängen vor Ort arbeitet. Dies gibt ihr zwar einerseits die Freiheit, innovativ und idealistisch zu sein und eine objektive Betrachtungsweise einzunehmen, andererseits ist ihre Glaubwürdigkeit durch einen Mangel an Verantwortlichkeit auch angreifbar (Wallace / Young 1997; Wallace 2003).

Wallace, Helen / Young, Alasdair R. (Hrsg.), 1997: Participation and Policy-making in the European Union. Oxford: Oxford University Press. [sic]

Wallace, Helen, 2003: Die Dynamik des EU - Institutionengefüges. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Opladen: Verlag für Sozialwissenschaften, [sic] 2. Auflage, S. 255 - 285.

Hier jedoch leidet die Kommission an einem strukturellen Problem: Sie arbeitet notwendigerweise weit entfernt von den konkreten Problemen und Vorgängen vor Ort. Dieser Umstand gibt ihr in manchen Fällen zwar die Freiheit [sic] innovativ und sogar idealistisch zu sein und durch ihre Abgehobenheit kann sie Angelegenheiten häufig relativ objektiv betrachten (Wallace/Young 1997; Young/Wallace 2000), die Glaubwürdigkeit der Kommission ist gerade wegen dieses „Mangels an Verantwortlichkeit“ aber auch immer angreifbar.

Wallace, Helen/Young, Alasdair R. (Hrsg.) 1997: Participation and Policy-Making in the European Union, Oxford.

Young, Alasdair R./Wallace, Helen 2000: Regulatory Politics in the Enlarging European Union, Manchester.

Anmerkungen

Zwar wird Wallace (2003) als eine Quelle genannt, die Referenz Wallace / Young (1997) hier jedoch übernommen; anscheinend wird lediglich sehr wortnah aus Wallace (2003) referiert. Insbsd. werden auch 11 aufeinanderfolgende Wörter nicht als Zitat kenntlich gemacht. Da es sich bei Wallace / Young (1997) um einen englischsprachigen Titel handelt, können sich die wörtlichen Übereinstimmungen dort nicht in derselben sprachlichen Form finden.

Bzgl. der bibliografischen Angaben ist anzumerken, dass

  • der 1997 von Wallace / Young herausgegebene Sammelband bei Clarendon Press [3] und
  • der 2003 von Jachtenfuchs / Kohler-Koch herausgegebene Sammelband entweder bei Leske + Budrich in Opladen [4] oder im VS Verlag für Sozialwissenschaften in Wiesbaden [5] erschienen ist.

Wallace / Young werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der vorliegenden Arbeit sonst nur an Stellen genannt, an denen ein Verdacht auf willkürliche Referenzierung naheliegt, siehe Fragment 030 01 (keine Wertung), Fragment 030 09 und Fragment 072 09 (keine Wertung).


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 16)

Gemäß Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum), WiseWoman



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