Zusammenfassung

Gegenstand dieses Berichts ist die Dokumentation wissenschaftlichen Fehlverhaltens zu einer 2010 veröffentlichten Dissertation. Die Arbeit wurde beim Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft im Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität (FU) Berlin von Franziska Giffey vorgelegt und diente der Erlangung des akademischen Grades Doktorin der Politikwissenschaft (Dr. rer. pol.). Sie wurde begutachtet von Prof. Dr. Tanja Anita Börzel (FU Berlin) und Prof. Dr. Hartmut Häußermann (Humboldt-Universität zu Berlin) und mit „magna cum laude“ bewertet. Die Arbeit ist online als PDF-Datei frei zugänglich.

Dieser Bericht zur 204. Dokumentation, die im VroniPlag Wiki (VPW) am 5. Mai 2019 veröffentlicht wurde, basiert auf den Ergebnissen einer kollaborativ durchgeführten, manuellen Analyse. Es handelt sich nicht um das Resultat einer durch Software generierten oder kommerziellen Untersuchung.

Im Vergleich zu anderen im VPW untersuchten Arbeiten besteht eine Besonderheit dieser darin, dass sie neben Plagiarismus auch eine hohe Anzahl von willkürlichen Referenzierungen aufweist.

Der Analysebericht wurde in einer ersten Fassung am 9. Mai 2019 veröffentlicht. Nachdem Anfang Oktober 2020 der „Schlussbericht des [FU-]Gremiums zur Überprüfung der Dissertation von Frau Dr. Franziska Giffey“ vom 14. Oktober 2019 publik geworden war, dessen Empfehlung das FU-Präsidium bei der Erteilung einer „Rüge“ folgte, wurden die Einzelbewertungen des FU-Gremiums zu jeder der 119 in der VPW-Untersuchung als plagiiert dokumentierten Passagen dem jeweiligen Anmerkungsteil der einzelnen Synopsen („Fragmente“) hinzugefügt.

Darüber hinaus ist der FU-Gremiumsbericht einer kritischen Analyse unterzogen und die „Befunde“-Sektion des VPW-Berichts um die Resultate ergänzt worden (siehe hier).

Eine entsprechend aktualisierte Berichtfassung wurde am 13. Dezember 2020 im VPW veröffentlicht.

Die zentralen Ergebnisse der Analyse der Dissertation sind:

  • Auf 37,1 % der Seiten des Haupttextes der Arbeit (S. 10-214) finden sich Plagiate unterschiedlichen Umfangs; 11 Seiten bestehen zu 50-75 % aus Plagiatstext und eine zu mehr als 75 %.
  • Knapp 13,2 % des gesamten Haupttextes werden als plagiiert gewertet; anders ausgedrückt: Mehr als jede achte Zeile ist plagiiert.
  • Bei fünf der als plagiiert dokumentierten Textpassagen handelt es sich um Übersetzungen aus dem Englischen; bei 48 um Übernahmen ohne Verweis auf die Quelle („Verschleierungen“); bei 66 weiteren ist die Quelle zwar angegeben, die Übernahme jedoch nicht ausreichend gekennzeichnet („Bauernopfer“).
  • Insgesamt wurden für plagiierte Inhalte bisher 52 Übernahmequellen identifiziert, von denen fünf in der Arbeit nirgends genannt sind.
  • Jedes der fünf Kapitel der Arbeit enthält plagiierte Passagen; den Schwerpunkt bildet das 2. Kapitel „Begriffsklärung und Eignungsdimensionen von Beteiligungsinstrumenten“.
  • In der Regel erfolgen Übernahmen aus Quellen nicht wortwörtlich, sondern mit Variationen.
  • Das umfangreichste Plagiat ist in Fragment 041 05 dokumentiert: Fast die gesamte Seite wird aus der Abhandlung Liebert / Trenz (2008) übersetzt, wobei auch 14 Referenzen übernommen werden.
  • Bei 72 Textstellen besteht – kategorial unabhängig von gegebenenfalls gleichzeitig vorliegendem Plagiarismus – ein begründeter Verdacht auf willkürliche Referenzierung (herausragende Beispiele: Fragment 085 29 und die drei dort in den Anmerkungen verlinkten Fragmente), d.h. zumindest ein Teil der bei diesen Stellen angegebenen Referenzen bzw. Quellen belegt die entsprechenden Aussagen (so) nicht. Dies ist in den jeweiligen Fragmenten angemerkt. Aufgrund des Ausmaßes der unzutreffend angegebenen Quellen kann hier von einem werkprägenden Element und einer Simulation wissenschaftlicher Arbeit gesprochen werden.
  • Von den insgesamt 427 im Literaturverzeichnis aufgeführten Quellen werden 135 lediglich in Plagiatskontexten (wozu in diesem Zusammenhang auch Stellen gehören können, die durch Fragmente der Kategorie „Keine Wertung“ erfasst sind) referenziert. Dies legt nahe, dass ein erheblicher Teil der als verwendet angegebenen Literatur von der Verfasserin nicht rezipiert wurde.
  • Weitere 51 dieser 427 Titel werden im Haupttext gar nicht referenziert. (In einer im Mai 2007 erstellten „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ hatte die Doktormutter der Verfasserin und Erstgutachterin geschrieben, dass das Literaturverzeichnis als „Verzeichnis der zitierten Arbeiten“ aufzufassen sei und nicht als Bibliografie.)

Der jeweils aktuelle Stand der Analyse und weitere Informationen sind abrufbar auf den Seiten:

Dieser Bericht enthält das Inhaltsverzeichnis der untersuchten Arbeit, eine Zusammenstellung herausragender Fundstellen und Quellen, eine tabellarische Übersichtsdarstellung der Quellen und der plagiierten Passagen, eine Auflistung aller dokumentierten Synopsen mit Plagiatscharakter sowie die bibliografischen Angaben der festgestellten Übernahmequellen.


Eine kritische Auseinandersetzung mit der Dissertation von Franziska Giffey (geb. Süllke): Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft

Vorgelegt zur Erlangung des akademischen Grades der Doktorin der Politikwissenschaft (Dr. rer. pol.) beim Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft im Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität (FU) Berlin. Erstgutachterin: Prof. Dr. Tanja Anita Börzel (FU Berlin), Zweitgutachter: Prof. Dr. Hartmut Häußermann (Humboldt-Universität zu Berlin). Datum der Einreichung: 30. Oktober 2009. Tag der mündlichen Prüfung: 16. Februar 2010. Online-Publikation: FU Berlin, 2010.
→ Nachweis Deutsche Nationalbibliothek
→ Nachweis UB der FU Berlin
→ Download ursprüngliche Version der Dissertation (Internet Archive)
→ 30. Oktober 2019: Pressemitteilung der FU Berlin: „Das Präsidium der Freien Universität Berlin hat [...] einstimmig beschlossen, Frau Dr. Franziska Giffey für ihre Dissertation eine Rüge zu erteilen und den ihr 2010 [...] verliehenen Grad ‚Doktorin der Politikwissenschaft‘ (Dr. rer. pol.) nicht zu entziehen. [...] Mit der Rüge missbilligt das Präsidium, dass Frau Dr. Giffey in ihrer Dissertation die Standards wissenschaftlichen Arbeitens nicht durchgängig beachtet hat.“
→ 2. Dezember 2019: Version 2 der Dissertation wird zum Download bereitgestellt von der UB der FU Berlin mit dem Vermerk: „Rüge erteilt durch das Präsidium der Freien Universität Berlin am: 30.10.2019“.
→ 18. November 2020: Pressemitteilung der FU Berlin: „Die Freie Universität prüft die Dissertation von Franziska Giffey erneut.“
→ 10. Juni 2021: Pressemitteilung der FU Berlin: „Die Freie Universität Berlin entzieht Franziska Giffey den Doktorgrad. Dies beschloss das Präsidium nach umfassender Beratung einstimmig. Die im Oktober 2019 verhängte Rüge wurde aufgehoben. [...] Zur Begründung für die Entziehung erklärte die Freie Universität, der Doktorgrad sei durch ‚Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung‘ erworben worden.“

Der Barcode drückt den Anteil der Seiten aus, die Fremdtextübernahmen enthalten, nicht den Fremdtextanteil am Fließtext. Je nach Menge des übernommenen Textes werden drei Farben verwendet:

  • schwarz: bis zu 50 % Fremdtextanteil auf der Seite
  • dunkelrot: zwischen 50 % und 75 % Fremdtextanteil auf der Seite
  • hellrot: über 75 % Fremdtextanteil auf der Seite

Weiße Seiten wurden entweder noch nicht untersucht oder es wurde nichts gefunden. Blaue Seiten umfassen Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis, Vakatseiten und evtl. Anhänge, die in die Berechnung nicht einbezogen werden.

Der Barcode stellt den momentanen Bearbeitungsstand dar. Er gibt nicht das endgültige Ergebnis der Untersuchung wieder, da Untersuchungen im VroniPlag Wiki stets für jeden zur Bearbeitung offen bleiben, und somit kein Endergebnis existiert.

76 Seiten mit Plagiatstext

Seiten mit weniger als 50 % Plagiatstext

64 Seiten: 011 013 014 016 024 026 027 029 030 031 032 033 034 035 036 039 040 042 044 046 047 048 049 050 051 052 056 057 065 066 067 069 073 078 079 082 083 084 085 088 090 091 095 098 100 101 102 107 116 118 119 136 143 153 169 203 205 206 207 208 209 210 211 214

Seiten mit 50 %-75 % Plagiatstext

11 Seiten: 025 028 037 038 045 053 063 070 072 086 093

Seiten mit mehr als 75 % Plagiatstext

1 Seite: 041

Kapitelübersicht

  • Die Dissertation enthält zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind. Die folgende Übersicht bildet – exklusive Vorwort – das vollständige Inhaltsverzeichnis der Arbeit ab; darin wurden zu den bisher (Stand der Analyse: 3. Mai 2019) als betroffen festgestellten Seiten die jeweiligen Synopsen verlinkt.
  • Kapitel 1: Einleitung   [10]
  • 1.1. Vom europäischen Binnenmarkt zum Europa der Bürger   [10] 11
  • 1.2. Forschungsdesign   13, 14
  • 1.2.1. Forschungsfrage   [15] 16
  • 1.2.2. Grundannahmen und Unterfragen   [17]
  • 1.2.3. Analytische Herangehensweise und Methodik   [19]
  • 1.3. Aufbau der Arbeit   [23]
  • Kapitel 2: Begriffsklärung und Eignungsdimensionen von Beteiligungsinstrumenten   [24]
  • 2.1. Begriffsklärung   [24]
  • 2.1.1. Demokratische Legitimation der Europäischen Union   24, 25, 26, 27, 28, 29, 30
  • 2.1.2. Europäische Öffentlichkeit   31, 32, 33, 34, 35
  • 2.1.3. Europäische Zivilgesellschaft   [35] 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 44
  • 2.1.4. Partizipation auf europäischer Ebene   [44] 45, 46, 47, 48, 49
  • 2.2. Typologisierung von Beteiligungsinstrumenten   [50]
  • 2.2.1. Typologisierungsarten von Beteiligung in der Politikwissenschaft   50, 51, 52, 53
  • 2.2.2. Typologisierung von Beteiligung im Forschungsdesign   [55] 56, 57
  • 2.3. Eignungsdimensionen von Beteiligungsinstrumenten   [62] 63
  • 2.3.1. Zugänglichkeit   [64] 65, 66, 67
  • 2.3.2. Mehrwert   [68] 69, 70
  • 2.3.3. Inklusion   [71] 72, 73
  • 2.4. Analyseraster   [74] 78, 79
  • Kapitel 3: Strategien der Europäischen Kommission zur Partizipation der Zivilgesellschaft   82
  • 3.1. Der strategische Entwicklungsprozess im chronologischen Verlauf   83, 84, 85, 86, 88, 90, 91, 93, 95
  • 3.2. Bewertung und Analyse des Strategiewandels   98, 100, 101, 102
  • Kapitel 4: Fallstudie – Die Beteiligung der Zivilgesellschaft am Beispiel des Härtefalls Berlin- Neukölln [sic]   [104]
  • 4.1. Darstellung und Begründung de Fallauswahl   [105] 107
  • 4.2. Problemlagenbeschreibung   [109]
  • 4.3. Potenzialbeschreibung   [114] 116, 118, 119
  • 4.4. Der Untersuchungsansatz   [123]
  • 4.5. Die Eignung der Beteiligungsinstrumente der EU - Kommission [sic] in Berlin-Neukölln   [125]
  • 4.5.1. Printmedienbasierte Beteiligung   [125]
  • 4.5.2. Audiovisuelle Beteiligung   [134] 136
  • 4.5.3. Webbasierte Beteiligung   143, 153
  • 4.5.4. Präsenzbasierte Beteiligung   [157]
  • 4.5.5. Förderprogrammbasierte Beteiligung   [167] 169
  • 4.5.6. Multiplikatorenbasierte Beteiligung   [184]
  • 4.6. Zwischenfazit   [192]
  • Kapitel 5: Für eine bürgernahe und demokratisch legitimierte europäische Politik zur Beteiligung der Zivilgesellschaft   [198]
  • 5.1. Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen   [198]
  • 5.2. Künftige Herausforderungen   203, 205, 206, 207, 208
  • 5.3. Lösungs- und Gestaltungsansätze   [208] 209, 210, 211, 214.

Herausragende Quellen

Herausragende Fundstellen

  • Fragment 013 30: Übernahme einer kurzen Passage mit Referenz aus der Hauptquelle Kersting (2008), in der dieser einen vorgeblich 1984 publizierten Titel Deweys anführt, der aber nur deutlich zuvor bzw. später erschienen ist.
  • Fragment 028 06: Gut die Hälfte von Seite 28 wird der Quelle Scharpf (1997) entnommen, wobei eine dort nicht vorhandene inhaltlich fragwürdige Referenz eingefügt wird.
  • Fragment 041 05: Fast die gesamte Seite wird aus der englischsprachigen Abhandlung Liebert / Trenz (2008) übersetzt, wobei auch 14 Referenzen übernommen werden.
  • Fragment 046 02: Bei einer Übernahme aus der Hauptquelle Kersting (2008) übernimmt die Verfasserin auch die Referenz Bühlmann / Kriesi (2007). Deren im Literaturverzeichnis der Quelle offensichtlich unrichtig mit „Political Participation Quantity versus Quality NCCR Democracy University of Zurich“ bezeichneten Aufsatz gibt sie in ihrem Literaturverzeichnis nur marginal verändert wieder.
  • Fragment 063 09: Übernahme im Umfang von gut einer halben Seite aus der Hauptquelle Kersting (2008), hier mitsamt 12 Referenzen.
  • Fragment 066 24 und Fragment 037 24: Ausführungen über die deliberative Demokratietheorie nach Habermas werden aus einem Wikipedia-Artikel übernommen, der nirgends erwähnt wird. Ein Fehler im Untertitel eines Werkes von Habermas wird hierbei kopiert.
  • Fragment 085 29: Die Verfasserin übernimmt eine Aussage aus der Quelle Smismans (2005) und versucht sie mit 12 Referenzen, die sämtlich auch im Literaturverzeichnis der Quelle Liebert / Trenz (2008) enthalten sind – siehe z. B. Fragment 016 22 (keine Wertung) –, zu belegen.
  • Fragment 086 03: Die Verfasserin übernimmt ebenfalls von Smismans (2005) eine etwas längere Rezeption eines Diskussionspapiers der Europäischen Kommission, bezeichnet dies aber aufgrund der Gestaltetheit des Literaturnachweises in der Quelle auf signifikante Weise falsch.
  • Fragment 209 20: Im Schlusskapitel, in dem die Verfasserin eigentlich ihre eigenen Erkenntnisse aus ihrer Untersuchung präsentieren will, wird knapp die Hälfte einer Seite einem Bericht des Ausschusses für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments (2005) entnommen, der gänzlich ungenannt bleibt.
In sämtlichen obigen Fällen, in denen auch Referenzen übernommen werden, werden hierbei auch (einige) bibliografische Fehler übernommen.

Andere Beobachtungen

Willkürliche Referenzierungen

  • Neben nicht oder nicht ausreichend referenzierten Textpassagen prägen die untersuchte Arbeit solche, bei denen sich vorhandene Referenzierungen bei der Nachprüfung nicht erschließen; in mindestens 72 Fällen1 stellte sich heraus, dass die Verfasserin als Nachweis für von ihr getätigte Aussagen zum Teil oder in Gänze Quellen angibt, die dem Anschein nach willkürlich gewählt sind oder mit denen sich diese (so) nicht belegen lassen:
Kategorie Verdacht auf willkürliche Referenzierung
Die Häufigkeit dieser Vorkommen begründet die Vermutung wissenschaftlichen Fehlverhaltens.
1 Aus technischen Gründen wurden die sechs in den Fragmenten 011 08 und 011 12, 037 21 und 037 27, 038 16 und 038 21, 038 28 und 038 28a, 100 18 und 100 18a sowie 102 01 und 102 01a erfassten Stellen auf jeweils zwei Fragmente aufgesplittet.
  • Der Verdacht einer bewusst irreführenden, wider besseres Wissen erfolgten Angabe unzutreffender Quellen scheint hierbei aufgrund des konkreten Kontextes zumindest in folgenden Fällen plausibel:
  • Austausch von in der tatsächlichen Quelle vorhandenen Referenzen gegen andere Referenzen:
  • Hinzufügung von Referenzen, die im übernommenen Text in der tatsächlichen Quelle nicht vorhanden sind:
  • Passagen – deren Inhalt anscheinend selbst verfasst ist – mit jeweils 12 Übereinstimmungen mit Referenzen aus dem Literaturverzeichnis der Quelle Liebert / Trenz (2008) sind:

Kenntnis der gebotenen Zitierpraxis

  • Die Verfasserin weiß, dass wörtliche Übernahmen gekennzeichnet werden müssen, da sie selbst so verfährt: Die Arbeit enthält – bei insgesamt 698 Referenzierungen2 – 85 Nachweise für Zitate, deren Länge von kurzen Wortgruppen (z. B. auf Seite 46 oben und bei der letzten Referenzierung von Aufbruch Neukölln (2008) auf Seite 116) bis zu längeren Passagen (z. B. auf Seite 40) reicht.
    Diese – durch Anführungszeichen und Kursivsetzung eindeutig ausgewiesenen sowie mit Seitenangaben versehenen3 – wörtlichen Wiedergaben verteilen sich auf die einzelnen Kapitel wie folgt (siehe hierzu auch die grünen Markierungen in der zweiten Abbildung weiter unten):
  • Kap. 1: 1 (bei insg. 31 Referenzierungen)
  • Kap. 2: 15 (bei insg. 290 Referenzierungen)4
  • Kap. 3: 7 (bei insg. 93 Referenzierungen)
  • Kap. 4: 62 (bei insg. 282 Referenzierungen)
  • Kap. 5: 0 (bei insg. 2 Referenzierungen).
2 Mit Referenzierung ist die Angabe einer oder mehrerer Referenzen für einen Sachverhalt gemeint, d. h. eine Angabe der Form „(Quelle 1; Quelle 2; Quelle 3)“ zählt als nur eine Referenzierung. Auch die Nennung eines oder mehrerer Interviewpartner als Quelle für Aussagen wurde als Referenzierung gewertet.
3 Bei Zitaten, die von der Verfasserin als wörtliche Aussagen von Interviewpartnern im Rahmen ihrer Fallstudie kenntlich gemacht wurden, fehlt naturgemäß die Angabe einer Seitenzahl. Sonstige Zitate, bei denen eine Seitenangabe fehlt, wurden nicht als wörtliche Wiedergaben gewertet.
4 Bei zwei weiteren Stellen, an denen sich mit Seitenangaben versehene Referenzen finden (Seite 48 und 77), handelt es sich nicht um wörtliche Zitate.

Fehlerhafte Quellenangaben

  • Ein beträchtlicher Teil der Quellenangaben erwies sich als fehlerhaft, was im Einzelnen in den jeweiligen Fragmenten angemerkt ist. Teilweise ergaben sich hierbei Hinweise auf Übernahmen, da sich entsprechende Fehler auch in deren Quellen fanden. Zusätzlich zu denjenigen der oben unter „Herausragende Fundstellen“ verlinkten Fragmente, in denen auch Referenzen übernommen wurden, seien beispielhaft genannt:

Übernahme von teils fehlerhaften Referenzen aus Quellen zum Beleg quellenfremder Aussagen

  • An manchen Stellen werden auch zum Teil fehlerhafte Referenzen aus Quellen übernommen, um sie als Belege für Aussagen zu verwenden, die nicht aus diesen Quellen stammen. Quantitativ stechen hervor:
  • In Fragment 016 22, Fragment 073 04 (beide keine Wertung), Fragment 085 29 und Fragment 099 19 (keine Wertung) werden jeweils dieselben 12 Referenzen aus dem Literaturverzeichnis der Quelle Liebert / Trenz (2008) übernommen, ohne dass Inhalte aus dieser übertragen werden; im Fall des Fragments von Seite 85 f. stammt der Inhalt aus der Quelle Smismans (2005).
  • In Fragment 038 21 (keine Wertung) werden 5 Referenzen aus dem Literaturverzeichnis der Quelle Liebert / Trenz (2008) übernommen; der Inhalt stammt hingegen aus der Quelle Thiery (2005), siehe Fragment 038 16.
  • In Fragment 038 28a (keine Wertung) werden 6 Referenzen aus dem Literaturverzeichnis der Quelle Kocka (2000) übernommen; der Inhalt stammt hingegen aus der Quelle Finke / Knodt (2005), siehe Fragment 038 28 (keine Wertung).
  • In Fragment 100 18a (keine Wertung) werden 3 Referenzen aus dem Literaturverzeichnis der Quelle Kielmansegg (2003) übernommen; der Inhalt stammt hingegen aus der Quelle Smismans (2005), siehe Fragment 100 18.

Titel ohne oder ohne eindeutige Entsprechung

  • Folgende 30 im Haupttext referenzierte Titel haben im Literaturverzeichnis keine oder keine eindeutige Entsprechung. Mögliche Entsprechungen wären:
  • „Abramson 1988“ (Haupttext): „Abramson, Jeffrey B. / Arterton, F. Christopher / Oren, Gary R., 1988“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 143 29
  • „Barnes / Kaase 1979“ (Haupttext): „Barnes, Samuel H. / Kaase, Max u.a., 1979“ (Literaturverzeichnis)
  • „Beutler / Bieber / Pipkorn / Streil 2001“ (Haupttext): „Beutler, Bengt / Bieber, Roland / Pipkorn, Jörn / Streil, Jochen / Epiney, Astrid / Haag, Marcel, 2001“ (Literaturverzeichnis)
  • „Bukow-Ottersbach 1999“ (Haupttext): „Bukow, Wolf-Dietrich / Ottersbach, Markus (Hrsg.), 1999“ (Literaturverzeichnis)
  • „Cooke / Khotari 2001“ bzw. „Cooke / Khortary 2001“ (Haupttext): „Cooke, Bill / Khortari, Uma (Hrsg.), 2001“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 046 02
  • „Deutsch 1969“ (Haupttext): „Deutsch, Karl, Wolfgang, 1966“ (Literaturverzeichnis)
  • „Finke / Knodt 2005“ (Haupttext): „Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.), 2005“ (Literaturverzeichnis)
  • „Franzius / Preuss 2004“ (Haupttext): „Franzius, Claudio / Preuß, Ulrich K. (Hrsg.), 2004“ (Literaturverzeichnis)
  • „Habermas 1996“ (Haupttext): „Habermas, Jürgen, 1996a“ bzw. „Habermas, Jürgen, 1996b“ (Literaturverzeichnis)
  • „Hrbek 1994“ (Haupttext): „Hrbek, Rudolf, 2004“ bzw. „Hrbek, Rudolf, 2005“ (Literaturverzeichnis)
  • „Jachtenfuchs / Kohler-Koch 2003“ (Haupttext): „Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2004“ bzw. „Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.), 2006“ bzw. „Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2006“ (Literaturverzeichnis)
  • „Jachtenfuchs / Kohler-Koch 2006“ (Haupttext): „Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.), 2006“ bzw. „Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2006“ (Literaturverzeichnis)
  • „Joerges 2001“ (Haupttext): „Joerges, Christian u.a. (Hrsg.), 2001“ (Literaturverzeichnis)
  • „Kielmannsegg 2003“ (Haupttext): „Kielmansegg, Peter Graf, 2003“ (Literaturverzeichnis)
  • „Kohler-Koch 1999“ (Haupttext): „Eising, Rainer / Kohler-Koch, Beate, 1999“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 033 23 bzw. Fragment 033 27, Fragment 062 21 (alle keine Wertung) und Fragment 065 10
  • „Kohler-Koch / Eising 1999“ (Haupttext): „Eising, Rainer / Kohler-Koch, Beate, 1999“ (Literaturverzeichnis)
  • „Langer / Schulz von Thun / Tausch 1993“ (Haupttext): „Langer, Inghard / Schulz von Thun, Friedemann / Tausch, Reinhard, 2002“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 065 14
  • „Majone 2004“ (Haupttext): „Majone, Giandomenico, 1994“ bzw. „Majone, Giandomenico, 1998“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 035 10 (keine Wertung)
  • „Mazey / Richardson 1992“ (Haupttext): „Mazey, Sonia / Richardson, Jeremy, 2001“ (Literaturverzeichnis) – siehe aber Fragment 101 06
  • „Milbrath / Goel 1965“ (Haupttext): „Milbrath, Lester W. / Goel, M. Lal, 1977“ (Literaturverzeichnis)
  • „Nanz / Steffens 2005“ (Haupttext): „Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2005“ (Literaturverzeichnis)
  • „Nohlen / Nuscheler 1982“ (Haupttext): „Nohlen, Dieter / Nuscheler, Franz (Hrsg.), 1995“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 045 24
  • „Pattie / Seyd / Whiteley 2003“ (Haupttext): „Patti, Charles / Seyd, Patrick / Whiteley, Paul, 2003“ (Literaturverzeichnis)
  • „Perez-Diaz 2006“ (Haupttext): „Pérez-Diaz, Victor, 2006“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 037 01
  • „Platzer 1984“ (Haupttext): „Platzer, Hans-Wolfgang, 1985“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 030 01 (keine Wertung)
  • „Salamon 1999“ (Haupttext): „Salamon, Lester M. u.a. (Hrsg.), 1999“ (Literaturverzeichnis)
  • „Salomon u.a. 1999" (Haupttext): „Salamon, Lester M. u.a. (Hrsg.), 1999" (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 038 28a (keine Wertung)
  • „Trenz 2005“ (Haupttext): „Trenz, Hans-Jörg, 2005a“ bzw. „Trenz, Hans-Jörg, 2005b“ (Literaturverzeichnis)
  • „Verba / Nie 1978“ bzw. „Verba und Nie (1978)“ (Haupttext): „Verba, Sidney / Nie, Norman H. et al., 1978“ (Literaturverzeichnis)
  • „Weber 2006“ (Haupttext): „Weber, Susanne Maria, 2005“ (Literaturverzeichnis).
  • Bei folgenden Literaturangaben ist gänzlich unklar, welche Publikationen die Verfasserin damit bezeichnen will:
  • „Almond/Powell 1960“ (Haupttext) bzw. „Almond, Gabriel / Powell, Bingham, 1960“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 054 01 (keine Wertung)
  • „Balme / Chabanet 2007“ (Haupttext) bzw. „Balme, Richard / Chabanet, Didier 2007“ (Literaturverzeichnis) – siehe Fragment 041 05
  • „Ruzza / della Sala 2006“ (Haupttext) bzw. „Ruzza, Carlo / della Sala, Vincent (Hrsg.), 2006“ (Literaturverzeichnis) – siehe ebenfalls Fragment 041 05.
  • Folgender Titel wird im Haupttext angeführt, ohne dass ein ähnlicher Autorenname im Literaturverzeichnis enthalten wäre:

Doppelt aufgeführte Quellen

  • Im Literaturverzeichnis finden sich auch ein im Original deutschsprachiger Titel sowie – als separater Eintrag – dessen englische Übersetzung:
  • „Habermas, Jürgen, 1992: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic]. Frankfurt/Main: Suhrkamp.“ und
  • „Habermas, Jürgen, 1996b: Between Facts and Norms: [sic] Contributions to a Discourse Theory of Law and Ethics [sic]. Cambridge: Polity Press.“
Habermas (1992) wird hierbei im Haupttext insgesamt 6-mal, „Habermas 1996“ – wobei unklar bleibt, ob damit Die Einbeziehung des Anderen (1996a) oder Between Facts and Norms (1996b) gemeint sein soll – 5-mal referenziert; diese Referenzierungen kommen auch in Plagiatskontexten vor. Die Frage, welchen Sinn ein solches Vorgehen ergeben soll, beantwortet sich nicht auf den ersten Blick.
Zudem wurde der fehlerhaft wiedergegebene deutsche Titel – korrekt wäre „Rechtsstaats“ – anscheinend aus der Wikipedia übernommen, siehe Fragment 037 24 bzw. Fragment 066 24. Der Titel der Übersetzung wird ebenfalls fehlerhaft – korrekt wäre hier „Democracy“ statt „Ethics“, vgl. [1] – wiedergegeben; auch handelt es bei Contributions to a Discourse Theory of Law and Democracy um den Untertitel des Werkes, so dass hier der vorhergehende Doppelpunkt irreführend ist. Der Titel der Übersetzung scheint – abgesehen vom Verlag – der Quelle Liebert / Trenz (2008) bzw. Trenz (2008) entnommen worden zu sein, vgl. [2] bzw. [3].
  • Ein englischsprachiger Titel wird im Literaturverzeichnis mit vertauschten Autoren doppelt genannt:
  • „Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg, 2008: European civil society and the public sphere. State of the art. In: Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg (Hrsg.): Reconstituting Democracy from Below. New Approaches to Civil Society in the New Europe. ARENA Report No 6 / 08, Recon Report No 5. Oslo: ARENA Centre for European Studies, S. 9 - 31.“ und
  • „Trenz, Hans-Jörg / Liebert, Ulrike 2008: European civil society and the public sphere. State of the art. In: Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg (Hrsg.): Reconstituting Democracy from Below. New Approaches to Civil Society in the New Europe. ARENA Report No 6 / 08, Recon Report No 5. Oslo: ARENA Centre for European Studies, S. 9 - 32.“
Die Seitenangabe ist bei ersterem korrekt, vgl. [4].

Unselbstständige Publikationen mit fehlenden Seitenangaben

  • Bei folgenden 24 nicht selbstständig erschienenen Titeln fehlt im Literaturverzeichnis die Seitenangabe:
  • Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 2008
  • Aspinwall, Mark / Greenwood, Justin, 1998
  • Berger, Alois, 2008
  • Beyme, Klaus von, 2000
  • Bruter, Michael 2004
  • Buchstein, Hubertus, 2004
  • Büchner, Gerold, 2007
  • Buse, Michael / Nelles, Wilfried, 1975
  • Kaelble, Hartmut, 2000
  • Kaelble, Hartmut, 2002
  • Keating, Michael, 1993
  • Kersting, Martin, 2005
  • Klesmann, Martin, 2008
  • Kocka, Jürgen, 2000
  • Kohler-Koch, Beate, 2007
  • Mazey, Sonia / Richardson, Jeremy, 2001
  • Münch, Richard, 2001
  • Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2007
  • Peters, Bernhard, 2005
  • Piepenschneider, Melanie, 2005
  • Scharpf, Fritz W., 2001
  • Walzer, Michael, 1995
  • Weidenfeld, Werner / Giering, Claus, 2002
  • Zittel, Thomas, 2007.

Weitere Formen fehlerhafter Quellenangaben

  • Weitere Formen fehlerhafter Quellenangaben, die in den einzelnen Fragmenten bzw. in der Sektion Fehlerhafte Quellenangaben sonst nicht erwähnt werden, sind:
  • Der Titel des im Literaturverzeichnis aufgeführten Werks „Goleman, Daniel, 1995: Emotional Intelligence: Why It Can Matter More Than IQ for Character, Health and Lifelong Achievement. New York: Bantam Books.“ wird nicht richtig wiedergegeben: Korrekt müsste er Emotional Intelligence. Why it can matter more than IQ lauten, vgl. [5].
  • Der im Literaturverzeichnis aufgeführte Titel „Hrbek, Rudolf, 2004: Bürger und Europa. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.“ ist tatsächlich 10 Jahre früher erschienen. Auch war Hrbek nicht der Verfasser dieser Konferenzschrift, sondern in Gemeinschaft mit dem Arbeitskreis Europäische Integration e. V. deren Herausgeber, vgl. [6]. Einmalig in der untersuchten Arbeit findet sich auf Seite 26 die Referenz „Hrbek 1994“.
  • Bei dem im Haupttext mit „Izard 1994“ referenzierten und im Literaturverzeichnis als „Izard, Carroll E., 1994: Die Emotionen des Menschen: Eine Einführung in die Grundlagen der Emotionspsycholgie [sic]. Weinheim: Beltz, Psychologie Verlags Union, 3. Auflage.“ aufgelösten Werk ist Eine Einführung in die Grundlagen der Emotionspsychologie dessen Untertitel [7], weshalb der vorhergehende Doppelpunkt irreführend ist, da er so als Teil des Titels ausgewiesen wird.
  • Der im Haupttext mit „Kleinsteuber 2005“ referenzierte und im Literaturverzeichnis als „Kleinsteubner, Hans J., 2005: Öffentlichkeit. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 1 A - M. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 628 - 629.“ aufgelöste Artikel wurde zwar von Hans J. Kleinsteuber verfasst, findet sich aber im 2. Band des genannten Lexikons.
  • Der im Haupttext referenzierte und im Literaturverzeichnis aufgeführte Titel „Mayring, Philipp, 1983 : Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz Verlag, 8. Auflage.“ ist erstmalig 1983 erschienen; die 8. Auflage erschien hingegen 2003, vgl. [8].
  • Der im Haupttext mit „Wessels 1999“ referenzierte und im Literaturverzeichnis als „Wessels, Wolfgang, 1999: The European Parliament and EU legitimacy. In: Banchoff, Thomas / Smith, Mitchell P. (Hrsg.): Legitimacy and the European Union. London: Routledge, S. 134 - 152.“ aufgelöste Titel wurde auch von Udo Diedrichs mitverfasst. Der Sammelband ist zudem parallel in New York erschienen und hat den Untertitel The contested polity. [9]

Lediglich in Plagiatskontexten referenzierte Quellen

  • Das Literaturverzeichnis (Seite 215-246) der untersuchten Dissertation enthält insgesamt 427 Quellen. 135 dieser Literaturnachweise, d. h. gut 31,6 %, werden im Haupttext (Seite 10-214) lediglich in Plagiatskontexten – wozu in diesem Zusammenhang auch Stellen gehören können, die durch Fragmente der Kategorie „Keine Wertung“ erfasst sind – referenziert. Insofern stellt sich die Frage, ob diese angegebenen Quellen auch tatsächlich rezipiert wurden. Im Einzelnen handelt es sich hierbei um folgende Titel:
  • Abramson, Jeffrey B. / Arterton, F. Christopher / Oren, Gary R., 1988
  • Ahtisaari, Martti, 1999
  • Alexander, Jeffrey C., 1997
  • Almond, Gabriel / Powell, Bingham, 1960
  • Arendt, Hannah, 1967
  • Armstrong, Kenneth A., 2001
  • Armstrong, Kenneth A., 2002
  • Aspinwall, Mark / Greenwood, Justin, 1998
  • Balme, Richard / Chabanet, Didier 2007
  • Barber, Benjamin R., 2000
  • Beck, Ulrich / Grande, Edgar, 2005
  • Benz, Arthur, 1997
  • Benz, Arthur, 1998
  • Beyme, Klaus von, 1995
  • Bieling, Hans-Jürgen / Lerch, Marika (Hrsg.), 2006
  • Bimber, Bruce, 1998
  • Bruter, Michael 2004
  • Bruter, Michael 2005
  • Bryant, Christopher, G. A.:, 1993
  • Buchanan, James M. / Tullok, Gordon, 1962
  • Bühlmann, Marc / Kriesi, Hanspeter, 2007
  • Bukow, Wolf-Dietrich / Ottersbach, Markus (Hrsg.), 1999
  • Burley, Anne-Marie / Mattli, Walter, 1993
  • Cohen, Jean L. / Arato, Andrew, 1992
  • Coleman, Stephen / Gotze, John, 2001
  • Cooke, Bill / Khortari, Uma (Hrsg.), 2001
  • Cullen, Holly / Cambell, Elinor, 1998
  • Dahl, Robert A., 1997
  • Dewey, John, 1984
  • Downs, Anthony, 1968
  • Easton, David, 1965
  • Eckstein, Harry, 1975
  • Eder, Klaus / Trenz, Hans-Jörg, 2003
  • Endress, Martin, 2002
  • Eriksen, Erik Oddvar, 1999
  • Eriksen, Erik Oddvar, 2005
  • Eriksen, Erik Oddvar / Fossum, John Erik / Menéndez, Agustin Jose (Hrsg.) 2003
  • Europäische Gemeinschaften, 1974
  • Europäische Kommission, 1997
  • Europäische Kommission, 2000
  • Europäische Kommission, 2001d
  • Europäische Kommission, 2007 g
  • Feindt, Peter Henning u.a. (Hrsg.), 1996
  • Fossum, John Erik, 2005
  • Fossum, John Erik / Trenz, Hans-Jörg, 2006
  • Fraenkel, Ernst, 1991 (1964)
  • Franzius, Claudio / Preuß, Ulrich K. (Hrsg.), 2004
  • Gellner, Ernest, 1991
  • Gerhards, Jürgen, 1993
  • Gerhards, Jürgern / Neidhardt, Friedhelm, 1991
  • Gerstenberg, Oliver, 1997
  • Gramsci, Antonio, 1980
  • Gray, John, 1999
  • Greenwood, Justin, 1997
  • Grimm, Dieter, 1995
  • Heinelt, Hubert, 1998
  • Held, David, 1995
  • Héritier, Adrienne, 1999
  • Höreth, Marcus, 1999
  • Hooghe, Liesbet / Marks, Gary, 2001
  • Huntington, Samuel, 1976
  • Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2004
  • Joerges, Christian / Dehousse, Renaud (Hrsg.), 2002
  • Kaase, Max, 1995
  • Kaase, Max / Marsh, Alan, 1979
  • Kaelble, Hartmut, 1995
  • Kaelble, Hartmut, 2001
  • Kantner, Cathleen, 2003
  • Kantner, Cathleen, 2004
  • Keane, John, 1988
  • Keane, John, 1998
  • Keating, Michael, 1993
  • Kendall, Jeremy / Anheier, Helmut K., 1999
  • Kersting, Norbert, 2004
  • Kersting, Wolfgang, 1996
  • Kevin, Deirdre, 2003
  • Klein, Ansgar, 2001
  • Kohler-Koch, Beate / Finke, Barbara, 2007
  • Kohler-Koch, Beate / Rittberger, Berthold (Hrsg.), 2007
  • Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 1975
  • Kopper, Gerd G., 1997
  • Kumar, Krishan, 1993
  • Langer, Inghard / Schulz von Thun, Friedemann / Tausch, Reinhard, 2002 [im Haupttext offensichtlich mit Erscheinungsjahr 1993 referenziert]
  • Loewenstein, Bedrich, 1990
  • Lord, Christopher / Beetham, David, 2001
  • Loth, Wilfried, 1996
  • Lützeler, Paul Michael, 1992
  • Magnette, Paul, 2001
  • Marks, Gary / McAdam, Doug, 1999
  • Mayntz, Renate, 1998
  • Mazey, Sonia / Richardson, Jeremy, 2001
  • Merkel, Wolfgang (Hrsg.), 2000
  • Milbrath, Lester W. / Goel, M. Lal, 1977
  • Moravcsik, Andrew, 2006
  • Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2007
  • Nohlen, Dieter / Nuscheler, Franz (Hrsg.), 1995 [im Haupttext offensichtlich mit Erscheinungsjahr 1982 referenziert]
  • Ost, David, 2005
  • Pateman, Carole, 1970
  • Pedler, Robin H. / van Schendelen, Rinus (Hrsg.), 1994
  • Pérez-Diaz, Victor, 2006
  • Peters, Bernhard, 2005
  • Peterson, John, 1997
  • Platzer, Hans-Wolfgang, 1985 [im Haupttext offensichtlich mit Erscheinungsjahr 1984 referenziert]
  • Preuß, Ulrich K., 2004
  • Rokkan, Stein, 2000
  • Rosenau, James N. / Czempiel, Ernst Otto (Hrsg.), 1992
  • Ruzza, Carlo / della Sala, Vincent (Hrsg.), 2006
  • Schlesinger, Philip / Fossum, John Erik (Hrsg.), 2007
  • Schmale, Wolfgang, 1996
  • Schmalz-Bruns, Rainer, 1995
  • Schramm, Jürgen, 1995
  • Schulte, Bernd, 1993
  • Schumpeter, Joseph Alois, 2005
  • Shore, Chris, 1993
  • Smismans, Stijn (Hrsg.), 2007
  • Somers, Margaret R., 1998
  • Steffek, Jens / Kissling, Claudia / Nanz, Patrizia, 2007
  • Stöckl, Ingrid, 1986
  • Strauss, Leo, 1959
  • Streeck, Wolfgang, 1996
  • Swedberg, Richard, 1994
  • Tarrow, Sidney / della Porta, Donatella, 2004
  • Taylor, Charles, 1991
  • Thaysen, Uwe 1982
  • Trentmann, Frank (Hrsg.), 2000
  • Trenz, Hans-Jörg, 2001
  • Trenz, Hans-Jörg, 2005b
  • Van Schendelen, Rinus, 2002
  • Verba, Sidney et. al., 1973
  • Verba, Sidney / Schlozman, Kay L. / Brady, Henry E., 1995
  • Vilmar, Fritz, 1973
  • Voegelin, Eric, 1959
  • Wallace, Helen / Young, Alasdair R. (Hrsg.), 1997
  • Walzer, Michael, 1992
  • Walzer, Michael, 1995.
Die Schreibung folgt derjenigen im Literaturverzeichnis; der Schluss, dass die in obiger Liste nicht aufgeführten Quellen hingegen alle rezipiert wurden, lässt sich nicht ziehen.

Ebenfalls in der Quelle Liebert / Trenz (2008) enthaltene Referenzen

  • Folgende 54 von der Verfasserin verwendete Referenzen finden sich ebenfalls im Literaturverzeichnis der Quelle Liebert / Trenz (2008):
  • Alexander, Jeffrey C., 1997
  • Aspinwall, Mark / Greenwood, Justin, 1998
  • Balme, Richard / Chabanet, Didier 2007
  • Beck, Ulrich / Grande, Edgar, 2005
  • Beyme, Klaus von, 2000
  • Bruter, Michael 2004
  • Bruter, Michael 2005
  • Bryant, Christopher, G. A.:, 1993
  • Cohen, Jean L. / Arato, Andrew, 1992
  • Eder, Klaus, 2003
  • Eising, Rainer / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.), 2005
  • Eriksen, Erik Oddvar, 2005
  • Eriksen, Erik Oddvar / Fossum, John Erik / Menéndez, Agustin Jose (Hrsg.) 2003
  • Europäische Kommission, 2001d
  • Fossum, John Erik, 2005
  • Fossum, John Erik / Trenz, Hans-Jörg, 2006
  • Franzius, Claudio / Preuß, Ulrich K. (Hrsg.), 2004
  • Gellner, Ernest, 1991
  • Gerhards, Jürgen, 1993
  • Gerhards, Jürgen, 2000
  • Gerhards, Jürgen, 2002
  • Greenwood, Justin, 2007
  • Habermas, Jürgen, 1996b
  • Held, David, 1995
  • Hildermeier, Manfred / Kocka, Jürgen / Conrad, Christoph (Hrsg.), 2000
  • Joerges, Christian / Dehousse, Renaud (Hrsg.), 2002
  • Kaelble, Hartmut, 2002
  • Kantner, Cathleen, 2003
  • Kantner, Cathleen, 2004
  • Kevin, Deirdre, 2003
  • Klein, Ansgar, 2001
  • Kocka, Jürgen, 2004
  • Kohler-Koch, Beate, 2007
  • Kohler-Koch, Beate / Finke, Barbara, 2007
  • Kohler-Koch, Beate / Rittberger, Berthold (Hrsg.), 2007
  • Kumar, Krishan, 1993
  • Marks, Gary / McAdam, Doug, 1999
  • Mazey, Sonia / Richardson, Jeremy, 2001
  • Moravcsik, Andrew, 2006
  • Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2007
  • Ost, David, 2005
  • Pérez-Diaz, Victor, 2006
  • Peters, Bernhard, 2005:
  • Peterson, John, 1997
  • Preuß, Ulrich K., 2004
  • Ruzza, Carlo, 2004
  • Ruzza, Carlo / della Sala, Vincent (Hrsg.), 2006
  • Ruzza, Carlo / Fella, Stefano, 2005
  • Schlesinger, Philip / Fossum, John Erik (Hrsg.), 2007
  • Smismans, Stijn (Hrsg.), 2007
  • Steffek, Jens / Kissling, Claudia / Nanz, Patrizia, 2007
  • Tarrow, Sidney / della Porta, Donatella, 2004
  • Trenz, Hans-Jörg, 2005b
  • Walzer, Michael, 1995.
Die Schreibung folgt derjenigen im Literaturverzeichnis der Verfasserin.

Im Literaturverzeichnis aufgeführte, aber im Haupttext nicht referenzierte Titel

  • Folgende 51 Titel (gut 11,9 %) werden zwar im 427 Einträge umfassenden Literaturverzeichnis genannt, im Haupttext der untersuchten Arbeit aber nicht referenziert (zu hier nicht aufgeführten Einträgen siehe ergänzend oben Titel ohne oder ohne eindeutige Entsprechung):
  • Balibar, Étienne, 2005: Sind wir Bürger Europas? Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 525.
  • Beichelt, Timm, 2004: Die Europäische Union nach der Osterweiterung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Büchner, Gerold, 2007: Europa ohne Bürger. Berliner Zeitung, Berlin: Berliner Verlag GmbH, Nr. 145, 25.06.2007.
  • Cox, Pat, 2007: Citizens challenge the EU political leaders. A new design for better results! Statement presented in Brussels, 12th June 2007. Brüssel: The European Movement International.
  • Diedrichs, Udo, 2007: Europäische Kommission. In: Weidenfeld, Werner / Wessels, Wolfgang (Hrsg.): Jahrbuch der Europäischen Integration 2006. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 1. Auflage, S. 89 - 98.
  • Economic and Social Committee (ESC), 2001: Opinions of the Economic and Social Committee on Organized Civil Society and European Governance. Beitrag des EWSA zum Weißbuch, Brüssel: Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss.
  • Europäische Gemeinschaften, 1997: Vertrag von Amsterdam zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union, der Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenhängender Rechtsakte. Brüssel: Amtsblatt der Europäischen Union, Nr. C 340 vom 10. November 1997.
  • Europäische Gemeinschaften, 2000a: Beschluss der Kommission vom 17. Oktober 2000 zur Änderung ihrer Geschäftsordnung. Kodex für gute Verwaltungspraxis in den Beziehungen der Bediensteten der Europäischen Kommission zur Öffentlichkeit. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, Nr. L 267/63 vom 20.10.2000.
  • Europäische Gemeinschaften, 2001: Vertrag von Nizza zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union, der Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenhängender Rechtsakte. Brüssel: Amtsblatt der Europäischen Union, Nr. C 80 vom 10. März 2001.
  • Europäische Gemeinschaften, 2004a: Vertrag über eine Verfassung für Europa. Brüssel: Amtsblatt der Europäischen Union, Nr. C 310/01 vom 16. Dezember 2004.
  • Europäische Gemeinschaften, 2005: Die digitale Kluft in Europa. In: Statistik kurz gefasst. Nr. 38 / 2005,
  • Europäische Gemeinschaften, 2006b: Wie kompetent sind die Europäer im Umgang mit Computern und dem Internet? Erhebung 2005. Luxemburg: Eurostat.
  • Europäische Gemeinschaften, 2007a: Entwurf eines Vertrags zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft. Brüssel: Konferenz der Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten. Dokument Nr. CIG 4/1/07 REV 1 vom 5. Oktober 2007
  • Europäische Gemeinschaften, 2007b: Endgültige Feststellung des Gesamthaushaltsplans der Europäischen Union für das Haushaltsjahr 2007. Brüssel: Amtsblatt der Europäischen Union, Nr. L 77 vom 16. März 2007.
  • Europäische Kommission, 1993: Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung – Herausforderungen der Gegenwart und Wege ins 21. Jahrhundert. Weißbuch. Brüssel: KOM (93) 700 endgültig.
  • Europäische Kommission, 2004a: Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen. Herausforderungen für die europäische Informationsgesellschaft ab 2005. Brüssel: KOM (2004) 757 endgültig.
  • Europäische Kommission, 2007c: Partnerschaft und Nähe - entscheidende Stärken des kohäsionspolitischen Konzepts. Brüssel: inforegio news, Mitteilungsblatt der Generaldirektion Regionalpolitik April 2007, Nr. 156.
  • Europäische Kommission, 2007d: Der Haushalt der Europäischen Union auf einen Blick. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften.
  • Europäische Kommission, 2007 f: Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen. IKT – Kompetenzen für das 21. Jahrhundert: Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung fördern. Brüssel: KOM (2007) 496 endgültig.
  • Europäische Kommission, 2007 i: Drei Jahrzehnte Eurobarometer. Die europäische Integration in der öffentlichen Meinung der Mitgliedstaaten. 1974 – 2007. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen.
  • Europäische Kommission, 2007 k: Aktive europäische Bürgerschaft: EU-Kommission verleiht „Goldene Sterne der Städtepartnerschaft“ 2007. Pressemitteilung. Brüssel: IP/07/1359 vom 19. September 2007.
  • Europäische Kommission, 2007 l: Was die EU mit (I)ihrem Geld macht. Der EU-Haushalt und der Finanzrahmen 2007 - 2013. In: EU-Nachrichten. Berlin: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland. Themenheft Nr. 17, 2. Auflage.
  • Europäische Kommission, 2007 m: Den Haushalt reformieren, Europa verändern. Konsultationspapier im Hinblick auf die Überprüfung des EU-Haushalts (2008/2009). Mitteilung der Kommission. Brüssel: SEK(2007) 1188 endgültig.
  • Fontaine, Pascal, 2007: Europa in 12 Lektionen. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften.
  • Gerhards, Jürgen, 2002: Das Öffentlichkeitsdefizit der EU im Horizont normativer Öffentlichkeitstheorien. In: Kaelble, Hartmut / Kirsch, Martin / Schmidt-Gernig, Alexander (Hrsg.): Transnationale Öffentlichkeiten und Identitäten im 20. Jahrhundert. Frankfurt / Main, New York: Campus Verlag, S. 135 - 158.
  • Goleman, Daniel, 1995: Emotional Intelligence: Why It Can Matter More Than IQ for Character, Health and Lifelong Achievement. New York: Bantam Books.
  • Göhler, Gerhard / Iser, Mattias / Knerner, Ina (Hrsg.), 2006: Politische Theorie. 22 umkämpfte Begriffe zur Einführung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Gröber, Katharina / Riedel, Sabine, 2005: Die neue Kommunikationspolitik der EU. Nach dem Scheitern des Verfassungsvertrages nun Plan D? Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik, SWP - Aktuell; Ausgabe 54/2005.
  • Hix, Simon, 1999: The Political System of the European Union. Basingstoke: Macmillan.
  • Ipsen, Detlev / Glasauer, Herbert, 2007: Vielfalt fördern und Zusammenhalt stärken: Fünf Anforderungen an eine bezirkliche Integrationspolitik in Berlin-Neukölln. Kassel: Universität Kassel, Arbeitsgruppe Empirische Planungsforschung.
  • Klein, Ansgar / Koopmans, Ruud / Trenz, Hans-Jörg / Lahusen, Christian / Rucht / Dieter (Hrsg.), 2003: Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa. Opladen: Leske + Budrich.
  • Lob, Harald / Oel, Matthias, 1998: Europa und die Informationsgesellschaft: wirtschaftspolitische Herausforderungen und regionale Chancen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Ausgabe 40/1998, S. 30 - 38.
  • Mandt, Hella, 1974: Responsible Government und kontinentale Demokratietheorie. In: Civitas, XII, 84 - 103.
  • Merkel, Wolfgang / Puhle, Hans-Jürgen, 1999: Von der Diktatur zur Demokratie. Transformationen, Erfolgsbedingungen, Entwicklungspfade. Opladen: Leske & Budrich.
  • Ministerial Declaration of Riga, 2006: Declaration on e-Inclusion adopted by the Ministers of the European Union (EU) Member States and accession and candidate countries, European Free Trade Area (EFTA) countries and other countries. Riga.
  • Mohl, Madeleine von, 2005: Plan D zur Kommunikationsstrategie der EU – Nicht mehr als Selbstverständlichkeiten. Brüssel: Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung.
  • O’ Neill, Onara, 1996: Tugend und Gerechtigkeit. Eine konstruktive Darstellung des praktischen Denkens. Berlin.
  • Palinkas, Peter / Scherer, Jörg, 2005: Forschungs- und Technologiepolitik. In: Mickel, Wolfgang W. / Bergmann, Jan: Handlexikon der Europäischen Union. Stuttgart: OMNIA Verlag 2005, 3. Auflage, S. 337 - 342.
  • Piepenschneider, Melanie, 2005: Vertragsgrundlagen und Entscheidungsverfahren. In: Bundeszentrale für politische Bildung: Informationen zur politischen Bildung. Europäische Union, Nr. 279, Jg.: 2005.
  • Schubert, Klaus, 2005a: Outcome. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 2 N – Z. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 644.
  • Schubert, Klaus, 2005b: Output. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 2 N – Z. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 645.
  • Schuppert, Gunnar Folke (Hrsg.), 2006: Governance-Forschung. Vergewisserung über Stand und Entwicklungslinien. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 2. Auflage.
  • Schultze, Rainer-Olaf, 2005a: Demokratiedefizit. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 1 A – M. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 132.
  • Stratenschulte, Eckart D., 2007: Europa: Ein [Über]blick. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.
  • Sturm, Roland, 2002: Die Forschungs- und Technologiepolitik der Europäischen Union. In: Weidenfeld, Werner (Hrsg.): Europa-Handbuch. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 373, S. 490 - 502.
  • Tham, Barbara, 2006: Eine neue europäische Informations- und Kommunikationspolitik? München: Centrum für angewandte Politikforschung, CAP Aktuell; Ausgabe 4/2006.
  • Van Deth, Jan W., 2003: Vergleichende politische Partizipationsforschung. In: Berg- Schlosser, Dirk / Müller-Rommel, Ferdinand (Hrsg.): Vergleichende Politikwissenschaft. Ein einführendes Handbuch. Opladen: Leske + Budrich, S. 167 - 187.
  • Verhofstadt, Guy, 2006: Die Vereinigten Staaten von Europa. Manifest für ein neues Europa. Eupen: Grenz-Echo Verlag.
  • Weidenfeld, Werner (Hrsg.), 2002: Europa-Handbuch. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 373.
  • Weidenfeld, Werner / Wessels, Wolfgang (Hrsg.), 2002: Europa von A bis Z. Bonn: Europa Union Verlag, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 393, 8. Auflage.
  • Weidenfeld, Werner / Giering, Claus, 2002: Die Zukunft Europas. In: Weidenfeld, Werner (Hrsg.): Europa-Handbuch. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 373.

Veraltete Quellen

  • Die Auflistung nachstehender Titel ist Resultat stichprobenartiger bibliografischer Recherchen; auf eine systematische Überprüfung des Literaturverzeichnisses unter diesem Aspekt wurde im Rahmen der VroniPlag-Wiki-Analyse bislang verzichtet.
  • Hans-Wolfgang Arndt, Europarecht, wird nach der 4. Auflage 1999 zitiert; bei Einreichung der Arbeit war bereits die 9. Auflage von 2008 verfügbar.
  • Bengt Beutler et al., Die Europäische Union. Rechtsordnung und Politik, wird nach der 5. Auflage 2001 zitiert; bei Einreichung der Arbeit war dessen Nachfolgetitel Roland Bieber et al., Die Europäische Union. Europarecht und Politik, in der 7. Auflage von 2006 bzw. der 8. von 2009 aktuell (abhängig vom Erscheinungsdatum letzterer).
  • Alfred Katz, Staatsrecht, wird nach der 13. Auflage 1996 zitiert; bei Einreichung der Arbeit war bereits die 17. Auflage von 2007 verfügbar.
  • Philipp Mayring, Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken, ist nach der 8. Auflage von 1983 als zitiert angegeben – tatsächlich ist die 1. Auflage 1983 erschienen, die 8. erst 2003; aktuell war weiland die 10. Auflage von 2008.
  • Manfred Schmidt, Demokratietheorien, wird nach der 3. Auflage von 2000 zitiert; bei Einreichung der Arbeit war die 4. Auflage von 2008 verfügbar.
  • Werner Weidenfeld (Hrsg.), Europa-Handbuch, wird mit dem Publikationsjahr 2002 als verwendet angegeben; diese 2. Auflage war seinerzeit jedoch nicht mehr aktuell, sondern die 4. von 2006.
  • Werner Weidenfeld / Wolfgang Wessels (Hrsg.), Europa von A bis Z, wird in der 8. Auflage von 2002 als verwendet angegeben; aktuell war seinerzeit die 10. Auflage von 2007 bzw. die 11. von 2009 (abhängig vom Erscheinungsdatum letzterer).

Fragmente mit Kategoriezuordnung „Keine Wertung“

  • In der untersuchten Arbeit finden sich zahlreiche (insg. 69) Fragmente, die problematisch sind, aber nicht als Plagiate im engeren Sinne eingestuft wurden. Gründe hierfür können u. a. folgende gewesen sein:
  • Kürze und / oder eher geringe intellektuelle Schöpfungshöhe der Übernahme – siehe z. B. Fragment 110 14
  • Mischung von übernommenen Anteilen mit eigenen – siehe z. B. Fragment 113 30
  • Nennung der tatsächlichen Quelle neben weiteren fragwürdigen Referenzen – siehe z. B. Fragment 038 28 mit Fragment 038 28a
  • Übernahme lediglich von Referenzen, nicht aber von Inhalten – siehe z. B. Fragment 016 22
  • aus mehreren Quellen zusammengesetzte Sätze – siehe z. B. Fragment 011 08 mit Fragment 011 12 (hier mit zusätzlichem Eigenanteil)
  • angegebene, aber inhaltlich fragwürdige Referenzen, so dass eine Übernahme aus einer noch unbekannten Quelle möglich scheint.

Unfertige Fragmente

  • Bei der Analyse wurden auch einige Textpassagen dokumentiert, die Auffälligkeiten aufweisen, aber auf keine zugrundeliegende Quelle zurückgeführt werden konnten. Diese Fragmente sind weder in der Statistik noch farblich bei den Abbildungen weiter unten berücksichtigt worden und finden sich unter Unfertige Fragmente.

Erklärung der Verfasserin, Promotionsordnung, Berliner Hochschulgesetz

  • Auf Seite 4 der untersuchten Arbeit findet sich folgende vom 30. Oktober 2009 datierende „Erklärung“:
„Hiermit erkläre ich gemäß § 7 (4) der Promotionsordnung zum Dr. rer. pol. in Politikwissenschaft des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin vom 14. März 2008, dass ich alle verwendeten Hilfsmittel und Hilfen angegeben und auf dieser Grundlage die vorliegende Arbeit selbständig verfasst habe.“
  • Die FU Berlin macht widersprüchliche Angaben zu der Frage, nach welcher Ordnung das Promotionsverfahren durchgeführt wurde:
    • Gemäß Antwort des Berliner Senats vom 6. März 2020 (Drucksache 18 / 22673) – die auf einer Stellungnahme der FU beruht – auf eine Schriftliche Anfrage des Mitglieds des Abgeordnetenhauses Martin Trefzer wurde das Promotionsverfahren „auf der Grundlage der Promotionsordnung zum Dr. rer. pol. der FU vom 2. Juni 1993 (FU-Mitteilungen 07/1994) durchgeführt“ (PDF, Seite 2).
    • Das zweite Prüfgremium der FU hat für seinen auf den 23. April 2021 datierenden „Schlussbericht“ (s. u.) jedoch die am 23. April 2008 veröffentlichte Promotionsordnung zum Dr. rer. pol. in Politikwissenschaft des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften zugrunde gelegt (PDF, Seite 4).
    • Anscheinend ist man sich nicht sicher, ob die Verfasserin die gemäß § 20 Abs. 2 PromO 2008 bestehende Möglichkeit in Anspruch genommen hat, ihr noch nach der alten Ordnung begonnenes Promotionsverfahren innerhalb einer Übergangsfrist von vier Jahren nach dieser abzuschließen.
  • Die Promotionsordnung zum Dr. rer. pol. in Politikwissenschaft der FU Berlin vom 2. Juni 1993 (PDF, Seite 10 ff.) enthält u. a. folgende Aussagen und Bestimmungen:
    • § 1 Bedeutung der Promotion
      „(2) Durch die Promotion wird über den Abschluss eines politikwissenschaftlichen Studiums mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt hinaus eine besondere wissenschaftliche Qualifikation durch eigene Forschungsleistungen nachgewiesen.“
    • § 7 Dissertation
      „(1) Der Doktorand/die Doktorandin muss eine Dissertation vorlegen, die einen unveröffentlichten, selbstständigen Beitrag zur Forschung darstellt.
      (2) Der Doktorand/die Doktorandin muss alle Hilfsmittel und Hilfen angeben und versichern, auf dieser Grundlage die Arbeit selbstständig verfasst zu haben.“
    • § 8 Begutachtung der Dissertation
      „(4) [...] Die Gutachten müssen die Bedeutung des Dissertationsthemas in einem größeren Zusammenhang feststellen, die Ergebnisse der Arbeit würdigen und etwaige Mängel darlegen. Sieht ein Gutachter/eine Gutachterin in der Arbeit Mängel, deren Beseitigung möglich und notwendig erscheint, muss er/sie diese im Gutachten genau bezeichnen.“
    • § 19 Aberkennung des Doktorgrades
      „Die Aberkennung des Doktorgrades erfolgt nach den hierfür geltenden gesetzlichen Bestimmungen.“
  • Die am 23. April 2008 veröffentlichte Promotionsordnung zum Dr. rer. pol. in Politikwissenschaft der FU Berlin (PDF) enthält u. a. folgende Aussagen und Bestimmungen:
    • § 1
      Bedeutung der Promotion, Doktorgrad
      „(2) Durch die Promotion wird über den Abschluss eines politikwissenschaftlichen oder eines anderen für die Promotion wesentlichen Studiengangs mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt hinaus eine besondere wissenschaftliche Qualifikation durch eigene Forschungsleistungen nachgewiesen.“
    • § 7
      Dissertation
      „(1) Mit der schriftlichen Promotionsleistung ist die Befähigung zu selbstständiger vertiefter wissenschaftlicher Arbeit nachzuweisen und ein Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis anzustreben.“
      „(4) Die Doktorandin oder der Doktorand muss alle Hilfsmittel und Hilfen angeben und versichern, auf dieser Grundlage die Arbeit selbstständig verfasst zu haben.“
    • § 8
      Begutachtung der Dissertation
      „(3) [...] Die Gutachten müssen die Bedeutung der Dissertation und ihrer Ergebnisse in einem größeren Zusammenhang würdigen und etwaige Mängel darstellen. Sieht eine Gutachterin oder ein Gutachter in der Arbeit Mängel, deren Beseitigung möglich und notwendig erscheint, muss sie oder er diese im Gutachten genau bezeichnen. In einem solchen Falle kann sie oder er eine Überarbeitung der Dissertation, für die Hinweise gegeben werden sollen, empfehlen. In der Gesamtbeurteilung hat jede Gutachterin oder jeder Gutachter entweder die Annahme unter Angabe einer Bewertung nach § 10, die Ablehnung oder die Rückgabe der Dissertation zur Beseitigung bestimmter Mängel und Wiedervorlage zu empfehlen.“
    • § 18
      Entziehung eines Doktorgrads
      „Die Entziehung eines Grads gemäß § 1 richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen.“
  • Für die Entziehung akademischer Grade ist im Land Berlin das Berliner Hochschulgesetz einschlägig. In diesem Zusammenhang gelten folgende Bestimmungen:
    • § 34
      Hochschulgrade
      „(7) Ein von einer staatlichen Hochschule gemäß § 1 Absatz 2 verliehener akademischer Grad kann wieder entzogen werden,
      1. wenn sich nachträglich herausstellt, dass er durch Täuschung erworben worden ist oder dass wesentliche Voraussetzungen für die Verleihung nicht vorgelegen haben [...].
      (8) Über die Entziehung eines von einer staatlichen Hochschule gemäß § 1 Absatz 2 verliehenen akademischen Grades entscheidet der Leiter oder die Leiterin der Hochschule auf Vorschlag des Gremiums, das für die Entscheidung über die dem akademischen Grad zu Grunde liegenden Prüfungsleistungen zuständig ist. [...]“

Merkblatt Wissenschaftliches Arbeiten der Doktormutter

  • Auf den Internetseiten des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften der FU Berlin findet sich seit mindestens dem 9. Oktober 2010 eine 6-seitige „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ der Doktormutter der Verfasserin, Tanja A. Börzel (PDF). Dies bedeutet aber nicht, dass sie nicht schon früher auf dem Webserver veröffentlicht worden ist.
    Laut Eigenschaften des Dokuments wurde es am 29. Mai 2007 erstellt; möglicherweise kannte die Verfasserin daher diese Einführung bei Einreichung ihrer Arbeit am 30. Oktober 2009.
    Auf Seite 3 ff. heißt es in diesen Ausführungen:
III. Wie schreibe ich eine Hausarbeit?
[...]
Literaturverzeichnis (Verzeichnis der zitierten Arbeiten)
- nur die benutzte Literatur (<-> Bibliographie: umfaßt die relevante Literatur zu einem bestimmten Thema)
[...]
Dringend empfohlen!!!
[...]
- Zitieren, nicht paraphrasieren! (eigene Gedanken formulieren, nicht einfach von anderen abschreiben, und wenn, wenigstens die VerfasserIn des Gedankens zitieren); es gilt auch, sparsam mit Zitaten umzugehen – nicht alles, was Sie gelesen haben, muß notwendigerweise auch zitiert werden
Streng verboten!
Plagiasieren! [sic] Wer sich mit fremden Federn schmückt, wer anderer Leute Gedanken oder gar Texte abschreibt oder übernimmt, ohne sie angemessen zu zitieren, braucht sich in meinen Lehrveranstaltungen nicht mehr blicken zu lassen! Die Arbeit gilt automatisch als ‚nicht bestanden‘, weitere Konsequenzen behalte ich mir vor. Andere DozentInnen werden von Plagiarisierungsversuchen [sic] in Kenntnis gesetzt. Und noch etwas: Rechnen Sie damit, dass Täuschungsversuche entdeckt werden! Das Zeitalter des Internet macht es auch für Dozenten leichter, Plagiate zu entdecken!
IV. Kleines 1x1 des Zitierens
• Verweis auf die (als Quelle) benutzte Literatur oder anderes Material, aus denen Gedanken wörtlich oder sinngemäß in die eigene Arbeit übernommen werden
• schützt vor Diebstahl geistigen Eigentums (plagiarisieren) [sic]
wörtliche Zitate:
  - werden in doppelte Anführungszeichen gesetzt
  - sind wörtlich, d.h. sie
[sic] übernehmen ggf. auch Fehler der UrheberIn
  - die länger als 30 Worte
[sic] sind, werden im Text eingerückt und sind einzeilig
sinngemäße Zitate:
  - sind nicht wörtliche Wiedergaben von Gedanken etc. in eigener Formulierung
  - bedürfen, ebenso wie wörtliche Zitate, einer genauen Quellenangabe
Zitierweisen
Verschiedene Zitierweisen sind möglich. Entscheidend ist, dass die verwendete Literatur klar erkennbar ist und Lesern ermöglichen [sic], Zitate, Quellen etc. eindeutig und zweifelsfrei aufzufinden.
Beispiel Harvard-System
• im fortlaufenden Text:
     Nachnahme [sic] der AutorIn, Veröffentlichungsjahr und Seite in Klammern
        z.B. (Maier 1999, S. 3)
     mehrere AutorInnen hintereinander werden durch ein Semikolon getrennt
        z.B. (Meier 1999; Müller 2000)
[...]
Beispiel Geisteswissenschaftliches Zitierschema
• auf derselben Seite als Fußnote, die die gesamte Literaturangabe enthält;
• bei wiederholtem Zitieren derselben AutorIn aus derselben Veröffentlichung können die Fußnotenangaben verkürzt werden; der Vorname wird abgekürzt und auf das zitierte Werk wird mit a.a.O. (,am angegebenen Ort‘) und Seitenzahl verwiesen
    z.B. Maier, S. a.a.O.
[...]
Literaturangaben am Ende einer Arbeit
    Wie erwähnt, gibt es verschiedene Systeme, wichtig ist die Einheitlichkeit!
z.B. Harvard-System
[...]
    Zeitschriften:
    Nachname, Vorname (Publikationsjahr): Titel, in: Zeitschrift, Nummer, Jahrgang oder Band: Seitenzahlen
        z.B. Maier, Stefan (1999): Deutsche Universitäten in der Krise?, in: Deutsches Universitätsblatt, Nr. 3, 51. Jg.: 35-90.
    Beiträge in Sammelbänden:
    Nachname, Vorname (Publikationsjahr): Titel, in: Vorname und Nachname der HerausgeberIn (Hrsg.): Titel des Sammelbandes, Veröffentlichungsort: Verlag, Seitenzahl.
        z.B. Müller, Mark (1999): Diplom und was dann?, in: Stefan Maier/Mark Müller (Hrsg.): Perspektiven nach dem Studium, Stuttgart: Jauche Verlag, 45-68.“

Mögliche Versäumnisse bei der Begutachtung der Dissertation

  • Der Erstgutachterin bzw. dem Zweitgutachter der betrachteten Arbeit hätten
auch ohne eine zeitaufwändige Untersuchung auf eventuelle Plagiate auffallen und moniert werden können – zumal insbesondere die Erstgutachterin selbst in ihrer bereits oben zitierten „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ (2007) darauf hinweist, dass
  • „die verwendete Literatur klar erkennbar“ sein müsse und Lesern so ermöglicht werden solle, „Zitate, Quellen etc. eindeutig und zweifelsfrei aufzufinden“ (Seite 4);
  • Seitenzahlen bei Beiträgen in Zeitschriften und Sammelbänden – zumindest im so bezeichneten „Harvard-System“ – anzugeben seien (Seite 5); und
  • das Literaturverzeichnis als „Verzeichnis der zitierten Arbeiten“ aufzufassen sei und nicht als Bibliografie (Seite 3).
Gemäß § 8 Abs. 4 Satz 4 und 5 der Promotionsordnung von 1993 bzw. § 8 Abs. 3 Satz 4 und 5 derjenigen von 2008 mussten die Gutachter etwaige Mängel darlegen bzw. -stellen und solche, deren Beseitigung möglich und notwendig erscheint, im Gutachten genau bezeichnen. Angesichts der oben genannten, offen zutage liegenden Mängel wirkt das Urteil des Zweitgutachters, „die Dissertation sei ‚formal ohne Mängel‘“ (zitiert nach Entziehungsbescheid, Seite 2), sehr überraschend.
  • Erwähnenswert scheint ebenfalls, dass
  • auf Seite 3 der untersuchten Arbeit die Erstgutachterin als „Prof. Dr. rer. pol. Tanja Anita Börzel“ bezeichnet wird, obwohl sie am European University Institute in Florenz einen Ph. D. in Political and Social Sciences erworben hat [10] – also kein Dr. rer. pol. ist. Der Fehler bei der Angabe ihres eigenen akademischen Grades sollte der Doktormutter aufgefallen sein.
Nach § 7 Abs. 4 Satz 1 der Promotionsordnung von 1993 bzw. § 7 Abs. 5 Satz 1 derjenigen von 2008 musste die Dissertation auf einem Vorblatt die Namen der Gutachter nennen. Wenn die zur Begutachtung eingereichten mit den in der Universitätsbibliothek der FU Berlin abgelieferten Exemplaren übereinstimmen, haben sie dieser Bestimmung auch entsprochen, wie ein Scan der ersten Seiten eines gedruckten UB-Exemplars zeigt. Dennoch ist die Dissertation in der vorliegenden Form veröffentlicht worden – anscheinend in Kenntnis des Fehlers.

Methodik und Umfang der Untersuchung

  • Die Auswahl der zu untersuchenden Quellen erfolgte unter dem Gesichtspunkt, als wie wahrscheinlich mögliche Übernahmen aus einzelnen Titeln eingeschätzt wurden. Daher wurde nur ein Teil der im Literaturverzeichnis aufgeführten Titel überprüft. Zu diesem Teil der angegebenen Literatur kamen noch ca. 80 potenzielle Quellen hinzu, die nicht im Literaturverzeichnis aufgeführt sind. Bei den aus Letzterem überprüften 262 Quellen handelte sich um folgende (die im Literaturverzeichnis verwendete Schreibweise wurde ungeachtet etwaiger Fehler beibehalten und die Titel in der Reihenfolge der Verfasserin aufgelistet):
  • Abs, Hermann Josef / Veldhuis, Ruud, 2006
  • Abromeit, Heidrun, 1998
  • Abromeit, Heidrun / Schmidt, Thomas, 1998
  • Abromeit, Heidrun, 2002
  • Abromeit, Heidrun, 2003
  • Alexander, Jeffrey C., 1997
  • Armstrong, Kenneth A., 2001
  • Armstrong, Kenneth A., 2002
  • Arndt, Hans-Wolfgang, 1999
  • Arnstein, Sherry R., 1969
  • Ahtisaari, Martti, 1999
  • Balibar, Étienne, 2005
  • Barber, Benjamin R., 2000
  • Beichelt, Timm, 2004
  • Benz, Arthur, 1997
  • Benz, Arthur, 1998
  • Beutler, Bengt / Bieber, Roland / Pipkorn, Jörn / Streil, Jochen / Epiney, Astrid / Haag, Marcel, 2001
  • Berg-Schlosser, Dirk / Stammen, Theo, 2003
  • Beyme, Klaus von, 1995
  • Beyme, Klaus von, 1998
  • Beyme, Klaus von, 2000
  • Bezirksamt Neukölln von Berlin, 2007a
  • Bezirksamt Neukölln von Berlin, 2009b
  • Bezirksamt Neukölln von Berlin, 2009d
  • Bezirksamt Neukölln von Berlin, 2009e
  • Bieling, Hans-Jürgen / Lerch, Marika (Hrsg.), 2006
  • Börzel, Tanja A., 2006
  • Brake, Anna, 2008
  • Braun, Dietmar, 1998
  • Buchstein, Hubertus, 2004
  • Bürgerstiftung Neukölln, 2009
  • Burley, Anne-Marie / Mattli, Walter, 1993
  • Buse, Michael / Nelles, Wilfried, 1975
  • Busek, Erhard, 2008
  • Cheneval, Francis, 2003
  • Coleman, Stephen / Gotze, John, 2001
  • Cox, Pat, 2007
  • Decker, Frank, 2000
  • Delhey, Jan, 2004
  • Diedrichs, Udo, 2007
  • Eckstein, Harry, 1975
  • Eder, Klaus, 2003
  • Eder, Klaus / Kantner, Cathleen, 2000
  • Eder, Klaus / Trenz, Hans-Jörg, 2003
  • Eising, Rainer / Kohler-Koch, Beate, 1999
  • Eising, Rainer / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.), 2005
  • Endress, Martin, 2002
  • Euronews, 2008
  • Europäische Gemeinschaften, 1974
  • Europäische Gemeinschaften, 1985
  • Europäische Gemeinschaften, 1992
  • Europäische Gemeinschaften, 1997
  • Europäische Gemeinschaften, 2000a
  • Europäische Gemeinschaften, 2000b
  • Europäische Gemeinschaften, 2001
  • Europäische Gemeinschaften, 2004a
  • Europäische Gemeinschaften, 2004b
  • Europäische Gemeinschaften, 2005
  • Europäische Gemeinschaften, 2006a
  • Europäische Gemeinschaften, 2006b
  • Europäische Gemeinschaften, 2006c
  • Europäische Gemeinschaften, 2006d
  • Europäische Gemeinschaften, 2006e
  • Europäische Gemeinschaften, 2006f
  • Europäische Kommission, 1993
  • Europäische Kommission, 1997
  • Europäische Kommission, 2000
  • Europäische Kommission, 2001a
  • Europäische Kommission, 2001b
  • Europäische Kommission, 2001c
  • Europäische Kommission, 2001d
  • Europäische Kommission, 2002a
  • Europäische Kommission, 2002b
  • Europäische Kommission 2002d
  • Europäische Kommission, 2003
  • Europäische Kommission, 2004b
  • Europäische Kommission, 2005b
  • Europäische Kommission, 2005c
  • Europäische Kommission, 2006a
  • Europäische Kommission, 2006b
  • Europäische Kommission, 2006c
  • Europäische Kommission, 2006f
  • Europäische Kommission, 2006g
  • Europäische Kommission, 2007e
  • Europäische Kommission, 2007 g
  • Europäische Kommission, 2007 h
  • Europäische Kommission, 2007 n
  • Europäische Kommission, 2007 o
  • Europäische Kommission, 2008a
  • Europäische Kommission, 2008c
  • Europäische Kommission / Europäisches Parlament 2008
  • Europäisches Parlament, 2008
  • Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, 1999
  • Feindt, Peter Henning u.a. (Hrsg.), 1996
  • Franzius, Claudio, 2004
  • Franzius, Claudio / Preuß, Ulrich K. (Hrsg.), 2004
  • Fontaine, Pascal, 2007
  • Fuchs, Dieter, 1995
  • Gellner, Ernest, 1991
  • Gellner, Winand / Glatzmeier, Armin, 2005
  • Gerhards, Jürgen, 1993
  • Gerhards, Jürgen, 2000
  • Gerhards, Jürgen, 2002
  • Gerhards, Jürgern / Neidhardt, Friedhelm, 1991
  • Gerring, John, 2007
  • Gerstenberg, Oliver, 1997
  • Giesen, Bernhard, 1999
  • Göhler, Gerhard / Iser, Mattias / Knerner, Ina (Hrsg.), 2006
  • Gray, John, 1999
  • Greven, Michael Th., 1998
  • Grimm, Dieter, 1995
  • Gröber, Katharina / Riedel, Sabine, 2005
  • Guggenberger, Bernd, 2005
  • Habermas, Jürgen, 1992
  • Habermas, Jürgen, 1996a
  • Häußermann, Hartmut / Förste, Daniel, 2009
  • Heinelt, Hubert, 1998
  • Héritier, Adrienne, 1999
  • Hildermeier, Manfred / Kocka, Jürgen / Conrad, Christoph (Hrsg.), 2000
  • Hill, Hermann, 2006
  • Hix, Simon, 1999
  • Hoecker, Beate, 2002
  • Holtkamp, Lars et. al., 2006:
  • Höreth, Marcus, 1999
  • Hrbek, Rudolf, 2004
  • Hrbek, Rudolf, 2005
  • Ipsen, Detlev / Glasauer, Herbert, 2007
  • Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2004
  • Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.), 2006
  • Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2006
  • Jahn, Detlef, 2006
  • Jann, Werner, 2005
  • Kaase, Max, 1995
  • Kaase, Max, 1997
  • Katz, Alfred, 1996
  • Kaelble, Hartmut, 1995
  • Kaelble, Hartmut, 2000
  • Kaelble, Hartmut, 2001
  • Kaelble, Hartmut, 2002
  • Kantner, Cathleen, 2003
  • Kantner, Cathleen, 2004
  • Kersting, Martin, 2005
  • Kersting, Norbert, 2004
  • Kersting, Norbert, 2008
  • Kersting, Wolfgang, 1996
  • Kielmansegg, Peter Graf, 2003
  • Klein, Ansgar, 2001
  • Klein, Ansgar / Koopmans, Ruud / Trenz, Hans-Jörg / Lahusen, Christian / Rucht / Dieter (Hrsg.), 2003
  • Kleinsteubner, Hans J., 2005
  • Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.), 2005
  • Kocka, Jürgen, 2000
  • Kocka, Jürgen, 2004
  • Kohler-Koch, Beate, 2004
  • Kohler-Koch, Beate, 2007
  • Kohler-Koch, Beate / Finke, Barbara, 2007
  • Kohler-Koch, Beate / Rittberger, Berthold (Hrsg.), 2007
  • Kohli, Martin, 2000
  • Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 1975
  • Kopper, Gerd G., 1997
  • Langer, Inghard / Schulz von Thun, Friedemann / Tausch, Reinhard, 2002
  • Lemke, Christiane, 2003
  • Liebert, Ulrike 2003
  • Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg, 2008
  • Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg, 2009
  • Lietzmann, Hans J. / Wilde, Gabriele 2003
  • Lindner, Ralf, 2005
  • Lob, Harald / Oel, Matthias, 1998
  • Loewenstein, Bedrich, 1990
  • Lord, Christopher / Beetham, David, 2001
  • Lucht, Jens / Tréfas, David, 2006
  • Magnette, Paul, 2001
  • Majone, Giandomenico, 1994
  • Majone, Giandomenico, 1998
  • Mandt, Hella, 1974
  • Mayring, Philipp, 1983
  • Mazey, Sonia / Richardson, Jeremy, 2001
  • Merkel, Wolfgang (Hrsg.), 2000
  • Merkel, Wolfgang / Puhle, Hans-Jürgen, 1999
  • Meyer, Christoph O., 2003
  • Mickel, Wolfgang W. / Bergmann, Jan (Hrsg.), 2005
  • Milbrath, Lester W. / Goel, M. Lal, 1977
  • Mohl, Madeleine von, 2005
  • Münch, Richard, 2001
  • Münkler, Herfried, 1997
  • Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2005
  • Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2007
  • Neller, Katja / van Deth, Jan W., 2006
  • Offe, Claus, 1998
  • Ogris, Günther / Westphal, Sabine, 2006
  • O’ Neill, Onara, 1996
  • Open Society Institute / EU Monitoring and Advocacy Program (Hrsg.), 2005
  • Palinkas, Peter / Scherer, Jörg, 2005
  • Patel, Kiran Klaus, 2005
  • Patti, Charles / Seyd, Patrick / Whiteley, Paul, 2003
  • Pérez-Diaz, Victor, 2006
  • Peters, Bernhard, 2005
  • Piepenschneider, Melanie, 2005
  • Pohl, Markus, 2008
  • Poier, Klaus, 2005
  • Preuß, Ulrich K., 2004
  • Reese-Schäfer, Walter, 1997
  • Riedel, Manfred, 1975
  • Rifkin, Jeremy, 2004
  • Rucht, Dieter / Richter, Emanuel / Klein, Ansgar, 2003
  • Schaper-Rinkel, Petra, 2003
  • Schäfer, Mike S., 2008
  • Scharpf, Fritz W., 1995
  • Scharpf, Fritz W., 1997
  • Scharpf, Fritz W., 1999
  • Schiller, Theo (Hrsg.) 1999
  • Schiller, Theo / Mittendorf, Volker (Hrsg.), 2002
  • Schmalz-Bruns, Rainer, 1995
  • Schmidt, Manfred G., 2000
  • Schmidberger, Martin, 1997
  • Schubert, Klaus, 2005a
  • Schubert, Klaus, 2005b
  • Schuppert, Gunnar Folke (Hrsg.), 2006
  • Schulte, Bernd, 1993
  • Schultze, Rainer-Olaf, 2005a
  • Schultze, Rainer-Olaf, 2005b
  • Schulz von Thun, Friedemann, 1981
  • Seeger, Sarah, 2006
  • Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales (Hrsg.), 2007
  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 2009
  • Shore, Chris, 1993
  • Smismans, Stijn, 2005
  • Smismans, Stijn (Hrsg.), 2007
  • Somers, Margaret R., 1998
  • Steffek, Jens / Kissling, Claudia / Nanz, Patrizia, 2007
  • Stratenschulte, Eckart D., 2007
  • Strohmeier, Gerd, 2007
  • Sturm, Roland, 2002
  • Taylor, Charles, 1991
  • Thalmeier, Bettina, 2006
  • Tham, Barbara, 2006
  • Thiery, Peter, 2005
  • Trenz, Hans-Jörg, 2001
  • Trenz, Hans-Jörg, 2003
  • Trenz, Hans-Jörg, 2005a
  • Trenz, Hans-Jörg, 2005b
  • Trenz, Hans-Jörg, 2006
  • Trenz, Hans-Jörg, 2008
  • Trenz, Hans-Jörg / Klein, Ansgar / Koopmanns, Ruud, 2003
  • Uehlinger, Hans-Martin, 1988
  • Van Deth, Jan W., 2003
  • Van Deth, Jan W. / Elff, Martin
  • Van de Steeg, Marianne 2003
  • Verba, Sidney et. al., 1973
  • Verhofstadt, Guy, 2006
  • Vilmar, Fritz, 1973
  • Vorländer, Hans, 2004
  • Wallace, Helen, 2003
  • Weber, Susanne Maria, 2005
  • Weidenfeld, Werner (Hrsg.), 2002
  • Weidenfeld, Werner / Wessels, Wolfgang (Hrsg.), 2002
  • Weidenfeld, Werner / Giering, Claus, 2002
  • Wessels, Wolfgang, 1995
  • Wessels, Wolfgang, 2007
  • Winkler, Roman / Kozeluh, Ulrike, 2005
  • Zittel, Thomas, 2007
  • Zürn, Peter, 1996
  • Zürn, Michael, 1998.
  • Die Überprüfung wurde durch die verwendete Zitierweise (Kurzbelege mit Autor und Jahreszahl ohne Seitenangaben, außer bei gekennzeichneten wörtlichen Zitaten) deutlich erschwert.
  • Eine Überprüfung, inwieweit die von der Verfasserin durchgeführte Fallstudie in Kapitel 4 der Dissertation korrekt dokumentiert wurde, lag jenseits des Rahmens der vorliegenden Untersuchung und wäre aufgrund der verstrichenen Zeit ohnehin schwierig. Gleichwohl ergab sich bei einem Textabgleich eine Auffälligkeit in Bezug auf durchgeführte Interviews, siehe Fragment 182 05 (keine Wertung).

Publikation des ersten FU-„Schlussberichts“ von 2019 im Jahr 2020

(Diese Sektion wurde im Dezember 2020 ergänzt.)

Vorgeschichte der Publikation, Methodik der Prüfung und Inhalte sowie Konsequenzen 2019 bzw. 2020

  • Nachdem das Präsidium der Freien Universität (FU) Berlin am 30. Oktober 2019 „einstimmig beschlossen [hatte], Frau Dr. Franziska Giffey für ihre Dissertation eine Rüge zu erteilen und den ihr 2010 vom Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften verliehenen Grad ‚Doktorin der Politikwissenschaft‘ (Dr. rer. pol.) nicht zu entziehen" (Pressemitteilung der FU Berlin), beantragte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Freien Universität am 31. Oktober 2019 Einsichtnahme nach dem Berliner Informationsfreiheitsgesetz bzw. dem Verbraucherinformationsgesetz in den Bericht des Prüfungsgremiums sowie das Protokoll der Präsidiumssitzung zur Entscheidung der Rüge (s.a. Anfrage und Korrespondenz 2019/20 hierzu). Am 5. Oktober 2020 veröffentlichte der AStA den von der FU erhaltenen „Schlussbericht des Gremiums zur Überprüfung der Dissertation von Frau Dr. Franziska Giffey“ (PDF) und am 6. Oktober 2020 noch eine Anlage („Klassifizierung von Textstellen gemäß des Kategorienschemas“) zum Schlussbericht (PDF).
  • Dem fünfköpfigen Prüfungsgremium, das durch den Promotionsausschuss des Otto-Suhr-Instituts eingesetzt wurde und sich am 9. April 2019 konstituierte, gehörten vier Mitglieder des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften der FU sowie ein externer Hochschullehrer an, von denen laut Schlussbericht niemand am einstigen Promotionsverfahren beteiligt gewesen war; „gleichwohl“ sei das „Gremium im thematischen Bereich der Dissertation [...] sehr gut ausgewiesen“ und „somit inhaltlich und formal geeignet, die Prüfung vorzunehmen“ (S. 1).
  • Die personelle Zusammensetzung des Gremiums wurde am 11. November 2020 durch einen Medienbericht (Martin Spiewak / Manuel J. Hartung: Fehler im System, in: DIE ZEIT, Nr. 47, S. 33; auch online hinter Bezahlschranke) publik.
    Demnach seien „[s]ämtliche im Protokoll genannten Mitglieder des Kontrollgremiums“ mit der Promotionsbetreuerin und seinerzeitigen wie gegenwärtigen Vorsitzenden des Promotionsausschusses Tanja Börzel „verbunden: als Kopf eines Forschungsprojektes (Miriam Hartlapp), als Mitstreiter im Institutsrat (Bernd Ladwig), als Mitprofessorin am Jean Monnet Centre (Barbara Pfetsch), als Mitautor eines Aufsatzes (Ingo Peters). Das einzige externe Mitglied des Gremiums, Edgar Grande, hat mit Börzels Mann Thomas Risse publiziert.“
  • Konkret sollte das Gremium klären, ob
  • die Verfasserin über die Eigenständigkeit ihrer Promotionsleistung getäuscht hatte,
  • eine vorsätzliche Täuschung erfolgt war,
  • Plagiatsstellen die Arbeit als solche qualitativ, quantitativ „und/oder in der Gesamtschau“ prägen. (S. 1)
  • Die wissenschaftliche Qualität der Arbeit war hingegen „ausdrücklich nicht Gegenstand der Prüfung“. (ebd.)
  • In seinem Schlussbericht beanspruchte das Gremium, „sich in einem aufwendigen Verfahren ein eigenständiges Gesamtbild der Mängel der Dissertation“ gemacht und „sich eingehend mit dem Arbeitsstil und der Zitierweise“ der Verfasserin beschäftigt zu haben. (S. 2)
  • Dabei befasste es sich „insbesondere“ mit den in der VroniPlag-Wiki-Dokumentation „identifizierten Mängel[n]“ (S. 1 f.). Konkret heißt es: „Das Gremium machte es sich zur Aufgabe, alle 119 Fundstellen, die Vroniplag als problematisch ausgewiesen hatte, einzeln auf der Grundlage eigener Kriterien zu prüfen.“ (S. 2)
  • Eine darüber hinausgehende eigenständige Untersuchung der Dissertation durch das Gremium ist dem Bericht nach nicht erfolgt.
  • Die Klassifizierung der 119 in der Dokumentation als Plagiate kategorisierten Fundstellen erfolgte seitens des Gremiums mittels eines zweidimensionalen Kategorienschemas:
  • Mittels einer Zahl „wurden Art und Umfang der Übernahme fremder Textteile festgehalten“:
    „(1) die wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes; (2) die Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile; und (3) die Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme“. (S. 3)
  • Mittels eines Buchstabens „wurde bei jeder Textstelle vermerkt, ob und auf welche Weise die Quelle für diese Textübernahmen genannt wurde“:
    „(A) keine Nennung der Quelle; (B) Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung; und (C) Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung“. (ebd.)

    Jeder nach Ansicht des Gremiums kategorisierbaren Fundstelle wurde auf diese Weise eine zweistellige Zahl-Buchstabe-Kombination zugeordnet; insgesamt ergaben sich so 9 Kombinationen. Bei 39 Fundstellen sei eine derartige Zuordnung nicht eindeutig möglich gewesen (S. 4) und diese blieben unkategorisiert. Nach Auffassung des Gremiums ermöglichte dieses Vorgehen „eine höchst differenzierte Einordnung von Mängeln bei Quellenangaben und Textübernahmen in der Arbeit“ (S. 3).
  • Von den 80 verbleibenden Fundstellen „wurden insgesamt 29 von dem Gremium als geringfügige Mängel eingestuft. Hierzu zählen 19 Textstellen [sic] die den Kategorien C (Quelle im Kontext genannt, eindeutige Zuordnung möglich) und/oder bei 10 Fundstellen der Kategorie 3 (Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme) des Analyseschemas zugeordnet wurden.“ [sic] (S. 4)
  • Bei 27 Textstellen bestand dagegen im Gremium „Konsens darüber“, dass diese „den Tatbestand der ‚objektiven Täuschung‘ erfüllen“. (S. 4)
  • Insgesamt ergab sich folgende Verteilung der kategorisierten Textstellen (wegen Zusammenfassung mehrerer „benachbarter“ Fragmente beträgt die Summe statt 80 nur 76):
  • Kategorie 1 A: 4 Textstellen
  • Kategorie 1 B: 1 Textstelle
  • Kategorie 1 C: 4 Textstellen
  • Kategorie 2 A: 22 Textstellen
  • Kategorie 2 B: 20 Textstellen
  • Kategorie 2 C: 11 Textstellen
  • Kategorie 3 A: 5 Textstellen
  • Kategorie 3 B: 5 Textstellen
  • Kategorie 3 C: 4 Textstellen. (S. 10)
  • In seiner „Schlussfolgerung“ (S. 9) stellt das Gremium fest, „einvernehmlich zu dem Ergebnis gekommen“ zu sein, dass „ein sanktionswürdiges wissenschaftliches Fehlverhalten“ vorliege. Es betont zugleich, „dass sich dieser Fall in wichtigen Aspekten von klassischen Plagiatsfällen“ unterscheide. (Konkretisierungen, welche Plagiatsfälle das Gremium als „klassisch“ erachtet und welche Aspekte in diesem Zusammenhang als „wichtig“, enthält indes weder dieser Abschnitt noch der Bericht insgesamt.)
  • Der Bericht fasst sodann „die Ergebnisse der Gremiumsarbeit in drei Punkten“ zusammen und konstatiert (bei den ersten beiden Punkten jeweils gefolgt von relativierenden Aussagen),
  • dass die Arbeit „eine größere Zahl von Textstellen enthält, die eindeutig als ‚objektive Täuschung‘ zu bewerten sind“,
  • dass „zumindest in den Fällen, in denen eine objektive Täuschung vorliegt, aufgrund der Systematik des Vorgehens auch von einem bedingten Vorsatz ausgegangen werden kann“,
  • dass „trotz der festgestellten Mängel nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden kann, dass es sich bei der Dissertation [...] um eine eigenständige wissenschaftliche Leistung handelt“. (ebd.)
  • Zu den daraus resultierenden Konsequenzen berichtet das Gremium, „lange darüber diskutiert" zu haben, ob eine Aberkennung des Grades gerechtfertigt sei oder „in diesem Fall auch alternative Sanktionsmöglichkeiten angemessen wären“. (ebd.)
  • Die abschließende Empfehlung an das Präsidium der FU, die Verfasserin „für ihr Fehlverhalten zu rügen und den Doktorgrad nicht zu entziehen“, begründet das Gremium mit der Abwägung der Befunde, wonach
  • die Arbeit einerseits, „wenngleich in beschränktem Umfang, den Tatbestand objektiver Täuschung mit bedingtem Vorsatz“ erfülle und sie „erhebliche Mängel hinsichtlich der Standards wissenschaftlichen Arbeitens“ aufweise,
  • andererseits sich diese Mängel „auf einen begrenzten Teil der Arbeit“ konzentrierten „und die Bedeutung der eigenständigen wissenschaftlichen Leistung nicht grundsätzlich in Frage“ stünde. (ebd.)
  • Auf journalistische Anfragen, ob das neue Prüfungsgremium identisch mit jenem von 2019 sein oder sich in seiner personellen Zusammensetzung davon unterscheiden werde, verweigerte die FU zunächst konkrete Auskünfte.
    Am 18. November 2020 informierte sie über das neue Prüfungsverfahren und teilte u.a. mit, dass die Betreuerin der Dissertation „an der Einsetzung des neuen Gremiums nicht beteiligt sein“ werde. Entgegen ihrer Mitteilung vom 6. November gab sie diesmal an, dass die 2019 erteilte Rüge doch nicht aufgehoben sei.
    Es bestehe „der Wunsch, das Verfahren - ungeachtet der Komplexität - möglichst in der Vorlesungszeit des Wintersemesters [2020/21] abzuschließen.“
    Am 12. Dezember 2020 berichtete die Berliner Zeitung (S. 10), dass ein FU-Sprecher auf Anfrage mitgeteilt habe, das angekündigte neue Gremium sei noch nicht eingesetzt worden.
  • Im Oktober 2020 wurden alle Synopsen der Fall-Dokumentation im VroniPlag Wiki um die Angabe der jeweiligen Einzelbewertungen seitens des FU-Prüfgremiums ergänzt, um einen Vergleich zu ermöglichen. Sie finden sich jeweils in den Anmerkungsteilen der 119 Plagiatsfragmente.

Kritik

Der „Schlussbericht“ weist eine ganze Reihe von Defiziten bzw. Mängeln auf:

  • 1. Das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin hat die Prüfung eines zentralen, unmissverständlich erhobenen und für eine mögliche Entziehung des Doktorgrades relevanten Vorwurfs gegen die Verfasserin – nämlich dass bei mehr als 70 Textstellen der Verdacht auf willkürliche Referenzierung vorliegt – stillschweigend übergangen:
  • Selbstverständlich kann eine Täuschung gemäß § 34 Abs. 7 BerlHG nicht nur im Falle der unausgewiesenen Übernahme von Texten vorliegen, sondern auch dann, wenn bewusst falsche Quellenangaben gemacht werden. Beides kann, muss aber nicht zusammen auftreten. Beispielhaft sei hier nur auf die in Fragment 085 29 dokumentierte Textstelle verwiesen, bei der – leicht variiert – aus einer bestimmten Quelle Text übernommen wurde und als Quelle statt dieser selbst 12 (!) andere angeführt werden. Eine solche Praxis führt Wissenschaft ad absurdum. (Im konkreten Fall täuscht die Verfasserin ganz offensichtlich eine Rezeptionsleistung vor, die gar nicht stattgefunden hat; die Beurteilung des Gremiums, hier handele es sich lediglich um „mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten“, unterschlägt diesen Sachverhalt.)

    Da in mehr als nur wenigen Einzelfällen der begründete Verdacht besteht, dass inhaltlich unzutreffende Quellenangaben vorliegen und somit – wie in dem genannten Beispiel – wissenschaftliche Arbeit systematisch und in erheblichem Ausmaß lediglich simuliert und der Leser bewusst in die Irre geführt wird, wäre es die Aufgabe des Gremiums gewesen, diese mehr als 70 Textstellen unter diesem Aspekt zu überprüfen. Das Versäumnis ist umso unverständlicher, als
    • die entsprechenden Fragmente deutlich kenntlich gemacht sind,
    • in den Anmerkungen konkret auf fragwürdige Belege hingewiesen wird und
    • das Gremium laut Schlussbericht „im thematischen Bereich der Dissertation (insbesondere zu Fragen Europäischer Integration, Europäischer Öffentlichkeit, der Europäischen Kommission, der Demokratietheorie und zivilgesellschaftlicher Beteiligung) sehr gut ausgewiesen“ sei (S. 1).
Auf den Vorwurf der willkürlichen Angabe von Quellen in einer Vielzahl von Fällen wird in dem Schlussbericht nicht einmal eingegangen, obwohl – bestätigte er sich auch nur annähernd – dies für sich allein genommen schon einen Grund für die Entziehung des Doktorgrades wegen Täuschung (bzw. wissenschaftlichen Fehlverhaltens) darstellen könnte.
  • 2. Das für seine Erstellung verwendete Kategoriensystem führt zur Weichzeichnung von Plagiaten:
    • Fragwürdig erscheint, dass das Gremium die Einlassung der Rechtsanwälte der Verfasserin, diese „habe auf Anraten ihrer Betreuerin eine amerikanische und ,eher problemorientierte Zitierweiseʻ gewählt“ (S. 4), für Textstellen der Kategorie B („Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung“, S. 3) akzeptiert: Die Verfasserin verwendet grundsätzlich – wenn auch i.d.R. nicht lege artis mit Seitenzahlen – die Zitierweise der American Psychological Association (APA). Plausibel erscheint sicherlich, dass ihre Betreuerin Tanja Börzel ihr zu dieser Zitierweise geraten habe, da sie diese selbst (wenn auch ebenfalls nicht lege artis) verwendet. Es bleibt allerdings rätselhaft, warum diese „eher problemorientiert“ sein soll, da auch nach APA Quellenbelege für jede paraphrasierte oder wörtlich zitierte Aussage verlangt werden. Folglich erscheint es ungerechtfertigt, der Verfasserin einen Bonus für die vermeintliche Nichtbeherrschung einer solchen – in der Form nicht existierenden – Zitierweise einzuräumen, so wie das Gremium es tut.

      Auf S. 6 stellt es fest: „Zum anderen verwendet Frau Dr. Giffey diese Zitierweise uneinheitlich und inkonsistent: Bei einigen Textpassagen wird am Ende des Absatz auf Quellen verwiesen; häufig verweist die Autorin aber auch irgendwo im Absatz auf die Quelle, oder aber im vorhergehenden oder folgenden Absatz bei Aussagen, die nicht notwendigerweise in einem Sinnzusammenhang mit der zitierten Aussage stehen müssen. Insgesamt hat der Doktorandin zumindest die Erfahrung in der Anwendung der ,problemorientiertenʻ Zitierweise gefehlt, die von ihr erwartet wurde.“

      Es ist aber nicht ersichtlich, inwiefern hier überhaupt ein Problem mit der Anwendung einer bestimmten Zitierweise vorliegen soll. Auch wenn die Verfasserin häufig auf Seitenangaben verzichtet, so belegt sie, wenn sie „regulär“ arbeitet, paraphrasierte oder wörtlich zitierte Aussagen i.d.R. direkt anschließend durch Angabe einer Quelle. Wenn sie darauf verzichtet, legt dies Täuschung nahe und nicht etwa mangelnde Erfahrung in der Anwendung einer Zitierweise, die so gar nicht existiert.
    • Fragwürdig erscheint auch die Schaffung der Kategorie C („Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung“, S. 3) und die Einstufung solcher Textstellen als Bagatellen bzw. Formfehler. Denn die „Möglichkeit eindeutiger Zuordnung“ von Aussagen zur Quelle ergibt sich hierbei nicht etwa für einen gewöhnlichen Leser der Dissertation, sondern nur bei einer – wie in der vorliegenden Dokumentation durchgeführten – Autopsie.

      Wenn man sich z.B. Fragment 013 30 ansieht, so wird der Leser hier über eine Rezeptionsleistung der Verfasserin bzgl. des Titels Dewey (1984) – den es in dieser Form gar nicht gibt – getäuscht, da diese nur etwas abgeändert aus Kersting (2008) abgeschrieben ist. Auch bei einer Betrachtung der Stelle im Kontext ergibt sich für den Leser keine Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung der Rezeption zur Quelle Kersting (2008), sondern er muss hier eine eigenständige Rezeption durch die Verfasserin annehmen.

      Die Argumentation des Gremiums, solche Fälle der nicht kenntlich gemachten Zitation aus zweiter Hand – von denen eine Vielzahl in der Arbeit vorkommen – könnten „auch als in der Sache gerechtfertigte Verweise auf Primärquellen gewertet werden, um dem Leser den weiteren wissenschaftlichen Kontext zu erläutern und die vertiefte Beschäftigung mit einem Thema zu erleichtern“ (S. 7), ist wenig überzeugend, denn üblicherweise würde dies in anderer Form (z.B. mit „siehe auch“) geschehen. Zudem kann eine Erläuterung des wissenschaftlichen Kontextes kaum dadurch geschehen, dass auf nicht gelesene Literatur verwiesen wird, und diese Argumentation erklärt auch nicht, weshalb die Verfasserin – in diesem und anderen Fällen – abgeschriebene Aussagen leicht verändert. Mit der Quasi-Legitimierung einer solchen Praxis, die mit der Erbringung einer eigenständigen Forschungsleistung nichts mehr zu tun hat, als „geringfügige Mängel“ oder „Formfehler“ bzw. „Bagatellen“ wird Sekundärliteratur gleichsam zur Plünderung freigegeben.

      Abgesehen hiervon werden solche sogenannten Belegplagiate auch von der Rechtsprechung als sanktionsfähig bewertet.
  • 3. Die Attestierung methodischer Kompetenz ist fragwürdig:
  • Auf S. 8 stellt das Gremium fest: „Gerade im empirischen Teil beweist die Autorin, dass sie durchaus in der Lage ist, eigenständig wissenschaftlich zu arbeiten und bei ihrem Vorgehen die methodischen Standards der empirischen Politikforschung anzuwenden. Bei einer Gesamtzahl von 27 Forschungsinterviews muss diese Eigenleistung auch als substantiell bezeichnet werden.“

    Die Verfasserin war während des Abfassens ihrer Dissertation Europabeauftragte des Berliner Bezirks Neukölln. Die Einrichtungen, deren Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter interviewt wurden, waren zum Teil abhängig von finanziellen Zuwendungen dieses Bezirks (vgl. z.B. Plagiatsfall Giffey: Chronik eines fortgesetzten Versagens von Jochen Zenthöfer, F.A.Z. vom 12. August 2020). Dies wird in der Dissertation weder dargestellt noch kritisch reflektiert. Insofern muss hinterfragt werden, ob „die methodischen Standards der empirischen Politikforschung“ tatsächlich angewendet wurden.
  • 4. Das Präsidium der FU hat trotz des in einem wesentlichen und mitentscheidenden Punkt unvollständigen Schlussberichts in der Sache entschieden:
  • Auf S. 1 des Schlussberichts macht es sich das Überprüfungsgremium – in Anlehnung an ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in einem anderen Fall – zur Aufgabe zu prüfen, ob „die als Plagiat identifizierten Stellen die Arbeit als Ganze quantitativ, qualitativ und/oder in der Gesamtschau prägen und darum die wissenschaftliche Eigenleistung der Promovendin substantiell beeinträchtigen.“ Das Gremium verneint aber lediglich, dass eine quantitative oder qualitative Prägung vorliege; die Frage, ob eine Prägung in einer quantitativ-qualitativen Gesamtschau vorliegt, wird im Schlussbericht dagegen nicht beantwortet. Es bearbeitet die sich selbst gestellte Aufgabe also nur zum Teil.

    Erstaunlicherweise hat das Präsidium der Freien Universität Berlin seine Entscheidung aufgrund eines in einem wesentlichen, mitentscheidenden Punkt unvollständigen Berichtes des Überprüfungsgremiums getroffen – und obwohl dieses Defizit sogar offen zu Tage lag.
  • 5. Eine formelle Prüfung wurde nicht durchgeführt:
    • Im Wesentlichen wurden nur die als Plagiat klassifizierten Fragmente der vorliegenden Dokumentation geprüft; eine darüber hinausgehende Prüfung der Arbeit ist nicht erkennbar.
    • Die Tatsache, dass die Verfasserin eine wahrheitswidrige Erklärung abgegeben hat, derzufolge sie „alle verwendeten Hilfsmittel und Hilfen angegeben und auf dieser Grundlage die vorliegende Arbeit selbständig verfasst“ habe, wird nicht einmal erwähnt; dies hätte bei einem „formelle[n] Prüfungsverfahren“ (S. 1) jedoch geschehen und – wie auch immer – bewertet werden müssen. Bei den 27 Fundstellen, bei denen nach Ansicht des Gremiums eine „objektive Täuschung“ vorliegt, wurden insgesamt vier Quellen verwendet, die weder im Textkorpus noch im Literaturverzeichnis aufgeführt werden.
  • 6. Grundsätzlich sind die Bewertungen des Gremiums durchaus wohlwollend und großzügig. Auf eine systematische Kritik der Einzelbeurteilungen soll hier aber verzichtet – der Leser mag sich selbst ein Urteil bilden – und nur auf sachliche Fehler bzw. Mängel in einzelnen Fällen hingewiesen werden:
  • Fragment 024 26: Jochen Zenthöfer schreibt in der F.A.Z. vom 21. Oktober 2020 (Plagiatsfall: Gefälligkeit für Giffey) speziell zu dieser Stelle:
    „Es ist zwar richtig, dass Allgemeinwissen nicht nachgewiesen werden muss. Bei Giffey soll aber diese Aussage ein Gemeinplatz sein: ‚Jahrzehntelang waren die demokratische Legitimation der Union und ihrer supranationalen Institutionen selbst nicht Gegenstand einer öffentlichen Debatte, da die Europäische Gemeinschaft die ihr von den Mitgliedstaaten zugewiesenen Aufgaben erfolgreich erledigte.‘ Dass das inhaltlich falsch ist, merkt jeder, der über die großen Debatten um die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes seit Mitte der sechziger Jahre und des Bundesverfassungsgerichts seit Mitte der siebziger Jahre recherchiert.
    Man darf auch bezweifeln, dass die gesamte Öffentlichkeit damals der Ansicht war, der europäische Zusammenschluss sei erfolgreich. Erinnert sei an die französische Politik des leeren Stuhls in den Jahren 1965 und 1966. Giffeys unreflektiert kopierte Aussage kann man also bei bestem Willen nicht als ‚Gemeinplatz‘ bezeichnen. Außerdem entschuldigt Allgemeinwissen zwar das Fehlen eines Belegs, aber nicht, dass man statt der angegebenen Primärquelle aus einer Sekundärquelle schöpft. Auch das hat die Rechtsprechung im Schavan-Urteil festgehalten.“
  • Fragment 031 20: Auf die Tatsache, dass hier auch eine Zitation aus zweiter Hand – der Titel Gerhards / Neidhardt (1991) und Somers (1998) – erfolgt, geht das Gremium nicht ein.
  • Fragment 034 11: Zur Begründung der Bewertung heißt es: „Paraphrasierung von Eder, spätere Verwendung des Gedankens in der Sekundärliteratur irrelevant“. Im Literaturverzeichnis der Verfasserin gibt es nur einen Titel mit Eder als Alleinautor (Eder, Klaus, 2003: Öffentlichkeit und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate [Hrsg.]: Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 85 - 120). Dort kommt die Aussage „Diese politische Öffentlichkeit ermöglicht den Bürgern, zur gleichen Zeit zu gleichen Themen von gleicher Relevanz Stellung zu nehmen.“ weder so noch ähnlich vor.
    Auch falls statt Eder hier Habermas gemeint sein sollte: Letzteren hat die Verfasserin offenbar nicht rezipiert.
  • Fragment 037 01: Zur Begründung heißt es: „Es ist nicht auszuschließen, dass die eigentliche Quelle Kocka ist und nicht, wie von Vroniplag vermutet, Liebert/Trenz.“ Auch wenn Kocka (2000) Hegel und Marx erwähnt und den Begriff „bürgerliche Gesellschaft“ verwendet, findet sich ein ähnlicher Wortlaut bei diesem jedenfalls nicht. Allem Anschein nach handelt es sich hier eben doch um eine Übersetzung aus Liebert / Trenz (2008).
  • Fragment 041 05: Hier vertritt das Gremium die Auffassung, bei diesem Fragment handele sich um „[k]ein reines Übersetzungsplagiat von Liebert/Trenz, enthält eigene Gedanken“. Allerdings lassen sich zu allen Aussagen auf der linken Seite der Synopse Entsprechungen auf deren rechter finden.
  • Fragment 047 20: Zur Begründung heißt es: „Zitierfehler; Autor wurde korrekt benannt, nicht jedoch das Werk (falsches Jahr)“. Diese Argumentation ist nicht haltbar, da das angeblich lediglich irrtümlich genannte Werk
    Protestmobilisierung in Netzwerken. Revitalisierung oder Selbstblockade zivilgesellschaftlicher Protestformen in der EU?
    von Trenz sich auch auf der rechten Seite der Synopse findet – es also als Belegplagiat von der Verfasserin mit übernommen wurde. Von einem bloßen „Zitierfehler“ kann hier keine Rede sein.
  • Fragment 070 17 / Fragment 070 24: Diese beiden Textstellen wurden zusammen bewertet (vgl. PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 10 u. 15), obwohl es sich um unterschiedliche Quellen handelt.
  • Fragment 085 12: Die Begründung des Gremiums für die Nichtkategorisierung lautet: „Hier handelt es sich um eine korrekte Nutzung amerikanischer Zitierweise“. Was auch immer an der Zitierweise „amerikanisch“ sein soll: Tatsache ist, dass die Verfasserin hier eine Rezeption eines Dokumentes der Europäischen Kommission (1997) von Smismans (2005) übernimmt, ohne dies kenntlich zu machen (Begründung siehe Anmerkung). Selbstverständlich ist dies nicht korrekt und keine Wissenschaft lege artis.
  • Fragment 086 30: Die Begründung des Gremiums für die Nichtkategorisierung lautet: „Verweis auf das Originaldokument, nicht als Paraphrase identifizierbar“. Aufgrund der deutlichen wörtlichen Übereinstimmungen mit Smismans (2005) ist der betreffende Satz allerdings doch als Paraphrase identifizierbar. Der Punkt ist außerdem, dass die Verfasserin eine Rezeptionsleistung Smismans bzgl. des Weißbuches der Europäischen Kommission übernimmt; dass auf dieses („das Originaldokument“) verwiesen wird, ändert nichts daran – sie paraphrasiert nicht aus dem Weißbuch.
  • Fragment 088 09: Die Begründung des Gremiums für die Nichtkategorisierung lautet: „Verweis auf das Originaldokument, nicht als Paraphrase identifizierbar“. Aufgrund der deutlichen wörtlichen Übereinstimmungen mit Smismans (2005) ist eine Identifizierbarkeit als Paraphrase jedoch gegeben. Der Verweis auf das Originaldokument bezieht sich zudem nur auf den letzten Satz, nicht auf die beiden Sätze zuvor.
  • Fragment 100 18: Dieses Fragment subsumiert das Gremium unter Kategorie 3 („Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme“). Tatsächlich wird aber mehr als die Hälfte des Wortlauts – wenn man von den sechs willkürlich referenzierten Titeln in der Klammer am Ende des Satzes absieht – aus der Quelle übernommen.
  • Fragment 209 20: Die Begründung des Gremiums für die Nichtkategorisierung lautet: „Unspezifisch, Zuordnung nicht möglich“. Was genau mit „[u]nspezifisch“ gemeint sein soll, erschließt sich nicht; offensichtlich ist jedenfalls, dass die Verfasserin die Quelle als Vorlage nutzt und nicht nennt. (Beim anschließenden Fragment 210 02 ließe sich möglicherweise argumentieren, dass der Inhalt eher trivial ist.)
  • Fragment 211 20: Die Begründung des Gremiums für die Nichtkategorisierung lautet: „Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar“. Auch wenn man hier möglicherweise zustimmen mag, dass es sich um einen Gemeinplatz handelt, bleibt unklar, warum der Satz nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar sein soll: Er wird beinahe wörtlich übernommen und ist insofern eine noch deutlichere Übernahmeform als eine Paraphrase.
  • 7. Auffällig ist schließlich auch die geringe Sorgfalt, mit der der Bericht und dessen Anlage verfasst wurden:
  • Auf S. 3 des Berichts heißt es:
    „Zunächst wurde jede von Vroniplag monierte Textstelle von jedem der Gremiumssmitglieder [sic] unabhängig geprüft und, soweit einschlägig, in das Kategorienschema eingeordnet.“
  • Auf S. 4 heißt es:
    „Bei diesen Fundstellen handelt es sich meistens entweder um Allgemeinplätze wie etwa generische Beschreibungen des EU Integrationsprozess [sic] (‚Friedensprozess‘) oder der EU Institutionen [sic] (‚Motor der Integration‘) oder um eine wenig auffällige Aneinanderreihung allgemein geläufiger Ausdrücke.“
  • Ebenda heißt es stark ungrammatisch und mit einem fehlenden Komma:
    „Hierzu zählen 19 Textstellen [sic] die den Kategorien C (Quelle im Kontext genannt, eindeutige Zuordnung möglich) und/oder bei 10 Fundstellen der Kategorie 3 (Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme) des Analyseschemas zugeordnet wurden.“ [sic]
  • Auf S. 5 heißt es:
    „Die für gravierende Fälle von Wissenschaftsplagiaten charakteristische wörtliche Übernahme bzw. Umarbeitung von größeren Textteilen, die Übernahme von Daten bzw. Forschungsergebnissen oder die Übernahme origineller Gedanken bzw. Erkenntnissen [sic] konnten in der Arbeit von Frau Dr. Giffey nicht gefunden werden.“
  • Auf S. 7 heißt es:
    „Das Gremium war bei der Diskussion der Relevanz der Beanstandungen mit den Argumenten von Vroniplag konfrontiert, die sich in diesem Punkt darauf stützt [sic], dass nach ihrer Zählung in allen Kapiteln der Arbeit fehlerhafte Stellen seien.“
  • Auf S. 9 heißt es:
    „Die Textstellen, in [sic] denen zweifelsfrei eine ,objektive Täuschung [sic] vorliegt, sind weder quantitativ noch qualitativ so gravierend wie von Vroniplag behauptet.“
    Statt „in“ müsste es idiomatisch „bei“ heißen und nach „Täuschung“ fehlt ein Abführungszeichen.
    Eine Behauptung, die Verfasserin habe getäuscht, wird zudem in der am 9. Mai 2019 veröffentlichten 254-seitigen Dokumentation gar nicht aufgestellt.
  • Auf S. 1 der Anlage heißt es bei der Begründung zu Fragment Nr. 01117:
    „Paraphrasierung mit geringfügigen Textübernahme [sic] aus nicht genannter Quelle“
  • Auf S. 2 heißt es unter der Begründung zu Fragment Nr. 03613:
    „Vorbemerkung zu Seiten 36 bis 40: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kocka 2000 ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 4 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden.“
    Weder der Ort der Vorbemerkung, die eigentlich über der Begründung hätte stehen müssen, noch die Anzahl der durch sie erfassten Seiten stimmen.
  • Auf S. 3 heißt es:
    „Vorbemerkung zu Seiten 46 bis 48: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kersting ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 2 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden.“
    Hier stimmt die Anzahl der durch die Vorbemerkung erfassten Seiten nicht. Da die Quelle Kersting (2008) aber auf S. 47 der Dissertation nicht erwähnt wird, meint das Gremium statt „46 bis 48“ möglicherweise auch „46 und 48“.
  • Auf S. 6 heißt es unter den Begründungen zu den Fragmenten Nr. 20328, 20501 und 20511:
    „Vorbemerkung zu Kapitel 5: Die Monita haben keinen Einfluss auf die sachliche Eigenständigkeit der Schlussfolgerung, dem Vorwurf von VroniPlag kann insofern nicht gefolgt werden.“
    Diese Vorbemerkung hätte eigentlich vier Zeilen weiter oben stehen müssen, da Kapitel 5 der Dissertation bereits auf S. 198 beginnt.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Schlussbericht – insbesondere aufgrund des unter Punkt 1 ausgeführten Sachverhalts – mangelhaft und in der vorliegenden Form nicht geeignet ist, die in der Dokumentation aufgezeigten Verstöße gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis in der Dissertation der Verfasserin adäquat zu bewerten.

Publikation des zweiten FU-„Schlussberichts“ 2021

(Diese Sektion wird noch ergänzt.)

Statistik

  • Es sind bislang 119 gesichtete Fragmente dokumentiert, die als Plagiat eingestuft wurden. Hiervon folgt der Text bei 5 Fragmenten einem in einer anderen Sprache verfassten Quellentext in wörtlicher oder sinngemäßer Übersetzung („Übersetzungsplagiate“). Bei 48 weiteren Fragmenten handelt es sich um Übernahmen ohne Verweis auf die Quelle („Verschleierungen“ oder „Komplettplagiate“). Bei 66 weiteren Fragmenten ist die Quelle zwar angegeben, die Übernahme jedoch nicht ausreichend gekennzeichnet („Bauernopfer“).
  • Die untersuchte Arbeit hat 205 Seiten im Hauptteil. Auf 76 dieser Seiten wurden bislang Plagiate dokumentiert, was einem Anteil von knapp 37,1 % entspricht.
    Die 205 Seiten lassen sich bezüglich des Textanteils, der als Plagiat eingestuft ist, wie folgt einordnen:
Plagiatsanteil Anzahl Seiten
keine Plagiate dokumentiert 129
0 % - 50 % Plagiatsanteil 64
50 % - 75 % Plagiatsanteil 11
75 % - 100 % Plagiatsanteil 1
Der Hauptteil umfasst ohne Abbildungen und Tabellen sowie deren Titel und Quellenangaben insgesamt 6282 Zeilen. Von diesen wurden 827 als plagiiert dokumentiert.5 Hieraus ergibt sich ein Plagiatsanteil von knapp 13,2 % des Textes im Hauptteil der Promotionsschrift.
5 Aus Gründen der besseren Darstellbarkeit wurden bei Plagiatspassagen, bei denen nur eine oder zwei Zeilen auf der Vor- bzw. Folgeseite liegen, für diese kurzen Textsequenzen i. d. R. keine eigenen Fragmente angelegt und die Inhalte vollständig auf der Seite wiedergegeben, auf der sich der größte Teil der Passage befindet (vgl. für den Sachverhalt z. B. Seite 39). Bei der Plagiatszeilenzählung wurden jene Sequenzen jedoch mit einbezogen.
  • In der Dokumentation werden technisch bedingt auch die Quellen
als Plagiatsquellen mitgezählt, obwohl aus diesen nur Fragmente der Kategorie „Keine Wertung“ vorhanden sind. Insgesamt gibt es somit statt 63 lediglich 52 Quellen, aus denen als Plagiat gesichtete Fragmente vorliegen.
  • Von diesen 52 Quellen werden fünf in der gesamten untersuchten Arbeit an keiner Stelle erwähnt:

Illustration

Folgende Grafik illustriert das Ausmaß und die Verteilung der dokumentierten Fundstellen. Die Farben bezeichnen den diagnostizierten Plagiatstyp:
( rot=Verschleierung, blau=Übersetzungsplagiat, gelb=Bauernopfer)

Dcl col.png

Die Nichtlesbarkeit des Textes ist aus urheberrechtlichen Gründen beabsichtigt.

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken.


In folgender Grafik sind zusätzlich auch problematische Fragmente der Kategorie „Keine Wertung“ sowie – zum Vergleich – korrekt ausgewiesene wörtliche Zitate farblich hervorgehoben:

Dcl col-zit.png

violett = dokumentierte Parallelen, die der Kategorie „Keine Wertung“ zugeordnet wurden

grün = gekennzeichnete wörtliche Zitate, sofern nicht als Teil von Plagiatsfragmenten dokumentiert

Anmerkung: Die Grafiken repräsentieren den Analysestand vom 3. Mai 2019.

Definition von Plagiatkategorien

Die hier verwendeten Plagiatkategorien basieren auf den Ausarbeitungen von Weber-Wulff / Wohnsdorf (2006): Strategien der Plagiatsbekämpfung. Eine vollständige Beschreibung der Kategorien findet sich im VroniPlag Wiki. Die Plagiatkategorien sind im Einzelnen:

Übersetzungsplagiat

Ein Übersetzungsplagiat entsteht durch wörtliche Übersetzung aus einem fremdsprachlichen Text. Natürlich lässt hier die Qualität der Übersetzung einen mehr oder weniger großen Interpretationsspielraum. Fremdsprachen lassen sich zudem höchst selten mit mathematischer Präzision übersetzen, so dass jede Übersetzung eine eigene Interpretation darstellt. Zur Abgrenzung zwischen Paraphrase und Kopie bei Übersetzungen gibt es ein Diskussionsforum.

Komplettplagiat

Text, der wörtlich aus einer Quelle ohne Quellenangabe übernommen wurde.

Verschleierung

Text, der erkennbar aus fremder Quelle stammt, jedoch umformuliert und weder als Paraphrase noch als Zitat gekennzeichnet wurde.

Bauernopfer

Text, dessen Quelle ausgewiesen ist, der jedoch ohne Kenntlichmachung einer wörtlichen oder sinngemäßen Übernahme kopiert wurde.

Quellen nach Fragmentart

Die folgende Tabelle schlüsselt alle gesichteten Fragmente zeilenweise nach Quellen und spaltenweise nach Plagiatskategorien auf.

Tabelle: Dcl: Quellen / Fragmente (dynamische Auszählung)
Quelle
Jahr ÜP
KP
VS
BO
KW
KeinP

ZuSichten
Unfertig
Abromeit 2002 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments 2005 0 0 4 0 3 0 7 0 0
Berg-Schlosser Stammen 2003 0 0 0 1 1 0 2 0 0
Bezirksamt Neukölln von Berlin 2009a 0 0 1 2 4 0 7 0 0
Bezirksamt Neukölln von Berlin 2009b 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Bieber 2001 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Brake 2008 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Buchstein 2006 0 0 1 0 1 0 2 0 0
Börzel 2006 0 0 2 1 1 0 4 0 0
Bürgerstiftung Neukölln 2009 0 0 0 1 0 0 1 0 0
Delhey 2004 0 0 0 1 0 0 1 0 0
Diedrichs 2007 0 0 1 0 1 0 2 0 0
Eder 2003 0 0 0 4 5 0 9 0 0
Europäische Kommission 2002 0 0 1 1 1 0 3 0 0
Europäische Kommission 2006 0 0 0 1 0 0 1 0 0
Europäische Kommission 2007a 0 0 1 0 1 0 2 0 0
Europäische Kommission 2007b 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Europäische Kommission 2008 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2006 0 0 0 1 0 0 1 0 0
Faust 2002 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Finke Knodt 2005 0 0 1 0 1 0 2 0 0
Franzius 2004 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Garcia Ayala 2006 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Gellner Glatzmeier 2005 0 0 0 1 0 0 1 0 0
Grupp 2005 0 0 0 1 1 0 2 0 0
Guggenberger 2005 0 0 5 1 0 0 6 0 0
Haag 2001 0 0 0 1 0 0 1 0 0
Jahn 2006 0 0 0 1 0 0 1 0 0
Kaase 1997 0 0 0 0 2 0 2 0 0
Kaelble 2000 0 0 0 3 3 0 6 0 0
Kersting 2008 0 0 3 13 5 0 21 1 0
Kielmansegg 2003 0 0 1 0 2 0 3 0 0
Kocka 2000 0 0 1 4 4 0 9 0 0
Liebert Trenz 2008 5 0 0 2 5 0 12 0 0
Lindner 2005 0 0 0 1 1 0 2 0 0
Maurer Kietz Crespy 2005 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Nanz Steffek 2005 0 0 2 4 3 0 9 1 0
Neller van Deth 2006 0 0 1 1 0 0 2 0 0
Piotrowska 2006 0 0 0 1 0 0 1 0 0
Poier 2005 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Scharpf 1997 0 0 1 1 1 0 3 0 0
Schmidt 2000 0 0 0 1 2 0 3 0 0
Schultze 2005 0 0 0 1 1 0 2 0 0
Seeger Yüzen 2007 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Senatsbeauftragter für Migration und Integration Berlin 2007 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin 2009 0 0 0 2 0 0 2 0 0
Smismans 2005 0 0 0 6 4 0 10 0 0
Statistisches Amt der Europäischen Kommission 2005 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Strohmeier 2007 0 0 1 1 0 0 2 0 0
Thalmaier 2006 0 0 4 0 2 0 6 1 0
Tham 2006 0 0 0 0 1 0 1 0 0
Thiery 2005 0 0 0 2 0 0 2 0 0
Trenz 2003 0 0 1 1 2 0 4 0 0
Trenz 2005 0 0 1 1 1 0 3 0 0
Trenz Klein Koopmans 2003 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Vorländer 2004 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Wallace 2003 0 0 1 3 1 0 5 0 0
Wikipedia Deliberative Demokratie 2008 0 0 2 0 0 0 2 0 0
Wikipedia Euronews 2008 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Wikipedia Hamburger Verständlichkeitskonzept 2008 0 0 1 0 0 0 1 0 0
Winkler Kozeluh 2005 0 0 1 0 0 0 1 0 0
von Beyme 2000 0 0 1 0 1 0 2 0 0
- 5 0 48 66 69 0 188 4 4

Fragmentübersicht

119 gesichtete, geschützte Fragmente

FragmentSeiteArbeitZeileArbeitQuelleSeiteQuelleZeileQuelleTypus
Dcl/Fragment 011 171117-20Thalmaier 2006635 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 013 301330-34Kersting 2008124 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 014 171417-22Berg-Schlosser Stammen 20035031 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 016 151615-22Liebert Trenz 20089, 109: 12 ff.; 10: 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 024 262426-28Thalmaier 2006610 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 025 08258-17Kaelble 2000252, 253, 256, 257252: 14 ff., 23 ff.; 253: 1 ff., 7 ff.; 256: 25 ff.; 257: 6 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 025 212521-27Vorländer 200456re. Sp. 21 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 025 282528-32Kaelble 2000259, 261, 262259: 30 f.; 261: 25 ff.; 262: 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 026 07267-9Nanz Steffek 20057917 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 027 152715-20Scharpf 1997onlineBauernOpfer
Dcl/Fragment 028 06286-15, 20-27Scharpf 1997onlineVerschleierung
Dcl/Fragment 029 01291-4Kielmansegg 20037923 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 030 09309-19Nanz Steffek 200583, 8683: 11 ff.; 86: 30 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 030 313031-35Börzel 20068831 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 031 203120-24Eder 2003856 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 032 233223-26Trenz 2003162, 163162: 38 ff.; 163: 4 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 033 01331-4Strohmeier 200729li. Sp. 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 033 143314-20Eder 200388, 89, 90, 91, 9388: 32 f.; 89: 1 f., 24 ff., 101 ff.; 90: 1 ff.; 91: 31 ff.; 93: 2 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 034 113411-13Franzius 2004117 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 034 253425-28Strohmeier 200729re. Sp. 19 ff., 101 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 034 283428-31Trenz 200316631 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 035 01351-4Eder 200390, 9590: 8 ff.; 95: 13 ff., 101 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 036 133613-16Liebert Trenz 200811, 1211: 35 ff.; 12: 1 f.ÜbersetzungsPlagiat
Dcl/Fragment 037 01371-5, 6-7Liebert Trenz 2008123 ff.ÜbersetzungsPlagiat
Dcl/Fragment 037 173717-20Kocka 20001913 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 037 213721-24, 31-35Thiery 20051176li. Sp. 22 ff., 48 ff.; re. Sp. 1, 4 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 037 243724-27Wikipedia Deliberative Demokratie 2008onlineVerschleierung
Dcl/Fragment 038 01381-7Kocka 200018, 1918: 7 ff., 109 ff.; 19: 1 f., 101BauernOpfer
Dcl/Fragment 038 163816-28Thiery 20051175, 11761175: li. Sp. 6 ff., 30 ff. u. re. Sp. 1; 1176: re. Sp. 12 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 039 01391-4Kocka 20002110 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 039 283928-34Kocka 200022, 23, 2422: 23 ff.; 23: 31 f.; 24: 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 040 224022-27Liebert Trenz 2008136 ff.ÜbersetzungsPlagiat
Dcl/Fragment 040 304030-36Eder 2003110, 115110: 16 ff., 24 ff.; 115: 12 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 041 05415-36Liebert Trenz 200813, 14, 16, 17, 1813: 28 ff.; 14: 1 f.; 16: 25 ff.; 17: 1 f., 29 ff.; 18: 5 ff.ÜbersetzungsPlagiat
Dcl/Fragment 042 264226-32Europäische Kommission 200261 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 044 08448-18Europäische Kommission 200269 ff., 106 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 045 04454-8Grupp 2005600li. Sp. 41 ff., re. Sp. 1 f.BauernOpfer
Dcl/Fragment 045 144514-17, 23-24, 25-27Schultze 2005675, 676675: re. Sp. 28 ff.; 676: li. Sp. 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 045 244524-25, 27-31Kersting 200814, 15, 2014: 34 ff.; 15: 1 f.; 20: 9 f.BauernOpfer
Dcl/Fragment 046 02462-14Kersting 200812, 14, 15, 1712: 3 ff.; 14: 14 ff.; 15: 10 ff.; 17: 11 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 046 284628-31Kersting 20081418-21BauernOpfer
Dcl/Fragment 047 204720-23, 25-34Trenz 200562, 6362: 22 ff.; 63: 1 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 048 01481-3Neller van Deth 200638li. Sp. 22 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 048 114811-14Kersting 20081718 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 048 154815-17Nanz Steffek 20058630 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 049 204920-24Liebert Trenz 2008143 ff.ÜbersetzungsPlagiat
Dcl/Fragment 050 205020-29Kersting 200821, 2221: 1 ff.; 22: 1 f.Verschleierung
Dcl/Fragment 051 01511-8Kersting 200822, 2322: 3 ff., 28 ff.; 23: 1 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 051 265126-34Kersting 20082422 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 052 145214-18Kersting 20082511 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 052 255225-28Faust 2002277mittl. Sp.: letzte Zeile, re. Sp.: 1 ff. u. 9 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 052 285228-31Kersting 20082520 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 053 04534-9, 16-28Kersting 200825, 26, 2725: 25 ff.; 26: 1 f., 9 ff.; 27: 1 f.BauernOpfer
Dcl/Fragment 056 1556Tab. 2 u. 15-21Kersting 200815, 1615: 28 ff.; 16: Tab. 1 u. 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 057 01571-5Kersting 2008164 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 057 255725-33Liebert Trenz 200816, 1716: 24 ff.; 17: 1 f.BauernOpfer
Dcl/Fragment 063 09639-15, 19-22, 23-30, 34-35Kersting 200813, 1413: 12 ff.; 14: 1 ff., 26 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 063 166316-19, 22-23Buchstein 200654, 5554: letzte Zeile; 55: 1 ff., 14 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 065 106510-13Neller van Deth 200637, 3837: re. Sp. 17 ff.; 38: li. Sp. 22 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 065 146514-17, 22-25Wikipedia Hamburger Verständlichkeitskonzept 2008onlineVerschleierung
Dcl/Fragment 065 316531-35Kersting 200813, 1413: 31 f.; 14: 1 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 066 206620-24Guggenberger 2005140re. Sp. 35 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 066 246624-32Wikipedia Deliberative Demokratie 2008onlineVerschleierung
Dcl/Fragment 067 126712-17, 24-31Guggenberger 2005139re. Sp. 11 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 069 04694-8Nanz Steffek 20059132 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 069 316931-34Guggenberger 2005140li. Sp. 5 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 070 02702-4Guggenberger 2005140li. Sp. 28 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 070 137013-16Kersting 20081613 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 070 177017-20, 27-31Guggenberger 2005138, 139138: re. Sp. 29 ff. u. letzte Zeile; 139: li. Sp. 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 070 247024-27Schmidt 20002275 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 072 01721-3Trenz Klein Koopmans 2003835 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 072 177217-19, 30-34von Beyme 200051, 5251: 33 ff.; 52: 1 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 072 197219-26Guggenberger 2005140, 141140: re. Sp. 11 ff., 41 ff.; 141: li. Sp. 1 f.Verschleierung
Dcl/Fragment 073 147314-20Nanz Steffek 2005932 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 078 287828-34Delhey 20046li. Sp.: letzte Zeile, re. Sp.: 1 ff., 16 ff. u. 101 f.BauernOpfer
Dcl/Fragment 079 247924-27Finke Knodt 20051529 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 082 138213-17Kaelble 200026724 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 083 07837-12Haag 2001364, 366364: 5 ff., 101 ff.; 366: 29 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 084 06846-9, 21-25Wallace 2003263, 264263: 31 ff.; 264: 9 ff., 27 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 084 308430-33Gellner Glatzmeier 20059re. Sp. 26 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 085 128512-16Smismans 2005108, 109108: 28 ff.; 109: 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 085 298529-34Smismans 2005109, 110109: 29 ff.; 110: 1 f.BauernOpfer
Dcl/Fragment 086 03863-19Smismans 2005110, 111, 112110: 34 ff.; 111: 1 ff.; 112: 3 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 086 308630-33Smismans 200511212 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 088 09889-16Smismans 2005113, 114113: 17 ff.; 114: 4 f., 102BauernOpfer
Dcl/Fragment 090 02902-5, 23-31Thalmaier 20068, 108: 32 ff., 37 ff.; 10: 12 ff., 19 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 091 269126-30Europäische Kommission 2007a13, 1813: 8 ff.; 18: 10 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 093 01931-4Europäische Kommission 20061239 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 093 04934-16, 30-33Europäische Kommission 2007b5, 8, 15, 545: 27 f.; 8: 11 ff.; 15: 33 ff.; 54: 2 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 093 199319-23Piotrowska 200612li. Sp. 5 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 095 01951-5Europäische Kommission 200810, 1110: 35 ff.; 11: 1 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 098 299829-32Nanz Steffek 200586, 8786: letzte Zeile; 87: 1 f.BauernOpfer
Dcl/Fragment 100 1810018-24Smismans 200511914 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 100 2610026-31Wallace 20032665 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 101 011011-5Börzel 2006842 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 101 061016-9Wallace 200326629 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 101 2810128-31Wallace 2003280, 281280: 33 ff.; 281: 1 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 102 2810228-32Börzel 2006899 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 107 091079-11Jahn 200632818 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 116 091169-14Bürgerstiftung Neukölln 2009onlineBauernOpfer
Dcl/Fragment 118 2711827-35Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin 2009onlineBauernOpfer
Dcl/Fragment 119 011191-5Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin 2009onlineBauernOpfer
Dcl/Fragment 119 2111921-24Bezirksamt Neukölln von Berlin 2009a1427 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 136 071367-9, 10-18, 19-20Wikipedia Euronews 2008onlineVerschleierung
Dcl/Fragment 143 041434-7, 11-15Trenz 200571, 7271: 27 ff.; 72: 1 ff., 7 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 143 2914329-33Lindner 2005414, 415414: li. Sp. 39 ff.; 415: li. Sp. 20 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 153 051535-14Winkler Kozeluh 2005173, 193, 194173: 32 ff.; 193: 7 ff., 30 ff.; 194: 101 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 169 2216922-36Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union 2006onlineBauernOpfer
Dcl/Fragment 203 2820328-32Thalmaier 2006940 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 205 012051-5Kocka 20003416 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 205 1120511-15Brake 20087712 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 206 2820628-31Bezirksamt Neukölln von Berlin 2009a122 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 207 1720717-24, 31-33Bezirksamt Neukölln von Berlin 2009a6, 7, 146: 41 f.; 7: 1 f.; 14: 39 ff.BauernOpfer
Dcl/Fragment 208 1420814-17Senatsbeauftragter für Migration und Integration Berlin 20076920 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 209 2020920-35Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments 20054, 5, 11, 13, 144: 18 ff., 37 ff.; 5: 1 ff.; 11: 21 ff.; 13: 18 f., 30 ff.; 14: 31, 36 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 210 022102-6Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments 20056, 146: 13 ff.; 14: 32 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 211 2021120-22Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments 20051316 f.Verschleierung
Dcl/Fragment 214 2121421-23Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments 20051035 ff.Verschleierung
Dcl/Fragment 214 2321423-24Diedrichs 2007986 ff.Verschleierung

Textfragmente

Anmerkung zur Farbhinterlegung

Die Farbhinterlegung dient ausschließlich der leichteren Orientierung des Lesers im Text. Das Vorliegen einer wörtlichen, abgewandelten oder sinngemäßen Übernahme erschließt sich durch den Text.

Hinweis zur Zeilenzählung

Bei der Angabe einer Fundstelle wird alles, was Text enthält (außer Kopfzeile mit Seitenzahl), als Zeile gezählt, auch Überschriften. In der Regel werden aber Abbildungen, Tabellen, etc. inklusive deren Titel nicht mitgezählt. Die Zeilen der Fußnoten werden allerdings beginnend mit 101 durchnummeriert, z. B. 101 für die erste Fußnote der Seite.

119 gesichtete, geschützte Fragmente

[1.] Dcl/Fragment 011 17

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 11, Zeilen: 17-20
Quelle: Thalmaier 2006
Seite(n): 6, Zeilen: 35 ff.
Die Zustimmung der Bevölkerung zur Mitgliedschaft in den Europäischen Gemeinschaften sank laut von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Eurobarometerumfragen bei EU-Bürgern seit 1992 bis 1997 von 72 Prozent auf 46 Prozent rapide ab. Seit 1998 bis heute pendelt sich die Zustimmung zwischen 48 und 56 Prozent ein. [[...] (Kommission 2008a).]

Europäische Kommission, 2008a: Eurobarometer 70. Die öffentliche Meinung in der Europäischen Union. Erste Ergebnisse. Befragung Oktober – November 2008. Standard Eurobarometer 70 / Herbstbefragung 2008.

Nachdem die Zustimmung zur Mitgliedschaft in den Europäischen Gemeinschaften in der Öffentlichkeit ab 1980 bis auf ein vorübergehendes Tief im Jahre 1988 kontinuierlich stieg und im Frühjahr 1991 einen Rekordwert von 72 Prozent erreichte, sank daraufhin die Zustimmungsquote im Jahre 1992 schlagartig auf 60 Prozent und fiel stetig weiter ab, bis sie im Frühjahr 1997 nur noch 46 Prozent betrug.4 Nach 1997 stieg die Zustimmung der Bürger zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union wieder langsam an und bewegt sich seit 1998 in einer Bandbreite zwischen 48 und 56 Prozent. [...]5

4) Vgl. Europäische Kommission: Eurobarometer. Die öffentliche Meinung in der Europäischen Union – Bericht Nr. 58, Brüssel, März 2003, S. 32.

5) Vgl. Europäische Kommission: Eurobarometer. Die öffentliche Meinung in der Europäischen Union – Bericht Nr. 63, Brüssel, September 2005, S. 93. [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Drei Zeilen weiter unten führt die Verf.in – nach Nennung weiterer Zahlen – Kommission (2008a) als Referenz an. Im Eurobarometer 70 finden sich die vorliegenden Zahlen jedoch so nicht:

  • Ein Zustimmungswert für 1992 wird dort nirgends genannt.
  • Bei den dort in der Grafik auf S. 32 angeführten Eurobarometern 67 ("EB67") und 68 ("EB68") – publiziert im Juni [11] bzw. Dezember 2007 [12], also nach Erscheinen von Thalmaier (2006) und vor Kommission (2008a) – lag die Zustimmung bei 57 bzw. 58 Prozent, d. h. der zweite Satz der Verf.in ist durch die Übernahme aufgrund der verstrichenen Zeit inhaltlich unrichtig.



Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Paraphrasierung mit geringfügigen Textübernahme [sic] aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[2.] Dcl/Fragment 013 30

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 13, Zeilen: 30-34
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 12, Zeilen: 4 ff.
Instrumente der Partizipation werden hier nicht nur als Vermittler neuen Wissens, neuer Politikinhalte oder von Reformprozessen gesehen, sondern als Möglichkeit, Demokratie lebbar und lernbar zu machen und dadurch, auch auf europäischer Ebene, Demokratie als Erfahrung in Existenz zu bringen (Dewey 1984 [sic]).

Dewey, John, 1984: [sic] Demokratie und Erziehung. Weinheim: Beltz.

Verfahren und Instrumente der Partizipation werden hier nicht nur als „Transporteure“ neuen Wissens, neuer Politikinhalte oder Reformprozesse gesehen, sondern als performative Praxen, die in der Praxis Demokratisierung lebbar machen und dadurch „Demokratie als Erfahrung“ (Dewey 1984 [sic]) in Existenz bringen.

Dewey, John: Demokratie und Erziehung. Weinheim: Beltz. 1984 [sic]

Anmerkungen

Kersting (2008) wird unmittelbar zuvor genannt.

Die Verf.in nimmt lediglich einige Umformulierungen und eine unwesentliche Ergänzung ("auch auf europäischer Ebene"), die sie ähnlich auch z. B. auf S. 46 tätigt, vor, siehe Fragment 046 28.

Bzgl. der Referenzierung von Dewey ist anzumerken, dass eine 1984 erschienene Ausgabe von Demokratie und Erziehung in keinem der gängigen deutschen elektronischen (Verbund-)Kataloge nachweisbar ist. [13] In der Deutschen Nationalbibliothek findet sich in zeitlicher Approximation lediglich eine bei Westermann erschienene 3. Aufl. von 1964 [14] und deren bei Beltz erschienener Nachdruck von 1993 [15].

Auf S. 14 zitiert Kersting wörtlich einen englischsprachigen Text, den er mit "Dewey (1984)" referenziert. Die Verf.in scheint bei der Übernahme der Literaturangabe zu übersehen, dass dies nicht zu dem im Literaturverzeichnis Kerstings als verwendet angegebenen deutschsprachigen Titel Deweys passt.

"Dewey 1984" wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit nur noch ein anderes Mal auf S. 46, ebenfalls in einem Plagiatskontext, erwähnt, siehe Fragment 046 02.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 10)

Anmerkung des Gremiums: "Angegeben wird am Ende der teils wörtlich übernommenen Passage von Kersting (2008) Dewey (1984) wie bei Kersting (2008)" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[3.] Dcl/Fragment 014 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 14, Zeilen: 17-22
Quelle: Berg-Schlosser Stammen 2003
Seite(n): 50, Zeilen: 31 ff.
[Das Konzept des Ontologischen bezieht sich dabei auf den Menschen als Teil einer umfassenden politischen und Seinsordnung,] in der der Mensch nicht einfach als ein statisch oder gegenständlich Gegebenes oder Vorhandenes, als „Beschaffen-Sein“, sondern als „Tätig-Sein“ im Sinne von Teilhabe betrachtet wird. Die Frage nach dem Wesen des Menschen, das als auf Güter hin orientiertes Streben oder Tätig-Sein gedacht wird, wird hier mit der Frage nach dem, was prinzipiell für den Menschen gut und richtig ist, verknüpft (Strauss 1959; Voegelin 1959; Arendt 1967).

Arendt, Hannah, 1967: Vita activa oder Vom tätigen Leben: Eine Vision des Politischen. [sic] München: Piper.

Strauss, Leo, 1959: What is Political Philosophy? New York: [sic] The Free Press.

Voegelin, Eric, 1959: Die neue Wissenschaft der Politik. München: Wilhelm Fink Verlag. [sic]

Dabei ist wichtig festzustellen, daß Sokrates–Platon das Sein oder Wesen des Menschen nicht einfach als ein statisch oder gegenständlich Gegebenes oder Vorhandenes, als „Beschaffen-Sein“, sondern als „Tätig-Sein“ denkt — „als eine Weise des Lebens“;10 [...]11 [...] Hier zeigt sich, wie sich für Sokrates–Platon die Frage nach dem Wesen des Menschen, das als auf Güter hin orientiertes Streben oder Tätig-Sein gedacht wird, „unweigerlich in die Frage nach dem, was für den Menschen gut ist,“ umsetzt. [...]12 [...]

[Anmerkungen, B. Systematischer Teil, 5. Dimensionen der politischen Realität (hier: S. 314)]

[7. E. Voegelin, Die neue Wissenschaft der Politik, 1959, S. 49/50.]

[Anmerkungen, B. Systematischer Teil, 6. Theorie-Ansätze in der Politikwissenschaft (hier: S. 314)]

[8. H. Kuhn, Platon, in: Maier/Denzer/Rausch (Hrsg.), Klassiker des politischen Denkens, Bd. 1, 1968, S. 13.]

10. H. Kuhn, Platon, a.a.O. S. 10.

11. H. Kuhn, Das Wahre und das Gute, 1962, S. 192.

12. Ebenda.

[21. Vgl. E. Voegelin, Die neue Wissenschaft, a.a.O.; [...]]

[22. Vgl. etwa [...] – H. Arendt, Vita Activa oder vom tätigen Leben, 1960; [...]]

[Ausgewählte Bibliographie, 5. Theorieansätze und erkenntnisbedingende Faktoren (hier: S. 348)]

Voegelin, Eric: Die neue Wissenschaft der Politik. München 1959. – Sonderausgabe Salzburg 1977.

[Ausgewählte Bibliographie, 7. Politische Philosophie (S. 349)]

Arendt, Hannah: Vita activa oder vom tätigen Leben. Stuttgart 1960. — TB München 1981 u.ö.

Maier, Hans, Heinz Rausch und Horst Denzer (Hg.): Klassiker des politischen Denkens. München. Bd. I 61986, Bd. II 51987.

Strauss, Leo: What is Political Philosophy? New York [sic] 1959.

Anmerkungen

Berg-Schlosser / Stammen (2003) werden am Ende des folgenden Satzes referenziert.

Schwer verständlich ist, dass die Verf.in statt dieses Werkes drei andere Titel, die auch – aber in anderem Zusammenhang – in der Quelle erwähnt werden, anführt. Einmal werden 15 und einmal 14 zusammenhängende Wörter übernommen.

Bzgl. der bibliografischen Angaben lässt sich feststellen, dass

  • bei Arendts Werk der Titelzusatz "Eine Vision des Politischen" zumindest im Karlsruher Virtuellen Katalog nicht nachweisbar ist, vgl. [16]. Zudem ist laut Katalogeintrag u. a. der Deutschen Nationalbibliothek im Impressum des Buches kein Erscheinungsjahr angegeben, was bei einem auf andere Weise ermittelten üblicherweise durch eckige Klammern um selbiges kenntlich gemacht wird, vgl. [17]. Eine solche Kenntlichmachung fehlt jedoch bei der Verf.in.

    Der Titelzusatz findet sich im WWW ansonsten wohl nur noch auf S. 99 in einem Grazer Vorlesungsskript vom Januar 2008, vgl. [18] (dort scheint er aber eher als eine Art Charakterisierung dieses Werkes gemeint gewesen zu sein). In dem Skript findet sich in Fn. 113 auf S. 109 in Bezug auf Vita Activa oder Vom tätigen Leben (hier ohne den Titelzusatz) auch der Hinweis "Erschienen in München 1967". Möglicherweise war in diesem Zusammenhang also das genannte Skript die Quelle der Verf.in;
  • sich der Sitz von The Free Press, wo Strauss (1959) verlegt wurde, nicht in New York, sondern in Glencoe, Illinois, befand; [19] und
  • Voegelin (1959) nicht im Verlag Wilhelm Fink, sondern bei Pustet erschien. [20]

Strauss, Voegelin und Arendt werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der gesamten untersuchten Arbeit nur noch einziges Mal erwähnt: auf S. 105 in identischer Konstellation, siehe Fragment 105 02 (keine Wertung).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 10)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[4.] Dcl/Fragment 016 15

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 15-22
Quelle: Liebert Trenz 2008
Seite(n): 9, 10, Zeilen: 9: 12 ff.; 10: 1 ff.
[[...] (Liebert / Trenz 2008).] Insbesondere in normativer Hinsicht werden die europäische Zivilgesellschaft und die europäische Öffentlichkeit in der Literatur als Bestimmungsgrößen für besseres Regierungshandeln, mehr demokratische Legitimation und bessere Bürgerbeteiligung bewertet. Die Auseinandersetzung mit diesem Forschungsfeld zielt auf das Erschließen von Möglichkeiten und Grenzen für ein demokratisches Europa. Im Hinblick auf die europäische Zivilgesellschaft steht in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung vor allem die Frage im Vordergrund, was deren Entstehungsbedingungen sind und wie Zivilgesellschaft die Demokratisierung in Europa fördern kann. [Seite 9]

After the reunification of Europe in 2004, the ideas of a “European civil society” and a “European public sphere” claim a doubly prominent role on the conceptual and empirical map of European integration research: From a normative point of view, the ideas of a European civil society and public sphere promise better governance, improved legitimacy and citizen’s participation in the European polity. [...] Ultimately, empirical

[Seite 10]

research on the practices of European civil society and the European public sphere aims at assessing opportunities for and constraints on a democratic Europe.

There are two sets of controversial questions that have sparked theoretical debates on how the European social space is linked to the issue of democracy:

• [...] Is a European civil society possible and what are its prerequisites? How and under what conditions can civil society promote democracy in Europe — for instance, in view of the gap between organised and unorganised civil society? [...]
Anmerkungen

Liebert / Trenz (2008) werden unmittelbar zuvor genannt, daher Wertung als Bauernopfer.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Insignifikante Textstelle, Zuordnung nicht möglich" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[5.] Dcl/Fragment 024 26

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 26-28
Quelle: Thalmaier 2006
Seite(n): 6, Zeilen: 10 ff.
Jahrzehntelang waren die demokratische Legitimation der Union und ihrer supranationalen Institutionen selbst nicht Gegenstand einer öffentlichen Debatte, da die Europäische Gemeinschaft die ihr von den Mitgliedstaaten zugewiesenen Aufgaben erfolgreich erledigte. Obgleich die institutionelle Struktur der Union seit ihrer Gründung gemessen an den nationalstaatlichen Standards ein demokratisches Defizit aufweist, war die Frage einer ausreichenden Legitimität europäischer Politik jahrzehntelang nicht Gegenstand einer breiten wissenschaftlichen wie öffentlichen Debatte. Solange die Gemeinschaft die ihr von den Mitgliedstaaten zugewiesenen eng begrenzten Aufgaben erfolgreich erledigte, gab es dazu kaum Anlass.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[6.] Dcl/Fragment 025 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 8-17
Quelle: Kaelble 2000
Seite(n): 252, 253, 256, 257, Zeilen: 252: 14 ff., 23 ff.; 253: 1 ff., 7 ff.; 256: 25 ff.; 257: 6 ff.
Dennoch gab es, obwohl demokratische Elemente und eine europäische Zivilgesellschaft kaum eine Rolle für die frühen Weichenstellungen der europäischen Integration spielten, zur gleichen Zeit lebhafte öffentliche und internationale Debatten über die gemeinsamen europäischen Institutionen, die politische Geografie der Europäischen Gemeinschaft und die europäische Zivilisation an sich (Lützeler 1992; Swedberg 1994; Kaelble 2001).

In den 1960er und 1970er Jahren konnten die europäischen Bewegungen nur eine Minderheit der Europäer mobilisieren. Einige wenige europäische Interessengruppen entstanden, weil die europäischen Bevölkerungen mehrheitlich in einem wechselseitigen, geschichtlich bedingten, nationalen Misstrauen verharrten (Loth 1996).


Kaelble, Hartmut, 2001: Europäer über Europa. Die Entstehung des modernen [sic] europäischen Selbstverständnisses im 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt/Main: [sic] Campus.

Loth, Wilfried, 1996: Der Weg nach Europa. Geschichte der europäischen Integration 1939 - 1957. 3. Auflage, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Lützeler, Paul Michael, 1992: Die Schriftsteller in [sic] Europa. Von der Romantik bis zur Gegenwart. München: [sic] Piper.

Swedberg, Richard, 1994: The Idea of ‚Europe’ and the Origin of the European Union – a Sociological Approach. In: Zeitschrift für Soziolgie [sic], Jg. 23: S. 378 - 387.

[Seite 252]

Demokratische Elemente in den neuen supranationalen Institutionen spielten nach dieser Interpretation keine Rolle für die frühen Weichenstellungen der europäischen Integration. [...]

Die entgegengesetzte Interpretation: Die Entscheidungen in kleinen Zirkeln erfaßt [sic] nicht die ganze Breite der historischen Weichenstellungen. Drei Entwicklungen der damaligen Zeit enthielten bereits demokratische Elemente. Erstens fielen die Gründungsentscheidungen der europäischen Integration vor dem Hintergrund einer damals noch sehr lebhaften, engagierten öffentlichen Debatte über Europa. Es waren sogar zwei damals allerdings weitgehend getrennte Debatten: Einerseits wurde die politische Debatte über die Einrichtung von gemeinsamen europäischen Institutionen, über ihren supranationalen oder intergouvernementalen Charakter, über die politische Geographie dieser Europäischen Gemeinschaft, über die Zugehörigkeit Großbritanniens und über die Chancen, in einem integrierten Europa die Ost-West-Teilung Europas zu überbrücken, über die Rolle des integrierten Europas zwischen den beiden Weltmächten USA und UdSSR, über einen »dritten« europäischen Weg geführt. Andererseits gab es die Debatte über die europäische Zivilisation, über ihren Niedergang seit dem Ersten Welt-

[Seite 253]

krieg, über den Niedergang der europäischen Werte, des europäischen Lebensstandards und der europäischen Lebensführung, über die weiter bestehende kulturelle Überlegenheit Europas, über die Zukunftschancen der europäischen Zivilisation. [...] Diese Debatten waren international und enthielten durchaus schon rudimentäre Elemente einer europäischen Öffentlichkeit (Lützeler 1992; Girault 1994; Swedberg 1994; Frank 1998; Kaelble 1999a; Kaelble 2001).

[Seite 256]

Der Niedergang der europäischen Bewegungen, die allerdings immer nur eine Minderheit der Europäer mobilisiert hatte, wurde nicht durch eine dichte Zivilgesellschaft auf europäischer Ebene kompensiert.

[Seite 257]

Aus der europäischen Gesellschaft selbst heraus kamen noch wenig Initiativen zu internationalen europäischen Netzwerken und Einrichtungen. Die europäischen Bevölkerungen verharrten in der Mehrheit weiterhin in ihrem wechselseitigen nationalen Mißtrauen, das durch zwei Weltkriege und durch die längere Geschichte nationaler und kolonialer Rivalitäten entstanden war. Die mentalen Folgen des Zeitalters des exzessiven Nationalismus ließen sich nicht in ein paar Jahren wegräumen (Loth 1996).


Frank, Robert (1998), »Les contretemps de l’aventure européenne«, Vingtième Siècle, Nr. 60, S. 82-101.

Girault, René (1994), »Chronologie d'une conscience européenne au XXe siècle«, in: ders., Identité et conscience européennes au XXe siècle, Paris, S. 171-192.

[Kaelble, Hartmut (1997), »Europäische Vielfalt und der Weg zu einer europäischen Gesellschaft«, in: Hradil, Stefan/Immerfall, Stefan (Hg.), Die westeuropäischen Gesellschaften im Vergleich, Opladen, S. 27-68.]

ders. (1999a), »Die europäische Öffentlichkeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Skizze«, in: Haupt, Heinz-Gerhard/Grüttner, Michael (Hg.), Geschichte und Emanzipation. Festschrift für Reinhard Rürup, Frankfurt/New York, S. 651-678.

ders. (2001), Europäer über Europa. Das europäische Selbstverständnis im 19. und 20. Jahrhundert, Manuskript abgeschlossen.

[Loth, Wilfried (1990), »Die Europa-Bewegung in den Anfangsjahren der Bundesrepublik«, in: Herbst, Ludolf/Bührer, Werner/Sowade, Hanno (Hg.), Vom Marshallplan zur EWG. Die Eingliederung der Bundesrepublik in die westliche Welt, München/Wien (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte; 30), S. 63-77.]

ders. (1996), Der Weg nach Europa. Geschichte der europäischen Integration 1939-1957, 3. Aufl., Göttingen.

Lützeler, Paul Michael (1992), Die Schriftsteller und Europa. Von der Romantik bis zur Gegenwart, München. [sic]

Swedberg, Richard (1994), »The Idea of ‚Europe‘ and the Origin of the European Union — a Sociological Approach«, Zeitschrift für Soziologie, Jg. 23, S. 378-387.

Anmerkungen

Kaelble (2000) wird im folgenden Satz referenziert, daher Wertung als Bauernopfer.

Die Verf.in bezieht ihre Inhalte von Kaelble und nennt als Quelle vier Titel, die dieser ebenfalls referenziert.

Weiterhin ist anzumerken, dass

  • der Titel von Kaelble (2001) Europäer über Europa. Die Entstehung des europäischen Selbstverständnisses im 19. und 20. Jahrhundert lautet und bei Campus in Frankfurt (Main) und New York erschienen ist [21] und
  • Lützeler (1992) bei Piper in München und Zürich erschienen ist [22] als "Die Schriftsteller und Europa", nicht "Die Schriftsteller in Europa".

Sämtliche übernommenen Referenzen werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Kaelble wird im betreffenden Absatz zwei Mal genannt, ist aber nicht eindeutig als Urheber des paraphrasierten Gedankens erkennbar" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 4 ["Paraphrasierung fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Gemäß zweitem Schlussbericht stellt der Befundtypus der Kategorie 4 "an sich keine Verletzung der Guten Wissenschaftlichen Praxis dar, aber seine Häufigkeit kann ein Anzeichen für die fehlende Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung darstellen." (ebd., S. 4) Hierbei zeige die Verfasserin, dass sie "die Notwendigkeit der Nennung der Quelle bei Paraphrasierungen kennt." (ebd., S. 5)



[7.] Dcl/Fragment 025 21

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 21-27
Quelle: Vorländer 2004
Seite(n): 56, Zeilen: re. Sp. 21 ff.
Der Ansatz des demokratischen Regierungshandelns in den intergouvernementalen und supranationalen Zusammenhängen der Europäischen Gemeinschaft stützte sich damit auf zwei Säulen: erstens auf die Legitimation durch die europäischen Nationalstaaten, die sich mit anderen Partnern vertraglich verbunden hatten, und zweitens auf die Legitimation durch die Bevölkerungen der Mitgliedstaaten, die Repräsentanten in das Europäische Parlament als gemeinschaftliche Körperschaft wählten (Scharpf 1999).

Scharpf, Fritz W., 1999: Regieren in Europa. Effektiv und demokratisch? Frankfurt / New York: Campus Verlag.

Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass demokratisches Regieren in supranationalen Einrichtungen wie der EU ein komplexer Prozess ist, der auf zwei Säulen ruht: erstens auf der Legitimation durch die Einzelstaaten, die sich mit den anderen Partnern vertraglich verbunden haben – und zweitens auf einer Legitimation durch die Bürgerinnen und Bürger, die Repräsentanten in eine gemeinschaftliche Körperschaft, in diesem Fall das Europaparlament, wählen.
Anmerkungen

Der Sachverhalt findet sich in dieser sprachlichen Form weder so noch ähnlich bei Scharpf (1999).

Schwer verständlich ist, warum die Verf.in hier nicht ihre tatsächliche Quelle nennt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Zwar stammt der ursprüngliche Gedanke von Scharpf, die Formulierung jedoch von Vorländer, der nicht als Autor genannt wird" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[8.] Dcl/Fragment 025 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 28-32
Quelle: Kaelble 2000
Seite(n): 259, 261, 262, Zeilen: 259: 30 f.; 261: 25 ff.; 262: 1 ff.
Erst seit den 1980er Jahren entstanden ein neues Demokratieverständnis und damit neue Herausforderungen für die europäische Integration, die eng verbunden waren mit der Einführung des europäischen Binnenmarktes und der gemeinsamen Währung, der Erweiterung der Europäischen Union und den Reformen der Europäischen Verträge (Shore 1993; Schmale 1996).

Schmale, Wolfgang, 1996: Scheitert Europa an seinem Mythendefizit? Bochum: Winkler.

Shore, Chris, 1993: Inventing the ‚people’s Europe’: Critical Approaches to European Community ‚cultural policy’. In: Man, 28: S. 779 – 799. [sic]

[Seite 259]

Erst seit den 1980er Jahren entstanden daher neue Herausforderungen an die europäische Integration.

[Seite 261]

Seit den 1980er Jahre begann eine neue Epoche der Demokratisierung, aber auch des verstärkt angemahnten Demokratiedefizits der Europäischen Union. [...] Allerdings ist dieser neue Anstoß zur Demokratisierung der Europäischen Union nur verständlich aus dem Kontext eines breiteren Aufschwungs der europäischen Integration. Er begann mit dem Projekt des Binnenmarktes und der Erweiterung der europäischen Union auf fast ganz Westeuropa, demnächst auf Ostmitteleuropa.

[Seite 262]

Er setzte sich fort mit drei Reformen der europäischen Verträge innerhalb von rund zehn Jahren, der einheitlichen Akte von 1986, dem Vertrag von Maastricht 1992 und dem Vertrag von Amsterdam 1997, und schon 1999 mit der Vorbereitung für die nächste Vertragsreform. [...] Zu diesem Aufschwung gehörte weiterhin die Durchsetzung einer europäischen Währung [...].

[Seite 264]

Parallel dazu entwickelte die Union seit den 1980er Jahren auch eine Politik der europäischen Symbole, die die Unionsbürger stärker an die Union binden sollten und damit ebenfalls Teil der Unionsbürgerschaft sind. Nach zähen Verhandlungen wurde seit 1985 ein wichtiges Symbol der Unionsbürgerschaft, der gleich aussehende Paß für alle Unionsbürger, ausgegeben. Einen handfesten Sinn bekam er erst seit in den späten 1990er Jahren durch den Wegfall der Paßkontrolle für Unionsbürger innerhalb eines Großteils der Europäischen Union. Die europäische Flagge mit den zwölf Sternen auf blauem Grund wurde 1986 zur offiziellen Flagge der Europäischen Union erhoben und setzte sich rasch in der Öffentlichkeit als europäisches Symbol

[Seite 265]

durch, vor öffentlichen Gebäuden, auf Autokennzeichen ebenso wie in der Werbung. Sie wurde rascher und stärker angenommen als die Europahymne, Beethovens Ode an die Freude, oder die Europatage (der 5. Mai, der Europatag des Europarats, oder der 9.Mai [sic], der Europatag der Europäischen Union in Gedenken an die Deklaration Robert Schumanns). Die europäischen Geldscheine werden demnächst eine ähnliche symbolische Bedeutung im Alltag der Europäer bekommen (Nora 1988; Shore 1993, Lager 1995; Schmale 1996; Buch 1999).


Schmale, Wolfgang (1996), Scheitert Europa an seinem Mythendefizit? Bochum.

Shore, Chris (1993), »Inventing the ›people‘s Europe‹: Critical approaches to European Community ›cultural policy‹«, Man, Jg. 28, S. 779-799 . [sic]

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird jeweils einmal in den beiden Absätzen zuvor und in den beiden nächsten Absätzen auf der Folgeseite genannt.

Bemerkenswert ist zudem, dass

  • sich die beiden Referenzen der Verf.in auch im Literaturverzeichnis von Kaelble (2000) finden,
  • in der eigentlichen Quelle u. a. mit diesen andere Aussagen bzgl. europäischer Symbole referenziert werden (Schmale und Shore werden bei Kaelble – abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur jeweils einmal auf S. 265 genannt),
  • der Aufsatz von Shore (1993) erst auf S. 800 endet (zwar endet dessen Literaturverzeichnis schon auf S. 799, aber auf S. 800 findet sich noch eine französischsprachige Zusammenfassung des Aufsatzes; auch in Man selbst wird auf S. 779 der Seitenumfang mit 779-800 angegeben), und
  • diese beiden Titel – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der gesamten untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt werden.



Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[9.] Dcl/Fragment 026 07

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 7-9
Quelle: Nanz Steffek 2005
Seite(n): 79, Zeilen: 17 ff.
Implizit wurde in der Demokratiedefizitdebatte davon ausgegangen, dass die parlamentarische Repräsentation der Schlüsselmechanismus demokratischen Regierens ist, die nicht genügend erfüllt ist [sic] (Lord / Beetham 2001).

Lord, Christopher / Beetham, David, 2001: Legitimizing the EU: Is there a ‚Post-parliamentary Basis’ for its Legitimation? In: Journal of Common Market Studies, 39 (3): S. 443 - 462.

Die meisten Autoren, die solch ein ‚Demokratiedefizit‘ oberhalb des Nationalstaates beklagen, gehen jedoch implizit oder explizit vom Prinzip der parlamentarischen Repräsentation als Schlüsselmechanismus demokratischen Regierens aus (Lord/Beetham 2001).

Lord, Christopher/Beetham, David 2001: Legitimizing the EU: Is there a ‚Post-parliamentary Basis‘ for its Legitimation?, in: Journal of Common Market Studies, 39, 3, 443-462.

Anmerkungen

Nanz / Steffek (2005) werden am Ende des vorigen Absatzes auf der Vorseite genannt; daher konservative Kategorisierung als Bauernopfer.

Da es sich bei Lord / Beetham (2001) um einen englischsprachigen Text handelt, können sich die wörtlichen Übereinstimmungen dort nicht in derselben sprachlichen Form finden. Abgesehen hiervon kommen in dem Beitrag Begriffe wie "parliamentary representation", "key mechanism" oder "democratic governing" auch nicht vor, "democratic deficit" nur bei zwei Titeln in dessen Literaturverzeichnis.

Lord / Beetham werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit nur noch einmal auf S. 67 in einem Plagiatskontext erwähnt, siehe Fragment 067 12.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[10.] Dcl/Fragment 027 15

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 27, Zeilen: 15-20
Quelle: Scharpf 1997
Seite(n): online, Zeilen: –
Aus der Output-orientierten Perspektive wird Politik unter dem Motto des „government for the people“ nach Abraham Lincoln verstanden. Gemeinsame Probleme, die die Einzelnen weder durch individuelles Handeln, [sic] noch durch die Teilnahme am Markt oder durch freiwillig-gemeinsames Handeln in zivilgesellschaftlichen Interaktionsnetzen lösen können, werden kollektiv bearbeitet (Katz 1996; Höreth 1999; Kielmannsegg [sic] 2003; Nanz / Steffek 2005).

Höreth, Marcus, 1999: Die Europäische Union im Legitimationstrilemma. Baden-Baden: Nomos - Verlagsgesellschaft.

Katz, Alfred, 1996: Staatsrecht. Grundkurs im öffentlichen Recht. Heidelberg: C.F. Müller Verlag, 13. Auflage.

Kielmansegg, Peter Graf, 2003: Integration und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 49 - 76.

Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2005: Legitimation durch Deliberation? Die Rolle der Zivilgesellschaft in der supranationalen Politik. In: Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft. Konzepte, Akteure, Strategien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 79 - 102.

Aber auf welche Weise kann Herrschaft durch Demokratie legitimiert werden? Die knappste Anwort liefert Abraham Lincolns Trias des government of the people, by the people and for the people. [...]

[...]

2.2 Government for the People

Aus der Output-Perspektive erscheint die demokratische Politik als government for the people - d.h. als Veranstaltung zur kollektiven Bearbeitung jener gemeinsamen Probleme, welche die Einzelnen weder durch individuelles Handeln noch durch die Teilnahme am Markt oder durch freiwillig-gemeinsames Handeln in "zivilgesellschaftlichen" Interaktionsnetzen lösen könnten.

Anmerkungen

Die tatsächliche Quelle Scharpf (1997) wird unmittelbar zuvor und am Ende des Absatzes genannt.

Im zweiten Satz übernimmt die Verf.in 20 Wörter am Stück. Schwer verständlich ist, warum sie statt der Abhandlung von Scharpf an dessen Ende vier andere Referenzen angibt.

Höreth (1999) wird in der gesamten untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Gedanken- und wörtliche Textübernahme von Scharpf, der im betreffenden Absatz genannt wird, aber nicht dem Zitat zuzuordnen ist" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Fußnote des Gremiums zur Quelle Scharpf (1997): "Gleich nach der wörtlichen Textübernahme werden drei anderen Quellen genannt. Scharpf (1997; 1999) wird erst am Ende des Absatzes genannt." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[11.] Dcl/Fragment 028 06

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 6-15, 20-27
Quelle: Scharpf 1997
Seite(n): online, Zeilen: –
Dieser Ansatz beinhaltet, dass politische Entscheidungen dann legitim sind, wenn und weil sie auf die Zustimmung des Volkes im demokratischen Prozess zurückgeführt werden können (Cheneval 2003).

Das kollektivistische Verständnis der Input-orientierten Legitimation geht davon aus, dass Willensträger und Handlungseinheit der Politik nicht die individuellen Mitglieder des Gemeinwesens sind, sondern eine definierte kollektive Identität - das Volk, dem ein einheitlicher Wille, einheitliche Interessen und Präferenzen zugeschrieben werden. Eine solche „Wir-Identität“ wird als Voraussetzung für die Anerkennung der demokratischen Legitimation politischer Entscheidungen gesehen. [...] [Die politischen Kommunikationsprozesse beziehen sich vor allem auf nationalstaatliche Zusammenhänge. Ein gemeinsamer europäischer Volkswille, der in europäische Politik übertragen werden könnte, fehlt weitgehend und impliziert das Demokratiedilemma der Europäischen Union (Greven 1998).]

Eine individualistische Variante der Input-orientierten demokratischen Legitimation unterstellt hingegen objektiv homogene Interessen der Bürger, die in der Realität mit den uneinheitlichen individuellen Interessenlagen kaum ausgeprägt sind. Die Begründung Input-orientierter Legitimität setzt die Existenz einer Gemeinschaft voraus, deren Mitglieder bereit sind, nicht nur egoistische Interessen zu vertreten, sondern sich auch wechselseitig solidarische Orientierungen zu unterstellen. Die Herausbildung einer solchen Gemeinschaft kann durch historische Erfahrung, religiöse, kulturelle oder ideologische Überzeugungsarbeit und auch durch politische Beteiligungsprozesse beeinflusst und befördert werden.


Cheneval, Francis, 2003: Die Europäische Union und das Problem der demokratischen Repräsentation. Basel: Europainstitut der Universität Basel, Basler Schriften zur europäischen Integration, Nr. 67 / 2003.

[Greven, Michael Th., 1998: Mitgliedschaft, Grenzen und politischer Raum: Problemdimensionen der Demokratisierung der Europäischen Union. In: Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Regieren in entgrenzten Räumen. In: [sic] Politische Vierteljahreszeitschrift, [sic] Sonderheft 29. Opladen: [sic] Westdeutscher Verlag, S. 249 - 270.]

Ich beginne mit der input-orientierten Logik. Ihr zufolge gelten politische Entscheidungen als legitim, wenn und weil sie auf die Zustimmung des "Demos" zurückgeführt werden können. [...]

Organizistische oder kollektivistische Varianten der Demokratietheorie gehen davon aus, daß Willensträger und Handlungseinheit der Politik nicht die individuellen Mitglieder des Gemeinwesens seien, sondern die wie immer definierte kollektive Identität - die Klasse, die Bewegung, die Partei oder eben "das Volk", dem ein einheitlicher Wille oder jedenfalls ein einheitliches Interesse zugeschrieben wird. [...]

Eine zweite, jedenfalls im Prinzip individualistische Variante der input-orientierten Demokratietheorie unterstellt objektiv homogene Interessen der Bürger.[7] [...] In der Normalsituation der Politik freilich, in der die individuellen Lagen und Interessen uneinheitlich sind, und in der die realen Präferenzen legitimerweise differieren, wird auch diese Variante der input-orientierten Legitimation der Mehrheitsherrschaft zur totalitären Ideologie (Talmon 1955; Offe/ Preuß 1991).

Schließt man aber sowohl die kollektivistische Begründung als auch die generelle Unterstellung homogener Interessen aus, dann - so kann man analytisch zeigen (Scharpf 1997b) - läßt sich eine ausschließlich input-orientierte Begründung der Mehrheitsherrschaft nur noch konstruieren, wenn man auf seiten der Individuen in der Ausübung ihrer Bürgerrolle (und auf seiten der Amtsträger) nicht lediglich egoistische Interessen, sondern zumindest partiell[10] auch gemeinwohl-orientierte oder - was das gleiche besagt - solidarische Präferenzen unterstellt. [...] Freilich setzt diese, auch unter den Kriterien der normativen Individualismus und einigermaßen realitätsnahen Bedingungen tragfähige Begründung input-orientierter Legitimität die vorgängige Existenz einer Gemeinschaft voraus, deren Mitglieder bereit sind, sich wechselseitig solidarische Orientierungen zu unterstellen. [...]

[Da es sich hier in der Tat um Phänomene auf der Ebene normativ-kognitiver Überzeugungen handelt, braucht man die Existenz solidarischer Gemeinschaften auch keineswegs als vorgegebene und unveränderbare - etwa ethnisch begründete - Faktizität zu behandeln (Smith 1992).] Ihre Ausbildung kann durch historische Erfahrung, religiöse, kulturelle oder ideologische Überzeugungsarbeit und insofern auch durch Politik beeinflußt und verändert werden (Neuman 1996). [...] Wo eine solche "Wir-Identität" (Elias 1987) existiert, mag es in der Tat für die Legitimation politischer Entscheidungen auf der lokalen, regionalen und nationalen Ebene völlig ausreichen, daß sie in einem Referendum die Unterstützung der Mehrheit gefunden haben, [...]

[...] [Hier fehlt es (noch) an der solidarischen Identität der Europäer (Risse 1997) und noch mehr an politischen Kommunikationsprozessen und vermittelnden Strukturen, durch die ein "Volkswille" in effektive Politik übersetzt werden könnte.]


Elias, Norbert (1987) Die Gesellschaft der Individuen. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Neuman, Iver B. (1996) Self and Others in International Relations. In: European Journal of International Relations 2, 139-174.

Offe, Claus/ Ulrich K. Preuss [sic] (1991) Democratic Institutions and Moral Resources. In: David Held, Hrsg., Political Theory Today. Stanford: Stanford University Press, 143-171.

[Risse, Thomas (1997) Who Are We? A Europeanization of National Identities? Ms. Florenz: European University Institute.]

Scharpf, Fritz W. (1997b) Games Real Actors Play. Actor-Centered Institutionalism in Policy Research. Boulder: Westview.

[Smith, Anthony (1992) National Identity and the Idea of European Unity. In: International Affairs 68, 55-76.]

Talmon, Jacob L. (1955) The Origins of Totalitarian Democracy. London: Secker & Warburg.


7 [...]

10 [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die tatsächliche Quelle, die lediglich zwei Absätze zuvor auf der Vorseite genannt wird.

Bei Cheneval (2003) findet sich die referenzierte Aussage dem Wortlaut nach nicht.

Die beiden in eckige Klammern gesetzten Sätze der untersuchten Dissertation werden nicht als Plagiat gewertet, da sie inhaltlich nur zum Teil mit dem letzten, in eckige Klammern gesetzten Satz der Quelle übereinstimmen. Bei Greven (1998) kommen die Begriffe "Volkswille" und "Demokratiedilemma" nicht vor.

Bzgl. der bibliografischen Angaben zu letzterem Titel ist noch anzumerken, dass

  • der Aufsatz in einem Sonderheft der Politischen Vierteljahresschrift erschienen ist und
  • dieses im Westdeutschen Verlag in Opladen und Wiesbaden verlegt wurde. [23]




Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Scharpf wird weder im betreffenden Absatz noch im Kontext (vorangehender oder nachfolgender Absatz) genannt" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Anmerkung: VroniPlag Wiki wertet auf S. 28 die Zeilen 6-15 und 20-27 als plagiiert. Das Gremium gibt als Umfang der plagiierten Textstelle hingegen Z. 10-27 an (ebd.). Dies bedeutet, dass es den ersten Satz des Fragments, an dessen Ende Cheneval (2003) referenziert wird, nicht als Plagiat wertet, den durch Auslassungszeichen kenntlich gemachten kurzen Satz sowie die beiden folgenden, in eckige Klammern gesetzten dagegen schon. Für den kurzen Satz konnte VroniPlag Wiki keine Entsprechung, für die beiden folgenden keine vollständige in der Quelle finden (s.o.). Im Schlussbericht sind die zusätzlich als plagiiert gewerteten Sätze nicht synoptisch dokumentiert.

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[12.] Dcl/Fragment 029 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 1-4
Quelle: Kielmansegg 2003
Seite(n): 79, Zeilen: 23 ff.
Das demokratisch gewählte Europäische Parlament kann dies allein nicht leisten. Daher wird eine parlamentarisch verantwortliche Regierung in Europa zur Lösung des Legitimitätsdilemmas allein nicht als Ziel führend [sic] angesehen, sondern ihre Ergänzung um direktdemokratische Verfahren (Zürn 1996; Abromeit 1998).

Abromeit, Heidrun, 1998: Democracy in Europe. Legitimizing [sic] Politics in a Non-State Polity, Oxford: [sic] Berghan [sic] Books.

Zürn, Peter, [sic] 1996: Über den Staat und die Demokratie im europäischen Mehrebenensystem. In: Politische Vierteljahreszeitschrift [sic] 37. Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, S. 27 - 55.

Das Parlament ist dabei eher etwas in den Hintergrund getreten. Die Idee, dass eine parlamentarisch verantwortliche Regierung in Europa die Lösung für das Legitimitätsdilemma sei, hat jedenfalls für die Wissenschaft an Überzeugungskraft deutlich verloren. Statt dessen wird, in unterschiedlichen Varianten, der Einbau direkt-demokratischer Verfahren in das europäische Verfassungsgefüge empfohlen (Zürn 1996; Abromeit 1998); [...]

Abromeit, Heidrun 1998: Democracy in Europe. Legitimizing [sic] Politics in a Non-State Polity, New York/Oxford.

Zürn, Peter [sic] 1996: Über den Staat und die Demokratie im europäischen Mehrebenensystem, in: Politische Vierteljahresschrift 37, 27-55.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die in der gesamten untersuchten Arbeit nicht als separater Titel genannt wird.

Zwar wird im folgenden Satz der Aufsatz Integration und Demokratie (im Literaturverzeichnis mit S. 49-76 in der 2003 erschienenen 2. Aufl. des von Jachtenfuchs / Kohler-Koch herausgegebenen Sammelbandes Europäische Integration aufgeführt) von Kielmansegg referenziert, jedoch erfolgt die Übernahme aus dem Fünf Jahre später – ein Nachwort zur zweiten Auflage betitelten, ebenfalls von Kielmansegg verfassten Nachwort, das sich auf S. 77-83 findet; daher Wertung als Verschleierung und nicht als Bauernopfer.

Weiterhin lässt sich feststellen, dass

  • der Titel des bei Berghahn Books in New York und Oxford erschienenen Werkes von Abromeit (1998) Democracy in Europe. Legitimising Politics in a Non-State Polity lautet [24] und
  • der Vorname des Autors von Zürn (1996) Michael und nicht – wie von Kielmansegg (2003) falsch angegeben und von der Verf.in wohl ohne Prüfung übernommen – Peter ist, vgl. [25].



Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Fehlerhafte Übernahme aus nicht zuzuordnender Quelle (im Kontext genannt)" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[13.] Dcl/Fragment 030 09

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 9-19
Quelle: Nanz Steffek 2005
Seite(n): 83, 86, Zeilen: 83: 11 ff.; 86: 30 ff.
Aber vor allem die institutionelle Offenheit für zivilgesellschaftliche Partizipation am politischen Beratungs- und Entscheidungsprozess ist eine wichtige Vorbedingung für die Demokratisierung und stärkere Legitimation supranationalen Regierungshandelns. Regieren jenseits des Nationalstaates könnte demnach unter bestimmten prozeduralen und partizipatorischen Voraussetzungen demokratisch legitimiert sein (Greenwood 1997; Wallace / Young 1997; Heinelt 1998).

Mit dem Aufkommen der Legitimationsdebatte in den 1990er Jahren ist das normative Potenzial zivilgesellschaftlicher Beteiligung in den europäischen Institutionen stärker thematisiert worden, vor allem mit dem Weißbuch „Europäisches Regieren“, in dem sich die Europäische Kommission ausdrücklich zu einer stärkeren Einbindung der Zivilgesellschaft bekennt (Kommission 2001a). [Die demokratische Legitimation europäischer Politik ist für die Europäische Kommission von entscheidender Bedeutung und eine maßgebende Motivationsgrundlage für deren Politik zur Beteiligung der Zivilgesellschaft (Schramm 1995; Armstrong 2001; Magnette 2001).]


[Armstrong, Kenneth A., 2001: Civil Society and the White Paper - Bridging or Jumping the Gaps? Jean Monnet Working Paper No. 6/01: New York University School of Law.]

Europäische Kommission, 2001a: Europäisches Regieren. Ein Weißbuch. Brüssel: KOM(2001) 428 endgültig.

Greenwood, Justin, 1997: Representing Interests in the European Union. Basingstoke: [sic] Palgrave. [sic]

Heinelt, Hubert, 1998: Zivilgesellschaftliche Perspektiven einer demokratischen Transformation der Europäischen Union. In: Zeitschrift für internationale Beziehungen, 5 (1): S. 79 - 107.

[Magnette, Paul, 2001: European Governance and Civic Participation. Can the European Union be politicised? Jean Monnet Working Paper No. 6/01: New York University School of Law.

Schramm, Jürgen, [sic] 1995: The Role of Non-governmental Organisations [sic] in the new European Order: [sic] Theory - International Relations - Area Report [sic]. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.]

Wallace, Helen / Young, Alasdair R. (Hrsg.), 1997: Participation and Policy-making in the European Union. Oxford: Oxford University Press. [sic]

[Seite 83]

Institutionelle Offenheit für zivilgesellschaftliche Partizipation am Beratungs- und Entscheidungsprozess ist aber eine wichtige Vorbedingung für eine Demokratisierung supranationalen Regierens (De Búrca/Walker, 2002; De Schutter 2002; Curtin 2002a; Heinelt 1998).8 [...] Regieren jenseits des Staates könnte — obgleich nicht repräsentativ-parlamentarisch — nach diesem Modell unter bestimmten prozeduralen und partizipatorischen Voraussetzungen demokratisch legitimiert sein.


8 [...]

[Seite 86]

Erst mit dem Aufkommen der Legitimationsdebatte in den 1990er Jahren ist auch das normative Potential zivilgesellschaftlicher Beteiligung in den europäischen Institutionen thematisiert worden, nicht zuletzt im Weißbuch Europäisches Regieren, in dem sich die Europäische Union ausdrücklich einer verstärkten Einbindung der Zivilgesellschaft verschrieben hat (Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001).15 [Insgesamt wurde der EU eine klare Tendenz in Richtung erweiterter Partizipationsmöglichkeiten zugesprochen (Schramm 1995; Magnette 2001; Armstrong 2001).]


15 [...]


[Armstrong, Kenneth 2001: Civil Society and the White Paper — Bridging or Jumping the Gaps? The Jean Monnet Working Paper, 6, 1, 1-11 (http://www.jeanmonnetprogram. org/papers/01/011601.html [sic]).]

Curtin, Deidre M. 2002a: Integrating ‚Civil Society‘ into European Union Governance: Opening Deliberative Space Top-down and Bottom up, Paper präsentiert auf der Konferenz „Law and (dis)organized civil society: the framing of post-national political movements in the context of global economic governance“, 13.-14. Juni 2002, Florenz: Europäisches Hochschulinstitut, Department of Law.

De Búrca, Gráinne/Walker, Neil 2002: Einführendes Paper zu der Konferenz „Law and (dis)organized civil society: The framing of post-national political movements in the context of global economic governance“, präsentiert am 13.-14. Juni 2002, Florenz: Europäisches Hochschulinstitut, Department of Law.

De Schutter, Olivier 2002: Europe in Search of its Civil Society, Paper präsentiert am 13.-14. Juni 2002 auf der Konferenz „Law and (dis)organized civil society: The framing of post-national political movements in the context of global economic governance“, Florenz: Europäisches Hochschulinstitut, Department of Law.

Heinelt, Hubert 1998: Zivilgesellschaftliche Perspektiven einer demokratischen Transformation der Europäischen Union, in: Zeitschrift für Internationale Beziehungen, 5, 1, 79-107.

Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001: Europäisches Regieren: Ein Weißbuch, Dokument KOM (2001) 428, Brüssel v. 25. Juli.

[Magnette, Paul 2001: European Governance and Civic Participation. Can the European Union be politicised? Jean Monnet Working Paper, 6, 1, 1-15  Im Internet siehe: (http://www.jeanmonnetprogram.org/papers/01/010601. html [sic]).

Schramm, Jürgen [sic] 1995: The Role of Non-governmental Organisations [sic] in the new European Order: [sic] Theory — International Relations — Area Report [sic], Baden-Baden: Nomos.]

[Wallace, Helen S./Young, Alasdair R. [sic] 1997: Participation and Policy-Making in the European Union, Oxford: Clarendon Press]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, da Nanz / Steffek (2005) lediglich drei Absätze weiter oben auf der Vorseite und zwei Absätze weiter unten auf der Folgeseite (dort als "Nanz / Steffens 2005") genannt werden; insofern Wertung als Verschleierung.

Übernahme mitsamt zwei – wenn man diejenigen des nicht als Plagiat gewerteten Satzes im zweiten Absatz (s. u.) mitzählte: fünf – Referenzen. (Aufgrund der unterschiedlichen Verlagsangaben und der fehlenden Nennung der Herausgebereigenschaft (s. u.) wird die Referenz Wallace / Young (1997) hierbei nicht als übernommen mitgezählt.)

Schwer verständlich ist, dass die Verf.in hier statt ihrer tatsächlichen Quelle insbsd. Greenwood (1997) und Wallace / Young (1997) anführt. Da es sich bei diesen beiden Titeln um englischsprachige Werke handelt, können sich die wörtlichen Übereinstimmungen dort nicht in derselben sprachlichen Form finden; bei Heinelt (1998) ist dies ebenfalls nicht der Fall, vgl. [26].

Der erste Teil der Aussage der Verf.in im ersten Satz des zweiten Absatzes findet sich sehr ähnlich auf S. 48, siehe Fragment 048 15.

Der in eckige Klammern gesetzte zweite Satz des zweiten Absatzes hat keine Entsprechung im engeren Sinne in der Quelle und wird deshalb nicht als Plagiat gewertet. Signifikant sind hier dennoch die drei übereinstimmenden Referenzen, die in der untersuchten Arbeit identisch noch einmal auf S. 98 verwendet werden, siehe Fragment 098 29.

Bzgl. der bibliografischen Angaben ist anzumerken, dass

  • die Beiträge von Armstrong (2001) und Magnette (2001) im Rahmen des Symposiums "Mountain or Molehill? A Critical Appraisal of the Commission White Paper on Governance" entstanden sind, vgl. [27] u. [28]. Inkonsistent ist, dass die Verf.in bei diesen beiden Titeln als Erscheinungsort die NYU School of Law nennt, die Titel Joerges u. a. (2001) und Scharpf (2001) in ihrem Literaturverzeichnis aber so angibt:
Joerges, Christian u.a. (Hrsg.), 2001: Mountain or Molehill? A Critical Appraisal of the Commission White Paper on Governance. Florence: Robert Schumann [sic] Centre for Advanced Studies, European University Institute.
Scharpf, Fritz W., 2001: European Governance: Common Concerns vs. the Challenge of Diversity. In: Joerges, Christian / Mény, Yves / Weiler, Joseph H.H. (Hrsg.): Symposium: Responses to the European Commission’s White Paper on Governance. [sic] Florence.
  • eine europäische Ausgabe von Greenwood (1997) bei Macmillan Press in Basingstoke (Hampshire) und London sowie eine amerikanische bei St. Martin's Press in New York erschienen ist, siehe [29]. Wenn man voraussetzt, dass die Verf.in die europäische referenzieren wollte, ist der Verlag falsch angegeben und es fehlt ein Verlagsort,
  • Schramm lediglich der Herausgeber und nicht der Verfasser der 1995 erschienenen Konferenzschrift ist, deren Titel The role of Non-Governmental Organizations in the new European Order. Theory – International Relations – Area Reports lautet [30] (wobei es sich bei Theory – International Relations – Area Reports um den Untertitel des Werkes handelt, was durch den vorhergehenden Doppelpunkt nicht adäquat kenntlich gemacht wird, da Letzterer so als Teil des Titels ausgewiesen wird), und
  • Wallace / Young (1997) bei Clarendon Press und nicht bei Oxford University Press erschienen ist [31]. (Dieser Titel findet sich mit korrekter Angabe des Verlages, jedoch fehlender Nennung der Herausgebereigenschaft auch im Literaturverzeichnis der Quelle.)

Jeweils abgesehen vom Literaturverzeichnis werden Armstrong (2001), Magnette und Schramm in der vorliegenden Dissertation nur an dieser Stelle und auf der o. g. S. 98 erwähnt; Heinelt nur hier; und Wallace / Young sonst nur noch an zwei Stellen, an denen ebenfalls ein Verdacht auf willkürliche Referenzierung naheliegt – siehe Fragment 030 01 und Fragment 072 09 (beide keine Wertung) –, sowie an einer weiteren, an der dieser Titel anscheinend aus der Quelle Wallace (2003) als Referenz übernommen wurde, siehe Fragment 100 26.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 1 ["wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Wörtliche Übernahme ganzer Sätze aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium derartige 1-A-Fundstellen als "eindeutige Fälle von Plagiaten", die "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung' erfüllen" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Anmerkung des Gremiums: "Angegeben werden Quellen, die ebenfalls von Nanz/ Steffek (2005) zitiert werden" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[14.] Dcl/Fragment 030 31

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 31-35
Quelle: Börzel 2006
Seite(n): 88, Zeilen: 31 ff.
Es geht der Europäischen Kommission neben der gleichberechtigten Einbeziehung privater Akteure in die Formulierung europäischer Politik, [sic] auch um die intensivierte Konsultation von Experten und Vertretern der Zivilgesellschaft mit dem Ziel, ihre Position in der Gemeinschaft zu stärken (Scharpf 2001; Schaper-Rinkel 2003).

Schaper-Rinkel, Petra, 2003: Die europäische Informationsgesellschaft. Technologische und politische Integration in der europäischen Politik. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot.

Scharpf, Fritz W., 2001: European Governance: Common Concerns vs. the Challenge of Diversity. In: Joerges, Christian / Mény, Yves / Weiler, Joseph H.H. (Hrsg.): Symposium: Responses to the European Commission’s White Paper on Governance. [sic] Florence.

Der Kommission auf europäischer Ebene scheint es aber auch weniger um die gleichberechtigte Einbeziehung privater Akteure in die Formulierung von EU-Politik zu gehen als um die verstärkte Konsultation von Experten und Vertretern der Zivilgesellschaft, die die Rolle der Kommission in der Gemeinschaftsmethode stärken soll (Scharpf 2001).

Scharpf, Fritz W. 2001. European Governance: Common Concerns vs. the Challenge of Diversity. In Symposium: Responses to the European Commission’s White Paper on Governance, [sic] hrsg. von Christian Joerges, Yves Mény und Joseph H. H. Weiler, Florence.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle. Die Aussage wird inhaltlich etwas verändert.

Bei Scharpf (2001) können sich die wörtlichen Übereinstimmungen nicht in derselben sprachlichen Form finden, da es sich hierbei um einen englischsprachigen Beitrag handelt. Weiterhin ist dieser im Rahmen des Symposiums "Mountain or Molehill? A Critical Appraisal of the Commission White Paper on Governance" entstanden, siehe [32] u. [33].

Schaper-Rinkel (2003) verwendet zwar auf S. 107 und S. 223 das Adjektiv "zivilgesellschaftlich" in weiterem Zusammenhang mit der Europäischen Kommission, doch findet sich ein vergleichbarer Wortlaut dort ebenfalls nicht.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatzartige Formulierung, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[15.] Dcl/Fragment 031 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 20-24
Quelle: Eder 2003
Seite(n): 85, Zeilen: 6 ff.
Nach Eder (2003) ist Öffentlichkeit jener Freiraum zwischen Staat und Gesellschaft, in dem Institutionen thematisiert werden. Öffentlichkeit wird damit als Beobachtungs- und Thematisierungsinstanz der Kommunikation politischer und sozialer Institutionen zwischen Staat und Gesellschaft gefasst, die gemeinsam geteilte Relevanzstrukturen beinhaltet (Gerhards / Neidhardt 1991; Somers 1998).

Eder, Klaus, 2003: Öffentlichkeit und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 85 - 120.

Gerhards, Jürgern [sic] / Neidhardt, Friedhelm, 1991: Strukturen und Funktionen moderner Öffentlichkeit. Fragestellungen und Ansätze. In: Müller-Dohm [sic], Stefan / Neumann-Braun, Klaus (Hrsg.): Öffentlichkeit – Kultur – Massenkommunikation. Beiträge zur Medien- und Kommunikationssoziologie. Oldenburg: Bibliotheks- und Informationssystem der Universität Oldenburg, S. 31 - 89.

Somers, Margaret R., 1998: „Citizenship“ zwischen Staat und Markt. Das Konzept der Zivilgesellschaft und das Problem der „dritten Sphäre“. In: Berliner Journal für Soziologie 8, 489 - 506 [sic].

Öffentlichkeit ist jener Freiraum zwischen Staat und Gesellschaft, in dem Institutionen thematisiert werden. Er ist weder eine politische Institution noch eine soziale Institution, sondern eine (ihrerseits institutionalisierbare) Beobachtungsinstanz und Thematisierungsinstanz politischer und sozialer Institutionen. Öffentlichkeit ist ein Drittes zwischen Staat und Gesellschaft (Somers 1998), ein ausdifferenzierter Bereich politischer Kommunikation, in dem sich Sprecher an ein Publikum wenden, sowie Medien, die dieses Sprechen hörbar machen. Öffentlichkeit umfasst also ein soziales Feld, in dem Kommunikation mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit stattfindet, sowie gemeinsam geteilte Relevanzstrukturen, die verständlich machen, was kommuniziert wird (Gerhards/Neidhardt 1991; Neidhardt 1994).

Gerhards, Jürgen/Neidhardt, Friedhelm 1991: Strukturen und Funktionen moderner Öffentlichkeit. Fragestellungen und Ansätze, in: Müller-Doohm, Stefan/Neumann-Braun, Klaus (Hrsg.): Öffentlichkeit - Kultur - Massenkommunikation. Beiträge zur Medien- und Kommunikationssoziologie, Oldenburg, 31-89.

Neidhardt, Friedhelm 1994: Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen, in: Neidhardt, Friedhelm (Hrsg.): Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 34), Opladen, 7-41.

Somers, Margaret R. 1998: „Citizenship“ zwischen Staat und Markt. Das Konzept der Zivilgesellschaft und das Problem der „dritten Sphäre“, in: Berliner Journal für Soziologie 8, 489-506 [sic].

Anmerkungen

Nach Nennung Eders (2003) wird inkl. zweier Referenzen weiter von diesem übernommen. Zudem werden die übereinstimmenden elf aufeinanderfolgenden Wörter im ersten Satz nicht als Zitat kenntlich gemacht.

Bzgl. der bibliografischen Angaben ist anzumerken, dass

  • der erste Co-Herausgeber des an der Universität Oldenburg erschienenen Sammelbandes Müller-Doohm heißt [34] und
  • die Abhandlung von Somers (1998) nur die Seiten 489-505 umfasst, was sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in falsch angegeben wird.

Somers und Gerhards / Neidhardt (1991) werden in der gesamten untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 12)

Begründung: "Eder wird eindeutig als Quelle genannt, aber nicht korrekt zitiert" (ebd., S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[16.] Dcl/Fragment 032 23

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 23-26
Quelle: Trenz 2003
Seite(n): 162, 163, Zeilen: 162: 38 ff.; 163: 4 ff.
Öffentlichkeit wird dabei im Vorfeld politischer Entscheidungsprozesse mehr und mehr über die Betroffenen sektoralisiert und die Praxis des „Regierens in Netzwerken“ in der EU wird ausgeweitet (Benz 1997; Eising / Kohler-Koch 1999, Eriksen 1999).

Benz, Arthur, 1997: Kooperativer Staat? Gesellschaftliche Einflussnahme [sic] auf staatliche Steuerung. In: Klein, Ansgar / Schmalz-Bruns, Rainer (Hrsg.): Politische Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 88 - 113.

Eising, Rainer / Kohler-Koch, Beate, 1999: Introduction. Network Governance in the European Union. In: Kohler-Koch, Beate / Eising, Rainer (Hrsg.): The Transformation of Governance in the European Union. London: [sic] Routledge, S. 3 - 13.

Eriksen, Erik Oddvar, 1999: The Question of Deliberative Supranationalism in the EU. Arena Working Papers WP 99/4. Oslo: University of Oslo.

[Seite 162]

2.   Funktionale Öffentlichkeiten. Die politikwissenschaftliche Regierungslehre hat auf eine schleichende Funktionalisierung und Sektoralisierung von Öffentlichkeit im Vorfeld politischer Entscheidungsfindungsprozesse hingewiesen, die sowohl auf nationalstaatlicher Ebene als auch in den Verhandlungs- und Entscheidungsarenen der internationalen Politik voranschreitet (Benz 1997). [...]

[Seite 163]

[...] Statt hierarchischer Interessenakkumulation verlagert sich die Praxis des „Regierens in Netzwerken“ in der EU (Eising/ Kohler-Koch 1999) auf eine horizontale Vermittlung zwischen Experten, Funktionären und organisierten Betroffenenvertretern. In welchem Ausmaß dabei das deliberative Ideal einer rationalen Entscheidungsvorbereitung in den horizontalen Verfahrensdesigns des EU-Mehrebenensystems tatsächlich umgesetzt werden kann, ist bereits mit einigermaßen zuversichtlichen Ergebnissen analysiert worden (Joerges/Neyer 1998; Erikson [sic] 1999).


Benz, Arthur: Kooperativer Staat? Gesellschaftliche Einflussnahme [sic] auf staatliche Steuerung. In: Klein, Ansgar/Schmalz-Bruns, Rainer (Hg.): Politische Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland. Baden-Baden: Nomos, 1997, S. 88-113

Eising, Rainer/Kohler-Koch, Beate: Introduction: Network Governance in the European Union. In: Kohler-Koch, Beate/Eising, Rainer (Hg.): The Transformation of Governance in the European Union. London: [sic] Routledge, 1999, S. 3-13

Eriksen, Erik O.: The Question of Deliberative Supranationalism in the EU. Arena Working Papers WP 99/4. Oslo: University of Oslo.

Joerges, Christian/Neyer, Jürgen: Vom intergouvernementalen Verhandeln zur deliberativen Politik: Gründe und Chancen für eine Konstitutionalisierung der europäischen Komitologie. In: Kohler-Koch, Beate (Hg.): Regieren in entgrenzten Räumen. Sonderheft 29 der Politischen Vierteljahresschrift. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1998, S. 207-234

Anmerkungen

Unmittelbar zuvor wird Trenz (2003) genannt. Die folgende, aus Stücken des Textes zusammengesetzte Übernahme inkl. dreier Referenzen wird jedoch nicht kenntlich gemacht.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Verf.in hier auch Eriksen (1999) nennt, obwohl sich bei ihr keine diesem in der Quelle zugeschriebenen Inhalte finden.

Weiterhin ist anzumerken, dass abweichend von den jeweiligen Angaben

  • der Beitrag von Benz (1997) in alter Rechtschreibung gehalten ist und dessen Titel im Original daher Kooperativer Staat? Gesellschaftliche Einflußnahme auf staatliche Steuerung lautet, und
  • der von Eising / Kohler-Koch (1999) herausgegebene Sammelband bei Routledge in London und New York erschienen ist. [35]

Diese beiden (kleineren) Fehler finden sich sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in.

Benz (1997) und Eriksen (1999) werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 12)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[17.] Dcl/Fragment 033 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 1-4
Quelle: Strohmeier 2007
Seite(n): 29, Zeilen: li. Sp. 1 ff.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass europäische Themen nicht von supranationalen europäischen Medien in einer europäischen Sprache aus einem europäischen Blickwinkel, sondern von nationalen Medien in nationaler Sprache aus einem überwiegend nationalen Blickwinkel, teilweise selektiv und populistisch diskutiert werden (Trenz 2003).

Trenz, Hans-Jörg, 2003: Einführung: Auf der Suche nach einer europäischen Öffentlichkeit. In: Klein, Ansgar / Koopmanns, Ruud / Trenz, Hans-Jörg / Klein, Ludger / Lahusen, Christian / Rucht, Dieter (Hrsg.): Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa. Opladen: Leske + Budrich, S. 161 - 168.

Mit anderen Worten: Europäische Themen werden nicht von (supranationalen) europäischen Medien in „europäischer Sprache“ aus einem europäischen Blickwinkel, sondern von nationalen Medien in nationaler Sprache aus einem überwiegend nationalen Blickwinkel diskutiert.40

[23 Vgl. Dieter Grimm, Braucht Europa eine Verfassung?, in: Juristenzeitung, 50 (1995) 12, S. 581–591, hier S. 589.]

40 Vgl. D. Grimm (Anm. 23), S. 588.

Anmerkungen

Die mit Trenz (2003) referenzierte Aussage findet sich bei diesem so nicht. Auf S. 163 heißt es bei diesem aber:

"Die beständige Suche nach Legitimität wird auch Intellektuelle, EU-Funktionäre oder Verbandsvertreter veranlassen, den Spielregeln massenmedialer Kommunikation Folge zu leisten, für deren Nichtbeachtung sie zunehmend bestraft werden (Meyer in diesem Band), selbst wenn sich die fragmentierten nationalen Medienlandschaften bislang beharrlich sowohl der Ausbildung einer gemeinsamen europäischen Medienöffentlichkeit als auch der Europäisierung nationaler medialer Öffentlichkeiten widersetzt haben (Gerhards 1993, 2000). Massenmedien als Hauptträger für die Entfaltung einer europäischen politischen Öffentlichkeit können aber auch neue Defizite herbeiführen, indem sie politische Kommunikation selektiv und populistisch umgestalten und damit anstelle des rationalen Austauschs und der Verständigung über das gemeinsame europäische Integrationsprojekt der Verbreitung nationalistischer Ressentiments den Boden bereiten."

Schwer verständlich ist, warum die Verf.in trotz 17 aufeinanderfolgend übernommener Wörter hier nicht auch Strohmeier (2007) als Quelle nennt. Lediglich der Ausdruck "selektiv und populistisch" stammt von Trenz.

Da Strohmeier (2007) am Schluss des folgenden Absatzes erwähnt wird, Wertung als Bauernopfer.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Begründung: "Obwohl Strohmeier im folgenden Absatz genannt wird, ist kein inhaltlicher Zusammenhang zur wörtlichen Textübernahme erheblichen Umfangs zu erkennen. Gravierender Fall mit Tendenz zur Kategorie 1 A." (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[18.] Dcl/Fragment 033 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 14-20
Quelle: Eder 2003
Seite(n): 88, 89, 90, 91, 93, Zeilen: 88: 32 f.; 89: 1 f., 24 ff., 101 ff.; 90: 1 ff.; 91: 31 ff.; 93: 2 ff.
Das Öffentlichkeitsproblem der Europäischen Union besteht nach weitläufiger Meinung darin, dass sich im Raum politischer Kommunikation in Europa bislang kein transnationaler Souverän politischer Kommunikation konstituiert hat, sondern viele kleine lokale, regionale, nationale oder sektoral bestimmte Räume politischer Kommunikation entstanden sind, die sich nur an Gemeinsamkeiten mit konkreten Problemstellungen orientieren und nur teilweise, meist temporäre Koalitionen eingehen (Gerhards 1993; 2000; Rokkan 2000; Eder 2003; Trenz 2003).

Eder, Klaus, 2003: Öffentlichkeit und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 85 - 120.

Gerhards, Jürgen, 1993: Westeuropäische Integration und die Schwierigkeiten der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 22, S. 96 - 110.

Gerhards, Jürgen, 2000: Europäisierung von Ökonomie und Politik und die Trägheit der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. In: Bach, Maurizio (Hrsg.): Die Europäisierung nationaler Gesellschaften. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 40. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 277 - 305.

Rokkan, Stein, 2000: Staat, Nation und Demokratie in Europa. Die Theorie Stein Rokkans aus seinen gesammelten Werken rekonstruiert und eingeleitet von Peter Flora. Frankfurt / Main: Suhrkamp.

Trenz, Hans-Jörg, 2003: Einführung: Auf der Suche nach einer europäischen Öffentlichkeit. In: Klein, Ansgar / Koopmanns, Ruud / Trenz, Hans-Jörg / Klein, Ludger / Lahusen, Christian / Rucht, Dieter (Hrsg.): Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa. Opladen: Leske + Budrich, S. 161 - 168.

[Seite 88]

Das im transnationalen Raum sich stellende „Öffentlichkeitsproblem“ ist also das der Provinzialisierung politischer Öf-

[Seite 89]

fentlichkeit und dem damit verbundenen Funktionsverlust politischer Öffentlichkeit.5

[...]

Das Öffentlichkeitsproblem der Europäischen Union besteht darin, dass sich im Raum politischer Kommunikation in Europa bislang kein Souverän politischer Kommunikation konstituiert hat. In diesem Raum politischer Kommunikation existieren viele kleine Souveräne. Dieses Bild entspricht in eigentümlicher Weise dem historischen Bild von Europa als eines Systems der Vielstaaterei (Rokkan 2000). Es gibt viele Räume politischer Kommunikation in Europa. Das Problem ist die Koordination dieser kommunikativen


5 Diese Beschreibung stellt den dominierenden Basiskonsens der Öffentlichkeitspessimisten dar. Vgl. dazu besonders die Arbeiten von Gerhards (1993, 2000).

[Seite 90]

Räume, um die Kommunikation vieler kleiner Souveräne (also nationaler Wahlvölker) in eine einen transnationalen Souverän konstituierende Form politischer Kommunikation zu überführen.

[Seite 91]

[...]

Der Normalzustand populärer Öffentlichkeit ist der einer Diversität lokaler, regionaler und sektoraler Stimmen, die zu einer gemeinsamen Öffentlichen Meinung über die Konstruktion einer öffentlichen Meinung gelangt. [...]

[Seite 93]

[...]

Es geht vielmehr um immer wieder herzustellende Gemeinsamkeiten, die an konkreten Problemen anknüpfen und Koalitionen hervorrufen, die kurz darauf wieder widerrufen werden.


Gerhards, Jürgen 1993: Westeuropäische Integration und die Schwierigkeiten der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit, in: Zeitschrift für Soziologie 22, 96-110.

Gerhards, Jürgen 2000: Europäisierung von Ökonomie und Politik und die Trägheit der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit, in: Bach, Maurizio (Hrsg.): Die Europäisierung nationaler Gesellschaften (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 40), Opladen, 277-305.

Rokkan, Stein 2000: Staat, Nation und Demokratie in Europa (herausgegeben von Peter Flora), Frankfurt/Main.

Anmerkungen

Neben Eder (2003) nennt die Verf.in noch vier weitere Referenzen. Anscheinend setzt sie ihren Satz aber ausschließlich aus Bruchstücken der Ausführungen Eders zusammen. 11 aufeinanderfolgende Wörter werden hierbei ohne Kenntlichmachung übernommen; auch drei von dessen Referenzen finden sich bei ihr wieder (Gerhards (1993 und 2000) wird auch bei Trenz (2003) angeführt, Rokkan (2000) jedoch nicht).

Insbsd. die Nennung Rokkans scheint fragwürdig, da dieser in der Quelle nur einmalig und hierbei für eine Aussage referenziert wird, die nicht im Zusammenhang mit Öffentlichkeit steht. Rokkan starb zudem bereits im Sommer 1979 [36], d. h. mehr als 12 Jahre vor Gründung der EU und wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Begründung: "Paraphrase von Eder mit deutlicher wörtlicher Textübernahme, ohne dass dessen Urheberschaft eindeutig zu erkennen wäre" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Fußnote des Gremiums zur Quelle Eder (2003): "Die Quelle wird zwar genannt aber zusammen mit vier anderen Quellen." (ebd.)

Anmerkung des Gremiums: "Angegeben werden Quellen, die auch von Eder (2003) erwähnt werden." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[19.] Dcl/Fragment 034 11

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 11-13
Quelle: Franzius 2004
Seite(n): 1, Zeilen: 17 ff.
Diese politische Öffentlichkeit ermöglicht den Bürgern, zur gleichen Zeit zu gleichen Themen von gleicher Relevanz Stellung zu nehmen. Aus dieser staatsbürgerlichen Praxis kann Demokratisierung auf europäischer Ebene erwachsen. Politische Öffentlichkeit wird nicht als substantiell vorgegebene Größe, sondern in ihrer Funktion als voraussetzungsvoller Kommunikationszusammenhang verstanden, der es den Bürgern ermöglicht, zur „gleichen Zeit zu gleichen Themen von gleicher Relevanz" Stellung zu nehmen. Dies ist eine Umkehrung der Perspektive und zugleich eine Verheißung: Nicht die vorpolitische Identität des Demos, sondern vielmehr der konstitutionelle Akt und die daraus erwachsende staatsbürgerliche Praxis fördern die schleichende, jedoch unausweichliche Demokratisierung der Europäischen Union.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Die von Franzius (2004) in Anführungsstriche gesetzte Formulierung stammt ursprünglich von Habermas (1996), Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie, Frankfurt a. M. (S. 190 u. 205). Diesen Titel führt die Verf.in auch in ihrem Literaturverzeichnis auf. Von einer "staatsbürgerliche[n] Praxis" oder "Demokratisierung" ist auf den beiden genannten Seiten jedoch nicht die Rede; der erstere Begriff kommt ausschließlich auf S. 300 vor, dort aber nicht der letztere.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Begründung: "Paraphrasierung von Eder, spätere Verwendung des Gedankens in der Sekundärliteratur irrelevant" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorien 3 sowie C als "geringfügige Mängel"; bei ersteren "konnte der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden", bei letzteren "handelt es sich um Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[20.] Dcl/Fragment 034 25

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 25-28
Quelle: Strohmeier 2007
Seite(n): 29, Zeilen: re. Sp. 19 ff., 101 ff.
Dabei steht im Vordergrund, dass die Sprachenvielfalt einerseits aus quantitativen und qualitativen Gründen das Entstehen einer europäischen Kommunikationsgemeinschaft, europäischer Medien, Parteien und Verbände erschwert (Grimm 1995; Kielmannsegg [sic] 2003), [dass andererseits aber angesichts der enormen wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Interdependenzen in der EU eine Entfaltung öffentlicher politischer Kommunikation über Sprachengrenzen hinweg als durchaus realistisch bewertet werden kann (Kantner 2003 / van de Steeg 2003).]

Grimm, Dieter, 1995: Braucht Europa eine Verfassung? München: Carl Friedrich von Siemens Stiftung.

Kielmansegg, Peter Graf, 2003: Integration und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 49 - 76.

[Das Fehlen einer europäischen Sprache ist somit der wesentliche Grund für das Fehlen einer europäischen Öffentlichkeit: „Europa ist keine Kommunikationsgemeinschaft, weil Europa ein vielsprachiger Kontinent ist — das banalste Faktum ist zugleich das elementarste.“43 In der Folge ist das Fehlen einer europäischen Sprache „das größte Hemmnis für eine Europäisierung der politischen Substruktur, von der das Funktionieren eines demokratischen Systems und das Leistungsvermögen eines Parlaments abhängt“.44] [...] Die Sprachenvielfalt verhindert somit langfristig sowohl aus quantitativen als auch aus qualitativen Gründen das Entstehen einer europäischen Kommunikationsgemeinschaft – sowie (in der Folge) das Entstehen europäischer Medien, Parteien und Verbände.

[23 Vgl. Dieter Grimm, Braucht Europa eine Verfassung?, in: Juristenzeitung, 50 (1995) 12, S. 581–591, hier S. 589.]

43 Peter Graf Kielmansegg, Integration und Demokratie, in: Markus Jachtenfuchs/Beate Kohler-Koch (Hrsg.), Europäische Integration, Opladen 1996, S. 55.

44 D. Grimm (Anm. 23), S. 588.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Weder bei Grimm (1995) noch bei Kielmansegg (2003) findet sich die Aussage der Verf.in dieser Form wieder. Bei Strohmeier (2007) werden deren beiden Aufsätze jedoch auf S. 29 fünf bzw. vier Sätze vor dem übernommenen Text für andere Aussagen und in anderer bibliografischer Form in Fußnoten referenziert.

Die zweite, in eckige Klammern gesetzte Hälfte des Satzes wird nach ähnlichem Muster aus Ausführungen der Quelle Trenz (2003) gebildet, siehe Fragment 034 28.

Grimm wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Dissertation ausschließlich an dieser Stelle angeführt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Begründung: "Paraphrase von Strohmeier mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 11)

Anmerkung des Gremiums: "Genannt werden die Literaturangaben, die Strohmeier (2007) auch nennt, wobei die Paraphrasierung mit wörtlicher Übernahme eindeutig ist." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[21.] Dcl/Fragment 034 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 28-31
Quelle: Trenz 2003
Seite(n): 166, Zeilen: 31 ff.
[Dabei steht im Vordergrund, dass die Sprachenvielfalt einerseits aus quantitativen und qualitativen Gründen das Entstehen einer europäischen Kommunikationsgemeinschaft, europäischer Medien, Parteien und Verbände erschwert (Grimm 1995; Kielmannsegg [sic] 2003),] dass andererseits aber angesichts der enormen wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Interdependenzen in der EU eine Entfaltung öffentlicher politischer Kommunikation über Sprachengrenzen hinweg als durchaus realistisch bewertet werden kann (Kantner 2003 / van de Steeg 2003).

Kantner, Cathleen, 2003: Öffentliche politische Kommunikation in der EU. Eine hermeneutisch-pragmatische Perspektive. In: Klein, Ansgar / Koopmans, Ruud / Trenz, Hans-Jörg / Lahusen, Christian / Rucht / Dieter [sic] (Hrsg.): Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa. Opladen: Leske + Budrich, S. 215 - 232.

Van de Steeg, Marianne 2003: Bedingungen für die Entstehung von Öffentlichkeit in der EU. In: Klein, Ansgar / Koopmans, Ruud / Trenz, Hans-Jörg / Lahusen, Christian / Rucht / Dieter [sic] (Hrsg.): Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa. Opladen: Leske + Budrich, S. 171 - 192.

[Die Intuition, dass Sprache nicht gleich Kommunikation ist, liegt der Arbeit von van de Steeg zugrunde. Kantner liefert uns hierzu eine Erklärung aus dem Kontext der modernen philosophischen Hermeneutik, die das Problem des Verstehens und Begründens von Kommunikation von dem Problem einer gemeinsamen Sprache konsequent loslöst.] Eine Entfaltung von öffentlicher politischer Kommunikation über Sprachengrenzen hinweg kann somit unter Inanspruchnahme der Übersetzungsleistungen der Massenmedien nicht nur prinzipiell in Aussicht gestellt, sondern in Anbetracht der außergewöhnlichen wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Interdependenzen in der EU auch in hohem Maße erwartet werden.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Trenz (2003) leitet in Teil 2, "Europäische Öffentlichkeit", des von Klein et al. herausgegebenen Sammelbandes ein und spricht hier kurz die Beiträge von van de Steeg und Kantner an. Die danach von der Verf.in von Trenz übernommenen Ausführungen finden sich bei diesen beiden Autorinnen jedoch in diesem Wortlaut nicht; mit der Quelle stimmen einmal acht und einmal sechs aufeinanderfolgende Wörter überein.

Die erste, in eckige Klammern gesetzte Hälfte des Satzes wird nach ähnlichem Muster aus Ausführungen der Quelle Strohmeier (2007) gebildet, siehe Fragment 034 25.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(siehe hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[22.] Dcl/Fragment 035 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 1-4
Quelle: Eder 2003
Seite(n): 90, 95, Zeilen: 90: 8 ff.; 95: 13 ff., 101 ff.
Als Träger der europäischen Öffentlichkeit im Sinne einer elitären, wie auch populären, massenmedialen Öffentlichkeit gilt die entstehende europäische Zivilgesellschaft, die die europäischen Institutionen zunehmend unter einen Legitimierungsdruck setzt, der über die Selbstlegitimation durch Erfolg und Effizienz hinausgeht (Scharpf 1999).

Scharpf, Fritz W., 1999: Regieren in Europa. Effektiv und demokratisch? Frankfurt / New York: Campus Verlag.

[Seite 90]

Im Folgenden wird zunächst nach Vorläufern zivilgesellschaftlicher Träger einer emergenten transnationalen Öffentlichkeit in Europa gefragt, einer elitären Öffentlichkeit in Europa, die weit zurückreichende historische Wurzeln aufweist, dann einer populären Öffentlichkeit, die sich immer wieder hörbar gemacht hat. [...]

[Seite 95]

Die entstehende Zivilgesellschaft setzt europäische Institutionen unter Druck. Der klassische Legitimationsmodus dieser Institutionen, ihre „Zweckmäßigkeit“, wird an eine Gesellschaft gebunden, die Zustimmung zu diesen Institutionen an weitergehende Ansprüche als Effizienz bindet. Dies ist der Grund für das zunehmend beklagte Legitimitätsdefizit europäischer Institutionen.8 Die Besonderheit des Legitimationsanspruchs von EU-Institutionen beruhte bislang auf einer anspruchsvollen Form legitimer Selbstbegründung; sie gründete auf dem Legitimationsglauben, der auf nichts anderes setzt als auf den Erfolg. [...]


8 Die Idee einer Selbstlegitimation durch Effizienz (Scharpf 1999) und die damit verbundene Reduktion des Legitimationsanspruchs der europäischen Gemeinschaften als Zweckverbände hat allerdings niemals so rein existiert. [...]


Scharpf, Fritz W. 1999: Regieren in Europa. Effektiv und demokratisch?, Frankfurt/Main.

Anmerkungen

Die Verf.in setzt ihre Ausführungen aus Versatzstücken der Quelle Eder (2003) zusammen, die am Ende des vorhergehenden Absatzes auf der Vorseite und im Folgeabsatz genannt wird. Einzig das Adjektiv "massenmedialen" stammt von ihr selbst.

Der Inhalt des Satzes findet sich so weder dem Wortlaut nach noch sinngemäß bei Scharpf (1999).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[23.] Dcl/Fragment 036 13

ÜbersetzungsPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 13-16
Quelle: Liebert Trenz 2008
Seite(n): 11, 12, Zeilen: 11: 35 ff.; 12: 1 f.
Der Begriff [Zivilgesellschaft] ist gegründet auf ethische Normen wie den Glauben an Humanismus und Gewaltfreiheit, die Menschenrechte, die Autonomie des Individuums und die Würde des Menschen (Bryant 1993; Kumar 1993; Tarrow / della Porta 2004; [sic] Ost 2005).

Bryant, Christopher, [sic] G. A.:, [sic] 1993: Social Self-Organisation, Civility and Sociology: A Comment on Kumar’s “Civil Society”. In: The British Journal of Sociology, 44 (3): 397 - 401.

Kumar, Krishan, 1993: Civil Society: An Inquiry into the Usefulness of an Historical Term. In: British Journal of Sociology, [sic] 44 (3): 375 - 395.

Ost, David, 2005: The Defeat of Solidarity: [sic] Anger and Politics in Postcommunist Europe. London: [sic] Cornell University Press.

Tarrow, Sidney / della Porta, Donatella, 2004: [sic] Transnational Protest and Global Activism. Lanham, MD: [sic] Rowman & Littlefield.

[Seite 11]

Civil society is a project, vision and program placed in direct opposition to the state and its totalitarian apparatus; it is founded on norms such as the ethical imperative for action, belief in humanism and non-violence, support for human rights, the autonomy of the individual, and the defence of human dignity (Bryant

[Seite 12]

1993; Kumar 1993; 1994; Bryant and Mokrycki 1995; Tarrow and della Porta 2004; [sic] Ost 2005).1


1 See also Adam Michnik, ‘Notes from the Revolution’, The New York Times 11 March 1990.


Bryant, C. G. A. (1993). ‘Social Self-Organisation, Civility and Sociology: A Comment on Kumar’s “Civil Society”’, The British Journal of Sociology, 44(3): 397-401.

Bryant, C. G. A. and Mokrycki, E. (eds) (1995) Democracy, Civil Society and Pluralism, Warsaw: Ifis Publishers.

Kumar, K. (1993) ‘Civil Society: An Inquiry into the Usefulness of an Historical Term’, British Journal of Sociology, [sic] 44(3): 375-395.

— (1994) ‘Civil Society Again: A Reply to Christopher Bryant’s “Social Self-Organisation, Civility and Sociology”’, British Journal of Sociology, [sic] 45(1): 127-131.

Ost, D. (2005) The Defeat of Solidarity: [sic] Anger and Politics in Postcomunist [sic] Europe, London: [sic] Cornell University Press.

Tarrow, S. and della Porta, D. (2004): [sic] Transnational Protest and Global Activism, Lanham MD: [sic] Rowman & Littlefield.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Bzgl. der bibliografischen Angaben lässt sich feststellen:

  • Bei den Literaturnachweisen Bryant und Kumar (jeweils 1993) benennt die Verf.in analog zu ihrer Quelle im ersten Fall die Zeitschrift als The British Journal of Sociology, im zweiten nur als British Journal of Sociology. Korrekt ist die erstere Bezeichnung, vgl. [37].
  • Die Monografie von Ost (2005) ist parallel in Ithaca (New York) und London bei Cornell University Press erschienen. [38] Der amerikanische Verlagsort fehlt sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in. Zudem ist Anger and Politics in Postcommunist Europe der Untertitel des Werkes, weshalb der vorhergehende Doppelpunkt irreführend ist, da er so als Teil des Titels ausgewiesen wird.
  • Bei dem Titel "Tarrow / della Porta 2004" handelt es sich nicht um ein Werk, das (ausschließlich) von Tarrow und della Porta verfasst wurde; vielmehr wurde dieser Sammelband von ihnen herausgegeben. Zudem ist er nicht 2004, sondern erst 2005 erschienen, vgl. [39]. Im Original wird auch, gemäß dem Alphabet, zuerst della Porta als Herausgeberin genannt; zudem ist der Band parallel auch in Boulder, New York, Toronto und Oxford erschienen. All diese Fehler bzw. Unstimmigkeiten finden sich sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in.

Bryant, Kumar und "Tarrow / della Porta 2004" werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der betrachteten Dissertation ausschließlich an dieser Stelle erwähnt, Ost (2005) nur noch einmal – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – auf S. 38 ebenfalls in einem Plagiatskontext, siehe Fragment 038 01.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Anmerkung des Gremiums: "An der Stelle werden vier Quellen genannt, die von Liebert/Trenz (2008) auch genannt werden." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[24.] Dcl/Fragment 037 01

ÜbersetzungsPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 1-5, 6-7
Quelle: Liebert Trenz 2008
Seite(n): 12, Zeilen: 3 ff.
Dieses Verständnis wurde [im 19. Jahrhundert vor allem] durch Marx und Hegel zur „bürgerlichen Gesellschaft“ weiterentwickelt, das Zivilgesellschaft als Teil einer Interdependenz der drei Sphären Gesellschaft, Wirtschaft und Staat verstand, bei dem die Zivilgesellschaft ein autonomer Bereich ist, der sich am Streben individueller Interessen und der Freiheit ausrichtet [und im Sinne der Bourgeoisie oder des Mittelstandes im entschiedenen Gegensatz zum Staat bestimmt wird (Riedel 1975; Kocka 2000;] Perez-Diaz [sic] 2006).

[Kocka, Jürgen, 2000: Zivilgesellschaft als historisches Problem und Versprechen. In: Hildermeier, Manfred / Kocka, Jürgen / Conrad, Christoph (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft in Ost und West. Begriff, Geschichte, Chancen. Frankfurt / Main, New York: Campus Verlag.]

Pérez-Diaz, Victor, [sic] 2006: Markets as Conversations: Markets’ Contribution to Civility, the Public Sphere and Civil Society at large. ASP Research Paper 06/59(b). Madrid: Analistas Socio Politicos [sic].

[Riedel, Manfred, 1975: Gesellschaft, bürgerliche. In: Brunner, Otto / Conze, Werner / Koselleck, Reinhardt (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd. 2, Stuttgart: Klett - Cotta Verlag, S. 719 - 800.]

In the tradition of the Hegelian and Marxian notion of bürgerliche Gesellschaft, civil society is conceived of to reflect the differentiation and at the same time interdependence of the three spheres of society, the economy and the state. Here, civil society refers to an autonomous realm for the pursuit of individual interests and freedom, where social co-ordination is achieved through the market that is conceived as a “conversation” that contributes to civility, to the public sphere and civil society at large” [sic] (Perez-Diaz [sic] 2006).

Perez-Diaz [sic], V. (2006) ‘Markets as Conversations: Markets’ Contribution to Civility, the Public Sphere and Civil Society at large’, ASP Research Paper 06/59(b), Madrid: Analistas Socio Politicos [sic]

Anmerkungen

Bis auf die in eckige Klammern gesetzten Teile des Satzes handelt es sich hier um eine Übersetzung aus Liebert / Trenz (2008), da sich deren Ausführungen in dieser kompakten Form bei Pérez-Díaz (2006) selbst so nicht finden, vgl. [40].

Abgesehen vom Literaturverzeichnis wird Letzterer in der betrachteten Dissertation ausschließlich an dieser Stelle genannt. Die in eckige Klammern gesetzten Teile des Satzes – die nicht als Plagiat gewertet werden – stammen aus Kocka (2000), S. 16 f., der u. a. Riedel (1975) als Grundlage nennt. Die von den drei angegebenen Autoren wohl einzig tatsächlich benutzte Quelle dürfte damit Kocka sein.

(Der Name des Autors von Markets as conversations wird durchweg falsch geschrieben und lautet Víctor Pérez-Díaz, siehe S. 39 in dessen Literaturverzeichnis bzw. [41].)


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 36 bis 40: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kocka 2000 ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 4 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Es ist nicht auszuschließen, dass die eigentliche Quelle Kocka ist und nicht, wie von Vroniplag vermutet, Liebert/Trenz. Daher einzuordnen als Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen mit im Kontext genannter, aber nicht eindeutig zuzuordnender Quelle." (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[25.] Dcl/Fragment 037 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 17-20
Quelle: Kocka 2000
Seite(n): 19, Zeilen: 13 ff.
Die Selbsttätigkeit gesellschaftlicher Gruppen im Unterschied zur Apparatur des bürokratischen Staates einerseits und die Kraft der Solidarität und Vergemeinschaftung im kleinen Raum andererseits werden in diesem Zusammenhang hervorgehoben (Arato / Cohen 1984).

Arato, Andrew / Cohen, Jean L., 1984: Social Movements, Civil Society, And [sic] the Problems [sic] of Sovereignty. Praxis international 4, S. 266 - 283.

[Diese Sichtweise konnte sich mit radikaldemokratischer Kritik an »technokratischem« Politikverständnis wie mit marxistischen Traditionen der Kapitalismuskritik verbinden (Arato/Cohen 1984; 1989; Cohen/Arato 1992; Habermas 1982, S. 471; 1992, S. 399-467; 1990, S. 11-50).] Auch kommunitaristisch orientierte Autoren wie Michael Walzer und Charles Taylor beschworen mit dem Zauberwort »Civil Society« die Selbsttätigkeit gesellschaftlicher Gruppen im Unterschied zur Apparatur des bürokratischen Staats und darüber hinaus die Kraft der Solidarität und der Vergemeinschaftung im kleinen Raum, in der Nachbarschaft, im Verein, im sozialen Klub und in der Bürgerinitiative (vgl. Walzer 1992, S. 103f; 1995; Taylor 1991).

[Arato, Andrew/Cohen, John [sic] L. (1984), »Social Movements, Civil Society, And [sic] the Problems [sic] of Sovereignty«, Praxis international 4, S. 266-83.]

Taylor, Charles (1991), »Die Beschwörung der ›Civil Society‹«, in: Krzysztof Michalski (Hg.), Europa und die Civil Society. Castelgandolfo-Gespräche 1989, Stuttgart, S. 52-81.

Walzer, Michael (1992), »The Civil Society Argument«, in: Chantal Mouffe (Hg.), Dimensions of Radical Democracy, London, S. 89-107.

ders. (1995), »The Concept of Civil Society«, in: ders. (Hg.), Toward a Global Civil Society, Providence/Oxford.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird am Ende des vorigen Absatzes genannt und auch tatsächlich rezipiert – siehe Fragment 037 01; daher konservative Kategorisierung als Bauernopfer.

Schwer verständlich ist, dass die Verf.in hier Arato / Cohen (1984) als Referenz nennt und nicht etwa Walzer (1992), Walzer (1995) und / oder Taylor (1991) wie ihre Quelle Kocka (2000).

Der Titel des Beitrags lautet Social Movements, Civil Society, and the Problem of Sovereignty; den in der Quelle falsch angegebenen Vornamen Cohens korrigiert die Verf.in. [42]

Da es sich bei Arato / Cohen (1984) um einen englischsprachigen Text handelt, können sich die wörtlichen Übereinstimmungen dort nicht in derselben sprachlichen Form finden.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 36 bis 40: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kocka 2000 ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 4 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[26.] Dcl/Fragment 037 21

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 21-24, 31-35
Quelle: Thiery 2005
Seite(n): 1176, Zeilen: li. Sp. 22 ff., 48 ff.; re. Sp. 1, 4 ff.
Der Begriff der Zivilgesellschaft orientiert sich hier am Ideal einer freien Öffentlichkeit. Zivilgesellschaft verfügt in diesem Verständnis über eine eingeschränkte Wirkungsmacht, hat aber eine Kommunikationsfunktion, durch die gesellschaftliche Problemlagen aus dem privaten Bereich in die politische Öffentlichkeit getragen werden. [Entscheidungen des politischen Systems können demnach nur dann demokratische Legitimität beanspruchen, wenn sie angemessen an zivilgesellschaftlich artikulierte öffentliche im Diskurs entstandene Meinungen angebunden sind (Habermas 1992). Der Zivilgesellschaft wird neben dieser Kommunikationsfunktion ebenso eine Vermittlungs- und Sozialisationsfunktion zugeschrieben. Hierbei wird die aktive pluralistisch-partizipative Zivilgesellschaft im Sinne der Herausbildung und Einübung von Bürgertugenden verstanden (Taylor 1991; Walzer 1992; Thiery 2005).] Eine Kontrollfunktion beinhaltet die Zivilgesellschaft in einem herrschaftskritischen Verständnis, bei dem sie als kultureller Einflussbereich neben Wirtschaft und Politik durch Auseinandersetzungen über den gesellschaftlichen Grundkonsens zur Veränderung gesellschaftlicher und Regierungsstrukturen beitragen und über künftige Entwicklungen mitentscheiden kann (Gramsci 1980).

Gramsci, Antonio, 1980: Zu Politik, Geschichte und Kultur. Ausgewählte Schriften. Leipzig: Philipp Reclam jun.

[Habermas, Jürgen, 1992: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic]. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Taylor, Charles, 1991: Die Beschwörung der Civil Society. In: Michalski, Krzysztof (Hrsg.): Europa und die Civil Society. Castelgandolfo-Gespräche 1989. Stuttgart: Klett – Cotta Verlag, S. 13 - 51. [sic]

Thiery, Peter, 2005: Zivilgesellschaft. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 2 N – Z. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 1175 - 1177.

Walzer, Michael, 1992: The Civil Society Argument. In: Mouffe, Chantal (Hrsg.): Dimensions of Radical Democracy: Pluralism, Citizenship, Community. London/ New York: Verso, S. 89 - 107.]

[Ebenso in dieser Tradition steht die auf Tocqueville zurückgehende Auffassung, daß eine aktive, pluralistisch-partizipatorische Z. den Ort zur Herausbildung und Einübung von Bürgertugenden darstellt und damit als Unterbau und Schule der Demokratie fungiert (Vermittlungs- und Sozialisationsfunktion; → Politische Sozialisation).]

(3) Die am Ideal einer freien → Öffentlichkeit orientierte Konzeption (vgl. Habermas 1994: 399–467) greift liberale und republikanische Gedanken auf, ist jedoch weitaus skeptischer hinsichtlich der Wirkungsmacht von Z. und weist ihr v. a. eine Kommunikationsfunktion zu. Sie soll die Resonanz aufnehmen, die die gesellschaftl. Problemlagen in den priv. Lebensbereichen finden, und lautverstärkend an die polit. Öff. weiterleiten. [...]

(4) Die herrschaftskritische Konzeption in der Nachfolge Antonio Gramscis versteht Z. als kulturelle Sphäre neben Wirtschaft und Politik, in der an der Aufrechterhaltung oder Veränderung gesellschaftl. Hegemonialstrukturen gewirkt wird. [...] Vielmehr ist gerade Z. das Feld, in dem sich künftige Entwicklungswege durch Auseinandersetzungen über den gesellschaftl. Grundkonsens entscheiden.


Habermas, J. 1994: Faktizität und Geltung, Ffm.

Anmerkungen

Die Quelle wird genannt, jedoch zuvor und danach ebenfalls ohne Kenntlichmachung aus dieser übernommen.

Die drei in eckige Klammern gesetzten Sätze dienen zur Kontextualisierung der Übernahme und werden nicht als Plagiat aus Thiery (2005) gewertet; bei dem ersteren handelt es sich jedoch um ein Plagiat aus der Wikipedia, siehe Fragment 037 24.

Bei den beiden folgenden stellt sich die Frage, warum außer Thiery noch zwei weitere Referenzen genannt werden, da deren Inhalt allein aus dessen Artikel zu stammen scheint. Bei Taylor (1991) ist weder von einer Vermittlungsfunktion noch von einer Sozialisationsfunktion die Rede; erst recht nicht lässt sich dort die kombinierte "Vermittlungs- und Sozialisationsfunktion" finden. Bei Walzer (1992) handelt es sich um eine englischsprachige Publikation, die deshalb diese Begriffe nicht in dieser sprachlichen Form verwenden dürfte. Bei Taylor ist die Seitenzahl zudem falsch angegeben [43] (richtig wäre S. 52-81), und beide Titel scheinen dem Literaturverzeichnis der Quelle Kocka (2000) entnommen zu sein, siehe Fragment 037 27 (keine Wertung).

Im Literaturverzeichnis von Thiery findet sich zwar kein Titel von oder über Gramsci – die ausgewählten Schriften Zu Politik, Geschichte und Kultur nennt die Verfasserin hier anscheinend ad libitum –, doch sind die Parallelen unübersehbar. "Veränderung gesellschaftl. Hegemonialstrukturen" löst sie etwas unpassend zu "Veränderung gesellschaftlicher und Regierungsstrukturen" auf. Von den vier Funktionen, welche die Verfasserin hier benennt, findet sich bei Thiery nur die Kontrollfunktion nicht so erwähnt.

Gramsci (1980), Taylor (1991) und Walzer (1992) werden in der untersuchten Arbeit – jeweils abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur an dieser Stelle angeführt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[27.] Dcl/Fragment 037 24

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 24-27
Quelle: Wikipedia Deliberative Demokratie 2008
Seite(n): online, Zeilen: –
Entscheidungen des politischen Systems können demnach nur dann demokratische Legitimität beanspruchen, wenn sie angemessen an zivilgesellschaftlich artikulierte öffentliche im Diskurs entstandene Meinungen angebunden sind (Habermas 1992).

Habermas, Jürgen, 1992: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic]. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Zentrum/Peripherie: Legitimität demokratischer Entscheidungen

[...] [In ihr vollzieht sich also eine demokratische Willensbildung, „(...) welche die Ausübung politischer Macht nicht nur nachträglich kontrolliert, sondern mehr oder weniger auch programmiert“ (Habermas 1992: 364).] Nur wenn Entscheidungen des politischen Systems also angemessen an zivilgesellschaftlich artikulierte öffentliche Meinungen angebunden sind, können sie demokratische Legitimität beanspruchen.


• Jürgen Habermas: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic], Frankfurt a.M. 1992.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die in der gesamten untersuchten Arbeit nirgends genannt wird.

Von "zivilgesellschaftlich artikulierte[n] öffentliche[n] [im Diskurs entstandene[n]] Meinungen" ist im Original bei Habermas (1992) selbst keine Rede; die Verf.in übernimmt hier also unausgewiesen eine – nur unwesentlich ergänzte – fremde Rezeptionsleistung.

Zudem lautet der Untertitel des Werkes Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats. [44]


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle"

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[28.] Dcl/Fragment 038 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 1-7
Quelle: Kocka 2000
Seite(n): 18, 19, Zeilen: 18: 7 ff., 109 ff.; 19: 1 f., 101
Im 20. Jahrhundert, insbesondere seit den 1980er Jahren, wurde der Begriff der Zivilgesellschaft darüber hinaus zu einem Schlüsselwort anti-diktatorischer Kritik aus systemkritischen Milieus und zielte damit auf den Schutz des Individuums vor dem Staat, auf die Herrschaft der Gesetze und die Teilung der Gewalten, auf das Recht und die Pflicht gesellschaftlicher Selbsttätigkeit und auf die Mündigkeit der Bürger, aber auch auf Solidarität und Moral in der Politik (Arato / Cohen 1984; Keane 1988; Loewenstein 1990; Beyme 1995; Ost 2005).

Arato, Andrew / Cohen, Jean L., 1984: Social Movements, Civil Society, And [sic] the Problems of Sovereignty. Praxis international 4, S. 266 - 283.

Beyme, Klaus von, 1995: Die Zivilgesellschaft als letzte Ideologie der Intelligenziya. In: Nahamowitz, Peter / Breuer, Stefan (Hrsg.): Politik – Verfassung – Gesellschaft. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 661 - 677.

Keane, John, 1988: Democracy and Civil Society: [sic] On the Predicament [sic] of European Socialism, the Prospects for Democracy [sic] and the Problem of Controlling Social and Political Power. London / New York: University of Westminster Press. [sic]

Loewenstein, Bedrich, 1990: Der Entwurf der Moderne. Vom Geist der bürgerlichen Gesellschaft und Zivilisation. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Ost, David, 2005: The Defeat of Solidarity: [sic] Anger and Politics in Postcommunist Europe. London: [sic] Cornell University Press.

[Seite 18]

In den achtziger Jahren wurde »Zivilgesellschaft« zu einem Schlüsselwort anti-diktatorischer Kritik in Lateinamerika und vor allem in Ostmitteleuropa, wo Dissidenten mit dem Begriff gegen Parteidiktatur, sowjetische Hegemonie und die Zerstörung traditioneller gesellschaftlicher Strukturen durch totalitäre Herrschaft antraten. Wie immer die Anregungen und Einflüsse gelaufen sein mögen (und dies gehört untersucht), die Geremeks, Havels und Konráds stellten sich, in ihren systemkritischen Milieus zwischen Untergrund und gegängelter Öffentlichkeit, in die Tradition westlichen liberal-demokratischen Denkens und zielten mit der Forderung nach »Zivilgesellschaft« auf den Schutz des Individuums vor dem Staat, auf die Herrschaft der Gesetze und die Teilung der Gewalten, auf das Recht und die Pflicht gesellschaftlicher Selbsttätigkeit und auf die Mündigkeit der Bürger als citoyens und citoyennes, auch auf Solidarität, Moral und Authentizität in der Politik, die es neu zu konstruieren gelte.5 Wichtige Publikationen wie John Keanes »Democracy and Civil Society« von 1988 und Bedra [sic] Loewensteins »Entwurf der Moderne« von 1990 nahmen Anstöße aus der ostmitteleuropäischen Diskussion auf und stellten ihr Plädoyer für eine moderne »Zivilgesellschaft« bewußt in die aufklärerische Denktradition des 18. Jahr-


5 Vgl. Geremek 1991; Havel u. a. 1985; Arato 1981; Arato/Cohen 1984; Tokes 1979 (darin u. a. die Beiträge von Jaques [sic] Rupnik und I. Szelenyi). Zuletzt Miszlivetz 1999; Ekiert 1991, v.a. S. 298-305; kritisch: Beyme, 1995.

[Seite 19]

hunderts. Die ostmitteleuropäischen Revolutionen von 1989 gaben dem Konzept auch im Westen neuen Glanz.6


6 Keane 1988a; Loewenstein 1990. [...]


Arato, Andrew (1981), »Civil Society Against the State: Poland 1980-81«, Telos 47, S. 23-47.

Arato, Andrew/Cohen, John L. (1984), »Social Movements, Civil Society, And [sic] the Problems of Sovereignty«, Praxis international 4, S. 266-83.

Beyme, Klaus von (1995), »Die Zivilgesellschaft als letzte Ideologie der Intelligenziya«, in: Peter Nahamowitz/ Stefan Breuer (Hg.), Politik – Verfassung — Gesellschaft, Baden-Baden, S. 661-77.

Ekiert, Grzegorz (1991), »Democratization Processes in East Central Europe: A Theoretical Reconsideration«, British Journal of Political Science 21, S. 285-313.

Geremek, Bronislaw (1991), »Die ›Civil Society‹ gegen den Kommunismus. Polens Botschaft«, in: Krzysztof Michalski (Hg.), Europa und die Civil Society. Castelgandolfo-Gespräche 1989, Stuttgart, S. 264-273.

Havel, Václav (Mitarb.), Keane, John (Hg.) (1985), The Power of the Powerless: Citizens Against the State in Central-Eastern Europe, Armonk, NJ.

Keane, John (1988a), Democracy and Civil Society: [sic] On the Predicament [sic] of European Socialism, the Prospects for Democracy [sic] and the Problem of Controlling Social and Political Power, London/New York.

Loewenstein, Bedrich (1990), Der Entwurf der Moderne. Vom Geist der bürgerlichen Gesellschaft und Zivilisation, Darmstadt.

Miszlivetz, Ferenc (1999), Illusions and Realities. The Metamorphosis of Civil Society in a New European Space, Savaria.

Tokes, Rudolf L. (Hg.) (1979), Opposition in Eastern Europe, Baltimore, MD.

Anmerkungen

Teils wortwörtliche – 32 aufeinanderfolgende Wörter – Übernahme mitsamt vier Referenzen; Kocka (2000) wird im folgenden Satz angeführt.

Zwei dieser Referenzen werden in der Quelle allerdings erst im Anschluss an die aus ihr übernommene Aussage genannt. Den dort nicht verwendeten Titel Ost (2005) scheint die Verf.in aus der Quelle Liebert / Trenz (2008) zu übernehmen, siehe Fragment 036 13. Bei diesem fehlt Ithaca (New York) als Verlagsort. [45] Zudem ist Anger and Politics in Postcommunist Europe der Untertitel des Werkes, weshalb der vorhergehende Doppelpunkt irreführend ist, da er so als Teil des Titels ausgewiesen wird.

Bei Keane (1988) ist On the Predicaments of European Socialism, the Prospects for Democracy, and the Problem of Controlling Social and Political Power der Untertitel des Werkes – vgl. [46] – und daher der vorhergehende Doppelpunkt in dieser Form nicht richtig, da er so als Teil des Titels ausgewiesen wird. Zusätzlich wird der Untertitel sowohl in der Quelle als auch von der Verf.in mit einem fehlenden Plural-s und einem fehlenden Komma wiedergegeben. Außerdem erschien das Werk nicht, wie von der Verf.in fehlerhaft ergänzt, bei University of Westminster Press, sondern bei Verso.

Beyme (1995) und Loewenstein (1990) werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der gesamten untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt; Ost nur noch einmal – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – auf S. 36 ebenfalls in einem Plagiatskontext (s. o.); Keane (1988) – nochmals abgesehen vom Literaturverzeichnis – auch nur noch einmal auf S. 40, siehe Fragment 040 01 (keine Wertung).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 36 bis 40: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kocka 2000 ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 4 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Anmerkung: VroniPlag Wiki wertet hier Z. 1-7 als plagiiert, das Gremium hingegen nur Z. 3-6 (ebd.); anscheinend ist hiermit die Sequenz von "auf den Schutz" bis "in der Politik" gemeint.

Anmerkung des Gremiums: "Genannt werden fünf [sic] andere Quellen, die von Kocka (2000) ebenfalls genannt werden" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[29.] Dcl/Fragment 038 16

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 16-28
Quelle: Thiery 2005
Seite(n): 1175, 1176, Zeilen: 1175: li. Sp. 6 ff., 30 ff. u. re. Sp. 1; 1176: re. Sp. 12 ff.
[...] Zivilgesellschaft bezeichnet damit eine Sphäre kollektiven Handelns und öffentlicher Diskurse, die zwischen Privatbereich und Staat wirksam ist. Voraussetzung für eine funktionierende Zivilgesellschaft sind rechtsstaatlich gesicherte Handlungsbedingungen, insbesondere politische Freiheits- und individuelle Bürgerrechte. Hauptmerkmal von Zivilgesellschaft ist dabei, dass ihre politische Wirkung nicht durch politisches Machtstreben, sondern durch politische Einflussnahme erzielt wird. Darüber hinaus teilen zivilgesellschaftliche Akteure einen normativen Basiskonsens, der von Gewaltfreiheit und Toleranz geprägt ist (Gellner 1991; Cohen / Arato 1992; Alexander 1997; von Beyme 2000; Klein 2001; Kocka 2000, 2004; Thiery 2005).

Die neuere Forschung beschäftigt sich vielfach mit der Demokratie fördernden Kraft der Zivilgesellschaft und hinterfragt diese, wenn die Zivilgesellschaft zu schwach ist, um ihre Anliegen und Funktionen gegenüber dem Staat und der politischen und ökonomischen Gesellschaft zu behaupten (Merkel 2000).


Alexander, Jeffrey C., 1997: The Paradoxes of Civil Society. In: International Sociology, 12 (2): 115 - 133.

Beyme, Klaus von, 2000: Zivilgesellschaft – Karriere und Leistung eines Modebegriffs. In: Hildermeier, Manfred / Kocka, Jürgen / Conrad, Christoph (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft in Ost und West. Begriff, Geschichte, Chancen. Frankfurt / Main, New York: Campus Verlag.

Cohen, Jean L. / Arato, Andrew, 1992: Civil Society and Political Theory. Cambridge, MA: MIT Press.

Gellner, Ernest, 1991: Civil Society in Historical Context. In: International Social Science Journal, 43 (3): 415 [sic] - 510.

Klein, Ansgar, 2001: Der Diskurs der Zivilgesellschaft. Politische Hintergründe und demokratietheoretische Folgerungen. Opladen: Leske & Budrich.

Kocka, Jürgen, 2000: Zivilgesellschaft als historisches Problem und Versprechen. In: Hildermeier, Manfred / Kocka, Jürgen / Conrad, Christoph (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft in Ost und West. Begriff, Geschichte, Chancen. Frankfurt / Main, New York: Campus Verlag.

Kocka, Jürgen, 2004: Civil Society from a historical perspective. European Review, 12 (1): 65 - 79.

Merkel, Wolfgang (Hrsg.), 2000: Systemwechsel 5: Zivilgesellschaft und Transformation. Opladen: Leske & Budrich.

Thiery, Peter, 2005: Zivilgesellschaft. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 2 N – Z. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 1175 - 1177.

[Seite 1175]

Zivilgesellschaft bezeichnet eine Sphäre kollektiven Handelns und öff. Diskurse, die zwischen Privatbereich und Staat wirksam ist. [...]

In einer schärferen Konturierung des Konzeptes gilt als charakteristisches Signum einer funktionierenden Z. die doppelte Selbstbegrenzung ihrer Akteure: Erstens erzielen sie ihre polit. Wirkung nicht durch das Streben nach polit. Macht, sondern – i. d. R. vermittelt über die Öff. – durch polit. Einflußnahme auf staatl. Institutionen oder polit. Parteien. Zweitens gilt als spezifisch ziviles Signum der Z., daß die Akteure einen normativen Basiskonsens teilen, dessen Kern Gewaltfreiheit und Toleranz sind. Eine funktionsfähige Z. bedarf ihrerseits rechtsstaatl. gesicherter Handlungsbedingungen, insb. polit. Freiheits- und individueller Bürgerrechte.

[Seite 1176]

3. Insbes. die Transitionsforschung hat Illusionen über die reformerische und demokratiefördernde Kraft der Z. in den neuen Demokratien in Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika korrigiert (vgl. Merkel 2000; Diamond 1999: 218–260; Hall 1995). In vielen Ländern erweist sie sich oft als zu schwach oder gar prekär, um ihre Anliegen und Funktionen gegenüber den machtvollen Strukturen von Staat, polit. und ökon. Gesellschaft zu behaupten.


Diamond, L. 1999: Developing Democracy: Toward Consolidation, Baltimore/L.

Hall, J. A. (Hrsg.) 1995: Civil Society. Theory, History, Comparison, Camb.

Merkel, W. (Hrsg.) 2000: Systemwechsel 5: Zivilgesellschaft und Transformation, Opl.

Anmerkungen

Thiery (2005) ist der Beitrag zum Thema "Zivilgesellschaft" aus einem "Lexikon der Politikwissenschaft". Er wird zwar am Ende des Absatzes zusammen mit sieben anderen Quellen – von denen nur Merkel (2000) aus diesem Kontext übernommen wird – referenziert, aber die vorliegenden Ausführungen stammen dem Anschein nach ausschließlich und wortnah von diesem.

Merkel (2000) ist ein 373 Seiten umfassender Sammelband mit zwölf Beiträgen zum Thema Zivilgesellschaft von insgesamt 16 Autor(inn)en. Weder bei Thiery (2005) noch von der Verfasserin wird eine Seitenzahl genannt. Als Beleg ist diese Angabe mithin ungeeignet.

Bei Alexander (1997) wird ein normativer Basiskonsens nicht diskutiert. Es ist weder von Toleranz noch von Gewaltfreiheit als Merkmalen der Zivilgesellschaft die Rede.

Fünf der acht Referenzen im oberen Absatz – d. h. alle bis auf Kocka (2000) und Thiery (2005); von Beyme (2000) wird nicht mitgezählt, da dieser Titel von der Verfasserin nachweislich rezipiert wurde – sind auch im Literaturverzeichnis der Quelle Liebert / Trenz (2008) vorhanden, siehe Fragment 038 21 (keine Wertung).

Der Aufsatz von Gellner (1991) findet sich nicht, wie bei Liebert / Trenz (2008) angegeben und von der Verfasserin übernommen, auf S. 415-510, sondern auf S. 495-510.

Alexander (1997), Gellner (1991), Klein (2001) und Merkel (2000) werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur an dieser Stelle erwähnt, Cohen / Arato (1992) – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur noch einmal auf S. 39 in einem ebenfalls als Plagiat eingestuften Kontext, siehe Fragment 039 28.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 1 ["wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 36 bis 40: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kocka 2000 ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 4 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Wörtliche Textübernahme von Thiery, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium diese einzige 1-B-Fundstelle als Plagiat; sie erfülle "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[30.] Dcl/Fragment 039 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 1-4
Quelle: Kocka 2000
Seite(n): 21, Zeilen: 10 ff.
[Es handelt sich hierbei um einen Raum gesellschaftlicher Selbstorganisation zwischen Staat, Markt und] Privatsphäre mit Vereinen, Zirkeln, Netzwerken und Nichtregierungsorganisationen, von dem angenommen und erwartet wird, dass er ein Raum öffentlicher Diskussion, Konflikte und Verständigung und der Selbständigkeit von Individuen und Gruppen sowie der Dynamik und Innovation und ein Ort der Anstrengung für das Gemeinwohl sein kann (Kocka 2000).

Kocka, Jürgen, 2000: Zivilgesellschaft als historisches Problem und Versprechen. In: Hildermeier, Manfred / Kocka, Jürgen / Conrad, Christoph (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft in Ost und West. Begriff, Geschichte, Chancen. Frankfurt / Main, New York: Campus Verlag.

Im Zentrum der neueren Diskussion über »Zivilgesellschaft« steht der Raum gesellschaftlicher Selbstorganisation zwischen Staat, Markt und Privatsphäre, ein Bereich der Vereine, Zirkel, Netzwerke und Non-Governmental-Organizations [sic] (NGOs), von dem angenommen und erwartet wird, daß er ein Raum öffentlicher Diskussion, Konflikte und Verständigung, eine Sphäre der Selbständigkeit von Individuen und Gruppen, ein Bereich der Dynamik und Innovation und ein Ort der Anstrengung für das Gemeinwohl sein kann, so unterschiedlich dieses in einer pluralen Gesellschaft auch verstanden wird.
Anmerkungen

Die Quelle wird genannt, aber die Wörtlichkeit der Wiedergabe nicht kenntlich gemacht.

Es werden jeweils 8, 15, 6 und 14 aufeinanderfolgende Wörter bei nichttrivialem Inhalt der Aussage übernommen.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 36 bis 40: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kocka 2000 ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 4 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[31.] Dcl/Fragment 039 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 28-34
Quelle: Kocka 2000
Seite(n): 22, 23, 24, Zeilen: 22: 23 ff.; 23: 31 f.; 24: 1 ff.
Die Ökonomie wird oftmals deshalb als zentrale Dimension der Zivilgesellschaft betrachtet, weil sie in dem Maß, wie sie gesellschaftlich organisierte Arbeit fordert und fördert, den Wohlstand mehrt und Wachstum ermöglicht, Triebkraft einer sich entwickelnden Zivilgesellschaft ist (Cohen / Arato 1992; Habermas 1992; Gray 1999). Die Auffassung über eine enge Verknüpfung von Zivilgesellschaft und Staat bezieht sich auf die Ausrichtung zivilgesellschaftlicher Aktivität auf das Gemeinwesen, die Politik, das Allgemeine und dessen Institutionen mit dem Ziel der [Veränderung der staatlichen Sphäre (Schmalz-Bruns 1995).]

Cohen, Jean L. / Arato, Andrew, 1992: Civil Society and Political Theory. Cambridge, MA: MIT Press.

Gray, John, 1999: Die falsche Verheißung. Der globale Kapitalismus und seine Folgen. Berlin: Alexander Fest Verlag.

Habermas, Jürgen, 1992: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic]. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Schmalz-Bruns, Rainer, 1995: Reflexive Demokratie. Die demokratische Transformation moderner Politik. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.

[Seite 22]

Andererseits haben die klassischen Autoren von Locke und Hume über Ferguson und Kant bis zu Hegel und Marx die Ökonomie mit guten Gründen als zentrale Dimension der Zivilgesellschaft betrachtet. In dem Maße, in dem das Wirtschaften über den Rahmen der Hauswirtschaft hinauswuchs, Tausch und Handel in immer größeren Verkehrskreisen hervorbrachte, gesellschaftlich organisierte Arbeit forderte und förderte, den Wohlstand mehrte und Wachstum ermöglichte, war sie ja von Anfang an eine Triebkraft und ein Moment der sich entwickelnden Zivilgesellschaft gewesen.

[Seite 23]

Aber andererseits waren Zivilgesellschaft und Staat immer eng aufeinander verwiesen. Im aufklärerischen Entwurf der Zivilgesellschaft ging es nie

[Seite 24]

nur um private und partikulare Interessen, vielmehr im Gegenteil: um das Gemeinwesen, die Politik, das Allgemeine und dessen Institutionen. So scharf der zivilgesellschaftliche Entwurf gegen den absolutistischen, den diktatorischen und den fürsorglich-gängelnden Untertanenstaat stand und steht, so sehr ging (und geht) es ihm um die grundsätzliche Veränderung der staatlichen Sphäre.


[Cohen,Jean [sic] L./Arato, Andrew (1992), Civil Society and Political Theory, Cambridge, Mass.

Gray, John (1999), Die falsche Verheißung. Der globale Kapitalismus und seine Folgen, Berlin.

[Habermas, Jürgen (1982), Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. 2, Frankfurt/Main.]

ders. (1992), Faktizität und Geltung, Frankfurt/Main.]

Anmerkungen

Kocka (2000) wird im folgenden Satz angeführt. Es ist schwer verständlich, warum die Verf.in hier statt ihrer tatsächlichen Quelle vier andere Titel, von denen sich drei auch im Literaturverzeichnis Kockas finden, nennt.

Die Wortfolgen "zentrale Dimension der Zivilgesellschaft", "gesellschaftlich organisierte Arbeit", "fordert[e] und fördert[e]" und "sich entwickelnden Zivilgesellschaft" sowie der Begriff "Triebkraft" kommen weder bei Habermas (1992) noch bei Gray (1999) vor; bei Cohen / Arato (1992) kann dies so auch nicht der Fall sein, da es sich hierbei um einen englischsprachigen Text handelt.

Bei Schmalz-Bruns (1995) findet sich die referenzierte Aussage in dieser Form nicht.

Den fehlerhaften Untertitel bei Habermas (1992) – richtig wäre "Rechtsstaats" – scheint die Verf.in aus der Wikipedia zu übernehmen, siehe Fragment 037 24 bzw. Fragment 066 24.

Gray (1999) und Schmalz-Bruns (1995) werden in der untersuchten Arbeit – jeweils abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle erwähnt, Cohen / Arato (1992) – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur noch einmal auf S. 38 in einem ebenfalls als Plagiat eingestuften Kontext, siehe Fragment 038 16.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 36 bis 40: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kocka 2000 ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 4 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Anmerkung des Gremiums: "Genannt werden drei andere Quellen, die auch von Kocka (2000) zitiert werden." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[32.] Dcl/Fragment 040 22

ÜbersetzungsPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 22-27
Quelle: Liebert Trenz 2008
Seite(n): 13, Zeilen: 6 ff.
Das normative Konzept der europäischen Zivilgesellschaft geht davon aus, dass die Zivilgesellschaften in Europa, ihre Diskurse und ihr kollektives Handeln mehr und mehr durch Transnationalisierung und globale Vernetzung geprägt werden, die zur Entwicklung kosmopolitischer Gesellschaften beitragen und den Fokus von einer hierarchischen und technokratischen Entscheidungsfindung zu einem partnerschaftlichen horizontalen Entscheidungsmodell lenken (Held 1995; Walzer 1995; Beck / Grande 2005; Eriksen 2005).

Beck, Ulrich / Grande, Edgar, 2005: Das kosmopolitische Europa. Frankfurt / Main: Suhrkamp.

Eriksen, Erik Oddvar, 2005: An Emerging European Public Sphere. In: Journal of European Social Theory. [sic] 8 (3), S. 341 - 363.

Held, David, 1995: Democracy and the Global Order: [sic] From the Modern State to Cosmopolitan Governance. Cambridge: Polity Press.

Walzer, Michael, 1995: The Concept of Civil Society. In: Walzer, Michael (Hrsg.): Towards a Global Civil Society. Oxford: [sic] Berghahn Books.

The neglected global dimension of civil society (Delanty and Rumford 2005: 171) refers to the civic elements of collective action, and to an unfolding “civic practice”, which necessarily has a cosmopolitan dimension (Rucht 2005). European civil society is thus seen as part of the global transformation that support [sic] the emergence of a cosmopolitan civil society (Held 1995; Beck and Grande 2005; Walzer 1995; Anheier et al. 2002). Common to contentious movements, NGO’s and the third sector in the old EU as well as to the reemerging civil society in the new member states, civil society organisations and discourses are increasingly shaped by transnationalisation and global networking.

[...]
European civil society came to a broader attention through what is now generally referred to as the normative turn in EU-studies (Eriksen 2005a; Kohler-Koch and Rittberger 2007). First, civil society was linked to new governance approaches that shifted the focus from hierarchical and technocratic decision-making to a new partnership model that supports the inclusion of social and economic actors, experts and specialised groups within horizontal decision-making (Frey and Eichenberger 1999; Hooghe and Marks 2001).


Anheier, H., Marlies, G. and Kaldor, M. (eds) (2002) Global Civil Society, Oxford: OUP.

Beck, U. and Grande, E. (2005). Das kosmopolitische Europa, Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Delanty, G. and Rumford, C. (2005) ‘Rethinking European Society: The Global Civil Society Context’ in G. Delanty and C. Rumford (eds) Rethinking Europe. Social Theory and the Implications of Europeanization, London and New York: Routledge.

Eriksen, E. O. (2005a) ‘An Emerging European Public Sphere’, Journal of European Social Theory, [sic] 8(3): 341-363.

Frey, B. and Eichenberger, R. (1999) The New Democratic Federalism for Europe. Functional, Overlapping and Competing Jurisdictions, Cheltenham: Edward Elgar.

Held, D. (1995) Democracy and the Global Order: [sic] From the Modern State to Cosmopolitan Governance, Cambridge: Polity Press.

Hooghe, L. and Marks, G. (2001) ‘Types of Multi-level Governance’, European Integration Online Papers (EioP), 5(11).

Kohler-Koch, B. and Rittberger B. (eds) (2007) Debating the Democratic Legitimacy of the European Union, Lanham MD:Rowman [sic] & Littlefield.

Rucht, D. (2005) ‘Europäische Zivilgesellschaft oder zivile Interaktionsformen in und jenseits von Europa’, in M. Knodt and B. Finke (eds) Europäische Zivilgesellschaft: Konzepte, Akteure, Strategien, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Walzer, M. (1995) ‘The Concept of Civil Society’, in M. Walzer (ed.) Towards a Global Civil Society, Oxford: [sic] Berghahn Books.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, aus der die Verf.in ihre Ausführungen zusammensetzt, wobei sie aus manchen Sätzen nur einzelne Begriffe übernimmt (so aus dem ersten Satz "collective action").

Die beiden Referenzen des letzten Satzes der Quelle, aus dem sie den letzten Teil ihres Satzes bildet, nennt sie nicht und führt statt dessen vier andere an.

Bzgl. der bibliografischen Angaben lässt sich feststellen:

  • Der Aufsatz von Eriksen (2005) erschien nicht im "Journal of European Social Theory", wie von der Verf.in offenbar fälschlich aus der Quelle übernommen, sondern im European Journal of Social Theory, vgl. [47].
  • Die Quelle weist "Eriksen, E. O. (2005a)" aus, obwohl kein "2005b" vorhanden ist.
  • Bei Held (1995) ist From the Modern State to Cosmopolitan Governance der Untertitel des Werkes – vgl. [48] –, weshalb der vorhergehende Doppelpunkt in der Quelle und bei der Verf.in irreführend ist, da er so als Teil des Titels ausgewiesen wird.
  • Bei der Abhandlung von Walzer (1995) fehlt bei der Verf.in wie in der Quelle die Seitenangabe. Dessen Sammelband ist bei Berghahn Books in New York und Oxford erschienen. [49]

Beck / Grande (2005), Eriksen (2005), Held (1995) und Walzer (1995) werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle angeführt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Anmerkung des Gremiums: "Vier Quellen von Liebert/Trenz (2008) werden übernommen." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[33.] Dcl/Fragment 040 30

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 30-36
Quelle: Eder 2003
Seite(n): 110, 115, Zeilen: 110: 16 ff., 24 ff.; 115: 12 ff.
Dahinter steht die Idee einer transnationalen Gesellschaft der Bürger, einem Netzwerk individueller und kollektiver Akteure, das sich im Prozess öffentlicher Kommunikation formt. Dieses zivilgesellschaftliche Modell stellt höhere Anforderungen an eine europäische, [sic] als an eine nationale Öffentlichkeit und basiert einerseits auf der Grundlage der gemeinsamen Teilung von europäischen Werten, insbesondere der Menschenrechte, die zu einer gemeinsamen Kultur verbinden. [Seite 115]

Der demokratische Souverän ist dann nicht das europäische Volk, sondern jenes Netzwerk individueller und kollektiver Akteure (auch die Nationalstaaten zählen dann zu solchen kollektiven Akteuren), das sich im Prozess öffentlicher Kommunikation formt. An eine europäische Öffentlichkeit werden deshalb noch weitergehendere Anforderungen gestellt werden als an nationale Öffentlichkeiten, weil sie den Selbstsetzungsakt des demokratischen Souveräns immer mit vollziehen müssen und sich nicht auf den Ursprungsakt beschränken können.

[Seite 110]

Ein Europa, das Menschenrechte als Grundlage seiner Wertordnung bestimmt, sichert eine gemeinsame Kultur, die die konkurrierenden Interessenlagen von Staatsbürgern in ein „Höheres“ einbindet. [...] Europa entwickelt eine Idee der zugrundeliegenden Wertordnung, ein die Bürger Europas einendes Band gemeinsam geteilter Werte.

Anmerkungen

Wörtliche Übereinstimmungen mit der Quelle, die zusammen mit einem anderen Titel am Ende des folgenden Absatzes auf der nächsten Seite genannt wird, siehe Fragment 041 01 (keine Wertung).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 13)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 13)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Anmerkung: VroniPlag Wiki wertet hier die Zeilen 30-36 als plagiiert; das Gremium gibt als Umfang der plagiierten Textstelle hingegen Z. 31-33 an (ebd.).

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[34.] Dcl/Fragment 041 05

ÜbersetzungsPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 5-36
Quelle: Liebert Trenz 2008
Seite(n): 13, 14, 16, 17, 18, Zeilen: 13: 28 ff.; 14: 1 f.; 16: 25 ff.; 17: 1 f., 29 ff.; 18: 5 ff.
Die Zivilgesellschaft wird in diesem Zusammenhang seit einigen Jahren als zentrales Element von gutem Regierungshandeln in der Europäischen Union gesehen (Kommission 2001a; Joerges / Dehousse 2002). Dies ist darin begründet, dass die Partizipation der Zivilgesellschaft in deliberativen Gremien Alternativen zu parlamentarischen Demokratiemodellen aufzeigt, die das Potenzial haben, politische Machtverhältnisse und die Kräfte des Marktes in der Europäischen Union zu beeinflussen (Fossum 2005; Fossum / Trenz 2006; Nanz / Steffek 2007; Smismans 2007 [sic]). Die europäische Zivilgesellschaft wird somit als ein Mechanismus sozialer Integration aufgefasst, der in einem immer vielfältiger werdenden Gemeinwesen wirkt (Ruzza / della Sala 2006) [sic]. Damit ist die europäische Zivilgesellschaft auch ein strukturierter Raum, der von den Europäischen [sic] Institutionen selbst und deren Entscheidungsverfahren abhängig ist. Dies bezieht sich zum einen auf die Frage, inwiefern und unter welchen Bedingungen die EU Opportunitätsstrukturen für die Zivilgesellschaft anbietet, um zu ermöglichen, dass diese sich in den politischen Prozess auf europäischer Ebene einbringt. Zum anderen müssen zivilgesellschaftliche Akteure diese Angebote auch an- und wahrnehmen (Peterson 1997; Ruzza 2004; Eising / Kohler-Koch 2005). Die Zivilgesellschaft besteht demnach aus Akteuren, die ihre Strategien und ihr Verhalten in der Reaktion auf europäisches Regierungshandeln verändern (Greenwood 2007).

Nach Ruzza und Fella (2005) können der europäischen Zivilgesellschaft und deren Akteuren, ihren sowohl lokalen Aktivisten, [sic] als auch supranationalen Repräsentanten, verschiedene Rollen im europäischen Regierungshandeln zugeschrieben werden: erstens die Erhöhung der Output-Legitimität durch die Unterstützung und Beeinflussung bestimmter Entscheidungsprozesse, zweitens die Bereitstellung eines Inputs für den Politikprozess durch Informationssammlung und Monitoring, drittens Mediation und Konfliktlösung durch den Ausgleich organisierter Interessen und viertens die Entwicklung neuer Formen von Interessenzusammenschlüssen. Es zeichnet sich diesbezüglich ein Trend dahingehend ab, dass die Zivilgesellschaft in zunehmendem Maße repräsentative Strukturen auf europäischer Ebene bildet. Dies geschieht aus funktionalen Erwägungsgründen, insofern, dass nur eine geringe Anzahl von Akteuren tatsächlich in Brüssel präsent sein und mit den Europäischen [sic] Institutionen, insbesondere der Europäischen Kommission, interagieren und in Konsultationsprozesse eintreten kann (Aspinwall / Greenwood 1998; Mazey / Richardson 2001; Eising / Kohler-Koch 2005; Balme / Chabanet 2007 [sic]).


Aspinwall, Mark / Greenwood, Justin, 1998: Conceptualising Collective Action in the European Union: An introduction. In: Greenwood, Justin / Aspinwall, Mark (Hrsg.): Collective Action in the European Union: [sic] Interests and the New Politics of Associability. London: Routledge.

Balme, Richard / Chabanet, Didier 2007: Collective Action and European Governance. New York: Rowman and Littlefield. [sic]

Eising, Rainer / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.), 2005: Interessenpolitik in Europa. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.

Europäische Kommission, 2001a: Europäisches Regieren. Ein Weißbuch. Brüssel: KOM (2001) 428 endgültig.

Fossum, John Erik, 2005: Conceptualising [sic] the EU’s Social Constituency. European Journal of Social Theory. 8 (2): 123 - 147.

Fossum, John Erik / Trenz, Hans-Jörg, 2006: The EU’s Fledgling Society: From Deafening Silence to Critical Voice in European Constitution Making [sic]. Journal of Civil Society. 2 (1): 57 - 77.

Greenwood, Justin, 2007: Organized Civil Society and Democratic Legitimacy in the European Union. British Journal of Political Science. 37 (2): 333 - 357.

Joerges, Christian / Dehousse, Renaud (Hrsg.), 2002: Good Governance in Europe’s Integrated Market. Oxford: Oxford University Press.

Mazey, Sonia / Richardson, Jeremy, 2001: Interest Groups and EU Policy Making [sic]: Organizational [sic] Logic and Venue Shopping. In: Richardson, Jeremy (Hrsg.): European Union: Power and Policy Making [sic]. London / New York: Routledge.

Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2007: Transnationale Öffentlichkeit, [sic] Zivilgesellschaft [sic] und die Demokratisierung internationalen Regierens. In: Niesen, Peter / Herborth, Benjamin (Hrsg.):Die [sic] Anarchie der kommunikativen Freiheit. Frankfurt: Suhrkamp.

Peterson, John, 1997: States, Societies and the European Union. West European Politics. 20 (4): 1 - 23.

Ruzza, Carlo, 2004: Europe and Civil Society: [sic] Movement Coalitions and European Governance. Manchester: [sic] Manchester University Press.

Ruzza, Carlo / della Sala, Vincent (Hrsg.), 2006: [sic] Governance and Civil Society: Movement Coalitions and European Governance. [sic] Trento: [sic] Universita [sic] degli studi Trento.

Ruzza, Carlo / Fella, Stefano, 2005: Final Report of the Project ‚Organized Civil Society and European Governance’. Trento: Universita [sic] degli studi Trento.

Smismans, Stijn (Hrsg.), 2007: [sic] Civil Society and Legitimate European Governance. Cheltenham: [sic] Edward Elgar.

[Seite 13]

Civil society is thus considered as a central ingredient of “good governance” in the EU (European Commission 2001; Joerges and Dehousse 2002). Second, taking the democratic deficit of the EU serious [sic], many authors have pleaded for alternatives to national as well as to European models of (semi-) parliamentary democracy. Models grounded on civil society include “participatory democracy”, “associative democracy” and “deliberative democracy” (Nanz and Steffek 2007; Smismans 2007; [sic] Hüller forthcoming). All of them have in common to argue that European civil society building correlates with polity and market building in the European Union (Fossum 2005; Fossum and Trenz 2006). European civil society is expected to correct unbound political power and market forces. [...] A European civil society thus is seen as a mechanism of social

[Seite 14]

integration in an increasingly differentiated and heterogeneous polity (Ruzza and della Sala 2006).

[Seite 16]

If we conceive of European civil society as a structured intermediary space that depends on European institutions and decision-making procedures (Eising and Kohler-Koch 2005), the key questions of empirical research becomes whether, how often and under what circumstances the EU provides associational actors with opportunities to express their demands in the ongoing policy process (Peterson 1997). Analyses of issue advocacy coalitions and networks have explored how these interact directly with European institutions (Ruzza 2004). [...] Second, it requires civil society actors to adapt to the specific European opportunity structure. Civil society associations are seen as the dependent variable, as actors which change their strategies and mobilize behavior in reaction to European governance and integration. In a more positive vain, Justin Greenwood finds the EU institutions to have created a “particularly vigorous neo-pluralist regime” by which they “actively create and develop as well as empower citizen interest groups”, thus “effectively

[Seite 17]

mitigating the asymmetries of power between different types of organized civil society interests [sic] (Greenwood 2007). [...]

[...]

• [...] This is also supported by Ruzza and Fella (2005) for the various roles of the organized civil society in European governance, including: 1) raising support for decision making [sic] activities (enhancement of output legitimacy); 2) input in policy-making through information gathering and monitoring; 3) mediation and conflict resolution, counterbalancing organized interests; and 4) development of new forms of civil society interest aggregation (ibid).
From protest to involvement. Marks and McAdam (1996, 1999) have observed the strategic adaptation of non-state actors within the political opportunity structure of the EU. They describe a division of labor within multi-level civil society, with local activists taking the protest part and supranational representatives involved in consultation and co-decision. [...]

[Seite 18]

From participation to representation. Data on collective action in the EU confirm a general trend towards the formation of representative structures of civil society at the European level (Eising and Kohler-Koch 2005). This is explained by one simple reason: Only a few actors can be physically present in Brussels and can interact with the Commission or other supranational institutions. [...] The new attitude of openness on the part of European institutions to civil society for participation and consultation requires them to develop representative structures (Aspinwall and Greewood [sic] 1998; Mazey and Richardson 2001; Balme and Chabanet 2007 [sic]).

Aspinwall, M. and Greenwood, J. (1998) ‘Conceptualising Collective Action in the European Union: An Introduction’, in J. Greenwood and M. Aspinwall (eds) Collective Action in the European Union: [sic] Interests and the New Politics of Associability, London: Routledge.

Balme, R. and Chabanet, D. (2007) Collective Action and European Governance, New York: Rowman and Littlefield. [sic]

Eising, R. and Kohler-Koch, B. (eds) (2005) Interessenpolitik in Europa, Baden-Baden: Nomos.

European Commission (2001) ‘White Paper on European Governance Work area No. 1. Report of Working Group on Broadening and Enriching the Public Debate on European Matters (Group 1a)’, Brussels, June 2001.

Fossum, J. E. (2005) ‘Conceptualising [sic] the EU’s Social Constituency’, European Journal of Social Theory 8(2): 123-147.

Fossum, J. E. and Trenz, H. -J. [sic] (2006) ‘The EU’s Fledgling Society: From Deafening Silence to Critical Voice in European Constitution Making [sic]’, Journal of Civil Society, 2(1): 57-77.

[Greenwood, J. (2003) Interest Representation in the European Union, Houndmills: Palgrave Macmillan.]

— (2007) ‘Organized Civil Society and Democratic Legitimacy in the European Union’, British Journal of Political Science, 37(2): 333-357.

[Hüller, T. (2005) Deliberative Demokratie: Normen, Probleme und Institutionalisierungsformen, Münster: LIT Verlag.]

— (forthcoming) ‘Assessing EU Strategies for Publicity’, Journal of European Public Policy.

Joerges, C. and Dehousse, R. (eds) (2002) Good Governance in Europe’s Integrated Market, Oxford: Oxford University Press.

Marks, G. and McAdam, D. (1996) ‘Social Movements and the Changing Structure of Political Opportunity in the European Union’, West European Politics, 19: 249-278.

— (1999) ‘On the Relationship of Political Opportunities to the Form of Collective Action: the Case of the European Union’, in D. della Porta, H. Kriesi and D. Rucht (eds) Social Movements in a Globalizing World, London: Macmillan.

Mazey, S. and Richardson, T. (2001) ‘Interest Groups and EU Policy Making [sic]: Organizational [sic] Logic and Venue Shopping’, in J. Richardson (ed.) European Union: Power and Policy-Making, London, [sic] Routledge

Nanz, P. and Steffek, J. (2007) ‘Transnationale Öffentlichkeit, [sic] Zivilgesellschaft [sic] und die Demokratisierung internationalen Regierens’, in P. Niesen (ed.) [sic] Die [sic] Anarchie der kommunikativen Freiheit. Jürgen Habermas und die Theorie der Internationalen [sic] Beziehungen [sic], Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Peterson, J. (1997) ‘States, Societies and the European Union’, West European Politics 20(4): 1-23.

Ruzza, C. (2004) Europe and Civil Society: [sic] Movement Coalitions and European Governance, Manchester: [sic] Manchester University Press.

Ruzza, C. and della Sala, V. (eds) (2006) [sic] Governance and Civil Society. Theoretical and Empirical Perspectives, [sic] Manchester: [sic] Manchester University Press.

Ruzza, C. and Fella, S. (2005) ‘Final Report of the Project ‘Organized Civil Society and European Governance’ [sic], Trento: Universita [sic] degli studi Trento.

Smismans, S. (ed.) (2007) [sic] Civil Society and Legitimate European Governance, Cheltenham: [sic] Edward Elgar.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, aus der auch insgesamt 14 Referenzen übernommen werden. – Bei dem Titel [Europäische] Kommission (2001a) handelt es sich nicht um die deutschsprachige Fassung von European Commission (2001), vgl. [50] vs. [51].

Bemerkenswert ist weiterhin, dass Fossum (2005), Fossum / Trenz (2006), Greenwood (2007) und Ruzza (2004) von der Verf.in angeführt werden, obwohl sie keine Inhalte aus den Sätzen, die in der Quelle mit diesen beiden Titeln referenziert werden, auf Deutsch wiedergibt. Bei Marks / McAdam (1996 und 1999) verhält es sich umgekehrt. Für die Referenz "Ruzza / della Sala 2006" verwendet sie schließlich eine andere Publikation – die sich in der angegebenen Form nicht nachweisen lässt – als ihre Quelle, übernimmt aus dieser aber trotzdem den referenzierten Inhalt.

Bzgl. der Literaturnachweise ist anzumerken:

  • Ebenso wie in der Quelle fehlt bei Aspinwall / Greenwood (1998) die Seitenangabe des Aufsatzes. Zudem ist Interests and the new politics of associability der Untertitel des Sammelbandes – vgl. [52] –, weshalb der vorhergehende Doppelpunkt irreführend ist, da er so als Teil des Titels ausgewiesen wird.
  • Eine von Balme und Chabanet verfasste Monografie mit dem Titel Collective Action and European Governance ist in keinem gängigen elektronischen Katalog nachweisbar.
  • Der Titel des Aufsatzes von Fossum (2005) lautet Conceptualizing the EU’s Social Constituency. [53] Der Fehler wird von der Verf.in aus der Quelle übernommen.
  • Der Titel des Aufsatzes von Fossum / Trenz (2006) lautet The EU's fledgling society: From deafening silence to critical voice in European constitution-making. [54] Der Bindestrich zwischen den letzten beiden Wörtern fehlt sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in.
  • Ebenso wie in der Quelle fehlt bei Mazey / Richardson (2001) die Seitenangabe des Aufsatzes. Dessen Titel lautet Interest groups and EU policy-making: organisational logic and venue shopping und er ist in dem Sammelband European Union: Power and policy-making erschienen, der parallel in London und New York veröffentlicht wurde, vgl. [55]. Zwei der Fehler bei den bibliografischen Angaben finden sich bereits in der Quelle.
  • Ebenso wie in der Quelle fehlt bei Nanz / Steffek (2007) die Seitenangabe des Aufsatzes. Dessen Titel lautet Zivilgesellschaftliche Partizipation und die Demokratisierung internationalen Regierens, vgl. [56], und er ist in dem von Benjamin Herborth und Peter Niesen herausgegebenen Sammelband Anarchie der kommunikativen Freiheit: Jürgen Habermas und die Theorie der internationalen Politik erschienen, vgl. [57]. Die bibliografischen Fehler bei der Verf.in finden sich bereits in der Quelle.
  • Bei Ruzza (2004) ist Movement coalitions and European governance der Untertitel des Werkes, weshalb der vorhergehende Doppelpunkt in dieser Form nicht richtig ist, da er so als Teil des Titels ausgewiesen wird. Zudem fehlt hier die Angabe von New York als zweitem Verlagsort. [58] Beide Fehler finden sich sowohl in der Quelle als auch in der vorliegenden Arbeit.
  • Einen Sammelband "Ruzza, Carlo / della Sala, Vincent (Hrsg.), 2006: Governance and Civil Society: Movement Coalitions and European Governance. Trento: Universita degli studi Trento." scheint es mit diesem Erscheinungsjahr, Titel und Erscheinungsort so nicht zu geben. Es ist lediglich ein von den beiden Autoren herausgegebenes, 2007 bei Manchester University Press erschienenes zweibändiges Werk mit dem Haupttitel Governance and civil society in the European Union nachweisbar, vgl. [59].
  • Der von Smismans herausgegebene Sammelband ist 2006 und nicht 2007 sowie parallel in Northampton, Mass. erschienen, vgl. [60]. Sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in ist das spätere – falsche – Erscheinungsjahr angegeben, und in beiden Fällen fehlt der zweite Verlagsort.

Aspinwall / Greenwood (1998), "Balme / Chabanet 2007", Fossum (2005), Fossum / Trenz (2006), Joerges / Dehousse (2002), Mazey / Richardson (2001), Nanz / Steffek (2007), "Ruzza / della Sala 2006" und "Smismans 2007" werden in der betrachteten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur an dieser Stelle erwähnt.

Eine kürzere Passage aus diesem Fragment findet sich abgewandelt auch auf S. 57 f., siehe Fragment 057 25. Nur dort wird – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – Peterson (1997) noch ein zweites Mal genannt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Herausragende, umfangreiche Textstelle. Kein reines Übersetzungsplagiat von Liebert/Trenz, enthält eigene Gedanken. Dennoch: Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 14 [Hervorhebung im Original])

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A dem Gremium zufolge "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Anmerkung des Gremiums: "Mehrere Literaturangaben werden von der nicht erwähnten Quelle übernommen, aus der zum Teil wörtlich übersetzt und paraphrasiert wurde" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[35.] Dcl/Fragment 042 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 26-32
Quelle: Europäische Kommission 2002
Seite(n): 6, Zeilen: 1 ff.
Dennoch gibt es keine gemeinsame oder rechtliche Definition des Begriffs der organisierten Zivilgesellschaft in Europa. Im Weißbuch über Europäisches Regieren beschreibt die Europäische Kommission die Rolle der Zivilgesellschaft im Hinblick darauf, dass sie den Belangen der Bürger eine Stimme verleiht und Dienste erbringt, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entgegenkommen. Die Kommission sieht dies als Chance, um die Bürger aktiver an der Verwirklichung der Unionsziele zu beteiligen und ihnen strukturierte Kanäle für Feedback, Kritik und Protest anzubieten (Kommission 2001a).

Europäische Kommission, 2001a: Europäisches Regieren. Ein Weißbuch. Brüssel: KOM (2001) 428 endgültig.

Weißbuch über das europäische Regieren

“Die Zivilgesellschaft spielt insofern eine wichtige Rolle, als sie den Belangen der Bürger eine Stimme verleiht und Dienste erbringt, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entgegenkommen. […] Die Zivilgesellschaft betrachtet Europa mehr und mehr als eine gute Plattform für politische und gesellschaftliche Veränderungen. […] Dies bietet eine echte […] Chance, um die Bürger aktiver an der Verwirklichung der Unionsziele zu beteiligen und ihnen strukturierte Kanäle für Feedback, Kritik und Protest anzubieten.”

Es kann zu Schwierigkeiten kommen, weil es keine gemeinsame oder gar rechtliche Definition des Begriffs ‘organisierte Zivilgesellschaft’ gibt.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird im Absatz zuvor und im folgenden auf der nächsten Seite als Kommission (2002d) genannt.

Die Aussage, dass "es keine gemeinsame oder rechtliche Definition des Begriffs der organisierten Zivilgesellschaft" gibt, findet sich im Weißbuch selbst nicht, vgl. [61] oder auch [62]. Darin wird lediglich in Fußnote 9 für "[e]ine detailliertere Definition der organisierten Zivilgesellschaft" auf eine Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses von 1999 verwiesen.

Auch wenn man für die Sätze 2 und 3 des Fragments das Weißbuch selbst als Quelle annehmen wollte, würden einmal 17 und einmal 22 aufeinanderfolgende Wörter ohne Kenntlichmachung übernommen.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(siehe hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Fußnote des Gremiums zur Quelle Europäische Kommission (2002): "Aufgrund der Eindeutigkeit werden Dokumente der 'Kommission der Europäischen Gemeinschaften' als 'Europäische Kommission' genannt." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[36.] Dcl/Fragment 044 08

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 8-18
Quelle: Europäische Kommission 2002
Seite(n): 6, Zeilen: 9 ff., 106 ff.
Dazu zählen im Einzelnen: die so genannten Arbeitsmarktparteien (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände - auch "Sozialpartner"), Vertretungsorganisationen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, die nicht Sozialpartner im engeren Sinn sind (beispielsweise Verbraucherorganisationen); Nichtregierungsorganisationen, in denen Menschen gemeinsame Ziele verfolgen (Umweltorganisationen, Menschenrechtsorganisationen, Wohlfahrtseinrichtungen, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen); so genannte "Community-Based Organisations" [sic], also Organisationen, die aus der Mitte und von der Basis der Gesellschaft her entstehen und Mitglieder orientierte [sic] Ziele verfolgen, wie Jugendorganisationen, Familienverbände und alle Organisationen, über die die Bürger am Leben in den Kommunen teilnehmen können, sowie Religionsgemeinschaften (EWSA 1999: 33,34).

Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, 1999: Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses zum Thema „Die Rolle und der Beitrag der organisierten Zivilgesellschaft zum europäischen Einigungswerk“. Brüssel: Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften (1999/C 329/10), S. 30 - 38.

Er kann gleichwohl als Kurzformel benutzt werden, um eine Vielzahl von Organisationen zu bezeichnen, z.B. die Arbeitsmarktparteien (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände – auch “Sozialpartner”7 genannt); Vertretungsorganisationen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, die nicht Sozialpartner im engeren Sinn sind (beispielsweise Verbraucherorganisationen); NRO (Nichtregierungsorganisationen), in denen Menschen gemeinsame Ziele verfolgen (Umweltorganisationen, Menschenrechtsorganisationen, Wohlfahrtseinrichtungen, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen usw.); CBO ("community-based organisations"), also Organisationen, die aus der Mitte und von der Basis der Gesellschaft her entstehen und mitgliederorientierte Ziele verfolgen, z.B. Jugendorganisationen, Familienverbände und alle Organisationen, über die die Bürger am Leben in den Kommunen teilnehmen können, sowie Religionsgemeinschaften.8

7 [...]

8 Diese Auflistung entspricht der Analyse, die der Wirtschafts- und Sozialausschuss in seiner Stellungnahme zum Thema "Die Rolle und der Beitrag der organisierten Zivilgesellschaft zum europäischen Einigungswerk" entwickelt (ABl. C 329 vom 17. November 1999, S. 30).

Anmerkungen

In der von der Verf.in angegebenen Quelle EWSA (1999) finden sich die Inhalte zwar auch im Wortlaut sehr ähnlich, aber die Wörter "Gewerkschaften", "Arbeitgeberverbände" und "Verbraucherorganisationen" kommen dort nicht vor.

Da längere nicht kenntlich gemachte wörtliche Übernahmen vorliegen und die eigentliche Quelle lediglich auf der Vorseite genannt wird, Wertung als Verschleierung.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Faktenaufzählung aus präzise benannter Quelle, Vroniplag-Einschätzung als Versuch der Verschleierung nicht nachvollziehbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Anmerkung: VroniPlag Wiki wertet hier die Zeilen 8-18 als aus der Quelle Europäische Kommission (2002) plagiiert, das Gremium hingegen nur Z. 14-17 als aus der Quelle EWSA (1999, ebd.).

Fußnote des Gremiums zur Quelle EWSA (1999): "Hier werden die Seitenzahlen genannt, aber die wörtliche Textübernahme wird nicht als Zitat kenntlich gemacht." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[37.] Dcl/Fragment 045 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 4-8
Quelle: Grupp 2005
Seite(n): 600, Zeilen: li. Sp. 41 ff., re. Sp. 1 f.
In gesellschaftspolitischen Zusammenhängen bezeichnet Partizipation die aktive und freiwillige Teilnahme einzelner oder organisierter Bürger mit dem Ziel, Entscheidungsprozesse und Handlungsabläufe vor allem staatlicher Organe kennen zu lernen, zu beeinflussen oder daran mitzuwirken (Mickel / Bergmann 2005).

Mickel, Wolfgang W. / Bergmann, Jan (Hrsg.), 2005: Handlexikon der Europäischen Union. Stuttgart: OMNIA Verlag, 3. Auflage.

Partizipation bezeichnet in gesellschaftspolitischem Zusammenhang die aktive Teilnahme einzelner oder organisierter Bürgerinnen und Bürger mit dem Ziel, Entscheidungsprozesse und Handlungsabläufe vor allem staatlicher Organe kennen zu lernen, zu beeinflussen oder daran mitzuwirken.
Anmerkungen

19 aufeinanderfolgende Wörter werden übernommen, jedoch nicht als Zitat kenntlich gemacht.

Der eigentliche Verfasser des Artikels "Partizipation" in dem Handlexikon dürfte Grupp sein (siehe die Anm. bei der Quelle).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 1 ["wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Nicht gekennzeichnetes Zitat aus Handbuchartikel mit fehlerhaft angegebener Quelle (Hrsg. des Handbuchs statt Autor des Artikels genannt), keine Seitenangabe" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 12)

Fußnote des Gremiums zur Quelle Grupp (2005): "Verwiesen wird auf die Herausgeber des Lexikons und nicht auf den Autor des Eintrags, was vom Gremium als minderschwerer Zitierfehler gewertet wird. Schwerwiegend ist dagegen die Nicht-Kenntlichmachung des Zitats."

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[38.] Dcl/Fragment 045 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 14-17, 23-24, 25-27
Quelle: Schultze 2005
Seite(n): 675, 676, Zeilen: 675: re. Sp. 28 ff.; 676: li. Sp. 1 ff.
Alle Formen politischer Partizipation, die Bürger freiwillig, individuell oder kollektiv im Verbund mit anderen unternehmen, um politische Entscheidungen direkt oder indirekt zu ihren Gunsten zu beeinflussen, werden dabei als instrumentell oder zweckrational charakterisiert. [Bei dieser Form der Beteiligung steht die Berücksichtigung bestimmter Werte und die Durchsetzung von Interessen im Vordergrund, deren Adressaten die politischen Entscheidungsträger auf verschiedenen Ebenen des politischen Systems sind. Es handelt sich hierbei um einen Konfliktorientierten [sic] Partizipationsbegriff, der sich an rationalen Kosten-Nutzen-Erwägungen orientiert (Schultze 2005b; Kersting 2008; Trenz 2008).]

Im normativen Verständnis hingegen wird Partizipation nicht nur als Mittel zum Zweck eingestuft, sondern als Ziel [und Wert an sich, der für alle erstrebenswert ist und die Lebensqualität der Akteure erhöht (Pateman 1970).] Es geht dabei um die Selbstverwirklichung des Individuums im Prozess des direktdemokratischen gemeinsamen Handelns und um politisch-soziale Teilhabe in möglichst vielen Bereichen der Gesellschaft.


Kersting, Norbert, 2008: Innovative Partizipation: Legitimation, Machtkontrolle und Transformation. Eine Einführung. In: Kersting, Norbert (Hrsg.): Politische Beteiligung. Einführung in dialogorientierte Instrumente politischer und gesellschaftlicher Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage, S. 11 - 39.

Schultze, Rainer-Olaf, 2005b: Partizipation. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 2 N – Z. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 675 - 677.

Trenz, Hans-Jörg, 2008: European civil society: Between Participation, Representation and Discourse. In: Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg (Hrsg.): Reconstituting Democracy from Below. New Approaches to Civil Society in the New Europe. ARENA Report No 6 / 08, Recon Report No 5. Oslo: ARENA Centre for European Studies, S. 53 - 76.

[Seite 675]

[Partizipation [...]]

1. Instrumentell bzw. zweckrational sind alle diejenigen Formen polit. Beteiligung, die Bürger freiwillig, individuell und/oder kollektiv im Verbund mit anderen unternehmen, um polit. Entscheidungen direkt oder indirekt zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Es geht um Teilnahme, Wertberücksichtigung und Interessendurchsetzung. Adressaten sind, zumal in den → Repräsentativen Demokratien und unter den Bedingungen der mass politics, die polit. Entscheidungsträger in Regierung/→ Bürokratie, → Parlament und → Parteien auf den verschiedenen Ebenen des → Politischen Systems. Im normativen Verständnis ist P. nicht nur Mittel zum Zweck, sondern auch Ziel und Wert an sich. Es geht nicht nur um Einflußnahme und Interessendurchsetzung, sondern um Selbst-

[Seite 676]

verwirklichung im Prozeß des direkt-demokratischen Zusammenhandelns und um polit.-soziale Teilhabe in möglichst vielen Bereichen der → Gesellschaft. Ein solcher normativer Begriff von P. ist konsensorientiert, kommunitär und expressiv, der instrumentelle Partizipationsbegriff, dem marktliberalen Rationalitätsverständnis eng verwandt, hingegen konfliktorientiert.

Anmerkungen

Der erste Satz wird größtenteils – 18 aufeinanderfolgende Wörter – wörtlich ohne Kenntlichmachung von Schultze (2005) übernommen, der als einer von drei Autoren referenziert wird. (Bzgl. der Referenzierung von Kersting (2008) könnte man an dessen Ausführungen zu den "Benefits" und Kosten von Partizipation auf S. 15 denken; ein Zusammenhang zu denjenigen von Trenz (2008) ist jedoch nicht ohne Weiteres ersichtlich, vgl. [63].)

Auch nach der Nennung von Schultze wird im nächsten Absatz weiter von diesem übernommen. Die in eckige Klammern gesetzten (Teil-)Sätze werden nicht als Plagiat gewertet. Die Pateman (1970) zugeschriebene Aussage stammt hierbei zum Teil auch aus der Quelle Kersting (2008), siehe Fragment 045 24, von dem auch in der Folge übernommen wird.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung: VroniPlag Wiki wertet hier nur die Zeilen 14-17, 23-24 und 25-27 als aus der Quelle Schultze (2005) plagiiert, das Gremium hingegen Z. 14-27 (ebd.).

Fußnote des Gremiums zur Quelle Schultze (2005): "Eigentliche Quelle wird zwar genannt, aber mit anderen Quellen, was die eindeutige Zuordnung erschwert." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[39.] Dcl/Fragment 045 24

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 24-25, 27-31
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 14, 15, 20, Zeilen: 14: 34 ff.; 15: 1 f.; 20: 9 f.
[Im normativen Verständnis hingegen wird Partizipation nicht nur als Mittel zum Zweck eingestuft, sondern als Ziel und] Wert an sich, der für alle erstrebenswert ist und die Lebensqualität der Akteure erhöht (Pateman 1970). [...] Durch politische Partizipation kann demnach nicht nur die Verfolgung von Interessen, sondern auch Mündigkeit erreicht werden. Politische Partizipation im Sinne von Teilhabe und Teilnahme an Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen wird in diesem Verständnis als unverzichtbarer Bestandteil von Entwicklung betrachtet (Nohlen / Nuscheler 1982).

Nohlen, Dieter / Nuscheler, Franz (Hrsg.), 1995: [sic] Handbuch der Dritten Welt. Band 1: Grundprobleme - Theorien - Strategien. Bonn, [sic] 3. Auflage.

Pateman, Carole, 1970: Participation and Democratic Theory. London: [sic] Cambridge University Press.

[Seite 14]

Politische Beteiligung ist zudem ein Wert an sich, der für alle erstrebenswert ist, ebenso die Lebensqualität der Akteure erhöht (Pateman 1970).

[Seite 20]

Durch politische Partizipation gelingt nicht nur Verfolgung von Interessen, sondern auch Selbstverwirklichung und Mündigkeit.

[Seite 14]

Politische Partizipation im Sinne von Teilhabe und Teilnahme an Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen kann als unver-

[Seite 15]

zichtbarer Bestandteil von Entwicklung betrachtet werden (vgl. z.B. das „magische Fünfeck von Entwicklung“ in Nohlen/Nuscheler 1982: 62ff.).


Nohlen, Dieter/Nuscheler, Franz (Hg.): Handbuch Dritte Welt. Bonn [sic]

Pateman, Carole: Participation and Democratic Theory. London. [sic] 1970.

Anmerkungen

Kersting (2008) wird am Ende des vorigen Absatzes genannt, daher Wertung als Bauernopfer.

Der in eckige Klammern gesetzte Satzanfang und der nach der Nennung von Pateman (1970) folgende, hier nicht wiedergegebene Satz sind der Quelle Schultze (2005) entnommen, siehe Fragment 045 14.

Auffällig ist, dass die Verf.in im Haupttext für das Handbuch von Nohlen / Nuscheler ein anderes Erscheinungsjahr als im Literaturverzeichnis und ebenso wie die Quelle in Letzterem – entgegen ihrem eigenen bibliografischen Usus – keinen Verlag nennt. Eine 1995 erschienene Ausgabe dessen ersten Bandes ist jedoch in keinem der gängigen deutschen elektronischen (Verbund-)Kataloge nachweisbar. [64] In der Deutschen Nationalbibliothek findet sich in zeitlicher Approximation lediglich eine bei Dietz in Bonn erschienene 3. Aufl. von 1992 [65] und deren Nachdruck von 1993 [66].

Weiterhin ist Pateman (1970) bei Cambridge University Press in Cambridge und nicht in London erschienen. [67]

Nohlen / Nuscheler werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der betrachteten Dissertation nur dieser Stelle, Pateman wird – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur noch ein anderes Mal, ebenfalls in einem Plagiatskontext, erwähnt, siehe Fragment 046 02.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung: VroniPlag Wiki wertet auf S. 45 die Zeilen 24-25 und 27-31 als aus der Quelle Kersting (2008) plagiiert, das Gremium hingegen Z. 14-27 als aus der Quelle Schultze (2005, ebd.). Dies bedeutet, dass es den Teil des ersten Satzes, der nicht in eckige Klammern gesetzt ist und an dessen Ende Pateman (1970) referenziert wird, auch als aus der Quelle Schultze übernommen ansieht; Pateman wird dort jedoch nicht erwähnt und VroniPlag Wiki konnte bei Schultze keine Übereinstimmungen ausmachen.
Die nach den Auslassungszeichen folgenden beiden Sätze sieht das Gremium nicht als Plagiat an.
Im Schlussbericht sind die als plagiiert gewerteten Textstellen nicht synoptisch dokumentiert.

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[40.] Dcl/Fragment 046 02

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 2-14
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 12, 14, 15, 17, Zeilen: 12: 3 ff.; 14: 14 ff.; 15: 10 ff.; 17: 11 ff.
[[...] und andererseits eine erhöhte Input-Legitimation herzustellen, indem das so genannte „Political Efficacy-Bewusstsein“ gesteigert wird (Kersting 2008: 14).] Darunter wird das subjektive Vertrauen in die Möglichkeit der Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse verstanden, das die Beteiligungsbereitschaft erhöht (Pateman 1970).

Allerdings ist ebenso in Betracht zu ziehen, dass der bloße Einsatz von partizipativen Instrumenten nicht automatisch bessere Politikergebnisse und eine höhere Akzeptanz eines politischen Akteurs hervorruft, sondern, [sic] dass es vor allem einer besseren Qualifikation der zu Beteiligenden in Bezug auf deren Information, deren Gemeinsinn und deren tatsächlicher Kontrolle bedarf (Cooke / Khotari 2001). Von Bedeutung ist hier, dass das Ziel von Demokratisierung nicht allein in einer hohen Beteiligung liegen kann, sondern, [sic] dass es auch und vor allem darum geht, die Kompetenzen der Beteiligten zu erhöhen, um im Wege einer aufgeklärten Partizipation zu einer optimalen sachrationalen Entscheidung zu kommen (Bühlmann / Kriesi 2007). Es geht dabei um nachhaltige Gesellschafts- und Politikgestaltung, die zu einer stärkeren Demokratisierung führen kann (Dewey 1984 [sic]).


Bühlmann, Marc / Kriesi, Hanspeter, 2007: Political Participation Quantity versus Quality NCCR Democracy. [sic] University of Zurich.

Cooke, Bill / Khortari [sic], Uma (Hrsg.), 2001: Participation the new tyranny. [sic] London: Palgrave. [sic]

Dewey, John, 1984: [sic] Demokratie und Erziehung. Weinheim: Beltz.

Pateman, Carole, 1970: Participation and Democratic Theory. London: [sic] Cambridge University Press.

[Seite 14]

Political Efficacy beschreibt das subjektive Vertrauen in die Möglichkeit der Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse (Pateman 1970). Dieses steigert die Input-Legitimation des politischen Systems und bewirkt gleichzeitig eine erhöhte Beteiligungsbereitschaft.

[Seite 17]

[[...] (zur Partizipation als moralischer Imperativ der Reformation s. Cooke/Khortari [sic] 2001).] [...] Der bloße Einsatz von partizipativen Instrumenten bewirke nicht automatisch eine höhere Effektivität d.h. bessere Policy-Outputs sowie eine höhere Akzeptanz (better planning, monitoring, evaluation, investigation, training and action) und ein Empowerment, das vor allem einer besseren Qualifikation (better informed, sense of commitent [sic], giving people control) bedarf.

[Seite 15]

Demnach liegt das Ziel von Demokratisierung nicht allein in einer hohen Beteiligung. Ziel muss es vielmehr auch sein, die Kompetenzen der Beteiligten zu erhöhen, um hierüber zu einer optimalen sachrationalen Entscheidung zu kommen (Bühlmann/Kriesi 2007).

[Seite 12]

Damit folgt der Aufbau des Bandes einer Logik der Intensivierung der Partizipationsformen hin zu nachhaltiger Gesellschafts- und Politikgestaltung. Verfahren und Instrumente der Partizipation werden hier nicht nur als „Transporteure“ neuen Wissens, neuer Politikinhalte oder Reformprozesse gesehen, sondern als performative Praxen, die in der Praxis Demokratisierung lebbar machen und dadurch „Demokratie als Erfahrung“ (Dewey 1984 [sic]) in Existenz bringen.


Bühlmann, Marc/Kriesi, Hanspeter: Political Participation Quantity versus Quality NCCR Democracy University of Zurich. [sic] 2007

Cooke, Bill/Khortari [sic], Uma (Hg.): Participation the new tyranny. [sic] London: Palgrave. [sic] 2001

Dewey, John: Demokratie und Erziehung. Weinheim: Beltz. 1984 [sic]

Pateman, Carole: Participation and Democratic Theory. London. [sic] 1970.

Anmerkungen

Übernahme mitsamt vier Referenzen. (Der in eckige Klammern gesetzte Halbsatz ganz oben wird nicht als Plagiat gewertet.)

Der Titel Bühlmann / Kriesi (2007) kann bei Kersting (2008) und mit ihm bei der Verf.in in der vorliegenden Form nicht korrekt wiedergegeben sein; es handelt sich wohl um dieses, vermutlich am (ehemaligen) National Center of Competence in Research (NCCR) Democracy der Universität Zürich entstandene Paper:

Political Participation. Quantity versus Quality. Submitted to European Journal of Political Research.
       Accepted for revision (together with Hanspeter Kriesi). [68]

Bzgl. der Referenzierung von Cooke / Khotari ist anzumerken, dass

  • die Quelle Kersting (2008) sich hier nur bzgl. der "Partizipation als moralischer Imperativ der Reformation" auf diesen Sammelband zu beziehen scheint,
  • die Mitherausgeberin Khotari und nicht "Khortari" heißt,
  • der Titel Participation: the new Tyranny? lautet und
  • das Werk nicht bei Palgrave, sondern bei Zed Books erschienen ist. [69]

Bzgl. der Referenzierung von Dewey ist anzumerken, dass

  • eine 1984 erschienene Ausgabe von Demokratie und Erziehung in keinem der gängigen deutschen elektronischen (Verbund-)Kataloge nachweisbar ist. [70] In der Deutschen Nationalbibliothek findet sich in zeitlicher Approximation lediglich eine bei Westermann erschienene 3. Aufl. von 1964 [71] und deren bei Beltz erschienener Nachdruck von 1993 [72];
  • Kersting auf S. 14 wörtlich einen englischsprachigen Text zitiert, den er mit "Dewey (1984)" referenziert. Die Verf.in scheint bei der Übernahme der Literaturangabe zu übersehen, dass dies nicht zu dem im Literaturverzeichnis Kerstings als verwendet angegebenen deutschsprachigen Titel Deweys passt; und
  • in der Quelle diesem nur der Begriff "'Demokratie als Erfahrung'" zugeschrieben werden zu scheint, nicht jedoch der der "nachhaltige[n] Gesellschafts- und Politikgestaltung".

Weiterhin referiert die Verf.in hier anscheinend nicht ihre eigene, sondern Kerstings Rezeption des englischsprachigen Titels Pateman (1970). Dieser ist zudem bei Cambridge University Press in Cambridge und nicht in London erschienen. [73]

Cooke / Khotari, Dewey und Pateman werden – abgesehen vom Lteraturverzeichnis – in der betrachteten Dissertation jeweils nur noch einmal an anderer Stelle – und jeweils in einem Plagiatskontext – erwähnt, siehe Fragment 063 09, Fragment 013 30 und Fragment 045 24; Bühlmann / Kriesi – wieder abgesehen vom Lteraturverzeichnis – ebenfalls nur noch einmal in einem Kontext, in dem eine willkürliche Referenzierung naheliegt, siehe Fragment 064 16 (keine Wertung).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 46 bis 48: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kersting ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 2 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung des Gremiums: "Paraphrasierung mit Übernahme der Literatur von Kersting (2008)." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[41.] Dcl/Fragment 046 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 28-31
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 14, Zeilen: 18-21
Die politische Inklusion breiter Teile der Bevölkerung in politische Systeme sowohl auf nationaler, [sic] als auch auf europäischer Ebene, [sic] erfolgt vor allem über den Wahlakt, der meist die Basis für politisches Engagement bildet und durch neue direkte Beteiligungsmuster erweitert wird (Barnes / Kaase u.a. 1979).

Barnes, Samuel H. / Kaase, Max u.a., 1979: Political Action. Mass Participation in Five Western Democracies. Beverly Hills und London: Sage.

Die politische Inklusion breiter Teile der Bevölkerung in das politische System erfolgt vor allem über den Wahlakt. Er bildet zumeist noch die Basis für politisches Engagement (Barnes/Kaase u. a. 1979), auch wenn neue direkte Beteiligungsmuster das Handlungsrepertoire erweitern.

Barnes, Samuel H./Kaase, Max u.a.: Political action. Beverly Hills: Sage. 1979

Anmerkungen

Übernahme mitsamt Referenz, die anders als in der Quelle verwendet wird.

Bei der unwesentlichen Ergänzung im ersten Teil des Satzes ("sowohl auf nationaler, als auch auf europäischer Ebene,"), die sie ähnlich auch z. B. in Fragment 013 30 vornimmt, setzt die Verf.in zwei fehlerhafte Kommas.

Da Kersting (2008) im nächsten Absatz genannt wird, Wertung als Bauernopfer.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 46 bis 48: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kersting ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 2 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung des Gremiums: "Paraphrasierung mit Übernahme der Literatur von Kersting (2008)" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[42.] Dcl/Fragment 047 20

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 20-23, 25-34
Quelle: Trenz 2005
Seite(n): 62, 63, Zeilen: 62: 22 ff.; 63: 1 ff.
Die Teilhabe der Zivilgesellschaft an europäischer Politik als legitimes Gegenüber von Herrschaft setzt allerdings voraus, dass es europäische Opportunitätsstrukturen für die Mobilisierung kollektiven Handelns gibt (Marks / McAdam 1999).

[In Bezug auf die Entwicklung der Partizipation auf europäischer Ebene werden in der Literatur drei Phänomene beschrieben.] Zum einen wird statt spontaner Selbstorganisation der Zivilgesellschaft, die Fremdorganisation durch politische Institutionen beobachtet, die Partner und Verbündete für die Teilnahme am Regierungsprozess suchen, diese aber aufgrund der mangelnden Aufmerksamkeit der Zielgruppe nur unzureichend finden (Marks / McAdam 1999). Zum zweiten zeigt sich die Entwicklung eines breiten Lobbyismus verbunden mit einer erhöhten Kooperationsbereitschaft der beteiligten Akteure, mit dem Ziel, Zugang zu Informationen zu erhalten und eigene Interessen durchzusetzen (Gerhards 1993; Trenz 2001). Zum dritten offenbart sich die Herausbildung eines supranational geschlossenen Handlungsfeldes einer eindimensionalen Zivilgesellschaft, die sich nicht mit den nationalen, regionalen und lokalen Ebenen vernetzt und rückbindet (Eder / Trenz 2003).


Eder, Klaus / Trenz, Hans-Jörg, 2003: The Making of a European Public Space: An Inquiry into Relating Supranational Politics and Transnational Spaces of Communication. [sic] The Case of Justice and Home Affairs. In: Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Linking EU and National Governance. Oxford: Oxford University Press, S. 111 - 134.

Gerhards, Jürgen, 1993: Westeuropäische Integration und die Schwierigkeiten der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 22, S. 96 - 110.

Marks, Gary / McAdam, Doug, 1999: On the Relationship of Political Opportunities to the Form of Collective Action. The Case of the European Union. In: Della Porta, Donatella / Kriesi, Hanspeter / Rucht, Dieter (Hrsg.): Social Movements in a Globalizing World. London: [sic] Macmillan Press, S. 97 - 111.

Trenz, Hans-Jörg, 2001: Protestmobilisierung in Netzwerken. Revitalisierung oder Selbstblockade zivilgesellschaftlicher Protestformen in der EU? In: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, 14, 87 - 98.

[Seite 62]

[...] Sobald sie erfolgt, wird die Zivilgesellschaft zum legitimen Gegenüber von Herrschaft, die ihre Anerkennung und Teilhabe einfordert.

Die Merkmale organisierter Zivilgesellschaft in der EU sind an die Spezifika einer emergenten europäischen Opportunitätsstruktur für die Mobilisierung kollektiven Handelns gebunden (Marks/McAdam 1999). [In Anpassung an die Struktureigenschaften des Regierens im europäischen Mehrebenensystem vollzieht sich der Wandel zivilgesellschaftlicher Organisations- und Aktionsformen in folgende Richtung:]

1)   Statt spontaner Selbstorganisation beobachten wir in der EU häufig die Fremdorganisation von Zivilgesellschaft durch politische Institutionen auf der Suche nach potentiellen Partnern und Verbündeten. [...]

[Seite 63]

[...] Von oben geschaffene Gelegenheitsstrukturen für Partnerschaft und Teilnahme am Regierungsprozess warten vielfach noch darauf, von unten besetzt zu werden (Marks/McAdam 1999: 103). Es kommt zu einem Ungleichgewicht zwischen erhöhtem Angebot zur Partizipation und knapper Nachfrage bei hohem Risiko eines Werteverlusts zivilgesellschaftlicher Organisationsformen infolge der andauernden Nichtaufmerksamkeit des Publikums.
2)   Statt lautem Protest beobachten wir in der EU eher einen stillen Lobbyismus und eine erhöhte Kooperationsbereitschaft der beteiligten Akteure (Gerhards 1993). [...] Außerinstitutionelle Akteure sind gleichfalls auf die Zusammenarbeit mit den Institutionen angewiesen, um überhaupt Zugang zu Informationen zu erhalten und vermeiden es, die Verantwortlichen durch nicht-kooperatives Verhalten vor den Kopf zu stoßen (Trenz 2001a: 90).
3)   Statt Transnationalität der zivilgesellschaftlichen Organisationsformen und Mehrebenenmobilisierung („think globally-act locally“) fördert die EU eher die Herausbildung eines supranational geschlossenen Handlungsfeldes, das zwar in sich zunehmend plural angelegt ist, dabei aber mit spezifischen Vermittlungsproblemen und Defiziten im vertikalen Networking zwischen den Ebenen zu kämpfen hat. [...] Die bestehenden Organisations- und Handlungsvernetzungen zwischen den Initiativen vor Ort suchen dabei nur in Ausnahmefällen den Kontakt zur europäischen Ebene (Trenz 2001b; Eder/Trenz 2003).

Die Eindimensionalität der Organisation europäischer Zivilgesellschaft als ein Handlungsgefüge mit vornehmlich supranationalem Wirkungsbereich und fehlender nationaler und subnationaler Rückbindung vermag aus der Perspektive aller Beteiligten noch keine befriedigende Lösung des vielbeklagten europäischen Demokratiedefizits herbeizuführen.


Eder, Klaus/Trenz, Hans-Jörg 2003: The Making of a European Public Space: An Inquiry into Relating Supranational Politics and Transnational Spaces of Communication. [sic] The Case of Justice and Home Affairs, in: Kohler-Koch, Beate (Hrsg.), Linking EU and National Governance, Oxford: Oxford University Press, 111-134.

Gerhards, Jürgen 1993: Westeuropäische Integration und die Schwierigkeiten der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit, in: Zeitschrift für Soziologie, 22, 96-110.

Marks, Gary/McAdam, Doug 1999: On the Relationship of Political Opportunities to the Form of Collective Action. The Case of the European Union, in: Della Porta, Donatella/Kriesi, Hanspeter/Rucht, Dieter (Hrsg.), Social Movements in a Globalizing World, London: [sic] Macmillan Press, 97-111.

Trenz, Hans-Jörg 2001a: Protestmobilisierung in Netzwerken. Revitalisierung oder Selbstblockade zivilgesellschaftlicher Protestformen in der EU?, in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, 14, 87-98.

Trenz, Hans-Jörg 2001b: Global Denken - Lokal Handeln. Zur Mobilisierungslogik von Migranteninteressen in Europa, in: Klein, Ansgar/Koopmans, Ruud/Geiling, Heiko (Hrsg.), Politische Partizipation und Protestmobilisierung im Zeitalter der Globalisierung. Opladen: Leske + Budrich, 179-205.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle, aus der die Verf.in umformulierend und komprimierend übernimmt, wird nicht genannt. Signifikant ist insbsd. die identische Formulierung "die Herausbildung eines supranational geschlossenen Handlungsfeldes".

Mit Trenz (2001) gibt es ebenfalls inhaltliche Parallelen, jedoch in geringerem Maße; bei diesen ist zudem das Maß an wörtlicher Übereinstimmung i. d. R. auch geringer.

Bzgl. der bibliografischen Angaben ist anzumerken, dass

  • der vollständige Titel des Aufsatzes von Eder / Trenz (2003) The Making of a European Public Space: The Case of Justice and Home Affairs lautet. [74] Wie Trenz (2005) – und mit ihm die Verf.in – auf dessen vorgeblichen Bestandteil "An Inquiry into Relating Supranational Politics and Transnational Spaces of Communication." kommt, ist schwer verständlich;
  • der von Della Porta et al. (1999) herausgegebene Sammelband bei Macmillan in Basingstoke und nicht in London erschienen ist. [75]

Vier der fünf Referenzen werden ebenfalls übernommen. In der betrachteten Arbeit werden von diesen Eder / Trenz (2003), Marks / McAdam (1999) und Trenz (2001) – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.

Der in eckige Klammern gesetzte zweite Satz im linken Teil der Synopse wird nicht als Plagiat gewertet.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Zitierfehler; Autor wurde korrekt benannt, nicht jedoch das Werk (falsches Jahr)" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte; solche der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[43.] Dcl/Fragment 048 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 1-3
Quelle: Neller van Deth 2006
Seite(n): 38, Zeilen: li. Sp. 22 ff.
[Die Folge ist, dass in allen Ländern der Europäischen Union ein weit verbreitetes Desinteresse an Politik im] Allgemeinen und an der europäischen Politik im Besonderen, sowie ein Grad an politischer Aktivität, der sich im Wesentlichen auf die Teilnahme an Wahlen beschränkt (Kaase 1997, Kersting 2004) das Gesellschaftsbild prägen.

Kaase, Max, 1997: Vergleichende Partizipationsforschung. [sic] In: Berg-Schlosser, Dirk / Müller-Rommel, Ferdinand (Hrsg.): Vergleichende Politikwissenschaft. Ein einführendes Handbuch. Opladen: Leske+Budrich, S.159 - 174.

Kersting, Norbert, 2004: Die Zukunft der lokalen Demokratie. Frankfurt / Main: [sic] Campus.

Die Analyse der Daten des European Social Survey bestätigt Befunde zum politischen Engagement, die sich bereits in vielen empirischen Studien gezeigt haben: Desinteresse an der Politik und ein Grad an politischer Aktivität, der sich im Wesentlichen auf die Teilnahme an nationalen Wahlen beschränkt, sind typische Phänomene moderner Gesellschaften und in allen europäischen Ländern zu finden.
Anmerkungen

Bei Kaase (1997) heißt es auf S. 159, allerdings in Bezug auf die Vergangenheit und nicht die Gegenwart:

"Fünfzehn bis zwanzig Jahre benötigten die westlichen Demokratien, um den Schock und die Folgen des Zweiten Weltkrieges zu verarbeiten und abzuschütteln. [...] Die politischen Geschäfte überließ der Bürger Politikern und Experten; seine Einbindung in das politische Gemeinwesen beschränkte sich ganz überwiegend auf die Teilnahme an Wahlen und, in Grenzen, auf das Zurkenntnisnehmen dessen, was in der Politik geschah, aus den Massenmedien."

Dennoch stimmen mit diesem Wortlaut lediglich 5, mit dem bei Neller / van Deth (2006) aber 13 aufeinanderfolgende Wörter überein; bei Kersting (2004) findet sich ein den Ausführungen der Verf.in ähnelnder Wortlaut nirgends (auch wenn im Text an verschiedenen Stellen von Wahlen bzw. Desinteresse an lokaler Politik die Rede ist).

Bzgl. der bibliografischen Angaben ist anzumerken, dass

  • die Abhandlung von Kaase im Original Vergleichende Politische Partizipationsforschung betitelt und
  • das Werk von Kersting bei Campus in Frankfurt (Main) und New York erschienen ist [76].

Der letztere Titel wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Dissertation ausschließlich an dieser Stelle angeführt.

(Der Satz der Verf.in beginnt bereits auf S. 47 unten.)


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[44.] Dcl/Fragment 048 11

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 11-14
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 17, Zeilen: 18 ff.
Daher wird häufig argumentiert, dass die Teilnehmer in dialogischen Prozessen nicht die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen haben und aufgrund mangelnder politischer Verantwortung keinen Gemeinsinn entwickeln, deshalb Partikularinteressen bedienen und suboptimale Entscheidungen treffen (Kersting 2008).

Kersting, Norbert, 2008: Innovative Partizipation: Legitimation, Machtkontrolle und Transformation. Eine Einführung. In: Kersting, Norbert (Hrsg.): Politische Beteiligung. Einführung in dialogorientierte Instrumente politischer und gesellschaftlicher Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage, S. 11 - 39.

Das grundsätzliche Standardargument konstatiert, dass die Teilnehmer in dialogischen Prozessen nicht die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen haben und zudem aufgrund mangelnder (politischer) Verantwortung keinen Gemeinsinn entwickeln und deshalb Partikularinteressen bedienen und suboptimale Entscheidungen treffen.
Anmerkungen

Die Quelle wird genannt, die Wörtlichkeit der Wiedergabe jedoch nicht kenntlich gemacht.

Es werden einmal 14 und zweimal je 7 aufeinanderfolgende Wörter übernommen.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 1 ["wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Vorbemerkung zur Begründung: "Vorbemerkung zu Seiten 46 bis 48: Bei der Bewertung der hier enthaltenen Fragmente ist zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Quelle Kersting ist und Giffey auf diese immer wieder verweist. Diese 2 [sic] Seiten müssen im Zusammenhang gesehen werden."
Begründung: "Wörtliche Textübernahme ganzer Sätze, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[45.] Dcl/Fragment 048 15

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 15-17
Quelle: Nanz Steffek 2005
Seite(n): 86, Zeilen: 30 ff.
Dennoch ist mit dem Aufkommen der Legitimationsdebatte in den 1990er Jahren auch das normative Potenzial zivilgesellschaftlicher Beteiligung in den europäischen Institutionen stärker thematisiert worden. Erst mit dem Aufkommen der Legitimationsdebatte in den 1990er Jahren ist auch das normative Potential zivilgesellschaftlicher Beteiligung in den europäischen Institutionen thematisiert worden, nicht zuletzt im Weißbuch Europäisches Regieren, in dem sich die Europäische Union ausdrücklich einer verstärkten Einbindung der Zivilgesellschaft verschrieben hat (Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001).15

15 [...]


Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001: Europäisches Regieren: Ein Weißbuch, Dokument KOM (2001) 428, Brüssel v. 25. Juli.

Anmerkungen

Die Quelle wird erst im übernächsten Absatz auf der Folgeseite (als "Nanz / Steffens 2005") genannt, daher Wertung als Verschleierung.

Eine erweiterte Form dieser Übernahme findet sich auf S. 30, siehe Fragment 030 09.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 1 ["wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Wörtliche Übernahme ganzer Sätze aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium derartige 1-A-Fundstellen als "eindeutige Fälle von Plagiaten", die "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung' erfüllen" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[46.] Dcl/Fragment 049 20

ÜbersetzungsPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: 20-24
Quelle: Liebert Trenz 2008
Seite(n): 14, Zeilen: 3 ff.
In der Literatur wird diskutiert, ob es realistisch ist, durch Bürgerbeteiligung Demokratieförderung in der EU zu erreichen und wie diese umzusetzen wäre, in einer generellen Offenheit und inklusivem Regierungshandeln oder in einer funktionalen Konzeption, bei der beteiligte Akteure und Institutionen nicht nur ihre Präferenzen äußern, sondern auch einen Beitrag zum Regierungshandeln leisten (Moravcsik 2006; Kohler-Koch / Finke 2007).

Kohler-Koch, Beate / Finke, Barbara, 2007: The Institutional Shaping of EU-Society Relations: A Contribution to Democracy via Participation? In: Journal of Civil Society. 3 (3): 205 - 221.

Moravcsik, Andrew, 2006: What Can We Learn from the Collapse of European [sic] Constitutional Project? Politische Vierteljahreszeitschrift [sic] 47 (2): 219 - 241.

However, it has remained controversial whether it is realistic to expect citizens’ participation in EU democratic polity building (Moravcsik 2006) and how to enact it in procedural terms; whether a principled conception of participation would be sufficient according to which the openness and inclusiveness of government is a sufficient indicator of the democratic quality of the participatory process; or whether a functional conception requires participation to amount to more than preference aggregation and also add an epistemic value to government and governance on the basis of good reasons and justifications provided by the participating actors and institutions (Kohler-Koch and Finke 2007).

Kohler-Koch, B. and Finke, B. (2007) ‘The Institutional Shaping of EU-Society Relations: A Contribution to Democracy via Participation?’, Journal of Civil Society, 3(3): 205-221.

Moravcsik, A. (2006) ‘What Can We Learn from the Collapse of the European Constitutional Project?’, Politische Vierteljahresschrift 47(2): 219-241.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Kohler-Koch / Finke (2007) und Moravcsik (2006) werden in der betrachteten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle erwähnt. Bei der Übernahme des letzteren Titels unterlaufen der Verf.in zwei Fehler.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung des Gremiums: "Zitierte Literatur in der Originalquelle wird vollständig übernommen." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[47.] Dcl/Fragment 050 20

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 20-29
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 21, 22, Zeilen: 21: 1 ff.; 22: 1 f.
Grundsätzlich ist politische Beteiligung am Entscheidungsfindungsprozess von bloßem bürgerschaftlichen Engagement zu unterscheiden. Das bürgerschaftliche Engagement impliziert die Beteiligung als Gemeinwohl orientierte Selbsthilfe in privatisierten, selbstverantwortlichen Organisationen wie Vereinen oder Nutzerbeiräten, die nicht staatlich organisiert sind (Holtkamp u.a. 2006).

Des Weiteren kann zwischen indirekter und direkter Partizipation unterschieden werden. Der größte Teil der Beteiligungsinstrumente am politischen Prozess ist indirekt und Personen orientiert. Gewählte Repräsentanten vertreten hierbei die Bürgermeinung, wobei der Einfluss der Bürger auf diese Repräsentanten nach der Wahl weitgehend verloren geht (Lipset 1960).


Holtkamp, Lars et. [sic] al., 2006: Kooperative Demokratie. Frankfurt/Main: Campus.

Lipset, Seymor M., 1960: Political Man. The Social Bases of Politics. New York: [sic] Doubleday, Garden City.

Im Folgenden soll anhand von Gegensatzpaaren die Spannbreite politischer Partizipation beschrieben werden.

Politische Partizipation – Bürgerschaftliches Engagement

Politische Partizipation beinhaltet die Beteiligung an der Entscheidungsfindung. Seit dem Ende der neunziger Jahre wird im Reformdiskurs unter dem Sammelbegriff „Bürgerschaftliches Engagement“ hierunter weniger die Beteiligung an der Entscheidungsfindung [sic] sondern eher gemeinwohlorientierte Selbsthilfe verstanden (Holtkamp u.a. 2006). Bestenfalls handelt es sich um Beteiligung in Nutzerbeiräten ausgelagerter, d.h. im weiteren Sinne privatisierter, selbstverantwortlicher Organisationen, wie z.B. Schwimmvereinen etc. [Selbsthilfe beschreibt somit Aktivitäten, die bei begrenzter staatlicher Fremdhilfe, [sic] auf der Basis eigenen Engagements gemeinwohlorientiert und nicht primär individuell ausgerichtet sind.]

Indirekt, repräsentativ – Direkt, themenorientiert

Indirekte, personenorientierte Beteiligung am politischen Prozess macht den Hauptanteil der Partizipationsformen aus. Zumeist sind es „Advokaten“, die die Bürgermeinung repräsentieren sollen. Dabei geht bei der indirekten Beteiligung der Einfluss auf den Repräsentanten nach dessen Wahl weitestgehend verloren.

[Seite 22]

Dieser wird nur durch die Möglichkeit der Abwahl nach der Amtsperiode kontrolliert (s. Lipset 1960).


Holtkamp, Lars et al.: Kooperative Demokratie. Frankfurt: Campus. 2006

Lipset, Seymor M.: Political Man. The Social Base [sic] of Politics. Garden City. 1960.

Anmerkungen

Kersting (2008) dient hier als Vorlage – von der sie im Wortlaut auch abweicht – für die Ausführungen der Verf.in.

Weiterhin korrigiert sie zwar bei dem Titel Lipset (1960) [77] "Base" richtigerweise zu "Bases", erschienen ist das Buch aber nicht bei Doubleday in (der Stadt) New York, vielmehr befand sich der Verlag in Garden City (im US-Bundesstaat New York) – was so aus ihrer bibliografischen Angabe nicht hervorgeht. Bei Holtkamp et al. (2006) [78] fehlt wiederum New York als zweiter Verlagsort sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung von Kersting, eindeutige Zuordnung der Quelle nicht möglich" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung des Gremiums: "Argumentationsstruktur, Begriffe und Literatur werden übernommen." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[48.] Dcl/Fragment 051 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 1-8
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 22, 23, Zeilen: 22: 3 ff., 28 ff.; 23: 1 ff.
[Direkte Beteiligungsmöglichkeiten hingegen sind eher themenorientiert und beinhalten die] tatsächliche Vertretung der Bevölkerung durch Repräsentanten, auf die die Bürger auch nach deren Auswahl noch Einfluss ausüben können (Schiller / Mittendorf 2002).

Die Unterscheidung zwischen mobilisierter und spontaner Partizipation beinhaltet, dass im repräsentativen politischen System Privatpersonen im Wege einer institutionalisierten und inszenierten Beteiligung legale Handlungen unternehmen, die dem Zweck dienen, die Auswahl des politischen Führungspersonals oder dessen Aktivitäten zu beeinflussen (Verba / Nie 1972). Deren Gegensatz ist die spontane intrinsisch motivierte Beteiligung (Asher / Richardson 1984 [sic]).


Asher, Herbert A. [sic] / Richardson, Bradley M., 1984: [sic] Political Participation. Frankfurt: Campus Verlag. [sic]

Schiller, Theo / Mittendorf, Volker (Hrsg.), 2002: Direkte Demokratie. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

Verba, Sidney / Nie, Norman H., 1972: Participation in America. Political democracy and social equality. New York: Harper and Row.

[Seite 22]

Direkte, themenorientierte Einwirkungsmöglichkeiten beinhalten dabei durchaus auch die Vertretung der Bevölkerung durch Advokaten. Im Gegensatz zu indirekten Formen besitzen die Bürger jedoch nach der Auswahl der Repräsentanten weiteren Einfluss auf deren Einwirken, wie es z.B. in Bürgerinitiativen etc. zumeist der Fall ist (s. Schiller/Mittendorf 2002). [...]

[...]

Mobilisierte Partizipation – spontane Partizipation

Politische Partizipation beinhaltet „die legalen Handlungen von Privatpersonen, die mehr oder weniger ausdrücklich dem Zweck dienen, die Auswahl des politischen Führungspersonals oder dessen Aktivitäten zu beeinflussen“ (Verba/Nie 1972: 2f.). Diese Definition rückt Beteiligung im repräsentativen politischen System in den Vordergrund. Deutlich wird auch, dass sich die Partizipationsforschung seit den sechziger Jahren von institutionellen Erklärungsansätzen, die vor

[Seite 23]

allem Möglichkeiten einer „top down“ Mobilisierung [sic] berücksichtigten, abwendet (vgl. Asher/Richardson 1984 [sic]) und auf intrinsisch motivierte Beteiligung setzt. Erst in den neunziger Jahren wird die inszenierte Beteiligung neu entwickelt.


Asher, H.A. [sic]/Richardson, B.M., 1984: [sic] Political Participation. Frankfurt [sic]

Schiller, Theo/Mittendorf, Volker (Hg.) 2002: Direkte Demokratie. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

Verba, Sidney/Nie, Norman H.: Participation in America. Political democracy and social equality. New York: Harper and Row. 1972

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Neben wörtlichen Übernahmen von Teilen des Textes der Quelle – das Zitat von Verba / Nie (1972), aus dem 13 aufeinanderfolgende Wörter übernommen werden, kann sich bei den Autoren in dieser Form nicht finden, da es sich um einen englischsprachigen Text handelt – dient Kersting (2008) hier auch als "Steinbruch" für die Ausführungen der Verf.in.

Bemerkenswert scheint in diesem Zusammenhang, dass "Asher/Richardson 1984" von Kersting für eine "intrinsisch motivierte Beteiligung" dem Wortlaut nach nicht referenziert werden.

Bei letzterem Titel fehlt zudem sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in die Angabe von Herbert F. Weisberg als drittem Co-Autor sowie von New York als zweitem Verlagsort. Auch das Initial des zweiten Vornamens von Herbert Bernard Asher ist in beiden Fällen fehlerhaft. [79]


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung von Kersting, eindeutige Zuordnung der Quelle nicht möglich" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung: VroniPlag Wiki wertet auch den auf der Vorseite beginnenden ersten Satz, an dessen Ende Schiller / Mittendorf (2002) referenziert werden, als Plagiat, das Gremium hingegen nur Z. 3-8 (ebd.) und diesen Satz folglich nicht.

Anmerkung des Gremiums: "Paraphrasierung (zum Teil wörtliche Textübernahme) und Übernahme der von Kersting (2008) zitierten Literatur" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[49.] Dcl/Fragment 051 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 26-34
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 24, Zeilen: 22 ff.
Die Typologisierung in verfasste und unverfasste Partizipation geht in eine ähnliche Richtung und orientiert sich am Formalisierungsgrad von Beteiligung. Unter verfasster Beteiligung werden Partizipationsformen verstanden, die durch die Verfassungsordnung oder spezielle gesetzliche Bestimmungen explizit vorgesehen und institutionalisiert sind und damit auch einen größeren Einfluss auf die politische Willensbildung haben, weil sie durch die jeweiligen Administrationen berücksichtigt werden müssen. Je nach konstitutioneller Verankerung gehören dazu Wahlen, Parteimitgliedschaften, Anhörungen, Beiräte, das Petitionsrecht oder Bürger- und Volksentscheide und Referenden. Unverfasste Partizipationsformen umfassen beispielsweise das Engagement bei Protestaktionen, die Mitarbeit in Bürgerinitiativen und [(neuen) sozialen Bewegungen, die Beteiligung an Demonstrationen oder die Mitgliedschaft in bestimmten repräsentativen Interessenvertretungen (Buse / Nelles 1975).]

Buse, Michael / Nelles, Wilfried, 1975: Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch-administrativen Bereich. In: Aleman [sic], Ulrich (Hrsg.): Partizipation, Demokratisierung, Mitbestimmung. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Verfasst – nicht verfasst

Diese Unterscheidung basiert auf dem Niveau der Institutionalisierung, d.h. dem Formalisierungsgrad. Nicht verfasste Partizipationsformen umfassen nach Buse und Nelles (1975) Engagement bei Protestaktionen, in Bürgerinitiativen sowie advokatorische Interessenvertretung durch Stadtteilbeiräte, Interessengruppen/Verbände, Bürgerforen, Gemeindearbeit etc. Verfasste Beteiligung besteht entsprechend der jeweiligen konstitutionellen Verankerung aus Wahlen, Parteimitgliedschaft, Anhörungen, Beiräten, Stadtteilräten, Petitionen, sowie in der Beteiligung an Bürger-/Volksbegehren, Bürger-/Volksentscheiden. Verfassungsmäßig abgesicherte Partizipation besitzt nach Buse und Nelles (1975) stärkeren Einfluss in der politischen Willensbildung. Das größere Schwergewicht verfasster Aktionen liegt in der Notwendigkeit der Berücksichtigung vor allem durch die Administration.


Buse, M.J./Nelles, W.,: Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch-administrativen Bereich. In: Alemann [sic], U. (Hg.) 1975: Partizipation, Demokratisierung, Mitbestimmung. Opladen

Anmerkungen

Kersting (2008) wird am Ende des vorigen Absatzes und für den nach der Referenzierung von Buse / Nelles (1975) folgenden Satz als Referenz genannt.

Der einzige inhaltliche Beitrag der Verf.in im Vgl. zu Kersting ist die Nennung von "Referenden" als eine Form verfasster und Mitarbeit in "(neuen) sozialen Bewegungen" sowie "die Beteiligung an Demonstrationen" als Formen unverfasster Partizipation. Der Begriff "Referendum" kommt so oder in einer abgeleiteten Form bei Buse / Nelles nicht vor.

Auffällig ist, dass die Verf.in ebenso wie ihre Quelle abweichend vom bibliografischen Standard keine Seitenzahl für deren Abhandlung, die sich auf S. 41-111 findet, nennt; im Original lautet diese "Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch/administrativen Bereich". Der Originaltitel des Sammelbandes, der von Ulrich von Alemann herausgegeben wurde, lautet "Partizipation – Demokratisierung – Mitbestimmung".


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung von Kersting, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorien 3 sowie C als "geringfügige Mängel"; bei ersteren "konnte der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden", bei letzteren "handelt es sich um Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[50.] Dcl/Fragment 052 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 52, Zeilen: 14-18
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 25, Zeilen: 11 ff.
[In der Literatur findet sich ebenso die Unterscheidung zwischen der Beteiligung im lokalen und im nationalen Bereich.] Hierbei wird davon ausgegangen, dass sich im lokalen Bereich mehr Einflussmöglichkeiten für Bürger und Organisationen der Zivilgesellschaft finden lassen, weil lokale Partizipationsangebote direkt erfahrbar sind. Eine lokale administrative Planung ohne Bürgerbeteiligung wird als Mangel im demokratischen Prozess gesehen (Buse / Nelles 1975).

Buse, Michael / Nelles, Wilfried, 1975: Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch-administrativen Bereich. In: Aleman [sic], Ulrich (Hrsg.): Partizipation, Demokratisierung, Mitbestimmung. Opladen: Westdeutscher Verlag.

National – Lokal [sic]

Im lokalen Bereich lassen sich vermehrte Einflussmöglichkeiten für die Bürger finden. Lokale Politik umfasst trotz oft eingeschränkter Autonomie die Mehrzahl der Partizipationsangebote, da sie „direkter erfahrbar“, aber zumeist kaum „überschaubar“ ist (Buse/Nelles 1975: 61). [So werden die lokalen Kommunen häufig als Testfeld für alternative politische Konzepte herangezogen.] Eine lokale administrative Planung ohne Beteiligung der Bürger wird als Kümmerform des demokratischen Prozesses und eine ernstzunehmende Ineffizienzquelle gesehen.


Buse, M.J./Nelles, W.,: Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch-administrativen Bereich. In: Alemann [sic], U. (Hg.) 1975: Partizipation, Demokratisierung, Mitbestimmung. Opladen

Anmerkungen

Kersting (2008) wird am Ende des Absatzes – nach der Referenzierung von Buse / Nelles (1975) – genannt.

Der in eckige Klammern gesetzte erste Satz wird nicht als Plagiat gewertet. Im folgenden ergänzt die Verf.in "Organisationen der Zivilgesellschaft"; der Begriff "Zivilgesellschaft" kommt bei Buse / Nelles an keiner Stelle vor.

Auffällig ist, dass sie ebenso wie ihre Quelle abweichend vom bibliografischen Standard keine Seitenzahl für deren Abhandlung, die sich auf S. 41-111 findet, nennt; im Original lautet diese "Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch/administrativen Bereich". Der Originaltitel des Sammelbandes, der von Ulrich von Alemann herausgegeben wurde, lautet "Partizipation – Demokratisierung – Mitbestimmung".


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung von Kersting, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorien 3 sowie C als "geringfügige Mängel"; bei ersteren "konnte der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden", bei letzteren "handelt es sich um Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 4 ["Paraphrasierung fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Gemäß zweitem Schlussbericht stellt der Befundtypus der Kategorie 4 "an sich keine Verletzung der Guten Wissenschaftlichen Praxis dar, aber seine Häufigkeit kann ein Anzeichen für die fehlende Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung darstellen." (ebd., S. 4) Hierbei zeige die Verfasserin, dass sie "die Notwendigkeit der Nennung der Quelle bei Paraphrasierungen kennt." (ebd., S. 5)



[51.] Dcl/Fragment 052 25

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 52, Zeilen: 25-28
Quelle: Faust 2002
Seite(n): 277, Zeilen: mittl. Sp.: letzte Zeile, re. Sp.: 1 ff. u. 9 ff.
[Eine auf individuelle, partikulare oder kollektive Interessen bezogene Unterscheidung gliedert in individuelle und kollektive Beteiligungsformen (Olson 1968; [sic] Pattie / Seyd / Whiteley 2003).] Bei den kollektiven Beteiligungsformen bilden sich in modernen und sozial ausdifferenzierten Gemeinschaften Interessengruppen, mit dem Ziel, für ihre Mitglieder kollektive Güter zu beschaffen, wie beispielsweise Gewerkschaften, Unternehmerverbände oder paramilitärische Gruppen. [Diese kollektiven Interessengruppen verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten, ihr Ziel zu erreichen und berücksichtigen in der Regel die Interessen aller Teilnehmer oder spezielle Organisationsinteressen, die nicht zwangsläufig die originären Einzelinteressen widerspiegeln (Olson 1968 [sic]).]

[Olson, Mancur, 1968: [sic] The Logic of Collective Action. Public Goods and the Theory of Groups. Cambridge: Harvard University Press.

Patti [sic], Charles / Seyd, Patrick / Whiteley, Paul, 2003: Citizenship and Civic Engagement: Attitudes and Behaviour in Britain. In: Political Studies, Nr. 3, Jg.: 51, S. 443 - 468.]

[In „The Logic of Collective Action“ (1965) legt Olson die Grundlage für eine Theorie der Organisation sozialer Interessen.] In modernen und sozial ausdifferenzierten Gemeinschaften bilden sich demnach Interessengruppen, um für ihre Mitglieder kollektive Güter zu beschaffen. [...] Arbeitnehmer schließen sich in Gewerkschaften zusammen, die ihnen zu höherem Lohn und weniger Arbeitszeit verhelfen sollen; Unternehmerverbände werden zu dem Zwecke gegründet, die Position der Unternehmer zu stärken, paramilitärische Gruppen dienen ihrer Klientel durch die Herstellung von Sicherheit und durch das gewaltsame Ausschalten unliebsamer Opposition.

[Schriften von Mancur Olson
– 1965: The Logic of Collective Action. Harvard University Press. (Deutsch: Die Logik des kollektiven Handelns. Tübingen, Siebeck & Mohr 1968, 19852 [sic]]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die (eigentliche) Quelle, die in der gesamten untersuchten Arbeit nirgends genannt wird.

Bzgl. der wörtlichen Übereinstimmungen – u. a. werden einmal 6 und einmal 7 aufeinanderfolgende Wörter übernommen – ist hier insbsd. die in diesem Zusammenhang ungewöhnliche Erwähnung "paramilitärische[r] Gruppen" signifikant.

"Olson 1968" wird vor und nach der Übernahme, Pattie / Seyd / Whiteley (2003) werden zuvor genannt. Da diese beiden Titel in englischer Sprache verfasst sind, können sich die wörtlichen Übereinstimmungen mit Faust (2002) dort nicht in derselben sprachlichen Form finden. Eine 1968 bei Harvard University Press erschienene Ausgabe von The Logic of Collective Action ist zudem in den gängigen elektronischen Katalogen nicht nachweisbar.

Die Ausführungen zuvor und danach werden (teilweise) aus der Quelle Kersting (2008) übernommen, siehe Fragment 052 28, aus der wohl auch das falsche Erscheinungsjahr von The Logic of Collective Action stammt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Fußnote des Gremiums zur Quelle Faust (2002): "Quelle wird in der Dissertation an keiner Stelle erwähnt" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[52.] Dcl/Fragment 052 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 52, Zeilen: 28-31
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 25, Zeilen: 20 ff.
[Eine auf individuelle, partikulare oder kollektive Interessen bezogene Unterscheidung gliedert in individuelle und kollektive Beteiligungsformen (Olson 1968; [sic] Pattie / Seyd / Whiteley 2003).] [...] Diese kollektiven Interessengruppen verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten, ihr Ziel zu erreichen und berücksichtigen in der Regel die Interessen aller Teilnehmer oder spezielle Organisationsinteressen, die nicht zwangsläufig die originären Einzelinteressen widerspiegeln (Olson 1968 [sic]).

Olson, Mancur, 1968: [sic] The Logic of Collective Action. Public Goods and the Theory of Groups. Cambridge: Harvard University Press.

[Patti [sic], Charles / Seyd, Patrick / Whiteley, Paul, 2003: Citizenship and Civic Engagement: Attitudes and Behaviour in Britain. In: Political Studies, Nr. 3, Jg.: 51, S. 443 - 468.]

So kann Beteiligung individuelle, partikulare oder kollektive Interessen verfolgen. Kollektive aggregierte Interessenvertretung berücksichtigt in der Regel die Interessen aller Teilnehmer oder spezielle Organisationsinteressen, die nicht zwangsläufig die originären Einzelinteressen widerspiegeln (s. Olson 1968 [sic]).

Olson, Mancur: The Logic of Collective Action. Cambridge, Mass. 1968 [sic]

Anmerkungen

Nicht kenntlich gemachte Übernahme mitsamt Referenz; Kersting (2008) wird am Ende des vorigen Absatzes genannt.

Der in eckige Klammern gesetzte erste Satz wird trotz wörtlicher Übereinstimmungen nicht als Plagiat gewertet. Im letzten Satz werden 17 zusammenhängende Wörter übernommen.

Eine 1968 bei Harvard University Press erschienene Ausgabe von Olsons Werk ist in den gängigen elektronischen Katalogen nicht nachweisbar. Die wörtlichen Übereinstimmungen können sich aber auch in der entspr. 1965 erschienenen Ausgabe nicht in derselben sprachlichen Form finden, da The Logic of Collective Action in Englisch verfasst ist.

In der einen Satz umfassenden Auslassung werden Inhalte aus der gänzlich unerwähnt bleibenden Quelle Faust (2002) übernommen, siehe Fragment 052 25.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 14)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 14)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung des Gremiums: "Wörtliche Übernahme mitsamt Literatur" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[53.] Dcl/Fragment 053 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 53, Zeilen: 4-9, 16-28
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 25, 26, 27, Zeilen: 25: 25 ff.; 26: 1 f., 9 ff.; 27: 1 f.
Die Unterscheidung von Beteiligungsformen kann sich auch an der Größe der Gemeinschaft orientieren, für die diese angewandt werden. In Kleingruppen kann stärker auf interpersonale Kontakte und Kenntnisse zurückgegriffen und verschiedene Interessen können leichter transparent gemacht werden. Bei Beteiligung in Großgruppen wird die Aufteilung in repräsentative Kleingruppen, wie beispielsweise Parteien oder Nichtregierungsorganisationen, genutzt (Weber 2006 [sic]).

[...]

Ausgehend von einer Unterscheidung anhand der jeweiligen Kosten der Beteiligungsaktivitäten in Bezug auf Zeit oder personellen Aufwand, den die sich Beteiligenden investieren, ergeben sich hierarchische Partizipationsmodelle, die unterschiedliche Grade von Partizipation beschreiben und in passive und aktive Partizipation einteilen (Verba u.a. 1973). In diesem Zusammenhang wurde beispielsweise die politische Arena mit römischen Zirkusspielen verglichen und die Kategorien „Gladiatoren“, die sich als Amtsinhaber, aktive Parteimitglieder und Politiker engagieren, „Zuschauer“, die Informationen aufnehmen und sich an Wahlen beteiligen, und „Apathische“, die sich in keiner Weise politisch beteiligen, entwickelt (Milbrath / Goel 1977).

Bei der Einteilung in konsultative und dezisive Partizipation ist der Orientierungsmaßstab die Nähe zur Entscheidungsfindung. Die Mehrzahl der direkten Beteiligungsformen hat nur konsultativen Charakter. Dennoch werden deren Ergebnisse zum Teil umgesetzt und sie entfalten damit eine nachhaltige Wirkung (Schiller 1999).


Milbrath, Lester W. / Goel, M. Lal, 1977: Political Participation. How and Why Do people [sic] Get Involved in Politics? Chicago: Randy Mc Nally [sic], 2. neubearb. Auflage.

Schiller, Theo (Hrsg.) 1999: Direkte Demokratie in Theorie und kommunaler Praxis. Frankfurt: Campus Verlag.

Verba, Sidney et. [sic] al., 1973: The Modes of Participation. Continuities in Research. In: Comparative Political Studies 6: 235-250.

Weber, Susanne Maria, 2005: Rituale der Transformation. Großgruppenverfahren als pädagogisches Wissen am Markt. Wiesbaden: VS Verlag.

[Seite 20]

[[...] So geht man z.B. davon aus, dass sich aktive Parteimitglieder (hohe Arbeitsintensivität) auch bei Wahlen (niedrige Arbeitsintensivität) beteiligen. Hieraus resultieren Typologien politischer Partizipation (s. z.B. Deutsch 1969; Milbrath/Goel 1965; Barnes/Kaase et al. 1979).]

[Seite 25]

Kleingruppen – Großgruppen

Die Größe der Gemeinschaft spielt eine wichtige Rolle für die Auswahl der Instrumente. [...] Kleine Gruppen können auf interpersonale Kontakte und Kenntnisse zurückgreifen. Die Transparenz der Interessenvielfalt ist hier leichter herzustellen. Grossgruppenverfahren [sic] nutzen die Aufteilung in Kleingruppen nach Kriterien wie organisierte Interessen oder demographische Repräsentati-

[Seite 26]

vität, Interessenorganisierte [sic] und Prinzipien der Repräsentativität (Parteien, NGO [sic]) (s. Weber 2006 [sic]).

[...]

Passiv – aktiv

Die Kategorisierung nach den jeweiligen Kosten der partizipativen Akte bildet eine Grundlage für hierarchische Partizipationsmodelle. Sie orientieren sich an den Kosten, die die Partizipation in Bezug auf Zeit bzw. personelle Energien, der die politische Initiative bedarf (s. Verba u. a. al. [sic] 1973). Dabei werden Typologien entwickelt, die den Grad der Partizipation beschreiben, wie „gladiators“, „transitionals“, „spectators“, und „apathetics“ (Milbrath/Goel 1965). Milbrath und Goel betrachten die politische Arena ähnlich wie römischer [sic] Zirkusspiele. „Gladiators“ engagieren sich direkt als Amtsinhaber („complete activists“) im politischen Prozess. „Spectators“ entscheiden durch ihr Votum über den Einsatz der Amtsinhaber („voting“, „patriotic support“). [...] Die „apathetics“ liefern keinerlei inputs.

Konsultativ – dezisiv

[...] Dezisive Referenden als direktdemokratische Verfahren besitzen die Nähe zur Entscheidungsfindung. [sic] [...] Die Mehrzahl der direkten Beteiligung [sic] hat nur konsultativen Charakter. [...] So wie auch konsultative Referenden oft umgesetzt werden, so werden die Ergebnisse konsul-

[Seite 27]

tativer Beratungsinstrumente zumindest zum Teil umgesetzt. Sie wirken somit nachhaltig (s. Schiller 1999).


Milbrath, L.W./Goel, M.L.,: [sic] Political Participation. How and Why Do People Get Involved in Politics. [sic] Chicago. 1965

Schiller, Theo (Hg.): Direkte Demokratie in Theorie und kommunaler Praxis. Frankfurt: Campus. 1999

Schiller, Theo: Prinzipien und Qualitätskriterien von Demokratie. In: Berg-Schlosser, Dirk/Giegel, Hans Joachim (Hg.) 1999: [sic] Perspektiven der Demokratie. New York: Campus. 1999: 28-56.

Verba, Sidney et al., 1973: [sic] The Modes of Participation. Continuities in Research. In: Comparative Political Studies 6 (1973):235-250. [sic]

Weber, Susanne Maria: Rituale der Transformation. Großgruppenverfahren als pädagogisches Wissen am Markt. Wiesbaden: VS-Verlag 2005

Anmerkungen

Im zwischen dem oberen und den beiden unteren Absätzen liegenden, hier nicht wiedergegebenen Absatz und im dem Fragment folgenden Satz wird Kersting (2008) angeführt; daher Wertung als Bauernopfer.

Bei der Nennung von "Weber 2006" im Haupttext geben sowohl ihre Quelle als auch die Verf.in ein falsches Erscheinungsjahr an.

Verba et al. (1973) unterscheiden zwischen verschiedenen "modes of activity", nicht grundsätzlich zwischen aktiver und passiver Partizipation.

Im letzten Satz des mittleren Absatzes übernimmt die Verf.in Begriffe teils wörtlich, teils übersetzt und teils ergänzt sie sie inhaltlich ("'Zuschauer', die Informationen aufnehmen").
"'Gladiatoren', die sich als Amtsinhaber, aktive Parteimitglieder und Politiker engagieren" auf der linken Seite der Synopse kann als zum Teil sinngemäße Umformulierung von "'Gladiators' engagieren sich direkt als Amtsinhaber ('complete activists') im politischen Prozess." auf deren rechter Seite verstanden werden. Der Begriff "aktive Parteimitglieder" findet sich in der Quelle aber auch auf S. 20, wobei im Anschluss u. a. "Milbrath/Goel 1965" referenziert werden.
Die Auflage des Werkes von Milbrath / Goel wird aktualisiert, wobei für die 1965er-Ausgabe entgegen der Angabe von Kersting allein Milbrath verantwortlich zeichnete. Der Verlag, in dem Political Participation erschienen ist, heißt zudem nicht "Randy Mc Nally", sondern Rand McNally. [80] Weiterhin ist davon, dass "'Gladiatoren' [...] sich als Amtsinhaber [...] engagieren", in der 1977er-Ausgabe so nicht die Rede.

Die Literaturangabe "Schiller 1999" ist bei Kersting nicht eindeutig.

Milbrath / Goel (1977) und Verba et al. (1973) werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.

(Auf den S. 19 und 50 werden noch "Milbrath / Goel 1965" angeführt; jene Referenz wird jedoch im Literaturverzeichnis nicht aufgelöst – eine Monografie mit diesen beiden Autoren und diesem Erscheinungsjahr ist auch in keinem gängigen elektronischen Katalog nachweisbar.)


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung von Kersting, eindeutige Zuordnung der Quelle nicht möglich" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[54.] Dcl/Fragment 056 15

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: Tab. 2 u. 15-21
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 15, 16, Zeilen: 15: 28 ff.; 16: Tab. 1 u. 1 ff.
Dcl 056 diss.png

Die unterste Stufe der Beteiligung bilden in diesem Konzept Instrumente der Inklusion, die zwar als Partizipation bezeichnet werden, aber tatsächlich eine „Nicht-Beteiligung“ darstellen, da die Möglichkeiten der Mitgestaltung nur scheinbar vorhanden sind und die zentrale Intention darin besteht, die Zielgruppe zu „belehren“ (Manipulation) oder zu „kurieren“ (Therapie), um die Machtposition der politischen Entscheidungsträger zu bestärken. Die nächste Ebene bilden hiernach symbolische Beteiligungsakte (Tokenismus), wie Informations-, Beratungs- und Beschwichtigungsinstrumente, die ebenso keinen [tatsächlichen Einfluss der „Beteiligten“ auf Entscheidungsprozesse zulassen.]


Arnstein, Sherry R., 1969: A Ladder of Citizen Participation. In: Journal of [sic] American Planning Association [sic] 35 / 4: S. 216 - 224.

[Seite 16]

Dcl 056 source.png

[Seite 15]

Als unterste Stufe der Beteiligung sieht er Instrumente der Inklusion, die zwar als „Partizipation“ bezeichnet werden, aber tatsächlich eine „Nicht-Beteiligung“ darstellen, da die Möglichkeiten der Mitgestaltung nur scheinbar vorhanden sind. Arnstein bemängelt dabei, dass politische Eliten die Bürger zwar zur Teilhabe animieren, aber die zentrale Intention darin besteht, die Teilnehmer zu „belehren“ (Manipulation) oder zu „kurieren“ (Therapie), um die Machtposition der Eliten nur noch weiter zu bestärken.

[Seite 16]

Auf der nächsten Ebene beschreibt er symbolische Beteiligungsakte (Tokenism) [sic] Dabei unterscheidet Arnstein auf dieser symbolischen Ebene die Informations-, die Beratungs- und die Beschwichtigungsinstrumente, die ebenfalls keinen Teilnehmereinfluss in den Entscheidungsprozessen zulassen.


Arnstein, Sherry R.: A Ladder of Citizen Participation. In: Journal of the American Planning Association [sic] 35(1969)4 [sic]: 216-224.

Anmerkungen

Kersting (2008) wird unmittelbar vor Tab. 2 mit einer Wertung von Arnsteins (1969) Konzept angeführt. Dass die folgenden Ausführungen mitsamt Tabelle ebenfalls aus Kersting stammen, macht die Verf.in jedoch nicht kenntlich.

Man beachte hierbei insbsd., dass auch die Tabelle nicht aus Arnstein (1969), sondern weitgehend aus Kersting (2008) stammt: Im Original ist von einer "Ladder of Citizen Participation" und auch von "Degrees of citizen power" bzw. "Degrees of tokenism" die Rede. Zudem unterscheidet sich die originale "Leiter" von Tab. 2 (und auch Tab. 1) bildlich deutlich – z. B. durch die Bezifferung der Sprossen links und die eckigen Klammern rechts. Die Vertauschung der Spalte der Kategorien mit derjenigen der unter sie subsumierten Sprossen nimmt die Verf.in selbst vor.

Weiterhin erschien Arnsteins Aufsatz nicht im Journal of [the] American Planning Association, sondern in dessen Vorgängerpublikation Journal of the American Institute of Planners (im Original auf den geraden Seiten rechts unten an "AIP JOURNAL" erkennbar), was sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in falsch angegeben wird.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Gravierende Textstelle. Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15 [Hervorhebung im Original])

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 13)

Anmerkung des Gremiums: "Wörtliche Übernahme mitsamt Literatur" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[55.] Dcl/Fragment 057 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 1-5
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 16, Zeilen: 4 ff.
Echte Beteiligung wird erst in der Kategorie der so genannten „Bürgermacht“ in den Kategorien „Partnerschaft“, „delegierte Macht“ und „Bürgerkontrolle“ ermöglicht, bei der eine wirkliche Einflussnahme auf die Verwaltung und die Entscheidungsfindung realisiert wird (Arnstein 1969).

Arnstein, Sherry R., 1969: A Ladder of Citizen Participation. In: Journal of [sic] American Planning Association [sic] 35 / 4: S. 216 - 224.

Bürgermacht wird erst auf den letzten drei Stufen realisiert. Arnstein’s [sic] Kategorien „Partnerschaft“, „delegierte Macht“ und „Bürgerkontrolle“ beinhalten letztendlich die Einflussnahme auf die Verwaltung und die Entscheidungsfindung.
Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Arnsteins (1969) Aufsatz erschien nicht im Journal of [the] American Planning Association, sondern in dessen Vorgängerpublikation Journal of the American Institute of Planners (im Original auf den geraden Seiten rechts unten an "AIP JOURNAL" erkennbar).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Gravierende Textstelle. Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15 [Hervorhebung im Original])

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Fußnote des Gremiums zur Quelle Kersting (2008): "Diese Fundstelle hängt mit der vorherigen Fundstelle zusammen. Aufgrund der Länge und der unterschiedlichen Kategorien werden die Fundstellen hier getrennt dargestellt." (ebd.)

Anmerkung des Gremiums: "Übernahme der Argumente, Formulierungen und von Kersting zitierter Quelle" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[56.] Dcl/Fragment 057 25

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 25-33
Quelle: Liebert Trenz 2008
Seite(n): 16, 17, Zeilen: 16: 24 ff.; 17: 1 f.
Diese Ausrichtung orientiert sich an dem so genannten „top-down activating partnership approach“ [sic] (Trenz / Liebert 2008: 16), bei dem die europäische Zivilgesellschaft als ein intermediärer Raum, der von den Europäischen [sic] Institutionen und Entscheidungsverfahren sowie den von ihnen bereitgestellten Opportunitätsstrukturen für Beteiligung im politischen Prozess abhängig ist, gesehen wird (Peterson 1997; Eising / Kohler-Koch 2005). Für die Entwicklung und Förderung der Beteiligung der Zivilgesellschaft, die mit diesem „top-down“ Ansatz [sic] erklärt wird, ist es also einerseits erforderlich, dass Beteiligungsmöglichkeiten seitens der Europäischen [sic] Institutionen angeboten werden, andererseits müssen die Akteure der Zivilgesellschaft diese Beteiligungsangebote auch an- und wahrnehmen, ihr Verhalten [und ihre Strategien ändern und damit auf europäisches Regierungshandeln und Integrationsprozesse reagieren (Greenwood 2007; Trenz / Liebert 2008).]

Eising, Rainer / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.), 2005: Interessenpolitik in Europa. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.

Greenwood, Justin, 2007: Organized Civil Society and Democratic Legitimacy in the European Union. British Journal of Political Science. 37 (2): 333 - 357.

Peterson, John, 1997: States, Societies and the European Union. West European Politics. 20 (4): 1 - 23.

Trenz, Hans-Jörg / Liebert, Ulrike 2008: European civil society and the public sphere. State of the art. In: Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg (Hrsg.): Reconstituting Democracy from Below. New Approaches to Civil Society in the New Europe. ARENA Report No 6 / 08, Recon Report No 5. Oslo: ARENA Centre for European Studies, S. 9 - 32 [sic].

[Seite 16]

The top down [sic] approach to European civil society

If we conceive of European civil society as a structured intermediary space that depends on European institutions and decision-making procedures (Eising and Kohler-Koch 2005), the key questions of empirical research becomes whether, how often and under what circumstances the EU provides associational actors with opportunities to express their demands in the ongoing policy process (Peterson 1997). [...] The emergence of a European civil society — explained as a top-down process — requires, first, that European institutions provide opportunities for civil society to establish associational structures at the European level. Second, it requires civil society actors to adapt to the specific European opportunity structure. Civil society associations are seen as the dependent variable, as actors which change their strategies and mobilize behavior in reaction to European governance and integration. In a more positive vain, Justin Greenwood finds the EU institutions to have created a “particularly vigorous neo-pluralist regime” by which they “actively create and develop as well as empower citizen interest groups”, thus “effectively

[Seite 17]

mitigating the asymmetries of power between different types of organized civil society interests [sic] (Greenwood 2007).


Eising, R. and Kohler-Koch, B. (eds) (2005) Interessenpolitik in Europa, Baden-Baden: Nomos.

[Greenwood, J. (2003) Interest Representation in the European Union, Houndmills: Palgrave Macmillan.]

— (2007) ‘Organized Civil Society and Democratic Legitimacy in the European Union’, British Journal of Political Science, 37(2): 333-357.

Peterson, J. (1997) ‘States, Societies and the European Union’, West European Politics 20(4): 1-23.

Anmerkungen

Einerseits wird die Quelle (als Trenz / Liebert (2008); der Aufsatz endet auf S. 31) zwar zweimal erwähnt, andererseits aus dieser aber der gesamte Inhalt einschließlich dreier Referenzen übernommen; dies wird durch die Referenzierung nicht deutlich.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Greenwood (2007) in der Quelle nur im letzten Satz, aus dem inhaltlich auf Deutsch gar nichts wiedergegeben wird, genannt wird, die Verf.in ihn aber trotzdem referenziert.

(Weiterhin ist auch das Zitat von Liebert / Trenz (2008) nicht korrekt: Von einem "top-down activating partnership approach" ist dort nirgends die Rede.)

Diese Passage findet sich in ähnlicher Form als Teil einer extensiven Übernahme bereits auf S. 41, siehe Fragment 041 05. Nur dort wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – Peterson (1997) noch ein zweites Mal erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Zitierfehler, der vom Gremium nicht als Mangel bewertet wird." (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle dem Gremium zufolge zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 4 ["Paraphrasierung fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Anmerkung: Das Gremium gibt als Umfang der klassifizierten Textstelle S. 57, Z. 26 bis S. 58, Z. 2 an (ebd.), d.h. sie unterscheidet sich bzgl. des Anfangs, nicht jedoch des Endes von der hier wiedergegebenen.

Fußnote des Gremiums zur Quelle Liebert / Trenz (2008): "Quelle wird an der Stelle als Trenz/Liebert (2008) genannt, für das Gremium Flüchtigkeitsfehler, irrelevant für die Prüfung." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht stellt der Befundtypus der Kategorie 4 "an sich keine Verletzung der Guten Wissenschaftlichen Praxis dar, aber seine Häufigkeit kann ein Anzeichen für die fehlende Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung darstellen." (ebd., S. 4) Hierbei zeige die Verfasserin, dass sie "die Notwendigkeit der Nennung der Quelle bei Paraphrasierungen kennt." (ebd., S. 5)



[57.] Dcl/Fragment 063 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 63, Zeilen: 9-15, 19-22, 23-30, 34-35
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 13, 14, Zeilen: 13: 12 ff.; 14: 1 ff., 26 ff.
Eine möglichst breite Partizipation der Bürger steht im Vordergrund vieler Demokratietheorien, die Aspekte der Responsivität, Legitimität, Gleichheit und Selbstbestimmtheit in den Vordergrund stellen (Schiller 1999; Schmidt 2000; Zittel 2007). Breite politische Partizipation wird häufig als Voraussetzung gesehen, damit politische Eliten Responsivität entwickeln (Verba u.a. 1995), die Legitimation der Regierung hergestellt wird (Macedo 2005) und ein gleicher Einfluss möglichst vieler Bürger auf die politische Entscheidungsfindung garantiert wird (Lijphart 1997).

[...] Bei diesem „elektoralen Demokratiemodell“ wird eine mangelnde Beteiligung bzw. eine „Pseudobeteiligung“ in demokratischen Institutionen bemängelt. Politikverdrossenheit und politische Apathie werden als Resultate wahrgenommen (Thaysen 1982; Feindt u.a. 1996). [Vertreter der Basis orientierten [sic] „Grassroot-Demokratie“ hingegen verfechten die Idee des intensiv partizipierenden Aktivbürgers.] Kritiker sehen hier allerdings die Gefahr eines Übermaßes an Beteiligung, das als demokratiefeindlich angesehen wird, da dadurch politische Systeme überfordert werden und es zu irrationalen Entscheidungsfindungen kommen kann (Huntington 1976; Cooke / Khortary [sic] 2001). Demgegenüber wird eine aufgeklärte politische Beteiligung großer Teile der Bevölkerung als wichtiges Kriterium von Demokratien betrachtet (Dahl 1971; Schiller 1999). In der kritischen Demokratietheorie, in der komplexen und besonders in der partizipatorischen Demokratietheorie ist Partizipation ein zentrales Element (Schiller 1999). [...] Die Theorie kommunikativen Handelns beinhaltet das Konzept der deliberativen Demokratie, das durch [Partizipation an einem offenen, herrschaftsfreien Diskurs und durch gegenseitige Empathie und Konsensfindung geprägt ist (Habermas 1991; 1996 [sic]).]


Cooke, Bill / Khortari [sic], Uma (Hrsg.), 2001: Participation the new tyranny. [sic] London: Palgrave. [sic]

Dahl, Robert A., 1971: Polyarchy. Participation and Opposition. New Haven, London: Yale University Press.

Feindt, Peter Henning u.a. (Hrsg.), 1996: Konfliktregelungen in der offenen Bürgergesellschaft. Dettelbach: Röll.

Habermas, Jürgen, 1991: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen, 1996a: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie. Frankfurt: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen, 1996b: Between Facts and Norms: [sic] Contributions to a Discourse Theory of Law and Ethics. [sic] Cambridge: Polity Press.

Huntington, Samuel, 1976: No easy choice. Political participation in developing countries. Cambridge: Harvard University Press.

Lijphart, Arend, 1997: Unequal Participation: Democracy’s Unresolved Dilemma. American Political Science Review 91 / 1, S. 1 - 14.

Macedo, Stephen, [sic] 2005: Democracy at Risk. How Political Choices Undermine Citizen Participation [sic] and What We Can Do About It. Washington D.C.: Brookings Institution Press.

Schiller, Theo (Hrsg.) 1999: Direkte Demokratie in Theorie und kommunaler Praxis. Frankfurt: [sic] Campus Verlag.

Schmidt, Manfred G., 2000: Demokratietheorien. Bremen: [sic] Leske + Budrich, 3. Auflage.

Thaysen, Uwe 1982: Bürger-, Staats- und Verwaltungsinitiativen. Heidelberg: Schenck. [sic]

Verba, Sidney / Schlozman, Kay L. / Brady, Henry E., 1995: Voice and Equality: [sic] Civic Voluntarism in American Politics. Cambridge: [sic] Harvard University Press.

Zittel, Thomas, 2007: Participatory democracy and political participation. In: Zittel, Thomas / Fuchs, Dieter (Hrsg.): Participatory democracy and political participation. London: [sic] Routledge.

[Seite 13]

So wird eine mangelnde Beteiligung und eine „Pseudobeteiligung“ in demokratischen Institutionen in der „elektoralen Demokratie“ bemängelt. Politische Apathie und Zynismus werden als Resultat und Krisensymptom wahrgenommen (s. Thaysen 1982, Feindt u.a. 1996). Von anderer Seite wird ein „Übermaß an Beteiligung“ als demokratiefeindlich angesehen, da politische Systeme überfordernd (Huntington 1976) und als irrationale Entscheidungsfindung angesehen und eine Tyrannei der Beteiligung („tyranny of participation“) konstatiert werden (s. Cooke/Khortary [sic] 2001).

[...]

Dahl benennt als Kriterien für Demokratien die Beachtung normativer Standards (grundlegende Menschenrechte wie z.B. Organisations-, Meinungs- und Informationsfreiheit, rechtsstaatliche Verfahrensweisen); einen geregelten politischen Wettbewerb zwischen den wichtigen Kontrahenten und eine aufgeklärte politische Beteiligung großer Teile der Bevölkerung (Wahlrecht und weitere Beteiligungsmöglichkeiten). (Dahl 1961 [sic]; zu weiteren Qualifikationskriterien für Demokratien s. z.B. Schiller 1999)

Partizipation ist ein zentrales Element in der Kritischen Demokratietheorie (Claus Offe), in der Komplexen Demokratietheorie (Scharpf) und besonders in der Partizipatorischen Demokratietheorie (Carole Pateman, Benjamin Barber) (s. Schiller 1999: 29). Habermas’ Theorie kommunikatives [sic] Handelns legt den Grundstein für ein Konzept der deliberativen Demokratie, das durch Partizipation an

[Seite 14]

einem offenen, herrschaftsfreien Diskurs („ideale Sprechsituation“), durch Argumente fundiert und durch gegenseitige Empathie (Einfühlungsvermögen) und Konsensfindung geprägt ist (s. Habermas 1991, 1996).

[...]

Eine „Vollinklusion“ und eine möglichst breite Partizipation der Bürger stehen im Vordergrund vieler Demokratietheorien (s. Schiller 1999; Zittel 2007). Responsivität, Legitimität, Gleichheit und Selbst-Bestimmtheit (self determination [sic]) sind alle auf breite politische Partizipation als „lifeblood of democracy“ ausgerichtet. Nur über eine breite Partizipation der Bevölkerung können die politischen Eliten Responsivität entwickeln (Verba et al [sic] 1995). Nur über politische Beteiligung wird Legitimation der Regierung hergestellt (Macedo 2005) und nur politische Teilnahme möglichst vieler Bürger garantiert einen gleichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung (Lijphart 1997).


Cooke, Bill/Khortari [sic], Uma (Hg.): Participation the new tyranny. [sic] London: Palgrave. [sic] 2001

Dahl, Robert A.: Polyarchy. Participation and Opposition. New Haven, London: Yale University Press. 1971

Feindt, Peter H. u.a. (Hg.): Konfliktregelungen in der offenen Bürgergesellschaft. Dettelbach,. [sic] 1996

Habermas, Jürgen: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt: Suhrkamp. 1991

Habermas, Jürgen: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie. Frankfurt: Suhrkamp. 1996

Huntington, Samuel: No easy choice. Political participation in developing countries. Cambridge: Harvard University Press. 1976

Lijphart, Arend: Unequal Participation: Democracy's Unresolved Dilemma. American Political Science Review 91(1997)1 [sic]: 1-14.

Macedo, Stephen: [sic] Democracy at Risk. How Political Choices Undermine Citizen Participation [sic] and What We Can Do About It. Washington D.C.: Brookings Institution Press. 2005.

Schiller, Theo (Hg.): Direkte Demokratie in Theorie und kommunaler Praxis. Frankfurt: [sic] Campus. 1999

Schiller, Theo: Prinzipien und Qualitätskriterien von Demokratie. In: Berg-Schlosser, Dirk/Giegel, Hans Joachim (Hg.) 1999: [sic] Perspektiven der Demokratie. New York: Campus. 1999: 28-56.

Thaysen, Uwe: Bürger-, Staats-, und Verwaltungsinitiativen. Heidelberg: Schenck. [sic] 1982.

Verba, Sidney/Schlozman, Kay L./Brady, Henry E.: Voice and Equality: [sic] Civic Voluntarism in American Politics. Cambridge: [sic] Harvard University Press. 1995

Zittel, Zhomas [sic]: Participatory democracy and political participation, in: Zittel, Thomas/Fuchs, Dieter (Hg.): Participatory democracy and political participation. London: [sic] Routledge. 2007

Anmerkungen

Kersting (2008) wird im vorigen Absatz genannt, daher Wertung als Bauernopfer.

Übernahme mitsamt 12 Referenzen; Schmidt (2000) – der in Opladen und nicht in Bremen verlegt wurde [81] – fügt die Verf.in selbst hinzu. Bei der Referenzierung mancher Aussagen weicht die Verf.in vom Kontext der Quelle ab.

Bemerkenswert erscheint zudem, dass sie in einem kürzeren Abschnitt pauschal drei – wenn man Macedo (2005), s. u., hinzuzählt: vier – Sammelbände als Beleg anführt, ohne einzelne Beiträge daraus zu nennen, was eher unüblich, da unspezifisch ist.

Bzgl. der Referenzierung von Cooke / Khotari (2001) ist zu konstatieren, dass

  • die Mitherausgeberin Khotari und nicht "Khortari" bzw. "Khortary" heißt,
  • der Titel Participation: the new Tyranny? lautet und
  • das Werk nicht bei Palgrave, sondern bei Zed Books erschienen ist. [82]

Weiterhin ist anzumerken, dass

  • sich ein Titel "Dahl 1961" im Literaturverzeichnis von Kersting nicht findet,
  • bei der Verf.in die Referenz "Habermas [...] 1996" nicht eindeutig ist und der Untertitel von Habermas (1996b) Contributions to a Discourse Theory of Law and Democracy lautet [83]; zudem ist der vorhergehende Doppelpunkt nicht Bestandteil des Titels,
  • bei Macedo (2005) sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in die Angabe, dass das Werk noch von weiteren Autoren verfasst wurde, fehlt; dessen Titel lautet im Original Democracy at Risk. How Political Choices Undermine Citizen Participation, and What We Can Do About It [84],
  • die Literaturangabe "Schiller 1999" bei Kersting (2008) nicht eindeutig ist. Wenn man die Angabe "Schiller 1999: 29" betrachtet, scheint er hier aber eher dessen Aufsatz in dem von Berg-Schlosser / Giegel herausgegebenen Sammelband zu meinen und nicht den von Schiller selbst herausgegebenen Sammelband, den die Verf.in bei ihrer Literaturangabe anführt. – In der Quelle und bei der Verf.in fehlt bei Direkte Demokratie in Theorie und kommunaler Praxis New York als zweiter Verlagsort [85],
  • Thaysen (1982) nicht bei Schenck in Heidelberg, sondern bei von Decker in Heidelberg und Hamburg erschienen ist; dies wird sowohl in der Quelle als auch von der Verf.in falsch angegeben. In beiden Fällen fehlt auch der Untertitel Ein Beitrag zur Entwicklung kooperativer Systeme mittelbarer und unmittelbarer Demokratie; Reformen zugunsten der Bürgerbeteiligung am Beispiel einer Kommunalverfassung [86],
  • die Verf.in bei der Referenzierung von Thaysen (1982) und Feindt u. a. (1996) "Zynismus" durch "Politikverdrossenheit" ersetzt und den Begriff an den Satzanfang setzt,
  • Verba u. a. (1995) parallel in Cambridge, Mass. und London bei Harvard University Press erschienen ist [87], wobei es sich bei Civic Voluntarism in American Politics um den Untertitel des Werkes handelt, weshalb der vorhergehende Doppelpunkt – der so als Teil des Titels ausgewiesen wird – nicht adäquat ist. Diese beiden Fehler finden sich sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in, und
  • abweichend vom bibliografischen Standard weder in der Quelle noch von der Verf.in angegeben wird, dass sich Zittels (2007) Abhandlung auf S. 9-28 des entspr. Sammelbandes findet. In beiden Fällen fehlt auch die Angabe dessen Untertitels Can participatory engineering bring citizens back in? sowie die von New York als zweitem Verlagsort [88].

Cooke / Khotari werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur noch einmal an anderer Stelle, ebenfalls in einem Plagiatskontext, erwähnt, siehe Fragment 046 02; Feindt u. a. und Thaysen analog nur noch einmal an der in Fragment 065 10 dokumentierten Stelle; und Huntington (1976) und Verba u. a. (1995) werden – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur hier angeführt.

Der in eckige Klammern gesetzte dritte Satz im zweiten Absatz des Fragments stammt aus der Quelle Buchstein (2004), siehe Fragment 063 16.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Anmerkung: Das Gremium wertet hier lediglich S. 63, Z. 28 bis S. 64, Z. 2 als Plagiat (ebd.), d.h. die Ausführungen ab "In der kritischen Demokratietheorie". Dies beinhaltet auch den an die letzte Referenzierung von Schiller (1999) anschließenden längeren, durch Auslassungszeichen kenntlich gemachten Satz, für den VroniPlag Wiki bei Kersting (2008) keine Entsprechung finden konnte.

Anmerkung des Gremiums: "Genannt an der Stelle werden Referenzen, die die Originalquelle auch nennt." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[58.] Dcl/Fragment 063 16

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 63, Zeilen: 16-19, 22-23
Quelle: Buchstein 2006
Seite(n): 54, 55, Zeilen: 54: letzte Zeile; 55: 1 ff., 14 ff.
Dabei wird die Frage der angemessenen Partizipationsintensität in fast allen Kontroversen der Demokratietheorien diskutiert. Liberale und elitäre Demokratievorstellungen beispielsweise verknüpfen ihre Vision von Demokratie mit dem Repräsentationsprinzip und dem Wählen. [Bei diesem „elektoralen Demokratiemodell“ wird eine mangelnde Beteiligung bzw. eine „Pseudobeteiligung“ in demokratischen Institutionen bemängelt. Politikverdrossenheit und politische Apathie werden als Resultate wahrgenommen (Thaysen 1982; Feindt u.a. 1996).] Vertreter der Basis orientierten [sic] „Grassroot-Demokratie“ hingegen verfechten die Idee des intensiv partizipierenden Aktivbürgers. [Seite 54]

Bei allen klassi-

[Seite 55]

schen Kontroversen der Demokratietheorie des 20. Jahrhunderts stand die Frage der angemessenen Partizipationsintensität im Zentrum: [...] Autoritäre Demokratietheorien sehen in der Akklamation zum demokratischen Führertum die genuin demokratische Aktivität; liberale und elitäre Demokratievorstellungen verknüpfen ihre Version von Demokratie mit dem Repräsentationsprinzip und dem Wählen; als Gegenposition verfechten Spielarten von „Grassroot-“ oder „Basis-Demokratie“ die Idee des intensiv partizipierenden Aktivbürgers.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Aus "Version" wird bei der Verf.in "Vision".

Die beiden in eckige Klammern gesetzten Sätze stammen aus der Quelle Kersting (2008), siehe Fragment 063 09.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit geringfügigen Textübernahme aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[59.] Dcl/Fragment 065 10

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 10-13
Quelle: Neller van Deth 2006
Seite(n): 37, 38, Zeilen: 37: re. Sp. 17 ff.; 38: li. Sp. 22 ff.
Die Folge eines mangelnden Verständnisses für komplexe politische Vorgänge wird in politischer Apathie, einem Desinteresse an Politik und einer Nichtinanspruchnahme politischer Beteiligungsmöglichkeiten gesehen (Thaysen 1982; Feindt u.a. 1996; Giesen 1999; Kohler-Koch 1999; [sic] Gerhards 2000; Kielmannsegg 2003).

Feindt, Peter Henning u.a. (Hrsg.), 1996: Konfliktregelungen in der offenen Bürgergesellschaft. Dettelbach: Röll.

Gerhards, Jürgen, 2000: Europäisierung von Ökonomie und Politik und die Trägheit der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. In: Bach, Maurizio (Hrsg.): Die Europäisierung nationaler Gesellschaften. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 40. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 277 - 305.

Giesen, Bernhard, 1999: Europa als Konstruktion der Intellektuellen. In: Viehoff, Reinhold / Segers, Rien T. (Hrsg.): Kultur, Identität, Europa. Über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten einer Konstruktion. Frankfurt / Main: Suhrkamp, S. 130 - 146.

Kielmansegg, Peter Graf, 2003: Integration und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 49 - 76.

Thaysen, Uwe 1982: Bürger-, Staats- und Verwaltungsinitiativen. Heidelberg: Schenck. [sic]

[Seite 37]

Die eigene Einschätzung der politischen Kompetenz erweist sich sowohl in den west- als auch in den osteuropäischen Ländern alles in allem als noch wichtigeres Charakteristikum dieser Gruppe: Politische Apathie in der hier definierten Form tritt überdurchschnittlich häufig in Verbindung mit dem Gefühl eines mangelnden Verständnisses für komplexe politische Vorgänge auf.

[Seite 38]

Die Analyse der Daten des European Social Survey bestätigt Befunde zum politischen Engagement, die sich bereits in vielen empirischen Studien gezeigt haben: Desinteresse an der Politik und ein Grad an politischer Aktivität, der sich im Wesentlichen auf die Teilnahme an nationalen Wahlen beschränkt, sind typische Phänomene moderner Gesellschaften und in allen europäischen Ländern zu finden.

Anmerkungen

Schwer verständlich ist, dass die Verf.in statt ihrer tatsächlichen Quelle – mit deren Wortlaut sieben aufeinanderfolgende Wörter übereinstimmen – hier sechs andere Referenzen als Beleg nennt.

Bzgl. der Literaturnachweise lässt sich feststellen:

  • Ein Titel "Kohler-Koch 1999", der im Haupttext der untersuchten Arbeit insgesamt sechs Mal erwähnt wird – außer an dieser Stelle noch auf den Seiten 33, 48, 62, 67 und 76 –, findet sich in deren Literaturverzeichnis nicht.
  • Thaysen (1982) ist nicht bei Schenck in Heidelberg, sondern bei von Decker in Heidelberg und Hamburg erschienen. Zudem ist der Untertitel Ein Beitrag zur Entwicklung kooperativer Systeme mittelbarer und unmittelbarer Demokratie; Reformen zugunsten der Bürgerbeteiligung am Beispiel einer Kommunalverfassung nicht angegeben, vgl. [89]. Dieser Titel wurde allem Anschein nach dem Literaturverzeichnis der Quelle Kersting (2008) entnommen, wo sich die fehlerhafte Verlagsangabe auch findet und der Untertitel ebenfalls fehlt, siehe Fragment 063 09.

Die eigentliche Quelle wird zwei Absätze weiter unten auf derselben Seite genannt; daher Wertung als Bauernopfer.

Feindt u. a. (1996) und Thaysen werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit nur noch einmal in dem o. g. Plagiatskontext auf S. 63 angeführt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[60.] Dcl/Fragment 065 14

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 14-17, 22-25
Quelle: Wikipedia Hamburger Verständlichkeitskonzept 2008
Seite(n): online, Zeilen: –
In Anlehnung an Immanuel Kants Verständnis der Aufklärung formuliert der Soziologe Schulz von Thun (1981: 140): „Mündig ist, wer sich informieren kann.“ Das gezielte Herstellen der Verständlichkeit wichtiger Texte ist grundlegend für eine demokratische Gesellschaft. [...] Ein wesentliches Element von Zugänglichkeit ist Verständlichkeit im Sinne von Einfachheit, Gliederung, Ordnung, Kürze und Prägnanz. Unverständliche Texte werden als wirksame Zugangshürde zu demokratischen Prozessen gesehen (Langer / Schulz von Thun / Tausch 1993).

Langer, Inghard / Schulz von Thun, Friedemann / Tausch, Reinhard, 2002: Sich verständlich ausdrücken. München: Reinhardt Ernst. [sic]

Schulz von Thun, Friedemann, 1981: Miteinander reden, 1. Störungen und Klärungen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.

[Einleitung]

Das Hamburger Verständlichkeitskonzept ist eine Methode zur Bewertung der Verständlichkeit von Texten, Veröffentlichungen oder sonstigen Botschaften, um vom Empfänger richtig und schnell verstanden zu werden. Es wurde von den Psychologen Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun und Reinhard Tausch 1993 entwickelt. [...]

Entwicklung von Kriterien für Verständlichkeit

[...] Anhand dieser Ergebnisse definierten sie die vier Verständlichkeitsdimensionen Einfachheit, Gliederung/Ordnung, Kürze/Prägnanz und „Zusätzliche Stimulanz“, indem sie mithilfe einer Faktorenanalyse die verschiedenen Merkmale bündelten. [...]

Politische Perspektive

Friedemann Schulz von Thun und seine Mitstreiter sehen unverständliche Texte von Behörden, in Medien und Schulen als wirksame Zugangshürde zu demokratischen Prozessen. Mit Anspielung auf Kants Verständnis der Aufklärung formuliert von Thun: „Mündig ist, wer sich informieren kann.“ [1] Das gezielte Herstellen von Verständlichkeit wichtiger Texte sei grundlegend für eine demokratische Gesellschaft.


Anmerkungen und Quellen

1. ↑ Schulz von Thun, Miteinander reden, 1. Störungen und Klärungen, a.a.O., S. 140

Literatur

• Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tausch, Sich verständlich ausdrücken, München, [sic] 2002, ISBN 3-497-01606-3

• Friedemann Schulz von Thun, Miteinander reden, 1. Störungen und Klärungen, Reinbek b. Hamburg (Rowohlt) 1981, ISBN 3-499-17489-8

Anmerkungen

Die – bis auf wenige Abweichungen, s. u. – tatsächliche Quelle der Ausführungen der Verf.in wird weder hier noch in der übrigen Arbeit genannt.

Im Original lautet das Zitat auf S. 140 bei Schulz von Thun (1981): "Mündig ist nur, wer sich informieren kann." (Hervorhebung nicht im Original)

Auffällig ist, dass die Verf.in bei Langer / Schulz von Thun / Tausch im Fließtext ein anderes Erscheinungsjahr nennt als im Literaturverzeichnis. Dies könnte der Erwähnung des Jahres 1993 in der Einleitung des Wikipedia-Artikels geschuldet sein. Zudem ist der Titel nicht bei "Reinhardt Ernst" in München, sondern im Verlag Ernst Reinhardt in München und Basel erschienen. [90] [91]

Die Aussage, dass "[u]nverständliche Texte [...] als wirksame Zugangshürde zu demokratischen Prozessen" gesehen werden, findet sich dem Wortlaut nach weder in der 5. Aufl. (1993) noch in der 7. Aufl. (2002) dieses Werkes. In beiden ist auf S. 84 resp. S. 98 jedoch folgende Passage enthalten:

"[...] Vielleicht lassen sich einige Verantwortliche in den Behörden hierdurch anregen, künftig auf mehr Verständlichkeit zu achten. Wir hoffen es sehr. In unseren Augen ist ein Kennzeichen demokratischen Zusammenlebens: Die staatlichen Stellen drücken sich in ihren Informationen, Verordnungen und Gesetzen so aus, daß [dass] die Bürger es auch verstehen können."

Langer / Schulz von Thun / Tausch (1993) werden in der gesamten untersuchten Arbeit lediglich an dieser Stelle erwähnt; die 2002er-Auflage wird im Haupttext nirgends angeführt.

Mit der unüblichen Bezeichnung Schulz von Thuns als "Soziologe" weicht die Verf.in von der Vorlage ab; die Verständlichkeitsdimension "'Zusätzliche Stimulanz'" führt sie nicht auf.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Anmerkung: Das Gremium wertet hier Z. 14-25 als Plagiat (ebd.). VroniPlag Wiki hingegen konnte für die zwei in der untersuchten Arbeit durch Auslassungszeichen kenntlich gemachten Sätze keine Entsprechungen in der Quelle finden. Im Schlussbericht sind die zusätzlich als plagiiert gewerteten Textstellen nicht synoptisch dokumentiert.

Anmerkung des Gremiums: "Es werden Quellen genannt, die im Wikipedia-Eintrag auch erscheinen." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[61.] Dcl/Fragment 065 31

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 31-35
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 13, 14, Zeilen: 13: 31 f.; 14: 1 ff.
Demgegenüber steht die Behauptung, dass eher der Mangel an Beteiligungsmöglichkeiten zu politischer Apathie führt und, [sic] dass deshalb mehr individuelle Autonomie und soziale Verantwortung der demokratischen Persönlichkeit im politischen Prozess und mehr Möglichkeiten der politischen Teilhabe erforderlich sind (Habermas 1991; 1996 [sic]).

Habermas, Jürgen, 1991: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen, 1996a: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie. Frankfurt: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen, 1996b: Between Facts and Norms: [sic] Contributions to a Discourse Theory of Law and Ethics. [sic] Cambridge: Polity Press.

[Seite 13]

Habermas’ Theorie kommunikatives [sic] Handelns legt den Grundstein für ein Konzept der deliberativen Demokratie, das durch Partizipation an

[Seite 14]

einem offenen, herrschaftsfreien Diskurs („ideale Sprechsituation“), durch Argumente fundiert und durch gegenseitige Empathie (Einfühlungsvermögen) und Konsensfindung geprägt ist (s. Habermas 1991, 1996).

Insbesondere die deliberative Demokratietheorie sieht den Mangel an Beteiligungsmöglichkeiten als den Ursprung politischer Apathie an. [...] Habermas (1991) verweist auf die Notwendigkeit individueller Autonomie und die soziale Verantwortung der demokratischen Persönlichkeit, die durch Empowerment erreicht werden kann.


Habermas, Jürgen: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt: Suhrkamp. 1991

Habermas, Jürgen: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie. Frankfurt: Suhrkamp. 1996

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die lediglich drei Absätze zuvor und im übernächsten Absatz auf der Folgeseite genannt wird.

Bei der Verf.in ist die Referenz "Habermas [...] 1996" nicht eindeutig; der Untertitel von Habermas (1996b) lautet zudem Contributions to a Discourse Theory of Law and Democracy [92], und der vorhergehende Doppelpunkt ist nicht Bestandteil des Titels.

Zwar weicht ihr Satz am Ende etwas von den Ausführungen der Quelle ab, aber da man argumentieren kann, dass "mehr Möglichkeiten der politischen Teilhabe" grob durch "Partizipation an einem offenen, herrschaftsfreien Diskurs" abgedeckt wird und – wenn man Habermas (1996b) außer Betracht lässt – die Referenzen übereinstimmen, wird das Fragment dennoch als Plagiat gewertet.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Anmerkung des Gremiums: "Erwähnt wird Habermas (1991, 1996) wie in der Quelle Kersting (2008), aus der die teilweise wörtlich übernommenen Textpassagen stammen." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[62.] Dcl/Fragment 066 20

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 66, Zeilen: 20-24
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, Zeilen: re. Sp. 35 ff.
In einem Diskursmodell wird hier von der Wahrheitsfähigkeit praktischer Fragen ausgegangen, die in die Forderung nach Konsens orientierten [sic] Einigungsverfahren mündet und die utopische Vorstellung impliziert, dass, wenn keiner mehr überstimmt wird, sich keiner mehr beherrscht oder fremdbestimmt empfinden kann (Habermas 1992; Abromeit 2002).

Abromeit, Heidrun, 2002: Wozu braucht man Demokratie? Die postnationale Herausforderung der Demokratietheorie. Opladen: Leske+Budrich.

Habermas, Jürgen, 1992: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic]. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Das Diskursmodell von Jürgen Habermas geht von der Wahrheitsfähigkeit praktischer Fragen aus und mündet konsequent in die Forderung nach konsensuellen Einigungsverfahren. Wo keiner mehr überstimmt wird, kann sich keiner mehr beherrscht und fremdbestimmt empfinden. An diesem utopischen Fluchtpunkt berühren sich die partizipatorische und die anarchistische Variante der kritischen Demokratietheorie: [...]
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Weder bei Abromeit (2002) noch bei Habermas (1992) findet sich die Aussage "wenn keiner mehr überstimmt wird, [kann] sich keiner mehr beherrscht oder fremdbestimmt empfinden" so oder ähnlich. Guggenberger (2005) nennt im Anschluss keine Literaturreferenz.

Den fehlerhaften Untertitel bei Habermas – richtig wäre "Rechtsstaats" – scheint die Verf.in aus der Wikipedia zu übernehmen, siehe Fragment 037 24 bzw. Fragment 066 24.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit geringfügigen Textübernahme aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[63.] Dcl/Fragment 066 24

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 66, Zeilen: 24-32
Quelle: Wikipedia Deliberative Demokratie 2008
Seite(n): online, Zeilen: –
Die deliberative Demokratietheorie geht davon aus, dass die Bürger in öffentlichen Diskursen über politische Themen in einen Dialog treten. Dies geschieht in Diskussionen und Beratungen, in denen verschiedene Parteien Informationen einbringen, nach bestimmten Kommunikations- und Verfahrensvoraussetzungen geregelt austauschen und kritisch prüfen. In der Idealvorstellung darf niemand, der potentiell von den Beschlüssen betroffen ist, ausgeschlossen oder unter Druck von außen gesetzt werden. Darüber hinaus gilt das Prinzip der Chancengleichheit für alle Akteure, die sich zu jeder Information, die in den Diskurs einfließt, äußern und neue Informationen selbst einbringen können (Habermas 1992).

Habermas, Jürgen, 1992: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic]. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Diskurs

Deliberative Demokratietheorie geht wie gesehen davon aus, dass Bürger in Diskursen über politische Themen diskutieren. Habermas charakterisiert die Regeln dieses Diskurses wie folgt (Habermas 1992: 370 f.):

• Ein Diskurs besteht aus Diskussionen und Beratungen, in denen verschiedene Parteien Informationen einbringen, geregelt austauschen und kritisch prüfen.
• Diese Beratungen sollen öffentlich sein. Niemand, der auch nur potentiell von den Beschlüssen betroffen ist, darf ausgeschlossen werden.
• Kein Teilnehmer darf Druck von außen ausgesetzt werden. Die einzigen Bedingungen, an die sich die Akteure zu halten haben, sind die Kommunikationsvoraussetzungen (Verständlichkeit) und der Verfahrensmodus der Argumentation (Begründungsprinzip: die Orientierung an Geltungsansprüchen).
• [...] Jeder Akteur muss die gleichen Chancen haben, sich zu jeder Information, die in den Diskurs einfließt, zu äußern und neue Informationen selbst einzubringen.

[Anmerkung zu dem oben stehenden: Diese Regeln stammen nicht von Habermas, sondern von Joshua Cohen und werden von Habermas in "Faktizität und Geltung" auf Seite 372 als mangelhaft bezeichnet. [...] (Habermas, Jürgen: Faktizität und Geltung, 4. Auflage, Suhrkamp 1994. S. 372)]


• Jürgen Habermas: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic], Frankfurt a.M. 1992.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die in der gesamten untersuchten Arbeit nirgends genannt wird.

Die Wortfolgen

  • "Diskussionen und Beratungen, in denen verschiedene Parteien Informationen einbringen, [nach bestimmten Kommunikations- und Verfahrensvoraussetzungen] geregelt austauschen und kritisch prüfen",
  • "potentiell von den Beschlüssen betroffen ist",
  • "Druck von außen" und
  • "sich zu jeder Information, die in den Diskurs einfließt, [zu] äußern und neue Informationen selbst ein[zu]bringen"

kommen im Original bei Habermas (1992) selbst nicht vor. Die Verf.in übernimmt hier also unausgewiesen eine fremde Rezeptionsleistung.

Zudem lautet der Untertitel des Werkes Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats. [93]


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A dem Gremium zufolge "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Anmerkung des Gremiums: "Als Quelle wird Habermas (1992) genannt wie im zum Teil wörtlich übernommenen Wikipedia-Eintrag." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[64.] Dcl/Fragment 067 12

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 67, Zeilen: 12-17, 24-31
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 139, Zeilen: re. Sp. 11 ff.
Dieses Phänomen findet eine Erklärung in der elitären Demokratietheorie, die davon ausgeht, dass auch unter den Bedingungen demokratischer Mehrheitsherrschaft die politischen Entscheidungen überwiegend von Minderheiten gefällt werden. Dies wird vor allem damit begründet, dass es weder ein wissenschaftlich einsichtiges und politisch verbindliches Gemeinwohlkonzept gibt, [sic] noch ein strikt rationales Abstimmungsverhalten der Bürger bei Wahlen und Sachentscheidungen. [...] Der demokratische Anspruch reduziert sich auf die Herrschaftserlangung, bei der Einzelne die Entscheidungsbefugnis im Konkurrenzkampf um die Stimmen des Volkes erwerben (Schumpeter 2005). Dieses Modell sieht die politische Handlungsfähigkeit differenzierter Großgesellschaften nicht in einer permanenten Mitbestimmung, sondern durch eine Art politische Arbeitsteilung auf Zeit, bei der die gewählten Repräsentanten eine Stellvertreterfunktion gegenüber der selbst nicht sprech- und handlungsfähigen Bevölkerungsmehrheit übernehmen (Benz 1998; Lord / Beetham 2001).

Benz, Arthur, 1998: Postparlamentarische Demokratie? Demokratische Legitimation im kooperativen Staat. In: Greven, Michael Th. (Hrsg.): Demokratie. Eine Kultur des Westens. [sic] Opladen: Leske + Budrich, S. 201 - 222.

Lord, Christopher / Beetham, David, 2001: Legitimizing the EU: Is there a ‚Postparliamentary Basis’ for its Legitimation? In: Journal of Common Market Studies, 39 (3): S. 443 - 462.

Schumpeter, Joseph Alois, 2005: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Stuttgart: [sic] UTB, [sic] 8. Auflage.

Die Anhänger der elitären D. gehen von der empirischen Erfahrung aus, daß auch unter der Bedingung demokratischer Mehrheitsherrschaft die polit. Entscheidungen überwiegend von Minderheiten gefällt werden. Anders als die Vertreter einer Kritischen Theorie der Demokratie, welche die Demokratiepostulate der Volkssouveränität, der Gleichheit und der polit. Selbstbestimmung durch Entscheidungsteilhabe radikal beim Wort nehmen, sehen sie in den Phänomenen der demokratischen Elitenherrschaft keinen Defekt, sondern ziehen aus ihnen eher die schlüssige Konsequenz, daß es weder ein wiss. einsichtiges und polit. verbindliches Gemeinwohlkonzept gebe noch ein strikt rationales Abstimmungsverhalten der Bürger bei Wahlen und Sachentscheidungen. Im Elitenmodell J. A. Schumpeters reduziert sich der demokratische Anspruch auf die Methode der Herrschaftsbestellung: «Die demokratische Methode ist diejenige Ordnung der Institution zur Erreichung polit. Entscheidungen, bei welcher einzelne die Entscheidungsbefugnis vermittels eines Konkurrenzkampfes um die Stimmen des Volkes erwerben» (1972: 428). Polit. handlungsfähig werden differenzierte Großgesellschaften nach diesem Modell nicht im Wege einer permanenten Mitbestimmung aller über alles, sondern allein durch eine Art «polit. Arbeitsteilung», bei welcher die gewählte Herrschaftselite auf Zeit polit. Stellvertreterfunktionen gegenüber der selbst nicht sprech- und handlungsfähigen Bevölkerungsmehrheit wahrnimmt.

Schumpeter, J. A. 71992 [sic]: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, Mchn. (engl. 1942).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Der Inhalt der letzten Aussage der Verf.in findet sich so nicht bei Lord / Beetham (2001), die im Literaturverzeichnis Guggenbergers (2005) auch nicht erwähnt werden; bei Benz (1998) – der dort ebenfalls nicht genannt wird – geht es in diesem Zusammenhang eher um die Delegierung von Entscheidungsbefugnissen von Mitgliedern von Verbänden (im weiteren Sinne) an ihre Verbandsführung (so z. B. S. 211). Insbsd. ist von einer "nicht sprech- und handlungsfähigen Bevölkerungsmehrheit" in beiden Titeln keine Rede (bei Lord / Beetham können sich die wörtlichen Übereinstimmungen auch nicht in derselben sprachlichen Form finden, da es sich um einen englischsprachigen Beitrag handelt).

Bei Benz (1998) ist der Titel des Sammelbandes fehlerhaft, der Demokratie – eine Kultur des Westens? lautet. [94] Die Verf.in scheint diese Literaturangabe aus der Quelle Nanz / Steffek (2005) zu übernehmen, siehe Fragment 027 01 (keine Wertung) auf S. 27.

Die Referenz Guggenbergers auf Schumpeter ist inkonsistent; möglicherweise ist die 1972 erschienene 3. Auflage des Werkes gemeint. [95] Die Verf.in gibt die zur Zeit der Entstehung der untersuchten Arbeit aktuelle Auflage als verwendet an, welche zwar in der UTB-Reihe erschienen ist, allerdings bei Francke in Tübingen und Basel verlegt wurde. [96]

Benz (1998) wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit nur an dieser Stelle und auf der o. g. S. 27 angeführt, wo ebenfalls eine willkürliche Referenzierung naheliegt, Schumpeter – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur hier.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A dem Gremium zufolge "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Anmerkung: Das Gremium wertet auf S. 67 die Zeilen 12-31 als plagiiert (ebd.), VroniPlag Wiki hingegen nur Z. 12-17 und 24-31. Für die durch Auslassungszeichen kenntlich gemachten drei Sätze in der untersuchten Arbeit konnten die Dokumentare keine Entsprechungen in der Quelle finden. Im Schlussbericht sind die zusätzlich als plagiiert gewerteten Textstellen nicht synoptisch dokumentiert.

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[65.] Dcl/Fragment 069 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 4-8
Quelle: Nanz Steffek 2005
Seite(n): 91, Zeilen: 32 ff.
In diesem Zusammenhang kann zwischen zwei Arten von Responsivität unterschieden werden: zwischen Rechtfertigung und Revision. Die Rechtfertigung politischer Entscheidungen spielt in der deliberativen Demokratietheorie eine zentrale Rolle, da alle politischen Prozesse als deliberativ-demokratisch gelten, in denen alle Beteiligten für ihre Belange öffentliche Rechtfertigungsgründe formulieren (Gerstenberg 1997).

Gerstenberg, Oliver, 1997: Bürgerrechte und deliberative Demokratie. Frankfurt / Main: Suhrkamp.

Dabei sind zunächst zwei Arten von Responsivität zu unterscheiden: Rechtfertigung und Revision. Die Rechtfertigung politischer Entscheidungen spielt in der deliberativen Demokratietheorie eine zentrale Rolle. Als deliberativ-demokratisch gelten Beratungen, in denen „alle Beteiligten der strukturellen Nötigung ausgesetzt sind, für ihre Belange öffentliche Rechtfertigungsgründe zu formulieren“ (Gerstenberg 1997: 18).

Gerstenberg, Oliver 1997: Bürgerrechte und deliberative Demokratie, Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle Nanz / Steffek (2005) wird im Absatz zuvor auf der Vorseite und zweimal im Folgeabsatz genannt, daher Wertung als Bauernopfer.

Das in der Quelle wiedergegebene Zitat von Gerstenberg (1997) ist nicht ganz korrekt; es findet sich auf S. 15 f. und lautet im Kontext:

"Zugleich aber können die Grundrechte von den Bürgern zum Thema gemacht, interpretativ fortgebildet und damit zeitlich dynamisiert werden nur in einem demokratischen Verfahren, das den anspruchsvollen Bedingungen deliberativer politischer Rationalität genügt: Konstitutiv für deliberative Politik ist, daß die Bürger der strukturellen Nötigung ausgesetzt sind, für ihre Belange öffentliche Rechtfertigungsgründe zu formulieren, [...]"

Von "alle[n] Beteiligten" ist dort also nicht die Rede.

Weiterhin spricht Gerstenberg selbst an keiner Stelle von "zwei Arten von Responsivität" bzw. "Rechtfertigung und Revision".

Gerstenberg wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit nur an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Gravierende Textstelle. Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15 [Hervorhebung im Original])

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 14)

Anmerkung des Gremiums: "Genannt wird Gerstenberg (1997), der von Nanz/Steffek (2005) auch zitiert wird." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[66.] Dcl/Fragment 069 31

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 31-34
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, Zeilen: li. Sp. 5 ff.
Dieser Aspekt wird durch die ökonomische Demokratietheorie gestützt, die von der Grundannahme ausgeht, dass jeder Mensch durch rationales Handeln seinen individuellen Nutzen maximieren möchte (Downs 1968). Die ökonomische Demokratietheorie orientiert sich am Leitbild des „homo oeconomicus“, das den umfassend informierten und einzig auf [rationaler Grundlage entscheidungsfähigen egoistischen Wirtschaftsmenschen antizipiert.]

Downs, Anthony, 1968: Ökonomische Theorie der Demokratie. Tübingen: Mohr (Siebeck).

(4) A. Downs (1968) geht in seinem außerordentlich einflußreichen Ansatz einer «Ökonomischen Theorie der Demokratie» in der Nachfolge der nat.-ökon. Theoriebildung von der Grundannahme aus, daß jeder durch rationales Handeln seinen individuellen Nutzen maximieren möchte.

Dieser Vorstellung liegt das Leitbild des homo oeconomicus zugrunde, des umfassend informierten und einzig auf rationaler Grundlage entscheidungsfähigen Wirtschaftsmenschen.


Downs, A. 1968: Ökonomische Theorie der Demokratie, Tüb. (engl. 1957).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Downs (1968) wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Anmerkung: Diese Textstelle wird im Schlussbericht zusammen mit der unmittelbar anschließenden auf der Folgeseite behandelt. (ebd.)

Anmerkung des Gremiums: "Genannt werden Werke, die ebenfalls von Gugenberger [sic] (2005) in der teilweise wörtlich übernommenen Passage zitiert werden." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[67.] Dcl/Fragment 070 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 2-4
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, Zeilen: li. Sp. 28 ff.
Demokratie und Mehrheitsentscheidungen werden als diejenigen Entscheidungsregeln definiert, auf die sich rational handelnde Individuen zwangsläufig verständigen (Buchanan / Tullock 1962).

Buchanan, James M. / Tullok [sic], Gordon, 1962: The Calculus of Consent. Logical Foundations of Consitutional [sic] Democracy. Ann Arbor: Arbor Verlag [sic].

Die übersteigerte Individualisierung der Verhaltensrationalität läßt auch J. M. Buchanan und G. Tullock (1962) in der Fortführung des Downsschen Ansatzes für eine Begründung der Demokratie auf der Basis der älteren Sozialvertragslehren plädieren. Demokratie und Mehrheitsentscheid sind für sie diejenigen Entscheidungsregeln, auf welche sich rational handelnde Individuen zwangsläufig verständigen.

Buchanan, J. M./Tullock, G. 1962: The Calculus of Consent. Logical Foundations of Constitutional Democracy, Ann Arbor.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die erst nach Nennung etlicher weiterer Referenzen im übernächsten Absatz erwähnt wird. Bei Buchanan / Tullock (1962) können sich die wörtlichen Übereinstimmungen nicht in derselben sprachlichen Form finden, da es sich um einen englischsprachigen Text handelt.

The Calculus of Consent ist zudem nicht im "Arbor Verlag", sondern bei University of Michigan Press erschienen. [97]

Buchanan / Tullock (1962) werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Anmerkung: Diese Textstelle wird im Schlussbericht zusammen mit der unmittelbar vorausgehenden auf der Vorseite behandelt. (ebd.)

Anmerkung des Gremiums: "Genannt werden Werke, die ebenfalls von Gugenberger [sic] (2005) in der teilweise wörtlich übernommenen Passage zitiert werden." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[68.] Dcl/Fragment 070 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 13-16
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 16, Zeilen: 13 ff.
Die kollektive Responsivität wird hier in Frage gestellt, weil ein politisches Desinteresse sowie eine starke Fokussierung auf private Interessen und beim „Normalbürger“ eine damit einhergehende mangelnde Gemeinwohlorientierung konstatiert wird (Gerhards 2000; Kielmannsegg [sic] 2003; Kersting 2008).

Gerhards, Jürgen, 2000: Europäisierung von Ökonomie und Politik und die Trägheit der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. In: Bach, Maurizio (Hrsg.): Die Europäisierung nationaler Gesellschaften. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 40. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 277 - 305.

Kersting, Norbert, 2008: Innovative Partizipation: Legitimation, Machtkontrolle und Transformation. Eine Einführung. In: Kersting, Norbert (Hrsg.): Politische Beteiligung. Einführung in dialogorientierte Instrumente politischer und gesellschaftlicher Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage, S. 11 - 39.

Kielmansegg, Peter Graf, 2003: Integration und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 49 - 76.

Insbesondere diese kollektive Responsivität wird vielfach in Frage gestellt und vielmehr ein politisches Desinteresse sowie eine starke Fokussierung auf private Interessen, dass [sic] heißt eine mangelnde Gemeinwohlorientierung beim „Normalbürger“ konstatiert.
Anmerkungen

Kersting (2008) wird hier mit nur leichten Umformulierungen übernommen, aber nur als eine von drei Quellen benannt.

Bei den an erster und an zweiter Stelle genannten Werken finden sich keine ähnlichen Formulierungen. Auch inhaltlich sind diese beiden Werke weiter entfernt.

Weder bei Gerhards (2000) noch bei Kielmansegg (2003) ist von "politische[m] Desinteresse", einer "Fokussierung auf private Interessen" oder einer "mangelnde[n] Gemeinwohlorientierung" beim "'Normalbürger'" die Rede; bei Ersterem lediglich von einer "Responsivität erster und zweiter Ordnung" (S. 287) und bei Letzterem vom "europäische[n] Gemeinwohl[s]" (zweimal auf S. 73, außerdem nicht zu derselben Aussage).

Im Literaturverzeichnis (S. 232) gibt die Verfasserin den Sammelband "Europäische Integration", in dem der Aufsatz von Kielmansegg erschienen ist, mit einer 2. Auflage 2006 (statt 2003) an.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Fußnote des Gremiums zur Quelle Kersting (2008): "Kersting (2008) wird zwar erwähnt, aber zusammen mit zwei weiteren Quellen. Damit ist die Paraphrasierung (zum Teil mit wörtlicher Textübernahme) nicht eindeutig zuzuordnen."

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[69.] Dcl/Fragment 070 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 17-20, 27-31
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 138, 139, Zeilen: 138: re. Sp. 29 ff. u. letzte Zeile; 139: li. Sp. 1 ff.
Verstärkt wird diese Argumentationslinie durch pluralistische Ansätze demokratietheoretischer Überlegungen, die davon ausgehen, dass die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört (Schmidt 2000). [Daher kann auch nicht die Homogenität des Denkens und des Wollens der Mitglieder einer Gemeinschaft als Ziel und Inhalt der Politik angenommen werden, sondern die möglichst vollständige Widerspiegelung oder Repräsentation der vielfältigen gesellschaftlichen Interessen- und Meinungsströmungen, um ein Verständnis vom Gemeinwohl zu entwickeln (Guggenberger 2005). Der pluralistischen Demokratietheorie liegt die Annahme zugrunde, dass prinzipiell alle Interessen in einer Gesellschaft artikuliert und organisiert werden können und dass deshalb grundsätzlich ein Gleichgewicht zwischen allen Interessen herbeigeführt werden kann (Dahl 1971; 1997; Fraenkel 1991).] Diese Sichtweise impliziert, dass die politische Entscheidungsfindung nicht durch eine einzelne gesellschaftliche Gruppe, sondern durch einen Entscheidungs- und Willensbildungsprozess in einem System von Kräften und Gegenkräften auf der Suche nach dem mittleren Weg jenseits von Partikularinteressen erfolgt (Schmidt 2000).

Guggenberger, Bernd, 2005: Demokratietheorien. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 1 A - M. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 135 - 143.

Schmidt, Manfred G., 2000: Demokratietheorien. Bremen [sic]: Leske + Budrich, 3. Auflage.

[Seite 138]

(2) Die Verfechter des Pluralismuskonzepts gehen davon aus, daß die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört. Von daher kann auch nicht die Homogenität des Denkens und Wollens das Ziel aller Politik sein, sondern die möglichst vollständige Widerspiegelung («Repräsentation») der mannigfachen gesellschaftl. Interessen- und Meinungsströmungen. Erst im Austragen der vorhandenen Gegensätze, in einem Prozeß des Mit- und Gegeneinander, entsteht eine Art «Gemeinwohl a posteriori» (Fraenkel 1991). [...]

Die Vertreter der pluralistischen D. in der

[Seite 139]

Nachfolge des brit. Politikwissenschaftlers und Sozialisten H. Laski (1921) halten eine Monopolisierung der polit. Entscheidungsfindung durch eine einzelne gesellschaftl. Gruppe deshalb für unmöglich, weil der Entscheidungs- und Willensbildungsprozeß durch ein System von Kräften und Gegenkräften (checks and balances) stets auf einem «mittleren Weg» gehalten wird, der gleich weit entfernt von den jeweiligen partikularen Interessen und Positionen ist.


Fraenkel, E. 1991: Deutschland und die westlichen Demokratien, Stg. (zuerst 1964).

Laski, H. 21968: Authority in the Modern State, New Haven u. a. (zuerst 1921).

Anmerkungen

Die Quelle wird für die ohne Kenntlichmachung sehr wortnah wiedergegebene Aussage Guggenbergers (2005) genannt, die konservativ nicht als Plagiat gewertet wird.

Die vorhergehende Aussage, Schmidt (2000) zugeschrieben, findet sich jedoch ebenfalls bei Guggenberger. Davon, dass "die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört", ist jedoch weder so noch ähnlich bei Schmidt die Rede.

Der Satz, in dem Dahl (1971 und 1997) und Fraenkel (1991) referenziert werden, stammt hingegen aus Schmidt (2000), siehe Fragment 070 24.

Weiterhin ist – bezogen auf den letzten Satz der Verf.in – von einem "Entscheidungs- und Willensbildungsprozess in einem System von Kräften und Gegenkräften" bei Schmidt ebenfalls nirgends die Rede, lediglich an mehreren Stellen von "Willensbildungs- und Entscheidungsprozess[en]" allein sowie anderweitig von "Sicherungen und Gegenkräfte[n]".

Schließlich wurde der Titel Schmidt (2000) in Opladen und nicht in Bremen verlegt. [98]


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Anmerkung: Das Gremium wertet hier die Zeilen 17-24 als plagiiert (ebd.), VroniPlag Wiki hingegen Z. 17-20 und 27-31. Dies bedeutet, dass das Gremium die Sequenz bis zur Nennung Guggenbergers (2005) beanstandet, den letzten Satz, in dem Schmidt (2000) referenziert wird, jedoch nicht.

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[70.] Dcl/Fragment 070 24

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 24-27
Quelle: Schmidt 2000
Seite(n): 227, Zeilen: 5 ff.
Der pluralistischen Demokratietheorie liegt die Annahme zugrunde, dass prinzipiell alle Interessen in einer Gesellschaft artikuliert und organisiert werden können und dass deshalb grundsätzlich ein Gleichgewicht zwischen allen Interessen herbeigeführt werden kann (Dahl 1971; 1997; Fraenkel 1991).

Dahl, Robert A., 1971: Polyarchy. Participation and Opposition. New Haven, London: Yale University Press.

Dahl, Robert A., 1997: Toward Democracy: A Journey. Reflections: 1940-1997, Berkeley: University of California Press.

Fraenkel, Ernst, 1991 (1964): Der Pluralismus als Strukturelement der freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie. In: Fraenkel, Ernst: Deutschland und die westlichen Demokratien, Frankfurt / Main: Suhrkamp, S. 297 - 325, hrsg. von Alexander von Brünneck.

Ihren ersten Auftritt hatte die pluralistische Demokratietheorie in Gestalt des Gruppenpluralismus-Konzeptes, das vor allem von Arthur F. Bentley (1908) und David B. Truman (1951) in Studien über die Politik in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt worden war. [...] Dieser Theorie liegt die Annahme zugrunde, prinzipiell alle Interessen könnten artikuliert und organisiert werden, und deshalb könne grundsätzlich ein Gleichgewicht zwischen allen Interessen herbeigeführt werden. Vor allem in den Beiträgen von Robert Dahl (1971, 1997a, 1997b) und Ernst Fraenkel (1991) wurde die ältere angloamerikanische Gruppenpluralismustheorie zu einer empirischen und normativen Theorie weiterentwickelt, in die die Erfahrungen der politischen Geschichte der angloamerikanischen und der kontinentaleuropäischen Länder des 20. Jahrhunderts eingingen.

Bentley, Arthur F. 1908: The Process of Government. A Study of Social Pressures, Evanston/Ill.

Dahl, Robert A. 1971: Polyarchy. Participation and Opposition, New Haven/London

Dahl, Robert A. 1997a: Toward Democracy: A Journey. Reflections: 1940-1997, Berkeley, 2 Bde.

Dahl, Robert A. 1997b: From Personal History to Democratic Theory, in: Dahl, Robert A., Toward Democracy: A Journey. Reflections: 1940-1997, Berkeley, Bd. 1, 3-15

Fraenkel, Ernst 1991 (1964): Deutschland und die westlichen Demokratien. Mit einem Nachwort über Leben und Werk Ernst Fraenkels, hrsg. v. Alexander von Brünneck, Frankfurt a.M.

Truman, D.B. 1951: The Governmental Process, New York

Anmerkungen

Übernahme mitsamt drei Referenzen.

Genau betrachtet wird die Aussage, die die Verf.in Dahl (1971 und 1997) und Fraenkel (1991) zuschreibt, diesen von Schmidt (2000) gar nicht zugeschrieben. Bei Fraenkel ergänzt sie den Titel eines Kapitels.

Wertung als Bauernopfer, da Schmidt im folgenden Absatz referenziert und auch wirklich rezipiert – siehe dortige S. 229 – wird (in diesem Absatz wird er zwar zweimal angeführt, die entspr. Ausführungen stammen aber tatsächlich von Guggenberger (2005), siehe Fragment 070 17).

Dahl (1997) und Fraenkel werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Dissertation ausschließlich an dieser Stelle genannt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Anmerkung des Gremiums: "Es werden ganze Satzteile sowie die von Schmidt (2000) zitierten Werke übernommen. Schmidt (2000) wird später genannt, die Zuordnung der übernommenen Texte ist aber nicht möglich." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[71.] Dcl/Fragment 072 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 72, Zeilen: 1-3
Quelle: Trenz Klein Koopmans 2003
Seite(n): 8, Zeilen: 35 ff.
[Nach allgemeiner Überzeugung basiert die demokratische Verfasstheit politischer Gemeinwesen auf drei Grundlagen: zum einen auf der Abgrenzung des politischen Raumes] und der Mitgliedschaft, zum zweiten auf der Möglichkeit und der Alltäglichkeit politischer Kommunikationsprozesse und zum dritten auf dem Bewusstsein für Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit (Greven 1998; Abromeit / Schmidt 1998).

Abromeit, Heidrun / Schmidt, Thomas, 1998: Grenzprobleme der Demokratie: konzeptionelle Überlegungen. In: Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Regieren in entgrenzten Räumen. Sonderheft 29 der PVS. Opladen: [sic] Westdeutscher Verlag, S. 293 - 320.

Greven, Michael Th., 1998: Mitgliedschaft, Grenzen und politischer Raum: Problemdimensionen der Demokratisierung der Europäischen Union. In: Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Regieren in entgrenzten Räumen. In: [sic] Politische Vierteljahreszeitschrift, [sic] Sonderheft 29. Opladen: [sic] Westdeutscher Verlag, S. 249 - 270.

Die demokratische Verfasstheit politischer Gemeinwesen basiert nach allgemeiner Überzeugung auf drei Grundlagen: der Abgrenzung des politischen Raumes und der Mitgliedschaft, der Ermöglichung und Veralltäglichung politischer Kommunikationsprozesse — der die Funktion einer umfassenden Informationsvermittlung und Meinungsbildung zukommt — und der Festlegung eines korrespondierenden Bewusstseins für Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit (Greven 1998; Abromeit/Schmidt 1998).

Abromeit, Heidrun/Schmidt, Thomas: Grenzprobleme der Demokratie: konzeptionelle Überlegungen. In: Kohler-Koch, Beate (Hg.): Regieren in entgrenzten Räumen. Sonderheft 29 der PVS. Opladen: [sic] Westdeutscher Verlag, 1998, S. 293-320

Greven, Michael Th.: Mitgliedschaft, Grenzen und politischer Raum: Problemdimensionen der Demokratisierung der Europäischen Union. In: Kohler-Koch, Beate (Hg.): Regieren in entgrenzten Räumen. Sonderheft 29 der PVS. Opladen: [sic] Westdeutscher Verlag, 1998, S. 249-270

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Der Satz der Verf.in beginnt bereits auf S. 71 unten.

Bzgl. der bibliografischen Angaben ist anzumerken, dass

  • die beiden zitierten Aufsätze in einem Sonderheft der Politischen Vierteljahresschrift erschienen sind und
  • dieses im Westdeutschen Verlag in Opladen und Wiesbaden verlegt wurde. [99]



Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Anmerkung des Gremiums: "Es werden ganze Satzteile sowie die von Trenz/Klein/ Koopmans (2003) zitierten Werke wörtlich übernommen. Die eigentliche Quelle findet hier keine Erwähnung" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[72.] Dcl/Fragment 072 17

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 72, Zeilen: 17-19, 30-34
Quelle: von Beyme 2000
Seite(n): 51, 52, Zeilen: 51: 33 ff.; 52: 1 ff.
Nach Beyme (1998) ist Inklusion auch mit der Ausweitung der Zivilgesellschaft verknüpft, also mit der Einbeziehung aller Menschen, die auf einem Territorium leben, in alle Lebensbereiche. [...]

Der Einfluss der europäischen Integration und weltweiter Migration stellt dabei partizipative Demokratievorstellungen und politische Beteiligungsinstrumente jenseits repräsentativer Verfahren vor neue Herausforderungen, die mit einem weiteren Verständnis von Staatsbürgerschaftsrechten und demokratischen Partizipationsrechten verbunden sind (Beyme 1998).


Beyme, Klaus von, 1998: Kulturpolitik und nationale Identität. Studien zur Kulturpolitik und Gesellschaftlicher Autonomie. [sic] Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

[Seite 51]

[[...] Als diese wenigstens im allgemeinen Wahlrecht verwirklicht schien, mußte im Wohlfahrtsstaat jenes Minimum an sozialer Gleichheit hinzugefügt werden, daß [sic] für eine erfolgreiche politische Teilnahme unerläßlich war (vgl. Beyme 1998, S. 74ff).

[...]]

Die Ausweitung der Zivilgesellschaft heißt daher vor allem wachsende Inklusion der Menschen, die auf einem Territorium leben, in alle Bereiche des Citizenship. [...] Unter dem Einfluß von

[Seite 52]

weltweiter Migration und vor allem durch die Europäische Integration kommt es zur Ausdehnung der Staatsbürgerschaftsrechte und der demokratischen Partizipationsrechte.


[Beyme, Klaus von (1994), »Verfehlte Vereinigung - verpaßte Reformen? Zur Problematik der Evaluation der Vereinigungspolitik in Deutschland seit 1989«, Journal für Sozialforschung 1994, S. 149-169.

[...]

ders. (1998), Kulturpolitik und nationale Identität. Opladen.]

Anmerkungen

Bei von Beyme (1998) – der, abgesehen vom Literaturverzeichnis, in der untersuchten Arbeit lediglich zweimal auf dieser Seite erwähnt wird – finden sich die von der Verf.in referenzierten Aussagen nicht, jedoch in einem zwei Jahre später erschienenen Aufsatz desselben Autors, der von ihr insgesamt 8-mal angeführt wird.

Bzgl. der bibliografischen Angaben zu von Beyme (1998) ist anzumerken, dass der Untertitel des Werkes Studien zur Kulturpolitik zwischen staatlicher Steuerung und gesellschaftlicher Autonomie lautet, vgl. [100].

Aufgrund der Tatsachen, dass

  • der Untertitel der angegebenen Quelle fehlerhaft wiedergegeben,
  • der Titel auch auf S. 51 der tatsächlichen Quelle in anderem Zusammenhang referenziert und
  • dieser im gesamten Haupttext der untersuchten Arbeit nur zweimal auf dieser Seite erwähnt wird,

scheint der Verdacht begründet, dass hier eine willkürliche Referenzierung vorliegt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Zitierfehler, der vom Gremium nicht als Mangel bewertet wird." (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[73.] Dcl/Fragment 072 19

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 72, Zeilen: 19-26
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, 141, Zeilen: 140: re. Sp. 11 ff., 41 ff.; 141: li. Sp. 1 f.
Das Partizipationskonzept fasst in diesem Verständnis Selbstbestimmung als Mitbestimmung, bei der sämtliche Lebensbereiche als mitbestimmungsbedürftig begriffen werden. Dabei gibt es keine unpolitischen privaten oder gesellschaftlichen Räume. Ziel ist die umfassende Demokratisierung aller Lebensbereiche (Vilmar 1973). Die partizipatorische Demokratietheorie setzt die Volkssouveränität absolut und begreift das Volk als ein mit einem einheitlichen Willen ausgestattetes Subjekt. Sie verfolgt den Ansatz, dass es zu verbindlichen Kollektivaktionen nur kommen kann, wenn alle ein gemeinsamer Wille eint.

Vilmar, Fritz, 1973: Strategien der Demokratisierung. Darmstadt / Neuwied: Luchterhand.

[Seite 140]

Das Partizipationskonzept faßt Selbstbestimmung als Mitbestimmung; sämtliche Lebensbereiche werden in der Tendenz als mitbestimmungsbedürftig begriffen. Es gibt keine unpolit. privaten oder gesellschaftl. Räume. Ziel ist die umfassende Demokratisierung aller Lebensbereiche (Vilmar 1973). [...]

[...] An diesem utopischen Fluchtpunkt berühren sich die partizipatorische und die anarchistische Variante der kritischen Demokratietheorie: Die Partizipationsforderung setzt die Volkssouveränität absolut und begreift mit Rousseauscher Konsequenz das Volk als ein mit einem einheitlichen Willen ausgestattetes Subjekt; die Forderung nach Herrschaftsfreiheit setzt die individuelle Autonomie und Selbstentfaltung absolut, so daß es zu verbindlichen Kollektivaktionen nur

[Seite 141]

kommen kann, wenn alle ein gemeinsamer Wille eint.


Vilmar, F. 1973: Strategien der Demokratisierung, 2 Bde., Darmst./Neuwied.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Die Ausdrücke "Selbstbestimmung als Mitbestimmung", "mitbestimmungsbedürftig", "private[n] Räume", "gesellschaftliche[n] Räume" und "Demokratisierung aller Lebensbereiche" kommen in dem 2-bändigen Werk von Vilmar (1973) [101] weder in Bd. 1 noch in Bd. 2 vor.

Von "realisierbare[n] Partizipationskonzepte[n] für die wichtigsten Subsysteme nach dem Grundsatz optimaler Selbst- und Mitbestimmung" ist dort in Bd. 1 auf S. 53 die Rede, und in Bezug auf den damaligen Syndikus des Bühnenvereins, Ferdinand Sieger, heißt es in Bd. 2 auf S. 227: "(Die Mitbestimmungsmodelle erklärt er zu Selbstbestimmungsvorschlägen, damit er sein Mitsprache-Statut als Mitbestimmungs-»Statut-Modell« ausgeben kann.)"

In Bd. 1 auf S. 95 spricht Vilmar von einer "umfassende[n] Demokratisierungs-Strategie auf allen Ebenen und in allen Subsystemen der Gesellschaft" und ebenfalls in Bd. 1 auf S. 158 davon, "daß einerseits nur umfassende Demokratisierung zur klassenlosen Gesellschaft führen kann".

In Bd. 2 heißt es auf S. 146, "daß parlamentarische Verfahrensweisen in einer freiheitlich demokratischen Staatsordnung in erster Linie auf die Gesetzgebung und keineswegs auf sämtliche Lebensbereiche des Staates bezogen sind ...". Darüber hinaus ist in Vilmars genanntem Werk an keiner anderen Stelle von "sämtliche[n] Lebensbereiche[n]" die Rede.

Vilmar wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der gesamten untersuchten Arbeit nur an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Gravierende Textstelle. Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15 [Hervorhebung im Original])

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[74.] Dcl/Fragment 073 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 73, Zeilen: 14-20
Quelle: Nanz Steffek 2005
Seite(n): 93, Zeilen: 2 ff.
Dies kann durch die systematische Einbeziehung der Anliegen und Argumente aller von einer politischen Entscheidung Betroffenen in den Entscheidungsprozess geschehen (Nanz / Steffek 2005; Liebert / Trenz 2008). Das heißt, dass politische Entscheidungen auf europäischer Ebene dann nicht nur im Hinblick auf die Anliegen der nationalen Regelungsadressaten, also die nationalen Regierungen, getroffen werden, sondern auch im Hinblick auf die Anliegen derjenigen, auf die sich distributive und regulative Entscheidungen am Ende auswirken.
[Nanz und Steffek (2005) sehen erst in einer solchen Verfahrensweise die Verwirklichung von demokratischer Selbstbestimmung der von Regeln betroffenen Bürger und Organisationen der Zivilgesellschaft.]

Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg, 2008: European civil society and the public sphere. State of the art. In: Liebert, Ulrike / Trenz, Hans-Jörg (Hrsg.): Reconstituting Democracy from Below. New Approaches to Civil Society in the New Europe. ARENA Report No 6 / 08, Recon Report No 5. Oslo: ARENA Centre for European Studies, S. 9 - 31.

Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2005: Legitimation durch Deliberation? Die Rolle der Zivilgesellschaft in der supranationalen Politik. In: Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft. Konzepte, Akteure, Strategien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 79 - 102.

Gemeint ist hier die systematische Einbeziehung der Anliegen und Argumente aller von einer politischen Entscheidung Betroffenen (stakeholder) in den Beratungs- und Entscheidungsprozess. Politische Entscheidungen internationaler Organisationen werden dann nicht nur im Hinblick auf die artikulierten Anliegen der direkten Regelungs-Adressaten getroffen, also im Normalfall die nationalen Regierungen. Die IOs müssen in ihren Entscheidungen vielmehr auch die Anliegen derjenigen einbeziehen, auf die sich solche distributiven und regulativen Entscheidungen letztendlich auswirken. [Nur dann kann in einer (funktional differenzierten) Weltgesellschaft von demokratischer Selbstbestimmung der von den Regeln betroffenen Bürger die Rede sein.]
Anmerkungen

Im ersten Satz wird die Quelle als einer von zwei Titeln genannt, die Übernahme von 13 aufeinanderfolgenden Wörtern jedoch nicht kenntlich gemacht.

Bzgl. des zweiten Satzes wird diese zwar unmittelbar darauf im nächsten Absatz angeführt, doch ist anhand der Formulierung "Nanz und Steffek (2005) sehen erst in einer solchen Verfahrensweise [...]" nicht naheliegend, dass dessen Inhalt – bei einer kleinen Änderung: aus "Politische Entscheidungen internationaler Organisationen" wird "politische Entscheidungen auf europäischer Ebene" – ebenfalls fast vollständig aus der Quelle stammt.

Der in eckige Klammern gesetzte dritte Satz dient lediglich zur Erläuterung des Kontextes und wird nicht als Plagiat gewertet.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 4 ["Paraphrasierung fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Gemäß zweitem Schlussbericht stellt der Befundtypus der Kategorie 4 "an sich keine Verletzung der Guten Wissenschaftlichen Praxis dar, aber seine Häufigkeit kann ein Anzeichen für die fehlende Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung darstellen." (ebd., S. 4) Hierbei zeige die Verfasserin, dass sie "die Notwendigkeit der Nennung der Quelle bei Paraphrasierungen kennt." (ebd., S. 5)



[75.] Dcl/Fragment 078 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 28-34
Quelle: Delhey 2004
Seite(n): 6, Zeilen: li. Sp.: letzte Zeile, re. Sp.: 1 ff., 16 ff. u. 101 f.
Mit Vertrauen ist hier die Erwartung gemeint, dass andere sich verlässlich verhalten, oder einem zumindest nicht schaden (Endress 2002). Diese Erwartung beruht im Wesentlichen auf der Annahme, dass fundamentale Werte geteilt werden. Vertrauen ist für nationale Gesellschaften wichtig und umso wichtiger für supranationale Gemeinschaften, da diese in geringerem Umfang auf die nicht hinterfragte Solidarität der Bevölkerung bauen können (Delhey 2004; Kersting 2008).

Delhey, Jan, 2004: Transnationales Vertrauen in der erweiterten EU. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Ausgabe 38/2004, S. 6 - 13.

Endress, Martin, 2002: Vertrauen. Bielefeld: transcript 2002. [sic]

Kersting, Norbert, 2008: Innovative Partizipation: Legitimation, Machtkontrolle und Transformation. Eine Einführung. In: Kersting, Norbert (Hrsg.): Politische Beteiligung. Einführung in dialogorientierte Instrumente politischer und gesellschaftlicher Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage, S. 11 - 39.

Vertrauen ist die Erwartung, dass sich andere verlässlich und freundlich verhalten — oder einem zumindest nicht schaden.3 Diese Erwartung beruht wesentlich auf der Annahme, dass fundamentale Werte geteilt werden. [...]

Wenn Vertrauen für nationale Gesellschaften so wichtig ist, dann umso mehr für supranationale Gemeinschaften. Anders als Nationalstaaten können Letztere nur in geringem Umfang auf nicht hinterfragte, gleichsam „mechanische“ Solidarität der Bevölkerung bauen.


3 Zur soziologischen Interpretation von Vertrauen vgl. die Übersicht von Martin Endress, Vertrauen, Bielefeld 2002.

Anmerkungen

Delhey (2004) wird als einer von drei Autoren genannt; die gesamten Ausführungen werden jedoch einschließlich der Referenz sehr wortnah von diesem übernommen.

Schwer verständlich ist die Referenzierung Kerstings (2008); ein inhaltlicher Zusammenhang mit dessen Einführung ist nicht ohne Weiteres erkennbar. Der Begriff "Vertrauen" kommt bei diesem lediglich einmal auf S. 14 vor:

"Political Efficacy beschreibt das subjektive Vertrauen in die Möglichkeit der Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse (Pateman 1970). Dieses steigert die Input-Legitimation des politischen Systems und bewirkt gleichzeitig eine erhöhte Beteiligungsbereitschaft."

Endress (2002) wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Dissertation einzig an dieser Stelle angeführt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[76.] Dcl/Fragment 079 24

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 24-27
Quelle: Finke Knodt 2005
Seite(n): 15, Zeilen: 29 ff.
Mit diesem Analyseraster wird ein empirisch handhabbarer theoretischer Maßstab entwickelt, mit dem die Politikinstrumente, die die Europäische Kommission zur verbesserten Einbeziehung der Zivilgesellschaft entwickelt hat, in der Fallstudie normativ bewertet werden können. Damit wurde ein empirisch handhabbarer theoretischer Maßstab entwickelt, mit dem die Konzepte und Strategien, die europäische Institutionen zur verbesserten Einbindung der Zivilgesellschaft entwickelt haben, normativ bewertet werden können.
Anmerkungen

Wörtliche Übereinstimmungen mit der ungenannt bleibenden Quelle.

Trotz der Kürze aufgrund des eher nichttrivialen Charakters des Satzes Kategorisierung als Plagiat.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 15)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[77.] Dcl/Fragment 082 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 82, Zeilen: 13-17
Quelle: Kaelble 2000
Seite(n): 267, Zeilen: 24 ff.
Dabei entwickelte sich eine neue strategische Ausrichtung zur Einbindung der europäischen Bürger und Organisationen der Zivilgesellschaft in den Politikformulierungs- und Politikimplementierungsprozess der Europäischen Union, die über die technische Umsetzung eines europäischen Binnenmarktes weit hinausgeht. Mindestens ebenso entscheidend waren freilich auch langfristige Veränderungen: die weitere Abmilderung der wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede und die wachsenden sozialen und kulturellen Transfers zwischen den verschiedenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union; die neuen Herausforderungen der Friedensstabilisierung in Europa, besonders auf dem Balkan und im Mittelmeerraum; das Ende des wirtschaftlichen Schönwetterprojektes EWG und die neuen Herausforderungen durch die wachsenden wirtschaftlichen und politischen Probleme der Europäischen Union; auch die Entstehung einer neuen Strategie der Brüsseler Bürokratie zur Einbindung der europäischen Bürger in die Union, eine Strategie, die über die technische Durchsetzung eines europäischen Wirtschaftsmarktes hinausging.
Anmerkungen

Die Quelle wird lediglich zwei Sätze zuvor zusammen mit einem anderen Titel erwähnt. Im Wesentlichen ergänzt die Verf.in hier nur die Aussage nach dem letzten Semikolon durch "und Organisationen der Zivilgesellschaft in den Politikformulierungs- und Politikimplementierungsprozess" und formuliert etwas um.

Aufgrund des nichttrivialen Inhalts scheint eine Wertung als Bauernopfer gerechtfertigt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[78.] Dcl/Fragment 083 07

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 83, Zeilen: 7-12
Quelle: Haag 2001
Seite(n): 364, 366, Zeilen: 364: 5 ff., 101 ff.; 366: 29 ff.
Bereits im Jahr 1974 erteilten die europäischen Staats- und Regierungschefs der Europäischen Kommission auf einem Gipfeltreffen in Paris den Auftrag, zu prüfen, welche besonderen Rechte die Bürger der Mitgliedstaaten als Angehörige der Gemeinschaft erhalten könnten (Europäische Gemeinschaften [sic] 1974 [sic]). Die Kommission erstattete daraufhin 1975 den Staats- und Regierungschefs einen Bericht über die Zuerkennung besonderer Rechte (Kommission 1975).

[Im Jahr 1984 wurde auf Beschluss des Europäischen Rates eine Ad-hoc-Gruppe „Europa der Bürger“, der nach dem italienischen Europaparlamentarier benannte und von ihm geleitete „Adonnino-Ausschuss“, eingesetzt. Der Ausschuss befasste sich mit der Frage, wie das komplizierte politische System Europas seinen Bürgern besser vermittelt werden könnte und legte dem Europäischen Rat 1985 entsprechende Berichte dazu vor. Diese enthalten Vorschläge über die besonderen Bürgerrechte, die sich auf unterschiedliche Bereiche wie Kultur, Kommunikation, Information, Jugend, Erziehung, Austausch, Sport, freiwilliger Entwicklungsdienst, Gesundheit, soziale Sicherheit, Städtepartnerschaften und die Stärkung der Identität der Gemeinschaft beziehen. Wichtigste Anliegen waren die Verwirklichung der Personenfreizügigkeit im Sinne der Freiheit, in einem anderen Land als dem Heimatland wohnen und arbeiten zu dürfen, und die Niederlassungsfreiheit (Europäische Gemeinschaften [sic] 1985).]


Europäische Gemeinschaften, [sic] 1974: [sic] Kommuniqué zum Treffen der Regierungschefs der Gemeinschaften [sic], Paris, 9. und 10.12.1974, In: Gesamtbericht (1974), S. 337 ff., Ziff. 10 und 11.

Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 1975: Europa der [sic] Bürger, Bull. EG 7/75, [sic] S. 5ff., 23 ff.

[Europäische Gemeinschaften, [sic] 1985: Europa der Bürger, Berichte des Ad-hoc-Ausschusses, Bull. EG Beil. 7/85, S. 9 ff. und 19 ff.]

[Seite 364]

672

Bereits im Jahre 1974 erteilten die Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfeltreffen in Paris den Auftrag zu prüfen, welche „besonderen Rechte als Angehörige der Gemeinschaft“ die Bürger der Mitgliedstaaten erhalten könnten.58 Die Kommission erstattete daraufhin am 3. Juli 1975 einen Bericht über die Möglichkeit der „Zuerkennung besonderer Rechte“,59 der jedoch zunächst ohne Folgen blieb.
Die auf einen Beschluss des Europäischen Rates von Fontainebleau aus dem Jahre 1984 eingesetzte Ad-hoc-Gruppe „Europa der Bürger“ (Adonnino-Gruppe) legte dem Europäischen Rat im März und im Juni 1985 jeweils einen Bericht vor.60 Die beiden Berichte enthalten Vorschläge, die sich außer auf „besondere Bürgerrechte“ auch auf so unterschiedliche Bereiche wie Kultur und Kommunikation, Information, Jugend, Erziehung, Austausch und Sport, freiwilliger Entwicklungsdienst in Entwicklungsländern, Gesundheit, soziale Sicherheit, Drogen, Städtepartnerschaften sowie Stärkung des Bildes und der Identität der Gemeinschaft erstreckten.

58 Kommuniqué zum Treffen der Regierungschefs der Gemeinschaften [sic], Paris, 9. und 10. 12. 1974, abgedruckt in: 8. Gesamtbericht (1974), S. 337 ff., Ziff. 10 und 11.

59 Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Europa für die Bürger, Bull. EG 7/75, [sic] S. 5 ff., 23 ff.

60 Europa der Bürger, Berichte des Ad-hoc-Ausschusses, Bull. EG Beil. 7/85, S. 9 ff. und 19 ff.

[Seite 366]

10.2.3 Die Unionsbürgerrechte im Einzelnen
10.2.3.1 Das allgemeine Recht auf Bewegungs- und Aufenthaltsfreiheit

677

Mit Art. 18 EGV wurde ein unmittelbar wirksames allgemeines Recht auf Bewegungs- und Aufenthaltsfreiheit in den EG-Vertrag eingefügt. Zunächst hatte der Vertrag ein Recht auf freie Bewegung und Aufenthalt ausdrücklich nur im Rahmen der Personenverkehrsfreiheiten (Freizügigkeit, Niederlassungsfreiheit, Dienstleistungsfreiheit) gewährt.
Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird erst am Ende des auf den in eckige Klammern gesetzten folgenden Absatzes auf der nächsten Seite genannt.

Bzgl. der Literaturnachweise ist anzumerken:

  • Die Quellenangabe "Europäische Gemeinschaften, 1974: Kommuniqué zum Treffen der Regierungschefs der Gemeinschaften [...] In: Gesamtbericht (1974) [...]" im Literaturverzeichnis der Verf.in ist in mehrfacher Hinsicht fehlerhaft:
    • Der "Achte[r] Gesamtbericht über die Tätigkeit der Europäischen Gemeinschaften 1974" ist erst im Februar 1975 erschienen, vgl. [102].
    • Im Original zeichnet zusätzlich zu den drei Europäischen Gemeinschaften auch noch die Kommission als Autorin verantwortlich.
    • Auf S. 337 ist von einem "Treffen der Regierungschefs der Gemeinschaft" die Rede, was auch bei Haag (2001) nicht entsprechend wiedergegeben wird.
  • Die Quellenangabe "Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 1975: Europa der Bürger, Bull. EG 7/75 [...]" im Literaturverzeichnis der Verf.in bzw. diejenige in Fußnote 59 der Quelle ist in dieser Form nicht richtig, da die entspr. Texte in der "Europa für die Bürger" betitelten Beilage zum EG-Bulletin 7/75 enthalten sind, vgl. [103]. Genau genommen handelt es sich auch nicht um nur einen, sondern um zwei Berichte, deren erster in einem Abschnitt "Paßunion" auf S. 5 ff. abgedruckt ist und deren zweiter sich in dem auf S. 23 beginnenden Abschnitt "Zuerkennung besonderer Rechte" findet; Haag – und mit ihm die Verf.in – subsumiert aber offenbar die geplante Passunion unter die Zuerkennung besonderer Rechte für Unionsbürger. Die Verf.in
    • übernimmt hier also den Titel fehlerhaft aus der Quelle;
    • unterschlägt ebenso wie diese, dass sich die Berichte in der Beilage des Bulletins – und nicht in diesem selbst – finden (bei den Berichten des Ad-hoc-Ausschusses in der Beilage des EG-Bulletins 7/85 hingegen wird diese sowohl in der Quelle als auch in der untersuchten Arbeit angegeben); und
    • erweckt zudem – wiederum analog zur Quelle – den Eindruck, dass in der Publikation nur ein einziger Bericht enthalten ist.
  • Autorin der Beilage des EG-Bulletins 7/85 ist die Europäische Kommission, vgl. [104].

Da die Verf.in den ersten Absatz inkl. Fehlern bzw. Ungenauigkeiten bei den Literaturnachweisen mehr oder weniger wörtlich übernimmt (und bei Letzteren noch eigene Fehler hinzufügt), ist es unwahrscheinlich, dass sie die entspr. Texte rezipiert hat.
Über die Berichte des Ad-hoc-Ausschusses lässt sich dies nicht so klar sagen, da sich diesbzgl. in der Quelle keine Fehler nachweisen lassen. Auch wenn hierbei ein Teil der Rezeption übernommen wird und sich die "besonderen Bürgerrechte" entgegen der Aussage der Verf.in nicht auf "unterschiedliche Bereiche wie Kultur" etc. beziehen, sondern parallel dazu aufgeführt werden – siehe S. 20 ff. der Beilage –, gehen ihre Ausführungen zum Teil über diejenigen Haags hinaus, und dessen Aussagen auf S. 366 beziehen sich auch nicht auf die Berichte. Daher wird der in eckige Klammern gesetzte zweite Absatz konservativ nicht als Plagiat gewertet.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Zitierfehler, der vom Gremium nicht als Mangel bewertet wird." (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 16)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[79.] Dcl/Fragment 084 06

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 84, Zeilen: 6-9, 21-25
Quelle: Wallace 2003
Seite(n): 263, 264, Zeilen: 263: 31 ff.; 264: 9 ff., 27 ff.
Die Kommission baute dazu zu einer Vielzahl von Adressaten ihrer Politik direkte Beziehungen auf, vor allem zu Experten, Wissensgemeinschaften und relevanten Gesprächspartnern in den Mitgliedstaaten, die den politischen Prozess beeinflussten (van Schendelen 2002). [...]

[...] Die Kommission bediente sich der Strukturfonds in einer Weise, die den Spielraum lokaler und regionaler Politik gegenüber rein nationalstaatlichen Maßnahmen ausweitete. Dadurch erlangte sie die Möglichkeit, zunehmend in direkte Beziehung zu regionalen Gebietskörperschaften und lokalen Entwicklungsorganisationen zu treten (Keating 1993; Hooghe / Marks 2001).


Hooghe, Liesbet / Marks, Gary, 2001: Multilevel [sic] Governance and European Integration. Lanham: Rowman & Littlefield.

Keating, Michael, 1993: The Continental Meso: Regions in the European Community. In: Sharpe, Laurence J. (Hrsg.): The Rise of Meso Government in Europe. London: [sic] Sage.

Van Schendelen, Rinus, 2002: ‚Machiavelli in Brussels’ [sic]. The Art of Lobbying in [sic] the EU. Amsterdam: Amsterdam University Press.

[Seite 263]

Die Kommission war stets bestrebt, mehr politische Glaubwürdigkeit und einen größeren politischen Einfluss zu gewinnen. Sie entwickelte sich zu einem komplexen Organ und baute eine Vielzahl von direkten Beziehungen zu den Adressaten ihrer Politik auf, vor allem zu Experten und relevanten Gesprächspartnern in den Mitgliedstaaten. [Der unschöne Begriff „Komitologie“ umschreibt die-

[Seite 264]

se Entwicklung und suggeriert eine starke Bürokratisierung der politischen Gestaltungsprozesse innerhalb der Kommission. Dieses Bild ist jedoch in wesentlichen Elementen irreführend, da die Kommission auch — und meistens mit Erfolg — enge und produktive Beziehungen zu Experten pflegte und oftmals schneller auf neue politische Probleme reagierte, als die ebenso bürokratischen und nicht selten auch konservativen und traditionsverpflichteten Entscheidungsprozesse innerhalb der Mitgliedstaaten (Joerges/Vos 1999; van Schendelen 2002).] Um die Kommission herum entwickelten sich Wissensgemeinschaften, die innovative Politikideen hervorbrachten. [...]

[...] Drittens bediente sich die Kommission der Strukturfonds in einer Art und Weise, die den Spielraum lokaler und regionaler Politik gegenüber rein nationalstaatlichen Maßnahmen deutlich ausweitete. Dadurch erlangte die Kommission die Möglichkeit, zunehmend in direkte Beziehung zu regionalen Gebietskörperschaften und lokalen Entwicklungsorganisationen zu treten (Keating 1993; Hooghe/Marks 2001).


Hooghe, Liesbet/Marks, Gary 2001: Multilevel [sic] Governance and European Integration, Lanham.

[Joerges, Christian/Vos, Ellen 1999: EU Committees: Social Regulation, Law and Politics, Oxford.]

Keating, Michael 1993: The Continental Meso: Regions in the European Community, in: Sharpe, Laurence J. (Hrsg): The Rise of Meso Government in Europe, London. [sic]

[van Schendelen, Rinus 2002: „Machiavelli in Brussels“ [sic]. The Art of Lobbying in [sic] the EU, Amsterdam.]

Anmerkungen

Bemerkenswert ist, dass die Verf.in hier nicht ihre tatsächliche Quelle Wallace (2003) referenziert, sondern u. a. ein in dieser referenziertes Werk van Schendelens (2002). Bei Wallace wird die Aussage, für die die Verf.in van Schendelen anführt, diesem anscheinend jedoch nicht zugeschrieben (und da es sich hierbei um einen englischsprachigen Text handelt, können die wörtlichen Übereinstimmungen in der vorliegenden sprachlichen Form dort auch nicht enthalten sein – was auch für die beiden anderen englischsprachigen Titel gilt).

Weiterhin fällt Folgendes auf:

  • Der Originaltitel von Hooghe / Marks (2001) lautet Multi-Level Governance and European Integration, vgl. [105]. Dieser ist sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in fehlerhaft angegeben.
  • Bei Keating (1993) fehlt wie in der Quelle die Seitenzahl seiner Abhandlung in dem Sammelband. Außerdem erschien The Rise of Meso Government in Europe außer in London zugleich auch in Newbury Park und New Delhi. [106]
  • Der Titel von van Schendelens Werk lautet Machiavelli in Brussels. The Art of Lobbying the EU, vgl. [107]. Dieser wird sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in in zweierlei Hinsicht fehlerhaft wiedergegeben.

Die Werke von Hooghe / Marks, Keating und van Schendelen werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der gesamten untersuchten Arbeit nur an dieser Stelle erwähnt.

Wallace wird in den jeweiligen, hier nicht vollständig wiedergegebenen Absätzen genannt, daher Wertung als Bauernopfer.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 1 ["wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 16)

Begründung: "Wörtliche Übernahme ganzer Sätze aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium derartige 1-A-Fundstellen als "eindeutige Fälle von Plagiaten", die "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung' erfüllen" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 16)

Anmerkung: Das Gremium wertet hier nur die Zeilen 21-25 als Plagiat. (ebd.)

Anmerkung des Gremiums: "Literatur aus der nicht zitierten Quelle wird mit übernommen" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[80.] Dcl/Fragment 084 30

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 84, Zeilen: 30-33
Quelle: Gellner Glatzmeier 2005
Seite(n): 9, Zeilen: re. Sp. 26 ff.
Die Europäische Kommission formulierte dazu in ihrem Jahresprogramm 1996 als Zielsetzung den Aufbau eines „Europas der Bürger“ unter besonderer Betonung bürgernaher Politiken, die dazu beitragen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu einer Wertegemeinschaft zu stärken (Gellner / Glatzmeier 2005).

Gellner, Winand / Glatzmeier, Armin, 2005: Die Suche nach der europäischen Zivilgesellschaft. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Ausgabe 36/2005, S. 8 - 15.

1996 bekräftigte die Kommission erneut den Wunsch nacheiner stärkeren Integration der Bürger und berücksichtigte in ihrem Jahresprogramm den „Aufbau eines Europas der Bürger unter besonderer Betonung bürgernaher Politiken, die dazu beitragen, das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Wertegemeinschaft zu stärken“13.

13 Vgl. Bulletin EU 1/2–1996 [1.10.10], http://europa.eu.int/abc/doc/off/bull/de/9601/p110010.htm (27. 6. 2005).

Anmerkungen

Die tatsächliche Quelle wird genannt, aber die Wörtlichkeit der Übernahme nicht kenntlich gemacht.

Wenn man davon absieht, dass die Verf.in "Zugehörigkeit" in "Zusammengehörigkeit" ändert, kopiert sie 23 aufeinanderfolgende Wörter, von denen sie drei Gellner / Glatzmeier (2005) als wörtliches Zitat zuschreibt. In Wirklichkeit gibt sie aber über die Quelle ein Zitat aus dem EU-Bulletin wieder (vgl. auch S. 154 unter [108]), was sie unterschlägt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 16)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[81.] Dcl/Fragment 085 12

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 85, Zeilen: 12-16
Quelle: Smismans 2005
Seite(n): 108, 109, Zeilen: 108: 28 ff.; 109: 1 ff.
Dabei wurden insbesondere gemeinnützige Vereine der Zivilgesellschaft als Nährboden für künftige sozialpolitische Initiativen und Fundament der Demokratie eingestuft, weil sie einen Sinn für Solidarität und Bürgerengagement pflegen und damit Funktionen erfüllen, die für die Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft von besonderer Bedeutung sind (Kommission 1997).

Europäische Kommission, 1997: Mitteilung über die Förderung der Rolle gemeinnütziger Vereine und Stiftungen in Europa. Brüssel: KOM (1997) 241 endgültig.

[Seite 108]

[Im Jahre 1997 gab die Kommission eine „Mitteilung über die Förderung der Rolle gemeinnütziger Vereine und Stiftungen in Europa” (Kommission 1997) heraus, die gemeinsam von der GD V und der GD XXIII entworfen wurde.] [...]

[...] Es wird angenommen, dass gemeinnützige Vereine den Nährboden für künftige sozialpolitische Initiativen bilden. Zudem pflegen gemeinnützige Vereine und Stiftungen einen Sinn für Solidarität and Bürgerengagement und stellen damit ein Fundament unserer Demokratie bereit.

[Seite 109]

Auf diese Weise erfüllen sie Funktionen, die angesichts der Herausforderungen, welchen sich die Europäische Gemeinschaft heute gegenüber sieht, von besonderer Bedeutung sind.


Kommission 1997: Mitteilung über die Förderung der Rolle gemeinnütziger Vereine und Stiftungen in Europa, 6. Juni 1997, KOM (97) 241 endg.

Anmerkungen

Smismans (2005) wird im vorigen Satz (am Ende des vorigen Absatzes) und im folgenden Satz angeführt, daher Wertung als Bauernopfer.

Hier rezipiert nicht die Verf.in selbst die "Mitteilung", wie durch die Quellennennung angegeben, sondern sie gibt lediglich die Rezeption von Smismans wieder: In dem Dokument der EU-Kommission kommen die Begriffe "Nährboden", "sozialpolitische Initiativen", "Fundament" und "Bürgerengagement" nicht vor, siehe [109] bzw. [110].

Die Mitteilung der Europäischen Kommission (1997) wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Hier handelt es sich um eine korrekte Nutzung amerikanischer Zitierweise" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[82.] Dcl/Fragment 085 29

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 85, Zeilen: 29-34
Quelle: Smismans 2005
Seite(n): 109, 110, Zeilen: 109: 29 ff.; 110: 1 f.
Der Diskurs über die Rolle der Zivilgesellschaft und deren wachsende Bedeutung auf internationaler und europäischer Ebene erweiterte sich sowohl im Hinblick auf die Anzahl der politischen Akteure, die von ihm Gebrauch machten, als auch bezogen auf seinen Inhalt. Insbesondere die Legitimationskrise der europäischen Institutionen, vor allem der Europäischen Kommission, führten zur Entdeckung der Zivilgesellschaft, die auch in der Politikwissenschaft als Basis von Reformen und Quelle demokratischer Legitimation [gesehen wurde (Kaelble 2002; Eder 2003; Kevin 2003; Kantner 2004; Kocka 2004; Preuß 2004; Ruzza 2004; Bruter 2004, 2005; Peters 2005; Trenz 2005b; Kohler-Koch 2007).]

Bruter, Michael 2004: Civic and Cultural Components of a European Identity. A Pilot Model of Measurement of Citizens [sic] Levels of European Identity. In: Herrmann, Richard / Risse, Thomas / Brewer, Marilynn B. (Hrsg.): Transnational Identities: Becoming European in the EU. Lanham, MD: Rowman & Littlefield.

Bruter, Michael 2005: Citizens of Europe? The Emergence of a Mass European Identity. London: [sic] Palgrave Macmillan.

Eder, Klaus, 2003: Öffentlichkeit und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 85 - 120.

Kaelble, Hartmut, 2002: Das europäische Selbstverständnis und die europäische Öffentlichkeit im 19. und. 20. Jahrhundert. In: Kaelble, Hartmut / Kirsch, Martin / Schmidt-Gernig, Alexander (Hrsg.): Transnationale Öffentlichkeiten und Identitäten im 20. Jahrhundert. Frankfurt / Main: [sic] Campus.

Kantner, Cathleen, 2004: Kein modernes Babel. Kommunikative Voraussetzungen europäischer Öffentlichkeit. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Kevin, Deirdre, 2003: Europe in the Media. A Comparison of Reporting, Representation [sic] and Rhetoric in National Media Systems in Europe. Mahwah, N.J.: Lawrence Erlbaum Associates Publishers.

Kocka, Jürgen, 2004: Civil Society [sic] from a historical perspective. European Review, 12 (1): 65 - 79.

Kohler-Koch, Beate, 2007: The Organization of interests and democracy [sic] in the European Union. In: Kohler-Koch, Beate / Rittberger, Berthold (Hrsg.): Debating the Democratic Legitimacy of the European Union. Lanham, MD: Rowman & Littlefield.

Peters, Bernhard, 2005: Public Discourse, Identity, [sic] and the Problem of Democratic Legitimacy. In: Eriksen, Erik Oddvar (Hrsg.): Making the European Polity. Reflexive Integration in the EU. London: Routledge.

Preuß, Ulrich K., 2004: Transformation des europäischen Nationalstaates - Chancen für die Herausbildung einer Europäischen Öffentlichkeit. In: Franzius, Claudio / Preuß, Ulrich K. (Hrsg.): Europäische Öffentlichkeit. Baden-Baden: Nomos, S. 44 - 60.

Ruzza, Carlo, 2004: Europe and Civil Society: [sic] Movement Coalitions and European Governance. Manchester: [sic] Manchester University Press.

Trenz, Hans-Jörg, 2005b: Europa in den Medien. Das europäische Integrationsprojekt [sic] im Spiegel nationaler Öffentlichkeit. Frankfurt / Main: [sic] Campus.

[Seite 109]

Ende der 1990er Jahre erweiterte sich der Diskurs über die Rolle von NGOs und intermediären Organisationen sowohl hinsichtlich der Anzahl der politischen Akteure, die von ihm Gebrauch machten, als auch im Hinblick auf seinen Inhalt. [...] Zum anderen führte die Legitimationskrise der europäischen Institutionen, vor allem der Kommis-

[Seite 110]

sion, zur Entdeckung der Zivilgesellschaft als Basis für administrative Reformen und als Quelle demokratischer Legitimation.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle Smismans (2005), dessen Ausführungen die Verf.in hier etwas verändert und ausschmückt, wird am Ende des vorigen Absatzes genannt. Es ist schwer verständlich, warum sie statt dieser 12 Titel anderer Autoren anführt.

Exakt dieselben 12 Referenzen – die sämtlich im Literaturverzeichnis der Quelle Liebert / Trenz (2008) enthalten sind (siehe z. B. Fragment 016 22) – finden sich in der untersuchten Arbeit auch bei Aussagen auf den S. 16, 73 und 99, siehe Fragment 016 22, Fragment 073 04 und Fragment 099 19 (alle keine Wertung). Weiterhin lassen sich folgende Punkte feststellen:

  • Bei Bruter (2004) fehlt bei der Verf.in im Titel bei "Citizens" wie bei Liebert / Trenz der Genitiv-Apostroph [111] sowie die Seitenangabe des Beitrags.
  • Bruter (2005) ist bei Palgrave Macmillan in Houndmills, Basingstoke, Hampshire und New York und nicht in London erschienen. [112] Diese Falschangabe findet sich auch bei Liebert / Trenz.
  • Bzgl. des Aufsatzes von Eder (2003) gibt es bei den bibliografischen Angaben im Vgl. zu Liebert / Trenz einige Unterschiede.
  • Bei Kaelble (2002) fehlt wie bei Liebert / Trenz die Angabe, auf welchen Seiten des Sammelbandes sich der Aufsatz findet, und New York als zweiter Verlagsort. [113]
  • Bei Kevin (2003) fehlt wie bei Liebert / Trenz im Titel ein Komma. [114]
  • Bei Kocka (2004) wird wie bei Liebert / Trenz im Titel das Substantiv "Society" mit Majuskel geschrieben, das Substantiv "perspective" jedoch nicht, was inkonsistent ist. Im Originalaufsatz werden beide Wörter mit Minuskeln geschrieben. [115]
  • Bei Kohler-Koch (2007) fehlt wie bei Liebert / Trenz die Angabe der Seitenzahl des Aufsatzes in dem Sammelband; auch sind im Titel die Substantive "interests" und "democracy" im Gegensatz zu "Organization" mit Minuskeln am Anfang geschrieben. Im Original lautet der Titel "The Organization of Interests and Democracy in the European Union". [116]
  • Bei Peters (2005) fehlt wie bei Liebert / Trenz die Angabe der Seitenzahl des Aufsatzes in dem Sammelband. Im Original lautet dieser "Public discourse, identity and the problem of democratic legitimacy". [117]
  • Bei Ruzza (2004) ist Movement coalitions and European governance der Untertitel des Werkes, weshalb der vorhergehende Doppelpunkt in dieser Form nicht richtig ist, da er so als Teil des Titels ausgewiesen wird. Zudem fehlt hier die Angabe von New York als zweitem Verlagsort. [118] Diese beiden Fehler finden sich sowohl bei Liebert / Trenz als auch in der vorliegenden Arbeit.
  • Der Titel von Trenz (2005b) lautet Europa in den Medien. Die europäische Integration im Spiegel nationaler Öffentlichkeit und wird wie bei Liebert / Trenz falsch wiedergegeben; wie dort fehlt überdies New York als zweiter Verlagsort. [119]

Bruter (2004 und 2005), Kevin (2003), Peters (2005), Preuß (2004) und Trenz (2005b) werden in der untersuchten Dissertation – abgesehen vom Literaturverzeichnis – ausschließlich auf den S. 16, 73, 86 und 99 genannt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 16)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[83.] Dcl/Fragment 086 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 3-19
Quelle: Smismans 2005
Seite(n): 110, 111, 112, Zeilen: 110: 34 ff.; 111: 1 ff.; 112: 3 ff.
Die Europäische Kommission begann in der Folge einzelne Treffen mit Nichtregierungsorganisationen zu organisieren, die sich nach und nach zu einem strukturierten Dialog mit sektoralen Zusammenkünften zu spezifischen Themen entwickelten.

Im Jahr 2000 veröffentlichte die Kommission als Antwort auf die Legitimationskrise europäischen Regierens ein „Diskussionspapier zum Ausbau der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Kommission und Nichtregierungsorganisationen“ in allen Politikfeldern beginnend mit den Bereichen Schutz der Menschenrechte, Umweltschutz und Verbraucherschutz (Kommission 2000). Als Motivationsgrundlage für diese Initiative wurden folgende Gründe benannt: zum einen wurde die Bedeutung von Nichtregierungsorganisationen für den politischen Entscheidungsprozess und das demokratische System der EU in Ergänzung zu den gewählten Repräsentanten zum Ausdruck gebracht. Darüber hinaus wurde herausgestellt, dass Nichtregierungsorganisationen die Möglichkeit haben, Benachteiligte und nicht Gehörte zu erreichen, die Europäischen Institutionen mit Expertise zu versorgen, von der EU geförderte Projekte zu verwalten und auszuwerten und durch die Förderung von Kooperationen nationaler Nichtregierungsorganisationen einen Beitrag zur europäischen Integration und zur Herausbildung einer europäischen Öffentlichkeit zu leisten (Kommission 2000).


Europäische Kommission, 2000: Diskussionspapier. Ausbau der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Kommission und Nichtregierungsorganisationen. Brüssel: KOM (2000) 11, 18. [sic]

[Seite 110]

Tatsächlich hatte die für Handel zuständige GD auf der Ebene der Kommission 1998 begonnen, Ad-hoc-Treffen mit NGOs zu organisieren. Was als “PR [public relations] effort to explain to the worried people that there was nothing to worry about” (Göhring 2004 i.E.) begonnen hatte, entwickelte

[Seite 111]

sich zu einem strukturierteren Dialog, der nicht nur allgemeine Treffen, sondern auch sektorale Zusammenkünfte zu spezifischen Themen umfasste.11

[...] Im Jahre 2000 veröffentlichte die Kommission das Diskussionspapier „Ausbau der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Kommission und Nichtregierungsorganisationen” (Kommission 2000). Das Papier ist im Kontext einer weitreichenden administrativen Reform der Europäischen Kommission zu sehen, die von Kommissionspräsident Prodi und Vize-Präsident Kinnock als Antwort auf die Betrugsvorfälle und die Legitimitätskrise der vorangegangenen Santer-Kommission angestoßen wurde. Obwohl das Diskussionspapier NGOs ähnlich definiert wie die 1997er Mitteilung gemeinnützige Vereine, bezieht sich das Diskussionspapier auf die Beziehung zwischen Kommission und NGOs in allen Politikfeldern und nicht nur in der Sozialpolitik. Tatsächlich etablierte die Kommission wichtige NGO-Kontakte in Bereichen wie Entwicklung und Menschenrechte, Umweltschutz und Verbraucherangelegenheiten. [...]

Während in früheren Dokumenten nur allgemein auf die Bedeutung gemeinnütziger Vereine für die Demokratie verwiesen wurde, hebt das Diskussionspapier 2000 die besondere Bedeutung von NGOs für die Legitimation europäischen Regierens hervor. Zur Begründung werden fünf Überlegungen angeführt:

1. “[...] Increasingly NGOs are recognised as a significant component of civil society and as providing valuable support for a democratic system of government” (Kommission 2000). Auch wenn der politische Entscheidungsprozess in der EU “is first and foremost legitimised by the elected representatives of the European people, NGOs can make a contribution fostering a more participatory democracy both within the European Union and beyond” (ebenda). [...]


11 [...]

[Seite 112]

[...]

2. NGOs haben die Möglichkeit, die Ärmsten und am meisten Benachteiligten zu erreichen und als Stimme für diese nicht ausreichend Gehörten zu fungieren.

3. NGOs versorgen die EU mit Expertise.

4. NGOs können von der EU finanzierte Projekte verwalten, überwachen und auswerten.

5. Europäische NGOs leisten durch die Ermunterung nationaler NGOs, miteinander zu kooperieren, einen wichtigen Beitrag zur europäischen Integration und für die Formierung einer europäischen öffentlichen Meinung.


Göhring, Rebekka 2004 (i.E.): Interest Representation and Civil Society Formation, in: Warleigh, A./Fairbrass, J. (Hrsg.), Integrating Interests in the European Union: The New Politics of Persuasion, Advocacy and Influence.

Kommission 2000: Diskussionspapier. Ausbau der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Kommission und Nichtregierungsorganisationen, COM (2000) 11, 18.
Januar 2000,
http://europa.eu.int/comm/secretariat_general/sgc/ong/docs/communication_de.pdf,
aufgerufen am: 05.01.2005.

Anmerkungen

Nicht kenntlich gemachte Übernahme einer Rezeption eines Diskussionspapiers der Europäischen Kommission von Smismans (2005) inkl. einiger zuvor gemachter Ausführungen.

Man beachte insbesondere, dass die Verf.in in ihrem Literaturverzeichnis das Kommissionspapier falsch mit "KOM (2000) 11, 18" bezeichnet, da sie wohl nicht erkannt hat, dass beim Literaturnachweis in der Quelle – siehe auch dessen Scan"18." semantisch zu "Januar 2000" gehört. Korrekt wird es auf Deutsch mit "KOM(2000) 11 endgültig" bezeichnet, vgl. [120].
(Nebenbei bemerkt ist auch der Literaturnachweis bei Smismans inkorrekt, da er offensichtlich eine englischsprachige Version des Papiers wörtlich zitiert, dessen Titel aber auf Deutsch angibt und der URL auch zu einer deutschsprachigen Version führt, vgl. [121].)

Abgesehen vom Literaturverzeichnis wird der Titel Kommission (2000) in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.

Da Smismans sowohl zwei Absätze zuvor auf der Vorseite als auch im folgenden Absatz auf dieser Seite angeführt wird, Wertung als Bauernopfer.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[84.] Dcl/Fragment 086 30

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 30-33
Quelle: Smismans 2005
Seite(n): 112, Zeilen: 12 ff.
[Die Kommission deklarierte es als Reaktion auf den Wandel der Europäischen Union insgesamt, die „nicht mehr nur danach beurteilt [wird], ob sie Handelsschranken abbauen oder den Binnenmarkt vollenden kann, [sondern] ihre Legitimität nur aus Teilhabe und Einbindung beziehen [kann].“ (Kommission 2001a: 14).] Die Europäische Kommission betont hier explizit den Zusammenhang zwischen der Einbeziehung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Legitimation europäischen Regierens, indem sie dem Dialog mit der Zivilgesellschaft einen besonderen Stellenwert zumisst:
[„Das alte lineare Modell, bei dem die Politik von oben herab verkündet wird, muss durch einen circulus virtuosus ersetzt werden, einen Spiralprozess, der - von der Gestaltung bis zur Durchführung der Politik - auf Rückkoppelung, Netzwerken und Partizipation auf allen Ebenen beruht.“ (Kommission 2001a: 14)]

Europäische Kommission, 2001a: Europäisches Regieren. Ein Weißbuch. Brüssel: KOM (2001) 428 endgültig.

Der Zusammenhang zwischen der Einbindung der Zivilgesellschaft und der Legitimation europäischen Regierens wird darüber hinaus im Weißbuch der Kommission zum Europäischen Regieren betont (Kommission 2001). [...] Dem Dialog mit der Zivilgesellschaft wird im Weißbuch ein besonderer Stellenwert zugemessen.

Kommission 2001: Europäisches Regieren – Ein Weißbuch der Kommission, COM (2001) 428, 25. Juli 2001, http://europa.eu.int/eur-lex/de/com/cnc/2001/ com2001_0428de01.pdf [sic], aufgerufen am: 05.01.2005.

Anmerkungen

Smismans (2005) wird am Ende des vorigen Absatzes als Quelle genannt, für diese Aussage jedoch nicht.

Die in eckige Klammern gesetzten Sätze dienen zur Kontextualisierung der Übernahme und werden nicht als Plagiat gewertet.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Verweis auf das Originaldokument, nicht als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[85.] Dcl/Fragment 088 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 88, Zeilen: 9-16
Quelle: Smismans 2005
Seite(n): 113, 114, Zeilen: 113: 17 ff.; 114: 4 f., 102
In der Folge des Weißbuches leitete die Kommission Maßnahmen zum einen zur Verbesserung der Transparenz von Konsultationsstrukturen und zum anderen zur Formulierung von Mindeststandards für Konsultationen ein. Es wurde die Datenbank CONNECS [sic] eingerichtet (Consultation, the European Commission and Civil Society), die einen Überblick über Beratungsstrukturen der Gemeinschaft und eine Auswahl von auf europäischer Ebene aktiven Nichtregierungsorganisationen enthält. Darüber hinaus etablierte die Kommission das Online-Portal „Your Voice in Europe“ (Kommission 2007b) mit einem Zugang zu Konsultationen über Grün- und Weißbücher.

Europäische Kommission, 2007b: Ihre Stimme in Europa. URL: http://ec.europa.eu/yourvoice/index_de.htm, 03.12.2008

[Seite 113]

In der Folge hat die Kommission zwei Maßnahmenbündel zur verbesserten Einbindung zivilgesellschaftlicher Organisationen ergriffen, die im Diskussionspapier 2000 und im Weißbuch konzipiert worden waren: Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz von Konsultationsstrukturen zum einen und zur Formulierung von (nicht-bindenden) Minimalstandards für Konsultationen zum anderen. Vor diesem Hintergrund wurde auf dem EUROPA Server [sic] die Datenbank CONECCS (Consultation, the European Commission and Civil Society) eingerichtet, die einen Überblick über die Beratungsstrukturen der Gemeinschaft und eine (unvollständige) Liste von auf europäischer Ebene aktiven NGOs bereithält.

[Seite 114]

Breiter angelegt ist der von der Kommission eingerichtete Online-Zugang zu Konsultationen über Grün- oder Weißbücher Your Voice in Europe.18


18 http://europa.eu.int/yourvoice/index_en.htm

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Smismans (2005) wird im vorigen Absatz genannt, daher Wertung als Bauernopfer.

Das Akronym "CONECCS" überträgt die Verf.in fehlerhaft. Im letzten Satz ersetzt sie lediglich die Fußnote durch eine Literaturreferenz und hierbei den angegebenen durch einen damals aktuellen URL.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Verweis auf das Originaldokument, nicht als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[86.] Dcl/Fragment 090 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 90, Zeilen: 2-5, 23-31
Quelle: Thalmaier 2006
Seite(n): 8, 10, Zeilen: 8: 32 ff., 37 ff.; 10: 12 ff., 19 ff.
Als Antwort darauf beschlossen die Staats- und Regierungschefs im Juni 2005 eine „Phase der Reflexion“ bis Mitte 2006, in der in den Mitgliedstaaten eine umfassende Debatte über die Zukunft Europas geführt werden sollte.

[...]

[In diesem Zusammenhang wurde ein Maßnahmekatalog entwickelt, der in den Jahren 2005 und 2006 umgesetzt werden sollte.] Die Präsenz der Kommissare in den nationalen Parlamenten durch die Teilnahme an Plenartagungen, Besuche der Kommissare in den Mitgliedstaaten, die Einrichtung europäischer runder Tische für Demokratie mit Vertretern der Zivilgesellschaft, die verstärkte Unterstützung von europäischen Bürgerprojekten, die Förderung der Transparenz von Ratssitzungen und die Förderung von Vorhaben zur Steigerung der Wahlbeteiligung gehörten zu den darin benannten Maßnahmen. Diese zielten zwar nicht unmittelbar auf die Partizipation der Bürger am europäischen Entscheidungsprozess, jedoch auf die Entwicklung einer europäischen Öffentlichkeit als Voraussetzung für die demokratische Legitimation der Europäischen Union.

[Seite 10]

Als Antwort auf die ablehnenden Voten in Frankreich und den Niederlanden zum Verfassungsvertrag haben sich die Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel im Juni 2005 für eine „Phase der Reflexion“ bis Mitte 2006 ausgesprochen, in der in den Mitgliedstaaten eine umfassende öffentliche Debatte über die Zukunft der Europäischen Union geführt werden soll. [...] Darüber hinaus schlägt die Kommission eine Reihe von Maßnahmen auf europäischer Ebene vor, wie insbesondere die regelmäßige Präsenz der Kommissare in den nationalen Parlamenten, möglichst viele Besuche der Kommissare in den Mitgliedstaaten, die Einrichtung eines Europäischen Rundes Tisches für Demokratie, die Unterstützung von europäischen Bürgerprojekten, die Förderung der Transparenz von Ratssitzungen, die Einrichtung eines Netzwerkes von „Europäischen Goodwill-Botschaftern“ aus Kultur, Wirtschaft, Sport sowie die Förderung von Vorhaben zur Steigerung der Wahlbeteiligung.

[Seite 8]

Um die Unterstützung der Bevölkerung für das europäische Projekt zurück zu gewinnen, ist eine Verbesserung des Inhalts europäischer Politik allein nicht ausreichend, vielmehr müssen auch deren Strukturen geändert werden. [...] Zudem fehlt es in ausreichendem Maße an einer politischen Öffentlichkeit als Vermittlungs- und Kontrollinstanz, die auf mittelbarem Wege ebenfalls der Partizipation der Bürger am europäischen Entscheidungssystem dienen kann.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Bei dem Punkt "Einrichtung europäischer runder Tische für Demokratie" nimmt die Verf.in eine geringfügige Ergänzung vor. Der letzte Halbsatz löst sich etwas stärker von der Quelle.

Der in eckige Klammern gesetzte Satz wird konservativ nicht als Plagiat gewertet.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 16)

Anmerkung: Das Gremium wertet hier lediglich die Zeilen 23-31 als plagiiert (ebd.), d.h. die Ausführungen ab "Die Präsenz der Kommissare".

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[87.] Dcl/Fragment 091 26

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 91, Zeilen: 26-30
Quelle: Europäische Kommission 2007a
Seite(n): 13, 18, Zeilen: 13: 8 ff.; 18: 10 ff.
Es wurde eine neue Internetstrategie zur Unterstützung von Netzen der Zivilgesellschaft und Internetangeboten, die sich mit EU-Themen beschäftigen und die Debatte über EU-Politikfragen beleben, und eine neue audiovisuelle Strategie zur Unterstützung von europaweiten Kooperationen von Rundfunksendern vorbereitet (Kommission 2006b).

Europäische Kommission, 2006b: Weißbuch über eine europäische Kommunikationspolitik. Brüssel: KOM (2006) 35 endgültig.

[Seite 13]

Die Kommission möchte den Aufbau eines Netzes aus Websites der Zivilgesellschaft sowie des privaten und öffentlichen Sektors unterstützen, die den Kontakt mit oder zwischen den europäischen Bürgern fördern, und Websites unterstützen, die sich besonders europäischen Themen widmen und die Debatte über EU-Politikfragen beleben.

[Seite 18]

Die Kommission wird darüber hinaus in den kommenden Monaten:

– eine neue Internet-Strategie zur Unterstützung von Netzen der Zivilgesellschaft und EU-fokussierten privaten und öffentlichen Websites, die Kontakte mit oder zwischen den Bürgern Europas fördern, verabschieden;

– eine neue audiovisuelle Strategie zur Unterstützung von europaweiten Netzen von Rundfunksendern im Hinblick auf die Produktion und Ausstrahlung von Programmen zu EU-Themen verabschieden;

[...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle (aus der drei Sätze weiter, im ersten Satz der folgenden Seite 92, abermals übernommen wird, siehe Fragment 092 01 (keine Wertung)).

In Kommission (2006b) finden sich die Ausführungen der Verf.in so nicht, vgl. [122].


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Verweis auf das Originaldokument, lediglich Zitierfehler" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[88.] Dcl/Fragment 093 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 93, Zeilen: 1-4
Quelle: Europäische Kommission 2006
Seite(n): 12, Zeilen: 39 ff.
Das Arbeitsprogramm bekennt sich zur operationellen Partnerschaft mit den Behörden auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene sowie der Zivilgesellschaft in den Mitgliedstaaten und den anderen wichtigen Akteuren einschließlich der Medien für eine bessere Vermittlung Europas in allen Politikbereichen. Die Kommission bemüht sich weiterhin um eine operationelle und erfolgreiche Partnerschaft mit den Behörden auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene sowie der Zivilgesellschaft in den Mitgliedstaaten und den anderen wichtigen Akteuren einschließlich der Medien.
Anmerkungen

Die Quelle wird zwar (im vorhergehenden Absatz auf der Vorseite) genannt, die Übernahme von 24 aufeinanderfolgenden Wörtern jedoch nicht kenntlich gemacht.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Verweis auf das Originaldokument, unproblematisch" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 1 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 16)

Fußnote des Gremiums zur Quelle Europäische Kommission (2006): "Die Quelle wird erst 30 Zeilen nach der wörtlichen und nicht als Zitat kenntlichgemachten Textübernahme erwähnt." (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht sind Fundstellen der Kategorie 1 "eindeutig als Plagiate im engeren Sinne zu bezeichnen, d.h. wörtliche Übernahmen von Textpassagen ohne Kenntlichmachung und ohne Angabe der Originalquelle." (ebd., S. 6) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[89.] Dcl/Fragment 093 04

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 93, Zeilen: 4-16, 30-33
Quelle: Europäische Kommission 2007b
Seite(n): 5, 8, 15, 54, Zeilen: 5: 27 f.; 8: 11 ff.; 15: 33 ff.; 54: 2 ff.
[Das Arbeitsprogramm bekennt sich zur operationellen Partnerschaft mit den Behörden auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene sowie der Zivilgesellschaft in den Mitgliedstaaten und den anderen wichtigen Akteuren einschließlich der Medien für eine bessere Vermittlung Europas in allen Politikbereichen.] Zu den festgelegten Prioritäten der Europäischen Kommission für die Kommunikation mit den europäischen Bürgern gehörten der EU-Reformvertrag, die Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung, der Energie- und Klimawandel, die Rolle Europas in der Welt, der Klimawandel [sic], die Verbesserung der Rechtsetzung, Fragen von Migration und Integration, das Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 und die EU-Mittelverteilung. Die Kommission setzte sich mit ihrem Arbeitsprogramm das Ziel, die Kommunikation stärker auf die lokale Ebene auszurichten und auf verschiedene Zielgruppen, Sektoren und Länder abzustimmen und dabei sowohl umfassende Informationen zu bieten, als auch einen Dialog zu verschiedenen europapolitischen Themen mit den Bürgern Europas zu führen. Für den Ratifizierungsprozesses des Lissabonner Vertrages wurden eine Verstärkung der Kommunikationsanstrengungen und die Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden vorgesehen. [...]

[...] Die beiden wichtigsten Vorhaben waren in diesem Zusammenhang die Erstellung eines Registers der Interessenvertreter und die Sicherstellung der vollständigen Transparenz im Hinblick auf die Endempfänger von EU-Fördermitteln (Kommission 2006g).


Europäische Kommission, 2006g: Eine neue transparente europäische Kohäsionspolitik. Brüssel: inforegio panorama Dezember 2006, Nr. 21.

[Seite 54 [Anhang 4]]

Die Kommission hat sich bereit erklärt, die nachstehenden Themen als organübergreifende Kommunikationsprioritäten zu behandeln:

Organübergreifende Kommunikationsprioritäten für 2008

    • Reformvertrag
    • Energie und Klimawandel
    • Europäisches Jahr des interkulturellen Dialogs

Geplante Kommunikationsprioritäten für 2008

    • Reformvertrag
    • Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung und Verbesserung der     Rechtsetzung [sic]
    • Energie und Klimawandel
    • Migration
    • Rolle der EU auf internationaler Ebene
    • Haushaltsüberprüfung
    • [...]

[Seite 5]

Migration und soziale Integration sind zentrale Herausforderungen des 21. Jahrhunderts [...].

[Seite 15]

Gleichzeitig muss die Kommunikation „lokalisiert“ erfolgen und die Kommission wird ihre Bemühungen fortsetzen, ihre Botschaften auf verschiedene Zielgruppen, Sektoren und Länder abzustimmen.

Im Anschluss an den erfolgreichen Abschluss der Regierungskonferenz für einen neuen EU-Vertrag werden die Kommunikationsanstrengungen, die während des Ratifizierungsprozesses in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden noch verstärkt werden, darauf ausgerichtet sein, sowohl umfassende Informationen zu bieten als auch einen steten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern Europas zu führen.

[Die Kommunikationsprioritäten für 2008 werden in Anhang 4 aufgeführt.]

[Seite 8]

Im Rahmen der Durchführung der „Europäischen Transparenzinitiative“ wird die Kommission 2008 die Erstellung des Registers der Interessenvertreter einleiten und die Arbeiten zur Sicherstellung der vollständigen Transparenz im Hinblick auf die Endempfänger der EU-Mittel fortsetzen.

Anmerkungen

Die (eigentliche) Quelle des weitaus größten Teils des Textes wird nicht genannt:

  • Die Ausführungen im ersten Absatz von S. 93 beziehen sich auf das im letzten Absatz von S. 92 angeführte Legislativ- und Arbeitsprogramm 2007 der Europäischen Kommission. Dort finden sich die Inhalte der ersten drei Sätze des Fragments – den in eckige Klammern gesetzten Satz ganz oben, der hingegen großteils wörtlich aus jener Quelle übernommen wurde (siehe Fragment 093 01), hierbei nicht mitgezählt – jedoch zumindest in dieser Form nicht (dennoch ist in dem Legislativ- und Arbeitsprogramm 2007 z. B. auf S. 4 wortnäher von "'Europas Rolle in der Welt'" die Rede).
  • In Kommission (2006g) finden sich die Ausführungen der Verf.in im unteren Satz des Fragments ebenfalls so nicht, vgl. [123]. Insbesondere ist dort nicht von der Erstellung eines Registers der Interessenvertreter die Rede.

Die eigentliche Quelle dieser Ausführungen wird in der vorliegenden Arbeit erstmals und – abgesehen vom Literaturverzeichnis – einmalig auf S. 95 als Kommission (2007o) angeführt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Verweis auf das Originaldokument, unproblematisch" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[90.] Dcl/Fragment 093 19

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 93, Zeilen: 19-23
Quelle: Piotrowska 2006
Seite(n): 12, Zeilen: li. Sp. 5 ff.
Aus der Erkenntnis heraus, dass Bürger und Organisationen der Zivilgesellschaft sich der Rolle der Gemeinschaft bei der Finanzierung von Programmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Verstärkung der internen Kohäsion in ihren Regionen oftmals nur unzureichend bewusst sind, initiierte die Europäische Kommission die „Europäische Transparenzinitiative“ (Kommission 2006g).

Europäische Kommission, 2006g: Eine neue transparente europäische Kohäsionspolitik. Brüssel: inforegio panorama Dezember 2006, Nr. 21.

Die Erfahrung zeigt, dass sich die Bürger der Rolle der Gemeinschaft bei der Finanzierung von Programmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Verstärkung der internen Kohäsion in ihren Regionen oftmals nur unzureichend bewusst sind.
Anmerkungen

Die Quelle wird genannt, aber die Übernahme von 32 aufeinanderfolgenden Wörtern nicht kenntlich gemacht.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Vorwurf nicht nachvollziehbar, Quelle ist genannt" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlage, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[91.] Dcl/Fragment 095 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 95, Zeilen: 1-5
Quelle: Europäische Kommission 2008
Seite(n): 10, 11, Zeilen: 10: 35 ff.; 11: 1 ff.
Weitere Kommunikationsprioritäten sind die Themen: Zukunft Europas für die Bürger, Energie- und Klimaschutz, nachhaltiges Wachstum, Beschäftigung, Solidarität und der Rückblick auf 20 Jahre demokratischen Wandels in Mittel- und Osteuropa, um die Beziehungen der Europäer untereinander und ihre gemeinsamen Werte wie Demokratie, Freiheit und Solidarität hervorzuheben (Kommission 2007e).

Europäische Kommission, 2007e: Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen. Partnerschaft für die Kommunikation über Europa. Brüssel: KOM (2007) 568 endgültig.

[Seite 10]

Die Koordinierung mit dem Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten wird auch für die Vermittlung der Fortschritte beim Energie-/Klimaschutz-Paket im Hinblick auf die Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 sowie für den Rückblick auf 20 Jahre demokratischen Wandels in Mittel- und Osteuropa von entscheidender Bedeutung sein. Unter diesem allgemeinen Motto wird sich die Kommission den Feiern zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs sowie zum fünften Jahrestag der Erweiterung 2004 widmen, um die Beziehungen der Europäer untereinander und ihre gemeinsamen Werte wie Demokratie, Freiheit und Solidarität hervorzuheben.

Angesichts der Maßnahmen der EU zur Bewältigung der Finanzkrise und ihrer Folgen in der gesamten Wirtschaft wird auch die Vermittlung des partnerschaftlichen Ansatzes in Bezug auf nachhaltiges Wachstum, Arbeitsplätze und Solidarität eine wichtige Priorität für alle drei Organe sein.

[Seite 11]

Die weiteren Kommunikationsprioritäten der Kommission konzentrieren sich auf die Erläuterung des Mehrwerts, den die EU in Bereichen vermittelt, die den Bürgern immer wichtiger werden, nämlich Sicherheit im Allgemeinen und die Notwendigkeit einer stärkeren Stellung Europas in der Welt.

Organübergreifende Kommunikationsprioritäten für 2009
• [...]
• Energie und Klimawandel
• 20 Jahre demokratischer Wandel in Mittel- und Osteuropa
• Nachhaltiges Wachstum, Arbeitsplätze und Solidarität
Weitere geplante Kommunikationsprioritäten für 2009
• Bürgernahes Europa der Zukunft
• [...]
Anmerkungen

In der von der Verf.in angegebenen Quelle finden sich die Ausführungen so nicht, vgl. [124]. Unklar bleibt, warum sie hier nicht ihre tatsächliche Quelle nennt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Zitierfehler (falsches Jahr des Kommissionsberichts genannt) der vom Gremium nicht als Mangel bewertet wird." (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[92.] Dcl/Fragment 098 29

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 98, Zeilen: 29-32
Quelle: Nanz Steffek 2005
Seite(n): 86, 87, Zeilen: 86: letzte Zeile; 87: 1 f.
In der Literatur wird der Europäischen Kommission daher insgesamt eine klare Tendenz ihres politischen Handelns in Richtung erweiterter Partizipationsmöglichkeiten zugesprochen (Schramm 1995; Magnette 2001; Armstrong 2001).

Armstrong, Kenneth A., 2001: Civil Society and the White Paper - Bridging or Jumping the Gaps? Jean Monnet Working Paper No. 6/01: New York University School of Law.

Magnette, Paul, 2001: European Governance and Civic Participation. Can the European Union be politicised? Jean Monnet Working Paper No. 6/01: New York University School of Law.

Schramm, Jürgen, [sic] 1995: The Role of Non-governmental Organisations [sic] in the new European Order: [sic] Theory - International Relations - Area Report [sic]. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.

[Seite 86]

Insgesamt wurde der EU eine klare Tendenz in

[Seite 87]

Richtung erweiterter Partizipationsmöglichkeiten zugesprochen (Schramm 1995; Magnette 2001; Armstrong 2001).


Armstrong, Kenneth 2001: Civil Society and the White Paper — Bridging or Jumping the Gaps? The Jean Monnet Working Paper, 6, 1, 1-11 (http://www.jeanmonnetprogram. org/papers/01/011601.html [sic]).

Magnette, Paul 2001: European Governance and Civic Participation. Can the European Union be politicised? Jean Monnet Working Paper, 6, 1, 1-15  Im Internet siehe: (http://www.jeanmonnetprogram.org/papers/01/010601. html [sic]).

Schramm, Jürgen [sic] 1995: The Role of Non-governmental Organisations [sic] in the new European Order: [sic] Theory — International Relations — Area Report [sic], Baden-Baden: Nomos.

Anmerkungen

Übernahme eines nicht ganz trivialen Inhalts mitsamt drei Referenzen; da die Quelle im nächsten Satz (und Absatz) auf der Folgeseite – als "Nanz und Steffens (2005)" – genannt wird, Wertung als Bauernopfer.

Dieselben drei angeführten Titel werden als Beleg einer in gewisser Weise ähnlichen Aussage auf S. 30 der betrachteten Arbeit verwendet, siehe Fragment 030 09. In diesem Zusammenhang ist bzgl. der bibliografischen Angaben anzumerken, dass

  • die Beiträge von Armstrong (2001) und Magnette (2001) im Rahmen des Symposiums "Mountain or Molehill? A Critical Appraisal of the Commission White Paper on Governance" entstanden sind, vgl. [125] u. [126] bzw. [127]. Inkonsistent ist, dass die Verf.in bei diesen beiden Titeln als Erscheinungsort die NYU School of Law nennt, die Titel Joerges u. a. (2001) und Scharpf (2001) in ihrem Literaturverzeichnis aber so angibt:
Joerges, Christian u.a. (Hrsg.), 2001: Mountain or Molehill? A Critical Appraisal of the Commission White Paper on Governance. Florence: Robert Schumann [sic] Centre for Advanced Studies, European University Institute.
Scharpf, Fritz W., 2001: European Governance: Common Concerns vs. the Challenge of Diversity. In: Joerges, Christian / Mény, Yves / Weiler, Joseph H.H. (Hrsg.): Symposium: Responses to the European Commission’s White Paper on Governance. [sic] Florence.
  • Schramm lediglich der Herausgeber und nicht der Verfasser der 1995 erschienenen Konferenzschrift ist, deren Titel The role of Non-Governmental Organizations in the new European Order. Theory – International Relations – Area Reports lautet [128] (wobei es sich bei Theory – International Relations – Area Reports um den Untertitel des Werkes handelt, was durch den vorhergehenden Doppelpunkt nicht adäquat kenntlich gemacht wird, da Letzterer so als Teil des Titels ausgewiesen wird).

Da es sich bei Armstrong (2001), Magnette (2001) und Schramm (1995) um englischsprachige Titel handelt, können sich die wörtlichen Übereinstimmungen dort nicht in derselben sprachlichen Form finden. Die drei Referenzen werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der vorliegenden Dissertation nur an dieser Stelle und auf der o. g. S. 30 erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie B ["Nennung der Quelle im unmittelbaren Zusammenhang, aber ohne Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle nicht eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht bewertet das Gremium Fundstellen der Kategorie 2 B als "mangelhaftes wissenschaftliches Arbeiten" (ebd., S. 5).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[93.] Dcl/Fragment 100 18

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 100, Zeilen: 18-24
Quelle: Smismans 2005
Seite(n): 119, Zeilen: 14 ff.
[Dabei besteht die Zivilgesellschaft im Verständnis der Kommission weniger aus nationalen und lokalen Vereinigungen, [sic] als vielmehr aus europäischen Konföderationen, die inklusiv gestaltet sind und mit denen sie direkte Beziehungen auf europäischer Ebene etablieren kann (Jachtenfuchs / Kohler-Koch 2004; Smismans 2005).]

In der Literatur wird dazu konstatiert, dass die Kommission mit der Einführung des Konzepts der Zivilgesellschaft der politischen Debatte über Demokratie in der EU eine neue Ausrichtung gegeben hat, indem sie in Ergänzung zur repräsentativen Demokratie Elemente partizipativer Demokratie einführte, die vorgeben, dass die Möglichkeit für alle von einer Maßnahme Betroffenen eingeräumt wird, sich am Entscheidungsfindungsprozess zu beteiligen, um damit eine zusätzliche Legitimationsressource zu generieren (Zürn 1996; Abromeit 1998; Decker 2000; Kielmannsegg [sic] 2003; Nanz / Steffek 2005; Kersting 2008).


Abromeit, Heidrun, 1998: Democracy in Europe. Legitimizing [sic] Politics in a Non-State Polity, Oxford: [sic] Berghan [sic] Books.

Decker, Frank, 2000: Demokratie und Demokratisierung jenseits des Nationalstaates: Das Beispiel der Europäischen Union. In: Zeitschrift für Politikwissenschaft 10, S. 585 - 629.

[Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2004: Governance and Institutional Development. In: Wiener, Antje / Diez, Thomas (Hrsg.): European Integration Theory. Oxford: Oxford University Press, S. 97 - 115.]

Kersting, Norbert, 2008: Innovative Partizipation: Legitimation, Machtkontrolle und Transformation. Eine Einführung. In: Kersting, Norbert (Hrsg.): Politische Beteiligung. Einführung in dialogorientierte Instrumente politischer und gesellschaftlicher Partizipation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage, S. 11 - 39.

Kielmansegg, Peter Graf, 2003: Integration und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 49 - 76.

Nanz, Patrizia / Steffek, Jens, 2005: Legitimation durch Deliberation? Die Rolle der Zivilgesellschaft in der supranationalen Politik. In: Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft. Konzepte, Akteure, Strategien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 79 - 102.

[Smismans, Stijn, 2005: Europäische Institutionen und Zivilgesellschaft: Diskurse und Interessen. In: Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft. Konzepte, Akteure, Strategien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 105 - 128.]

Zürn, Peter, [sic] 1996: Über den Staat und die Demokratie im europäischen Mehrebenensystem. In: Politische Vierteljahreszeitschrift [sic] 37. Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, S. 27 - 55.

Mit der Einführung des Konzepts der Zivilgesellschaft haben Kommission und WSA der politischen Debatte über die Demokratie in der EU eine neue Form gegeben. Der Diskurs führt Elemente partizipativer Demokratie ein, worunter die Möglichkeit für alle von einer Maßnahme Betroffenen verstanden wird, sich am Entscheidungsfindungsprozess zu beteiligen. [...] Mit dem Bezug auf die partizipative Demokratie (als zusätzliche Legitimationsressource) wurden Kommission und WSA, beides nicht-gewählte Körperschaften, weniger abhängig vom Europäischen Parlament (EP) als Quelle demokratischer Legitimation.
Anmerkungen

Statt ihrer tatsächlichen Quelle Smismans (2005) führt die Verf.in hier sechs andere Titel an – was schwer verständlich ist.

3 der 6 Referenzen – Abromeit (1998), Decker (2000) und Zürn (1996) – sind anscheinend der Quelle Kielmansegg (2003) entnommen, siehe Fragment 100 18a (keine Wertung). Zu den bibliografischen Angaben lässt sich feststellen:

  • Der Titel des 1998 bei Berghahn Books in New York und Oxford erschienenen Werkes von Abromeit lautet Democracy in Europe. Legitimising Politics in a Non-State Polity. [129] Der Fehler im Untertitel findet sich ebenfalls bei Kielmansegg.
  • Der Autor von Zürn (1996) heißt mit Vornamen Michael und nicht Peter. [130] Auch dieser Fehler findet sich bei Kielmansegg. Erschienen ist der Aufsatz in der Politischen Vierteljahresschrift.

In der Quelle steht "WSA" für Wirtschafts- und Sozialausschuss. Der in eckige Klammern gesetzte Satz ganz oben dient lediglich der Kontextualisierung der Übernahme und wird nicht als Plagiat gewertet (siehe jedoch Fragment 100 14 (keine Wertung)).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit geringfügigen Textübernahme aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[94.] Dcl/Fragment 100 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 100, Zeilen: 26-31
Quelle: Wallace 2003
Seite(n): 266, Zeilen: 5 ff.
Die Kommission leidet an einem strukturellen Problem, weil sie notwendigerweise weit entfernt von den konkreten Problemen und Vorgängen vor Ort arbeitet. Dies gibt ihr zwar einerseits die Freiheit, innovativ und idealistisch zu sein und eine objektive Betrachtungsweise einzunehmen, andererseits ist ihre Glaubwürdigkeit durch einen Mangel an Verantwortlichkeit auch angreifbar (Wallace / Young 1997; Wallace 2003).

Wallace, Helen / Young, Alasdair R. (Hrsg.), 1997: Participation and Policy-making in the European Union. Oxford: Oxford University Press. [sic]

Wallace, Helen, 2003: Die Dynamik des EU - Institutionengefüges. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Opladen: Verlag für Sozialwissenschaften, [sic] 2. Auflage, S. 255 - 285.

Hier jedoch leidet die Kommission an einem strukturellen Problem: Sie arbeitet notwendigerweise weit entfernt von den konkreten Problemen und Vorgängen vor Ort. Dieser Umstand gibt ihr in manchen Fällen zwar die Freiheit [sic] innovativ und sogar idealistisch zu sein und durch ihre Abgehobenheit kann sie Angelegenheiten häufig relativ objektiv betrachten (Wallace/Young 1997; Young/Wallace 2000), die Glaubwürdigkeit der Kommission ist gerade wegen dieses „Mangels an Verantwortlichkeit“ aber auch immer angreifbar.

Wallace, Helen/Young, Alasdair R. (Hrsg.) 1997: Participation and Policy-Making in the European Union, Oxford.

Young, Alasdair R./Wallace, Helen 2000: Regulatory Politics in the Enlarging European Union, Manchester.

Anmerkungen

Zwar wird Wallace (2003) als eine Quelle genannt, die Referenz Wallace / Young (1997) hier jedoch übernommen; anscheinend wird lediglich sehr wortnah aus Wallace (2003) referiert. Insbsd. werden auch 11 aufeinanderfolgende Wörter nicht als Zitat kenntlich gemacht. Da es sich bei Wallace / Young (1997) um einen englischsprachigen Titel handelt, können sich die wörtlichen Übereinstimmungen dort nicht in derselben sprachlichen Form finden.

Bzgl. der bibliografischen Angaben ist anzumerken, dass

  • der 1997 von Wallace / Young herausgegebene Sammelband bei Clarendon Press [131] und
  • der 2003 von Jachtenfuchs / Kohler-Koch herausgegebene Sammelband entweder bei Leske + Budrich in Opladen [132] oder im VS Verlag für Sozialwissenschaften in Wiesbaden [133] erschienen ist.

Wallace / Young werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der vorliegenden Arbeit sonst nur an Stellen genannt, an denen ein Verdacht auf willkürliche Referenzierung naheliegt, siehe Fragment 030 01 (keine Wertung), Fragment 030 09 und Fragment 072 09 (keine Wertung).


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[95.] Dcl/Fragment 101 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 1-5
Quelle: Börzel 2006
Seite(n): 84, Zeilen: 2 ff.
Aufgrund ihrer begrenzten Ressourcen ist die Kommission daher auf die Zusammenarbeit mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren angewiesen, die sie mit den für die Formulierung effektiver, fachlich fundierter politischer Strategien und Handlungskonzepte notwendigen Informationen und dem Sachverstand versorgen, um aus einem Wissensmehrwert einen politischen Wettbewerbsvorteil zu erlangen (Börzel 2006).

Börzel, Tanja A., 2006: European Governance - nicht neu, aber anders. In: Schuppert, Gunnar Folke (Hrsg.): Governance-Forschung. Vergewisserung über Stand und Entwicklungslinien, Schriften zur Governance Forschung [sic], Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 2. Auflage, S. 72 - 94.

Vor allem die Kommission ist aufgrund ihrer begrenzten Ressourcen auf die Zusammenarbeit mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren angewiesen, die sie mit den für die Formulierung effektiver Politiken notwendigen Informationen und Sachverstand versorgen.
Anmerkungen

Die Quelle wird genannt, jedoch 17 aufeinanderfolgende Wörter ohne Kenntlichmachung übernommen.

Im Literaturverzeichnis der untersuchten Arbeit fehlt bei Börzel (2006) bzgl. der Schriftenreihe die Angabe, dass es sich um deren Band 1 handelt. [134]


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 16)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[96.] Dcl/Fragment 101 06

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 6-9
Quelle: Wallace 2003
Seite(n): 266, Zeilen: 29 ff.
Auf der anderen Seite zeigt die zunehmende Tätigkeit von Lobbyisten in Brüssel, wie wichtig es für eine Vielzahl von Interessengruppen geworden ist, dass die Europäische Kommission ihre Interessen berücksichtigt und diese in ihre politischen Handlungsvorschläge einarbeitet (Mazey / Richardson 1992). Die Zunahme der Tätigkeit von Lobbyisten in Brüssel zeigt, wie wichtig es für eine Vielzahl von Interessengruppen geworden ist, dass sich die Kommission ihre Sichtweise zu eigen macht und Vorschläge unterbreitet, die auf diese Interessen Rücksicht nehmen. In manchen Fällen finden Interessengruppen sogar einfacher Gehör bei der Kommission in Brüssel als in den Hauptstädten der Mitgliedstaaten (Mazey/Richardson 1992).

Mazey, Sonia/Richardson, Jeremy 1992: Lobbying in the European Community, Oxford.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Der Titel Mazey / Richardson (1992) – der in der gesamten untersuchten Arbeit lediglich an dieser Stelle erwähnt wird – wird auch im Literaturverzeichnis nicht aufgelöst; dort finden sich lediglich Mazey / Richardson (2001), die einzig auf S. 41 angeführt werden (siehe Fragment 041 05).

Selbst falls die Verf.in nur übersehen haben sollte, Mazey / Richardson (1992) in ihr Literaturverzeichnis aufzunehmen, handelt es sich hierbei um einen englischsprachigen Text, in dem sich die wörtlichen Übereinstimmungen mit Wallace (2003) nicht in derselben sprachlichen Form finden können. Dasselbe gilt für den Fall, dass sie hier tatsächlich Mazey / Richardson (2001) gemeint haben sollte.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[97.] Dcl/Fragment 101 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 28-31
Quelle: Wallace 2003
Seite(n): 280, 281, Zeilen: 280: 33 ff.; 281: 1 ff.
In diesem Zusammenhang zeigt sich im Strategiewandel der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft auch das Konzept der Subsidiarität, das mit einer tendenziellen Renationalisierung verbunden ist, die mit der Reduzierung der Reichweite des gemeinschaftlichen Regierens begründet wird (Smismans 2005).

Smismans, Stijn, 2005: Europäische Institutionen und Zivilgesellschaft: Diskurse und Interessen. In: Knodt, Michèle / Finke, Barbara (Hrsg.): Europäische Zivilgesellschaft. Konzepte, Akteure, Strategien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 105 - 128.

[Seite 280]

Die EU-Politik konnte nun von den ökonomisch und sozial Benachteiligten dafür verantwortlich gemacht werden, Gewinner und Verlierer zu produzieren, auch wenn vielleicht die Kausalbeziehung zwischen beidem nur als schwach angesehen werden kann. So gewann das Konzept der Subsidiarität,

[Seite 281]

von manchen auch als Renationalisierung bezeichnet, in den 1990er Jahren gerade als ein Argument für die Reduzierung der Reichweite des gemeinschaftlichen Regierens an Glaubwürdigkeit.

Anmerkungen

Wallace (2003), die im nächsten (Satz und) Absatz auf der Folgeseite angeführt wird, dient hier der Verf.in als Vorlage. Erklärungsbedürftig ist, warum sie statt dessen Smismans (2005) nennt.

Bei Letzterem findet sich der referenzierte Sachverhalt so nicht. Der Begriff "Renationalisierung" kommt bei ihm gar nicht, "Subsidiarität" nur auf S. 120 vor, wo es heißt:

"Auch der Ausschuss der Regionen (AdR) tritt im Hinblick auf die Zivilgesellschaft und den zivilen Dialog kaum hervor. Zusammengesetzt aus Repräsentanten von regionalen und lokalen Gebietskörperschaften nutzt der AdR eher die Diskurse über Subsidiarität und Bürgernähe (COR 2001a, COR 2001b), um die Bedeutung von intermediären Organisationen zu betonen."




Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[98.] Dcl/Fragment 102 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 102, Zeilen: 28-32
Quelle: Börzel 2006
Seite(n): 89, Zeilen: 9 ff.
Dabei wird allerdings kaum in Betracht gezogen, dass neue Formen flexibler, weicher und partizipativer politischer Steuerung eher zu einer Ausweitung transgouvernementaler Netzwerke führen, nicht zuletzt deshalb, weil es häufig an der kritischen Masse europapolitisch interessierter und engagierter regionaler, lokaler und zivilgesellschaftlicher Akteure mangelt (Jachtenfuchs / Kohler-Koch 2004: 112 - 113).

Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate, 2004: Governance and Institutional Development. In: Wiener, Antje / Diez, Thomas (Hrsg.): European Integration Theory. Oxford: Oxford University Press, S. 97 - 115.

Auch wenn nach dem Beitritt aufgrund der größeren Heterogenität der Mitgliedsstaaten der Bedarf an flexibler, weicher Steuerung zugenommen hat, führt dies eher zu einer Ausweitung transgouvernementaler Netzwerke, nicht zuletzt deshalb, weil es häufig an der kritischen Masse regionaler, kommunaler und zivilgesellschaftlicher Akteure mangelt (Jachtenfuchs und Kohler-Koch 2004: 112-113).

Jachtenfuchs, Markus, und Beate Kohler-Koch 2004. Governance and Institutional Development. In European Integration Theory, hrsg. von Antje Wiener und Thomas Diez, Oxford, 97-115.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die lediglich drei Absätze zuvor erwähnt wird.

Da es sich bei Jachtenfuchs / Kohler-Koch (2004) um einen englischsprachigen Text handelt, können sich die wörtlichen Übereinstimmungen dort naturgemäß nicht in derselben sprachlichen Form finden. Von einer "kritischen Masse [...] regionaler [...] und zivilgesellschaftlicher Akteure" ist auf S. 112 f. aber auch im englischen Wortlaut nicht die Rede. Daher übernimmt die Verf.in an dieser Stelle eine Rezeption Börzels (2006), die sie durch einige Adjektive anreichert.

Jachtenfuchs / Kohler-Koch (2004) werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit nur noch einmal auf S. 100 genannt, siehe Fragment 100 14 (keine Wertung). Deren dortige Referenzierung erschließt sich nicht ohne Weiteres. Insofern stellt sich die Frage, ob die Verf.in diesen Aufsatz tatsächlich rezipiert hat.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 16)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] / Kategorie 5 ["Übernahme von Zitaten und/oder Literaturverweisen ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 16)

Anmerkung des Gremiums: "Literatur einschl. Seitenzahl der an der Stelle nicht zitierten Quelle wird mit übernommen" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.) "Überdies bekräftigt die Häufigkeit der Kategorie 5 (27 Fundstellen) im Zusammenhang mit Kategorie 1 oder 3 die Überzeugung des Prüfgremiums, dass Teile der zitierten Literatur nicht von der Verfasserin eigenständig bearbeitet wurden." (ebd.)



[99.] Dcl/Fragment 107 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 107, Zeilen: 9-11
Quelle: Jahn 2006
Seite(n): 328, Zeilen: 18 ff.
Diese Herangehensweise der Fallauswahl orientiert sich am Konzept des „crucial case“ nach Harry Eckstein (1975: 118-123), das beinhaltet, dass es Fälle gibt, die eine Aussage „am wahrscheinlichsten“ (most likely) und „am unwahrscheinlichsten“ (least likely) bestätigen.

Eckstein, Harry, 1975: Case Study and Theory in Political Science. In: Greenstein, Fred / Nelson, Polsby [sic] (Hrsg.): The [sic] Handbook of Political Science, Reading, Massachussetts: [sic] Addison-Wesley, S. 79 - 138 [sic].

Eckstein (1975: 118-123) schlägt in seiner Betrachtung der crucial case studies [sic] die Untersuchung anhand von "am wahrscheinlichsten" (most likely) und "am unwahrscheinlichsten" (least likely) Fällen [sic] vor. Unter least likely cases versteht man Fälle, die sich am schwierigsten mittels einer Theorie bestätigen lassen.

Eckstein, Harry 1975: Case Study and Theory of [sic] Political Science, in: Greenstein, Fred I./Polsby, Nelson W. (Hg.), Handbook of Political Science. Reading, MA: [sic] Addison-Wesley, 79-137.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird am Ende des nächsten Absatzes genannt, daher Wertung als Bauernopfer.

Weiterhin ist anzumerken, dass

  • die Verf.in entgegen dem bibliografischen Standard analog zu ihrer Quelle unterschlägt, dass die Abhandlung Ecksteins (1975) im Strategies of inquiry betitelten 7. Band des von Greenstein / Polsby herausgegebenen Handbook of political science erschienen ist (und dieses außer in Reading, Mass. noch an weiteren Orten verlegt wurde) [135],
  • sie bei der Herausgeberangabe Vor- und Nachnamen von Polsby vertauscht,
  • sie zwar den in der Quelle fehlerhaft wiedergegebenen Titel der Abhandlung Ecksteins korrigiert, aber – im Gegensatz zu Jahn (2006) – deren Seitenumfang unzutreffend angibt, und
  • die Diskussion über "Crucial-Case Studies" im Original bei Eckstein bereits auf S. 113 beginnt.

Eckstein wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der vorliegenden Dissertation ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Gemeinplatz, nicht zweifelsfrei als Paraphrase identifizierbar" (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlagen, S. 16)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 17)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[100.] Dcl/Fragment 116 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 9-14
Quelle: Bürgerstiftung Neukölln 2009
Seite(n): online, Zeilen: –
Initiiert wurde die Bürgerstiftung von einigen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Kirche und Politik und im Jahr 2005 gegründet. Über 100 Gründungsstifter, unter ihnen viele Migranten, haben sich mit finanziellen Beiträgen ab jeweils 500 Euro engagiert. Die Stiftung ist eine Plattform für Menschen, die sich für ihren Bezirk einsetzen möchten. Sie zielt auf die Teilhabe aller Menschen vor Ort an der Gestaltung ihres Lebensumfelds und auf ein respektvolles Miteinander. Initiiert wurde die Bürgerstiftung von einigen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Kirche und Politik in Neukölln. Am 21.11.2005 wurde die Stiftung durch die Senatsverwaltung für Justiz als rechtsfähig anerkannt. 102 Gründungsstifter haben sich mit finanziellen Beiträgen ab jeweils 500 EUR engagiert: [...] Gestiftet haben Einzelpersonen, Unternehmen, Migrantenvereine, Kirchengemeinden, Schul- und Mietergemeinschaften. Die Stiftung möchte eine Plattform für Menschen werden, die sich für ihren Bezirk engagieren. [...]

Die Stiftung zielt auf die Teilhabe aller Menschen vor Ort an der Gestaltung ihres Lebensumfelds und auf ein respektvolles Miteinander.

Anmerkungen

Die Quelle wird am Ende des folgenden Satzes genannt, die Wörtlichkeit der Wiedergabe jedoch nicht kenntlich gemacht.

Im ersten Satz werden 13, im letzten – der fast vollständig kopiert wird – 18 aufeinanderfolgende Wörter übernommen.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Verweis auf das Originaldokument – wird vom Gremium nicht als Mangel bewertet." (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 17)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 17)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[101.] Dcl/Fragment 118 27

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 118, Zeilen: 27-35
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin 2009
Seite(n): online, Zeilen: –
[Quartiersmanagementgebiete werden dort festgelegt, wo sich ökonomische, soziale und städtebauliche Probleme in der Stadtentwicklung überlagern und verstärken.] Es gibt hier Defizite in der Infrastruktur, bei den Wohnungen und im Wohnumfeld. Die Wirtschaft stagniert [auf niedrigem Niveau], bis hin zum Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten. Damit einher geht ein steigender Leerstand an Gewerbe- und Wohnräumen. [Die Bevölkerungsentwicklung ist unausgewogen,] die Arbeitslosigkeit hoch. Es gibt in den betroffenen Gebieten einen hohen Grad an Abhängigkeit von Transfereinkommen. Meist leben in den Gebieten große Anteile von Menschen mit Migrationshintergrund. Auffällig sind Tendenzen der Segregation. Familien, Erwerbstätige und einkommensstärkere Haushalte verlassen diese Stadtteile. Einen besonderen Entwicklungsbedarf gibt es dort, wo mehrere Faktoren der Stadtentwicklung zusammenfallen und sich Probleme überlagern und verstärken:
• Defizite in der Infrastruktur (Wohnungen und Wohnumfeld)
• stagnierende Wirtschaft bis hin zum Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten
• steigender Leerstand an Gewerbe- und Wohnräumen
• hohe Arbeitslosigkeit, hoher Grad an Abhängigkeit von Transfereinkommen wie Sozialhilfe oder Wohngeld
• große Anteile von Menschen mit Migrationshintergrund und Ausländern
• Familien, Erwerbstätige und einkommensstärkere Haushalte ziehen weg (Segregation).
Anmerkungen

Die Verf.in nimmt zwei kleinere Ergänzungen vor; die Quelle wird erst im nächsten Absatz auf der nächsten Seite genannt.

Der in eckige Klammern gesetzte erste Satz wird nicht als Plagiat gewertet.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Verweis auf das Originaldokument – wird vom Gremium nicht als Mangel bewertet" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 17)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 4 ["Paraphrasierung fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 17)

Gemäß zweitem Schlussbericht stellt der Befundtypus der Kategorie 4 "an sich keine Verletzung der Guten Wissenschaftlichen Praxis dar, aber seine Häufigkeit kann ein Anzeichen für die fehlende Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung darstellen." (ebd., S. 4) Hierbei zeige die Verfasserin, dass sie "die Notwendigkeit der Nennung der Quelle bei Paraphrasierungen kennt." (ebd., S. 5)



[102.] Dcl/Fragment 119 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 1-5
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin 2009
Seite(n): online, Zeilen: –
In der Konsequenz nimmt die soziale Ungleichheit zu, es gibt Anzeichen von Verwahrlosung und eine zunehmende Gewaltbereitschaft innerhalb des öffentlichen Raums, die Kriminalität steigt. Das Image dieser Gebiete verschlechtert sich. Die vielfältigen Problemlagen konzentrieren sich in diesen Stadtteilen und führen zu einer insgesamt negativen Entwicklung (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 2009).

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 2009: Quartiersmanagement Berlin. URL: http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Karte-der-Quartiere.3168.0.html, 16.07.2009.

Als Konsequenz nimmt die soziale Ungleichheit zu, es gibt Anzeichen von Verwahrlosung und eine zunehmende Gewaltbereitschaft innerhalb des öffentlichen Raums, die Kriminalität steigt an. Das Image dieser Gebiete verschlechtert sich. Die vielfältigen Problemlagen konzentrieren sich in diesen Stadtteilen und führen zu einer insgesamt negativen Entwicklung.
Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Die Quelle wird genannt, aber die Wörtlichkeit der Wiedergabe nicht kenntlich gemacht.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 1 ["wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 17)

Begründung: "Wörtliche Textübernahme ganzer Sätze, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 17)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 17)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[103.] Dcl/Fragment 119 21

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 21-24
Quelle: Bezirksamt Neukölln von Berlin 2009a
Seite(n): 14, Zeilen: 27 ff.
Damit werden Menschen aus unterschiedlichen Ethnien und Kulturen motiviert, sich selbstbewusst zu engagieren, ihren Sozialraum zu gestalten, aber auch Verantwortung für seine Entwicklung zu übernehmen und sich mit ihrem Wohnumfeld zu identifizieren (Bezirksamt Neukölln 2009b).

Bezirksamt Neukölln von Berlin, 2009b: Integrationspolitik in Neukölln. Berlin-Neukölln: Verwaltung des Bezirksbürgermeisters. Migrationsbeauftragter. URL: http://www.berlin.de/ba-neukoelln/verwaltung/migrationsbeauftragter/integrationpolitik.html, 16.07.2009

Es ist gelungen, Empowerment zu stimulieren und Menschen aus unterschiedlichen Ethnien und Kulturen zu motivieren, ihren Sozialraum zu gestalten, aber auch Verantwortung für seine Entwicklung zu übernehmen. [...] Wir versuchen, aus Bewohnern Nachbarn zu machen, die sich selbstbewusst engagieren und sich mit ihrem Wohnumfeld identifizieren.
Anmerkungen

Die Quelle wird genannt, jedoch die Wörtlichkeit der Wiedergabe nicht kenntlich gemacht.

Zur Quelle selbst siehe die Anmerkung im verlinkten Datensatz.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Verweis auf das Originaldokument –wird vom Gremium nicht als Mangel bewertet" (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 17)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[104.] Dcl/Fragment 136 07

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 136, Zeilen: 7-9, 10-18, 19-20
Quelle: Wikipedia Euronews 2008
Seite(n): online, Zeilen: –
Ein sehr verbreitetes Beteiligungsinstrument ist der Fernsehsender Euronews, den die Europäische Kommission als paneuropäischer [sic] Fernsehsender mit jährlich 5 Millionen Euro fördert. [Euronews sendet auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.] Die Sprachenvielfalt soll in den nächsten Jahren um Hindi, Mandarin, Polnisch und Türkisch erweitert werden. Den Schwerpunkt der Ausstrahlungen bilden europäische und Weltnachrichten, gefolgt von Sport-, Wirtschafts- und Wettermeldungen und diversen Magazinformaten zu Kultur, Wissenschaft und Forschung. Ein Vertrag zwischen der Europäischen Kommission und Euronews regelt die Ausstrahlung EU-relevanter Beiträge in den Mitgliedsstaaten und in den Beitrittskandidatenländern der EU sowie in einigen Drittländern. Der Sender gibt an, dass seine Berichterstattung in politischen, religiösen oder nationalen Themen uneingeschränkt neutral ist (Euronews 2008). [Das Programm wird über Antenne, Kabel, Satellit und Internet übertragen.] Daneben strahlen noch 25 Sender aus 17 Ländern nationale Sendefenster von Euronews aus. [Euronews hat seine weltweite Verbreitung in den letzten 5 Jahren verdoppelt und erreicht heute mehr als 199 Millionen Haushalte und über 34 Mobilfunknetzwerke in 130 Ländern in Europa, dem mittleren Osten, Afrika, Amerika und Asien (Euronews 2008).]

Euronews, 2008: Euronews. The Channel. URL: http://www.euronews.net/de/the-station/. 29.11.2008

[Einleitung]

euronews ist ein paneuropäischer Fernsehsender mit Sitz in Lyon, der seit 1. Januar 1993 mit Schwerpunkt Nachrichten sendet.

[...]

Programmaufbau

Zu jeder vollen und halben Stunde werden Nachrichten ausgestrahlt, gefolgt von Sport- und Wirtschaftsmeldungen. Darauf folgen diverse Magazinformate, wie beispielsweise:

[...]
Science (Wissenschaft)
Futuris (Forschung)
[...]
Le Mag (Kultur)
[...]

[...]

Ergänzt wird das Programm durch Börsenkurse und das Weltwetter kurz vor der halben und das Europawetter vor der vollen Stunde. [...]

Empfang

Der Sender strahlt sein Programm gleichzeitig auf Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch und Arabisch aus und ist nach eigenen Angaben in rund 187 Millionen Haushalten in 119 Ländern zu empfangen. [...] Nach Aussagen der Senderleitung soll in den nächsten Jahren die Sprachenvielfalt um Türkisch, Polnisch, Hindi und Mandarin erweitert werden.[1] Der Sender strahlt sein Programm über Antenne, Kabel, Satellit und Internet via Livestream aus. Daneben strahlen noch 25 Sender aus 17 Ländern nationale Sendefenster von euronews aus, wodurch sich die Zahl der Zuschauer deutlich erhöht.[2]

[...]

Neutralität in der Kritik

Der Sender gibt seine Berichterstattung in politischen, religiösen oder nationalen Themen als neutral an. [...]

Ein Vertrag zwischen Europäischer Kommission und EuroNews sieht die Ausstrahlung EU-relevanter Beiträge in den Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten der EU, sowie in einigen Drittländern vor. Im Gegenzug wird euronews mit jährlich 5 Mio. Euro von der Europäischen Union unterstützt.[4] [...]

[...]

Quellen

1. ↑ FTD: Wie euronews den Durchbruch plant vom 2. November 2007.

2. ↑ http://www.euronews.net/feedback/ge/3Distrib.pdf

4. ↑ http://ec.europa.eu/avservices/about/euronews_en.cfm

Anmerkungen

Unter dem von der Verf.in angegebenen URL findet sich im Internet-Archiv in zeitlicher Approximation nur ein vorwiegend englischer Text, vgl. [136], in dem sich die wörtlichen Übereinstimmungen nicht in derselben sprachlichen Form finden (können). Unabhängig hiervon sind die Inhalte der nicht in eckige Klammern gesetzten Sätze – die in eckige gesetzten werden nicht als Plagiat gewertet – nicht oder nicht in dieser Form auf der archivierten euronews-Webseite enthalten.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

keine Kategorie

Begründung: "Übereinstimmung nicht spezifisch genug –wird vom Gremium nicht als Mangel bewertet." (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 17)

Gemäß erstem Schlussbericht gehört diese Fundstelle zu den 39 Stellen, die "nicht eindeutig im Sinne der Bewertungskategorien zugeordnet werden" konnten (ebd., S. 4) und auf die Bewertung der Dissertation keinen Einfluss hatten.




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Keine Erwähnung im zweiten Bericht; dies bedeutet, dass das Gremium an dieser Stelle keinen eindeutigen Verstoß gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis erkennt.



[105.] Dcl/Fragment 143 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 143, Zeilen: 4-7, 11-15
Quelle: Trenz 2005
Seite(n): 71, 72, Zeilen: 71: 27 ff.; 72: 1 ff., 7 ff.
Zentraler Drehpunkt aller Maßnahmen ist das durch den Europaserver bereit gestellte und ständig ausgeweitete Informations- und interaktive Kommunikationsangebot im Internet, an dessen netzwerkartiger Gestaltung alle EU-Institutionen, vor allem aber die Europäische Kommission, beteiligt sind (Kommission 2007g).

[...] Die Stärke der neuen Medien wird dabei in der Förderung von Interaktivität gesehen, weshalb gerade zivilgesellschaftliche Interaktionsformen in die virtuellen Kommunikationsräume einbezogen werden sollen, um bereits in einem frühen Stadium der Gesetzesinitiative Interventionen interessierter Bürger und Organisationen der Zivilgesellschaft zu ermöglichen (Kommission 2001d).


Europäische Kommission, 2001d: White Paper on European Governance: Report of Working Group on Broadening and Enriching the Public Debate on European Matters. Brüssel: Juni 2001.

Europäische Kommission, 2007 g: Europäische i2010-Initiative zur digitalen Integration. An der Informationsgesellschaft teilhaben. Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen. Brüssel: KOM (2007) 694 endgültig.

[Seite 71]

Drehpunkt aller Maßnahmen ist das durch den Europaserver bereitgestellte und ständig ausgeweitete Informations- und interaktive Kommunikationsangebot im Internet. Der Europaserver folgt in seinem Aufbau keinem Zentralplan und auch keiner hierarchischen Strukturierung, sondern ist selber netzwerkartig aufgebaut. An der Gestaltung der Website Europa beteiligen sich alle EU-Institutionen. [[...] Durch Verknüpfung mit privaten Informationsanbietern und Links zu anderen europaspezifischen Websites soll dieses Informationsnetzwerk noch weiter ausgebaut werden (Kommission 2001d: 20 ff.).]

[...]

[Seite 72]

[...] Die Stärke der Neuen Medien wird in der Förderung von Interaktivität gesehen, weshalb gerade zivilgesellschaftliche Aktionsformen in die virtuellen Kommunikationsräume einbezogen werden sollten (a.a.O.). [...] Die Kommission kündigt an, die Aktualität der Web-Informationen in Zukunft noch weiter zu verbessern, auch über geplante Maßnahmen umfassend zu informieren, um damit eine Intervention interessierter Bürger bereits in einem frühen Stadium der Gesetzesinitiative zu ermöglichen (Kommission 2001c: 28).


Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001c: Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozialausschuss sowie den Ausschuss der Regionen betreffend eines neuen Rahmens für die Zusammenarbeit bei Massenmedien im Bereich der Informations- und Kommunikationspolitik der Europäischen Union. Brüssel, den 27.6.2001. Kom(2001)354 [sic] endgültig.

Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2001d: White Paper on European Governance: Report of Working Group on Broadening and Enriching the Public Debate on European Matters, Brüssel: Juni 2001.

Anmerkungen

Trenz (2005) wird im hier durch Auslassungszeichen ersetzten Satz genannt.

In der von der Verf.in angegebenen Quelle Kommission (2007g), die auch unter [137] veröffentlicht ist, finden sich die wörtlichen Übereinstimmungen nicht.

Da es sich bei der von der Verf.in und Trenz angegebenen Quelle Kommission (2001d) um eine englischsprachige Publikation handelt, können sich diese auch dort nicht finden. Man beachte insbesondere, dass Erstere für den finalen Nebensatz

"um bereits in einem frühen Stadium der Gesetzesinitiative Interventionen interessierter Bürger [...] zu ermöglichen"

als Quelle (ebenfalls) Kommission (2001d) referenziert, während Trenz hierfür eine andere nennt. Von einem englischen Äquivalent eines "frühen Stadium[s] der Gesetzesinitiative" ist in Kommission (2001d) dann auch keine Rede, siehe die archivierte Version unter [138].

Die beiden Titel Kommission (2001d) und Kommission (2007g) werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle angeführt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 17)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 17)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung fremder Texte ohne Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 17)

Gemäß zweitem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie 3 als "Plagiate im weiteren Sinne, d.h. fremdes Gedankengut wird sich angeeignet, ohne dass die Originalquelle angegeben wird." (ebd., S. 7) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd.)



[106.] Dcl/Fragment 143 29

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 143, Zeilen: 29-33
Quelle: Lindner 2005
Seite(n): 414, 415, Zeilen: 414: li. Sp. 39 ff.; 415: li. Sp. 20 ff.
[Die Bandbreite politikrelevanter Nutzungsmöglichkeiten erstreckt sich dabei von Effizienz orientierten [sic] Anwendungen bis hin zu interaktiven Verfahren, die Chancen der Intensivierung politischer Partizipation und Inklusion bieten (Lindner 2005).] Die Eintrittsbarrieren in den „politischen Markt“ und die Transaktionskosten der Informationsübermittlung für Organisationen, Gruppen und Aktivisten der Zivilgesellschaft können durch das Internet gesenkt und damit bessere Bedingungen für kollektives Handeln und pluralistische Interessendurchsetzung geschaffen werden (Abramson 1988; Bimber 1998).

Abramson, Jeffrey B. / Arterton, F. Christopher / Oren [sic], Gary R., 1988: The Electronic Commonwealth: [sic] The Impact of New Media Technologies on Democratic Politics. New York: Basic Books.

Bimber, Bruce, 1998: The Internet and Political Transformation: Populism, Community and Accellerated [sic] Pluralism. In: Polity 31 / I [sic], 133 - 160.

Lindner, Ralf, 2005: Internet und Politik. Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 1 A - M. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 414 - 416.

[Seite 414]

Die Bandbreite politikrelevanter Nutzungsmöglichkeiten erstreckt sich von eher effizienzorientierten Anwendungen bis hin zu interaktiven Verfahren, die neue Chancen der Intensivierung polit. → Partizipation und Inklusion zu bieten versprechen.

[Seite 415]

Durch die deutliche Senkung der Eintrittsbarrieren in den polit. Markt und der Reduktion der → Transaktionskosten für Informationsübermittlung entstünden für Organisationen, Gruppen und Aktivisten verbesserte Bedingungen für kollektives Handeln und pluralistische Interessendurchsetzung (Abramson u.a. 1988, Bimber 1998).


Abramson, J. u.a. 1988: The Electronic Commonwealth. The Impact of Technologies [sic] on Democratic Politics, NY.

Bimber, B. 1998: «The Internet and Political Transformation: Populism, Community and Accellerated [sic] Pluralism», in: Polity 31/1, 133–160.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird lediglich für die mit Lindner (2005) referenzierte Aussage – die ohne Kenntlichmachung fast wörtlich übernommen, jedoch konservativ nicht als Plagiat gewertet wird – genannt.

Der folgende Satz wird – ergänzt um "der Zivilgesellschaft" – mit beiden Referenzen übernommen.

Der dritte Co-Autor von Abramson / Arterton / Orren (1988) heißt Gary R. Orren. [139] Hier korrigiert die Verf.in zwar den in der Quelle unvollständig wiedergegebenen Titel, unterschlägt aber bei der Referenzierung die beiden Co-Autoren Abramsons. Weiterhin ist The Impact of New Media Technologies on Democratic Politics der Untertitel des Werkes, weshalb der vorhergehende Doppelpunkt bei der Verf.in irreführend ist, da sie ihn so als Teil des Titels ausweist.

Im Literaturverzeichnis findet sich bei Bimber (1998) der bereits in der Quelle vorhandene Rechtschreibfehler im Titel wieder. Bei dessen Abhandlung verwendet die Verf.in zudem für die erste Nummer des 31. Jahrgangs der Zeitschrift Polity eine römische Ziffer, was unüblich ist (bei Lindner ähneln sich durch den verwendeten Schrifttyp "1" und "I", siehe [140]).

Die beiden englischsprachigen Titel, bei denen sich die wörtlichen Übereinstimmungen nicht in derselben sprachlichen Form finden können, werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der gesamten untersuchten Dissertation nur an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das erste Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des ersten FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 1 ["wörtliche Übernahme einer geschlossenen Textpassage, zumindest eines ganzen Satzes"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des ersten Schlussberichts mit Anlagen, S. 3 u. 17)

Begründung: "Wörtliche Textübernahme ganzer Sätze, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 17)

Gemäß erstem Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).




Beurteilung durch das zweite Prüfgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des zweiten FU-"Schlussberichts" 2021):

Kategorie 2 ["Wörtliche Übernahme fremder Texte mit Quellennennung"] (PDF-Datei des zweiten Schlussberichts mit Anhängen, S. 18)

Anmerkung: Im Gegensatz zu VroniPlag Wiki wertet das Gremium hier die Zeilen 26-33 als plagiiert (ebd.), d.h. auch den in eckige Klammern gesetzten ersten Satz.

Fußnote des Gremiums zur Quelle Lindner (2005): "Der erste Satz wird fast komplett wörtlich übernommen (mit unmittelbarer Nennung der Quelle, aber ohne Kenntlichmachung als Zitat); der zweite Satz zum größten Teil wörtlich, jedoch nach Nennung der Quelle, die Quelle wird auf der nachfolgenden Seite am Ende des langen ersten Absatzes noch einmal genannt" (ebd.)

Gemäß zweitem Schlussbericht werden Fundstellen der Kategorie 2 "als gravierende Verstöße bewertet, weil die Quelle zwar angegeben, die wörtliche Übernahme jedoch verheimlicht wird." (ebd., S. 6 f.) "In diesen Fällen liegt objektiv eine Täuschung vor." (ebd., S. 7)



[107.] Dcl/Fragment 153 05

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 153, Zeilen: 5-14
Quelle: Winkler Kozeluh 2005
Seite(n): 173, 193, 194, Zeilen: 173: 32 ff.; 193: 7 ff., 30 ff.; 194: 101 ff.
Die Webbasierten [sic] Beteiligungsinstrumente der Europäischen Kommission greifen im Bereich der Problemwahrnehmung, der Vorabschätzung von Handlungsalternativen und von Programmbildungen im Politikzyklus. Der Mehrwert kann hier hauptsächlich in Lerneffekten bei politischen Diskussionen gesehen werden, die im Zuge von Online-Debatten erzielt werden. Dies ist allerdings nur für die Zielgruppen relevant, die für den kommunikativen Austausch in interaktiven deliberativen Kommunikationsräumen interessiert und befähigt sind (Coleman / Gotze [sic] 2001).

Die Frage nach den konkreten Auswirkungen der Online-Diskussionsbeiträge auf die politische Willensbildung in der EU und die konkrete Politikgestaltung der Europäischen Kommission bleibt vielfach offen.


Coleman, Stephen / Gotze [sic], John, 2001: Bowling Together. Online Public Engagement in Policy Deliberation. London: Hansard Society.

[Seite 173]

Dabei haben wir uns auf das von Prittwitz (1994: 57) vorgeschlagene „Policy Cycle“ Modell [sic] gestützt, das zwischen Problemwahrnehmung, Vorabschätzung von Handlungsalternativen, Programmbildung bzw. -entscheidung, Programmvollzug, Wirkungskontrolle und Handlungskorrektur unterscheidet. Insbesondere im Bereich von Problemwahrnehmung, Vorabschätzung von Handlungsalternativen und Programmbildung sind die politischen Online Diskussionen [sic] zwischen BürgerInnen relevant.

[Seite 193]

Besonders bemerkenswert ist, dass ein/e AutorIn direkten Bezug auf die Rolle von Online Diskussionen [sic] nimmt und hierbei v.a. auf Lerneffekte hinweist, die im Zuge von Debatten erzielt werden können. Tatsächlich wird von Proponenten deliberativer Politikansätze, wie etwa Coleman und Gotze [sic] (2001: 12) betont, dass gegenseitiges Lernen eine besondere Stärke deliberativer Kommunikation sei (vgl. Coleman/Gotze [sic] 2001: 12). [...]

[...] Wenngleich diese Befunde nicht repräsentativ sind und nicht für alle DiskutantInnen am „Your Voice in Europe“ Talkboard [sic] sprechen, so lassen sie doch vermuten, dass das Online Forum [sic] zumindest für einige TeilnehmerInnen einen durchaus geeigneten Kommunikationsraum für politische Debatten bietet.

Die Frage nach den konkreten Auswirkungen der Diskussionsbeiträge auf die politische Willensbildung in der EU bleibt jedoch offen und müsste Gegenstand einer eigenen Studie sein. In einem IPM Kommuniqué [sic], in dem die verschiedenen interaktiven Beteiligungsinstrumente vorgestellt werden, heißt es lediglich: [„Your Voice in Europe“ „eröffnet außerdem den Zugang zu [...] ei-

[Seite 194]

nem Online-Diskussionsforum über die Zukunft Europas. Die eingehenden Ideen werden in Vorschläge zur Aktualisierung der EU-Verträge einfließen, mit denen die für 2004 geplante Regierungskonferenz vorbereitet werden soll.“26]


26Siehe „Interaktive Politikgestaltung: Kommission eröffnet Webseite ‚Ihre Stimme in Europa’“ http://europa.eu.int/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/01/1459&format=HTML&aged=1&language=DE&guiLanguage=en, zuletzt aufgerufen am 2. September 2004.


Coleman, Stephen; Gotze [sic], John 2001: Bowling Together. Online Public Engagement in Policy Deliberation, London: Hansard Society.

Prittwitz, Volker von 1994: Politikanalyse, Opladen: Westdeutscher Verlag.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle der Ausführungen, die die Verf.in hier für ihre Zwecke anpasst, wird nicht genannt.

Der Co-Autor von Bowling Together heißt Gøt