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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 14-20
Quelle: Eder 2003
Seite(n): 88, 89, 90, 91, 93, Zeilen: 88: 32 f.; 89: 1 f., 24 ff., 101 ff.; 90: 1 ff.; 91: 31 ff.; 93: 2 ff.
Das Öffentlichkeitsproblem der Europäischen Union besteht nach weitläufiger Meinung darin, dass sich im Raum politischer Kommunikation in Europa bislang kein transnationaler Souverän politischer Kommunikation konstituiert hat, sondern viele kleine lokale, regionale, nationale oder sektoral bestimmte Räume politischer Kommunikation entstanden sind, die sich nur an Gemeinsamkeiten mit konkreten Problemstellungen orientieren und nur teilweise, meist temporäre Koalitionen eingehen (Gerhards 1993; 2000; Rokkan 2000; Eder 2003; Trenz 2003).

Eder, Klaus, 2003: Öffentlichkeit und Demokratie. In: Jachtenfuchs, Markus / Kohler-Koch, Beate (Hrsg.): Europäische Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. Auflage, S. 85 - 120.

Gerhards, Jürgen, 1993: Westeuropäische Integration und die Schwierigkeiten der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 22, S. 96 - 110.

Gerhards, Jürgen, 2000: Europäisierung von Ökonomie und Politik und die Trägheit der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. In: Bach, Maurizio (Hrsg.): Die Europäisierung nationaler Gesellschaften. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 40. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 277 - 305.

Rokkan, Stein, 2000: Staat, Nation und Demokratie in Europa. Die Theorie Stein Rokkans aus seinen gesammelten Werken rekonstruiert und eingeleitet von Peter Flora. Frankfurt / Main: Suhrkamp.

Trenz, Hans-Jörg, 2003: Einführung: Auf der Suche nach einer europäischen Öffentlichkeit. In: Klein, Ansgar / Koopmanns, Ruud / Trenz, Hans-Jörg / Klein, Ludger / Lahusen, Christian / Rucht, Dieter (Hrsg.): Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa. Opladen: Leske + Budrich, S. 161 - 168.

[Seite 88]

Das im transnationalen Raum sich stellende „Öffentlichkeitsproblem“ ist also das der Provinzialisierung politischer Öf-

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fentlichkeit und dem damit verbundenen Funktionsverlust politischer Öffentlichkeit.5

[...]

Das Öffentlichkeitsproblem der Europäischen Union besteht darin, dass sich im Raum politischer Kommunikation in Europa bislang kein Souverän politischer Kommunikation konstituiert hat. In diesem Raum politischer Kommunikation existieren viele kleine Souveräne. Dieses Bild entspricht in eigentümlicher Weise dem historischen Bild von Europa als eines Systems der Vielstaaterei (Rokkan 2000). Es gibt viele Räume politischer Kommunikation in Europa. Das Problem ist die Koordination dieser kommunikativen


5 Diese Beschreibung stellt den dominierenden Basiskonsens der Öffentlichkeitspessimisten dar. Vgl. dazu besonders die Arbeiten von Gerhards (1993, 2000).

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Räume, um die Kommunikation vieler kleiner Souveräne (also nationaler Wahlvölker) in eine einen transnationalen Souverän konstituierende Form politischer Kommunikation zu überführen.

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[...]

Der Normalzustand populärer Öffentlichkeit ist der einer Diversität lokaler, regionaler und sektoraler Stimmen, die zu einer gemeinsamen Öffentlichen Meinung über die Konstruktion einer öffentlichen Meinung gelangt. [...]

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[...]

Es geht vielmehr um immer wieder herzustellende Gemeinsamkeiten, die an konkreten Problemen anknüpfen und Koalitionen hervorrufen, die kurz darauf wieder widerrufen werden.


Gerhards, Jürgen 1993: Westeuropäische Integration und die Schwierigkeiten der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit, in: Zeitschrift für Soziologie 22, 96-110.

Gerhards, Jürgen 2000: Europäisierung von Ökonomie und Politik und die Trägheit der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit, in: Bach, Maurizio (Hrsg.): Die Europäisierung nationaler Gesellschaften (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 40), Opladen, 277-305.

Rokkan, Stein 2000: Staat, Nation und Demokratie in Europa (herausgegeben von Peter Flora), Frankfurt/Main.

Anmerkungen

Neben Eder (2003) nennt die Verf.in noch vier weitere Referenzen. Anscheinend setzt sie ihren Satz aber ausschließlich aus Bruchstücken der Ausführungen Eders zusammen. 11 aufeinanderfolgende Wörter werden hierbei ohne Kenntlichmachung übernommen; auch drei von dessen Referenzen finden sich bei ihr wieder (Gerhards (1993 und 2000) wird auch bei Trenz (2003) angeführt, Rokkan (2000) jedoch nicht).

Insbsd. die Nennung Rokkans scheint fragwürdig, da dieser in der Quelle nur einmalig und hierbei für eine Aussage referenziert wird, die nicht im Zusammenhang mit Öffentlichkeit steht. Rokkan starb zudem bereits im Sommer 1979 [1], d. h. mehr als 12 Jahre vor Gründung der EU und wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.

Sichter
(Stratumlucidum), WiseWoman
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