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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 26-34
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 24, Zeilen: 22 ff.
Die Typologisierung in verfasste und unverfasste Partizipation geht in eine ähnliche Richtung und orientiert sich am Formalisierungsgrad von Beteiligung. Unter verfasster Beteiligung werden Partizipationsformen verstanden, die durch die Verfassungsordnung oder spezielle gesetzliche Bestimmungen explizit vorgesehen und institutionalisiert sind und damit auch einen größeren Einfluss auf die politische Willensbildung haben, weil sie durch die jeweiligen Administrationen berücksichtigt werden müssen. Je nach konstitutioneller Verankerung gehören dazu Wahlen, Parteimitgliedschaften, Anhörungen, Beiräte, das Petitionsrecht oder Bürger- und Volksentscheide und Referenden. Unverfasste Partizipationsformen umfassen beispielsweise das Engagement bei Protestaktionen, die Mitarbeit in Bürgerinitiativen und [(neuen) sozialen Bewegungen, die Beteiligung an Demonstrationen oder die Mitgliedschaft in bestimmten repräsentativen Interessenvertretungen (Buse / Nelles 1975).]

Buse, Michael / Nelles, Wilfried, 1975: Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch-administrativen Bereich. In: Aleman [sic], Ulrich (Hrsg.): Partizipation, Demokratisierung, Mitbestimmung. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Verfasst – nicht verfasst

Diese Unterscheidung basiert auf dem Niveau der Institutionalisierung, d.h. dem Formalisierungsgrad. Nicht verfasste Partizipationsformen umfassen nach Buse und Nelles (1975) Engagement bei Protestaktionen, in Bürgerinitiativen sowie advokatorische Interessenvertretung durch Stadtteilbeiräte, Interessengruppen/Verbände, Bürgerforen, Gemeindearbeit etc. Verfasste Beteiligung besteht entsprechend der jeweiligen konstitutionellen Verankerung aus Wahlen, Parteimitgliedschaft, Anhörungen, Beiräten, Stadtteilräten, Petitionen, sowie in der Beteiligung an Bürger-/Volksbegehren, Bürger-/Volksentscheiden. Verfassungsmäßig abgesicherte Partizipation besitzt nach Buse und Nelles (1975) stärkeren Einfluss in der politischen Willensbildung. Das größere Schwergewicht verfasster Aktionen liegt in der Notwendigkeit der Berücksichtigung vor allem durch die Administration.


Buse, M.J./Nelles, W.,: Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch-administrativen Bereich. In: Alemann [sic], U. (Hg.) 1975: Partizipation, Demokratisierung, Mitbestimmung. Opladen

Anmerkungen

Kersting (2008) wird am Ende des vorigen Absatzes und für den nach der Referenzierung von Buse / Nelles (1975) folgenden Satz als Referenz genannt.

Der einzige inhaltliche Beitrag der Verf.in im Vgl. zu Kersting ist die Nennung von "Referenden" als eine Form verfasster und Mitarbeit in "(neuen) sozialen Bewegungen" sowie "die Beteiligung an Demonstrationen" als Formen unverfasster Partizipation. Der Begriff "Referendum" kommt so oder in einer abgeleiteten Form bei Buse / Nelles nicht vor.

Auffällig ist, dass die Verf.in ebenso wie ihre Quelle abweichend vom bibliografischen Standard keine Seitenzahl für deren Abhandlung, die sich auf S. 41-111 findet, nennt; im Original lautet diese "Formen und Bedingungen der Partizipation im politisch/administrativen Bereich". Der Originaltitel des Sammelbandes, der von Ulrich von Alemann herausgegeben wurde, lautet "Partizipation – Demokratisierung – Mitbestimmung".

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann
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