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Zusammenfassung

[...]

Der jeweils aktuelle Stand der Analyse und weitere Informationen sind abrufbar auf den Seiten:

Dieser Bericht enthält das Inhaltsverzeichnis der untersuchten Arbeit, eine Zusammenstellung herausragender Fundstellen und Quellen, eine tabellarische Übersichtsdarstellung der Quellen und der plagiierten Passagen, eine Auflistung aller dokumentierten Synopsen mit Plagiatscharakter sowie die bibliographischen Angaben der festgestellten Übernahmequellen.

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Dissertation von Prof. Dr. Dt

Der Barcode drückt den Anteil der Seiten aus, die Fremdtextübernahmen enthalten, nicht den Fremdtextanteil am Fließtext. Je nach Menge des übernommenen Textes werden drei Farben verwendet:

  • schwarz: bis zu 50 % Fremdtextanteil auf der Seite
  • dunkelrot: zwischen 50 % und 75 % Fremdtextanteil auf der Seite
  • hellrot: über 75 % Fremdtextanteil auf der Seite

Weiße Seiten wurden entweder noch nicht untersucht oder es wurde nichts gefunden. Blaue Seiten umfassen Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis, Vakatseiten und evtl. Anhänge, die in die Berechnung nicht einbezogen werden.

Der Barcode stellt den momentanen Bearbeitungsstand dar. Er gibt nicht das endgültige Ergebnis der Untersuchung wieder, da Untersuchungen im VroniPlag Wiki stets für jeden zur Bearbeitung offen bleiben, und somit kein Endergebnis existiert.

104 Seiten mit Plagiatstext

Seiten mit weniger als 50% Plagiatstext

47 Seiten: 002 005 007 015 021 031 033 039 042 045 046 049 052 057 058 059 061 062 072 073 075 079 081 083 084 091 093 096 098 105 106 110 111 112 115 116 119 121 122 128 134 140 141 142 143 160 161

Seiten mit 50%-75% Plagiatstext

21 Seiten: 003 018 020 028 029 030 043 054 055 060 063 065 066 074 078 085 094 104 114 133 138

Seiten mit mehr als 75% Plagiatstext

36 Seiten: 008 009 010 011 012 013 014 016 019 022 023 024 025 026 027 034 035 036 037 038 040 041 044 047 048 050 051 053 064 070 076 077 080 103 136 137

Kapitelübersicht

  • Als Untersuchungsvorlage diente die online verfügbare PDF-Version der Arbeit.
  • Im Inhaltsverzeichns sind für mehrere Kapitel Anfangsseiten angegeben, die von der Seitennummerierung im Haupttext um eine Seite abweichen.
  • Die Unterkapitel 2.2.2.5.2.1 bis 2.2.2.5.2.3 (S. 59-66) fehlen im Inhaltsverzeichnis und wurden nachfolgend ergänzt.
  • Die Dissertation enthält zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind. Die folgende Übersicht bildet das Inhaltsverzeichnis der Arbeit ab. Bisher (Stand der Analyse: XXX) als betroffen festgestellte Kapitel, die sich teilweise als vollständig oder nahezu vollständig übernommen erwiesen haben, wurden entsprechend markiert – siehe Klammervermerke –, alle betroffenen Seiten zu den jeweiligen Synopsen verlinkt:
  • 1 Einleitung [1]  2, 3, 5
  • 2 Raum7 – [vollständig]
  • 2.1 Raumkognition [7]  8
  • 2.1.1 Raumerfahrung  8, 9, 10 – [nahezu vollständig (exkl. Anfangszitat + 1 Satz)]
  • 2.1.2 Eigenschaften des Raumes  10, 11, 12, 13 – [nahezu vollständig (exkl. 2 Sätze)]
  • 2.1.3 Raumkonzepte  13, 14 – [nahezu vollständig (exkl. 2 Sätze)]
  • 2.1.4 Objekteigenschaften  14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21
  • 2.1.5 Vielfalt und Flexibilität der Raumkognition  22, 23, 24, 25 – [nahezu vollständig (exkl. 2 Sätze, 1 Zitat und 2 Abb.)]
  • 2.1.5.1 Mentale Rotationen  26 – [vollständig]
  • 2.1.5.2 Blickpunkte bei der Raumkognition  26, 27
  • 2.1.5.3 Lokalisationsvarianten  27, 28, 29, 30, 31
  • 2.2 Raumkommunikation  33, 34
  • 2.2.1 Raumreferenz  34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46 – [S. 34-41 Text vollständig]
  • 2.2.2 Die lokalen Präpositionen als Konzept-Relationen [46]  47 – [größtenteils (exkl. erste 3 Sätze)]
  • 2.2.2.1 Zum Sprachstand der Präpositionen  47, 48 – [vollständig]
  • 2.2.2.2 Der Bestand an lokalen Präpositionen im Deutschen  48
  • 2.2.2.3 Das Konzept der Objektregionen [Erweiterung im Text:] - als Verhältnis von Raumkognition und Sprache  49, 50, 51, 52 – [vollständig]
  • 2.2.2.4 Grundbegrifflichkeit und Ziele der Beschreibung der lokalen Präpositionen  52, 53, 54, 55
  • 2.2.2.5 Zuordnung zu topologischen und dimensionalen Regionen [55]
  • 2.2.2.5.1 Zuordnung zu Innenraum55, 56, 57, 58, 59
  • 2.2.2.5.2 Zuordnung zum Außenraum [59]
  • 2.2.2.5.2.1 Zuordnung zum ganzen BO  59, 60, 61
  • 2.2.2.5.2.2 Zuordnung zum Rand  62
  • 2.2.2.5.2.3 Zuordnung zu dimensionalen Teilräumen, die über Koordinatenachsen definiert sind  63, 64, 65
  • 2.2.2.5.3 Wegsegmentbezogenes Lokalisieren  66, 70
  • 2.2.3 Kontextspezifische Belegung der Raumkommunikation  72, 73
  • 2.2.3.1 Quaestio-Ansatz  74
  • 2.2.3.1.1 Situationsvorgaben  75, 76, 77
  • 2.2.3.1.2 Konzeptdomänen  78, 79
  • 2.2.3.1.3 Beschreibungsinstrumentarium  80, 81, 83
  • 2.2.3.1.4 Sprachliche Form  84, 85
  • 3 Datenbasis der vorliegenden Untersuchung [88]
  • 3.1 Textkorpus und Aufgabenstellung [88]
  • 3.2 Schwerpunkte der Vergleichsarbeit [89]
  • 3.3 Schreiben von Phantasiegeschichten [90]  91
  • 4 Die Untersuchung93, 94
  • 4.1 Rahmen für die Analyse [94]
  • 4.1.1 Die Quaestio im Textkorpus  94
  • 4.1.1.1 Referentielle Besetzung und Bewegung in der Raumdomäne  96 – [größtenteils (exkl. 2 Sätze)]
  • 4.1.2 Das Schule-Schema  96, 98, 102
  • 4.2 Lokalisationssequenzen  103
  • 4.3 Vielfalt der referentiellen Besetzung in den Lokalisationssequenzen  104, 105, 106
  • 4.4 Lokalisieren zu topologischen Regionen – zu der Innen- und Außenregion [108]
  • 4.4.1 Wissen über die Objekte und referenzielle Besetzung in rl und ra/e [108]
  • 4.4.2 Befunde für den Umgang mit dem BO  110, 111, 112, 114, 115, 116
  • 4.4.3 Varietät des Ausdrucks nach steigender kognitiv-sprachlichen Leistung [116]  119
  • 4.5 Lokalisieren zu dimensionalen Regionen – zu der hinteren und vorderen Region [120]
  • 4.5.1 Referenzielle Besetzung in rl und ra/e [120]
  • 4.5.2 Wissen über das BO und LO und deren Konzeptualisieren [121]
  • 4.5.2.1 Tafel  121, 122
  • 4.5.2.2 Vamperl [125]
  • 4.5.3 Befunde für den Umgang mit dem BO [126]  128, 133, 134, 136, 137, 138
  • 4.5.4 Varietät des Ausdrucks nach steigender kognitiv-sprachlichen Leistung [139]  140, 141, 142, 143
  • 4.5.5 Fehler und Konzept [144]
  • 4.6 Raumreferenz im Textkorpus [146]
  • 4.6.1 Verben [146]
  • 4.6.1.1 Verbbasen [146]
  • 4.6.1.2 Verbpräfixe [147]
  • 4.6.2 Adverbien [149]
  • 4.6.3 Präpositionen [150]
  • 5 Vom Geschriebenen zum Gemeinten – sprachliche Mittel für Raumreferenz und kognitiver Hintergrund [153]
  • 5.1 Kommunikative Aufgabe und Konzept [153]
  • 5.2 Varietät des Ausdrucks in Bezug auf ein und denselben Sachverhalt und kognitiv-sprachliche Leistung beim Lokalisieren [156]
  • 5.3 Sprachfehler und Konsequenzen für den Schreibunterricht [158]  160
  • 5.4 Überlegungen im Hinblick auf den Sprachproduktionsprozess  160, 161
  • 6 Literaturverzeichnis [162].

Herausragende Fundstellen

Herausragende Quellen

  • Quantitativ fallen die Monografien von Becker (1994) sowie von Herrmann und Schweizer (1998) mit 29 bzw. 27 Fragmenten besonders auf.
  • Becker wird in der Arbeit nur dreimal (S. 17, 39, 44) referenziert, dient aber als Quelle für 29 teils ausgedehnte Übernahmen auf ebensovielen Seiten.
  • Von den 25 bisher festgestellten Übernahmequellen werden 6 in der Arbeit nirgends genannt.

Andere Beobachtungen

  • In der PDF-Version der Arbeit fehlen die Seiten 6, 87, 152 und 162.
  • Die Arbeit enthält 45 Abbildungen und 6 Tabellen, aber weder ein Abbildungs- noch ein Tabellenverzeichnis.
  • Die Verfasserin schreibt vor Beginn des Haupttextes in ihrer "Danksagung" (unpag. Seite) u.a.:
    "Zu Dank verpflichtet für die Möglichkeit [sic] diese Arbeit an der Universität Rostock zu realisieren [sic] fühle ich mich der Landesgraduiertenförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für die finanzielle Förderung für den Zeitraum von fünf Semestern."
  • Das 1993 beschlossene "Gesetz zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses im Land Mecklenburg-Vorpommern" (Landesgraduiertenförderungsgesetz) (PDF) enthält u.a. folgende Aussagen und Bestimmungen:
  • § 1 Zweck der Förderung
    „Zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses werden nach Maßgabe dieses Gesetzes und der im Landeshaushaltsplan für diesen Zweck bereitgestellten Mittel Stipendien und Sachkostenzuschüsse (Förderungsleistungen) an besonders qualifizierte wissenschaftliche und künstlerische Nachwuchskräfte gewährt.“
  • § 2 Förderung von Promotionen
    „Ein Stipendium zur Vorbereitung auf die Promotion kann erhalten, wer
    1. ein Hochschulstudium abgeschlossen hat, das die Zulassung zur Promotion ermöglicht,
    2. weit überdurchschnittliche Studien- und Prüfungsleistungen (besondere Qualifikation) nachweist,
    3. ein wissenschaftliches Vorhaben beabsichtigt, das einen wichtigen Beitrag zur Forschung erwarten läßt, sowie
    4. zur Promotion an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern zugelassen ist und dort durch einen Professor oder Hochschuldozenten wissenschaftlich betreut wird.“
  • Lt. Information des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur von Mecklenburg-Vorpommern zur Landesgraduiertenförderung betrug 2007 die "Höhe des Grundstipendiums [...] zur Zeit 818 Euro monatlich" [1]; das Nachfolgegesetz vom 20. November 2008 (PDF), das u.a. eine Anhebung des Grundstipendiums auf 1100 Euro monatlich beinhaltet, ermöglicht in einer Übergangsbestimmung (§ 8) eine Verlängerung vorher bewilligter Stipendien und deren Finanzierung nach dem neuen Gesetz.
  • Die zum Zeitpunkt der Einreichung der Dissertation gültige Promotionsordnung der Universität Rostock für die Philosophische Fakultät vom 7. Juni 2000 (PDF) (auch datierend vom 1. November 2001, s. (PDF, S. 4 ff.)) enthält u.a. folgende Ausführungen und Bestimmungen:
  • § 1 Promotionsrecht
    „(2) Durch die Promotion wird eine über das allgemeine Studienziel hinausgehende Befähigung zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit auf einem der Fachgebiete der Philosophischen Fakultät nachgewiesen.“
  • § 7 Zulassung zur Promotion
    „(2) Dem Antrag sind beizufügen: [...]
    f) eine Versicherung darüber, dass der Kandidat die eingereichte Dissertation selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst, andere als die von ihm angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt und die den benutzten Werken wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht hat,“
  • § 10 Dissertation
    „(1) Die Dissertation soll die Befähigung des Kandidaten zu vertiefter und selbständiger wissenschaftlicher Arbeit nachweisen. Die mit ihr vorgelegten Forschungsergebnisse müssen dem aktuellen Stand des Fachgebietes entsprechen, einen Erkenntniszuwachs ausweisen und die wesentliche internationale Literatur berücksichtigen.“
  • § 23 Entzug des Doktorgrades
    „Der Doktorgrad wird aberkannt, wenn sich herausstellt, dass er durch Täuschung erworben worden ist oder dass wesentliche Voraussetzungen für die Verleihung irrtümlich angenommen worden beziehungsweise nicht mehr gegeben sind. Das mit der Promotion erworbene Recht zur Führung des Titels „Doctor philosophiae“ kann bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen (vgl. § 25 LHG; §§ 48, 49 LVwVfG) entzogen werden. Die Entscheidung darüber trifft der Fakultätsrat mit zwei Drittel der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder.“
  • Die Dritte Satzung zur Änderung der Promotionsordnung der Universität Rostock für die Philosophische Fakultät vom 16. Dezember 2008 (PDF) fasst § 10 Abs. 4 der Promotionsordnung wie folgt neu:
    „Die Ergebnisse der Dissertation sind in einem Abstract zusammenzufassen, der in die Bewertung einbezogen wird.“
  • Zumindest in der PDF-Version der untersuchten Arbeit findet sich kein Abstract-Teil.

Statistik

  • Es sind bislang 141 gesichtete Fragmente dokumentiert, die als Plagiat eingestuft wurden. Bei 94 von diesen handelt es sich um Übernahmen ohne Verweis auf die Quelle („Verschleierungen“ oder „Komplettplagiate“). Bei 47 Fragmenten ist die Quelle zwar angegeben, die Übernahme jedoch nicht ausreichend gekennzeichnet („Bauernopfer“).
  • Die untersuchte Arbeit hat 158 Seiten im Hauptteil. Auf 104 dieser Seiten wurden bislang Plagiate dokumentiert, was einem Anteil von 65.8 % entspricht.
    Die 158 Seiten lassen sich bezüglich des Textanteils, der als Plagiat eingestuft ist, wie folgt einordnen:
Plagiatsanteil Anzahl Seiten
keine Plagiate dokumentiert 54
0 % - 50 % Plagiatsanteil 47
50 % - 75 % Plagiatsanteil 21
75 % - 100 % Plagiatsanteil 36
Ausgehend von dieser Aufstellung lässt sich abschätzen, wieviel Text der untersuchten Arbeit gegenwärtig als plagiiert dokumentiert ist: Es sind, konservativ geschätzt, rund 29 % des Textes im Hauptteil der Arbeit.
  • Da drei Seiten (6, 87, 152) in der (untersuchten PDF-Version der) Arbeit fehlen, reduziert sich der zugrundeliegende Haupttextumfang entsprechend.


Illustration

Folgende Grafik illustriert das Ausmaß und die Verteilung der dokumentierten Fundstellen. Die Farben bezeichnen den diagnostizierten Plagiatstyp:
(grau=Komplettplagiat, rot=Verschleierung, gelb=Bauernopfer)

650px

Die Nichtlesbarkeit des Textes ist aus urheberrechtlichen Gründen beabsichtigt.

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken.


650px

grün = gekennzeichnete wörtliche Zitate (Blockzitate sowie Zitate im Fließtext; ohne Sprachbeispiele), sofern sie nicht als Teil von Plagiatsfragmenten dokumentiert sind

Anmerkung: Die Grafiken repräsentieren den Analysestand vom XXX.

Definition von Plagiatkategorien

Die hier verwendeten Plagiatkategorien basieren auf den Ausarbeitungen von Weber-Wulff / Wohnsdorf (2006): Strategien der Plagiatsbekämpfung. Eine vollständige Beschreibung der Kategorien findet sich im VroniPlag-Wiki. Die Plagiatkategorien sind im Einzelnen:

Übersetzungsplagiat

Ein Übersetzungsplagiat entsteht durch wörtliche Übersetzung aus einem fremdsprachlichen Text. Natürlich lässt hier die Qualität der Übersetzung einen mehr oder weniger großen Interpretationsspielraum. Fremdsprachen lassen sich zudem höchst selten mit mathematischer Präzision übersetzen, so dass jede Übersetzung eine eigene Interpretation darstellt. Zur Abgrenzung zwischen Paraphrase und Kopie bei Übersetzungen gibt es ein Diskussionsforum.

Komplettplagiat

Text, der wörtlich aus einer Quelle ohne Quellenangabe übernommen wurde.

Verschleierung

Text, der erkennbar aus fremder Quelle stammt, jedoch umformuliert und weder als Paraphrase noch als Zitat gekennzeichnet wurde.

Bauernopfer

Text, dessen Quelle ausgewiesen ist, der jedoch ohne Kenntlichmachung einer wörtlichen oder sinngemäßen Übernahme kopiert wurde.

Quellen nach Fragmentart

Die folgende Tabelle schlüsselt alle Fragmente zeilenweise nach Quellen und spaltenweise nach Plagiatskategorien auf.

Nr. Quelle ÜP KP VS BO KW Frag Dubl
1. Becker 1994  1244 29 
2. Denny 1985   2  2 
3. Di Meola 1994   32 5 
4. Ehrich 1989   1  1 
5. Eichinger 1989   93 12 
6. Grabowski 1999   4116 
7. Grießhaber 2006   1  1 
8. Grommes 2005   81 9 
9. Herrmann Schweizer 1998   918 27 
10. Herrmann et al. 1992   11 2 
11. Mikosch 1987   1  1 
12. Moilanen 1979  14  5 
13. Projekt Deutscher Wortschatz 2001    1 1 
14. Tandaschwili 2002    1 1 
15. Vater 1996   64 10 
16. Weiß 2005   843153
17. Weiß et al. 1999   1  1 
18. Wiese 2000    1 1 
19. Wikipedia Schreibtafel 2009  2   2 
20. Wrobel 1997   1113 
21. Wunderlich 1982   6118 
22. Wunderlich 1985    1 1 
23. Wunderlich 1986   2327 
24. Zifonun et al. 1997   12 3 
25. von Stutterheim 1992   113 14 

Fragmentübersicht

141 gesichtete, geschützte Fragmente

FragmentSeiteArbeitZeileArbeitQuelleSeiteQuelleZeileQuelleTypus
Dt/Fragment 002 28228-36Herrmann Schweizer 199824, 2524: 9 ff.; 25: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 003 0131-16Grabowski 19993814 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 003 18318-20, 22-26Weiß 2005123 ff., 31 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 005 34534-39Herrmann Schweizer 19982510 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 007 0272-7Herrmann Schweizer 1998341 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 008 0181-15, 25-35, 101-102Herrmann Schweizer 199813, 14, 16, 1713: letzte Zeile; 14: 1 ff., 35 f.; 16: letzter Absatz; 17: 2 ff., 36 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 009 0292-6Herrmann Schweizer 19981910 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 009 0696 ff. (bis Seitenende)Vater 19961, 21: 15 ff., 33 ff.; 2: 1 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 010 01101-10Vater 1996218 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 010 121012-17, 24-34Wunderlich 19822, 32: 41, 47 ff.; 3: 1 ff., 18 ff, 22 ff., 30 f.Verschleierung
Dt/Fragment 010 171021-23Wunderlich 198621210 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 010 201020-21, 23-24Becker 199457 f., 17 f.Verschleierung
Dt/Fragment 011 01111-21, 24-29Herrmann Schweizer 199817, 1817: letzter Absatz; 18: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 011 221122-23, AbbildungBecker 199413, 1813: 15 f.; 18: AbbildungVerschleierung
Dt/Fragment 012 02122-6, 8-11, 16-19, 25-31, 33-38Wunderlich 19823, 43: 37 ff., 4: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 012 07127-8, 12, 14-16Wunderlich 198621217 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 012 121212-14, 20-24Grabowski 199971, 72, 7571: letzte Zeile; 72: 1 f.; 75: 9 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 012 241224-25, 32-33Becker 1994513 f., 19 f.KomplettPlagiat
Dt/Fragment 013 01131-7, 11-35, 39Wunderlich 19824, 54: vorletzter Absatz; 5: 1 f., 7 ff., 20 ff., vorletzter AbsatzVerschleierung
Dt/Fragment 013 361336-38Herrmann Schweizer 199819letzte zwei SätzeBauernOpfer
Dt/Fragment 014 03143-7Becker 199423 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 014 09149-16, 19-33Herrmann Schweizer 199822, 43, 44, 45, 4622: 21 ff.; 43: 2 ff.; 44: 26 ff.; 45: 1 ff., letzte Zeile; 46: 1, 10 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 015 04154-13Becker 19946, 76: letzter Absatz; 7: 1 f., 5 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 016 02162-5, 24-27, 28-29Becker 19948, 98: letzter Satz; 9: 2 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 016 05165-8, 12-18Grabowski 19996621 ff., 36 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 016 09169-11, 18-23Herrmann Schweizer 199846, 4746: 18 ff., 38 ff.; 47: 16 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 017 01171-6, 14-15, 36-37Becker 19949, 209: 9 ff.; 20: 16 f.BauernOpfer
Dt/Fragment 018 01181-12, 15-16Becker 19942010 f., 17 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 018 201820-25Herrmann Schweizer 199856vorletzter AbsatzBauernOpfer
Dt/Fragment 019 01191-4, 5-36Herrmann Schweizer 199856, 57, 58, 5956: letzter Absatz; 57: 1, 2 ff.; 58: 33, vorletzter und Anfang letzter Absatz, letzte drei Zeilen; 59: 3 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 020 01201-30Herrmann Schweizer 199859, 6059: 29 ff., 41 ff.; 60: 1 f., 17 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 021 152115-19Herrmann Schweizer 19986125 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 022 02222-33, 34-40Herrmann Schweizer 199818, 19, 2018: 40 ff.; 19: 1 ff., 20: 7 ff., 21 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 023 01231-22(22-26)Herrmann Schweizer 199820, 2120: 36 ff.; 21: 1 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 024 01241-28Herrmann Schweizer 199821, 2221: letzter Abatz; 22: 1 ff., letzte 8 ZeilenBauernOpfer
Dt/Fragment 025 01251-17Herrmann Schweizer 199822, 2322: 19 ff., 24 ff.; 23: 1 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 026 01261-27Herrmann Schweizer 199825, 27, 28, 2925: 15 ff.; 27: letzte zwei Zeilen; 28: 1 ff., 18, 20 ff.; 29: 15 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 027 09279 ff. (bis Seitenende)Herrmann Schweizer 199830, 33, 48, 4930: 7 ff.,1 ff.; 33: 21 ff.; 48: 15 ff.; 49: 1 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 028 01281-16,(16-21), 22-27,(27-29), 29-33Herrmann Schweizer 199848, 49, 5048: 15 ff., letzte vier Zeilen; 49: 1 ff., 4 ff.; 50: 2 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 029 03293-10, 19-21Herrmann Schweizer 199850, 5150: letzter Absatz; 51: 1 ff., 12 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 030 01301-10, 11-16Herrmann Schweizer 199851, 52, 5351: 16 ff.; 52: 20 ff.; 53: 15 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 031 143114-22Herrmann Schweizer 19985824 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 033 293329-39Wunderlich 1982719 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 034 01341-26Wunderlich 19827, 87: 1, letzter Absatz; 8: 1, 5 ff., 25 f., 36 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 034 323433-37Weiß 200512, 1312: letzter Absatz; 13: 1-2Verschleierung
Dt/Fragment 035 01351 ff. (komplett)Weiß 200512, 13, 1412: 1 ff., 14 ff., 35 f.; 13: 1 ff.; 14: 1 ff., 13 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 036 01361 ff. (ganze Seite)Weiß 200512, 14, 15, 13312: 15 ff.; 14: 19 ff., letzter Absatz; 15: 1 ff.; 133: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 037 03373-7Becker 199423 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 037 07377-13Weiß 20051323 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 037 143714-28Vater 1996681 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 038 01381-9Vater 19966816 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 038 103810-24Weiß 2005131, 132131: Abb. 46, 11 ff.; 132: 13 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 038 243824-30Becker 1994121 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 039 01391-7Becker 19941, 9, 101: 25 f.; 9: letzter Absatz; 10: 1 f.BauernOpfer
Dt/Fragment 040 01401-3, 4-11Vater 199679, 8079: 3 ff., 14 ff., 27 f.; 80: 1 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 041 01411-22Vater 199680, 8180: 3 ff.; 81: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 041 234123-28Wunderlich 1986213, 214, 215213: letzter Absatz; 214: 1 f., 8, letzter Absatz; 215: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 042 01421-4Wunderlich 19857314 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 043 01431-3, 12-21Wunderlich 1986215, 216215: letzter Absatz; 216: 1 ff., Fußnote 1BauernOpfer
Dt/Fragment 043 284328 ff. (bis Seitenende)Wunderlich 19821022 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 044 01441-12Wunderlich 198210vorvorletzter und letzter AbsatzVerschleierung
Dt/Fragment 044 134413-25Wunderlich 19862179 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 044 264426-28Vater 199673letzter AbsatzVerschleierung
Dt/Fragment 045 01451-4Vater 19966719 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 046 154615-18Becker 199423 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 046 224622-25Ehrich 19891319 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 046 264626-34Vater 199644, 7644: 5 f.; 76: 18 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 047 06476-38Zifonun et al. 19972074, 21052074: 2 ff., 13 f.; 2105: 1-2, 5-8, 8-10, 20-21, 24-31, 32-38BauernOpfer
Dt/Fragment 048 01481-19, 21-30Grießhaber 2006online-Verschleierung
Dt/Fragment 049 224922-35Weiß 200515, 11215: 19 ff.; 112: 2 ff., 24 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 050 01501 ff. (bis Seitenende)Weiß 2005112, 113, 114, 116, 118112: 5 ff.; 113: vorletzter Absatz; 114: 4 ff.; 116: 1 ff.; 118: 15 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 051 01511 ff. (bis Seitenende), 101-105Weiß 2005111, 112, 113, 126, 127111: 2 ff.; 112: letzter Absatz; 113: 1 f., 7 f., 24 ff.; 126: 2 ff., 8 ff., 15 ff., 23 f., 28 ff., Fn. 65; 127: 1 f.BauernOpfer
Dt/Fragment 052 01521-8Weiß 2005111, 126, 127111: 17 ff.; 126: 28 ff.; 127: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 052 115211-18Vater 19966623 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 053 03533-22Becker 19943, 5, 153: 4 ff., 14 ff.; 5: 4 f., 7 f.; 16 ff.; 15: 6 f.Verschleierung
Dt/Fragment 054 01541-5, 7-12, 15-17Becker 199415, 16, 17, 72, 8715: 15 ff.; 16: letzter Absatz; 17: 1, 7; 72: 10; 87: 4 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 055 02552-9, 12-17, 33-35Becker 199418, 21, 24, 6418: 8 ff.; 21: 24 ff.; 24: 5 ff.; 64: 9 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 057 01571-7Becker 199473, 7673: 14 ff., 21 ff.; 76: 20 f.Verschleierung
Dt/Fragment 058 275827-30, 37-39Becker 199465, 6865: 12 ff.; 68: 5 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 059 245924-25, 30-33Becker 19948322 ff., 28 f., 32 f.Verschleierung
Dt/Fragment 060 03603-12, 14-15, 20-23Becker 1994102, 103, 110, 111, 116, 117102: 33 f., 38 f.; 103: 14 f.; 110: 20 f., 25 ff.; 111: 6 f.; 116: letzter Absatz; 117: 1 f.Verschleierung
Dt/Fragment 061 146114-24Becker 199462, 6362: 15 ff., letzter Absatz; 63: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 062 07627-8, 27-28Zifonun et al. 19972117, 2128, 21292117: 2 ff., 26 ff.; 2128: letzte Zeile; 2129: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 062 316231-35Becker 1994986, 11 ff., 20 f.Verschleierung
Dt/Fragment 063 01631-2, 6-7, 9-10, 14-20, 22-23Becker 199421, 87, 88, 106, 11921: 23 f., 26 f.; 87: 36 f.; 88: 8 ff., 15 ff.; 106: 3 ff.; 119: 12 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 064 01641-38Becker 199488, 93, 94, 95, 100, 102, 104, 108, 12988: 17 ff., 24 ff.; 93: 25 ff.; 94: 1 f., 93: letzter Absatz; 95: 22 f.; 100: 27; 102: 11 f., 14 f.; 104: 3 ff., 9 f., 11 f., 19 ff., 101 ff.; 108: 5 f., 24 ff.; 129: 12 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 065 02652-13, 17-30Becker 1994129, 131, 133, 135, 139, 140129: 14 f., 18 ff.; 131: 32 f.; 133: 6 ff.; 135: 7 f.; 139: letzter Absatz; 140: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 066 106610-22Becker 199424, 2524: 1 ff.; 25: 1 ff., 20 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 070 04704-23, 101-103Zifonun et al. 19972087, 20882087: 25 ff., letzter Absatz; 2088: 1 f., 8 ff., letzter AbsatzBauernOpfer
Dt/Fragment 072 207220-23, 25-26, 36-38Weiß 2005112, 118112: 18 ff.; 118: 3 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 073 01731-3Weiß 20051185 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 074 08748-20, 28-31, 35-39Grommes 200562, 63, 6462: 101-104; 63: 12-20.27-28, 101-102, 105-108; 64: 1-4Verschleierung
Dt/Fragment 075 197519-28Grommes 2005644 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 076 02762-15Grommes 200564, 66, 67, 6864: 12-13; 66: Abbildung 1, Z. 9; 67:1, 17-19, 26-30; 68:1-2, 12-14Verschleierung
Dt/Fragment 077 01771-8Grommes 20056413 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 077 08778 ff. (bis Seitenende)von Stutterheim 1992163, 164, 165163: 26 ff., letzte Zeile; 164: 1 f., 12 f., 22 ff.; 165: 26 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 078 147814-38Grommes 200564, 6564: 24-29; 65: 1-16Verschleierung
Dt/Fragment 079 01791-11, 101-102Grommes 20056515 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 080 02802 ff. (bis Seitenende), 101-109Grommes 200571, 7271: 1 ff., 101-106; 72: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 081 01811-4Grommes 20057210 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 083 01831-7von Stutterheim 199216418 ff., letzter SatzVerschleierung
Dt/Fragment 084 158415-29von Stutterheim 199216823 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 085 158515 ff. (bis Seitenende)von Stutterheim 1992168, 169168: vorletzter u. letzter Absatz; 169: 1, 5 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 091 119111-15von Stutterheim 199216418 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 093 239323-30, 36-39von Stutterheim 1992160, 170160: 4 ff., 18 ff.; 170: 21 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 094 06946-10, 16-22von Stutterheim 199216116 ff.; 22 ff., 29, 31 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 094 239423-26Grommes 2005741-3Verschleierung
Dt/Fragment 096 209620-29Herrmann Schweizer 1998160, 161160: 26 ff., 34 ff.; 161: 1 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 098 01981-8Herrmann Schweizer 19981605 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 098 119811-14Herrmann et al. 1992148, 149148: letzte vier Zeilen; 149: 1Verschleierung
Dt/Fragment 103 071037-18von Stutterheim 1992164, 165, 166164: letzter Absatz; 165: 1 ff.; 166: 10 f.Verschleierung
Dt/Fragment 103 1810318-35Herrmann Schweizer 199811, 169, 224, 225, 22611: 3 ff.; 169: 1 f.; 224: 20 ff., 38 f., 40 ff.; 225: 1, 15 ff., 32 ff.; 226: 24 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 104 1510415 ff. (bis Seitenende)von Stutterheim 1992168, 169168: 5 ff., 20, 23 ff., 30 f., 35 f., 39 f.; 169: 1, 5 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 105 15105(112-115) 115-117Di Meola 199438(10-12) 12-13BauernOpfer
Dt/Fragment 105 2710527-31Herrmann Schweizer 199818, 1918: letzte Zeile; 19: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 106 011061-4Becker 1994319 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 110 2011020-25von Stutterheim 1992169letzter AbsatzVerschleierung
Dt/Fragment 111 011111-4Di Meola 19945318 ff., 102 f.Verschleierung
Dt/Fragment 112 031123-7Eichinger 198926616 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 112 081128-10Di Meola 1994664 f.BauernOpfer
Dt/Fragment 114 061146-15, 16-18, 24-31Eichinger 1989316, 334316: 1-9; 334: 10-20, 38-40Verschleierung
Dt/Fragment 115 011151-2, 25-27Eichinger 1989325, 327, 328325: 19-21; 327: 31-32; 328: 1-2Verschleierung
Dt/Fragment 115 1211512-14, 16-18Di Meola 199435, 4135: 13 ff.; 41: 1 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 116 011161-7Eichinger 1989316, 317316: 12-15; 317: 11-14Verschleierung
Dt/Fragment 119 1811918-21Eichinger 198931919-21Verschleierung
Dt/Fragment 121 2212122-25, Abb.Wikipedia Schreibtafel 2009online-KomplettPlagiat
Dt/Fragment 122 031223-6Wikipedia Schreibtafel 2009online-KomplettPlagiat
Dt/Fragment 128 101128101-107Projekt Deutscher Wortschatz 2001online-BauernOpfer
Dt/Fragment 128 2312823-24, 25-28Di Meola 19948722 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 133 031333-11Eichinger 1989225, 226225: 23-31; 226: 15-19Verschleierung
Dt/Fragment 134 011341-14, 32-34, 38-39Eichinger 1989217, 226, 227217: 3 ff., 18 f.; 226: 20 ff.; 227: 1Verschleierung
Dt/Fragment 136 031363-5, 8-14Becker 199419, 2019: 20-23, 35 ff.; 20: 1Verschleierung
Dt/Fragment 136 1413614-16, 22 ff. (bis Seitenende)Eichinger 1989227, 228, 231, 234, 235227: 19 ff., 103-106; 228: 4 ff.; 231: vorletzter Absatz; 234: 1 ff.; 235: 14 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 137 011371-3, 5-6, 10-23, 25-32Eichinger 1989219, 220, 221, 224, 228219: 37-44; 220: 1-2; 221: 2.6-11.12-14.16-17; 224: 20-22; 228: 7 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 138 011381-5, 11-16Eichinger 1989224, 225224: 13-22; 225: 1-3, 7-9Verschleierung
Dt/Fragment 140 2314023-29Becker 19941920-23, 35 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 141 1614116-21, 23-28Eichinger 1989232, 234232: 4 ff., vorletzter Satz; 234: 25 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 142 1914219-36Eichinger 1989229, 230, 231, 234, 235229: letzte drei Zeilen; 230: 27 f.; 231: 5 f., 11 f., 15 f.; 234: 22 ff., 32 f.; 235: 23 ff.BauernOpfer
Dt/Fragment 143 091439-16Becker 19942011 ff.Verschleierung
Dt/Fragment 160 1016010-12, 23-27, 36-39Wrobel 199715, 16, 2215: 21 ff., 35 ff.; 16: 3 ff., 6 ff.; 22: 11 f.Verschleierung
Dt/Fragment 161 011611-5Wrobel 1997166 ff.BauernOpfer

Textfragmente

Anmerkung zur Farbhinterlegung

Die Farbhinterlegung dient ausschließlich der leichteren Orientierung des Lesers im Text. Das Vorliegen einer wörtlichen, abgewandelten oder sinngemäßen Übernahme erschließt sich durch den Text.

Hinweis zur Zeilenzählung

Bei der Angabe einer Fundstelle wird alles, was Text enthält (außer Kopfzeile mit Seitenzahl), als Zeile gezählt, auch Überschriften. In der Regel werden aber Abbildungen, Tabellen, etc. inklusive deren Titel nicht mitgezählt. Die Zeilen der Fußnoten werden allerdings beginnend mit 101 durchnummeriert, z. B. 101 für die erste Fußnote der Seite.

141 gesichtete, geschützte Fragmente
[1.] Dt/Fragment 002 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 2, Zeilen: 28-36
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 24, 25, Zeilen: 24: 9 ff.; 25: 1 ff.
Die vorgeführten Beispiele aus dem Textkorpus exemplifizieren, dass bei einem konstant bleibenden raumbezogenen Input sehr häufig die Raumkonstellation unterschiedlich kogniziert und mental repräsentiert werden und im Weiteren damit verschieden operiert werden kann. Diese Feststellung führt zu der Frage, wovon es denn abhängt, wie Menschen konstante Raumkonstellationen jeweils kognizieren bzw. unter welchen Bedingungen der Mensch auf welche Weise kogniziert und handelt. Gesucht werden also die Bedingungen,unter denen bestimmte Raumkognitionen und bestimmte raumbezogene Äußerungen auftreten und andere nicht. [Seite 24:]

[...]: Wenn der Input unserer Raumwahrnehmung als konstant zu betrachten ist, entsprechen diesem konstanten Input sehr häufig höchst verschiedene Kognitionen. Als konstant bestimmbare Raumkonstellationen werden sehr unterschiedlich kogniziert, sehr unterschiedlich mental repräsentiert, und das menschliche System kann höchst unterschiedlich operieren, wenn es mit äquivalenten räumlichen Umgebungsinformationen konfrontiert ist. [...]

Die bisher getroffenen Feststellungen führen ersichtlich sogleich zu der Frage, wovon es denn abhängt, wie Menschen konstante Raumkonstellationen jeweils kognizieren. Die Psychologen interessieren sich für diskrepante

[Seite 25:]

Erfahrungen der „einen“ Realität, eben weil sie erkennen möchten, unter welchen Bedingungen welche Erfahrungen gemacht werden, unter welchen Bedingungen der Mensch also auf welche Weise kogniziert und handelt. Und dies trifft auch ohne Abstriche für die Psychologie der Raumkognition und auch des Sprechens über Raum zu: Gesucht sind also die Bedingungen, unter denen bestimmte Raumkognitionen und bestimmte raumbezogene Äußerungen auftreten und andere nicht.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[2.] Dt/Fragment 003 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 3, Zeilen: 1-16
Quelle: Grabowski 1999
Seite(n): 38, Zeilen: 14 ff.
[Um die Schwierigkeiten im sprachlichen Umgang der Schüler mit Raum zu untersuchen, sind] zuerst die Voraussetzungen raumbezogener Kommunikation zu klären: Welche sind die Bedingungen, unter denen die Verständigung über räumliche Relationen von Objekten überhaupt funktionieren kann? Hier beziehe ich mich auf Wolfgang Klein (1994: 165), der die folgende Unterteilung macht:
1) Sprecher und Hörer müssen die gleiche allgemeine Raumauffassung, also Vorstellung des Raumes und der charakteristischen Raumrelationen haben, auf die sich die Äußerungen beziehen (Kapitel 2.1).
2) Sprecher und Hörer müssen die Bedeutung der verwendeten Raumausdrücke kennen, d.h. wie Objektrelationen und sprachliche Ausdrücke zusammengehören (Kapitel 2.2).
3) Sprecher und Hörer müssen das in der Äußerung Ausgedrückte mit Kontextinformationen ergänzen – der Sprecher für die Produktion, der Hörer für die Interpretation dieser Äußerung – und in ihren Ergänzungen übereinstimmen, was für die situationsspezifische Belegung der allgemeinen Charakteristika der Raumstruktur notwendig ist (Kapitel 2.3).

Klein, Wolfgang (1994): Keine Känguruhs zur Linken – über die Variabilität von Raumvorstellungen und ihren Ausdruck in der Sprache. In: Kornadt, Hans J.; Grabowski, Joachim; Mangold-Allwin, Roland (Hrsg.): Sprache und Kognition. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 163-182.

3.1.5 Drei Voraussetzungen raumbezogener Kommunikation

Welches sind nun die Voraussetzungen, unter denen die kommunikative Verständigung über räumliche Objektrelationen überhaupt funktionieren kann? Ich folge bei der Strukturierung dieser Fragestellung dem Vorschlag Wolfgang Kleins, der die folgende Unterteilung vornimmt (Klein, 1994, S. 165):

(1) Sprecher und Hörer müssen die gleiche oder zumindest eine hinlänglich ähnliche Vorstellung von dem Bereich haben, auf den sich die verwendeten Äußerungen beziehen. Diese Voraussetzung betrifft die allgemeine Raumauffassung des Menschen, also seine Vorstellung des Raumes und der charakteristischen Raumrelationen.

(2) Sprecher und Hörer müssen die Bedeutung der verwendeten Raumausdrücke kennen, das heißt, sie müssen wissen, in welcher Weise Objektrelationen und sprachliche Ausdrücke assoziiert sind.

(3) Sprecher und Hörer müssen das in der Äußerung explizit Ausgedrückte durch „allerlei Kontextinformationen“ ergänzen - der Sprecher als Voraussetzung der Produktion seiner Äußerung, der Hörer als Voraussetzung der Interpretation dieser Äußerung - und in ihren Ergänzungen übereinstimmen. Diese Kontextinformationen sind zur situationsspezifischen Belegung der allgemeinen Charakteristika der Raumstruktur notwendig.


Klein, W. (1994). Keine Känguruhs zur Linken - Über die Variabilität von Raumvorstellungen und ihren Ausdruck in der Sprache. In H.-J. Kornadt, J. Grabowski & R. Mangold-Allwinn (Hrsg.), Sprache und Kognition (S. 163-182). Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Anmerkungen

Kein Hinweis, dass die Klein-Rezeption keine Eigenleistung der Verfasserin ist, sondern von Grabowski abgeschrieben wurde. Klein 1994 ist online einsehbar.


[3.] Dt/Fragment 003 18

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 3, Zeilen: 18-20, 22-26
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 1, Zeilen: 23 ff., 31 ff.
[Die Zugangsweise zum Untersuchungsgegenstand wird an diese Voraussetzungen gerichtet und sie werden im Kapitel 2 erörtert.] Es geht grundsätzlich darum, dass die Objekte in einer räumlichen Relation zueinander aufgefasst (2.1) werden müssen. [...] Damit überhaupt eine sprachliche Relation zwischen den Objekten mit einer Präposition sprachlich realisiert werden kann, muss ein zu lokalisierendes Objekt (im Weiteren als LO verkürzt) zu einem Bezugsobjekt (bzw. BO) in eine räumliche Beziehung gebracht werden. [Zeile 31 ff.:]

Unabhängig davon, wie man diese Frage genauer spezifiziert, geht es grundsätzlich darum, dass die jeweiligen Objekte in einer räumlichen Relation zueinander aufgefasst werden müssen, wenn eine räumliche Beziehung zwischen ihnen hergestellt werden soll.

[Zeile 23 ff.:]

Damit eine räumliche Relation zwischen Objekten mit einer entsprechenden Präposition überhaupt sprachlich ausgedrückt werden kann, müssen die betreffenden Objekte zunächst einmal in eine räumliche Beziehung zueinander gebracht werden.

Anmerkungen

Aus dem Einleitungkapitel.

Während sich die Verfasserin für ihre programmatischen Ausführungen im Fragment direkt darüber - siehe Fragment 003 01 - noch auf eine Quelle bezieht (wobei sich ihre Klein-Rezeption dann im Vergleich als von Grabowski abgeschrieben erweist), findet sich hier zum explizit Grundsätzlichen kein Hinweis auf eine methodische bzw. Textvorlage.


[4.] Dt/Fragment 005 34

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 5, Zeilen: 34-39
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 25, Zeilen: 10 ff.
Was das sprachliche Lokalisieren, also das Hauptthema dieser Arbeit, betrifft, so sind Fragen nach den Bedingungen von variablen (bzw. allen denkbaren) raumbezogenen Äußerungen und deren zugrunde liegenden mentalen Repräsentationen und kognitiven Prozessen, die beim Verbalisieren auch unterschiedlichen kognitiven und sprachlichen Aufwand erfordern, von besonderem Interesse. Was das Sprechen über Raum - also das Hauptthema dieses Buches - betrifft, so haben Fragen nach den Bedingungen von variablen raumbezogenen Äußerungen und den diesen zugrunde liegenden (hypothetischen) mentalen Repräsentationen und kognitiven Prozessen unser besonderes Interesse (vgl. insbes. die Kapitel 3 und 5).
Anmerkungen

Parallelen zeigen sich beim Textvergleich auch im Programmatischen - mit diesem Satz endet das einführende Kap. 1.


[5.] Dt/Fragment 007 02

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 7, Zeilen: 2-7
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 34, Zeilen: 1 ff.
[2 Raum]

Die begriffliche Einführung der Eigenschaften des Raums, der Raumkonzepte, der blickpunktfreien und blickpunktbezogenen Raumkognition bzw. der Origo, der Objektkonzepte und anderer hier skizzierter theoretischer Begriffe und Annahmen dienen der theoretischen Präzisierung bei der Beschreibung und Erklärung sowohl vieler Phänomene der Raumkognition als auch bei der Beschreibung und Erklärung des sprachlichen Lokalisierens im Textkorpus.

Die theoretische Einführung eines retinomorphen Systems, seiner Origo und der gerichteten Instanzen, die die Origo besetzen, und andere hier skizzierte theoretische Begriffe und Annahmen dienen der theoretischen Präzisierung dessen, was schon weiter oben als Blickpunktbezogenheit der Raumwahrnehmung und der Raumvorstellung bezeichnet wurde. Es dürfte sich bereits gezeigt haben, daß der mit einer gerichteten Instanz belegten Origo des retinomorphen Bezugssystems nicht nur eine zentrale Rolle bei der Beschreibung und Erklärung vieler Phänomene der Raumkognition, sondern auch bei der Beschreibung und Erklärung des Sprechens über Raum zugeschrieben werden kann.
Anmerkungen

Die Quelle wird im folgenden Unterkapitel 2.1 weiter unten auf der Seite für wörtliche und sinngemäße Zitate genannt - dass auch die einleitende Passage von Kap. 2 bereits daraus übernommen wurde, bleibt Rezipienten mangels Kennzeichnung verborgen.


[6.] Dt/Fragment 008 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 8, Zeilen: 1-15, 25-35, 101-102
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 13, 14, 16, 17, Zeilen: 13: letzte Zeile; 14: 1 ff., 35 f.; 16: letzter Absatz; 17: 2 ff., 36 ff.
- er muss die Bedeutung des räumlichen Beziehungskonzepts HINTER1 kennen und diese Objektrelation identifizieren;
- er muss wissen, dass das Auto ein Vorn und ein Hinten hat und dass die Zange bei der Rückseite des Autos liegt;
- er muss abschätzen, ob die sprachliche Übermittlung des Sachverhalts, dass die Zange hinter dem Auto liegt, für den Hörer ausreichend klar und eindeutig ist usw.

In diese komplexe kognitive Tätigkeit sind raumspezifische Erkennungs- und Denkleistungen, also Raumkognitionen, fest eingebunden. Das Ergebnis des kognitiven Planungsprozesses wird dann im Sprechersystem weitergeleitet und aus dem Resultat der Kognitionen wird (2) eine beispielsweise deutschsprachige Äußerung erzeugt (ebd.). Die Kognition der räumlichen Verhältnisse geht dem sprachlichen Formulierungsvorgang zeitlich und sachlogisch voraus – ohne dass der Sprecher weiß, dass die Zange hinter dem Auto ist, kann er die obengenannte Antwort nicht formulieren.

[2.1.1 Raumerfahrung - Erfahrung im und mit dem Raum]

[...]

Das Überleben und die Erhaltung der menschlichen Art sind eng mit Handlungen und Fähigkeiten verbunden, wie sich in der Umgebung zurechtzufinden und über Objektkonstellationen erfolgreich kommunizieren zu können – das betrifft das Finden von Wasser und Nahrung, die Erkundung der Lage des Feindes, das Finden und Erreichen eines Ziels. Der Mensch konzeptualisiert seine Umgebung weitgehend nach raumbezogenen Kategorien von der Art der Berührungen, Nachbarschaften, Entfernungen, Umgebungen und dergleichen (vgl. Vater 1996). Er lernt seine gegenständliche Umgebung visuell per Selbstbewegung (Gehen, Stehen) und im Umgang mit ihr (Suchen, Finden, Greifen, Rücken) kennen (Gregory 1966). Der Wahrnehmungsraum konstituiert sich im Wechselspiel des Betrachtens und Handelns (Neisser 1979).


1 Hier und im Folgenden werden Begriffe bzw. Konzepte in Großbuchstaben, Wörter in Anführungszeichen geschrieben.


Herrmann, Theo; Grabowski, Joachim (1994): Sprechen – Psychologie der Sprachproduktion. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Levelt, Willem J.M. (1989): Speaking: From Intention to Articulation. Cambridge, London: A Bradford Book: MIT Press.

Vater, Heinz (1996): Einführung in die Sprachwissenschaft. München: Fink.

[Seite 13:]

[...] er muß die Bedeutung

[Seite 14:]

des räumlichen Beziehungskonzepts HINTER kennen und diese Relation identifizieren; er muß gegebenenfalls erkennen, daß das Auto ein Vorn und ein Hinten hat und daß sich die Zange bei der Rückseite des Autos befindet: er muß abschätzen, ob die sprachliche Übermittlung der Sachlage, daß die Zange hinter dem Auto liegt, für den Hörer hinreichend klar und eindeutig ist, usf. In dieses komplexe kognitive Geschehen sind raumspezifische Erkennungs- und Denkleistungen (Raumkognitionen) fest eingebunden. Das Ergebnis des komplexen kognitiven Planungsprozesses wird dann (2) im Sprechersystem an die Instanzen weitergegeben, die aus dem Resultat der Kognitionen - dem sogenannten Protoinput - beispielsweise eine deutsch- oder eine englischsprachige Äußerung erzeugen (Herrmann & Grabowski, 1994, S. 361 ff.).

Der soeben skizzierte Vorgang der Sprachproduktion trifft erfahrungsgemäß auf den folgenden Vorbehalt: Wir haben die Sachlage so geschildert, daß die Kognition der räumlichen Verhältnisse dem sprachlichen Formulierungsvorgang zeitlich und wohl auch „sachlogisch“ vorausgeht: Ohne daß der Sprecher weiß, daß die Zange hinter dem Auto ist, kann er nicht (deutsch) formulieren: „Die Zange ist hinter dem Auto.“ [...]

[...] (Hier und im folgenden schreiben wir Wörter in Anführungszeichen, Begriffe bzw. Konzepte in Großbuchstaben.)

[Seite 16:]

Der Erfolg menschlicher Handlungen und damit das Überleben der menschlichen Individuen und so auch die Erhaltung der menschlichen Art sind eng an die elementare Fähigkeit geknüpft, sich in der räumlichen Umgebung zurechtzufinden und über Raumsituationen erfolgreich kommunizieren zu können: Wie komme ich zum Wasser? Wo steckt der Feind? Wie finde ich heim? Wie kann ich den Weg abkürzen? [...] Der Mensch konzeptualisiert seine Umgebung weitgehend nach raumbezogenen Kategorien von der Art der Berührungen, Nachbarschaften, Entfernungen, Umgehungen und dergleichen (vgl. dazu auch Vater, 1996).

[Seite 17:]

Die ausgereifte und erfolgreiche visuelle Wahrnehmung (auch) des Menschen ist darauf angewiesen, daß er seine gegenständliche Umgebung per Selbstbewegung, also im Umgang mit ihr kennenlernt. [...]

[...] So konstituiert sich der Wahrnehmungsraum im Wechselspiel des Betrachtens und Handelns (vgl. auch Neisser, 1979).


Herrmann, Th. & Grabowski, J. (1994). Sprechen - Psychologie der Sprachproduktion. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Neisser, U. (1979). Kognition und Wirklichkeit. Stuttgart: Klett-Cotta.

Vater, H. (1996). Textuelle Funktionen von Tempora. In G. Harras & M. Bierwisch (Hrsg.), Wenn die Semantik arbeitet (Klaus Baumgärtner zum 65. Geburtstag) (S. 237-255). Tübingen: Niemeyer.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Zu den im Haupttext ausschließlich hier genannten Kurzreferenzen "Gregory 1966" und "Neisser 1979" finden sich im Literaturverzeichnis keine Einträge.


[7.] Dt/Fragment 009 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 9, Zeilen: 2-6
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 19, Zeilen: 10 ff.
Unsere personale Identität definieren wir durch die Grundkategorien „Ich, Hier und Jetzt“ (Stern 1930, Neisser 1987) - diese drei fundamentalen Orientierungspunkte tragen wir lebenslang mit uns herum und sie sind von entscheidender Bedeutung für die menschliche Erlebnis-, Erkenntnis- und Verhaltensorganisation.

Stern, William (1930): Studien zur Personwissenschaft. Erster Teil: Personalistik als Wissenschaft. Leipzig: Barth.

Unsere personale Identität finden wir wesentlich dadurch, daß wir uns durch die Grundkategorien des „Ich, Jetzt, Hier“ definieren (Stern, 1930; vgl. auch Neisser, 1987): Diese drei fundamentalen Orientierungspunkte tragen wir unlöslich mit uns herum; sie stellen den Ursprung unserer subjektiven Selbst- und Weltauffassung dar. Nicht nur die Unterscheidung unseres Ich von jeder anderen Entität und nicht nur die Unterscheidung des Jetzt von jedem anderen Zeitpunkt, sondern auch die Unterscheidung des Hier von allen anderen Raumpunkten ist für die menschliche Erlebnis- und Verhaltensorganisation von entscheidender Bedeutsamkeit.

Neisser, U. (1987). A sense of where youare: functions ofthe spatial module. In P. Ellen & C. Thinus-Blanc (Eds.), Cognitive processes and spatial orientation in animal and man (Vol. II) (pp. 293-310). Dordrecht: Martinus Nijhoff.

Stern, W. (1930). Studien zur Personwissenschaft. Erster Teil: Personalistik als Wissenschaft. Leipzig: Barth.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, aus der hier gerafft übernommen wurde.

Für "Neisser 1987" findet sich kein Eintrag im Literaturverzeichnis.


[8.] Dt/Fragment 009 06

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 9, Zeilen: 6 ff. (bis Seitenende)
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 1, 2, Zeilen: 1: 15 ff., 33 ff.; 2: 1 ff.
Dabei ist der Mensch einerseits durch Raum und Zeit bestimmt und in sie eingebunden, andererseits bestimmend, wenn er sich selbst als Bezugspunkt für räumliche und zeitliche Relationen setzt (Vater 1996: 1). Diese egozentrische personale, lokale und temporale Orientierung - Ich, Hier und Jetzt, die sogenannte Deixis, ist nach Bühler (1934) nicht physikalisch, sondern nur psychologisch und sprachlich bestimmt, wobei das Ego des Sprechenden primärer Bezugspunkt ist: Ich ist die Bezeichnung für den Sprecher, du die Bezeichnung für den Adressaten, er oder sie sind die Personen, über die er spricht. Gleichsam ist hier eine sprecherbezogene Ortsangabe und jetzt eine sprecherbezogene Zeitangabe.

Noch für das kleine Kind ist die räumliche Orientierung sehr wichtig – zunächst werden die Objekte sensomotorisch erfasst und nur vermisst, wenn sie direkt aus der Hand genommen werden. In dieser ersten Periode sind Sehen und Fühlen noch nicht koordiniert, es gibt noch keine Permanenz des festen Gegenstandes und keine Wahrnehmungskonstanz (Piaget/Inhelder 1975: 25). In der zweiten Periode entsteht nach Piaget/Inhelder (1975: 29) eine tiefgreifende Umformung des wahrgenommenen Raumes aus der Systematisierung der vom Sehen begleiteten Bewegungen und der Rückwirkung der Bewegungen auf das Sehen. Im Alter von 8-10 Monaten lassen sich Erkundungen der Lageveränderungen von Gegenständen, Wiedererkennen ihrer Formen und sogar In-Beziehung-Setzen beobachten. Jetzt werden schon die Transformation der Perspektive und die Konstanz des Gegenstandes erkannt – das Kind kann eine ihm verkehrt hingehaltene Milchflasche umdrehen und so ihre konstante Form überprüfen (und Milch trinken). In der dritten Periode, die zu Beginn des zweiten Lebensjahres einsetzt, wird die sensomotorische Aktivität durch gelenktes Nachforschen ergänzt, es bilden sich praktische Intelligenz und Koordinierung der Relationen heraus, die Beziehungen der Gegenstände zueinander werden erkannt. Allmählich werden von den sensomotorischen Schemata symbolische Schemata gebildet – das Kind versteht Objekte und Sachverhalte, auch wenn es nur Teile davon wahrnimmt, und ist in der Lage im Spiel Stellvertreter, die die Objekte darstellen, zu erkennen (List 1972: 85).

In der sprachlichen Entwicklung des Kindes spielt die Bezeichnung von Räumlichem eine zentrale Rolle: eins der ersten und meist gebrauchten Wörter ist da. Auch das, da das Kind noch keine einzelnen Gegenstände benennen [kann.]


Bühler, Karl (1934;1978): Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache. Berlin: Ullstein.

Piaget, Jean; Inhelder, Bärbel (1975): Die Entwicklung des räumlichen Denkens beim Kinde. Gesammelte Werke Bd. 6 (Studienausgabe). Stuttgart: Klett Verlag.

Vater, Heinz (1996): Einführung in die Sprachwissenschaft. München: Fink.

Vater, Heinz (19963): Einführung in die Raum-Linguistik. Hürth: Gabel.

[Seite 1:]

Dabei ist der Mensch

— einerseits durch Raum und Zeit bestimmt (in sie eingebunden),

— andrerseits bestimmend, insofern, als er sich selbst als Bezugspunkt für räumliche und zeitliche Relationen setzt. "Deixis" ist nach BÜHLER 1934 eine egozentrische (personale, lokale und temporale) Orientierung: Ich, Hier und Jetzt sind nicht physikalisch, sondern nur psychologisch und sprachlich bestimmbare Größen, bei denen jeweils das Ego des Sprechenden primärer Bezugspunkt ist: Ich ıst die Bezeichnung für den Sprecher (d.h. für den, der gerade spricht), du die Bezeichnung für den Adressaten (d.h. für den, an den der Sprecher sich wendet), er oder sie sind nur negativ gekennzeichnet als Personen, die der Sprecher nicht anspricht (sondern über die er spricht). Ähnlich ist hier eine sprecherbezogene Ortsangabe und jetzt eine sprecherbezogene Zeitangabe.

[...]

Räumliche Orientierung ist für ein Kleinkind sehr wichtig. Objekte werden vom Kind zunächst sensomotorisch erfaßt und nur vermißt, wenn man sie ihm direkt aus der Hand nimmt. Sehen und Fühlen sind noch nicht koordiniert; es gibt in dieser ersten Periode noch keine Permanenz des festen Gegenstandes und noch keine Wahrnehmungskonstanz (vgl. PIAGET/INHELDER 1975:25).

[Seite 2:]

In der zweiten Periode werden Sehen und Greifen koordiniert. Aus der Systematisierung der vom Sehen begleiteten Bewegungen und der Rückwirkung der Bewegungen auf das Sehen entsteht nach PIAGET/INHELDER (1975:29) eine tiefgreifende Umformung des wahrgenommenen Raumes. Im Alter von 8-10 Monaten lassen sich Erkundungen der Lageveränderungen von Gegenständen und Wiedererkennen ihrer Formen beobachten, ja sogar In-Beziehung-Setzen von Perspektiven. Während in der ersten Periode Perspektivwechsel als Transformation des Gegenstands aufgefaßt wird, werden jetzt Transformation der Perspektive und Konstanz des Gegenstandes erkannt. So kann das Kind eine ihm verkehrt hingehaltene Milchfalsche [sic] umdrehen, um so seine konstante Form zu überprüfen. In der zu Beginn des zweiten Lebensjahrs einsetzenden dritten Periode wird die sensomotorische Aktivität durch gelenktes Nachforschen ergänzt, praktische Intelligenz und Koordinierung der Relationen bilden sich heraus. Die Beziehungen der Gegenstände zueinander werden erkannt.

Allmählich werden sensomotorische Schemata von symbolischen abgelöst: Das Kind begreift Objekte und Sachverhalte, auch wenn es nur Teile davon wahrnimmt, und ist in der Lage, im Spiel Stellvertreter zu akzeptieren, die die Objekte sinnbildlich darstellen (vgl. LIST 1972:85). Auch in der sprachlichen Entwicklung des Kindes spielt die Bezeichnung von Räumlichem eine zentrale Rolle: da ist gewöhnlich eins der ersten und meist gebrauchten Wörter, das — da das Kind noch nicht einzelne Dinge bezeichnen kann — für alles Mögliche herhalten muß: [...]


Bühler, K., 1934 (19823). Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache. Stuttgart: Gustav Fischer Verlag.

List, G., 1972. Psycholinguistik: Eine Einführung. Stuttgart: Kohlhammer.

Piaget, J./ Inhelder, B., 1975. Die Entwicklung des räumlichen Denkens beim Kinde. Stuttgart: Klett.

Anmerkungen

Klassisches Bauernopfer: Die Quelle wird oben für eine kurze Passage genannt, doch auch danach übernimmt die Verfasserin ihren Diskurs weiter daraus (mitsamt vier Referenzen).

Der Textvergleich zeigt ebenfalls, dass die Übernahme beim letzten Satz sinnentstellend gerät.

"List 1972" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

Die Kurzreferenz "Vater (1996)" wird im Literaturverzeichnis mit der Publikation Einführung in die Sprachwissenschaft (München) aufgeschlüsselt. Daneben gibt es auch noch die Referenz "Vater (19963)" mit der Zuordnung Einführung in die Raum-Linguistik (Hürth, 3. Aufl.); für jene Publikation findet sich jedoch kein Verwendungsnachweis im Haupttext der Arbeit.

Falls die Verfasserin mit "Vater (1996)" wie im Lit.verz. tatsächlich auch die Einführung in die Sprachwissenschaft referenzieren wollte, wäre die andere Publikation Vaters von 1996 als festgestellte eigentliche Quelle überhaupt nicht angegeben und das Fragment unter "Verschleierung" zu kategorisieren.

Bei der VroniPlag-Analyse ist "Vater 1996" = Einführung in die Raum-Linguistik (Hürth, 3. Aufl.).


[9.] Dt/Fragment 010 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 10, Zeilen: 1-10
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 2, Zeilen: 18 ff.
Diese beiden Wärter [sic], das da, hält das Kind für alles Mögliche her [sic] und das Objekt wird durch seine Lokalisierung im Raum ersetzt. Erst allmählich lernt das Kind räumliche Relationen zu differenzieren und die kognitive und sprachliche Entwicklung des Kindes wird durch immer größere Differenzierung gekennzeichnet.

Der Raum bestimmt auch bei Erwachsenen das Leben des Einzelnen und das Zusammenleben in der Gesellschaft – Staatsgrenzen werden gezogen und überwacht, die Staatsregierung ist in einer Hauptstadt zentriert und an bestimmte Räumlichkeiten gebunden, Städte und Grundstücke haben festgelegte Grenzen, Mietverträge gelten für bestimmte Räume etc. (Vater 1996: 2).


Vater, Heinz (1996): Einführung in die Sprachwissenschaft. München: Fink.

Vater, Heinz (19963): Einführung in die Raum-Linguistik. Hürth: Gabel.

Auch in der sprachlichen Entwicklung des Kindes spielt die Bezeichnung von Räumlichem eine zentrale Rolle: da ist gewöhnlich eins der ersten und meist gebrauchten Wörter, das — da das Kind noch nicht einzelne Dinge bezeichnen kann — für alles Mögliche herhalten muß: Das spezielle Objekt wird durch seine Lokalisierung im Raum ersetzt. Erst allmählich lernt das Kind, räumliche (und später zeitliche) Relationen zu differenzieren, wie denn überhaupt die kognitive und sprachliche Entwicklung des Kindes durch immer größere Differenzierung gekennzeichnet ist.

Aber auch beim Erwachsenen bestimmen Raum und Zeit das Leben des einzelnen und das Zusammenleben in der Gesellschaft. Man denke an die Zentrierung der Staatsleitung in einer Hauptstadt, an die in regelmäßigen zeitlichen Abständen zu wählende Volksvertretung, an das Gerichtswesen mit räumlichen Zuständigkeiten und zeitlichen Regelungen wie Gerichtstermine und Strafmaß. Mietverträge gelten für bestimmte Räume und sind oft zeitlich befristet.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 009 06.

Die Quelle ist am Ende des zweiten Absatzes genannt, doch bleiben Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet (die längste übernommene Sequenz umfasst 14 Wörter).

Im ersten Satz wiederholt die Verfasserin den inhaltlichen Fehler vom letzten Satz der Vorseite.

Die Kurzreferenz "Vater (1996)" wird im Literaturverzeichnis mit der Publikation Einführung in die Sprachwissenschaft (München) aufgeschlüsselt. Daneben gibt es auch noch die Referenz "Vater (19963)" mit der Zuordnung Einführung in die Raum-Linguistik (Hürth, 3. Aufl.); für jene Publikation findet sich jedoch kein Verwendungsnachweis im Haupttext der Arbeit.

Falls die Verfasserin mit "Vater (1996)" wie im Lit.verz. tatsächlich auch die Einführung in die Sprachwissenschaft referenzieren wollte, wäre die andere Publikation Vaters von 1996 als festgestellte eigentliche Quelle überhaupt nicht angegeben und das Fragment unter "Verschleierung" zu kategorisieren.

Bei der VroniPlag-Analyse ist "Vater 1996" = Einführung in die Raum-Linguistik (Hürth, 3. Aufl.).


[10.] Dt/Fragment 010 12

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 10, Zeilen: 12-17, 24-34
Quelle: Wunderlich 1982
Seite(n): 2, 3, Zeilen: 2: 41, 47 ff.; 3: 1 ff., 18 ff, 22 ff., 30 f.
Wie hier oben erörtert, gehört Raum zu unserer täglichen Lebenswelt. Wir besitzen globalere und feinere Kategorisierungen unseres Lebensraumes auf der Erdoberfläche, den Generationen von Menschen in eine Kultur-, Stadt- und Wohnlandschaft umgewandelt haben. Neben den erwähnten Raumerfahrungen gibt es eine Reihe spezifischer Erfahrungen, die auf spezifische Eigenschaften des Raumes verweisen. [...]

[...]

[...] Raum ist für uns ein strukturierter Zusammenhang. Wenn Leute nach einem Weg oder Ort befragt werden, bemühen sie sich um eine Topographie des Gebietes: sie aktualisieren ihre kognitive Karte (Vorstellungen über den Zusammenhang des Gebiets) und versuchen, sie in eine sprachliche Beschreibung umzusetzen (vgl. Lynch [sic] und Siegel/White 1974). Wir kennen eine Fülle von Stadtplänen, Grundrissen, Landkarten, Autokarten, Wanderkarten, Netzplänen für Eisenbahn, U-Bahn-, Buslinien usw. Solche Karten ersetzen aber nicht die Raumerfahrung. Wir lernen, uns in einer fremden Stadt zurechtzufinden, indem wir in ihr Wegunternehmen [sic] (vielleicht mit Hilfe von Karten), von diesen schließlich abstrahieren und eine eigene kognitive Karte aufbauen (s. auch unten Abschnitt 2.1.4).


Siegel, Alexander W.; White, Sheldon H. (1975): The development of spatial representations of large-scale environments. In: Reese, Hayne Waring (Hrsg.): Advances in child development and behavior. Vol. 10. New York: Academic Press, 9-55.

[Seite 2:]

2. Raumerfahrungen

Raum gehört zu unserer täglichen Lebenswelt. [...]

Wir besitzen globalere und feinere Kategorisierungen unseres Lebensraumes auf der Erdoberfläche, den Generationen von Menschen in eine Kultur- und Stadt- und Wohnlandschaft umgewandelt haben.

Raum ist für uns ein strukturierter Zusammenhang. Wenn Leute befragt werden,

[Seite 3:]

wie sie ihren Wohnort sehen, bemühen sie sich um eine Topographie des Gebietes: sie aktualisieren ihre kognitive Karte (Vorstellungen über den Zusammenhang des Gebietes) und versuchen, sie in eine sprachliche Beschreibung umzusetzen. Es zeigt sich, daß eine Topographie ein Gebilde ist, das aus Distrikten, Landmarken, Konfigurationen, Routen, Knoten und Kanten besteht (vgl. Lynch 1960, Siegel/White 1974): [...]

Wir kennen eine Fülle von Stadtplänen, Grundrissen, Landkarten, Autokarten, Wanderkarten, Netzplänen für Eisenbahn-, U-Bahn-, Buslinien usw. [...] Solche Karten ersetzen aber nicht die Raumerfahrung. Wir lernen, uns in einer fremden Stadt zurechtzufinden, indem wir in ihr Wege unternehmen (vielleicht mit Hilfe von Karten), von diesen schließlich abstrahieren und eine eigene kognitive Karte aufbauen. [...]

Neben den erwähnten Raumerfahrungen gibt es eine Reihe spezifischer Erfahrungen, die auf spezifische Eigenschaften des Raumes verweisen.


LYNCH, K. (1960): The Image of the City. Cambridge (Mass.): The MIT-Press.

SIEGEL, A. W., and WHITE, S. H. (1974): The development of spatial representations of large-scale environments. In: H. Reese (ed.) Advances in child development and behavior. Vol. 10. New York: Academic Press.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

"Lynch" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[11.] Dt/Fragment 010 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 10, Zeilen: 21-23
Quelle: Wunderlich 1986
Seite(n): 212, Zeilen: 10 ff.
[Nach Wunderlich (1986) sind die wesentlichen Eigenschaften des Raumes die folgenden:

1) Raum ist ein topologisches Kontinuum.]

[...] Zu jedem Raumpunkt gibt es gewisse Nachbarschaftsregionen, die man sich als ineinandergeschachtelt vorstellen kann. [...]

[2) Raum ist dreidimensional.

...]


Wunderlich, Dieter (1986): Raum und die Struktur des Lexikons. In: Bosshardt, Hans-Georg (Hrsg.): Perspektiven auf Sprache. Interdisziplinäre Beiträge zum Gedenken an Hans Hörmann. Berlin, New York: de Gruyter, 212-231.

Zu den wesentlichen Eigenschaften des Raumes zähle ich mindestens folgende drei:

1. Raum ist ein topologisches Kontinuum. Zu jedem Raumpunkt gibt es gewisse Nachbarschaftsregionen, die man sich als ineinandergeschachtelt vorstellen kann; [...]

2. Raum ist dreidimensional.

Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.

Nur der Satz "Zu jedem Raumpunkt gibt es [...]" wird als Übernahme gewertet; das Fragment befindet sich in einer Auslassung bei Fragment 010 20.

Siehe auch:


[12.] Dt/Fragment 010 20

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 10, Zeilen: 20-21, 23-24
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 5, Zeilen: 7 f., 17 f.
Der Raum besteht aus einer Menge von räumlich zusammenhängenden Orten, die man als Mengen von Raumpunkten auffassen kann. [...] Ein Ort kann ganz oder teilweise in einem anderen Ort oder dessen Nachbarschaft enthalten sein. b) Er besteht aus einer Menge von räumlich zusammenhängenden Orten, die man als Mengen von Raumpunkten auffassen kann.

[...]

e) [...] Ein Ort kann ganz oder teilweise in einem anderen Ort oder dessen Nachbarschaft enthalten sein.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[13.] Dt/Fragment 011 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 11, Zeilen: 1-21, 24-29
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 17, 18, Zeilen: 17: letzter Absatz; 18: 1 ff.
[Die Wahrnehmung unserer räumlichen Umgebung ist generell dreidimensional und diese Tatsache ist bei allen unseren raumbezogenen Handlungen be-]reits vorausgesetzt (vgl. Allesch 1931, Stern 1930, Franklin/Tversky 1990, Talmy 1983). Aus der zweidimensionalen Abbildung der Umgebung auf der Netzhaut beim visuellen Wahrnehmen die Dreidimensionalität des Raums zu (re)konstruieren, gehört zu den größten kognitiven Leistungen des Hirns (Bruce/Green 1985, Eimer 1993). Die drei Erstreckungen des vom Menschen kognizierten Raums sind die Vertikale, die Sagittale und die zweite Horizontale. Unser Gleichgewichts- oder Gravitationssinn, dessen anatomischer Ort sich im Vorhof und in den Bogengängen unseres Innenohrs befindet, liefert wesentliche Informationen für die Unterscheidung von oben und unten. Die Gravitationsinformation ist für die Kognition der räumlichen Vertikale sehr wichtig. Die Sagittale (lat. sagitta: der Pfeil) verfolgt die horizontale räumliche Erstreckung und wird auch als erste Horizontale bezeichnet. Die Anordnung unserer Sinnesorgane vorn, unsere Hauptbewegungsrichtung nach vorn und die Vorn-Hinten-Asymmetrie unseres Körpers ergeben das Muster für die Erstreckung des phänomenalen Raums nach vorn und hinten (Tversky 1991, Vater 1996). Bezogen auf unseren Körper können wir unsere räumliche Umgebung leicht in einen Vorbereich und einen Hinterbereich einteilen. Die zweite Horizontale (Transversale), diese Rechts-Links-Achse, ist nicht so wie die beiden anderen Dimensionen mit der asymmetrischen Beschaffenheit unseres Körpers verbunden. Die Folge davon ist unsere notorische Unsicherheit mit links und rechts kognitiv umzugehen (Levelt 1982b, Olson/Laxar 1973).

[...]

Unser Gravitationssinn und unsere körperliche Vorn-Hinten-Asymmetrie bilden fundamentale anthropologische Grundlagen für die kognitive Strukturierung der räumlichen Umgebung (Franklin/Tversky 1990, Grabowski 1996). Das Hin- und Zurückfinden, das Heimfinden und das Abschätzen von Entfernungen müssen wir schon in der frühen Kindheit lernen, genauso aber auch uns in komplexen räumlichen Umgebungen zu orientieren (Olson 1975, Pia-[get/Inhelder 1975) - das gehört zu den erforderlichen Voraussetzungen für die Lebensbewältigung (Poucet 1993).]


Grabowski, Joachim (1996): Determinanten der Interpretation dimensionaler Lokalisationsäußerungen: Experimente in fünf Sprachen. In: Sprache und Kognition 15;4: 234-250.

Levelt, Willem J.M. (1982): Cognitive styles in the use of spatial direction terms. In: Jarvella, Robert J.; Klein, Wolfgang (Eds.): Speech, place and action: studies in deixis and related topics. Chichester: John Wiley, 251-266.

Levelt, Willem J.M. (1982): Linearization in Describing Spatial Networks. In: Peters, Stanley; Saarinen, Esa (Hrsg.): Processes, Beliefs, and Questions. Essays on Formal Semantics of Natural Language and Natural Language Processing. Dordrecht: Reidel, 199-220.

Piaget, Jean; Inhelder, Bärbel (1975): Die Entwicklung des räumlichen Denkens beim Kinde. Gesammelte Werke Bd. 6 (Studienausgabe). Stuttgart: Klett Verlag.

Poucet, Bruno (1993): Spatial cognitive maps in animals: new hypotheses on their structure and neural mechanisms. In: Psychological Review 100, 163-182.

Stern, William (1930): Studien zur Personwissenschaft. Erster Teil: Personalistik als Wissenschaft. Leipzig: Barth.

Talmy, Leonard (1983): How language structures space. In: Pick, H. & Acredo, L. (eds.) Spatial orientation: Theory, research, and application. New York: Plenum, 225-283.

Vater, Heinz (1996): Einführung in die Sprachwissenschaft. München: Fink.

[Seite 17:]

Wir nehmen unsere räumliche Umgebung generell dreidimensional wahr, und die Dreidimensionalität des Raums ist bei allen unseren raumbezogenen Handlungen bereits vorausgesetzt. (Vgl. dazu v. Allesch, 1931; Stern, 1930; sowie Franklin & Tversky, 1990; Talmy, 1983.) Es gehört zu den größten

[Seite 18:]

kognitiven Leistungen des Hirns, beim visuellen Wahrnehmen aus der zweidimensionalen Abbildung der Umgebung auf der Netzhaut die Dreidimensionalität des Raums zu (re-) konstruieren (vgl. auch Bruce & Green, 1985; Eimer, 1993). Wir nennen die drei Erstreckungen des vom Menschen kognizierten Raums die Vertikale, die Sagittale und die Zweite Horizontale:

1. Die Vertikale: Der Vorhof und die Bogengänge unseres Innenohrs sind der anatomische Ort des Gleichgewichts- oder Gravitationssinnes (z.B. Birbaumer & Schmidt, 1991, S. 405 ff.; Klinke, 1985), der mit dem Gesichtssinn eng gekoppelt ist. Er liefert wesentliche Informationen für die fundamentale Unterscheidung von oben und unten. [...]

2. Die Sagittale: Die Vorn-hinten-Asymmetrie unseres Körpers, die Anordnung unserer Sinnesorgane (vorn) und unsere gut definierte Hauptbewegungsrichtung (nach vorn) ergeben das Muster für die Erstreckung des phänomenalen Raumes nach vorn und hinten (vgl. Tversky, 1991; s. auch Vater, 1996). Wir können unsere räumliche Umgebung, auf unseren Leib bezogen, leicht in einen Vorbereich und einen Hinterbereich einteilen. Diese horizontale räumliche Erstreckung folgt der sagittalen Raumachse bzw. der Sagittalen (von [lat.] sagitta = der Pfeil), die man auch als Erste Horizontale bezeichnet.

3. Die Zweite Horizontale: Die Rechts-links-Achse, die man auch die Zweite Horizontale nennt, ist, wenn man von der Dominanz einer unserer Hände (der „Händigkeit“) und ähnlichen nicht sehr markanten Asymmetriephänomenen absieht, nicht so wie die beiden anderen Dimensionen in der asymmetrischen Beschaffenheit unseres Leibes verankert. Die Folge davon ist unsere notorische Unsicherheit, mit links und rechts kognitiv umzugehen (z.B. Levelt, 1982b; Olson & Laxar, 1973).

Unser Gravitationssinn und unsere körperliche Vorn-hinten-Asymmetrie bilden fundamentale anthropologische Grundlagen für die kognitive Strukturierung unserer räumlichen Umgebung (Franklin & Tversky, 1990; Grabowski, 1996; Paillard, 1991; Stern, 1930).

Wir können und müssen schon in der frühen Kindheit lernen, uns auch in komplexen räumlichen Umgebungen zu orientieren (Olson, 1975; Piaget & Inhelder, 1975; Pufall, 1975), denn das „Hinfinden“, das „Zurückfinden“, das „Heimfinden“, aber auch das Abschätzen von Entfernungen beim Springen u. dgl. gehören zu den unentbehrlichen Voraussetzungen für die Lebensbewältigung (Poucet, 1993).


Allesch, J. v. (1931). Zur nichteuklidischen Struktur des phänomenalen Raumes. Jena: Fischer.

Birbaumer, N. & Schmidt, R. F. (1991). Biologische Psychologie (2. Aufl.). Berlin: Springer.

Bruce, V. & Green, P. R. (1985). Visual perception, physiology, psychology and ecology. London: Erlbaum.

Eimer, M. (1993). Stereoskopische Tiefenwahrnehmung. In W. Prinz & B. Bridgeman (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie(C, Serie II, Bd. 1) (S. 93-135). Göttingen: Hogrefe.

Franklin, N. & Tversky, B. (1990). Searching imagined environments. Journal of Experimental Psychology: General, 1, 63-76.

Grabowski, J. (1996). Die Raumauffassung des Menschen und ihr Ausdruck in der Sprache: Determinanten der Verwendung dimensionaler Präpositionen. Unveröffentl. Habilitationsschrift. Mannheim: Universität Mannheim.

Klinke, R. (1985). Physiologie des Gleichgewichtssinnes, des Hörens und des Sprechens. In R. F. Schmidt & G. Thews (Hrsg.), Physiologie des Menschen (22. Aufl.) (S. 300-327). Berlin: Springer.

Levelt, W. J. M. (1982b). Cognitive styles in the use of spatial direction terms. In R. J. Jarvella & W. Klein (Eds.), Speech, place, and action (pp. 251-266). New York: Wiley & Sons.

Olson, D. R. (1975). On the relations between spatial and linguistic processes. In J. Eliot & N. J. Salkind (Eds.), Children's spatial development (S. 67-110). Springfield: Thomas.

Olson, G.M. & Laxar, K. (1973). Asymmetries in processing the terms “right” and “left”. Journal of Experimental Psychology, 100, 284-290.

Paillard, J. (1991). Motor and representational framing of space. In J. Paillard (Ed.), Brain and Space (pp. 163-182). Oxford: Oxford University Press.

Piaget, J. & Inhelder, B. (1975). Die Entwicklung des räumlichen Denkens beim Kinde (Gesammelte Werke, Bd. 6). Stuttgart: Klett.

Poucet, B. (1993). Spatial cognitive maps in animals: new hypotheses on their structure and neural mechanisms. Psychological Review, 100, 163-182.

Pufall, P. B. (1975). Egocentrismin spatial thinking: it depends on your point of view. Developmental Psychology, 11, 297-303.

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Tversky, B. (1991). Spatial mental models. The psychology of learning and motivation, 27, 109-145.

Vater, H. (1996). Textuelle Funktionen von Tempora. In G. Harras & M. Bierwisch (Hrsg.), Wenn die Semantik arbeitet (Klaus Baumgärtner zum 65. Geburtstag) (S. 237-255). Tübingen: Niemeyer.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle - aus der auch 15 Referenzen mitübernommen werden.

Für folgende Kurzreferenzen gibt es im Literaturverzeichnis keine Einträge:

  • Allesch 1931
  • Bruce/Green 1985
  • Eimer 1993
  • Franklin/Tversky 1990
  • Olson 1975
  • Olson/Laxar 1973
  • Tversky 1991.

Klassischer Kopierfehler: "Levelt 1982b" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

In der kleinen Auslassung befindet sich Fragment 011 22.


[14.] Dt/Fragment 011 22

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 11, Zeilen: 22-23, Abbildung
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 13, 18, Zeilen: 13: 15 f.; 18: Abbildung
Geometrisch gesehen hat der Raum die Struktur eines dreidimensionalen Vektorraumes.

Dt 011 diss

Abb. 2.1: x 1 – die Vertikale, x 2 – die Sagittale, x 3 – die zweite Horizontale

[Seite 13:]

b) [...] Geometrisch gesehen hat er die Struktur eines dreidimensionalen affinen Vektorraums.

[Seite 18:]

Dt 011 source

Abb. 2

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[15.] Dt/Fragment 012 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 2-6, 8-11, 16-19, 25-31, 33-38
Quelle: Wunderlich 1982
Seite(n): 3, 4, Zeilen: 3: 37 ff., 4: 1 ff.
Das Raumkonzept wird zusammen mit einem Objekt- und Bewegungskonzept aufgebaut (s. auch unten 2.1.4). Gestalt, Größe, Lage und Konsistenz von Objekten sind wesentliche Teilkonzepte, ebenso Richtung, Geschwindigkeit und Dauer von Bewegungen.

3) Raum ist vertikal ausgezeichnet.

[...] Wir tragen den Kopf oben, haben die Füße unten. Pflanzen wachsen nach oben, Niederschläge kommen von oben.

4) Raum ist egozentrisch.

[...] Die Organisation des Raumes erfolgt primär deiktisch: Raumkonstruktion und Raumorientierung gehen von „Ego“ als dem Bezugspunkt, als Fixpunkt im unendlichen Raum aus. Richtungen, Entfernungen und lokale Bereiche werden von „Egos“ Position aus bestimmt (s. auch unten Abschnitt 2.1.5.2). [...] Daher können im Gespräch mehrere Perspektiven auftreten - jemand kann auch die Perspektive seines Gesprächspartners oder dritter Personen einnehmen. Eine soziale Gruppe kann den gemeinsamen Lebensraum als Bezugsbereich annehmen - jenseits der Mauern, des Flusses, des Gebirges, des Meeres (übertragen auch: außerhalb der Gruppe) liegt das Fremde.

5) Raum ist wegzusammenhängend.

[...] Grundsätzlich können wir von jedem Ort zu jedem anderen Ort gelangen. Raum stellt sich uns als eine Anzahl von Wegen, Fahrten, Durchquerungen dar und wir können immer wieder zum Ausgangsort zurückkehren.

b. Bewegung induziert Relativität: wir sitzen im Zug und warten auf die Abfahrt, auf dem Nachbargleis steht ein zweiter Zug und beginnt sich fortzu[bewegen - wir glauben zu fahren.]

[Seite 3:]

Das Raumkonzept wird zusammen mit einem Objekt- und Bewegungskonzept aufgebaut; Gestalt, Größe, Lage und Konsistenz von Objekten sind wesentliche Teilkonzepte, ebenso Richtung, Geschwindigkeit und Dauer von Bewegungen. (Vgl. Miller/Johnson-Laird 1976: ch. 2.3.2)

[Seite 4:]

2.2. Raum ist egozentrisch

a. Die Organisation des Raumes erfolgt primär deiktisch: Raumkonstruktion und Raumorientierung gehen von ‚Ego‘ als dem Bezugspunkt aus; Richtungen, Entfernungen, lokale Bereiche werden von ‚Ego‘s Position aus bestimmt. Daher können im Gespräch mehrere Perspektiven auftreten; jemand kann auch die Perspektive seines Gesprächspartners oder dritter Personen einnehmen. [...]

b. Eine soziale Gruppe kann den gemeinsamen Lebensraum als Bezugsbereich annehmen. Jenseits der Mauern, des Flusses, des Gebirges, des Meeres (übertragen auch: außerhalb der Gruppe) liegt das Fremde, das von der gemeinsamen Perspektive her erschlossen wird. [...]

2.3. Raum ist vertikal ausgezeichnet

[...] Wir tragen den Kopf oben, haben die Füße unten; Pflanzen wachsen nach oben; Niederschläge kommen von oben.

[...]

2.4. Raum ist wegzusammenhängend

a. Grundsätzlich können wir von jedem Ort zu jedem anderen Ort gelangen; Raum stellt sich uns dar als eine Anzahl von Wegen, Fahrten, Durchquerungen; und wir können immer wieder zum Ausgangsort zurückkehren.

b. Bewegung induziert Relativität. Wir sitzen im Zug und warten auf die Abfahrt; auf dem Nachbargleis steht ein zweiter Zug und beginnt sich fortzubewegen; wir glauben zu fahren;


MILLER, GEORGE A., and JOHNSON-LAIRD, PHILIP N. (1976): Language and Perception. Cambridge (Mass.): Harvard University Press.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Seite 12 wird fast vollständig aus vier Quellen zusammenmontiert:


[16.] Dt/Fragment 012 07

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 7-8, 12, 14-16
Quelle: Wunderlich 1986
Seite(n): 212, Zeilen: 17 ff.
Für Lebewesen ist die jeweils vertikale Dimension ausgezeichnet und das nicht nur konzeptionell, sondern auch biologisch. [...]

Raum ist egozentrisch organisiert. [...] An jedem Standort unterscheiden wir den eigenen Raum, durch die jeweilige Wahrnehmung projizieren wir Perspektiven auf den Raum.

Dabei ist für Lebewesen, die ihren Lebensraum auf der Erdoberfläche haben, die jeweils vertikale Dimension ausgezeichnet; und das nicht nur konzeptionell, sondern auch biologisch.

3. Raum ist egozentrisch organisiert. An jedem Standort unterscheiden wir den eigenen Raum vom fremden Raum, durch die jeweilige Wahrnehmung projizieren wir Perspektiven auf den Raum.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Seite 12 wird fast vollständig aus vier Quellen zusammenmontiert:


[17.] Dt/Fragment 012 12

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 12-14, 20-24
Quelle: Grabowski 1999
Seite(n): 71, 72, 75, Zeilen: 71: letzte Zeile; 72: 1 f.; 75: 9 ff.
Die Auffassung dimensionaler Objektrelationen ergibt sich aus der (aktuellen) egozentrischen Körperorientierung des in einer räumlichen Situation anwesenden Menschen. [...] Die egozentrische Raumdimensionierung bedeutet, dass sich Objekte in unserer Sichtlinie vor uns, Objekte in unserem Rücken hinter uns, Objekte in Richtung unserer linken Hand links von uns usw. befinden, gleich in welcher Orientierung sich unser Körper relativ zur Welt befindet. [Seite 71:]

Im vorliegenden Abschnitt entwickle ich die Grundlagen der Auffassung dimensionaler Objektrelationen, wie sie

[Seite 72:]

sich aus der aktuellen egozentrischen Orientierung des in einer räumlichen Situation anwesenden Menschen ergibt.

[Seite 75:]

Die egozentrische Raumdimensionierung bedeutet zuallererst, daß sich Objekte in unserer Sichtlinie vor uns befinden, Objekte in unserem Rücken hinter uns, Objekte in Richtung unseres Kopfes über uns, Objekte in Richtung unserer linken Hand links von uns etc., gleich in welcher Orientierung sich unser Körper relativ zur Welt befindet, und daß sich die dimensionalen Relationen zwischen anderen Objekten ebenfalls auf der Grundlage unserer egozentrischen Richtungsdefinition des Raumes deuten lassen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Seite 12 wird fast vollständig aus vier Quellen zusammenmontiert:


[18.] Dt/Fragment 012 24

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 24-25, 32-33
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 5, Zeilen: 13 f., 19 f.
Die Körperasymmetrien dienen als Definitionsgrundlage für die Teilung der Dimensionen in asymmetrische Hälften. [...]

Unter „Weg“ ist ein Kontinuum von Orten mit einem Ausgangsort und einem Zielort zu verstehen.

d) [...] Die Körperasymmetrien dienen als Definitionsgrundlage für die Teilung der Dimensionen in asymmetrische Hälften.

[...]

f) [...] Unter „Weg” ist ein Kontinuum von Orten mit einem Ausgangsort und einem Zielort zu verstehen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Seite 12 wird fast vollständig aus vier Quellen zusammenmontiert:


[19.] Dt/Fragment 013 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 13, Zeilen: 1-7, 11-35, 39
Quelle: Wunderlich 1982
Seite(n): 4, 5, Zeilen: 4: vorletzter Absatz; 5: 1 f., 7 ff., 20 ff., vorletzter Absatz
[b. Bewegung induziert Relativität: wir sitzen im Zug und warten auf die Abfahrt, auf dem Nachbargleis steht ein zweiter Zug und beginnt sich fortzu]bewegen - wir glauben zu fahren. Als der andere Zug fort ist, sehen wir dahinter wieder das Bahnhofsgebäude; wir entdecken, dass wir immer noch auf dem Bahnhof stehen (Wunderlich 1986).

c. Jeder Weg ist eine Sequenz von Ort-Zeit-Paaren - wir beginnen an einem Ort zu einer Zeit und enden an einem meist anderen Ort zu einer späteren Zeit.

2.1.3 Raumkonzepte

[...] Traditionell lassen sich zwei verschiedene Raumauffassungen unterscheiden:

1) Raum ist bestimmt als „Behälter“ für Objekte.

2) Raum ist bestimmt durch die Lagerung von Objekten.

In der ersten Raumauffassung ist der Raum etwas, in dem Objekte untergebracht werden können. Ein Raum kann aber auch leer sein. Vorbild für diese Auffassung ist die (besonders wichtige) Klasse von Behälterobjekten: in einem Zimmer können wir Möbelstücke oder Menschen ansammeln. Der durch das Behälterobjekt (und seine materiellen Ränder) definierte innere Raum ändert sich nicht dadurch, dass wir Gegenstände hinzutun oder wegnehmen.

Die zweite Raumauffassung besagt, dass Raum etwas ist, das von Objekten ausgefüllt wird. Jedes Objekt a nimmt zu einer Zeit t einen gewissen Ort 1 (a, t) ein. Keine zwei verschiedenen Objekte nehmen zur selben Zeit denselben Ort ein. Teile eines Objekts nehmen Teile des entsprechenden Raumes ein. Ein Zusammenhang im Objekt ist auch ein Zusammenhang des Raumes. Kurz: die Ortfunktion ist eine isomorphe Abbildung aus der Menge der Objekte in die Menge der Orte, die Gestalteigenschaften eines Objekts bleiben dabei invariabel. Zwischen zwei Objekten a und b kann eine räumliche Relation p (a, b) bestehen: nach einem gemäß p zu spezifizierenden Verfahren kann man von a nach b gelangen. Die Lageeigenschaften eines Objekts ergeben sich als Menge von räumlichen Relationen zu allen anderen Objekten. Raum besteht aus den jeweiligen Manifestationen von Objekten und den Relationen zwischen ihnen, Raum ist nichts anderes als eine Art Ordnung materieller Objekte. Diese zweite Raumauffassung ist relativ konkret, einen leeren Raum gibt es nicht. [...]

Beide Raumauffassungen bestehen in unserer Alltagsvorstellung nebenein-[ander und sind gleich relevant - einerseits nehmen Objekte jeweils einen Ort ein, andererseits kann ein Behälter mehr oder weniger gefüllt werden.]


Wunderlich, Dieter (1986): Raum und die Struktur des Lexikons. In: Bosshardt, Hans-Georg (Hrsg.): Perspektiven auf Sprache. Interdisziplinäre Beiträge zum Gedenken an Hans Hörmann. Berlin, New York: de Gruyter, 212-231.

[Seite 4:]

b. Bewegung induziert Relativität. Wir sitzen im Zug und warten auf die Abfahrt; auf dem Nachbargleis steht ein zweiter Zug und beginnt sich fortzubewegen; wir glauben zu fahren; als der andere Zug fort ist, sehen wir dahinter wieder die Bahnhofsgebäude; wir entdecken, daß wir immer noch auf dem Bahnhof stehen.

c. [...]

[Seite 5:]

Jeder Weg ist eine Sequenz von Ort-Zeit-Paaren; wir beginnen an einem Ort zu einer Zeit und enden an einem (meistens anderen) Ort zu einer späteren Zeit. [...]

3. Raumkonzepte

Traditionell lassen sich zwei verschiedene Raumauffassungen unterscheiden (vgl. dazu Einstein 1953):

1. Raum ist bestimmt durch die Lagerung von Objekten.

2. Raum ist bestimmt als ,Behälter‘ für Objekte.

Beide Raumauffassungen bestehen in unserer Alltagsvorstellung nebeneinander, obwohl sie in der Entwicklung der physikalischen Theorien zeitweilig in Konkurrenz standen. [...]

Die erste Raumauffassung besagt, daß Raum etwas ist, das von Objekten ausgefüllt wird. Jedes Objekt a nimmt zu einer Zeit t einen gewissen Ort 1 (a, t) ein; keine zwei verschiedenen Objekte nehmen zur selben Zeit denselben Ort ein. Teile eines Objektes nehmen Teile des entsprechenden Raumes ein; ein Zusammenhang im Objekt ist auch ein Zusammenhang des Raumes. Kurz: die Ortsfunktion ist eine isomorphe Abbildung aus der Menge der Objekte in die Menge der Orte; Gestalteigenschaften eines Objektes bleiben dabei invariabel. Zwischen zwei Objekten a und b kann eine räumliche Relation ρ (a, b) bestehen: nach einem gemäß ρ zu spezifizierenden Verfahren kann man von a nach b gelangen. Die Lageeigenschaften eines Objektes ergeben sich als Menge von räumlichen Relationen zu allen anderen (als relevant und stationär betrachteten) Objekten. Raum besteht aus den jeweiligen Manifestationen von Objekten und den Relationen zwischen ihnen; Raum ist nichts anderes als eine Art Ordnung materieller Objekte. Diese erste Raumauffassung ist relativ konkret; einen leeren Raum gibt es nicht.

Anders in der zweiten, mehr abstrakten Raumauffassung: Raum ist etwas, in dem Objekte untergebracht werden können, ein Raum kann aber auch leer sein. Vorbild für diese Auffassung ist die (besonders wichtige) Klasse von Behälterobjekten: in einer Kiste können wir Flaschen, in einem Sack können wir Kartoffeln, in einem Zimmer Möbelstücke oder Menschen ansammeln; der durch das Behälterobjekt (seine materiellen Ränder) definierte innere Raum ändert sich nicht dadurch, daß wir Gegenstände hinzutun oder wegnehmen. [...]

Es ist erkennbar, daß beide Auffassungen für unsere Alltagsvorstellung relevant sind: einerseits nehmen Objekte jeweils einen Ort ein, andererseits kann ein Behälter mehr oder weniger gefüllt werden.


EINSTEIN, ALBERT (1953): Vorwort zu Jammer 1954/1960.

JAMMER, MAX (1960): Das Problem des Raumes, dt. Übers, von Concept of Space (1954). Darm stadt: Wiss. Buchges.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[20.] Dt/Fragment 013 36

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 13, Zeilen: 36-38
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 19, Zeilen: letzte zwei Sätze
[Raum bedeutet „die Zueinanderstruktur der Körperwelt“, in der wir uns bewegen (Herrmann/Schweizer 1998: 19).] Die moderne Physik (man denke an die Relativitätstheorie Einsteins) konstituiert den Raum vor allem über das Zueinander der Körper.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

Die moderne Physik (man denke an Einsteins Relativitätstheorie) konstituiert den Raum im wesentlichen über das Zueinander der Körper; der Raum ist nicht mehr etwas Absolutes, in dem sich Körper befinden (Jammer, 1960; Ströker, 1977; Vater, 1996). Auch im Alltag dürfte der Raum nur selten als der große Behälter für die Dinge aufgefaßt werden, er bedeutet vielmehr wohl ganz überwiegend die „Zueinanderstruktur“ der Körperwelt, in der wir uns bewegen.

Jammer, M. (1960). Das Problem des Raumes. Die Entwicklung der Raumtheorien. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Ströker, E. (1977). Philosophische Untersuchungen zum Raum. Frankfurt/M.: Klostermann.

Vater, H. (1996). Textuelle Funktionen von Tempora. In G. Harras & M. Bierwisch (Hrsg.), Wenn die Semantik arbeitet (Klaus Baumgärtner zum 65. Geburtstag) (S. 237-255). Tübingen: Niemeyer.

Anmerkungen

Ein kleines Bauernopfer: Die Quelle wird für eine kurze - nicht ganz korrekt übertragene - wörtliche Übernahme genannt, doch stammt auch der Inhalt des nachfolgenden Satzes ebenfalls daraus.


[21.] Dt/Fragment 014 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 14, Zeilen: 3-7
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 2, Zeilen: 3 ff.
Raumgliedernde Konzepte sind eng mit konzeptuellem Wissen anderer Art verknüpft, wie dem Wissen über Objekte, ihre Gestalt, ihre Funktion, ihre funktionale Interaktion usw. Das Zusammenspiel der beiden Arten von konzeptuellem Wissen spiegelt sich in den Verwendungsbedingungen von Lokalisierungsausdrücken wider. Raumgliedernde Konzepte sind eng verknüpft mit konzeptuellem Wissen anderer Art, wie dem Wissen über Objekte, ihre Gestalt, ihre Funktion, ihre funktionale Interaktion usw. Das Zusammenspiel der beiden Arten von konzeptuellem Wissen spiegelt sich in den Verwendungsbedingungen von Ausdrücken wider.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[22.] Dt/Fragment 014 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 14, Zeilen: 9-16, 19-33
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 22, 43, 44, 45, 46, Zeilen: 22: 21 ff.; 43: 2 ff.; 44: 26 ff.; 45: 1 ff., letzte Zeile; 46: 1, 10 ff.
Bezüglich des Lokalisierens eines Objekts zu einem anderen stellt sich zunächst die Frage nach der Selektion der Objekte: Warum sagt man „Rostock liegt an der Ostsee“ und nicht „die Ostsee liegt an Rostock“. Das Objekt, um dessen räumliche Relation zu einem anderen Objekt es sich handelt, wird als das zu lokalisierende Objekt (LO) und das Objekt, auf das das LO räumlich bezogen werden soll, als Bezugsobjekt (BO) bezeichnet. Wovon hängt es ab, dass eines von mehreren Objekten zum LO wird und wovon, dass ein anderes zum BO wird? [...]

Es ist ersichtlich, dass der Rezipient das BO und dessen Ort schon kennen sollte, bevor das LO durch entsprechende sprachliche Mittel an das BO angebunden wird - wenn der Rezipient nicht weiß, wo die Ostsee liegt, ist es natürlich sinnlos zu sagen, dass Rostock an der Ostsee liegt. In der Regel muss das BO identifiziert worden sein, bevor man das LO dazu plaziert. Man kann die LO- und BO-Wahl damit begründen, dass der Sprachproduzent sich bemüht so zu formulieren, dass „die Inhalte des Partnerbewusstseins zielführend und informativ modifiziert werden“ (Herrmann/Schweizer 1998: 44), um dem Partner das Verständnis zu ermöglichen bzw. zu erleichtern und er während der Rezeption leicht eine interne Repräsentation aufbauen kann. Natürlich hängt die Wahl von LO und BO auch damit zusammen, wie der Produzent der Äußerung selbst die jeweilige Raumkonstellation kogniziert - wenn jemand eine Raumkonstellation betrachtet, sich daran erinnert oder sich eine solche ausdenkt, so muss er vor jeder Sprachproduktion das zu Verbalisierende intern repräsentieren (vgl. Baddeley 1990: 97ff).


Baddeley, Alan D. (1990): Human memory. Theory and practice. Bostan u.a.: Allyn and Bacon.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

[Seite 43:]

Was das „Anbinden“ eines intendierten Objekts an ein anderes Objekt, das Relatum, betrifft, so stellt sich zunächst die Frage nach der Selektion von O1 und R: Wovon hängt es ab, daß eines von mehreren Objekten zum intendierten Objekt O1 wird, und wovon, daß ein anderes zum Relatum R wird”? Warum sagt der Sprecher in einem der obigen Beispiele: „Neckarhausen (= O1) zieht sich am Neckar (= R) entlang.“ und nicht: „Der Neckar (= O1) zieht sich an Neckarhausen (= R) entlang.“?

[Seite 22:]

Das Objekt, um dessen räumliche Relation zu einem anderen Objekt (oder zu mehreren anderen Objekten) es sich handelt (z.B. Zange), soll in diesem Buch als intendiertes Objekt Oi, das Objekt, auf das Oi räumlich bezogen werden soll (z.B. Auto), als Relatumobjekt (kurz: Relatum) R bezeichnet werden.

[Seite 44:]

Es ist einleuchtend, daß der Partner das Relatum und dessen Ort schon kennen sollte, bevor das intendierte Objekt durch entsprechende sprachliche Mittel an das Relatum angebunden wird. Wenn der Partner nicht weiß, welcher Schrank gemeint ist bzw. wo der Schrank steht, ist es offensichtlich sinnlos zu sagen: „Der Schlüssel liegt links vom Schrank.“ Insofern ist der hier interessierende Gesichtspunkt eng mit dem schon kurz erläuterten Linearisierungsproblem (s. oben Abschnitt 2.2) verknüpft: Vom Relatum ist oft - wenn auch nicht immer- früher die Rede als vom intendierten Objekt, denn im allgemeinen muß das Relatum identifiziert sein, bevor man das intendierte Objekt identifizieren kann.

Welches von zwei Objekten zu Oi wird und welches zu R, kann auf zweierlei Weise begründet werden. Wir unterscheiden verständniserleichternde Oi-Wahlen und solche, die auf die sprecherseitige Situationsauffassung zurückzuführen sind:

l. Man kann die Oi- und R-Wahl damit begründen, daß der Sprecher möglichst so formuliert, daß damit die Inhalte des Partnerbewußtseins zielführend und informativ modifiziert werden. Man

[Seite 45:]

kann auch sagen: Man wählt Oi und R, um dem Partner das Verständnis zu ermöglichen beziehungsweise zu erleichtern.

[...]

Und doch erscheint die Äußerung kohärent, der Hörer kann während der Re-

[Seite 46:]

zeption des Gesprochenen leicht eine interne Repräsentation aufbauen. [...]

Auffassungsbedingte Oi-Wahlen: Die sprecherseitige Oi-Wahl und die korrespondierende R-Wahl hängen auch damit zusammen, wie der Sprecher selbst die jeweilige Raumkonstellation kogniziert. Wenn jemand eine Raumkonstellation betrachtet, wenn er sich an eine Raumkonstellation erinnert oder wenn er sich eine solche ausdenkt, so muß er, wie wir im vorstehenden Kapitel ausgeführt haben, vor jeder Sprachproduktion das zu Verbalisierende intern repräsentieren (vgl. auch Baddeley, 1990, S. 97 ff.).


Baddeley, A. D. (1990). Human memory. Theory and practice. Boston: Allyn and Bacon.

Anmerkungen

Die Quelle ist lediglich für ein kurzes wörtliches Zitat (Sequenz von 9 Wörtern) angegeben - dass auch der weitere Inhalt der beiden Absätze daraus übernommen wurde (nur die Beispiele werden ausgetauscht), bleibt Rezipienten mangels Kennzeichnung verborgen.


[23.] Dt/Fragment 015 04

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 4-13
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 6, 7, Zeilen: 6: letzter Absatz; 7: 1 f., 5 ff.
Die Wahrnehmung der Objektgestalt erfolgt über Objektteile, wie Oberflächen, Kanten und Ecken - z.B. setzt sich die Oberfläche eines Würfels aus sechs quadratischen Flächen, zwölf Kanten und acht Ecken zusammen (wo zwei Flächen aneinander stoßen, entsteht eine Kante; wo drei Flächen zusammenlaufen, ergibt sich eine Ecke). Die Mehrzahl der Objekte wird dreidimensional konzeptualisiert, eine bestimmte Zahl von Objekten zweidimensional - z.B. Fenster, Straße (ebene, durch Kanten begrenzte Fläche, vgl. Bierwisch/Lang 1987). Selten sind eindimensional repräsentierte Entitäten, wie z.B. Horizont, der als Linie begriffen wird.

Bierwisch, Manfred; Lang, Ewald (1987): Etwas länger – viel tiefer - immer weiter: Epilog zum Dimensionsadjektivprojekt. In: Bierwisch, Manfred; Lang, Ewald (Hrsg.): Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven. Berlin: Akademie Verlag, 649- 699.

Bierwisch, Manfred; Lang, Ewald (Hrsg.) (1987): Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven. Berlin: Akademie-Verlag.

[Seite 6:]

Die Wahrnehmung der Objektgestalt erfolgt über Objektteile wie Oberflächen, Kanten und Ecken (vgl. Zusne 1970: Kap. 2). [...] Beispielsweise setzt sich die Oberfläche eines Würfels aus sechs quadratischen Flächen zusammen. Wo zwei Flächen aneinanderstossen, entsteht eine Kante,

[Seite 7:]

und wo drei Flächen zusammenlaufen, ergibt sich eine Ecke. Ein Würfel hat also zwölf Kanten und acht Ecken. [...] Die Mehrzahl der Objekte wird dreidimensional vorgestellt. Bestimmte Objekte können aber auch zweidimensional konzeptualisiert werden, also als ebene, durch Kanten begrenzte Fläche, z.B. Fenster, Strasse, Rasen (vgl. Bierwisch/ Lang 1987). Selten sind eindimensional repräsentierte Entitäten, wie z.B. Horizont (vorausgesetzt der Horizont wird als Linie begriffen).


Bierwisch, M. & E. Lang (Hrsg.) (1987) Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven. Berlin.

Zusne, L. (1970) Visual Perception of Form. New York, London.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[24.] Dt/Fragment 016 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 2-5, 24-27, 28-29
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 8, 9, Zeilen: 8: letzter Satz; 9: 2 ff.
Die Vorstellung über die Größe eines Objekts ist wichtig für die Konzeptualisierung der Ausgedehntheit seiner Umgebung: die Umgebung eines Universitätsgebäudes wird ausgedehnter gedacht als die Umgebung eines Brunnens.

[...]

Wissen über Gestalteigenschaften und Wissen über funktionale Eigenschaften sind eng miteinander verbunden und das besonders bei den Artefakten - einerseits beeinflusst die Funktion zum Teil die Form, andererseits lässt sich aus der Form die Funktion ableiten. [Änderungen in der Form führen zu Änderungen der Funktion.] Ein Tisch dient dazu, Objekte zu tragen. Deshalb hat er eine feste, flache Oberfläche in bestimmter Höhe.

[Seite 8:]

Auch wirkt sich die Grösse eines Objekts auf die Konzeptualisierung der Ausgedehntheit seiner Umgebung aus: die Umgebung einer Stadt wird ausgedehnter gedacht als die Umgebung eines Tisches.

[Seite 9:]

Das Wissen um Gestalteigenschaften von Objekten ist eng mit dem Wissen um funktionale Eigenschaften verbunden. Die Funktion determiniert z.T. die Form, andererseits lässt sich aus Formeigenschaften die Funktion ableiten. Ein Tisch dient dazu, Objekte zu tragen, damit sie manipuliert werden können. Deshalb hat ein Tisch eine feste, flache Oberfläche in bestimmter Höhe.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[25.] Dt/Fragment 016 05

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 5-8, 12-18
Quelle: Grabowski 1999
Seite(n): 66, Zeilen: 21 ff., 36 ff.
Dass größere Objekte größere Regionen einnehmen und Hintergrund-Objekten, gerade weil sie den Hintergrund bilden, ebenfalls ausgedehntere Regionen zugeschrieben werden, ist unmittelbar einsichtig.

[...]

Was das Prinzip der variablen Beweglichkeit betrifft, so scheint es, dass Objekten, die nicht als ortstabil aufgefasst werden, Regionen geringerer Ausdehnung zugeschrieben werden als Objekten, die ortsfest sind. Hier gilt das folgende Prinzip: Objekte, die nicht an ihrem Ort bleiben, sind keine verlässlichen Kandidaten für die räumliche Verankerung anderer Objekte - bei mehreren BO-Kandidaten in der räumlichen Nähe eines LO werden ortstabile Objekte bevorzugt.

Daß größere Objekte größere Regionen einnehmen und Hintergrund-Objekten, gerade weil sie den Hintergrund bilden, ebenfalls ausgedehntere Regionen zugeschrieben werden als Figur-Objekten, ist unmittelbar einsichtig. Was das Prinzip der variablen Beweglichkeit betrifft, so scheint, daß Objekten, die nicht als ortsstabil aufgefaßt werden, Regionen geringerer Ausdehnung zugeschrieben werden als Objekten, die ortsfest sind. [...] Insgesamt scheint es sich bei der Beweglichkeit/Bewegbarkeit gegenüber der Ortsstabilität um ein sehr starkes Prinzip zu handeln, das sich gegenüber den Größen- und Figur-Grund-Verhältnissen in aller Regel durchsetzt: Objekte, die nicht an ihrem Ort bleiben, sind keine verläßlichen Kandidaten für die räumliche Verankerung anderer Objekte. (Für den Menschen selbst gelten, wie erwähnt, Sonderbetrachtungen.) Es wäre empirisch zu zeigen, daß bei mehreren Relatumkandidaten in der räumlichen Nähe eines Zielobjekts mutmaßlich ortsstabile Objekte bevorzugt werden.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[26.] Dt/Fragment 016 09

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 9-11, 18-23
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 46, 47, Zeilen: 46: 18 ff., 38 ff.; 47: 16 ff.
Weiter werden Objekte, die von anderen Objekten eingeschlossen oder umgeben sind, unter sonst gleichen Bedingungen zum LO bevorzugt, z.B. die Blumen in der Vase.

[...]

[...] Diese Sachlage gilt selbst dann, wenn sich das bewegliche bzw. bewegbare Objekt im Moment nicht bewegt oder bewegt wird. Außerdem ist wahrscheinlich der Gesichtspunkt der Kleinheit mit demjenigen der Beweglichkeit bzw. Bewegbarkeit vermischt – was klein und beweglich bzw. bewegbar ist, wird umso sicherer zum LO: das Fahrrad steht vor der Uni und nicht die Uni hinter dem Fahrrad.

[Seite 46:]

Betrachten wir einige Gesichtspunkte: Objekte, die von anderen Objekten eingeschlossen oder umgeben sind, werden unter sonst gleichen Bedingungen bevorzugt zum intendierten Objekt; [...]

[...]

[...] Diese Sachlage dürfte selbst dann auftreten, wenn sich das bewegliche beziehungsweise bewegbare Objekt nicht aktuell bewegt oder bewegt wird.

[Seite 47:]

Wahrscheinlich ist der Gesichtspunkt der Kleinheit mit demjenigen der Beweglichkeit beziehungsweise Bewegbarkeit vermischt: Was klein und beweglich oder bewegbar ist, wird um so sicherer zum Objekt O1. Das zeigt sich in folgendem Beispiel:

Man sagt: „Die Milchkanne steht vor dem Baum.“ Man sagt kaum: „Der Baum steht hinter der Milchkanne.“

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Für den ersten Satz gibt es einen ähnlichen Übereinstimmungsgrad auch mit Weiß 2005, siehe Dublette/Fragment 016 09.


[27.] Dt/Fragment 017 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 17, Zeilen: 1-6, 14-15, 36-37
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 9, 20, Zeilen: 9: 9 ff.; 20: 16 f.
Die funktionalen Eigenschaften spielen auch bei der Schematisierung nach Teilräumen, die Teilkonzepte darstellen, eine Rolle. So können einem IN-Raum nur Behälterobjekte und einem AUF-Raum nur Trägerobjekte zugeordnet werden. Eine Schale und ein Tablett können eine ähnliche Gestalt haben, ein Apfel aber ist immer in der Schale und auf dem Tablett, weil eine Schale ein Behälterobjekt und ein Tablett ein Trägerobjekt ist. [...] Deshalb können funktionale Faktoren aus der Beschreibung der Objektkonzepte nicht ausgeschlossen werden.

[...]

Nach Becker (1994: 20) liegt eine intrinsische Vorderseite vor, wenn ein Objekt eine Standardlage hat, bei der eine Seite nach vorne zeigt.


Becker, Angelika (1994): Lokalisierungsausdrücke im Sprachvergleich: Eine lexikalisch-semantische Analyse von Lokalisierungsausdrücken im Deutschen, Englischen, Französischen und Türkischen. Tübingen: Max Niemeyer Verlag (= Linguistische Arbeiten 316).

[Seite 9:]

Funktionale Eigenschaften können bei der Schematisierung des Eigenorts nach Teilräumen eine Rolle spielen. Vergleicht man etwa über die Sprachen hinweg, welchen Entitäten ein „IN"-Raum zugeordnet werden kann, dann stellt man fest, dass bestimmte Objekte dafür prädestiniert sind, und zwar sind dies Behälterobjekte. Ebenso sind Objekte, denen ein „AUF”-Raum zugeordnet werden kann, in der Regel Trägerobjekte. Objekte wie eine Schale und ein Tablett können eine ähnliche Gestalt haben, aber ein Apfel ist immer in der Schale und auf dem Tablett. Dies ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass eine Schale ein Behälterobjekt und ein Tablett ein Trägerobjekt ist. [...]

Andererseits können funktionale Faktoren aus der Beschreibung nicht ausgeschlossen werden.

[Seite 20:]

Eine intrinsische Oberseite liegt vor, wenn ein Objekt eine Standardlage hat, bei der eine Seite nach oben zeigt.

Anmerkungen

Ein Hinweis auf die Quelle findet sich im letzten Absatz der Seite - jedoch erst nach zwei Verweisen auf andere Quellen und inhaltlich nur auf die intrinsische Vorderseite bezogen (wobei auch eine Sequenz von 12 Wörtern ungekennzeichnet übernommen wird).

Dass bereits am Seitenbeginn ebenfalls daraus übernommen wird, bleibt Rezipienten mangels Kennzeichnung verborgen.


[28.] Dt/Fragment 018 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 18, Zeilen: 1-12, 15-16
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 20, Zeilen: 10 f., 17 ff.
[Nach Becker (1994: 20) liegt eine intrinsische Vorderseite vor, wenn ein Objekt eine Standardlage hat, bei der eine Seite nach vorne zeigt. Bei Artefak-]ten hängt die Standardlage eng mit der Funktion des Objekts zusammen: eine Schultafel zeigt nach vorne, weil sie dazu dient, an sie zu schreiben, damit das Geschriebene von allen im Klassenzimmer gesehen werden kann. Die typische Orientierung des Standardbenutzers bzw. -betrachters ist auch ausschlaggebend.

Nach Miller/Johnson-Laird (1976: 403) gilt als Vorderseite:

a) die Seite, die die Wahrnehmungsorgane trägt (z.B. bei einem Tier, einer Kamera)
b) die Seite, zu der hin ein Benutzer typischerweise orientiert ist innerhalb des Objekts (z.B. bei einem Auto, Zimmer, Stuhl), außerhalb des Objekts (z.B. bei einer Schultafel, einem Fernseher)
c) die Seite, die in der charakteristischen Bewegungsrichtung liegt (z.B. bei einem Pfeil)

[...]

Ist ein BO intrinsisch orientiert, können die Koordinaten direkt zu dieser Orientiertheit festgelegt werden.


Becker, Angelika (1994): Lokalisierungsausdrücke im Sprachvergleich: Eine lexikalisch-semantische Analyse von Lokalisierungsausdrücken im Deutschen, Englischen, Französischen und Türkischen. Tübingen: Max Niemeyer Verlag (= Linguistische Arbeiten 316).

Miller, George A.; Johnson-Laird, Philip N. (1976): Language and perception. Cambridge, Mass.: Belknap Press of Harvard Univ. Press.

[Z. 17 ff.:]

Eine intrinsische Oberseite liegt vor, wenn ein Objekt eine Standardlage hat, bei der eine Seite nach oben zeigt. Bei Artefakten hängt die Standardlage eng mit der Funktion des Objekts zusammen: die Tischplatte zeigt nach oben, weil sie dazu dient, dass Objekte auf ihr abgestellt werden.

Die Zuschreibung intrinsischer Vorderseiten zu Objekten hat anthropozentrischen Charakter. Sie erfolgt einmal in Analogie zur menschlichen Orientiertheit, also durch Übertragung der Kriterien Seiten-Asymmetrie, Blickrichtung und Bewegungsrichtung auf Objekte; zum andern kann die typische Orientierung eines Standardbenutzers/ -betrachters ausschlaggebend sein. Nach Miller/ Johnson-Laird (1976:403) gilt als Vorderseite:

a) die Seite, die die Wahrnehmungsorgane trägt (z.B. bei einem Tier, einer Puppe, einer Kamera)
b) die Seite, zu der hin ein Benutzer typischerweise orientiert ist
• innerhalb des Objekts (z.B. bei einem Kleid, einem Auto, einem Stuhl)
• ausserhalb des Objekts (z.B. bei einem Fernseher, einem Schreibtisch)
c) die Seite, die in der charakteristischen Bewegungsrichtung liegt (z.B. bei einem Pfeil)

[Z. 10 f.:]

Ist ein Relatum intrinsisch orientiert, können die Koordinaten direkt relativ zu dieser Orientiertheit festgelegt werden.


Miller, G. A. & P. Johnson -Laird [sic] (1976) Language and Perception. Cambridge, London, Melbourne.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar genannt - als Referenz für eine Aussage zur intrinsischen Vorderseite. Dass freilich auch danach und insbesondere die Rezeption von Miller/Johnson-Laird (1976) daraus übernommen wird, bleibt unausgewiesen.


[29.] Dt/Fragment 018 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 18, Zeilen: 20-25
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 56, Zeilen: vorletzter Absatz
Autos sind wie Stühle, Sessel, Eisenbahnzüge und dergleichen „Untersätze” für Menschen und gehören zur Klasse der Vehikelobjekte. Eine davon zu unterscheidende Gruppe von intrinsisch gerichteten Objekten sind die Gegenüberobjekte wie Schränke, Uhren usw. (vgl. die ausführliche Diskussion von Gerichtetheit und Präpositionenwahl bei Grabowski 1996).

Grabowski, Joachim (1996): Determinanten der Interpretation dimensionaler Lokalisationsäußerungen: Experimente in fünf Sprachen. In: Sprache und Kognition 15;4: 234-250.

Autos sind, wie Stühle und dergleichen, „Untersätze“ für Menschen; sie gehören zur Klasse der Vehikelobjekte. [...] Eine davon zu unterscheidende große Gruppe von intrinsisch gerichteten Objekten sind die Gegenüberobjekte. Zu ihnen gehören Schränke, Uhren usf. (Vgl. zum folgenden auch die ausführliche Diskussion von Gerichtetheit und Präpositionenwahl bei Grabowski, 1996.)

Grabowski, J. (1996). Die Raumauffassung des Menschen und ihr Ausdruck in der Sprache: Determinanten der Verwendung dimensionaler Präpositionen. Unveröffentl. Habilitationsschrift. Mannheim: Universität Mannheim.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar im vorangehenden Satz genannt - "(vgl. Herrmann/Schweizer 1998: 56)" -, doch setzt sich die Übernahme auch danach (großteils wörtlich) fort und erstreckt sich auch auf den Verweis auf Grabowski 1996; zu vergleichen gibt es hier insofern nichts.


[30.] Dt/Fragment 019 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 19, Zeilen: 1-4, 5-36
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 56, 57, 58, 59, Zeilen: 56: letzter Absatz; 57: 1, 2 ff.; 58: 33, vorletzter und Anfang letzter Absatz, letzte drei Zeilen; 59: 3 ff.
Wie hier immer vorausgesetzt steht der Sprecher im Süden einer Lokalisationskonstellation und ist entsprechend nach Norden ausgerichtet, der Blickpunkt fungiert als Origo. Das BO in der Teildarstellung (a) ist ein Auto, dessen Vorderseite nach Süden gerichtet ist. Eine Zange liegt westlich vom Auto. [Einerseits könnte man sagen, dass „die Zange links vom Auto liegt“.] Versetzt man sich aber ins Auto, da das Auto ein Vehikelobjekt ist, könnte man andererseits sagen, dass „die Zange rechts vom Auto liegt“ – das heißt, dass die Zange auf der rechten Seite des Autos plaziert ist.

In Teildarstellung (b) ist das Auto durch ein Gegenüberobjekt, einen Schrank, ausgetauscht, der auch nach Süden gerichtet ist. Die Zange liegt wieder westlich vom Schrank. Nun würde der Sprecher nicht sagen: „die Zange liegt rechts vom Schrank“, da man sich normalerweise nicht in einen Schrank versetzt, sondern dass „die Zange links vom Schrank liegt“. Sie liegt auf der Seite der linken Hand des Sprechers.

Herrmann/Schweizer (1998: 57) gemäß gilt bei Menschen beides – sie können sowohl in der Art eines Vehikelobjekts als auch eines Gegenüberobjekts kogniziert werden: stehen Sprecher und Hörer einander gegenüber und sagt der Sprecher: „der Schlüssel liegt rechts von dir”, so kann dies bedeuten, dass der Schlüssel, vom Sprecher aus betrachtet, rechts vom Hörer liegt, was die Autoren als eine Lokalisation zum Gegenüberobjekt bezeichnen. Oder der Schlüssel liegt auf der Seite der rechten Hand des Hörers, was sie als Lokalisation zu einem Vehikelobjekt benennen.

An diese theoretische Position schließt Grabowski (1996) die Annahme an, dass bei Vehikelobjekten die Sprecher aus ihrer Innenperspektive, also als zum Beispiel ins Auto versetzte Sprecher lokalisieren. Dabei sind die derart „verschobenen Sprecher” selbst das BO. Anders bei den Gegenüberobjekten: die Zange liegt links vom Schrank, insofern sich der Sprecher nicht in den Schrank versetzt, sondern ihn aus seinem Gegenüber-Blickpunkt betrachtet - er hat hier die Außenperspektive inne - die Zange liegt auf derjenigen Seite des Schranks, auf der sich auch die linke Hand des Sprechers befindet.

Meiner Meinung nach geht es hier um Origowechsel, da der Sprachproduzent in seiner Vorstellung auch andere Blickpunkte einnehmen kann – man kann selbst als Origo fungieren oder die Origo auf den Partner bzw. auf ein anderes Objekt (Auto) übertagen. Wichtig ist hier zu bemerken, dass man sich in einige Objekte versetzt (Vehikelobjekte), in andere aber nicht (Gegenüberobjekte).


Grabowski, Joachim (1996): Determinanten der Interpretation dimensionaler Lokalisationsäußerungen: Experimente in fünf Sprachen. In: Sprache und Kognition 15;4: 234-250.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

[Seite 56:]

Man betrachte Abbildung 2.3: Der Sprecher steht (wie hier immer vorausgesetzt) im Süden einer Lokalisationskonstellation und ist entsprechend nach Norden ausgerichtet. Das Relatum ist in der Teildarstellung (a) ein Au-

[Seite 57:]

to, dessen Vorderseite nach Süden gerichtet ist. [...] Eine Zange liegt westlich vom Auto. Das Auto ist ein Vehikelobjekt. Bei drittbezogener Zweipunktlokalisation sagt der Sprecher: „Die Zange liegt rechts vom Auto.“ Das bedeutet, daß die Zange auf der rechten Seite des Autos plaziert ist. - In Teildarstellung (b) ist das Auto durch ein Gegenüberobjekt, einen Schrank, ersetzt. Auch der Schrank ist nach Süden gerichtet, die Zange liegt westlich vom Schrank. Nunmehr wird der Sprecher nicht sagen: „Die Zange liegt rechts vom Schrank.“ Vielmehr sagt er: „Die Zange liegt links vom Schrank.“ Sie liegt auf der Seite der linken Hand des Betrachters. - Menschen können sowohl in der Art eines Vehikel- als auch eines Gegenüberobjekts kogniziert werden. Stehen Sprecher und Hörer einander gegenüber und sagt der Sprecher: „Der Schlüssel liegt rechts von dir.“, so kann dies bedeuten, daß der Schlüssel, vom Sprecher aus betrachtet, rechts vom Hörer liegt (= Gegenüberobjekt; sprecherbezogene Zweipunktlokalisation). Oder der Schlüssel liegt auf der Seite der rechten Hand des Hörers (= Vehikelobjekt; hörerbezogene Zweipunktlokalisation).

[Seite 58:]

An diese theoretische Position schließt Grabowski die folgenden Annahmen an:

[...]

(2) [...] Bei Vehikelobjekten lokalisieren Sprecher also, Grabowski zufolge, aus ihrer Innenperspektive, also als zum Beispiel ins Auto versetzte Sprecher. Dabei sind die derart „verschobenen Sprecher“ selbst das Relatum.

[Seite 59:]

(3) Anders bei den Gegenüberobjekten: Die Zange liegt links vom Schrank (= Gegenüberobjekt), insofern sich der Sprecher nicht in den Schrank versetzt, sondern ihn aus seinem Gegenüber-Blickpunkt betrachtet (vgl. dazu auch Abb. 2.3 (b)); er hat hier die Außenperspektive inne. Die Zange liegt auf derjenigen Seite des Schranks, auf der sich auch die linke Hand des Sprechers befindet.

[Seite 58 (vorletzter und Anfang letzter Absatz):]

(1) Der Sprecher kann, wie auch von uns unterstellt, die Origo auf andere gerichtete Instanzen übertragen (= Origowechsel). Und er kann auch selbst in der Vorstellung andere Blickpunkte einnehmen.

(2) Bei Vehikelobjekten von der Art der Autos versetzt sich der Sprecher auf den Fahrersitz, [...]

Anmerkungen

Die Quelle wird zwar genannt, doch bleiben Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet. Diese gerät im mittleren Teil stark wörtlich und setzt sich nach der Referenzierung fort; im vorletzten Absatz wird so auch Hermann/Schweizers Grabowski-Rezeption mit vereinnahmt.

Der letzte Absatz ("Meiner Meinung nach") folgt trotz freierer Formulierung weiterhin der Quelle (und greift dort am Ende den Inhalt von S. 59, Z. 3 f., erneut auf).

[Hinweis: Das Visualisierungswerkzeug zur automatisierten farblichen Hervorhebung übereinstimmender Zeichenketten stößt bei diesem Fragment aufgrund von deren mehrfach in anderen Detailkontexten wiederkehrendem Auftreten bisweilen an technische Grenzen (verwirrende false-positive-Effekte bei der Einfärbung); es kann hier insofern nur teilweise zur Orientierung bzgl. der inhaltlichen Übereinstimmungen dienen.]


[31.] Dt/Fragment 020 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 20, Zeilen: 1-30
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 59, 60, Zeilen: 59: 29 ff., 41 ff.; 60: 1 f., 17 ff.
[Was die Gerichtetheit von Objekten generell betrifft, so solle nach Herrmann/Schweizer (1998:59) objektmerkmalfundierte von nichtobjektmerkmalfundierter Gerichtetheit unterschieden werden: bei Menschen,] Tieren, Autos, Stühlen, Lokomotiven, Rathäusern, Uhren, Schränken usw. lassen sich Objektmerkmale, Objektteile o. dgl. angeben, die für die Verleihung intrinsischer Gerichtetheit entscheidend sind. Falls man also ein Auto als intrinsisch gerichtet betrachtet, so sind es u.a. die (augenartigen) Lampen, die Frontscheibe usw., die mitbestimmen, was beim Auto die Vorderseite sein soll. Baumstümpfe, Mauern u.a. können unter Umständen nun aber ebenfalls als intrinsisch gerichtet betrachtet werden - hier fehlen aber in der Regel besondere Merkmale, Teile o. dgl., die mitbestimmen, welche ihre Vorderseite und welche ihre Rückseite ist. Die Vorderseite ist hier vielmehr durch die kanonische Position des typischen, generischen Betrachters oder Benutzers bestimmt - die Vorderseite der Mauer ist straßenseitig zugewandt.

Nicht intrinsisch gerichtete Objekte können ihre Gerichtetheit in zweierlei Weise erhalten - sie können eine momentane Vehikelfunktion oder eine momentane Gegenüberfunktion besitzen, die mit der tatsächlichen Benutzer- bzw. Betrachterposition variiert. Ein Baumstumpf habe keine intrinsische Orientierung. Sitzt jemand auf dem Baumstumpf, nennt man dann beim Baumstumpf diejenige Seite „vorn”, an der sich die Vorderseite des auf ihm sitzenden Benutzers befindet. Diese Vorderseite wandert mit, wenn sich der Sitzende dreht. Die momentane Bestimmtheit der Baumstumpfseiten ist von der jeweiligen Benutzung abhängig, was Herrmann/Schweizer (1998: 60) momentane Vehikelfunktion nennen. Ein Baumstumpf habe wiederum keine intrinsische Ausrichtung. Bei diesem Baumstumpf (wie bei Bällen und anderen nicht-intrinsisch gerichteten Objekten) ist diejenige Seite „vorn”, die dem jeweiligen tatsächlichen Betrachter momentan zugewandt ist. Die Vorderseite wandert mit, wenn der Betrachter um das Objekt herumgeht, was Herrmann/Schweizer (ebd.) momentane Gegenüberfunktion nennen. Soweit nicht-intrinsisch gerichtete Objekte ihre momentane Vehikelfunktion besitzen, können sie beim sprachlichen Lokalisieren zur Origo-Instanz werden. Objekte mit momentaner Gegenüberfunktion - wie alle Gegenüberobjekte - können die Origo-Instanz nicht übernehmen.


Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

[Seite 59:]

Was die Gerichtetheit von Objekten generell betrifft, so sollte der folgende Gesichtspunkt beachtet werden: Man kann objektmerkmalfundierte von nicht-objektmerkmalfundierter Gerichtetheit unterscheiden: Bei Menschen, vielen Tieren, Autos, Stühlen, Lokomotiven, Rathäusern, Uhren, Schränken usf. lassen sich (in einer objektivphysikalischen Sprache darstellbare) Objektmerkmale, Objektteile o. dgl. angeben, die für die Verleihung intrinsischer Gerichtetheit entscheidend sind. Falls man also ein Auto als intrinsisch gerichtet betrachtet, so sind es u.a. die (augenartigen) Lampen, die Frontscheibe usf., die mitbestimmen, was beim Auto die Vorderseite sein soll. [...]

Baumstümpfe, Mauern o. dgl. können unter Umständen nun aber ebenfalls als intrinsisch gerichtet betrachtet werden; hier fehlen aber in der Regel besondere, in physikalischer Sprache beschreibbare Merkmale, Teile o. dgl., die mitbestimmen, was ihre Vorderseite und ihre Rückseite sind. Die Vorderseite ist hier vielmehr durch die kanonische Position eines Betrachters oder Benutzers bestimmt. Die Vorderseite des Baumstumpfs ist die Seite,

[Seite 60:]

die dem „typischen“, einen Weg benutzenden Wanderer zugewandt ist; die Vorderseite der Mauer ist straßenseitig, usf. [...]

[...] Nicht intrinsisch gerichtete Objekte können ihre phänomenale Gerichtetheit in zweierlei Weise erhalten. Sie können eine momentane Vehikelfunktion oder eine momentane Gegenüberfunktion besitzen.

Momentane Vehikelfunktion: Ein Baumstumpf habe keine intrinsische Richtungszuschreibung (unter Zuhilfenahme einer kanonischen Betrachterposition) erhalten. Jemand sitzt auf dem Baumstumpf: Man nennt dann beim Baumstumpf diejenige Seite „vorn“, an der sich die Vorderseite des auf ihm Sitzenden befindet. Diese Vorderseite wandert mit, wenn sich der Sitzende dreht. [...] Die momentane Bestimmtheit der Baumstumpfseiten ist von der jeweiligen Benutzung abhängig.

Momentane Gegenüberfunktion: Ein Baumstumpf habe wiederum keine intrinsische Ausrichtung. Bei diesem Baumstumpf (wie bei Bällen und anderen nicht-intrinsisch gerichteten Objekten) ist diejenige Seite „vorn“, die dem jeweiligen tatsächlichen Betrachter momentan zugewandt, also in Grabowskis Sinne diesem perzeptuell zugänglich ist. Die Vorderseite wandert mit, wenn der Betrachter um das Objekt herumgeht. [...]

Soweit nicht-intrinsisch gerichtete Objekte ihre momentane Vehikelfunktion besitzen, können sie beim sprachlichen Lokalisieren zur Origo-Instanz werden. Objekte mit momentaner Gegenüberfunktion können - wie alle Gegenüberobjekte - nicht zu einer Origo-Instanz werden.

Anmerkungen

Die Quelle ist genannt, doch die Wörtlichkeitkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.


[32.] Dt/Fragment 021 15

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 15-19
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 61, Zeilen: 25 ff.
Sprachproduzenten erwarten in einem bestimmten Kontext offenbar mit hoher Trefferchance, dass auch der Sprachrezipient ein Objekt als in bestimmter Weise gerichtet kogniziert. Dieses „geteilte Wissen” (Clark 1973) über die intrinsische Gerichtetheit dürfte eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Kommunikation beim sprachlichen Lokalisieren sein.

Clark, Herbert H. (1973): Space, Time, Semantics and the Child. In: Moore, Timothy E. (ed): Cognitive Development and the Acquisition of Language. New York: Academic Press, 65-110.

Sprecher erwarten unter bestimmten Bedingungen offenbar mit hoher Trefferchance, daß auch der Hörer ein Objekt o. dgl. als in bestimmter Weise gerichtet kogniziert (s. dazu auch unten Abschnitt 3.1). Dieses „geteilte Wissen“ (Clark, 1973) über jeweils attribuierte intrinsische Gerichtetheit dürfte eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen lokalisierender Kommunikation sein.

Clark, H. H. (1973). Space, time, semantics, and the child. In T. E. Moore (Ed.), Cognitive development and the acquisition of language (pp. 28-63). New York: Academic Press.

Anmerkungen

Vor dem Fragment findet sich im Absatz darüber eine Klassifikation (S. 20 f.), für die auf der Vorseite die Quelle genannt ist. Dass daraus aber auch der folgende Absatz teilweise (inkl. der Referenz Clark 1973) übernommen wurde, bleibt ungekennzeichnet.


[33.] Dt/Fragment 022 02

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 2-33, 34-40
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 18, 19, 20, Zeilen: 18: 40 ff.; 19: 1 ff., 20: 7 ff., 21 ff.
Unser Gedächtnis ist so veranlagt, dass sich in ihm Raumerfahrungen speichern und aus ihm abrufen lassen (Downs/Stea 1977, Engelkamp 1990). Die Leistungen des Speicherns und des Abrufens räumlicher Gegebenheiten sind variabel und hängen von den Bedingungen ab. So muss der Mensch bei jeder Eigenbewegung die interne Repräsentation (innere Abbildung) der wahrgenommenen oder vorgestellten räumlichen Gegebenheiten - Entfernungen, Richtungen von Objekten usw. ändern, also diese interne Repräsentation aktualisieren. Das gelingt besser, wenn der Mensch bei der Eigenbewegung die Körperrichtung beibehält (Translation), als wenn er seine Körperachse dreht (Rotation) (vgl. dazu Herrmann/Schweizer 1998: 19ff.).

Die Erfahrungen, die der Mensch mit ein und demselben Raum macht, sind diskrepant oder doch sehr heterogen. Wenn eine bestimmte konstante Eingangsinformation bzw. ein bestimmter Reiz-Input aus der räumlichen Umgebung vorliegt, die von mehreren Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt oder von einem Menschen in verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen wird, kann die variable kognitive Verarbeitung zu höchst unterschiedlichen inneren Abbildungen (internen Repräsentationen) der Information führen. Herrmann/Schweizer (1998: 20 ff.) demonstrieren es anhand drei [sic] Beispiele:

Im ersten Beispiel geht es um die Unterschiedlichkeit der Raumkognition von drei Menschen, die gemeinsam durch eine Stadt gehen. Die räumliche objektiv-physikalische Umgebung sei also für alle drei gleich. Dem Ersten ist die Stadt noch völlig unbekannt und bei diesem ersten Gang prägen sich in sein Gedächtnis nur wenige, auffällige, am Wege befindliche Objekte (Geschäfte, Häuser, Mauern, Bäume u.a.) oder feste Objekte im Raum mit hervorstechender Gestalt, Größe oder Funktion (Kirche, Rathaus, Markt, Schule usw.), sog. Wegmarken, ein. Darüber hinaus noch einige weit sichtbare Orientierungspunkte (z.B. ein Fernsehturm oder ein Burgberg), bzw. Landmarken.

Am Ende der Route hat er ein Wissen erworben, das man als Wegmarkenwissen bezeichnen kann (Siegel/White 1975, Sutton/Barto 1981). Er könnte über einige Details seines Weges berichten, doch könnte er dieselbe Route nicht noch einmal allein gehen und er könnte erst recht nicht auf derselben Route den Rückweg finden. [...] Der Zweite ist dieselbe Route schon mehrmals gegangen, aber immer nur diese Route. Den Rest der Stadt kennt er nicht. Er gewinnt beim Gang durch die Stadt ein detailliertes und stabilisiertes Wissen über diese Route. Dank dieses Routenwissens kann er den Weg noch einmal allein gehen und auch auf demselben Weg zurück an den Ausgangspunkt gelangen (Gillner/Mallot 1997, Herrmann/Schweizer/Janzen/Katz 1998). Der Dritte ist mehrmalig auf dieser und auf noch einigen anderen Routen durch die Stadt [gegangen.]


Downs, Roger M.; Donald Stea (1977): Maps in Minds: Reflections on Cognitive Mapping. NY: Harper & Row.

Engelkamp, Johannes (1990): Das menschliche Gedächtnis. Das Erinnern von Sprache, Bildern und Handlungen. Göttingen: Verlag für Psychologie.

Gillner, Sabine ;Mallot, Hanspeter A. (1997): Navigation and acquisition of spatial knowledge in a virtual maze. In: Journal of Cognitive Neuroscience 10: 445-463.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

Herrmann, Theo; Karin Schweizer; Gabriele Janzen und Steffi Katz (1998): Routen- und Überblickswissen - konzeptuelle Überlegungen. Zeitschrift Kognitionswissenschaft, Springer Berlin,Heidelberg, 145-159.

Siegel, Alexander W.; White, Sheldon H. (1975): The development of spatial representations of large-scale environments. In: Reese, Hayne Waring (Hrsg.): Advances in child development and behavior. Vol. 10. New York: Academic Press, 9-55.

Sutton, Richard S.; Barto, Andrew G. (1981): Neural problem solving. Amherst, Mass.:Department of Computer and Information Science, University of Massachusetts.

[Seite 18:]

Unser Gedächtnis ist so angelegt, daß sich in ihm Raumerfahrungen in effektiver Weise speichern und aus ihm zielführend abrufen lassen (Downs & Stea, 1977, Engelkamp, 1990). Gleichwohl kennt die Psychologie inzwischen eine Reihe gut untersuchter Bedingungen, von denen die variablen Leistungen des Speicherns und des Abrufs räumlicher Gegebenheiten abhängt. Ein Beispiel: Der Mensch ist bei jeder Eigen-

[Seite 19:]

bewegung gezwungen, die interne Repräsentation der von ihm wahrgenommenen oder auch vorgestellten räumlichen Gegebenheiten, also Entfernungen, Richtungen von Objekten usf. je nach erfolgter Eigenbewegung zu ändern, diese internen Repräsentationen also zu aktualisieren. Dies gelingt besser, wenn der Mensch bei den Eigenbewegungen die Körperrichtung beibehält (= Translationen), als wenn er seine Körperachse dreht (= Rotationen).

[Seite 20:]

Zu den diskrepanten oder doch sehr heterogenen Erfahrungen einer einzigen Realität, von denen Traxel spricht, gehören auch die Erfahrungen, die der Mensch mit dem Raum macht, welcher ihn umgibt und in dem er handelt. Nehmen wir den Fall, daß - physikalisch betrachtet - ein bestimmter räumlicher „Reiz-Input“, also eine bestimmte Eingangsinformation, vorliegt, die von mehreren Menschen zu einem bestimmten Augenblick oder die von einem Menschen zu verschiedenen Zeitpunkten aus der räumlichen Umgebung aufgenommen wird: Die variable kognitive Verarbeitung dieser immer gleichen Information kann zu höchst unterschiedlichen inneren Abbildungen (internen Repräsentationen) der Information führen. [...]

[...]

Drei Menschen gehen gemeinsam auf einer bestimmten Route durch eine Stadt. Die räumliche Umgebung sei also für alle drei, objektiv-physikalisch betrachtet, in Annäherung gleich. Dem einen aber ist die Stadt, durch die er geht, noch völlig unbekannt. Ihm prägen sich bei diesem ersten Gang nur wenige, auffällige, am Wege befindliche Objekte (Häuser, Mauern, Bäume usf.), sog. Wegmarken, und darüber hinaus noch einige weit sichtbare Orientierungspunkte bzw. Landmarken (z.B. ein Fernsehturm oder ein Burgberg) ein. Am Ende der Route hat er ein Wissen erworben, das man als Wegmarkenwissen bezeichnen kann (Siegel & White, 1975; Sutton & Barto, 1981). Im Besitz dieses Wissens könnte er jetzt über einige Details seines Weges berichten, doch könnte er dieselbe Route nicht noch einmal allein gehen, und er könnte erst recht nicht auf derselben Route den Rückweg finden. - Der zweite ist dieselbe Route schon mehrmals gegangen, aber eben nur diese Route. Einen Überblick über die Stadt besitzt er nicht. Er gewinnt beim Gang durch die Stadt ein verfeinertes und stabilisiertes Wissen über eben diese Route. Dieses Routenwissen versetzt ihn in die Lage, den Weg noch einmal allein zu gehen und auch auf demselben Weg zurück an den Ausgangspunkt zu gelangen (Gillner & Mallot, 1997; Herrmann, Schweizer, Janzen & Katz, i. Dr.). - Der dritte ist nicht nur wiederholt auf dieser Route, sondern noch auf einigen anderen Routen durch die Stadt gegangen.

Downs, R.M. & Stea, D. (1977). Maps in minds: reflections on cognitive mapping. New York: Harper & Row.

Engelkamp, J. (1990). Das menschliche Gedächtnis: das Erinnern von Sprache, Bildern und Handlungen. Göttingen: Hogrefe.

Gillner, S. & Mallot, H. A. (1997). Navigation and acquisition ofspatial knowledge in a virtual maze (Technical Report No. 45). Tübingen: Max-Planck-Institut.

Herrmann, Th., Schweizer, Karin, Janzen, G & Katz, S. (i. Dr.). Routen- und Überblickswissenkonzeptuelle Überlegungen. Kognitionswissenschaft

Siegel, A. & White S. (1975). The development ofspatial representations of large-scale environments. In H. W. Reese (Ed.), Advances in child development and behavior (Vol. 10) (pp. 10-55). New York: Academic Press.

Sutton, R. S. & Barto, A. G. (1981). Towards a modern theory of adaptive networks: expectation and prediction. Psychological Review, 88, 135-170.

Traxel, W. (1974). Grundlagen und Methoden der Psychologie. Bern: Huber.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar zweimal genannt (beim ersten Mal nur zum Vergleich und auf den letzten Satz des ersten Absatzes bezogen), doch wird nicht klar, dass der Inhalt nahezu der ganzen Seite daraus abgeschrieben wurde.

Bei der Übernahme werden sechs Referenzen mitübernommen und wird damit eine Eigenständigkeit der Rezeption suggeriert, die tatsächlich von Herrmann/Schweizer geleistet worden war.

Die kurze Passage "feste Objekte im Raum mit hervorstechender Gestalt, Größe oder Funktion (Kirche, Rathaus, Markt, Schule" im vorletzten Absatz sowie ein - im Fragment ausgesparter - Satz ist aus Wunderlich 1982 übernommen, siehe Fragment 022 25.

Gillner/Mallot (1997), Herrmann/Schweizer/Janzen/Katz (1998) und Sutton/Barto (1981) werden in dieser Arbeit außer im Literaturverzeichnis nur hier genannt.


[34.] Dt/Fragment 023 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 1-22(22-26)
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 20, 21, Zeilen: 20: 36 ff.; 21: 1 ff.
Der wiederholte Gang durch die Stadt hilft ihm, seine Kenntnis diverser Wege zu einem generellen Überblickswissen zu integrieren. Er kann nicht nur auf demselben Weg zum Ausgangspunkt zurückfinden, sondern auch Umwege oder Abkürzungen benutzen. Er besitzt so etwas wie eine interne „Landkarte” („cognitive map”, „internes Modell”) der Stadt (Downs/Stea 1977, Engelkamp 1990, Hartl 1990).

Das Beispiel zeigt, dass alle drei Spaziergänger, obwohl sie bei ihrem Gang durch die Stadt mit derselben Information konfrontiert sind, ihre räumliche Umgebung unterschiedlich kognizieren. Sie verfügen über unterschiedliches Wissen und können aufgrund ihres jeweiligen Wissens nicht die gleichen Orientierungs- und Navigationsleistungen vollbringen (Lüer/Werner/Lass 1995, Yeap 1988).

Es muss noch genannt werden, dass sich die Erinnerung an den Gang durch eine Stadt oder an andere raumbezogene Ereignisse in zweierlei Weise intern repräsentieren kann: Nigro/Neisser (1983) unterscheiden in diesem Sinne ein „Feldgedächtnis“ („field memory“) und ein „Beobachtergedächtnis“ („observer memory“). Erlebt man in der Vorstellung noch einmal die gegangene Route durch die Straßen - das räumliche Zueinander und zeitliche Nacheinander der Dinge wieder, dann aktiviert man das „Feldgedächtnis“. Oder man kann als ein Beobachter aus der Vogelperspektive bzw. aus dem „Beobachtergedächtnis” auf die gegangene Route hinabsehen. Dieses Erinnern erfordert aber eine komplizierte Umstrukturierung der Gedächtnisspuren: [„aus der dreidimensionalen Beschaffenheit des aus der Sicht des Spaziergängers nach und nach Wahrgenommenen wird nun etwas wesentlich Ebenes, Zweidimensionales, das sozusagen simultan „in Draufsicht” betrachtet wird” (Herrmann/Schweizer 1998: 21).]


Downs, Roger M.; Donald Stea (1977): Maps in Minds: Reflections on Cognitive Mapping. NY: Harper & Row.

Engelkamp, Johannes (1990): Das menschliche Gedächtnis. Das Erinnern von Sprache, Bildern und Handlungen. Göttingen: Verlag für Psychologie.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

Lüer, Gerd; Werner, Steffen; Lass, Uta (1995): Repräsentation analogen Wissens im Gedächtnis. In: van der Meer, Elke; Dörner, Dietrich (Hrsg.): Das Gedächtnis. Göttingen: Hogrefe.

Nigro, Georgia; Neisser, Ulric (1983): Point of view in personal memories. In: Cognitive Psychology 15, 467–482.

Yeap, Wai K. (1988): Towards a computational theory of cognitive maps. Artificial Intelligence 34, 297-360.

[Seite 20:]

Der nochmalige Gang durch die Stadt hilft ihm, seine Kenntnis diverser Wege zu einem generellen Überblickswissen zu integrieren. Er findet nicht nur auf demselben Weg zum Ausgangspunkt zurück, sondern kann zum Beispiel Umwege oder Abkürzungen benutzen. Er besitzt so etwas wie eine, wenn auch vielleicht noch rudimentäre, interne „Landkarte“ („cognitive map“, „internes Modell‘) der Stadt (Downs & Stea, 1977; Engelkamp, 1990; Hartl, 1990). - Alle drei Spaziergänger sind bei ihrem Gang durch die Stadt mit annähernd demselben Informationsangebot konfrontiert; ihnen stehen annähernd dieselben „Sinneseindrücke“ zur Verfügung. Doch kognizieren sie ihre räumliche Umgebung unterschiedlich; sie repräsentieren die ihnen zugänglichen

[Seite 21:]

räumlichen Informationen mental verschieden: sie verfügen über unterschiedliches Wissen; sie können aufgrund ihres jeweiligen Wissens nicht die gleichen Orientierungs- und Navigationsleistungen vollbringen, usf. (Zum Wegmarken-, Routen- und Überblickswissen siehe auch unten Abschnitt 5.4; zur Kognitiven Modellierung von Überblickswissen vgl. Lüer, Werner & Lass, 1995; Yeap, 1988.)

Wenn man sich an den Gang durch eine Stadt (oder an andere Ereignisse mit Raumbezug) erinnert, so kann sich das Erinnerte in zweierlei Weise intern repräsentieren: Man kann die gegangene Route zum einen so wiedererleben, als befände man sich mitten im Geschehen; man geht in der Vorstellung noch einmal durch die Straßen und sieht „im Geiste“ alles nacheinander aus denjenigen Perspektiven, die man tatsächlich eingenommen hatte. Oder man sieht, gleichsam als ein Beobachter aus der Vogelperspektive, auf die gegangene Route hinab; vielleicht sieht man sich selbst durch die Straßen spazieren. Nigro und Neisser (1983) unterscheiden in diesem Sinne ein „Beobachtergedächtnis“ („observer memory“) und ein „Feldgedächtnis“ („field memory“‘). Etwas aus der Vogelperspektive zu erinnern („Beobachtergedächtnis“), erfordert eine komplizierte Umstrukturierung der Gedächtnisspuren. Während im „Feldgedächtnis“ die wechselnde Perspektive des Spaziergängers, das räumliche Zueinander und zeitliche Nacheinander der Dinge, gegenüber der früheren Wahrnehmung erhalten bleibt, rekodiert das „Beobachtergedächtnis“ das einst Gesehene: Aus der dreidimensionalen Beschaffenheit des aus der Sicht des Spaziergängers nach und nach Wahrgenommenen wird nun etwas wesentlich Ebenes, Zweidimensionales, das sozusagen simultan „in Draufsicht“ betrachtet wird.


Downs, R.M. & Stea, D. (1977). Maps in minds: reflections on cognitive mapping. New York: Harper & Row.

Engelkamp, J. (1990). Das menschliche Gedächtnis: das Erinnern von Sprache, Bildern und Handlungen. Göttingen: Hogrefe.

Hartl, A. (1990). Kognitive Karten und kognitives Kartieren. In Ch. Freksa & Ch. Habel (Hrsg.), Repräsentation und Verarbeitung räumlichen Wissens (Informatik Fachberichte 245, Subreihe KünstlicheIntelligenz) (S. 34-46). Berlin: Springer.

Lüer, G., Werner, $. & Lass, U. (1995). Repräsentation analogen Wissens im Gedächtnis. In D. Dörner & E. van der Meer (Hrsg.), Gedächtnis (S. 75-125). Berlin: Springer.

Nigro, G. & Neisser, U. (1983). Points of view in personal memories. Cognitive Psychology, 15, 467-482.

Yeap, W.K. (1988). Towards a computational theory of cognitive maps. Artificial Intelligence, 34, 297-360.

Anmerkungen

Im Kontext ist zwar klar, dass die Verfasserin ab S. 22 - "Herrmann/Schweizer (1998: 20 ff.) demonstrieren es anhand drei [sic] Beispiele:" - einen Fremdtext referiert. Nicht klar wird dabei jedoch, dass auch die Erläuterungen dazu und teils wörtlich aus dieser Quelle abgeschrieben werden. Auf der hier dokumentierten Seite schließt das auch die Übernahme von 6 Referenzen mit ein.

Ein gekennzeichnetes kurzes wörtliches Zitat am Ende, das ebenfalls diesen Bauernopfer-Charakter demnonstriert, bleibt konservativ bei der Zeilenzählung unberücksichtigt.

Die Referenz "Hartl (1990)" findet sich im Literaturverzeichnis nicht und somit keine Auflösung.


[35.] Dt/Fragment 024 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 1-28
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 21, 22, Zeilen: 21: letzter Abatz; 22: 1 ff., letzte 8 Zeilen
Franklin/Tversky/Coon (1992) schildern in diesem Zusammenhang noch eine Perspektive, die aber durch den Bericht über eine Raumkonstellation von anderen Personen auftritt – wenn ein Erzähler uns eine Raumkonstellation aus seiner eigenen räumlichen Perspektive beschreibt, dann behalten wir die Raumkonstellation aus dieser Erzählerperspektive im Gedächtnis. Wenn aber in der Erzählung zwei Erzähler vorkommen, die die räumliche Umgebung aus ihrer je eigenen Perspektive beschreiben, dann könnte man das Rezipierte rekodieren und eine neue „neutrale” Perspektive konstruieren.

Das zweite Beispiel für die Unterschiedlichkeit von Raumkognitionen von Herrmann/Schweizer (1998: 22) betrifft eine Pflaumenschüssel: ein Mensch erinnert sich an eine Schüssel voll Pflaumen - er mag sie ganz unanschaulich, abstrakt erinnern, den Sachverhalt muss er sich nicht vorstellen, er kann das einfach wissen und auch darüber sprechen. Er kann sich aber auch die Pflaumenschüssel vorstellen, zum Beispiel von einer bestimmten Seite, von oben, von schräg unten o. dgl. Wenn jemand die Pflaumenschüssel aktuell wahrnimmt, kann er seine Aufmerksamkeit darauf richten, dass es sich um Pflaumen und nicht um Mirabellen handelt. Den Blickpunkt, unter dem er die Schüssel betrachtet, beachtet er dann überhaupt nicht. Oder aber er richtet - etwa als Maler - seine Aufmerksamkeit besonders auf die Perspektive, unter der er die Schüssel beobachtet. Der Gegenstand des Wahrnehmens und Erinnerns sei bei alledem immer genau dieselbe Pflaumenschüssel. Wie unterschiedlich aber ihre mentale Repräsentation ausfallen kann, wird schon aus den wenigen skizzierten Fällen deutlich. Insbesondere lassen sich blickpunktbezogene und blickpunktfreie Raumkognitionen unterscheiden (Herrmann 1996, Herrmann/Schweizer 1998: 22). Wenn sich die Pflaumen in der Schüssel befinden, so kann das völlig ohne irgendwelchen Blickpunktbezug konstatiert werden. Stellt man sich jedoch diese räumlichen Verhältnisse anschaulich vor, so ist dies aus einem und nur einem Blickpunkt möglich.


Franklin, Nancy; Tversky, Barbara; Coon, Vicky. (1992): Switching points of view in spatial mental models acquired from text. In: Memory and Cogniton, 20: 507-518.

Herrmann, Theo (1996): Blickpunkte und Blickpunktsequenzen. In: Sprache und Kognition, 15: 159-177.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

[Seite 21:]

Schildert uns ein Erzähler eine Raumkonstellation aus seiner eigenen räumlichen Perspektive, so behalten wir die per Erzählung rezipierte Raumkonstellation eben aus dieser Erzählerperspektive im Gedächtnis. [...] Was aber, wenn in der Erzählung zwei Erzähler vorkommen, die das räumliche Ambiente aus ihrer je eigenen Perspektive beschreiben? [...] Oder man könnte das Rezipierte rekodieren und eine neue „neutrale“ Perspektive konstruieren, unter der man die rezipierte Raumkonstellation intern repräsentiert. Franklin, Tversky und Coon (1992) sind dieser Frage nachgegangen und haben gefunden, daß die zweite Alternative („neutrale Perspektive“) zutrifft.

[Seite 22:]

Ein anderes Beispiel für die Unterschiedlichkeit von Raumkognitionen:

Ein Mensch erinnert sich an eine Schüssel voll Pflaumen. Er mag sie ohne jede imaginale Beimischung, ganz „unanschaulich“, „abstrakt“ erinnern. [...] Diesen Sachverhalt muß er sich nicht vorstellen, er kann das einfach wissen und auch darüber sprechen. Oder aber er kann sich die Pflaumenschüssel vorstellen, zum Beispiel von einer bestimmten Seite, von oben, von schräg unten o. dgl. [...] - Wenn jemand die Pflaumenschüssel aktuell wahrnimmt, kann er seine Aufmerksamkeit darauf richten, daß es sich um Pflaumen und nicht um Mirabellen handelt. Den Blickpunkt, unter dem er die Schüssel betrachtet, beachtet er dann überhaupt nicht. Oder aber er richtet - etwa als Maler - seine Aufmerksamkeit besonders auf die Perspektive, unter der er die Schüssel beobachtet. - Der Gegenstand des Wahrnehmens und Erinnerns sei bei alledem immer genau dieselbe Pflaumenschüssel. Wie außerordentlich unterschiedlich aber ihre mentale Repräsentation ausfallen kann, wird schon aus den wenigen skizzierten Fällen deutlich. Insbesondere lassen sich blickpunktbezogene und blickpunktfreie Raumkognitionen unterscheiden (Herrmann, 1996).

[...]

Wenn sich die Pflaumen aus dem obigen Beispiel in der Schüssel befinden bzw. wenn diese Schüssel die fraglichen Pflaumen einschließt oder umgibt, so kann das völlig ohne irgendwelchen Blickpunktbezug konstatiert werden. Stellt man sich gleichwohl auch diese räumlichen Verhältnisse anschaulich vor, so ist dies nur zu einem bestimmten Zeitpunkt aus einem und nur einem Blickpunkt möglich.


Franklin, N., Tversky, B. & Coon, V. (1992). Switching points of view in spatial mental models. Memory & Cognition, 20, 507-518.

Herrmann, Th. (1996). Blickpunkte und Blickpunktsequenzen. Sprache & Kognition, 4, 159-177.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle ist zwar genannt, doch bleibt die Wörtlichkeit der Übernahme (die zudem bereits im Absatz darüber einsetzt) ungekennzeichnet.


[36.] Dt/Fragment 025 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 1-17
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 22, 23, Zeilen: 22: 19 ff., 24 ff.; 23: 1 ff.
Abbildung 2.5 zeigt eine Person P1, eine Person P2, eine Person P3, eine Zange und ein Auto. Jede von diesen Personen möge erkennen wollen, in welcher räumlichen Relation sich die Zange zum Auto befindet. Die drei Personen mögen für die Festlegung des räumlichen Zusammenhangs von LO und BO die begrifflichen Raumrelationen RECHTS VON, LINKS VON, VOR und HINTER anwenden: Liegt die Zange rechts von, links von, vor oder hinter dem Auto? Alle vier Relationen können zutreffen: von P1 aus betrachtet ist die Zange links vom Auto, von P2 aus betrachtet ist die Zange vor dem Auto, von P3 aus ist die Zange rechts vom Auto. Unterstellen die Personen, dass Autos ein Vorn und ein Hinten haben, so ist die Zange hinter dem Auto.

Bei konstant bleibender Objektkonstellation (vgl. Abbildung 2.5) kann man verschiedene blickpunktrelative räumliche Beziehungen zwischen den Objekten kognizieren, die sich zu widersprechen scheinen, alle aber mit der Realität übereinstimmen (vgl. dazu Herrmann 1990a, Herrmann/Schweizer 1998: 22). Wenn man den Blickpunktbezug menschlicher Raumkognitionen dort nicht beachtet, wo er berücksichtigt werden muss, entstehen scheinbare logische Probleme, die als „raumsemantisches Paradoxon” bekannt sind (Levelt 1984).


Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

Levelt, Willem J.M. (1984): Some perceptual limitations on talking about space. In: van Doorn, Andrea J.; van Grind, Wim A.; Koenderink, Jan J. (Eds.): Limits of perception: Essays in honour of Marteen A. Bouman. Utrecht: VNU Science Press, 323-358.

[Seite 22:]
Abbildung 1.1 zeigt eine Person P1, eine Person P2, eine Person P3, eine Zange und ein Auto. Person P1 möge erkennen wollen, in welcher räumlichen Relation sich die Zange zum Auto befindet. [...] P1 möge für die Stiftung des räumlichen Zusammenhangs von Oi und R die begrifflichen Raumrelationen RECHTS VON, LINKS VON, VOR und HINTER in den Blick nehmen: Liegt die Zange rechts vom, links vom, vor oder hinter dem Auto? Alle vier Relationen können zutreffen: Von P1 selbst aus betrachtet ist die Zange links vom Auto. Von P2 aus betrachtet ist die Zange vor dem Auto. Von P3 aus ist die Zange rechts vom Auto. Unterstellt P1, daß Autos ein Vorn und Hinten haben (s. auch unten Abschnitt 2.8), so ist die Zange hinter dem Auto.
Während die in Abbildung 1.1 dargestellte Objektkonstellation konstant bleibt, kann man, wie im gegenwärtigen Fall die Person P1, verschiedene blickpunktrelative räumliche Beziehungen zwischen Objekten kognizieren, die sich - oberflächlich betrachtet - zu widersprechen scheinen, die aber allesamt mit der Realität übereinstimmen (vgl. dazu auch Herrmann, 1990a).

[Seite 23:]

[Abb.]

Abbildung 1.1: Räumliche Beziehungen in einer Objektkonstellation.

Wenn man den Blickpunktbezug menschlicher Raumkognitionen dort nicht beachtet, wo er berücksichtigt werden muß, entstehen scheinbare logische Probleme. Betrachten wir dazu das folgende Beispiel: Abbildung 1.2 zeigt ein häufig verwendetes „raumsemantisches Paradoxon“ (vgl. Levelt, 1984).


Herrmann, Th. (1990a). Das partnerbezogene Lokalisieren von Objekten in der Kommunikation. Ein neues Forschungsthema zwischen Sprachpsychologie und Linguistik. Zeitschrift für Semiotik, 12, 115-131.

Levelt, W. J.M. (1984). Some perceptual limitations on talking about space. In A. J. van Doorn, W.A. van de Grind & J. J. Koenderink (Eds.), Limits in perception (pp. 323-358). Utrecht: VNUScience Press.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle ist zwar (zum Vergleich und an zweiter Stelle) genannt, doch bleibt die Wörtlichkeit der Übernahme - die sich auch nach der Referenzierung fortsetzt - ungekennzeichnet.

Klassischer Kopierfehler: "Herrmann 1990a" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[37.] Dt/Fragment 026 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 1-27
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 25, 27, 28, 29, Zeilen: 25: 15 ff.; 27: letzte zwei Zeilen; 28: 1 ff., 18, 20 ff.; 29: 15 ff.
2.1.5.1 Mentale Rotationen

Die Flexibilität und Vielfalt der Raumkognition findet man auch bei anderen raumbezogenen mentalen Operationen, nämlich bei den mentalen Rotationen. Wenn man über das räumliche Zueinander der Dinge spricht, geschieht das häufig „aus der Sicht des anderen”. So kann P1 zu P3 sagen: „Von dir aus ist die Zange rechts vom Auto.” Dieses Reden ist nur möglich, da der Mensch zur mentalen Rotation fähig ist. Unterschieden werden zwei Arten mentaler Rotationen: die Objektrotation und die Selbstrotation. Just und Carpenter (1985: 159 ff.) geben Hinweise auf Merkmale räumlicher Gegebenheiten, durch die bestimmt werden sollte, ob Menschen mentale Selbstrotation oder Objektrotation vornehmen: bei großen und unbeweglichen Objekten (z.B. Häuser) wird die mentale Selbstrotation bevorzugt, kleine und bewegliche Objekte rufen mentale Objektrotationen hervor. Die Autoren geben das folgende Beispiel: Wenn man aus der Erinnerung die Fenster auf allen Seiten des eigenen Hauses zählen soll, so wird man einen mentalen Rundgang um das Haus unternehmen, statt in der Vorstellung das Haus anheben und drehen.

2.1.5.2 Blickpunkte bei der Raumkognition

Soweit man also Objekte oder dessen Konstellationen wahrnimmt (perzeptive Raumkognition) oder sich vorstellt (imaginative Raumkognition) geschieht dies immer aus einem bestimmten Blickpunkt, d.h. dass jede Raumkognition blickpunktbezogen ist. Der Mensch kann nicht ein Objekt gleichzeitig aus mehreren Blickpunkten betrachten oder es sich vorstellen, er kann nur den Blickpunkt von einem Zeitpunkt zum anderen ändern. Nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch die Vorstellung von Objektkonstellationen sind nach Marr (1982: 283) „retinozentrisch“ - der Ort der Retina und ihre Ausrichtung (im Bezug) auf das Objekt sind wichtige Komponenten der visuellen Informationsverarbeitung.


Just, Marcel Adam; Carpenter, Patricia A. (1985): Cognitive coordinate systems: Accounts of mental rotation and individual differences in spatial ability. Psychological Review 92, 137-172.

Marr, David (1982): Vision: A computational investigation into the human representation and processing of visual Information. New York, San Francisco: Freeman.

[Seite 25:]

1.4 Zu mentalen Rotationen

Die Flexibilität und Vielfalt raumbezogener kognitiver Operationen, für die wir soeben einige Beispiele anführten, findet man in hohem Maße bei einer speziellen Klasse raumbezogener mentaler Operationen: den mentalen Rotationen. Wenn man über räumliche Gegebenheiten spricht, so geschieht das häufig „aus der Sicht des anderen“: „Von dir aus ist es die dritte Tür von links.“ Dieses Reden aus einer Perspektive, die man faktisch nicht selbst einnimmt, ist nur möglich, weil der Mensch zur mentalen Rotation fähig ist.

[Seite 27:]

Just und Carpenter (1985, S. 159 f.) geben Hinweise auf variable Merkmale räumlicher Gegebenheiten, durch die bestimmt sein soll, ob Menschen mentale Selbstrotationen oder mentale Ob-

[Seite 28:]

jektrotationen verwenden. Ist ein Objekt groß und unbeweglich (z.B. Häuser), so wird die mentale Selbstrotation gewählt; kleine, mobile und manipulierbare Objekte provozieren mentale Objektrotationen. Die Autoren geben das folgende Beispiel: Wenn man aus der Erinnerung die Fenster auf allen Seiten des eigenen Hauses zählen soll, so wird man bevorzugt einen mentalen Rundgang um das Haus unternehmen und es nicht in der Vorstellung anheben und drehen.

[...]

1.5 Blickpunkte bei der Raumkognition

[...] Soweit man also Gegenstände oder Konstellationen von Gegenständen an Orten oder in Raumregionen wahrnimmt oder sie sich vorstellt, geschieht dies notwendigerweise zu jedem Zeitpunkt aus einem bestimmten Blickpunkt. Der Mensch kann keinen Gegenstand im Raum strikt gleichzeitig aus mehreren Blickpunkten betrachten oder ihn sich in dieser Weise vorstellen. Davon bleibt unberührt, daß sich durch die Selbstbewegung des Systems und/oder durch Objektbewegungen der Blickpunkt von einem Zeitpunkt zum anderen ändert (vgl. dazu auch Kapitel 4 und 5).

[Seite 29:]

Der Ort der Retina und ihre Ausrichtung in bezug auf das wahrzunehmende Objekt sind also notwendige Komponenten der visuellen Informationsverarbeitung. Die Wahrnehmung ist nach Marr (1982, S. 283) also wesentlich „retinozentrisch“.


Just, M. A. & Carpenter, P. A. (1985). Cognitive coordinate systems: accounts of mental rotation and individual differences in spatial ability. Psychological Review, 92, 137-172.

Marr, D. (1982). Vision: a computational investigation into the human representation and processing of visual information. San Francisco: Freeman.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird nur für die Abb. 2.6 genannt - kein Hinweis, dass auch für den ganzen darüberstehenden Seitentext daraus abgeschrieben wurde.


[38.] Dt/Fragment 027 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 27, Zeilen: 9 ff. (bis Seitenende)
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 30, 33, 48, 49, Zeilen: 30: 7 ff.,1 ff.; 33: 21 ff.; 48: 15 ff.; 49: 1 ff.
Das kognitive System des Menschen ist aber auch in der Lage, den Blickpunkt, d.h. die Origo des retinomorphen Bezugssystems, nicht nur egozentrisch, sondern auch allozentrisch zu belegen. Bei allozentrischer Belegung der Origo kann zum Beispiel der Kommunikationspartner die Origo belegen, wie das im Satz „von dir aus ist die Zange rechts vom Auto” der Fall ist. Es geht hierbei um Origowechsel. Bei der Raumwahrnehmung ist der Blickpunkt immer egozentrisch, bei der Raumvorstellung ist der Blickpunkt im allgemeinen egozentrisch, die Origo kann aber auch auf eine andere Entität übertragen werden (Origowechsel) (Herrmann/Schweizer 1998: 33).

2.1.5.3 Lokalisationsvarianten

Zur Systematisierung der Lokalisationsvarianten wird am häufigsten die Unterscheidung des deiktischen und intrinsischen Lokalisierens verwendet (vgl. Miller & Johnson-Laird 1976:394 ff., Cassirer 1964, Stern, 1930).

Für die deutsche Sprache stammt die wohl beste Darstellung von Veronika Ehrich, die die Deiktisch-Intrinsische-Dichotomie (DI-Dichotomie) wie folgt expliziert (Ehrich 1985: 132):

„in [sic] der deiktischen Perspektive macht der Sprecher oder Betrachter sich selbst bzw. seine visuelle Orientierung zum Referenzpunkt für die Beschreibung, in der intrinsischen Perspektive sind die inhärenten Raumeigenschaften des lokalisierenden Objekts (seine Vorder- und Rückseite) der einzige Bezugspunkt“.

Danach kann man den unterschiedlichen Gebrauch von Richtungspräpositionen wie folgt klassifizieren: bei der deiktischen Perspektive des Lokalisierens ändern sich die verwendeten Präpositionen in Abhängigkeit von der Raumposition und der räumlichen Ausrichtung des Sprechers oder Betrachters – die Zange kann vor, hinter, links vom oder rechts vom Auto (vgl. Abb. 2.5) lokalisiert werden. Bei der intrinsischen Perspektive des Lokalisierens sind die Position und räumliche Ausrichtung des Sprechers oder Betrachters irrelevant - auch bei Orts- und Richtungsänderungen des Sprechers/Betrachters bleibt die [Zange hinter dem Auto, eben weil das Auto eine Rückseite und eine Frontseite hat und weil das LO an der Rückseite des Autos plaziert [sic] ist.]


Cassirer, Ernst (1964): Philosophie der symbolischen Formen I (Die Sprache), II (Das mythische Denken), III (Phänomenologie der Erkenntnis). 4. Aufl. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Ehrich, Veronika (1985): Zur Linguistik und Psycholinguistik der sekundären Raumdeixis. In: Schweizer, Harro (Hrsg.): Sprache und Raum. Stuttgart: Metzler, 130-161.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

Miller, George A.; Johnson-Laird, Philip N. (1976): Language and perception. Cambridge, Mass.: Belknap Press of Harvard Univ. Press.

Stern, William (1930): Studien zur Personwissenschaft. Erster Teil: Personalistik als Wissenschaft. Leipzig: Barth.

[Seite 30:]

Bei allozentrischer Belegung der Origo des retinomorphen Systems kann zum Beispiel der Kommunikationspartner die Origo belegen: „Von dir aus betrachtet liegt der Schlüssel rechts von der blauen Blumenvase.“ [...] Das kognitive System des Menschen ist also in der Lage, den Blickpunkt, d.h. die Origo des retinomorphen Systems, nicht nur egozentrisch, sondern auch allozentrisch zu belegen. Wir sprechen hierbei vom Origowechsel.

[Seite 33:]

Bei der Raumwahrnehmung ist der Blickpunkt immer egozentrisch; bei der Raumvorstellung ist der Blickpunkt im allgemeinen egozentrisch; die Origo kann aber auch auf eine andere Entität übertragen werden (= Origowechsel).

[Seite 48:]

Bis heute wird zur Systematisierung von Lokalisationsvarianten die Unterscheidung des deiktischen und intrinsischen Lokalisierens am häufigsten verwendet. Diese Unterscheidung geht auf Gedanken zurück, die weit mehr als ein halbes Jahrhundert alt sind (vgl. u.a. Cassirer, 1964; Stern, 1930). Bekannt wurde sie durch eine kurze Erörterung in „Language and Perception“ von Miller und Johnson-Laird (1976, S. 394 ff.). Die wohl beste Darstellung für den Bereich der deutschen Sprache stammt von Veronika Ehrich (1985). Sie expliziert die Deiktisch-Intrinsisch-Dichotomie (= DI-Dichotomie) wie folgt (Ehrich, 1985):

In der deiktischen Perspektive macht der Sprecher oder Betrachter sich selbst bzw. seine visuelle Orientierung zum Referenzpunkt für die Beschreibung, in der intrinsischen Perspektive sind die inhärenten Raumeigenschaften des lokalisierenden Objekts (seine Vorder- und Rückseite) der einzige Bezugspunkt. (S. 132)

Danach kann man den unterschiedlichen Gebrauch von Richtungspräpositionen wie folgt klassifizieren: Bei der erstgenannten Art des Lokalisierens ändern sich die verwendeten Präpositionen in Abhängigkeit von der Raumposition und der räumlichen Ausrichtung des Sprechers oder Betrachters relativ zu Oi (= deiktische Perspektive): Was in der obigen Abbildung 2.1 jetzt „links vom Auto“ist, ist im nächsten Augenblick „vor dem Auto“, falls man um das Objektensemble im Uhrzeigersinn herumgeht. - Bei der zweiten Art des Lokalisierens sind die variable Position und räumliche Ausrichtung des Sprechers oder Betrachtersirrelevant: Was sich „hinter dem Auto“ befindet, bleibt auch bei Orts- und Richtungsänderungen des Sprechers/Betrachters

[Seite 49:]

„hinter dem Auto“, eben weil das Auto eine Rückseite und eine Frontseite hat und weil das zu identifizierende Objekt an der Rückseite des Autos plaziert ist (= intrinsische Perspektive).


Cassirer, E. (1964). Philosophie der symbolischen Formen: die Sprache. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Ehrich, V. (1985). Zur Linguistik und Psycholinguistik der sekundären Raumdeixis. In H. Schweizer (Hrsg.), Sprache und Raum. Psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit. Ein Arbeitsbuch für das Lehren von Forschung (S. 130-161). Stuttgart: Metzler.

Miller, G. A. & Johnson-Laird, P. N. (1976). Language and perception. Cambridge: Cambridge University Press.

Stern, W. (1930). Studien zur Personwissenschaft. Erster Teil: Personalistik als Wissenschaft. Leipzig: Barth.

Anmerkungen

Ein Hinweis auf die eigentliche Quelle findet sich am Ende von Kap. 2.1.5.2 (im nachfolgenden Unterkapitel gar nicht), doch wird nicht klar, dass der ganze Inhalt inkl. mehrerer Referenzen - teils wörtlich (längste Sequenz: 29 Wörter) - daraus übernommen wurde.

Das eingerückte wörtliche Zitat findet sich in identischem Umfang auch in der Quelle und wird bei der Zeilenzählung mitberücksichtigt, da auch der weitere Text inhaltlich wie strukturell der Quelle folgt.

Unterschiedlich sind lediglich die verwendeten Beispiele: Zange/Auto statt Schlüssel/Blumenvase.

Für den unteren Teil der Seite (Beginn Kap. 2.1.5.3) gibt es zwar auch Parallelen mit Weiß 2005, doch fallen sie mit Herrmann Schweizer 1998 deutlich stärker aus.


[39.] Dt/Fragment 028 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 1-16,(16-21), 22-27,(27-29), 29-33
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 48, 49, 50, Zeilen: 48: 15 ff., letzte vier Zeilen; 49: 1 ff., 4 ff.; 50: 2 ff.
[Bei der intrinsischen Perspektive des Lokalisierens sind die Position und räumliche Ausrichtung des Sprechers oder Betrachters irrelevant - auch bei Orts- und Richtungsänderungen des Sprechers/Betrachters bleibt die] Zange hinter dem Auto, eben weil das Auto eine Rückseite und eine Frontseite hat und weil das LO an der Rückseite des Autos plaziert [sic] ist.

Diese Unterscheidung des deiktischen und intrinsischen Lokalisierens setzt voraus, dass die BO auch in solche Klassen eingeteilt werden müssen: in Objekte mit intrinsischer Ausrichtung, d.h. mit einer ausgezeichneten Vorder- und Rückseite und andere Objekte ohne eine solche intrinsische Ausrichtung (vgl. dazu Abschnitt 2.1.4). Wenn Objekte eine intrinsische Ausrichtung haben, so können diese unter intrinsischer Perspektive lokalisiert werden, z.B. „die Zange liegt hinter dem Auto“. Die intrinsische Ausrichtung kann aber auch ignoriert werden: liegt die Zange an der Rückseite des Autos, so kann man dennoch eine Betrachterposition wählen und unter deiktischer Perspektive lokalisieren: z.B. "von mir aus gesehen liegt die Zange links vom Auto". In der Regel wird dieser Sachverhalt so interpretiert, dass Objekte ohne ein „inhärentes" Vorn und Hinten nur unter deiktischer Perspektive lokalisiert werden können und Objekte mit "inhärenten" Richtungseigenhaften können, müssen aber nicht in intrinsischer Perspektive lokalisiert werden. [Herrmann/Schweizer (1998: 49) halten diese Auffassung für falsch und die DI-Dichotomie – für „zu wenig präzise und begrifflich zuwenig elaboriert“. Ihrer Meinung nach „besteht der Verdacht, dass die DI-Dichotomie bei der Unterscheidung einer deiktischen und einer intrinsischen Perspektive zwei Unterscheidungskriterien durcheinander wirft“.]

Nach Ehrich (1985: 132) unterscheidet sich die deiktische Äußerung "von mir aus betrachtet liegt der Ball links vom Stuhl" von der intrinsischen Äußerung "der Ball liegt hinter dem Stuhl" dadurch, dass in der ersten Äußerung der Sprecher/Betrachter der Referenzpunkt für die Beschreibung ist und in der zweiten Äußerung die "inhärenten" räumlichen Eigenschaften des Stuhls der Referenzpunkt sind. [Nach Herrmann/Schweizer (1998: 50) unterscheiden sich die beiden Äußerungen dadurch, dass die erste sprecherbezogen und die zweite objektbezogen ist.] Weitere Kritik ist, dass die erste Äußerung auf einen Lokalisationstyp verweist, bei dem man drei Instanzen benötigt, um die Lokalisierung zu realisieren: den Sprecher/Betrachter, den Stuhl und den Ball. Die zweite Äußerung hingegen verweist auf einen Lokalisationstyp, bei dem man mit zwei Instanzen auskommt: mit dem Stuhl und dem Ball. [Die Kritik von Herrmann/Schweizer (ebd.) zu der DI-Dichotomie betrifft also das Fehlen einer Unterscheidung von sprecher- und hörerbezogenen Lokalisationen wie „von mir aus betrachtet" vs. "von dir aus betrachtet". Die Autoren halten diese Sachlage für „eine übrigens beinahe durchgängige psycholinguistische Schieflage: Der Sprecher/Betrachter ist mit einem Stück Welt allein und redet. Der Adressat seiner Rede fehlt. Den Konzeptualisierungen psycholinguistischer Probleme fehlt überwiegend die Berücksichtigung der genuinen Part-[nerbezogenheit des Sprechens“ (Herrmann/Schweizer 1998: 50, Hervorhebung im Original, vgl. dazu auch Graumann/Herrmann 1988).] ]


Ehrich, Veronika (1985): Zur Linguistik und Psycholinguistik der sekundären Raumdeixis. In: Schweizer, Harro (Hrsg.): Sprache und Raum. Stuttgart: Metzler, 130-161.

Graumann, Carl F.; Herrmann, Theo (1988): Other-Relatedness in Language Processing. Journal of Language and Social Psychology 7: 159-168.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

[Seite 48, letzte vier Zeilen:]

Bei der zweiten Art des Lokalisierens sind die variable Position und räumliche Ausrichtung des Sprechers oder Betrachters irrelevant: Was sich „hinter dem Auto“ befindet, bleibt auch bei Orts- und Richtungsänderungen des Sprechers/Betrachters

[Seite 49, Z. 1 ff.:]

„hinter dem Auto“, eben weil das Auto eine Rückseite und eine Frontseite hat und weil das zu identifizierende Objekt an der Rückseite des Autos plaziert ist (= intrinsische Perspektive).

[Seite 48, Z. 15 ff.:]

Bis heute wird zur Systematisierung von Lokalisationsvarianten die Unterscheidung des deiktischen und intrinsischen Lokalisierens am häufigsten verwendet.

[Seite 49, Z. 4 ff.:]

Es gibt Objekte mit intrinsischer Ausrichtung (Vorder- und Rückseite) - zum Beispiel Autos, Stühle, Uhren oder Schränke - und andere Objekte ohne eine solche „inhärente“ Ausrichtung - zum Beispiel übliche Kugellampen, Vasen oder Bälle. Haben Objekte eine intrinsische Ausrichtung, so kann diese Ausrichtung (bei intrinsischer Perspektive) für die Lokativwahl verwendet werden. Oder man kann diese Ausrichtung (bei deiktischer Perspektive) ignorieren: Liegt zum Beispiel eine Zange an der Rückseite eines Autos, so kann man dennochbei entsprechender Betrachterposition unter deiktischer Perspektive sagen: „Von mir aus gesehen liegt die Zange links vom Auto.“ - In der Regel wird diese Sachlage so interpretiert, daß Objekte ohne ein „inhärentes“ Vorn und Hinten für die Lokativwahl nur unter deiktischer Perspektive verwendet werden können, eben weil ihnen die „inhärenten“ Richtungseigenschaften fehlen. Objekte mit „inhärenten“ Richtungseigenschaften können zwar, müssen aber nicht in intrinsischer Perspektive lokalisiert werden. Wir werden sehen, daß diese Auffassung falsch ist.

Die DI-Dichotomie erscheint für sprachpsychologische Zwecke unzulänglich. Hierzu einige Anmerkungen: Die DI-Dichotomie ist zu wenig präzise und begrifflich zuwenig elaboriert, als daß man mit ihrer Hilfe zum Beispiel Sachverhalte der folgenden Art theoretisch angemessen rekonstruieren könnte: [...]

[Seite 50, Z. 2 ff.:]

Es besteht der Verdacht, daß die DI-Dichotomie bei der Unterscheidung einer deiktischen und einer intrinsischen Perspektive zwei Unterscheidungskriterien durcheinanderwirft, daß dies nicht bemerkt wird und daß dadurch die tatsächliche Unvollständigkeit dieses taxonomischen Versuchs nicht erkannt wird (vgl. auch Herskovits, 1985): Die deiktische Äußerung: „Von mir aus betrachtet liegt der Ball links vom Stuhl.“ unterscheidet sich zum einen von der intrinsischen Äußerung: „Der Ball liegt hinter dem Stuhl.“ dadurch, daß in der ersten Äußerung, wie sich Ehrich (1985, S. 132) ausdrückt, der Sprecher/Betrachter der Referenzpunktfür die Beschreibung ist; in der zweiten Äußerung sind die „inhärenten“ Raumeigenschaften des Stuhls der Referenzpunkt. Die erste Äußerung ist also sprecherbezogen, die zweite ist objektbezogen. Und die erste Äußerung verweist auf einen Lokalisationstyp, bei dem man drei Instanzen benötigt, um die Lokalisierung zu realisieren: den Sprecher/Betrachter, den Stuhl und den Ball. Die zweite Äußerung hingegen verweist auf einen Lokalisationstyp, bei dem man mit zwei Instanzen auskommt: mit dem Stuhl und dem Ball.

Die DI-Dichotomie berücksichtigt nicht die Unterscheidung von sprecher- und hörerbezogenen Lokalisationen: „von mir aus betrachtet ...“ vs. „von dir aus betrachtet...“. Besonders diese Unterscheidung hat sich inzwischenals heuristisch nützlich herausgestellt (s. unten Abschnitt 3.4, vgl. auch Graf, 1989; Herrmann, Bürkle & Nirmaier, 1987). Wir befürchten, daß demgegenüber die Unterscheidung, die noch am ehesten im Sinne der DI-Dichotomie realisierbar ist (vgl. Abb. 2.1) - „Von mir aus betrachtet liegt die Zange links vom Auto." (= deiktisch) vs. „Die Zange liegt hinter dem Auto.“ (= intrinsisch) - weniger vielversprechende und weniger haltbare sprachpsychologische Befunde erbracht hat.

In der DI-Dichotomie manifestiert sich schlußendlich eine übrigens beinahe durchgängige psycholinguistische Schieflage: Der Sprecher/Betrachter ist mit einem Stück Welt allein und redet. Der Adressat seiner Rede fehlt. Den Konzeptualisierungen psycholinguistischer Probleme fehlt überwiegend die Berücksichtigung der genuinen Partnerbezogenheit des Sprechens (vgl. Graumann & Herrmann, 1988).


Ehrich, V. (1985). Zur Linguistik und Psycholinguistik der sekundären Raumdeixis. In H. Schweizer (Hrsg.), Sprache und Raum. Psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit. Ein Arbeitsbuch für das Lehren von Forschung (S. 130-161). Stuttgart: Metzler.

Graf, R. (1989). Partnerbezogene Lokalisationen im Interkulturvergleich. Unveröffentl. Diplomarbeit. Universität Mannheim: Lehrstuhl Psychologie II.

Graumann, C. F. & Herrmann, Th. (1988). Other-relatedness in language processing. Journal of Language and Social Psychology, 7, 159-168.

Herrmann, Th., Bürkle, B. & Nirmaier, H. (1987). Zur hörerbezogenen Raumreferenz: Hörerposition und Lokalisationsaufwand. Sprache & Kognition, 6, 126-137.

Herskovits, A. (1985). Semantics and pragmatics of locative expressions. Cognitive Science, 9, 341-378.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 027 09.

Die eigentliche Quelle ist zwar mehrfach genannt (darunter für drei wörtliche Zitate), gleichwohl bleibt unklar, dass der gesamte Inhalt der Seite daraus - teils (ungekennzeichnet) wörtlich - übernommen wurde.

Drei (siehe eckig eingeklammerte) Passagen gehen konservativ nicht mit in die Zeilenzählung ein.


[40.] Dt/Fragment 029 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 3-10, 19-21
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 50, 51, Zeilen: 50: letzter Absatz; 51: 1 ff., 12 ff.
Um die aufgeführten Nachteile dieser „wenig präzisen“ DI-Dichotomie zu vermeiden, schlagen Herrmann/Schweizer (1998:50) ein Sechs- Hauptvarianten-Modell (6H-Modell) vor. Dieses Modell knüpft daran, dass Menschen bzw. Sprecher ihre räumliche Umgebung in einem retinomorphen System mit einer Origo abbilden, die durch eine gerichtete Instanz belegt ist (s. oben Abschnitt 2.1.5.2). Bei diesem Modell wird die Partnerbezogenheit des Sprechens berücksichtigt, also dass Menschen stets in Kommunikationssituationen zu Kommunikationspartnern sprechen.

[...]

[...] Alle diese Aussagen sind wahr, nur sie sind aus unterschiedlichen Blickpunkten produziert worden. Der Sprecher verfügt über ein internes Bezugssystem mit einer Origo, diese Origo kann mit ihm selbst, mit dem Hörer oder [mit dritten Entitäten (in diesem Beispiel mit Otto oder einem Auto) besetzt werden.]


Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

[Seite 50:]

Das 6H-Modell (= Sechs-Hauptvarianten-Modell) vermeidet die aufgeführten Nachteile der DI-Dichotomie (vgl. Herrmann, 1990b). Dieses Modell knüpft eng an die theoretische Vorstellung an, daß Menschen überhaupt - und so auch sprechende Menschen (Sprecher) - ihre räumliche Umgebung in

[Seite 51:]

einem retinomorphen System mit einer Origo abbilden, wobei die Origo durch eine gerichtete Instanz belegt ist (s. oben Abschnitt 1.5). Menschen sprechen zudem fast stets in Kommunikationssituationen zu Kommunikationspartnern (zu Ausnahmen vgl. Fourcin, 1975; Herrmann & Grabowski, 1994, S. 23 f.).

[...]

Wie schon im vorigen Kapitel (Abschnitte 1.3 und 1.5) ausführlich diskutiert wurde, können alle diese Aussagen zutreffen (empirisch wahr sein), weil sie aus unterschiedlichen Blickpunkten produziert wurden.

Der Sprecher verfügt über ein internes retinomorphes Bezugssystem mit einer Origo (s. oben Abschnitt 1.5). Diese Origo ist entweder mit ihm selbst oder mit dem Hörer oder mit „dritten“ Entitäten (in diesem Beispiel mit Otto oder einem Auto) besetzt.


Fourcin, A. J. (1975). Language developmentin the absence ofexpressive speech. In E. H. Lenneberg & E. Lenneberg (Eds.), Foundations of language development (Vol. 2) (pp. 263-268). New York: Academic Press.

Herrmann, Th. (1990b). Vor, hinter, rechts und links: das 6H-Modell. Psychologische Studien zum sprachlichen Lokalisieren. Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, 78, 117-140.

Herrmann, Th. & Grabowski, J. (1994). Sprechen - Psychologie der Sprachproduktion. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Anmerkungen

Obwohl die Quelle auf der Seite viermal genannt wird, bleibt bei der oberen Passage unklar, dass auch die nähere Charakterisierung des 6H-Modells übernommen ist.

Zur Übernahme unten, die sich auf der Folgeseite fortsetzt, siehe Fragment 030 01 und die dortigen Anmerkungen.


[41.] Dt/Fragment 030 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 1-10, 11-16
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 51, 52, 53, Zeilen: 51: 16 ff.; 52: 20 ff.; 53: 15 ff.
[Der Sprecher verfügt über ein internes Bezugssystem mit einer Origo, diese Origo kann mit ihm selbst, mit dem Hörer oder] mit dritten Entitäten (in diesem Beispiel mit Otto oder einem Auto) besetzt werden. Anknüpfend wird deutlich, dass die Aussagen wie folgt unterschieden sind: bei den Aussagen (1) bis (3) sind es drei verschiedene Entitäten, die die Origo, das LO und das BO besetzen - vom Sprecher, vom Hörer oder von Otto aus wird die Zange bezüglich des Autos sprachlich lokalisiert. Bei den Aussagen (4) bis (6) sind die Origo und das BO mit einer und derselben Entität belegt. Die Aussagen (1) bis (3) exemplifizieren Dreipunktlokalisationen, die Aussagen (4) bis (6) Zweipunktlokalisationen. So ergeben sich die folgenden sechs Hauptvarianten der Objektlokalisation mit Hilfe von den Richtungspräpositionen „vor“, „hinter“, „rechts von“ und „links von“:

[... Tab. 2.1 ...]

Es muss beachtet werden, dass es sich bei der DI-Dichotomie und beim 6HModell von Herrmann/Schweizer um Klassifikationsmodelle für Lokalisationsvarianten mittels Richtungspräpositionen handelt. Die Zuordnung der Präpositionen zu den BO kann auf zweierlei Weise erfolgen: es geht entweder um die Origo-Instanz selbst (Zweipunktlokalisation) oder um eine andere dritte Instanz (Dreipunktlokalisation).

[Seite 51:]

Der Sprecher verfügt über ein internes retinomorphes Bezugssystem mit einer Origo (s. oben Abschnitt 1.5). Diese Origo ist entweder mit ihm selbst oder mit dem Hörer oder mit „dritten“ Entitäten (in diesem Beispiel mit Otto oder einem Auto) besetzt. Zugleich wird deutlich, daß die Aussagen (1), (2) und (3) von den Aussagen (4), (5) und (6) wie folgt unterschieden sind: Bei den Aussagen (1) bis (3) sind es drei verschiedene Entitäten, die die Origo, das intendierte Objekt O, und das Relatum R besetzen: Vom Sprecher, vom Hörer oder von Otto aus wird die Zange bezüglich des Autos sprachlich lokalisiert. Bei den Aussagen (4) bis (6) sind die Origo und das Relatumobjekt R mit einer und derselben Entität belegt. Die Aussagen (1) bis (3) exemplifizieren Dreipunktlokalisationen, die Aussagen (4) bis (6) Zweipunktlokalisationen. So ergeben sich die folgenden sechs Hauptvarianten der Objektlokalisation mit Hilfe von Richtungspräpositionen (‘vor’, ‘hinter’, ‘rechts von’, “links von’):

[Seite 52:]

Man beachte in diesem Zusammenhang, daß es sich beim 6H-Modell wie bei der DI-Dichotomie um ein Klassifikationsmodell für Lokalisationsvarianten bei der Lokalisation mittels Richtungspräpositionen und nicht um ein Klassifikationsmodell für alle denkbaren Lokalisationen handelt.

[Seite 53:]

Die Zuordnung der Präpositionen (nebst Relatum-Bezeichnung) zu den Relata kann, wie zuvor ausgeführt, auf zweierlei Weise erfolgen: Das intendierte Objekt wird zwar stets per Präposition an eine bestimmte andere Instanz qua Relatum sprachlich angebunden, doch handelt es sich bei diesem Relatum entweder um die Origo-Instanz selbst (= Zweipunktlokalisation) oder aber um eine andere Instanz (= Dreipunktlokalisation).

Anmerkungen

Die Quelle ist für die (in der Auslassung befindliche) Tab. 2.1 - sowie auf S. 29 für eine Zusammenstellung von Aussagen zur Lage der Zange zum Auto - genannt. Es bleibt jedoch mangels Kennzeichnung unklar, dass die hier dokumentierten erläuternden und interpretierenden Ausführungen keine Eigenleistung der Verfasserin darstellen, sondern ebenfalls (und dabei größtenteils wörtlich) daraus abgeschrieben wurden.


[42.] Dt/Fragment 031 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 14-22
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 58, Zeilen: 24 ff.
Der Sprecher hat, Grabowski (1996) zufolge, eine „Innenperspektive” und eine „Außenperspektive”. Die „Innenperspektive” ist, nach dem Prinzip der perzeptuellen Zugänglichkeit, die Grundlage von Zweipunktlokalisationen („vor mir” vs. „hinter mir” usf.). Unter der „Außenperspektive” ergeben sich, ebenfalls aus dem Prinzip der perzeptuellen Zugänglichkeit, Dreipunktlokalisationen („von dir aus betrachtet vor BO“ vs. „von dir aus betrachtet hinter BO“ usf.). Das Prinzip der perzeptuellen Zugänglichkeit vereinheitlicht also die Zwei- und Dreipunktlokalisationen insofern, als jeweils VORN ist, was perzeptuell zugänglich ist.

Grabowski, Joachim (1996): Determinanten der Interpretation dimensionaler Lokalisationsäußerungen: Experimente in fünf Sprachen. In: Sprache und Kognition 15;4: 234-250.

Der Sprecher hat, Grabowski zufolge, eine „Innenperspektive“ und eine „Außenperspektive“. Die „Innenperspektive“ ist, nach dem Prinzip der perzeptuellen Zugänglichkeit, die Grundlage von Zweipunktlokalisationen „vor mir“ vs. „hinter mir“ usf.). Unter der „Außenperspektive“ ergeben sich, ebenfalls aus dem Prinzip der perzeptuellen Zugänglichkeit, Dreipunktlokalisationen („von dir aus betrachtet vor R“ vs. „von dir aus betrachtet hinter R“, usf.). Das Prinzip der perzeptuellen Zugänglichkeit vereinheitlicht also die Zwei- und Dreipunktlokalisationen insofern, als jeweils VORN ist, was perzeptuell zugänglich ist.

Grabowski, J. (1996). Die Raumauffassung des Menschen und ihr Ausdruck in der Sprache: Determinanten der Verwendung dimensionaler Präpositionen. Unveröffentl. Habilitationsschrift. Mannheim: Universität Mannheim.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle ist im unteren Teil der Vorseite für eine folgende Auflistung (S. 30 f.) angegeben - dass dann aber auch weiter unten auf S. 31 noch ein ganzer Absatz mit Herrmann/Schweizers Grabowski-Rezeption - praktisch wörtlich - übernommen wird, bleibt Rezipienten mangels Kennzeichnung verborgen.


[43.] Dt/Fragment 033 29

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 29-39
Quelle: Wunderlich 1982
Seite(n): 7, Zeilen: 19 ff.
Es gehört zu unserer alltäglichen Übung über Räume und Objektkonstellationen zu kommunizieren. Ziel der Untersuchungen in diesem Bereich ist es, das Zusammenwirken von interaktionellen, kognitiven und sprachlichen Faktoren zu erhellen. Interaktionell geht es darum, Probleme in der Kommunikation über Raum zu verdeutlichen, Gemeinsamkeiten im Vorwissen festzustellen und dem Produzenten und dem Adressaten hilfreiche Informationen zu geben. Kognitiv geht es darum, die kognitive Karte eines räumlichen Gebietes zu aktualisieren und eine Technik zu finden, die jeweils relevanten Informationen auszuwählen und anzuordnen. Sprachlich geht es darum, dass der Zuhörer oder Leser eine angemessene Vorstellung des betreffenden räumlichen Gebietes erhält (vgl. Wunderlich/Reinelt 1982). Bei vielen Untersuchungen [bleibt die interaktionelle Aufgabe manchmal unerwähnt.]

Wunderlich, Dieter; Reinelt, R. (1982): How to Get "there" from "here". In Jarvella, Robert J.; Klein, Wolfgang (Eds.): Speech, place and action: studies in deixis and related topics. Chichester: John Wiley, 183-201.

4. Raumbeschreibungen

Es gehört zu unserer alltäglichen Übung, Räume zu beschreiben: den Freunden schreiben wir, wie es in unserem Ferienort aussieht; einem Fremden erklären wir den Weg zur Hauptpost; der Familie beschreiben wir die Einrichtung unserer Wohnung; den Gästen, wie sie herkommen und wo sie Bad, Küche und Toilette finden können.

Untersuchungen in diesem Bereich haben zum Ziel, das Zusammenwirken von interaktionellen, kognitiven und sprachlichen Faktoren zu erhellen. Interaktionell geht es darum, ein Beschreibungsproblem zu verdeutlichen, Gemeinsamkeiten im Vorwissen festzustellen, hilfreiche Informationen zu geben und beim Adressaten zu verankern. Kognitiv geht es darum, die kognitive Karte eines räumlichen Gebietes zu aktualisieren und eine Technik zu finden, die jeweils relevanten Informationen auszuwählen und anzuordnen. Sprachlich geht es darum, daß der Zuhörer oder Leser eine angemessene Vorstellung des betreffenden räumlichen Gebietes erhält (vgl. Wunderlich/Reinelt 1978/82).

Von psychologischer Seite bleibt die interaktionelle Aufgabe manchmal unerwähnt, die kognitive Aufgabe wird in zwei Teilaufgaben zerlegt.


WUNDERLICH, DIETER, and REINELT, RUDOLF (1978/82): How to Get There from Here. In: R. Jarvella and W. Klein (eds.).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[44.] Dt/Fragment 034 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 1-26
Quelle: Wunderlich 1982
Seite(n): 7, 8, Zeilen: 7: 1, letzter Absatz; 8: 1, 5 ff., 25 f., 36 ff.
[Bei vielen Untersuchungen] bleibt die interaktionelle Aufgabe manchmal unerwähnt. Levelt (1979) und Ullmer-Ehrich (1978, 1982) nennen die folgenden Aufgaben, die zu leisten sind:
- Auswahl der relevanten Information über Objekte, Gebiete, Routen usw. - diese hängt vom Zweck der Darstellung und von dem zugrundeliegenden Raumwissen ab.
- Anordnung der Information im Hinblick auf das jeweilige Repräsentationsmedium, also Linearisierung.
- Symbolisierung bzw. Formulierung: Unterscheidung der verschiedenen räumlichen Beziehungen, Wahl der geeigneten sprachlichen Mittel, Wortfolge und Satzmuster.

Diese Aufgaben sind im Prinzip bei jeder Informationsübermittlung zu leisten.

Genauer untersucht anhand empirischer Materialien wurden bisher drei Arten von Raumbeschreibungen: Wegbeschreibungen (z. B. Psathas/Kozloff 1976; Klein 1977; Wunderlich 1978), Wohnungsbeschreibungen (Linde/Labov 1975) und Zimmerbeschreibungen (Ullmer-Ehrich 1978, 1982; Ullmer-Ehrich/Koster 1981). Wegbeschreibungen sind von Natur aus direktiv. Sie sollen dem Adressaten helfen, einen Weg zu finden - in der Regel einen Weg, der im gemeinsamen Wahrnehmungsraum beginnt. Das Organisationsprinzip ist das der imaginären Wanderung. Ein Weg ist eine stetige Abbildung aus der Zeit in den Raum. Das Organisationsprinzip der Wohnungsbeschreibung ist ebenfalls das der imaginären Wanderung. Zimmerbeschreibungen unterscheiden sich nun in wesentlichen Zügen von den vorher genannten Beschreibungen: ein Zimmer lässt sich in der Regel von einem Punkt aus überblicken, d. h. die deiktische Perspektive kann konstant bleiben.


Klein, Wolfgang (1979): Wegauskünfte. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 33, 9–57.

Levelt, Willem J.M. (1979): Describing Spatial Networks. Repro.

Linde, Charlotte; Labov, William (1975): Spatial Networks as s [sic] Site for the Study of Language and Thought. Language 51, 924-999.

Psathas, George; Kozloff, Martin (1976): The Structure of Directions. Semiotica 17, 111-130.

Ullmer-Ehrich, Veronika (1982): The structure of Living Space Descriptions. In: Jarvella, Robert J.; Klein, Wolfgang (Eds.): Speech, place and action: studies in deixis and related topics. Chichester: John Wiley, 219-249.

Ullmer-Ehrich, Veronika; Koster, Charlotte (1981): Discourse Organization and Sentence Form. The Structure of Static Arrangement Descriptions. Repro.

Wunderlich, Dieter (1978): Wie analysiert man Gespräche? Beispiel Wegauskünfte. In: Linguistische Berichte 58, 41-76.

[Seite 7:]

Ein Weg ist eine stetige Abbildung aus der Zeit in den Raum. [...]

Von psychologischer Seite bleibt die interaktionelle Aufgabe manchmal unerwähnt, die kognitive Aufgabe wird in zwei Teilaufgaben zerlegt. Levelt (1979) und Ullmer-Ehrich (1978/82) nennen die folgenden Aufgaben, die zu leisten sind:

(l) Auswahl der relevanten Information über Objekte, Gebiete, Routen usw. - diese hängt vom Zweck der Darstellung und von der zugrundeliegenden Raumerfahrung ab.

(2) Anordnung der Information im Hinblick auf das jeweilige Repräsentationsmedium, also Linearisierung bei sprachlicher Beschreibung.

(3) Symbolisierung bzw. Formulierung: Unterscheidung der verschiedenen Kategorien von Einheiten und räumlichen Beziehungen, Wahl der geeigneten Bezeichnungen und Satzmuster, Beachtung von sprachspezifischen Prinzipien der Wortfolge usw.

[Seite 8:]

Diese Aufgaben sind im Prinzip bei jeder Informationsübermittlung zu leisten; [...]

Genauer untersucht anhand von empirischen Materialien wurden bisher drei Arten von Raumbeschreibungen:

1. Wegbeschreibungen (z. B. Psathas/Kozloff 1976, Klein 1977, Wunderlich 1978)

2. Wohnungsbeschreibungen (Linde/Labov 1975)

3. Zimmerbeschreibungen (Ullmer-Ehrich 1978/82, Ullmer-Ehrich/Koster 1981).

Wegbeschreibungen sind von Natur aus direktiv; sie sollen dem Adressaten helfen, einen Weg zu finden (in der Regel einen Weg, der im gemeinsamen Wahrnehmungsraum beginnt). Das Organisationsprinzip ist das der imaginären Wanderung: [...]

In der Regel ist das Organisationsprinzip der Wohnungsbeschreibung ebenfalls das der imaginären Wanderung: [...]

Zimmerbeschreibungen unterscheiden sich nun in wesentlichen Zügen von den vorher genannten Beschreibungen: ein Zimmer läßt sich in der Regel von einem Punkt aus überblicken, d. h. die deiktische Perspektive kann konstant bleiben.


JARVELLA, ROBERT J., and KLEIN, WOLFGANG (1982): Speech, Place and Action. Chichester: John Wiley.

KLEIN, WOLFGANG (1977) [sic]: Wegauskünfte. Zs. für Literaturwissenschaft und Linguistik 33, 9-57.

LEVELT, W. J. M. (1979): Describing Spatial Networks. Repro.

LINDE, CHARLOTTE, and LABOV, WILLIAM (1975): Spatial Networks as a Site for the Study of Language and Thought. Language 51, 924-939.

PSATHAS, GEORGE, and KOZLOFF, MARTIN (1976): The Structure of Directions, Semiotica 17, 111-130.

ULLMER-EHRICH, VERONIKA (1978/82): The structure of Living Space Descriptions. In: R. Jarvella and W. Klein (eds.).

ULLMER-EHRICH, VERONIKA and KOSTER, CHARLOTTE (1981): Discourse Organization and Sentence Form. The Structure of Static Arrangement Descriptions. Repro.

WUNDERLICH, DIETER (1978): Wie analysiert man Gespräche? Beispiel Wegauskünfte. Linguistische Berichte 58, 41-76.

Anmerkungen

Ein Hinweis auf die Quelle findet sich im letzten Absatz, Zeile 35: "[...] (vgl. Vater 1996; Schweizer 1985b; Wunderlich 1982).", siehe Fragment 034 32.

Der großteils wörtliche Charakter der Übernahme bleibt unausgewiesen; sieben Referenzen werden mitübernommen.

"Klein 1977" und "Ullmer-Ehrich 1978" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[45.] Dt/Fragment 034 32

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 33-37
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 12, 13, Zeilen: 12: letzter Absatz; 13: 1-2
2.2.1 Raumreferenz

Der Bezug sprachlicher Ausdrücke auf räumliche Gegebenheiten wird in der Linguistik unter dem Begriff Raumreferenz behandelt (vgl. Vater 1996; Schweizer 1985b; Wunderlich 1982). Das Ziel der Forschung in diesem Bereich ist es, die Form und Funktion raumreferentieller Ausdrücke zu untersuchen. Vater (1996) unterscheidet bezüglich der Arten räumlicher Verhältnisse, [auf die mit entsprechenden sprachlichen Ausdrücken verwiesen werden kann, die folgenden drei Bereiche:]


Schweizer, Harro (1985): Ein-Leitung: Was bedeutet dem Menschen der Raum? In: Schweizer, Harro (Hrsg.): Sprache und Raum. Psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit. Stuttgart: Metzler, 1-15.

Schweizer, Harro (Hrsg.) (1985): Sprache und Raum. Psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit. Stuttgart: Metzler

Vater, Heinz (1996): Einführung in die Sprachwissenschaft. München: Fink.

Vater, Heinz (19963): Einführung in die Raum-Linguistik. Hürth: Gabel.

Wunderlich, Dieter (1982a): Sprache und Raum I. In: Studium Linguistik 12, 1-19.

Wunderlich, Dieter (1982b): Sprache und Raum II. In: Studium Linguistik 13, 37-59.

[Seite 12:]

2.2.2 Raumreferenz und sprachliches Lokalisieren

Der Bezug sprachlicher Ausdrücke auf räumliche Gegebenheiten wird in der Linguistik unter dem Stichwort der Raumreferenz behandelt (Vater, 1996; vgl. auch Schweizer, 1985b, Wunderlich, 1982). Dabei ist ein Ziel der linguistischen Forschung, die Form und Funktion raumreferentieller Ausdrücke zu untersuchen. Vater (1996) unterscheidet bezüglich der Arten räumlicher Verhältnisse, auf die mit entsprechenden

[Seite 13:]

sprachlichen Ausdrücken verwiesen werden kann, die drei folgenden Phänomenbereiche.


Schweizer, H. (1985b). Ein-Leitung: Was bedeutet dem Menschen der Raum? In H. Schweizer (Hrsg.), Sprache und Raum: Psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit (S. 1-15). Stuttgart: Metzler.

Vater, H. (1996). Einführung in die Raum-Linguistik (3., verb. Aufl.). Hürth: Gabel.

Wunderlich, D. (1982). Sprache und Raum. Studium Linguistik, 12/13, 1-19/37-59.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Klassische Kopierfehler: "Schweizer 1985b" und "Wunderlich 1982" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

Parallelen gibt es zwar auch mit Grabowski 1999 (S. 23), doch fallen sie mit Weiß 2005 noch etwas stärker aus, weshalb diese Publikation als Übernahmequelle angesehen wird.


[46.] Dt/Fragment 035 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 12, 13, 14, Zeilen: 12: 1 ff., 14 ff., 35 f.; 13: 1 ff.; 14: 1 ff., 13 ff.
[Vater (1996) unterscheidet bezüglich der Arten räumlicher Verhältnisse,] auf die mit entsprechenden sprachlichen Ausdrücken verwiesen werden kann, die folgenden drei Bereiche:

Bei der Positionierung geht es entweder darum, an welchem Ort sich Dinge, Ereignisse oder Zustände befinden oder in welcher Weise sie sich an ihrem Ort befinden. Die sprachlichen Mittel für die Ortsangabe im Deutschen sind die Präpositionalphrasen („im Haus”, „auf dem Lande”, „vor der Vase”, vgl. Wunderlich 1984), Adverbien („innen”, „vorn”) sowie auch Pronominaladverbien („davor”, vgl. Klabunde 1998, 2000). Die Art und Weise der Positionierung findet ihren semantischen Ausdruck in Verben wie „liegen”, „stehen”, „hängen” etc.

Bei der Direktionalisierung geht es um die Beschreibung von Ortsveränderungen bzw. um die Angabe von räumlichen Bahnen, denen diese Veränderungen folgen. Auch hier wird die Art und Weise durch entsprechende Verben („legen”, „stellen”, „fahren” u.a.), den Anfangs- und End-Ort einer Bewegung durch Präpositionalphrasen („aus dem Haus” - „in den Garten”) oder durch Adverbien („rückwärts”) ausgedrückt.

Die Dimensionierung schließlich bezieht sich auf die Beschreibung räumlicher Eigenschaften von Objekten (sprachlich bezeichnet durch Adjektive wie „kurz” oder „lang”) und auf Objektklassen, die räumliche Eigenschaften implizieren (Nomina wie „Fläche”, „Kugel”, „Behälter”) (zu dimensionalen Ausdrücken vgl. auch Lang 1987a, b; 1989).

Die Bereiche der Positionierung und Direktionalisierung werden auch unter dem Begriff Lokalisierung zusammengefasst. Beides wird im Deutschen durch räumliche Präpositionen, in der Regel in Form von Präpositionalphrasen (Schröder 1986; Weinrich 1993) sprachlich ausgedrückt. Die Positionierung (die Angabe des Ortes) wird von der Direktionalisierung (der Angabe einer Ortsveränderung) durch den grammatischen Kasus des Nomens in der Präpositionalphrase unterschieden. Dabei gibt der Dativ den Ort, der Akkusativ den Zielort einer Ortsveränderung an (vgl. Leys 1989; Zifonun/Hoffmann/Strecker 1997).

Aus der psychologischen Betrachtungsweise steht der Raumreferenz die konkrete Verwendung raumreferentieller Ausdrücke durch den Sprecher als Sprechen über Raum gegenüber (Wenz 1997:14; Buhl 1996). „Psychologie ist die Wissenschaft, die sich mit der Beschreibung und Analyse des Verhaltens und der geistigen Prozesse befasst.“ (Atkinson et al. 2001: 4). Das Individuum kann als mögliche Verhaltensweise auch Sprache produzieren bzw. rezipieren (Herrmann 2000). Bei der Sprachproduktion können ihm Ziele oder Absichten zugeschrieben werden, bei der Rezeption von Äußerungen können seine Bewusstseinsinhalte modifiziert werden. Aber nicht in jedem Fall wird zur Erreichung eines bestimmten Zieles gesprochen. Häufig ist das Sprechen [in einen größeren Handlungszusammenhang eingebettet und ergänzt andere Handlungen oder Verhaltensweisen.]


Buhl, Heike M. (1996): Erwerbssituation, mentale Repräsentation und sprachliche Lokalisationen - Blickpunktinformation als Bestandteil der Raumrepräsentation. Sprache und Kognition 15 (4), 203-216.

Buhl, Heike M. (1996): Wissenserwerb und Raumreferenz. Ein sprachpsychologischer Zugang zur mentalen Repräsentation (Linguistische Arbeiten, Bd. 357). Tübingen: Niemeyer.

Herrmann, Theo (2000): Sprachpsychologie: Aspekte und Paradigmen. Zeitschrift für Psychologie, 110-128.

Klabunde, Ralf (1998): Zur Wahl dimensionaler Präpositionen und Adverbien in der Sprachproduktion. In: Ludewig, Petra; Geurts, Bart (Hrsg.): Lexikalische Semantik aus kognitiver Sicht. Tübingen: Narr, 41–71.

Klabunde, Ralf (2000): Semantik und Pragmatik dimensionaler Adverbien. In: Habel, Christopher; Stutterheim, Christiane von (Hrsg.): Räumliche Konzepte und sprachliche Strukturen. Tübingen: Niemeyer. (= Linguistische Arbeiten 417), 191-215.

Lang, Ewald (1987): Gestalt und Lage räumlicher Objekte: Semantische Struktur und kontextuelle Interpretation von Dimensionsadjektiven. In: Bayer, Josef (Hrsg.): Grammatik und Kognition. Psycholinguistische Untersuchungen. Linguistische Berichte, Sonderheft 1, 163-218.

Lang, Ewald (1987): Semantik der Dimensionsauszeichnung räumlicher Adjektive [sic]. In: Bierwisch, Manfred; Lang, Ewald (Hrsg.): Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven, Berlin: Akademie-Verlag (studia grammatica XXVI + XXVII), 287-459.

Lang, Ewald (1989): Primärer Orientierungsraum und inhärentes Proportionsschema: interagierende Kategorisierungsraster bei der Konzeptualisierung räumlicher Objekte. In: Habel, Christoph [sic]; Herweg, Michael; Rehkämper, Klaus (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum. Tübingen: Niemeyer, 150-174.

Leys, Odo (1989): Aspekt und Rektion räumlicher Präpositionen. In: Deutsche Sprache 2/89, 97-113.

Schröder, Jochen (1986): Lexikon deutscher Präpositionen. Leipzig, Verlag Enzyklopädie.

Vater, Heinz (1996): Einführung in die Sprachwissenschaft. München: Fink.

Vater, Heinz (19963): Einführung in die Raum-Linguistik. Hürth: Gabel.

Weinrich, Harald (1993): Textgrammatik der deutschen Sprache. Mannheim: Bibl. Inst.

Wenz, Karin (1997): Raum, Raumsprache und Sprachräume: zur Textsemiotik der Raumbeschreibung. Tübingen: Narr.

Wunderlich, Dieter (1984): Zur Syntax der Präpositionalphrasen im Deutschen. In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft 3, 65-99.

Zifonun, Gisela; Hoffmann, Ludger; Strecker, Bruno; Ballweg, Joachim; Brauße, Ursula; Breindl, Eva; Engel, Ulrich; Frosch, Helmut; Hoberg, Ursula; Vorderwülbecke, Klaus (1997): Grammatik der deutschen Sprache. 3 Bände. Berlin u. New York: de Gruyter

[Seite 12, Z. 35 f.:]

Vater (1996) unterscheidet bezüglich der Arten räumlicher Verhältnisse, auf die mit entsprechenden

[Seite 13, Z. 1 ff.:]

sprachlichen Ausdrücken verwiesen werden kann, die drei folgenden Phänomenbereiche.

Bei der Positionierung geht es darum, an welchem Ort sich Dinge, Ereignisse oder Zustände befinden, oder in welcher Weise sie sich an ihrem Ort befinden. Die typischen sprachlichen Mittel der Ortsangabe sind im Deutschen Präpositionalphrasen („im Haus“, „vor der Kanne“; vgl. Wunderlich, 1984) und Adverbien („innen“, „vorn“) sowie auch Pronominaladverbien („davor“; vgl. Klabunde, 1998, 2000); die Art und Weise der Positionierung findet ihren sprachlichen Ausdruck in Verben wie „liegen“, „hängen" oder „stecken“ etc.

Die Direktionalisierung bezieht sich auf die Beschreibung von Ortsveränderungen bzw. auch auf die Angabe von räumlichen Bahnen, denen diese Veränderungen folgen. Auch hier kann man die Art und Weise, wiederum ausgedrückt durch entsprechende Verben („legen“, „fahren“, „werfen“ etc.), und den Anfangs- und End-Ort einer Bewegung, ausgedrückt durch Präpositionalphrasen („aus dem Haus“ - „in den Garten“) oder Adverbien („rückwärts“), unterscheiden.8

Die Dimensionierung schließlich bezieht sich auf die Beschreibung räumlicher Eigenschaften von Dingen (sprachlich ausgedrückt mit Adjektiven wie „kurz“ oder „schmal“ etc.) und auf Objektklassen, die räumliche Eigenschaften implizieren (sprachlich ausgedrückt durch Nomina wie „Fläche“, „Kugel“, „Behälter“ etc.).

Die Dimensionierung bzw. dimensionierende Ausdrücke (z.B. Lang, 1987a, b, 1989) werden in der vorliegenden Arbeit nicht weiter erörtert, da es um die Betrachtung räumlicher Relationen zwischen Objekten geht. [...]

Die Bereiche der Positionierung und Direktionalisierung werden auch unter dem Begriff der Lokalisierung zusammengefasst.9 Beides wird im Deutschen durch räumliche Präpositionen (i.d.R. in Form von Präpositionalphrasen; Schröder, 1986; Weinrich, 1993) sprachlich ausgedrückt. Die Positionierung (d.h. die Angabe eines Ortes)

[Seite 14, Z. 1 ff.:]

wird hier von der Direktionalisierung (d.h. der Angabe einer Ortsveränderung) durch den grammatischen Kasus des Nomens in der Präpositionalphrase unterschieden.

Dabei gibt der Dativ den Ort, der Akkusativ den Zielort einer Ortsveränderung (und deren Bahn) an (vgl. auch Leys, 1989; Zifonun, Hoffmann & Strecker, 1997). [...]

Auf der psychologischen Betrachtungsseite steht der Raumreferenz die konkrete Verwendung raumreferentieller Ausdrücke (durch den Menschen bzw. Sprecher) als Sprechen über Raum gegenüber (Buhl, 1996).

[Seite 12, Z. 1 ff.:]

„Psychologie ist die Wissenschaft, die sich mit der Beschreibung und Analyse des Verhaltens und der geistigen Prozesse befasst.“ (Atkinson et al., 2001, S. 4). Dieses Individuum kann als mögliche Verhaltensweise auch Sprache verwenden bzw. verarbeiten (Herrmann, 2000). Dabei können ihm Ziele oder Absichten zugeschrieben werden, unter denen er eine sprachliche Äußerung produziert; andererseits können seine Bewusstseinsinhalte durch die Rezeption von Äußerungen modifiziert werden.

[Seite 12, Z. 14 ff.:]

Denn nicht in jedem Fall muss zur Erreichung eines bestimmten Zieles gesprochen werden, und häufig ist das Sprechen in einen größeren Handlungszusammenhang eingebettet und ergänzt andere Handlungen bzw. Verhaltensweisen.


8 [...]

9 [...]


Atkinson, R. L., Atkinson, R. C., Smith, E. E., Bern, D. J. & Nolen-Hoeksema, S. (2001). Hilgards Einführung in die Psychologie. Heidelberg: Spektrum, Akademischer Verlag.

Buhl, H. M. (1996). Wissenserwerb und Raumreferenz: Ein sprachpsychologischer Zugang zur mentalen Repräsentation. Tübingen: Niemeyer.

Herrmann, T. (2000). Sprachpsychologie: Aspekte und Paradigmen. Zeitschrift für Psychologie, 208, 110-128.

Klabunde, R. (1998). Zur Wahl dimensionaler Präpositionen und Adverbien in der Sprachproduktion. In P. Ludewig & B. Geurts (Hrsg.), Lexikalische Semantik aus kognitiver Sicht: Perspektiven im Spannungsfeld linguistischer und psychologischer Modellierungen (S. 41-71). Tübingen: Narr.

Klabunde, R. (2000). Semantik und Pragmatik dimensionaler Adverbien. In C. Habel & C. von Stutterheim (Hrsg.), Räumliche Konzepte und sprachliche Strukturen (S. 191-215). Tübingen: Niemeyer.

Lang, E. (1987a). Semantik der Dimensionsauszeichnung räumlicher Objekte. In M. Bierwisch & E. Lang (Hrsg.), Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven (S. 287-458). Berlin: Akademie-Verlag.

Lang, E. (1987b). Gestalt und Lage räumlicher Objekte: Semantische Struktur und kontextuelle Interpretation von Dimensionsadjektiven. In J. Bayer (Hrsg.), Grammatik und Kognition. Psycholinguistische Untersuchungen (Linguistische Berichte Sonderheft 1/1987) (S. 163-191). Opladen: Westdeutscher Verlag.

Lang, E. (1989). Primärer Orientierungsraum und inhärentes Proportionsschema: Interagierende Kategorisierungsraster bei der Konzeptualisierung räumlicher Objekte. In C. Habel, M. Herweg & K. Rehkämper (Hrsg.), Raumkonzepte in Verstehensprozessen: Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum (S. 150-173). Tübingen: Niemeyer.

Leys, O. (1989). Aspekt und Rektion räumlicher Präpositionen. Deutsche Sprache: Zeitschrift für Theorie, Praxis, Dokumentation, 17, 97-113.

Schröder, J. (1986). Lexikon deutscher Präpositionen. Leipzig: Verlag Enzyklopädie.

Vater, H. (1996). Einführung in die Raum-Linguistik (3., verb. Aufl.). Hürth: Gabel.

Weinrich, H. (1993). Textgrammatik der deutschen Sprache. Mannheim: Dudenverlag.

Wunderlich, D. (1984). Zur Syntax der Präpositionalphrasen im Deutschen. Zeitschrift für Sprachwissenschaft, 3, 65-99.

Zifonun, G., Hoffmann, L. & Strecker, B. (1997). Grammatik der deutschen Sprache Bd. 3 (Schriften des Instituts für deutsche Sprache; Bd. 7, 3). Berlin: de Gruyter.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Klassische Kopierfehler: "Lang 1987a, b" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

Ferner: "(Atkinson et al. 2001: 4)" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

Parallelen gibt es zwar auch mit Grabowski 1999 (S. 23 f.), doch fallen sie mit Weiß 2005 stärker aus, weshalb diese Publikation als Übernahmequelle angesehen wird.


[47.] Dt/Fragment 036 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 1 ff. (ganze Seite)
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 12, 14, 15, 133, Zeilen: 12: 15 ff.; 14: 19 ff., letzter Absatz; 15: 1 ff.; 133: 1 ff.
[Häufig ist das Sprechen] in einen größeren Handlungszusammenhang eingebettet und ergänzt andere Handlungen oder Verhaltensweisen. Somit lässt sich das Sprachproduktionsmodell von Herrmann und Grabowski (1994) auch als ein allgemeines Modell menschlichen Verhaltens betrachten, das jedoch für sprachliches Verhalten expliziert wurde. Sprachproduktion und -rezeption sind somit auch Themen der (Sprach-)Psychologie (zu der Unterscheidung zwischen Sprachpsychologie und Psycholinguistik sieh [sic] auch Harrmann [sic] 2000; Herrmann/Grabowski 2003; Kornadt/Mangold-Allwinn/Grabowski 1994; Kessler 2000a: 95ff.). Somit ist das sprachliche Lokalisieren eine Teil-Klasse menschlichen Verhaltens (Grabowski 1999a: 25ff.). Sprechen ist in der Regel eine von mehreren Möglichkeiten zur zielführenden Verhaltensregulation, wobei mit Regulation die Angleichung von Ist- an Soll-Zustände im kognitiven System des Menschen gemeint ist (vgl. Herrmann/Grabowski 1994; Herrmann 1985). Bei Soll-Werten, die zur Produktion raumbezogener Äußerungen führen, handelt es sich vor allem um partnerbezogene Ziele. Nach Herrmann/Schweizer (1998) und Herrmann/Grabowski (1994) will der Sprecher entweder bei einem Partner die Vorstellung einer Raumkonstellation aufbauen oder er will die Aufmerksamkeit des Partners auf bestimmte Orte, Wege oder Regionen innerhalb einer bereits bekannten bzw. repräsentierten Raumkonstellation lenken. Das Ziel des Sprechers besteht darin, gegenüber dem Hörer einen bestimmten Ort im Raum hervorzuheben, an dem sich ein Objekt befindet. Das Verhalten der Menschen, wenn sie diese Ziele verfolgen, bezeichnet man als Lokalisieren – erfolgt das Lokalisieren mit sprachlichen Mitteln und nicht durch gestisches Zeigen, werden Lokalisationsäußerungen produziert, d.h. es handelt sich um sprachliches Lokalisieren:
„Beim sprachlichen Lokalisieren werden Objekte, Orte, Wege o. dgl. unter Verwendung von Lokativen (wie „rechts von“, „in“, „zwischen“, „darüber“, „ganz rechts“, „auf der Rückseite von“, „nördlich von“ usf.) oder anderer verbaler Mittel an andere Objekte, Orte, Wege o. dgl. „sprachlich angebunden1“. (Herrmann/Schweizer 1998: 39, s. auch Schweizer 2003)

Es geht demnach um den sprachlichen Ausdruck räumlicher Relationen zwischen Objekten oder Ähnlichem. Linguistische Analysen legen nahe, dass es sich bei Lokalisationsäußerungen um den sprachlichen Ausdruck von Relationen zwischen Orten (und nicht zwischen Objekten) handelt (Wenz 1997: 15; vgl. auch Habel 1989; Klein 1991, 1994; Grabowski 1999a). In diesem Zusammenhang wird im Weiteren die Frage diskutiert, inwiefern die auf sprachlicher Ebene gebildeten räumlichen Kategorien, die sich in der Bedeutung von Lokalisierungsausdrücken und in den Verwendungsmöglichkeiten [der Raumpräpositionen widerspiegeln, mit den nichtsprachlichen Kategorien in der menschlichen Kognition (v.a. Wahrnehmung) korrespondieren.]


1 Hervorhebungen im Original


Grabowski, Joachim (1999): Raumrelationen. Kognitive Auffassung und sprachlicher Ausdruck. Opladen u. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

Grabowski, Joachim (1999): Verbale Wissensdiagnose: High-Level-Prozesse der Sprachproduktion. In: Wachsmuth, Ipke; Jung, Bernhard (Hrsg.): KogWis99. Proceedings der 4. Fachtagung der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft. St. Augustin: Infix, 37-42.

Habel, Christopher (1989): Zwischen-Bericht. In: Christoph [sic] Habel, Michael Herweg und Klaus Rehkämper (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Tübingen: Niemeyer, 37-69.

Herrmann, Theo (1985): Allgemeine Sprachpsychologie. Grundlagen und Probleme. München: Urban & Schwarzenberg.

Herrmann, Theo (2000): Sprachpsychologie: Aspekte und Paradigmen. Zeitschrift für Psychologie, 110-128.

Herrmann, Theo; Grabowski, Joachim (1994): Sprechen – Psychologie der Sprachproduktion. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Herrmann, Theo;Grabowski, Joachim (Hrsg.) (2003): Sprachproduktion. Enzyklopädie der Psychologie, Thermenbereich C: Theorie und Forschung, Serie III: Sprache, Band 1. Göttingen: Hogrefe.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

Kessler, Klaus (2000): Der Nutzen von Prozeßmodellen und Simulationen am Beispiel der Interpretation von Richtungspräpositionen. In: Habel, Christopher; Stutterheim, Christiane von (Hrsg.): Räumliche Konzepte und sprachliche Strukturen. Tübingen: Niemeyer, (= Linguistische Arbeiten 417), 151-179.

Kessler, Klaus (2000): Raumkognition und Lokalisationsäußerungen: Ein konnektionistisches Modell des Verstehens von Richtungspräpositionen. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag. (zugl. Diss. Universität Mannheim, 1998).

Klein, Wolfgang (1991): Raumausdrücke. In: Linguistische Berichte 132, 77-114.

Klein, Wolfgang (1994): Keine Känguruhs zur Linken – über die Variabilität von Raumvorstellungen und ihren Ausdruck in der Sprache. In: Kornadt, Hans J.; Grabowski, Joachim; Mangold-Allwin, Roland (Hrsg.): Sprache und Kognition. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 163-182.

Kornadt, Hans-Joachim; Grabowski, Joachim; Mangold-Allwinn, Roland (Hrsg.) (1994): Sprache und Kognition – Perspektiven moderner Sprachpsychologie. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Wenz, Karin (1997): Raum, Raumsprache und Sprachräume: zur Textsemiotik der Raumbeschreibung. Tübingen: Narr.

[Seite 12:]

Denn nicht in jedem Fall muss zur Erreichung eines bestimmten Zieles gesprochen werden, und häufig ist das Sprechen in einen größeren Handlungszusammenhang eingebettet und ergänzt andere Handlungen bzw. Verhaltensweisen. Somit lässt sich beispielsweise das Sprachproduktionsmodell von Herrmann und Grabowski (1994; siehe Abschnitt 2.2.2) auch als ein allgemeines Modell menschlichen Verhaltens betrachten, das jedoch in erster Linie für sprachliches Verhalten expliziert wurde (siehe auch die Unterscheidung zwischen Sprachpsychologie und Psycholinguistik; Herrmann, 2000; Herrmann & Grabowski, 2003; Kornadt, Mangold-Allwinn & Grabowski, 1994; vgl. auch Kessler, 2000a, S. 95f.).

Sprachproduktion und -rezeption sind somit auch Themen der (Sprach-)Psychologie.

[Seite 14:]

Somit ist das sprachliche Lokalisieren auch eine (Teil-)Klasse menschlichen Verhaltens (Grabowski, 1999a, S. 25ff.). Sprechen ist in der Regel eine von mehreren Möglichkeiten zur zielführenden Verhaltensregulation (vgl. Herrmann & Grabowski, 1994; siehe auch Herrmann, 1985), wobei mit Regulation hier die Angleichung von Ist- an Soll-Zustände im kognitiven System des Menschen gemeint ist.

[...]

Bei Soll-Werten, die zur Produktion raumbezogener Äußerungen führen, handelt es sich überwiegend um partnerbezogene Ziele. Nach Herrmann und Schweizer (1998, vgl. Herrmann & Grabowski, 1994) will der Sprecher entweder bei einem Partner die Vorstellung einer Raumkonstellation aufbauen oder entstehen lassen,

[Seite 15:]

oder er will die Aufmerksamkeit des Partners auf bestimmte Orte, Wege oder Bereiche innerhalb einer bereits repräsentierten Raumkonstellation lenken. Im Zentrum der vorliegenden Betrachtung stehen Äußerungen, bei denen das Ziel des Sprechers darin besteht, gegenüber dem Hörer einen bestimmten Ort im Raum hervorzuheben, an dem sich ein Objekt befindet, befunden hat, befinden soll - oder auch noch nie befunden hat; etc. [...] Das Verhalten, das Menschen zeigen, wenn sie entsprechende Ziele verfolgen, bezeichnet man jedoch üblicherweise als Lokalisieren. Erfolgt das Lokalisieren mit sprachlichen Mitteln (und z.B. nicht durch gestisches Zeigen), werden Lokalisationsäußerungen produziert. Es handelt sich dann um sprachliches Lokalisieren:

„Beim sprachlichen Lokalisieren werden Objekte, Örter, Wege o. dgl. unter Verwendung von Lokativen (wie ‚rechts von‘, ‚in‘, ‚zwischen‘, ‚darüber‘, ‚ganz rechts‘, ‚auf der Rückseite von‘, ‚nördlich von‘ usf.) oder anderer verbaler Mittel an andere Objekte, Örter, Wege o. dgl. ‚sprachlich angebunden‘.“ (Herrmann & Schweizer, 1998, S. 39; siehe auch Schweizer, 2003) [Hervorhebungen im Original]

Es geht demnach um den sprachlichen Ausdruck räumlicher Relationen zwischen Objekten oder Ähnlichem. Linguistische Analysen legen nahe, dass es sich bei Lokalisationsäußerungen um den sprachlichen Ausdruck von Relationen zwischen Örtern (und nicht zwischen Objekten) handelt (vgl. Habel, 1989; Klein, 1991, 1994; siehe auch Grabowski, 1999a).

[Seite 133:]

In diesem Zusammenhang wird die Frage diskutiert, inwiefern die auf sprachlicher Ebene gebildeten räumlichen Kategorien, die sich in der Bedeutung bzw. den Verwendungsmöglichkeiten von Raumpräpositionen widerspiegeln, mit den nichtsprachlichen Kategorien in der menschlichen Kognition (v.a. Wahrnehmung und Gedächtnis) korrespondieren.


Grabowski, J. (1999a). Raumrelationen: Kognitive Auffassung und sprachlicher Ausdruck. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Habel, C. (1989). "zwischen"-Bericht. In C. Habel, M. Herweg & K. Rehkämper (Hrsg.), Raumkonzepte in Verstehensprozessen: Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum (S. 37-69). Tübingen: Niemeyer.

Herrmann, T. (1985). Allgemeine Sprachpsychologie: Grundlagen und Probleme. München: Urban & Schwarzenberg.

Herrmann, T. (2000). Sprachpsychologie: Aspekte und Paradigmen. Zeitschrift für Psychologie, 208, 110-128.

Herrmann, T. & Grabowski, J. (1994). Sprechen: Psychologie der Sprachproduktion. Heidelberg: Spektrum, Akademischer Verlag.

Herrmann, T. & Grabowski, J. (2003). Einleitung. In T. Herrmann & J. Grabowski (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie: Themenbereich C Theorie und Forschung, Serie III Sprache, Bd. 1 Sprachproduktion (S. XI-XVII). Göttingen: Hogrefe.

Herrmann, T. & Schweizer, K. (1998). Sprechen über Raum: Sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. Bern: Huber.

Kessler, K. (2000a). Raumkognition und Lokalisationsäußerungen: Ein konnektionistisches Modell des Verstehens von Richtungspräpositionen. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag.

Klein, W. (1991). Raumausdrücke. Linguistische Berichte, 132, 77-114.

Klein, W. (1994). Keine Känguruhs zur Linken - über die Variabilität von Raumvorstellungen und ihren Ausdruck in der Sprache. In H.-J. Kornadt, J. Grabowski & R. Mangold-Allwinn (Hrsg.), Sprache und Kognition: Perspektiven moderner Sprachpsychologie (S. 163-182). Heidelberg: Spektrum, Akademischer Verlag.

Kornadt, H.-J., Mangold-Allwinn, R. & Grabowski, J. (1994). Sprache und Kognition: Aspekte des Forschungsfeldes. In H.-J. Kornadt, J. Grabowski & R. Mangold-Allwinn (Hrsg.). Sprache und Kognition: Perspektiven moderner Sprachpsychologie (S. 1-12). Heidelberg: Spektrum, Akademischer Verlag.

Schweizer, K. (2003). Das sprachliche Lokalisieren. In T. Herrmann & J. Grabowski (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie: Themenbereich C Theorie und Forschung, Serie III Sprache, Bd. 1 Sprachproduktion (S. 623-657). Göttingen: Hogrefe.

Anmerkungen

Eine Seite mit zahlreichen Referenzen - aber die eigentliche Quelle wird nicht genannt.

Klassische Kopierfehler: "Kessler 2000a" und "Grabowski 1999a" (zwei Mal) gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

"Harrmann 2000" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht, gemeint ist wahrscheinlich "Herrmann 2000".

"Schweizer 2003" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

Parallelen gibt es zwar auch mit der auch - allerdings uneindeutig - referenzierten Publikation von Grabowski 1999, doch betreffen sie nur einen Teil des Seiteninhalts und fallen selbst dort mit Weiß 2005 deutlich stärker aus, weshalb diese Publikation als Übernahmequelle angesehen wird.


[48.] Dt/Fragment 037 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 3-7
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 2, Zeilen: 3 ff.
Raumgliedernde Konzepte sind eng mit konzeptuellem Wissen wie dem Wissen über Objekte, ihre Gestalt, ihre Funktion, ihre funktionale Interaktion usw. verknüpft. Das Zusammenspiel der beiden Arten von konzeptuellem Wissen spiegelt sich in den Verwendungsbedingungen von Lokalisierungsausdrücken wider. Raumgliedernde Konzepte sind eng verknüpft mit konzeptuellem Wissen anderer Art, wie dem Wissen über Objekte, ihre Gestalt, ihre Funktion, ihre funktionale Interaktion usw. Das Zusammenspiel der beiden Arten von konzeptuellem Wissen spiegelt sich in den Verwendungsbedingungen von Ausdrücken wider.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Wiederholung von Fragment 014 03.


[49.] Dt/Fragment 037 07

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 7-13
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 132, Zeilen: 3 ff.
Ein Beispiel für eine solche Aufteilung des Gebietes um ein Objekt in unterschiedliche räumliche Bezugsregionen stellt Abbildung 2.8 dar:

Dt 037 diss

Abb. 2.8: Aufteilung eines Gebietes um ein Objekt bzw. eine Ortschaft in Bezugsregionen unterschiedlicher Distanz nach Saile (1984: 66) (Quelle: Petra Weiss [sic] 2005: 132)

„Unweit“ und „unfern“ beziehen sich auf eine unweite Umgebung bzw. Region, die zwar noch in der Bezugsdomäne der Ortschaft liegt (Distalregion), aber nicht mehr im direkten Einflussbereich (Proximalregion) wie „bei“ oder „nahe“.


Saile, Günter (1984) Sprache und Handlung. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung von Handhabe-Verben, Orts- und Richtungsadverbialien [sic] am Beispiel von Gebrauchsanweisungen. Braunschweig: Vieweg

Weiß, Petra (2005): Raumrelationen und Objekt-Regionen: psycholinguistische Überlegungen zur Bildung lokalisationsspezifischer Teilräume. Wiesbaden: DUV/GWV Fachverlage.

Ein Beispiel für eine den Überlegungen von Herweg (1989; siehe Abb. 4.6) entsprechenden Aufteilung eines Gebietes um ein Objekt in unterschiedliche räumliche Bezugsregionen zeigt Abbildung 4.7. Während durch „an“ z.B. die enge Umgebung der Ortschaft angesprochen wird, bezieht sich „unweit“ bzw. „unfern“ auf eine unweite Umgebung, also einen Bereich, der zwar noch in der Bezugsdomäne der Ortschaft liegt (Distalregion), aber nicht mehr im direkten Einflussbereich (Proximalregion), so dass man auf die betreffende Umgebung mit „bei“ bzw. „nahe“ oder „an“ Bezug nehmen könnte. [...]

Dt 037 source

Abb. 4.7: Beispiel für die Aufteilung eines Gebietes um ein Objekt (Ortschaft) in Bezugsregionen unterschiedlicher Distanz (Quelle: Saile, 1984, S. 66).


Herweg, M. (1989). Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In C. Habel, M. Herweg & K. Rehkämper (Hrsg.), Raumkonzepte in Verstehensprozessen: Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum (S. 99- 127). Tübingen: Niemeyer.

Saile, G. (1984). Sprache und Handlung: Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung von Handhabe-Verben, Orts- und Richtungsadverbialen am Beispiel von Gebrauchsanweisungen. Braunschweig: Vieweg.

Anmerkungen

Die Quelle ist nur für die Abbildung 2.8 genannt - dass sie auch als Vorlage für den folgenden Textinhalt diente, bleibt Rezipienten mangels Kennzeichnung verborgen.


[50.] Dt/Fragment 037 14

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 14-28
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 68, Zeilen: 1 ff.
Wie Bierwisch (1983) sieht Herweg (1988, 1989, 1990) die Semantische Form als autonomes System an, das hinreichend allgemeine Wortbedeutungen zur Verfügung stellt, die jedoch durch das Zusammenwirken sprachlicher und außersprachlicher - konzeptueller und informativer - Informationen, ausdifferenziert und spezifischer interpretiert werden kann. Herweg (1989:110) nimmt folgende deiktischen Konzepte an, die für die Semantik der Präpositionen grundlegend sind:
- Place (x), der von einem Objekt x eingenommene Raum bzw. Ort,
- Prox (x), eine ausgezeichnete Umgebungsregion von x,
- Dist (x), eine von Place (x) und Prox (x) getrennte Region von x.

Diese drei Bestimmungen sind Funktionen, die den Objekten Regionen zuordnen. Die Region Place umfasst nicht nur den Raum, den x materiell einnimmt, sondern auch den inneren „leeren”, von den materiellen Teilen von x umschlossenen Raum. Die Region Prox ist eine begrenzte Region, die den Ort von x einschließt. Es handelt sich um die Region, in der Interaktion mit dem [darin lokalisierten Objekt stattfindet.]


Bierwisch, Manfred (1983): Semantische und konzeptuelle Repräsentation lexikalischer Einheiten. In: Ruzicka, Rudolf; Motsch, Wolfgang (Hrsg.): Untersuchungen zur Semantik. Studia grammatica 22. Berlin, Akademie-Verlag, 61-99.

Herweg, Michael (1988): Zur Semantik einiger lokaler Präpositionen des Deutschen. Überlegungen zur Theorie der lexikalischen Semantik am Beispiel von "in", "an", "auf" und "bei", LILOG-Report 21, Stuttgart: IBM Deutschland.

Herweg, Michael (1989): Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Christoph [sic]; Herweg, Michael; Rehkämper, Klaus (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Tübingen: Niemeyer, 99-127.

Herweg, Michael (1990): Zeitaspekte. Die Bedeutung von Tempus, Aspekt und temporalen Konjunktionen. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag.

Wie BIERWISCH 1988 sieht HERWEG 1989 die Semantische Form SF als autonomes System an, das hinreichend allgemeine Wortbedeutungen zur Verfügung stellt, die jedoch durch das Zusammenwirken sprachlicher und außersprachlicher — konzeptueller und informativer — Informationen, ausdifferenziert und spezifischer interpretiert werden, wie die vorangehenden Beispiele zeigen.

HERWEG (1989:108) nimmt folgende deiktischen Konzepte an, die für die Semantik der behandelten Präpositionen grundlegend sind :16

— Place(x), der von einem Objekt x eingenommene Raum bzw. Ort;

— Prox(x), eine ausgezeichnete Umgebungsregion von x;

— Dist(x), eine von Place(x) und Prox(x) getrennte Region von x.

Diese drei Bestimmungen sind Funktionen, die Objekten Regionen zuordnen. Die Region Place umfaßt nicht nur den Raum, den x materiell einnimmt, sondern auch den inneren "leeren", von den materiellen Teilen von x (partiell) umschlossenen Raum. Die Proximalregion Prox(x) ist eine (wenn auch unscharf) begrenzte Region, die den Ort von x einschließt; es handelt sich um die Region, in der Interaktion mit dem darin lokalisierten Objekt stattfindet (vgl. 2.3).


16 Der hier von Herweg gewählte Terminus "deiktisch" steht im Widerspruch zu seiner Anfangs-Behauptung, daß bei den topologischen Präpositionen Deixis keine Rolle spielt (s. oben).


Bierwisch, M, 1988. On the Grammar of Local Prepositions. In: Bierwisch, M./ Motsch, W./ Zimmermann, I. (eds.), 1988:1-65.

Bierwisch, M./ Motsch, W./ Zimmermann, I. (eds.), 1988. Syntax, Semantik und Lexikon. Berlin: Akademie-Verlag (= studia grammatica XXIX).

Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K., (eds.), 1989. Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum. Tübingen: Niemeyer. (= LA 233)

Herweg, M., 1989. Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K., (eds.), 1989:99-127.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[51.] Dt/Fragment 038 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 1-9
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 68, Zeilen: 16 ff.
[Es handelt sich um die Region, in der Interaktion mit dem] darin lokalisierten Objekt stattfindet. Die Region Dist ist von der Proximalregion völlig distinkt. Sie gehört zur Bezugsdomäne, aber nicht zum Einflussbereich des Objekts. Es gelten folgende Beziehungen:
a. Place (x) ⊂ [sic] Prox (x)
b. Ext (x) = Prox (x) – Place (x)
c. Prox (x) ∩ Dist (x) = 0 [sic]

Ext (x) bezeichnet die Außenregion, die das Komplement des von x eingenommenen Raums Place (x) innerhalb der Proximalregion Prox (x) bildet, also Prox (x) - Place (x). Die folgende Abbildung stellt dies dar:

Dt 038 diss

Abb. 2.9: Graphische Darstellung der von Herweg (1989:110) eingeführten lokalen Konzepte


Herweg, Michael (1989): Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Christoph [sic]; Herweg, Michael; Rehkämper, Klaus (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Tübingen: Niemeyer, 99-127.

[...]; es handelt sich um die Region, in der Interaktion mit dem darin lokalisierten Objekt stattfindet (vgl. 2.3). Die Distalregion Dist(x) ist von der Proximalregion völlig distinkt. Sie gehört zur Bezugsdomäne, aber nicht zum Einflußbereich des Objekts. Es gelten folgende Beziehungen:

(4-38)a Place(x) ⊆ Prox(x)

b Ext(x) = Prox(x) - Place(x)
c Prox(x) ∩ Dist(x) = 0 [sic]

"Ext(x)" bezeichnet die Außenregion, die das Komplement des von x eingenommenen Raums Place(x) innerhalb der Proximalregion Prox(x) bildet, also Prox(x) - Place(x). Abb. 25 stellt dies dar:

Abb. 25

Dt 038 source2

(HERWEG 1989: 110)

Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K., (eds.), 1989. Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum. Tübingen: Niemeyer. (= LA 233)

Herweg, M., 1989. Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K., (eds.), 1989:99-127.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 037 14.

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[52.] Dt/Fragment 038 10

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 10-24
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 131, 132, Zeilen: 131: Abb. 46, 11 ff.; 132: 13 ff.
Dt 038 diss

Abb. 2.9: Graphische Darstellung der von Herweg (1989:110) eingeführten lokalen Konzepte

Diese Konzepte sind Funktionen, die Objekten in Situationen Regionen zuschreiben. Von besonderem Interesse ist die Region Prox (x), da es sich um eine unscharfe, aber prinzipiell begrenzte Region handelt, die den Ort von x einschließt und sich um diesen herum ausdehnt. Herweg (1989: 108) bezeichnet sie als „Zusammenhangs- oder Proximalregion des Objekts x“. Hier finden die Interaktionen mit anderen Objekten statt.

Während für die topologischen Präpositionen somit die Distanz des Zielobjekts zum Bezugsobjekt relevant ist, ist es für die dimensionalen die Richtung (Landau/Jackendoff 1993:230; Jackendoff/Landau 1991:157). Die Schnittstelle der Achsenstruktur des Bezugsobjekts gilt als Ursprung für die betreffenden Raumkoordinaten (vgl. Abb. 2.1). Die drei grundlegenden Achsen gehen vom Zentrum des Bezugsobjekts aus und ergeben sechs mögliche Richtungen. Dadurch können dem Objekt auch entsprechende Seiten zugeschrieben werden. Jede der sechs Halbachsen ergibt eine Region, die den akzeptablen Bereich für die verschiedenen Präpositionen definiert.


Herweg, Michael (1989): Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Christoph [sic]; Herweg, Michael; Rehkämper, Klaus (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Tübingen: Niemeyer, 99-127.

Jackendoff, Ray S.; Landau, Barbara (1991): Spatial Language and Spatial Cognition. In: Napoli, Donna Jo; Kegl, Judy Anne (eds.): Bridges Between Psychology and Language: A Swarthmore Festschrift for Lila Gleitman. Hillsdale, NJ: Erlbaum, 144-169.

Landau, Barbara; Jackendoff, Ray S. (1993): „What“ and „where“ in spatial language and spatial cognition. Behavioral and Brain Sciences 16, 217-265.

[Seite 131:]

Dt 038 source

Abb. 4.6: Schematische graphische Darstellung der von Herweg (1989) eingeführten lokalen Konzepte (Quelle: Herweg, 1989, S, 110; vgl. auch Herweg, 1988).

[...]

Diese Konzepte sind Funktionen, die Objekten in Situationen Regionen zuschreiben. [...]

Von besonderem Interesse ist im vorliegenden Zusammenhang die Region Prox (x), da es sich hierbei um eine in der Regel unscharfe, aber prinzipiell begrenzte Region handelt, die den Ort von x einschließt und sich um diesen herum ausdehnt. Herweg (1989, S. 108) bezeichnet sie als „Zusammenhangs- oder Proximalregion des Objekts x“. Hier finden sozusagen lokalisations-relevante Interaktionen mit anderen Objekten statt, so dass diese Region weitgehend der Interaktionsregion bezüglich eines Objektes nach Miller und Johnson-Laird (1976) entspricht.

[Seite 132:]

Während für topologische Präpositionen somit die Distanz des Zielobjektes zum Bezugsobjekt relevant ist, ist es für dimensionale die Richtung (Landau & Jackendoff, 1993, S. 230; Jackendoff & Landau, 1991, S. 157; für die postulierte Raumaufteilung durch Richtungspräpositionen vgl. Abb. 4.5). Das gesamte Set an Richtungen ergibt sich aus der Achsenstruktur des Bezugsobjektes, d.h. es wird als Ursprung für die betreffenden Raumkoordinaten angenommen. Die drei grundlegenden Achsen gehen dabei vom Zentrum des Bezugsobjektes aus und sorgen für sechs mögliche Richtungen, wodurch dem Objekt dann gegebenenfalls auch entsprechende Seiten zugeschrieben werden können. Zentriert um jede der sechs Halbachsen ergibt sich eine Region, die den akzeptablen Bereich für die verschiedenen Präpositionen definiert (region of acceptability, Logan & Sadler, 1996; tolerance space, Herskovits, 1986): [...]


Herweg, M. (1988). Zur Semantik einiger lokaler Präpositionen des Deutschen: Überlegungen zur Theorie der lexikalischen Semantik am Beispiel von "in", "an“, "bei" und "auf" (Lilog-Report 21). Stuttgart: IBM Deutschland.

Herweg, M. (1989). Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In C. Habel, M. Herweg & K. Rehkämper (Hrsg.), Raumkonzepte in Verstehensprozessen: Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum (S. 99-127). Tübingen: Niemeyer.

Herskovits, A. (1986). Language and spatial cognition: An interdisciplinary study of the prepositions in English. Cambridge: Cambridge University Press.

Jackendoff, R. S. & Landau, B. (1991). Spatial language and spatial cognition. In D. J. Napoli & J. A. Kegl (Hrsg.), Bridges between psychology and linguistics (S. 145- 169). Hillsdale, NJ: Erlbaum.

Landau, B. & Jackendoff, R. (1993). "What" and "where" in spatial language and spatial cognition. Behavioral and Brain Sciences, 16, 217-265.

Logan, G. D. & Sadler, D. D. (1996). A computational analysis of the apprehension of spatial relations. In P. Bloom, M. A. Peterson, L. Nadel & M. F. Garrett (Hrsg.), Language and space (S. 493-529). Cambridge, MA: MIT Press.

Miller, G. A. & Johnson-Laird, P. N. (1976). Language and perception. Cambridge: Cambridge University Press.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Die Abbildung wird nicht kopiert, sondern "nachgebaut".


[53.] Dt/Fragment 038 24

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 24-30
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 1, Zeilen: 21 ff.
Der Raum wird als strukturiert erfahren [sic] und die Lokalisierungsausdrücke bilden in bestimmter Weise menschliche Raumvorstellungen ab. Die Bedeutung dieser Ausdrücke ist auf räumliche Konzepte bezogen, die in der Perzeption von Raum und der alltäglichen Erfahrung in und mit dem Raum begründet sind. Man darf wohl annehmen, dass die mentale Repräsentation von Raum zumindest in zentralen Teilen universal ist (Timova 2002). Das bedeutet aber nicht, dass sich die [Konzepte in gleicher Weise im Bedeutungssystem der Ausdrucksinventare von Sprachen niederschlagen müssen (vgl. Becker 1994).]

Becker, Angelika (1994): Lokalisierungsausdrücke im Sprachvergleich: Eine lexikalisch- semantische Analyse von Lokalisierungsausdrücken im Deutschen, Englischen, Französischen und Türkischen. Tübingen: Max Niemeyer Verlag (= Linguistische Arbeiten 316).

Timova, Diana (2002): Markierungsmöglichkeiten zum Aufbau von Raumrelationen am Beispiel von ost- und südslawischen Sprachen, In: Kischel, Gerhard (Hrsg.): EuroCom – Mehrsprachiges Europa durch Interkomprehension in Sprachfamilien. Hagen: BasseDruck, 394-407.

Lokalisierungsausdrücke bilden in bestimmter Weise menschliche Raumvorstellungen ab, aufgrund deren Raum als strukturiert erfahren wird. Die Bedeutung der Ausdrücke ist also bezogen auf räumliche Konzepte, die in der Perzeption von Raum und der alltäglichen Erfahrung in und mit dem Raum begründet sind. Man darf wohl annehmen, dass die mentale Repräsentation von Raum zumindest in zentralen Teilen universal ist. Das bedeutet aber nicht, dass sich Konzepte in gleicher Weise im Bedeutungssystem der Ausdrucksinventare von Sprachen niederschlagen müssen.
Anmerkungen

Die Quelle ist zwar (allerdings nur zum Vergleich) genannt; aber die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.

An einer Stelle "streut" die Verfasserin eine eigene Publikation von 2002 als vermeintliche Quelle für eine Aussage ein, die wörtlich so schon 1994 von Becker formuliert worden war.


[54.] Dt/Fragment 039 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 1-7
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 1, 9, 10, Zeilen: 1: 25 f.; 9: letzter Absatz; 10: 1 f.
[Das bedeutet aber nicht, dass sich die] Konzepte in gleicher Weise im Bedeutungssystem der Ausdrucksinventare von Sprachen niederschlagen müssen (vgl. Becker 1994).

Die Objekte werden in Abhängigkeit vom Wissen über die Form, Größe, ihre Funktion und ihre typische Lage zueinander lokalisiert, also nach der Art ihrer Zusammenfügung oder Anordnung zueinander. Bei gleichem Bezugsobjekt kann die Anordnung sehr unterschiedlich sein. Man vergleiche nur: das Wasser in der Vase/ die Blumen in der Vase/ der Sprung in der Vase (vgl. auch Herskovits 1988: 275).


Becker, Angelika (1994): Lokalisierungsausdrücke im Sprachvergleich: Eine lexikalisch- semantische Analyse von Lokalisierungsausdrücken im Deutschen, Englischen, Französischen und Türkischen. Tübingen: Max Niemeyer Verlag (= Linguistische Arbeiten 316).

Herskovits, Annette (1988): Spatial Expressions and the Plasticity of Meaning. In: Rudzka-Ostyn, Brygida (ed): Topics in Cognitive Linguistics. Amsterdam: Benjamins, 271-297.

[Seite 1:]

Das bedeutet aber nicht, dass sich Konzepte in gleicher Weise im Bedeutungssystem der Ausdrucksinventare von Sprachen niederschlagen müssen.

[Seite 9:]

2.4.3 Die relative Lage von Objekten

Wird ein Thema relativ zu einem Relatum lokalisiert, dann entsteht in Abhängigkeit von dem Wissen über die Gestalt von Objekten, ihre Funktion und ihre typische Lage zueinander eine bestimmte Vorstellung von der Konfiguration, die diese Objekte bilden, also von der Art ihrer Zusammenfügung oder Anordnung relativ zueinander. Bei gleichem Lokalisierungsausdruck kann die Konfiguration

[Seite 10:]

sehr unterschiedlich sein. Man vergleiche nur: das Wasser in der Vase/ die Blumen in der Vase/ der Sprung in der Vase oder der Stuhl unter dem Baum/ der Maulwurf unter dem Baum.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 038 24.

Die Quelle ist genannt, doch bleibt vor der Referenz die Wörtlichkeit der Übernahme ungekennzeichnet und setzt sich jene auch danach fort.


[55.] Dt/Fragment 040 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 1-3, 4-11
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 79, 80, Zeilen: 79: 3 ff., 14 ff., 27 f.; 80: 1 ff.
[Die erwähnten räumlichen Eigenschaften von Objekten werden durch Ausdrücke verschiedener lexikalischen Kategorien repräsentiert (vgl. dazu auch Wunderlich 1986: 216; Vater 1996: 45):]

[Abb.]

1) Wie der Name schon sagt, geht es bei den Dimensionsadjektiven um sprachliche Mittel zur Benennung von Dimensionseigenschaften eines Gegenstands. [Diese drücken Gestalteigenschaften aus, indem sie die physische Ausdehnung eines Objekts auf eine Dimension projizieren.] Hier und im Folgenden beziehe ich mich vor allem auf Lang (1989, 1987a, 1987b), Bierwisch (1967) und Wunderlich (1982, 1985, 1986).

Die Konstanz in der perzeptuellen Charakteristik eines Objekts involviert nicht unbedingt Konstanz in der sprachlichen Bezeichnung, d.h. dass es keine direkte Verbindung von Perzeption zu Sprache gibt. Die Bedingungen, unter denen räumliche Merkmale in sprachliche Bezeichnungen für Dimensionseigenschaften eingehen, sind komplexer:


Bierwisch, Manfred (1967): Some semantic universals of German adjectivals. Foundations of Language 3.1: 1-37. (Dt. Über.: Einige semantische Universalien in deutschen Adjektiven. In: H. Steger (1970): Vorschläge für eine strukturale Grammatik des Deutschen. Darmstadt: Wissensch. Buchgeselschaft, 269-318).

Lang, Ewald (1987): Gestalt und Lage räumlicher Objekte: Semantische Struktur und kontextuelle Interpretation von Dimensionsadjektiven. In: Bayer, Josef (Hrsg.): Grammatik und Kognition. Psycholinguistische Untersuchungen. Linguistische Berichte, Sonderheft 1, 163-218.

Lang, Ewald (1987): Semantik der Dimensionsauszeichnung räumlicher Adjektive. In: Bierwisch, Manfred; Lang, Ewald (Hrsg.): Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven, Berlin: Akademie-Verlag (studia grammatica XXVI + XXVII), 287-459.

Lang, Ewald (1989): Primärer Orientierungsraum und inhärentes Proportionsschema: interagierende Kategorisierungsraster bei der Konzeptualisierung räumlicher Objekte. In: Habel, Christoph [sic]; Herweg, Michael; Rehkämper, Klaus (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum. Tübingen: Niemeyer, 150-174.

Wunderlich, Dieter (1982a): Sprache und Raum I. In: Studium Linguistik 12, 1-19.

Wunderlich, Dieter (1982b): Sprache und Raum II. In: Studium Linguistik 13, 37-59.

Wunderlich, Dieter (1985): Raum, Zeit und das Lexikon. In: Schweizer, Harro (Hrsg.): Sprache und Raum: psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit. Stuttgart: Metzler, 66-89.

Wunderlich, Dieter (1985): Raumkonzepte - Zur Semantik der lokalen Präpositionen. In: Ballmer, Thomas T.; Posner, Roland (Hrsg.): Nach-Chomskysche Linguistik. Neue Arbeiten von Berliner Linguisten. Berlin: de Gryter, 340-361.

Wunderlich, Dieter (1986): Raum und die Struktur des Lexikons. In: Bosshardt, Hans-Georg (Hrsg.): Perspektiven auf Sprache. Interdisziplinäre Beiträge zum Gedenken an Hans Hörmann. Berlin, New York: de Gruyter, 212-231.

[Seite 79:]

Hier geht es um Adjektive, die zur Benennung von Dimensions-Eigenschaften eines Gegenstands benutzt werden: rund, (drei-)eckig, quadratisch, oval, kugelig, lang, hoch, dick usw. Im Folgenden beziehe ich mich vor allem auf LANG 1989, daneben auch BIERWISCH 1967 und 1987b, LANG 1987a/b und WUNDERLICH 1982.

[...] Eins seiner Hauptargumente dafür basiert auf der Tatsache, daß Konstanz in der perzeptuellen Charakteristik eines Objekts nicht notwendig Konstanz in der sprachlichen Bezeichnung impliziert und vice versa.

[...]

Beispiele wie das in Abb. 28 illustrierte zeigen, daß es keine direkte Verbindung von Perzeption zu Sprache gibt — wie die Hypothese von CLARK/CLARK 1977

[Seite 80:]

suggeriert —, sondern daß die Bedingungen, unter denen perzeptuelle Merkmale in sprachliche Bezeichnungen für Dimensionseigenschaften eingehen, komplizierter sind.


Bierwisch, M., 1967. Some semantic universals of German adjectivals. Foundations of Language 3.1:1-37. Dt. Übers.: Einige semantische Universalien in deutschen Adjektiven. In: Steger, H. (ed.), 1970. Vorschläge für eine strukturale Grammatik des Deutschen. Darmstadt: Wissensch. Buchgesellschaft, 269-318.

Bierwisch, M., 1987b. Semantik der Graduierung.In: Bierwisch, M./ Lang, E. (eds.), 1987:91-286.

Lang, E., 1987a. Semantik der Dimensionsauszeichnung räumlicher Adjektive. In: Bierwisch/Lang (eds.), 1987:287-458.

Lang, E., 1987b. Gestalt und Lage räumlicher Objekte: Semantische Struktur und kontextuelle Interpretation von Dimensionsadjektiven. In: Bayer, J. (ed.), 1987:163-218.

Lang, E., 1989. Primärer Orientierungsraum und inhärentes Proportionsschema: interagierende Kategorisierungsraster bei der Konzeptualisierung räumlicher Objekte. In: Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K. (eds.), 1989:150-173.

Wunderlich, D., 1982. Sprache und Raum. Studium Linguistik 12:1-19, 13:37-59.

Anmerkungen

Die Quelle ist am Ende der Vorseite für die über dem Fragment befindliche Abb. 2.11 angegeben (eine entspr. Abb. findet sich in der Quelle auf der genannten Seite 45).

Dass aber auch der folgende Textinhalt (mitsamt mehreren Referenzen) daraus übernommen wurde, bleibt Rezipienten mangels Kennzeichnung verborgen.

Ein Satz ("Diese drücken Gestalteigenschaften aus, [...]", siehe Fragment 040 03) stammt aus Wunderlich 1986 und wurde daher hier bei der Zeilenzählung nicht berücksichtigt.

Kopierfehler: "Lang 1987a", "Lang 1987b" und "Wunderlich 1982" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

Die Kurzreferenz "Vater (1996)" wird im Literaturverzeichnis mit der Publikation Einführung in die Sprachwissenschaft (München) aufgeschlüsselt. Daneben gibt es auch noch die Referenz "Vater (19963)" mit der Zuordnung Einführung in die Raum-Linguistik (Hürth, 3. Aufl.); für jene Publikation findet sich jedoch kein Verwendungsnachweis im Haupttext der Arbeit.

Falls die Verfasserin mit "Vater (1996)" wie im Lit.verz. tatsächlich auch die Einführung in die Sprachwissenschaft referenzieren wollte, wäre die andere Publikation Vaters von 1996 als festgestellte eigentliche Quelle überhaupt nicht angegeben und das Fragment unter "Verschleierung" zu kategorisieren.

Bei der VroniPlag-Analyse ist "Vater 1996" = Einführung in die Raum-Linguistik (Hürth, 3. Aufl.).


[56.] Dt/Fragment 041 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 1-22
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 80, 81, Zeilen: 80: 3 ff.; 81: 1 ff.
Offensichtlich werden Wahrnehmungen weiter zu Konzepten verarbeitet, die dann als Grundlage für die Versprachlichung dienen.

Lang (1989: 153) analysiert die Semantik von Dimensionsadjektiven in einem theoretischen Rahmen, die die folgenden Voraussetzungen enthält: Modularität, Autonomie und Interaktion, wobei er annimmt, dass folgende Module bei der semantisch-kognitiven Interpretation einer sprachlichen Äußerung involviert sind:

- das System des grammatischen Wissens, dass das lautliche oder grafische Muster mit Konzeptstrukturen durch die Interaktion des phonologischen, syntaktischen und semantischen Subsystems verbindet. Zentral ist dabei das gedächtnisbasierte System Lexikon.
- das System des konzeptuellen Wissens - darin gibt es ein Subsystem „Raum”, das die Struktur des physikalischen Raums mit mentalen Repräsentationen verbindet.
- das System der Wahrnehmungsstruktur, das ebenfalls Subsysteme hat, darunter das visuelle.

Die semantische Interpretation sprachlicher Äußerungen kommt durch das Zusammenwirken zweier autonomer Repräsentationsebenen zustande:

- der Ebene der Semantischen Form, die durch das System des grammatischen Wissens bestimmt ist, sowie
- der Ebene der Konzeptstruktur, die durch das System des konzeptuellen Wissens bestimmt ist (Bierwisch 1982).

Bierwisch, Manfred (1982): Formal and Lexical Semantics. In: Linguistische Berichte 80: 3-17.

Bierwisch, Manfred (1982): Linguistics and Language Error. In: Cutler, A. (ed.): Slips of the Tongue and Language Production. Berlin et al.: Mouton, 29-72.

Bierwisch, Manfred (1982): Sprache als kognitives System - Thesen zur theoretischen Linguistik. In: Deutsch als Fremdsprache 19.3: 139-144.

Lang, Ewald (1989): Primärer Orientierungsraum und inhärentes Proportionsschema: interagierende Kategorisierungsraster bei der Konzeptualisierung räumlicher Objekte. In: Habel, Christoph [sic]; Herweg, Michael; Rehkämper, Klaus (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum. Tübingen: Niemeyer, 150-174.

[Seite 80:]

Cauf der relativ autonomen Ebene der Konzeptstruktur weiter zu Konzepten verarbeitet, die dann als Grundlage für die Versprachlichung dienen.

LANG (1989:153) analysiert die Semantik von Dimensionsadjektiven in einem theoretischen Rahmen, der folgende Voraussetzungen enthält:

(1) Modularität: [...]

(2) Autonomie: [...]

(3) Interaktion: [...]

[...]

In Anlehnung an BIERWISCH (1983:64ff) nimmt LANG (1989:154f) an, daß folgende Module bei der semantisch-kognitiven Interpretation einer sprachlichen Äußerung involviert sind:

— das System des grammtischen [sic] Wissens G, das lautliche oder grafische Muster mit Konzeptstrukturen — durch die Interaktion des phonologischen, syntaktischen und semantischen Subsystems verbindet. Zentral ist dabei das Gedächtnis-basierte System LEX (Lexikon);

— das System des konzeptuellen Wissens C, "das aufgrund seiner intermodalen Zugänglichkeit als die zwischen allen anderen kognitiven Subsystemen vermittelnde Repräsentationsebene fungiert" (LANG 1989:154). Darin gibt es ein Subsystem CRaum, das die Struktur des physikalischen Raums mit mentalen Repräsentationen verbindet;

— das System der Wahrnehmungsstruktur P, das ebenfalls Subsysteme hat, darunter das visuelle.

[Seite 81:]

Die semantische Interpretation sprachlicher Äußerungen kommt zustande durch das Zusammenwirken zweier separater autonomer Repräsentationen:

— der Ebene der Semantischen Form (SF), die durch G bestimmt ist,

— der Ebene der Konzept-Struktur (CS), die durch C bestimmt ist.


Bierwisch, M., 1983. Semantische und Konzeptuelle Repräsentation lexikalischer Einheiten. In: Ruzicka, R./ Motsch, W. (eds.), 1983. Untersuchungen zur Semantik. Berlin: Akademie-Verlag (= studia grammatica XXN), 61-99.

Lang, E., 1989. Primärer Orientierungsraum und inhärentes Proportionsschema: interagierende Kategorisierungsraster bei der Konzeptualisierung räumlicher Objekte. In: Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K. (eds.), 1989:150-173.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 040 01.

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

"Bierwisch 1982" ist bei Dt uneindeutig, da sich im Literaturverzeichnis drei derartige Publikationen finden.


[57.] Dt/Fragment 041 23

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 23-28
Quelle: Wunderlich 1986
Seite(n): 213, 214, 215, Zeilen: 213: letzter Absatz; 214: 1 f., 8, letzter Absatz; 215: 1 ff.
Viele dieser Kategorisierungen bleiben unausgesprochen. Diese werden deutlich, wenn wir die entsprechenden Nomina zusammen mit anderen Ausdrücken verwenden, als sogenannte Selektions- und Verwendungsbeschränkungen. Z.B. „das Meer ist tief” und „*2das Meer ist hoch”. Hoch ist nur auf Objekte oberhalb einer Referenzebene (oft oberhalb des Erdbodens) anwendbar und projiziert die vertikale Ausdehnung des Objekts.

2 Mit Sternzeichen * werden die ungrammatischen Sätze markiert.

[Seite 213:]

Viele dieser Kategorisierungen bleiben unausgesprochen; [...] Deutlich werden

[Seite 214:]

sie, wenn wir die entsprechenden Nomina zusammen mit anderen Ausdrücken verwenden, als sogenannte Selektionsbeschränkungen:

[...] (‚§‘ steht für semantische Unverträglichkeit.)

[...]

(3) a. Der Schornstein ist zu hoch,

b. Der Schornstein ist zu dick.

(4) a. §Der Brunnen ist zu hoch,

b. §Der Brunnen ist zu dick.

[Seite 215:]

hoch ist nur auf Objekte oberhalb einer Referenzebene (oft der Erdboden) anwendbar, dick nur auf Objekte mit definiertem Außenmaß. hoch projiziert die vertikale Ausdehnung des Objektes, dick eine nichtmaximale oder in zwei Dimensionen übereinstimmende Ausdehnung des Objekts.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[58.] Dt/Fragment 042 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 1-4
Quelle: Wunderlich 1985
Seite(n): 73, Zeilen: 14 ff.
[Und wenn dt. Tiefflug (vgl. Abb. 2.12) durch engl. low-level flight übersetzt wird, so heißt das nicht,] dass dt. tief, niedrig durch engl. deep, low nicht adäquat übersetzbar wären, sondern lediglich, dass der Flug von Flugzeugen, Vögeln usw. im Deutschen aufgrund anderer Kriterien als im Englischen kategorisiert wird (Wunderlich 1985: 73).

Wunderlich, Dieter (1985): Raum, Zeit und das Lexikon. In: Schweizer, Harro (Hrsg.): Sprache und Raum: psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit. Stuttgart: Metzler, 66-89.

Wunderlich, Dieter (1985): Raumkonzepte - Zur Semantik der lokalen Präpositionen. In: Ballmer, Thomas T.; Posner, Roland (Hrsg.): Nach-Chomskysche Linguistik. Neue Arbeiten von Berliner Linguisten. Berlin: de Gryter, 340-361.

Und wenn dt. Tiefflug durch engl. low-level flight übersetzt wird, so heißt das nicht, daß dt. tief, niedrig durch engl. deep, low nicht adäquat übersetzbar wären (bzw. die Adjektive diverse Bedeutungsnuancen hätten), sondern lediglich, daß der Flug von Flugzeugen, Vögeln usw. im Deutschen aufgrund anderer Kriterien als im Englischen kategorisiert wird (vgl. Fig. II).
Anmerkungen

Die Quelle ist angegeben, doch die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.

Die Quellenangabe ist ferner insofern uneindeutig, als sich zur Kurzreferenz "Wunderlich 1985" im Literaturverzeichnis zwei Aufsätze finden.


[59.] Dt/Fragment 043 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 1-3, 12-21
Quelle: Wunderlich 1986
Seite(n): 215, 216, Zeilen: 215: letzter Absatz; 216: 1 ff., Fußnote 1
[Wenn Objekte normalerweise in einer bestimmten Position anzutreffen sind, so ist das ihre kanonische Position. Das setzt voraus, dass diese Objekte eine] gegliederte Gestalt haben - man muss zumindest Oberseite und Unterseite und damit eine inhärente Vertikale unterscheiden können. Bei Tisch ist das möglich, bei Ball aber nicht.

[...] Die Anwendbarkeit der Lokalisierungsverben ist für diese Gestaltcharakteristika sensitiv (der Teller steht auf dem Tisch bzw. *der Teller liegt auf dem Tisch). Stehen ist ein spezifisches Verb. Nach Wunderlich (1986:216) „steht ein Objekt relativ zu f” genau dann, wenn sich entweder seine kanonische Vertikale oder seine Maximale vertikal zu einer Grundfläche f befindet. Wenn die kanonische Vertikale nicht seine Maximale ist, ist „liegen” oft gar nicht anwendbar (z.B. beim Fernseher, Aschenbecher). Man könnte sagen, dass diese Objekte nur Hauptdimensionen haben und die Definition wie folgt modifizieren: ein Objekt steht relativ zu f genau dann, wenn sich entweder seine kanonische Vertikale oder eine seiner Hauptdimensionen vertikal zu f befindet.


Wunderlich, Dieter (1986): Raum und die Struktur des Lexikons. In: Bosshardt, Hans-Georg (Hrsg.): Perspektiven auf Sprache. Interdisziplinäre Beiträge zum Gedenken an Hans Hörmann. Berlin, New York: de Gruyter, 212-231.

[Seite 215:]

Objekte haben eine kanonische Position, wenn sie normalerweise in dieser Position anzutreffen sind. So nimmt der Stuhl in Fig. 2 a seine kanonische Position ein, während die Positionen in 2 b—c davon abweichen. Die Existenz einer kanonischen Position setzt voraus, daß das Objekt eine gegliederte Gestalt hat; man muß zumindest Oberseite und Unterseite und damit eine inhärente Vertikale unterscheiden können. Bei Stuhl, Baum, Vase oder Aschenbecher ist das möglich, bei Buch, Taschentuch oder Ball aber nicht. Buch und Bleistift haben allerdings eine inhärente maximale Ausdehnung, Taschentuch und Ball auch dies nicht.

[Seite 216:]

Die Anwendbarkeit der Positionsverben liegen und stehen ist nun sensitiv für diese Gestaltcharakteristika.

(6) a. Die Vase steht auf dem Tisch.

b. Der Bleistift steht auf dem Tisch.
c. §Der Ball steht auf dem Tisch.

(7) a. Die Vase liegt auf dem Tisch.

b. Der Bleistift liegt auf dem Tisch.
c. Der Ball liegt auf dem Tisch.

[...]

Offensichtlich ist stehen das spezifischere Verb. Ein Objekt ‚steht relativ zu f‘ genau dann, wenn sich entweder seine kanonische Vertikale oder seine Maximale vertikal zu einer Grundfläche f befindet.1


1 [...] Allerdings muß die hier gegebene Analyse noch weiter differenziert werden: Wenn die kanonische Vertikale eines Objektes nicht seine Maximale ist, ist ,liegen‘ oft gar nicht anwendbar (z. B. beim Fernseher, Aschenbecher). Wir könnten sagen, daß diese Objekte nur Hauptdimensionen haben und die Definition wie folgt modifizieren: Ein Objekt ‚steht relativ zu f‘ genau dann, wenn sich entweder seine kanonische Vertikale oder eine seiner Hauptdimensionen vertikal zu f befindet.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar genannt, doch bleiben Wörtlichkeit und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet. Dadurch wird etwa nicht klar, dass der letzte Satz trotz seines eine Eigenleistung suggerierenden Anfangs ("Man könnte sagen, dass") ebenfalls von Wunderlich übernommen wurde.


[60.] Dt/Fragment 043 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 28 ff. (bis Seitenende)
Quelle: Wunderlich 1982
Seite(n): 10, Zeilen: 22 ff.
[4 a) Präpositionen/ Postpositionen]

Fast jede Sprache hat eine begrenzte Anzahl lokaler Präpositionen oder Postpositionen, um bestimmte Lageverhältnisse zwischen Objekten oder den Weg von Objekten darstellen zu können. In Sprachen wie Finnisch, Ungarisch, Türkisch werden anstelle einiger einfacher Präpositionen lokale Kasus verwendet. Es existieren auch zusammengesetzte bzw. abgeleitete Präpositionen, z. B. engl. in front of, frz. à coté de, dt. in der Mitte von. Hier sind zum Ausdruck von Lagebezeichnungen auch Nomina verwendbar, die gewisse Teilregionen oder Nachbarschaftsregionen eines Objekts bezeichnen.

Die Begriffe für Lageverhältnisse sind für die meisten Sprachen gleich relevant: Innenraum/ Außenraum, Inklusion/ Kontakt/ Nähe/ Ferne, Richtungen, Vertikalität/ Horizontalität/ Lateralität, Ursprung und Ziel von Bewegungen, beobachter- oder objektbezogen (bzw. deiktisch oder intrinsisch), Umschlie-[ßung/ Durchquerung usw.]

In Sprachen wie Finnisch, Ungarisch, Türkisch werden anstelle einiger einfacher Präpositionen lokale Kasus verwendet.

Fast jede Sprache hat eine begrenzte Anzahl lokaler Präpositionen oder Postpositionen (je nach Sprachtyp), um bestimmte Lageverhältnisse zwischen Objekten oder den Weg von Objekten beschreiben zu können. Manche von ihnen sind zusammengesetzt bzw. abgeleitet, z. B. engl. in front of, frz. à coté de, dt. in der Mitte von. Hier erkennt man schon, daß zum Ausdruck von Lagebezeichnungen auch abstrakte Nomina verwendbar sind, die gewisse Teilregionen oder Nachbarschaftsregionen eines Objektes bezeichnen. [...]

Die infrage kommenden Lageverhältnisse sind für alle Sprachen überraschend ähnlich: Innenraum/Außenraum, Kontakt/Nähe/Ferne, Richtungen, Vertikalität/Horizontalität/Lateralität, Ursprung und Ziel von Bewegungen, beobachter- oder objektbezogen (= deiktisch oder intrinsisch), Umschließung/Durchquerung usw.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[61.] Dt/Fragment 044 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 1-12
Quelle: Wunderlich 1982
Seite(n): 10, Zeilen: vorvorletzter und letzter Absatz
[Die Begriffe für Lageverhältnisse sind für die meisten Sprachen gleich relevant: Innenraum/ Außenraum, Inklusion/ Kontakt/ Nähe/ Ferne, Richtungen, Vertikalität/ Horizontalität/ Lateralität, Ursprung und Ziel von Bewegungen, beobachter- oder objektbezogen (bzw. deiktisch oder intrinsisch), Umschlie-]ßung/ Durchquerung usw. Dieser Umstand verweist darauf, dass die lokalen Präpositionen ziemlich zentral etwas mit dem menschlichen Raumkonzept zu tun haben, das zum großen Teil sprachenabhängig [sic] ist (vgl. Becker 1994; Timova 2001, 2002).

Eine genauere Analyse der lokalen Präpositionen beanspruchen im Deutschen z. B. Moilanen (1979), Schröder (1986) und Saile (1977), im Englischen Bennett (1975) und Miller/Johnson-Laird (1976). Miller/Johnson-Laird klären insbesondere das Verhältnis zwischen deiktischem und intrinsischem Gebrauch der Präpositionen. Cresswell (1978) und Dowty (1979) studieren die Rolle einzelner Präpositionen für die Wahrheitsbewertung von Sätzen, im Rahmen einer Cresswell- bzw. Montague-Grammatik. Lutzeier (1981) gibt eine interne Analyse von dt. in und vor mit topologischen Mitteln.


Becker, Angelika (1994): Lokalisierungsausdrücke im Sprachvergleich: Eine lexikalisch- semantische Analyse von Lokalisierungsausdrücken im Deutschen, Englischen, Französischen und Türkischen. Tübingen: Max Niemeyer Verlag (= Linguistische Arbeiten 316).

Bennett, David C. (1975): Spatial and temporal uses of English prepositions. An essay in stratificational semantics. London: Longman.

Cresswell, Max J. (1978): Prepositions and Points of View. In: Linguistics and Philosophy 2/1, 1-41.

Dowty, David R. (1979): Word Meaning and Montague Grammar. Dordrecht, Holland: Reidel.

Lutzeier, Peter (1981): Words and Worlds. In: Eikmeyer, Hans J.; Rieser, Hannes (eds.): Words, Worlds and Contexts: new approaches in word semantics. Berlin: de Gruyter, 75-106.

Miller, George A.; Johnson-Laird, Philip N. (1976): Language and perception. Cambridge, Mass.: Belknap Press of Harvard Univ. Press.

Moilanen, Markku (1979): Statische lokative Päpositionen [sic] im heutigen Deutsch. Tübingen: Niemeyer.

Moilanen, Markku (1979): Zur pragmatischen Funktion der Demonstrativadverbien hier, da und dort. In: Weydt, Harald (Hrsg.): Die Partikeln der deutschen Sprache, 187–200.

Saile, Günter (1977): Die Beschreibung räumlicher Operationen. Diss. TU Berlin.

Schröder, Jochen (1986): Lexikon deutscher Präpositionen. Leipzig, Verlag Enzyklopädie.

Timova, Diana (2001): Raumkonzepte und die Vermittelbarkeit der physikalischen Raumreferenz mit lokalen Präpositionen in einer (Fremdsprachen-)Grammatik. In: Colliander, Peter (Hrsg.): Linguistik im DAF-Unterricht. Frankfurt a.M. u.a.: Lang. (= Cross Cultural Communication 8), 191-213.

Timova, Diana (2002): Markierungsmöglichkeiten zum Aufbau von Raumrelationen am Beispiel von ost- und südslawischen Sprachen, In: Kischel, Gerhard (Hrsg.): EuroCom – Mehrsprachiges Europa durch Interkomprehension in Sprachfamilien. Hagen: BasseDruck, 394-407.

Die infrage kommenden Lageverhältnisse sind für alle Sprachen überraschend ähnlich: Innenraum/Außenraum, Kontakt/Nähe/Ferne, Richtungen, Vertikalität/Horizontalität/Lateralität, Ursprung und Ziel von Bewegungen, beobachter- oder objektbezogen (= deiktisch oder intrinsisch), Umschließung/Durchquerung usw. Dieser Umstand verweist darauf, daß die lokalen Präpositionen ziemlich zentral etwas mit dem menschlichen Raumkonzept zu tun haben, das zum großen Teil sprachunabhängig ist.

[...]

Eine genauere Analyse beanspruchen im Deutschen z. B. Moilanen (1979) und Saile (1977), im Englischen Bennett (1975) und Miller/Johnson-Laird (1976: ch. 6.1.). Miller/Johnson-Laird klären insbesondere das Verhältnis zwischen deiktischem und intrinsischem Gebrauch der Präpositionen (dazu weiter unten mehr). Cresswell (1978) und Dowty (1979: 207 ff) studieren die Rolle einzelner Präpositionen für die Wahrheitsbewertung von Sätzen, im Rahmen einer Cresswell- bzw. Montague-Grammatik. Lutzeier (1981) gibt eine interne Analyse von dt. in und vor mit topologischen Mitteln.


BENNETT, DAVID C. (1975): Spatial und [sic] Temporal Uses of English Prepositions. London: Longman.

CRESSWELL, MAX J. (1978): Prepositions and Points of View. Linguistics and Philosophy 2, 1-41.

DOWTY, DAVID (1979): Word Meaning and Montague Grammar. Dordrecht: Reidel.

LUTZEIER, PETER (1981): Words and Worlds. In: H. J. Eikmeyer and H. Rieser (eds.) Words, Worlds, and Contexts. Berlin: de Gruyter, 75-106.

MILLER, GEORGE A., and JOHNSON-LAIRD, PHILIP N. (1976): Language and Perception. Cambridge (Mass.): Harvard University Press.

MOILANEN, M. (1979): Statische lokative Präpositionen im heutigen Deutsch. Tübingen: Niemeyer.

SAILE, GÜNTHER [sic] (1977): Die Beschreibung räumlicher Operationen. Diss. TU Berlin.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[62.] Dt/Fragment 044 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 13-25
Quelle: Wunderlich 1986
Seite(n): 217, Zeilen: 9 ff.
Die Übersetzungsproblematik bei den Präpositionen ergibt sich nach Wunderlich (1986: 217) nicht daraus, dass die Anwendbarkeitsbedingungen von Sprache zu Sprache wechseln, sondern dass die Objekte anders kategorisiert werden:
dans la rue, dans l‘ assiette
auf der Straße, auf dem Teller
on the street, on the plate

Die Präposition in ist nur anwendbar, wenn das Objekt ein Behälterobjekt ist, d.h. einen Innenraum besitzt, während auf immer anwendbar ist, sofern das Objekt eine definierte Begrenzung hat. Für die Franzosen sind „Straße” und „Teller” Behälterobjekte (im weitesten Sinne), für die Deutschen und Engländer eher Objekte, die definierte Begrenzungen aufweisen und eine ausgezeichnete Oberseite haben:

Die Präposition in ist nur anwendbar, wenn das Objekt Β ein Behälterobjekt ist, d. h. einen Innenraum besitzt (oder einen hinreichend ausgedehnten Raum nur partiell beansprucht), während auf immer anwendbar ist, sofern nur das Objekt Β eine definierte Begrenzung hat.

Die notorische Übersetzungsproblematik bei den Präpositionen ergibt sich nicht daraus, daß die Anwendbarkeitsbedingungen von Sprache zu Sprache wechseln, sondern daß die Objekte anders kategorisiert werden.

(12) a. dans la rue, dans l'escalier, dans l'assiette

b. auf der Straße, auf der Treppe, auf dem Teller
c. on the street, on the stairs, on the plate

Für den Franzosen sind Straße, Treppe und Teller Behälterobjekte, für den Deutschen und Engländer eher Objekte, die definierte Begrenzungen aufweisen, vgl. Fig. 3.

Anmerkungen

Die Quelle ist genannt, doch die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt unausgewiesen.


[63.] Dt/Fragment 044 26

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 26-28
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 73, Zeilen: letzter Absatz
Im Englischen wiederum spricht man von passengers on the train, wo die Deutschen von Reisenden im Zug sprechen, den Zug also als Behälter ansehen (ebd. [Wunderlich 1986]).

Wunderlich, Dieter (1986): Raum und die Struktur des Lexikons. In: Bosshardt, Hans-Georg (Hrsg.): Perspektiven auf Sprache. Interdisziplinäre Beiträge zum Gedenken an Hans Hörmann. Berlin, New York: de Gruyter, 212-231.

Im Englischen wiederum spricht man von passengers on the train, wo wir von Reisenden im Zug sprechen, den Zug also als Behälter ansehen, wie es die Franzosen mit der Straße tun.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Bei Wunderlich 1986 findet sich der Inhalt nicht.

Fortsetzung: Fragment 045 01.


[64.] Dt/Fragment 045 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 1-4
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 67, Zeilen: 19 ff.
[Während im Satz „das Hemd ist im Schrank” die Standardverwen-]dung von in vorliegt, wird „im Schrank ist ein Holzwurm” nach Vater (1991, 1996) aufgrund unseres Weltwissens so verstanden, dass sich der Holzwurm nicht im Hohlraum des Schranks befindet, sondern im materiellen Teil des Schranks bzw. in seinen Wänden.

Vater, Heinz (1991): Einführung in die Raum-Linguistik. Hürth: Gabel.

Vater, Heinz (1996): Einführung in die Sprachwissenschaft. München: Fink.

Vater, Heinz (19963): Einführung in die Raum-Linguistik. Hürth: Gabel.

Während in (4-34) die Standardverwendung von in vorliegt, wird (4-35) aufgrund unseres Weltwissens so verstanden, daß sich der Holzwurm nicht im Hohlraum des Schranks befindet, sondern im materiellen Teil des Schranks, z. B. in seinen Wänden (vgl. HERWEG 1989:102).

(4-34) Das Hemd ist im Schrank.

(4-35) Im Schrank ist ein Holzwurm.


Herweg, M., 1989. Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K., (eds.), 1989:99-127.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 044 26.

Die Kurzreferenz "Vater (1996)" wird im Literaturverzeichnis mit der Publikation Einführung in die Sprachwissenschaft (München) aufgeschlüsselt. Daneben gibt es auch noch die Referenz "Vater (19963)" mit der Zuordnung Einführung in die Raum-Linguistik (Hürth, 3. Aufl.); für jene Publikation findet sich jedoch kein Verwendungsnachweis im Haupttext der Arbeit.

Falls die Verfasserin mit "Vater (1996)" wie im Lit.verz. tatsächlich auch die Einführung in die Sprachwissenschaft referenzieren wollte, wäre die andere Publikation Vaters von 1996 als festgestellte eigentliche Quelle überhaupt nicht angegeben und das Fragment unter "Verschleierung" zu kategorisieren.

Bei der VroniPlag-Analyse ist "Vater 1996" = Einführung in die Raum-Linguistik (Hürth, 3. Aufl.).


[65.] Dt/Fragment 046 15

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 15-18
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 2, Zeilen: 3 ff.
Es zeigt sich, dass Raumreferenz eng mit konzeptuellem Wissen anderer Art eng verknüpft ist. Das Zusammenspiel von raumgliedernden Konzepten und von konzeptuellem Wissen über die Objekte spiegelt sich in den Verwendungsbedingungen von Lokalisierungsausdrücken wider. Raumgliedernde Konzepte sind eng verknüpft mit konzeptuellem Wissen anderer Art, wie dem Wissen über Objekte, ihre Gestalt, ihre Funktion, ihre funktionale Interaktion usw. Das Zusammenspiel der beiden Arten von konzeptuellem Wissen spiegelt sich in den Verwendungsbedingungen von Ausdrücken wider.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Siehe auch Fragment 014 03 und Fragment 037 03.


[66.] Dt/Fragment 046 22

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 22-25
Quelle: Ehrich 1989
Seite(n): 13, Zeilen: 19 ff.
So zeigt sich, dass sich Raumreferenz in Verstehensprozessen aus einem komplexen Gefüge sprachlichen und nicht-sprachlichen Wissens ergibt, wobei das sprachliche Wissen unterschiedliche grammatische und lexikalische Mittel integriert. So zeigt sich, daß Raumreferenz in Verstehensprozessen sich aus einem komplexen Gefüge sprachlichen und nicht-sprachlichen Wissens ergibt, wobei das sprachliche Wissen mit den verschiedenen Referenzsystemen (Raum-, Zeit-, Personalreferenz) unterschiedliche grammatische und lexikalische Sprachmittel - wie Tempus und Aspekt einerseits, Aktionsarten und Temporaladverbien andererseits - integriert.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[67.] Dt/Fragment 046 26

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 26-34
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 44, 76, Zeilen: 44: 5 f.; 76: 18 ff.
Die Raumausdrücke im Deutschen wurden hier (teilweise im Vergleich mit anderen Sprachen) dargestellt.

Die bestimmten kontextspezifischen konzeptuellen Interpretationen von Lokalisierungsausdrücken kommen erst durch den sprachlichen Kontext oder zusätzliche Ausnutzung nichtsprachlicher Information über sortentypische Objekteigenschaften, z. B. mögliche Innenregionen, Seitenkonzepte, ausgezeichnete intrinsische Seiten usw., Annahmen und Wissen über Beziehungen und Interaktionen zwischen zwei oder mehreren Objekten und dergleichen zustande.

[Seite 44:]

Die Raumausdrücke des Deutschen werden hier (teilweise im Vergleich mit anderen Sprachen) dargestellt.

[Seite 76:]

In seinem Fazit (HERWEG 1989:125) betont der Verf. noch einmal, daß die Bedeutungen lexikalischer Einheiten abstrakt sind,

"in dem Sinn, daß sie lediglich die Bandbreite konzeptueller Interpretationsmöglichkeiten der Präpositionen determinieren, aber nicht mit bestimmten kontextspezifischen konzeptuellen Interpretationen lokaler Konstruktionstypen identisch sind. Diese kommen erst durch den sprachlichen Kontext (z. B. die Verbbedeutung) oder zusätzliche Ausnutzung nichtsprachlicher Information über sortentypische Objekteigenschaften, Beziehungen zwischen Objekten und dergleichen zustande, in letzterem Fall grundsätzlich als Interpretationen mit default-Status."

Herweg, M., 1989. Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K., (eds.), 1989:99-127.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme - und damit auch nicht auf die Tatsache, dass in der hier herangezogenen Publikation von Vater 1996 ein Großteil des übernommenen Inhalts einem wörtlichen Zitat aus Herweg 1989 entstammt.

Bei der Übernahme kommt es zur Kombination zweier Quellen: die Aufzählung
"z. B. mögliche Innenregionen, Seitenkonzepte, ausgezeichnete intrinsische Seiten usw., Annahmen und Wissen über Beziehungen und Interaktionen zwischen zwei oder mehreren Objekten"
stammt aus: Simone Pribbenow: Regelbasierte Interpretation lokaler Präpositionen am Beispiel von in und bei, in: Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum, hrsg. von Christopher Habel, Michael Herweg und Klaus Rehkämper, Tübingen 1989, S. 202-227 (hier S. 223, Z. 20 f. und 23 f.) – einer in der Arbeit nirgends genannten Quelle aus demselben Sammelband wie Herweg 1989.

Aufgrund der Kürze dieser Übernahme wurde darauf verzichtet, jene in einem separaten Fragment zu dokumentieren.


[68.] Dt/Fragment 047 06

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 6-38
Quelle: Zifonun et al. 1997
Seite(n): 2074, 2105, Zeilen: 2074: 2 ff., 13 f.; 2105: 1-2, 5-8, 8-10, 20-21, 24-31, 32-38
„Lokal“ verwende ich als zusammenfassenden Terminus für „situative“ und „direktive“ Präpositionen. Auffällige Gesetzmäßigkeit beim Vergleich zwischen den situativen und direktiven Präpositionen und den entsprechenden Phrasen ist der Kasuswechsel bei den Präpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Bei situativer Verwendung regieren diese den Dativ, bei direktiver den Akkusativ. Die Differenzierung zwischen situativen und direktiven Präpositionen besteht im jeweils für die Lokalisierung einschlägigen Gültigkeitsintervall und kann im Anschluss an Leys (1989) folgendermaßen verallgemeinert werden: lokale Präpositionalphasen denotieren bei Rektion des Dativs ein „bestehendes“, bei Rektion des Akkusativs ein „entstehendes“ Verhältnis. Bestehende Verhältnisse liegen vor, wenn die durch die Präposition bezeichnete Lokalisierungsrelation für den gesamten Ereigniszeitraum gilt, während bei entstehenden Verhältnissen die Lokalisierungsrelation nur für ein Teilintervall gilt. Es muss beachtet werden, dass auch in diesem Fall eher Gegenstands- als Ereignislokalisierung vorliegt (IDS-Grammatik 1997: 2105). Im Beispiel „das Buch liegt auf dem Tisch“ liegt eine Lokalisierung des Buches in der AUF-Region des Tisches für die Gesamtdauer des Ereignisses vor. Im Beispiel „ich lege das Buch auf den Tisch“ liegt eine Lokalisierung des Buches in der AUF-Region des Tisches nach Zurücklegen eines Weges, also nach Abschluss der resultativen Handlung vor.

Direktive Präpositionalphasen mit diesen Präpositionen werden im Folgenden bei der Beschreibung der Bedeutung der Präpositionen wie die entsprechenden situativen interpretiert.

2.2.2.1 Zum Sprachstand der Präpositionen

Präpositionen finden in der linguistischen Literatur, und vor allem in der grammatiktheoretischen, starke Beachtung. Sie werden immer wieder zwischen Funktionswörtern und selbständig bedeutungstragenden Einheiten platziert. Dabei gilt das Interesse vor allem der Bedeutungsauffächerung. Die Syntax der Präpositionalphrase wird oft vereinfachend mit der Syntax der Nominalphrase, erweitert um eine Präposition, gleichgestellt. Neuere Analysen zur Syntax der Präpositionalphrase verschaffen Wunderlich 1984a, 1991 und Rauh 1993.


IDS-Grammatik (1997): Zifonun, Gisela; Ludger Hoffmann; Bruno Strecker (Hrsg.) (1997): Grammatik der deutschen Sprache, Band 3. Berlin ; New York: Walter de Gruyter.

Leys, Odo (1989): Aspekt und Rektion räumlicher Präpositionen. In: Deutsche Sprache 2/89, 97-113.

Rauh, Gisa (1993): Grammatische Kategorien. Düsseldorf: Heinrich-Heine-Universität.

Wunderlich, Dieter (1984): Zur Syntax der Präpositionalphrasen im Deutschen. In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft 3, 65-99.

Wunderlich, Dieter (1991): How do Prepositional Phrases fit into Compositional Syntax and Semantics. In: Journal of [sic] Linguistics 29, 591-621.

[Seite 2105, Z. 1-2, 5-8:]

3.1.2. Differenzierung zwischen lokalen und direktiven Präpositionen

Als zusammenfassenden Terminus für ‚lokal‘ und ‚direktiv‘ verwenden wir ‚lokativ‘. [...]

Auffälligstes Faktum beim Vergleich zwischen lokalen und direktiven Präpositionen und den entsprechenden Phrasen ist der Kasuswechsel bei den Präpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Bei lokaler Verwendung regieren diese den Dativ, bei direktiver den Akkusativ.

[Seite 2105, Z. 20-21:]

Der Unterschied zwischen lokalen und direktiven Ausdrücken besteht im jeweils für die Lokalisierung einschlägigen Gültigkeitsintervall.

[Seite 2105, Z. 32-38:]

Die damit getroffene Unterscheidung kann im Anschluß an Paul 1919: § 280 und neuerdings Leys 1989 verallgemeinert werden: Lokative Präpositionalphrase denotieren bei Rektion des Dativs ein „bestehendes", bei Rektion des Akkusativs ein „entstehendes" Verhältnis. Bestehende Verhältnisse liegen vor (siehe oben), wenn die durch die Präposition denotierte Lokalisierungsrelation für den gesamten Ereigniszeitraum gilt, während bei entstehenden Verhältnissen die Lokalisierungsrelation nur für ein Teilintervall gilt.

[Seite 2105, Z. 24-31:]

Man beachte, daß auch in diesem Fall eher Gegenstands- als Ereignislokalisierung vorliegt:

(1) Das Buch liegt auf der Bank.

‚Lokalisierung des Buches in der AUF-Region der Bank für die Gesamtdauer des Ereignisses‘.

(2) Hans legt das Buch auf die Bank.

‚Lokalisierung des Buches in der AUF-Region der Bank nach Zurücklegen des Weges, also nach Abschluß der resultativen Handlung‘.

[Seite 2105, Z. 8-10:]

Direktive Präpositionalphrasen mit diesen Präpositionen, die ausschließlich im Komplementgebrauch vorkommen, sind wie die entsprechenden lokalen zu interpretieren.

[Seite 2074:]

0. Übersicht

Präpositionen finden vor allem in der grammatiktheoretischen Literatur vergleichsweise starke Beachtung, weil sie zwischen Funktionswörtern und selbständig bedeutungstragenden Einheiten anzusiedeln sind. Dabei gilt das Interesse vor allem der Bedeutungsauffächerung der Präpositionen, wobei der sogenannte „lokalistische“ Ansatz nach wie vor einflußreich ist (vgl. Vorspann zu Abschnitt 3.).

Die Syntax der Präpositionalphrase wird oft vereinfachend mit der Syntax der Nominalphrase - erweitert um eine Präposition - gleichgesetzt. [...] Neuere Analysen zur Syntax der Präpositionalphrase sind Wunderlich 1984a, 1991, Rauh 1993.


Leys, Odo (1989): Aspekt und Rektion räumlicher Präpositionen. In: DS 17. 97-113.

Paul, Hermann (1919): Deutsche Grammatik. Bd. 3. Teil IV: Syntax (erste Hälfte). Halle/S.: Niemeyer.

Rauh, Gisa (1993): Grammatische Kategorien. Düsseldorf: Heinrich-Heine-Universität.

Wunderlich, Dieter (1984a): Zur Syntax der Präpositionalphrasen im Deutschen. In: ZS 3. 65-99.

Wunderlich, Dieter (1991): How do Prepositional Phrases Fit Into Compositional Syntax and Semantics? In: Linguistics 29. 591-621.

Anmerkungen

Aus der Grammatik der deutschen Sprache. Der Stand der Forschung dort ist von 1997 und wird von der Verfasserin 2010 eins zu eins als "Neuere Analysen [...]" übernommen.

Die eigentliche Quelle ist zwar genannt, doch bleibt die in erheblichem Maße vorhandene Wörtlichkeit der Übernahme (welche sich zudem auch nach der Referenz fortsetzt) ungekennzeichnet. Aus der Quelle mitübernommen werden auch vier Referenzen.

Klassischer Kopierfehler: Wunderlich 1984a gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[69.] Dt/Fragment 048 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 1-19, 21-30
Quelle: Grießhaber 2006
Seite(n): online, Zeilen: -
Eine Übersicht über die Präpositionen stellt Rauh (1991) vor, in der sie vier Ansätze aufführt: die traditionelle Grammatik (nach Curme 1935) erfasst die Präpositionen nach ihrer syntaktischen Funktion, eine Relation zwischen dem regierten Nomen oder Pronomen und einem anderen Wort herzustellen; der Strukturalismus (nach Harris 1951, Fries 1952, Gleason 1955) betrachtet die Präpositionen als Funktions- bzw. Strukturwörter, als Wörter mit geringer Eigenbedeutung und mit begrenzter Zahl; die Kasusgrammatik (nach Fillmore 1968, 1969) sieht die Präpositionen als Ausdruck tiefenstruktureller V-NP-Relationen; die generative Grammatik (nach Jackendoff 1973, 1977, Riemsdijk 1978, Wunderlich 1984, Bierwisch 1988) erfasst die Präpositionen als eine der vier Hauptwortarten mit den Features [-N, -V] und der syntaktischen Eigenschaft, in Kopfposition stehen zu können und Kasus zuweisen zu können. Grießhaber (1999) ergänzt diese Übersicht um den Ansatz der Dependenz-Verb-Grammatik (nach Engel 1977), die die Präpositionen vornehmlich unter dem Aspekt der Vermittlung syntaktischer Abhängigkeiten sieht.

In der Pragmatik werden Präpositionen von ihrer funktionalen Leistung und Feldzugehörigkeit ausgehend behandelt. Grießhaber (1999:92) bestimmt sie nach ihrer relationierenden Funktion als Mittel der „relationierenden Prozedur“ im operativen Feld [- ein Objekt LO wird mit einer Präposition in spezifischer Weise einem Bezugsobjekt BO zugeordnet, das dadurch kategorisiert wird.] Redder (2005) betrachtet sie als „paraoperativ“.

Der semantische Status von Präpositionen wird unter dem Begriffspaar Syn- oder Autosemantika (Grießhaber 1999: 31) behandelt. Wittich bestimmt sie als Mittel ohne eigene Bedeutung, d.h. als Synsemantika, die „mit Hilfe des Kasus ein Beziehungsgefüge aus mindestens zwei sprachlichen Elementen herstellen“ (1967: 39). Bartels (1979) schreibt den Präpositionen eine eigene lexikalische Bedeutung zu. Brausse (1989) vertritt eine vermittelnde Position, wonach unter dem Aspekt der Relationierung der synsemantische Charakter betont wird und sich unter dem Aspekt der Ordnung mentaler Prozesse der autosemantische Charakter zeigt.

Traditionell

Die traditionelle Grammatik (nach Curme 1935) erfaßt Präpositionen nach ihrer syntaktischen Funktion, eine Relation zwischen dem regierten Nomen oder Pronomen und einem anderen Wort herzustellen.

Strukturalismus

Der Strukturalismus (nach Harris 1951, Fries 1952, Gleason 1955) erfaßt Präpositionen in einem Mischverfahren als Funktions- bzw. Strukturwörter, als Wörter mit geringer Eigenbedeutung und als Wörter mit begrenzter Zahl und geringer Veränderung in diachroner Sicht.

Kasusgrammatik

Die Fillmoresche Kasusgrammatik (nach Fillmore 1968, 1969) sieht Präpositionen als Ausdruck tiefenstruktureller V-NP-Relationen.

Generative Grammatik

Die generative Grammatik in der X-Bar-Theorie (nach Jackendoff 1973, 1977, Riemsdijk 1978, Wunderlich 1984, Bierwisch 1988) betrachtet Präpositionen als eine der vier Hauptwortarten mit den Features [-N, -V] und der syntaktischen Eigenschaft, in Kopfposition stehen zu können und Kasus zuweisen zu können (→ government & Rektion).

DVG

Die Dependenz-Verb-Grammatik (nach Engel 1977) sieht Präpositionen vornehmlich unter dem Aspekt der Vermittlung syntaktischer Abhängigkeiten (nach → Tesnière handelt es sich um Translative).

Pragmatik

In der Pragmatik werden Präpositionen ausgehend von ihrer funktionalen Leistung und Feldzugehörigkeit behandelt. → Grießhaber 1999 bestimmt sie nach ihrer relationierenden Funktion als Mittel der 'relationierenden Prozedur' im operativen Feld. Redder 2005 betrachtet sie als dem Symbolfeld zugehörig als paraoperativ.

Syn- oder Autosemantika

Der semantische Status von Präpositionen wird unter dem Begriffspaar Syn- oder Autosemantika behandelt. Wittich 1967 bestimmt die Präpositionen als Mittel ohne eigene Bedeutung, d.h. als Synsemantika, die "mit Hilfe des Kasus ein Beziehungsgefüge aus mindestens zwei sprachlichen Elementen herstellen" (39).

Bartels 1979 weist den Präpositionen eine eigene lexikalische Bedeutung zu.

Brausse 1989 vertritt eine vermittelnde Position, wonach unter dem Aspekt der Relationierung der synsemantische Charakter betont wird und sich unter dem Aspekt der Ordnung mentaler Prozesse der autosemantische Charakter zeigt.

[...]

Die Übersicht geht aus von Rauh 1991 und Grießhaber 1999.

Anmerkungen

Die in der Gegenüberstellung erkennbare eigentliche Quelle, der sich diese Literaturübersicht verdankt, bleibt ungenannt (auf eine Aufschlüsselung der zahlreichen Referenzen wurde bei der Dokumentation jeweils verzichtet).

Lediglich zu Grießhaber 1999 - das auszugweise ebenfalls online verfügbar ist: [2] - und Wittich 1967 ergänzt die Verfasserin drei Seitenangaben und erweitert einen übernommenen Satz.


[70.] Dt/Fragment 049 22

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: 22-35
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 15, 112, Zeilen: 15: 19 ff.; 112: 2 ff., 24 ff.
Linguistische Analysen legen nahe, dass es sich bei Lokalisationsäußerungen um den sprachlichen Ausdruck von Relationen zwischen Orten (und nicht zwischen Objekten) handelt (Wenz 1997: 15; vgl. auch Habel 1989; Klein 1991, 1994; Grabowski 1999a; Weiß 2005). Räumliche Aspekte zwischen Objekten werden bei Miller/Johnson-Laird (1976) als Relationen zwischen den von den Objekten eingenommenen Orten gebildet. Dies beinhaltet die Wahrnehmung bzw. Auffassung einer räumlichen Region, die den Ort, den ein Objekt einnimmt, als Teilmenge enthält: „In order to take account of spatial relations the perceptual process must not only register place, but relations between places, which entails perception of a spatial region containing the place of the thing.” (Miller/Johnson-Laird 1976: 59)

Miller/Johnson-Laird (1976) gehen zunächst davon aus, dass jedes Objekt einen Ort einnimmt (vgl. auch Grabowski 1999a: 44ff.). Der Ort, der ein Objekt einnimmt, kann auch als Eigen-Ort des Objekts bezeichnet werden (vgl. [Klein 1991, 1994).]


Grabowski, Joachim (1999): Raumrelationen. Kognitive Auffassung und sprachlicher Ausdruck. Opladen u. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

Grabowski, Joachim (1999): Verbale Wissensdiagnose: High-Level-Prozesse der Sprachproduktion. In: Wachsmuth, Ipke; Jung, Bernhard (Hrsg.): KogWis99. Proceedings der 4. Fachtagung der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft. St. Augustin: Infix, 37-42.

Habel, Christopher (1989): Zwischen-Bericht. In: Christoph [sic] Habel, Michael Herweg und Klaus Rehkämper (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Tübingen: Niemeyer, 37-69.

Klein, Wolfgang (1991): Raumausdrücke. In: Linguistische Berichte 132, 77-114.

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Wenz, Karin (1997): Raum, Raumsprache und Sprachräume: zur Textsemiotik der Raumbeschreibung. Tübingen: Narr.

[Seite 15:]

Linguistische Analysen legen nahe, dass es sich bei Lokalisationsäußerungen um den sprachlichen Ausdruck von Relationen zwischen Örtern (und nicht zwischen Objekten) handelt (vgl. Habel, 1989; Klein, 1991, 1994; siehe auch Grabowski, 1999a).

[Seite 112, Z. 24 ff.:]

Räumliche Relationen zwischen Objekten werden bei Miller und Johnson-Laird (1976) als Relationen zwischen den von Objekten eingenommenen Örtern gebildet. Dies beinhaltet die Wahrnehmung bzw. Auffassung einer räumlichen Region, die den Ort, den ein Objekt einnimmt, als Teilmenge enthält (vgl. Grabowski & Weiß, 1996b).

„In order to take account of spatial relations the perceptual process must not only register place, but relations between places, which entails perception of a spatial region containing the place of the thing.“ (Miller & Johnson-Laird, 1976, S. 59) [Hervorhebung P.W.]

[Seite 112, Z. 2 ff.:]

Miller und Johnson-Laird (1976) ziehen das Konzept der Region zur Begründung der Auffassung räumlicher Relationen zwischen Objekten heran.

Sie gehen zunächst davon aus, dass jedes Objekt einen Ort einnimmt (vgl. auch Grabowski, 1999a, S. 44ff.).59 Der Ort, den ein Objekt einnimmt, kann auch - um ihn z.B. von der ein Objekt und seinen Ort umgebenden Region (siehe unten) zu unterscheiden - als Eigen-Ort des Objektes bezeichnet werden (vgl. Klein, 1991, 1994).


59 [...]


Grabowski, J. (1999a). Raumrelationen: Kognitive Auffassung und sprachlicher Ausdruck. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Grabowski, J. & Weiß, P. (1996b). Das Präpositioneninventar als Determinante des Verstehens von Raumpräpositionen: "vor” und "hinter" in fünf Sprachen. In E. Lang & G. Zifonun (Hrsg.), Deutsch - typologisch (Jahrbuch 1995 des Instituts für deutsche Sprache) (S. 289-311). Berlin: de Gruyter.

Habel, C. (1989). "zwischen"-Bericht. In C. Habel, M. Herweg & K. Rehkämper (Hrsg.), Raumkonzepte in Verstehensprozessen: Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum (S. 37-69). Tübingen: Niemeyer.

Klein, W. (1991). Raumausdrücke. Linguistische Berichte, 132, 77-114.

Klein, W. (1994). Keine Känguruhs zur Linken - über die Variabilität von Raumvorstellungen und ihren Ausdruck in der Sprache. In H.-J. Kornadt, J. Grabowski & R. Mangold-Allwinn (Hrsg.), Sprache und Kognition: Perspektiven moderner Sprachpsychologie (S. 163-182). Heidelberg: Spektrum, Akademischer Verlag.

Miller, G. A. & Johnson-Laird, P. N. (1976). Language and perception. Cambridge: Cambridge University Press.

Anmerkungen

Ein Hinweis auf die eigentliche Quelle findet sich zwar (am Ende des ersten Satzes und an letzter Stelle), doch setzt sich die Übernahme daraus auch danach fort.

Mehrere Referenzen und ein wörtliches Zitat werden ebenfalls daraus abgeschrieben.

Klassische Kopierfehler: "Grabowski 1999a" (zwei Mal) gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

Erster Satz: "Linguistische Analysen legen nahe [...]", siehe auch Dt, S. 36; dort fehlt der Verweis auf "Weiß 2005".


[71.] Dt/Fragment 050 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 1 ff. (bis Seitenende)
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 112, 113, 114, 116, 118, Zeilen: 112: 5 ff.; 113: vorletzter Absatz; 114: 4 ff.; 116: 1 ff.; 118: 15 ff.
[Der Ort, der [sic] ein Objekt einnimmt, kann auch als Eigen-Ort des Objekts bezeichnet werden (vgl.] Klein 1991, 1994). Bei der Relation zwischen einem Objekt und dem Ort, den es einnimmt, handelt es sich um ein kompliziertes psychologisches Problem, das sich nicht nur aus der physikalischen Körperstruktur der Objekte ableiten lässt. Z.B. würde der Eigenort eines Weinglases die umhüllende Kontur bzw. die Gestalt dieses Objekts betreffen und nicht nur den Platz, der tatsächlich durch das Glas materiell eingenommen wird (Weiß 2005: 112). Nach dieser Sichtweise umfassen die Orte von Behälterobjekten auch ihren leeren Innenraum (vgl. Casati/Varzi 1994, 1997, 1999). Darüber hinaus ist der Ort, den ein Objekt in der Auffassung des Menschen einnimmt, nicht unanhängig [sic] vom aktuellen Handlungs- und Situationszusammenhang. Vielleicht nimmt das Weinglas einen anderen Ort ein, je nachdem ob man Wein daraus trinkt oder es in der Spülmaschine plaziert [sic] (Weiß 2005: 112). Dass [sic] heißt, dass hier situationsspezifische Aspekte der Raumauffassung eine Rolle spielen.

Ein wichtiger Punkt bei der Definition von Regionen von Miller/Johnson-Laird (1976) ist, dass Regionen an Objekten bzw. ihren Eigenschaften festgemacht werden. Objektregionen lassen sich nicht direkt wahrnehmen, sondern sind nach Miller/Johnson-Laird (1976: 59) etwas Konzeptuelles - die Regionenzuschreibung an Objekte ist eher eine Frage der kognitiven Attribution bzw. Objektauffassung als der direkten Wahrnehmung (vgl. auch Klein 1990). Weiter hängt die Beschaffenheit von Objekt-Regionen mit dem Wissen über die Funktion eines Objekts sowie über die Art des Umgangs mit dem Objekt zusammen und nach Miller/Johnson-Laird (1976) kann man die Region eines Objekts als Bereich der typischen Interaktionen mit den betreffenden Objekten kennzeichnen. Ein Beispiel – es kann angenommen werden, dass die typische Interaktions-Region eines Stuhls (Miller/Johnson-Laird 1976: 59, vgl. auch Wunderlich 1982: 6) der Bereich ist, auf dem man üblicherweise sitzt. Dieser Bereich ist gegenüber den anderen Seiten hervorgehoben, wird als Vorderseite aufgefasst und weist gegenüber den anderen Seiten eine größere Ausdehnung auf als die anderen Teil-Bereiche des Stuhls. Die Zuschreibung der Vorderseite bezüglich dieses Bereiches beruht auf der üblichen Funktion eines Stuhls als Sitzmöbel zu dienen. Die Funktion bedingt die Gestalt des Stuhls und die Auffassung darüber – seine Seiten und regionale Bereiche. Erst dann kann ein LO in dem VOR-Bereich als vor dem Stuhl lokalisiert werden. Wie dann konkret dieser VOR-Bereich beschaffen ist – wie weit seine Erstreckung reicht, hängt ebenfalls an den Eigenschaften des betreffenden Stuhls, an seiner Größe, aber auch an der konkreten Situation, in der die Auffassung der räumlichen Beziehung zwischen den betreffenden Objekten erfolgt. In die Bestimmung der Regionen gehen im einzelnen Fall „viele kognitive und emotionale Faktoren ein“ (Klein 1990: 35). Diese Relation kann dann eventuell sprachlich umgesetzt werden.


Casati, Roberto; Varzi, Achille C. (1994): Holes and Other Superficialties. Massachusetts, Cambridge: MIT Press.

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Klein, Wolfgang (1994): Keine Känguruhs zur Linken – über die Variabilität von Raumvorstellungen und ihren Ausdruck in der Sprache. In: Kornadt, Hans J.; Grabowski, Joachim; Mangold-Allwin, Roland (Hrsg.): Sprache und Kognition. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 163-182.

Miller, George A.; Johnson-Laird, Philip N. (1976): Language and perception. Cambridge, Mass.: Belknap Press of Harvard Univ. Press.

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Wunderlich, Dieter (1982b): Sprache und Raum II. In: Studium Linguistik 13, 37-59.

[Seite 112:]

Der Ort, den ein Objekt einnimmt, kann auch - um ihn z.B. von der ein Objekt und seinen Ort umgebenden Region (siehe unten) zu unterscheiden - als Eigen-Ort des Objektes bezeichnet werden (vgl. Klein, 1991, 1994).

Bei der Relation zwischen einem Objekt und dem Ort, den es einnimmt, handelt es sich - selbst bei materiellen Objekten - um ein kompliziertes psychologisches Problem, das sich nicht allein aus der physikalischen Körperstruktur der Objekte ableiten lässt. [...] Somit würde der Eigen-Ort eines Weinglases in etwa die umhüllende Kontur dieses Objektes betreffen und nicht nur das, was tatsächlich durch das Glas materialiter an Platz eingenommen wird. Nach dieser Sichtweise umfassen die Örter von Behälterobjekten auch ihren leeren Innenraum (vgl. Casati & Varzi, 1994, 1997, 1999). Darüber hinaus ist der Ort, den ein Objekt in der Auffassung des Menschen einnimmt, auch nicht unabhängig vom aktuellen Handlungs- und Situationszusammenhang. Vielleicht nimmt das Weinglas einen anderen Ort ein, je nachdem, ob man seinen Rotwein daraus trinkt oder ob es darum geht, das Glas in der Spülmaschine zu platzieren. Das heißt, dass auch hier situationsspezifische Aspekte der Raumauffassung eine Rolle spielen (vgl. Abschnitt 2.4).

[Seite 113:]

Der zentrale Punkt bei der von Miller und Johnson-Laird (1976) eingebrachten Definition von Regionen ist, dass Regionen an Objekten bzw. ihren Eigenschaften festgemacht werden.

[Seite 114:]

Objekt-Regionen lassen sich somit auch nicht direkt wahrnehmen, sondern sind nach Miller und Johnson-Laird (1976, S. 59) etwas Konzeptuelles:

[...]

Somit ist die Frage der Regionenzuschreibung an Objekte eher eine Frage der kog­nitiven Attribution bzw. Objektauffassung als der direkten Wahrnehmung (vgl. z.B. auch Klein, 1990).

Nach Miller und Johnson-Laird (1976) kann man die Region eines Objektes als Bereich der typischen Interaktionen mit den betreffenden Objekten kennzeichnen. Somit hängt die Beschaffenheit von Objekt-Regionen mit dem Wissen über die Funktion eines Objektes sowie über die Art des menschlichen Umgangs mit einem Objekt zusammen.

Zum Beispiel ist anzunehmen, dass die charakteristische Interaktions-Region (region of interaction; Miller & Johnson-Laird, 1976, S. 59; vgl. Wunderlich, 1982, S. 6) eines Stuhles - zumindest für einen erwachsenen Benutzer - der Bereich ist, in dem man sich üblicherweise aufhält, wenn man ihn als Sitzgelegenheit verwendet. Dieser Bereich ist vermutlich auf der Seite, die in der Regel als Vorderseite aufgefasst wird, gegenüber den anderen Seiten hervorgehoben und weist entsprechend eine größere Ausdehnung auf als die anderen Teil-Bereiche um den Stuhl. Diese Zuschreibung der Vorderseite und des VOR-Raumes beruht nun aber nicht auf der Verwendung der Präposition „vor“ für räumliche Relationen bezüglich dieser Seite bzw. dieses Bereiches des Stuhls, sondern auf der üblichen Funktion und damit einher gehenden Ausgestaltung eines Stuhles als Sitzmöbel. Die Funktion bedingt die Gestaltung des Stuhles, diese die Auffassung seiner Seiten und regionalen Bereiche; und dann kann ein anderes Objekt (oder ein Mensch) in dem betreffenden (VOR-)Bereich als vor dem Stuhl lokalisiert werden (vgl. auch Abschnitt 3.1.3.3).

[...] Wie dann konkret dieser VOR-Bereich beschaffen ist, d.h. z.B. wie weit seine Extension reicht, hängt zum einen ebenfalls an Eigenschaften des betreffenden Stuhles, z.B. an seiner Größe, aber auch an der konkreten Situation, in der die Auffassung der räumlichen Beziehung zwischen den betreffenden Objekten erfolgt.

[Seite 116:]

Aufgrund der situativ gegebenen Überlappung der Regionen der beiden Objekte werden sie in einer räumlichen Beziehung zueinander aufgefasst; diese Relation kann dann evtl. sprachlich umgesetzt werden z.B. als „ZO ist (nahe) bei R“.

[Seite 118:]

„Was man als diese Regio im einzelnen Fall ansieht, ist schwer in allgemeiner Form zu sagen. Maßgeblich ist sicher nicht eine metrische Entfernung, sondern in seine Bestimmung gehen viele kognitive und emotionale Faktoren ein.“ (Klein, 1990, S. 35).


Casati, R. & Varzi, A. C. (1994). Holes and other superficialities. Cambridge, MA: MIT Press.

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Klein, W. (1990). Überall und nirgendwo. Subjektive und objektive Momente in der Raumreferenz. Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, 78, 9-42.

Klein, W. (1991). Raumausdrücke. Linguistische Berichte, 132, 77-114.

Klein, W. (1994). Keine Känguruhs zur Linken - über die Variabilität von Raumvorstellungen und ihren Ausdruck in der Sprache. In H.-J. Kornadt, J. Grabowski & R. Mangold-Allwinn (Hrsg.), Sprache und Kognition: Perspektiven moderner Sprachpsychologie (S. 163-182). Heidelberg: Spektrum, Akademischer Verlag.

Miller, G. A. & Johnson-Laird, P. N. (1976). Language and perception. Cambridge: Cambridge University Press.

Wunderlich, D. (1982). Sprache und Raum. Studium Linguistik, 12/13, 1-19/37-59.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle ist zwar zweimal genannt, doch bleibt Rezipienten mangels Kennzeichnung verborgen, dass die Übernahme

a) an mehreren Stellen sehr wortlautnah bis -identisch ausfällt,

b) sie sich auch danach noch lange fortsetzt,

c) sie nicht nur aus der in den beiden Referenzen angebenen Seite 112, sondern von vier weiteren Seiten daraus erfolgt, und dass

d) die zahlreichen weiteren zu findenden Referenzen kein Resultat einer eigenständigen Rezeptionsleistung sind, sondern sie ebenfalls von Weiß 2005 übernommen wurden.

Wiederholung: "Dass [sic] heißt, dass hier [...]", siehe Fragment 072 20.

Klassischer Kopierfehler: "Wunderlich 1982" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[72.] Dt/Fragment 051 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 1 ff. (bis Seitenende), 101-105
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 111, 112, 113, 126, 127, Zeilen: 111: 2 ff.; 112: letzter Absatz; 113: 1 f., 7 f., 24 ff.; 126: 2 ff., 8 ff., 15 ff., 23 f., 28 ff., Fn. 65; 127: 1 f.
Für das Konzept der Objekt-Region bilden die Aussagen von Miller/Johnson-Laird (1976) einen wichtigen Ausgangspunkt, da Regionen zum einen an Objekten bzw. Objekteigenschaften festgemacht werden und zum anderen als grundlegend für die Bildung räumlicher Objektrelationen betrachtet werden. Die Autoren führen das Konzept der Region als Konstrukt ein, mit dem es möglich ist, den räumlichen Zusammenhang zwischen Objekten zu erklären. Diese Regionen-Konzeption stellt eine wichtige Grundlage für Überlegungen zu Regionen als vorgeordnetem Erklärungsprinzip für die Auffassung bzw. Kognition einer räumlichen Objektkonstellation (vgl. Grabowski 1999a, Grabowski/Weiß 1996a, Weiß 2005). Da Regionen bei diesem Ansatz an Objekten bzw. Objekteigenschaften festgemacht werden, wird diese Regionen-Konzeption auch als Konzept der Objekt-Region bezeichnet.

Miller/Johnson-Laird (1976) sehen den Vorteil dieser Konzeption darin, dass diese Regionen im Unterschied zu den Objekten bzw. ihren Eigen-Orten überlappen können. Diese Überlappung kann die Bildung bzw. das Vorhandensein einer räumlichen Relation zwischen Objekten charakterisieren. Die Regionen zweier Objekte überlappen dann, wenn dies die räumliche Distanz zwischen ihnen zulässt. Allerdings reicht diese regionale Nähe bzw. Inklusion nicht zur Beschreibung aller sprachlich räumlichen Relationen aus, da z.B. für dimensionale Relationen, die mit Richtungspräpositionen sprachlich geleistet werden, spezifischere Informationen erforderlich sind.

Für die Rolle des Regionen-Konzeptes bei der Beschreibung und Analyse der Bedeutung von Raumpräpositionen bildet auch die Arbeit von Landau/Jackendoff (1993) einen zentralen Ansatz. Die Regionen werden zur semantischen Analyse von Raumpräpositionen herangezogen, wobei es weniger um eine systematische Beschreibung einzelner Präpositionen geht, sondern vor allem um das Verhältnis von Sprache und Raumkognition. Landau/Jackendoff (1993, siehe auch Jackendoff/ Landau 1991, Landau 1994, 1996) fassen eine Raumpräposition als Funktion auf, die die für die entsprechende sprachliche Lokalisation relevante Region des BO bestimmt, in der das LO lokalisiert wird. Somit wird Raumpräpositionen eine „regionenkonstituierende“ Funktion zugeschrieben (vgl. auch Klein 1991, Wunderlich 1982, Zifonun et al. 1997). Die Darstellung der semantischen Repräsentation von Raumpräpositionen im Rahmen des sogenannten Lokalisierungsansatzes5 erfolgt auch als Funktion zwischen dem Zielobjekt (hier dem zu lokalisierenden Objekt x) und einer präpositionsspezifischen Region bezüglich des Rela[tums (hier des Bezugsobjekts y) mit Lambda-Abstraktion (vgl. Herweg 1988, 1989; Wunderlich/Herweg 1991: 777):

λy λx (LOK (x, PRÄP*(y))) ]

5 Da die Bedeutung von Präpositionen aufgrund propositionaler, an der Logik orientierter Analysen von lokalen Präpositionalphrasen als Lokalisierungsrelation bzw. -funktion angegeben wird, wird dieser Ansatz auch als logik-orientiert bezeichnet (vgl. Buschbeck-Wolf 1995, Vandeloise 1991).


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[Seite 111:]

Von Miller und Johnson-Laird (1976) wird das Konzept der Region als Konstrukt eingeführt, mit dem es möglich ist, die Auffassung eines räumlichen Zusammenhangs zwischen Objekten zu erklären. Diese Regionen-Konzeption, die primär (kognitions-)psychologisch bzw. psycholinguistisch motiviert ist, bildet somit einen wichtigen Ausgangspunkt für Überlegungen zu Regionen als vorgeordnetem Erklärungsprinzip für die Auffassung bzw. Kognition einer räumlichen Objektrelation, wie sie in der vorliegenden Arbeit angestellt werden (vgl. Grabowski, 1999a; Grabowski & Weiß, 1996a). Da Regionen bei diesem Ansatz an Objekten bzw. ihren Eigenschaften festgemacht werden, wird diese Regionen-Konzeption auch als Konzept der Objekt-Region bezeichnet. Diese Regionen-Konzeption ist Gegenstand von Abschnitt 4.1.

Dagegen werden z.B. von Landau und Jackendoff (1993) Regionen zur semantischen Analyse von Raumpräpositionen herangezogen. [...]

4.1 Objekt-Regionen

Für das Konzept der Objekt-Region bilden die Aussagen von Miller und Johnson-Laird (1976) einen wichtigen Ausgangspunkt, da Regionen zum einen an Objekten bzw. deren Eigenschaften festgemacht werden und zum anderen als grundlegend für die Bildung räumlicher Objektrelationen betrachtet werden (Abschnitt 4.1.1).

[Seite 112:]

Der Vorteil dieser Konzeption besteht nach Miller und Johnson-Laird (1976) darin, dass diese Regionen im Unterschied zu den Objekten (bzw. ihren Eigen-Örtern)

[Seite 113:]

überlappen können. Diese Überlappung kann herangezogen werden, um die Bildung einer räumlichen Relation zwischen Objekten zu charakterisieren. [...]

Die Regionen zweier Objekte überlappen dann, wenn dies die räumliche Distanz - bei der ‚üblichen‘ Interaktion - zwischen ihnen zulässt (vgl. Abschnitt 4.1.3):

[...]

Allerdings reicht diese regionale Nähe bzw. Inklusion nicht zur Beschreibung aller sprachlicher räumlicher Relationen aus, da z.B. für dimensionale Relationen, die üblicherweise mit Richtungspräpositionen sprachlich ausgedrückt werden, spezifischere Informationen erforderlich sind (vgl. Abschnitt 3.1.2).

[Seite 126:]

4.2 Linguistische Regionen-Konzeptionen

Für die Rolle des Regionen-Konzeptes im Rahmen der Beschreibung und Analyse der Bedeutung von Raumpräpositionen bildet die Arbeit von Landau und Jackendoff (1993) einen zentralen Ansatz. [...]

Insgesamt betrachtet, geht es bei Landau und Jackendoff (1993) weniger um eine systematische semantische Analyse einzelner Präpositionen, sondern vor allem um grundlegende Aussagen zum Verhältnis von Sprache und Raumkognition, die in Abschnitt 4.2.2 diskutiert werden.

[...]

Landau und Jackendoff (1993; siehe auch Jackendoff & Landau, 1991; Landau, 1994, 1996) fassen eine (Raum-)Präposition als Funktion auf, die die - für die entsprechende sprachliche Lokalisation - relevante Region des Bezugsobjektes bestimmt, in der das betreffende Zielobjekt lokalisiert wird:

[...]

Raumpräpositionen wird somit eine „Regionen-konstituierende“ Funktion zugeschrieben (vgl. Klein, 1991; Wunderlich, 1982; Zifonun et al., 1997):

[...]

So erfolgt die Darstellung der semantischen Repräsentation von Raumpräpositionen im Rahmen des so genannten Lokalisierungsansatzes65 auch als Funktion zwischen dem Zielobjekt (hier dem zu lokalisierenden Objekt x) und einer präpositionsspezifischen Region bezüglich des Relatums (Referenzobjekts y) mit Lambda-Abstraktion66


65 Dieser Ansatz wird auch als logik-orientiert bezeichnet (z.B. Buschbeck-Wolf, 1995; Vandeloise, 1991), da die Bedeutung von Präpositionen aufgrund propositionaler, an der Logik orientierter Analysen von lokalen Präpositionalphrasen in Form einer Lokalisierungsrelation bzw. -funktion formalisiert angegeben wird.

66 Lambda-Abstraktion ist neben Lambda-Applikation eine der beiden elementaren Operationen im Rahmen des sog. Lambda-Kalküls; ein formales System, das in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Logikern entwickelt wurde (vgl. Furbach, 1996). Lambda-Ausdrücke lassen sich in Form von Funktionen und Applikationen als Anwendungen von Funktionen auf Argumente auffassen. Mit Hilfe von Inferenzregeln können Lambda-Ausdrücke reduziert werden.

[Seite 127:]

(vgl. Herweg, 1988, 1989; Wunderlich & Herweg, 1991, S. 777):

λy λx (LOK (x, PRÄP*(y)))

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Zifonun, G., Hoffmann, L. & Strecker, B. (1997). Grammatik der deutschen Sprache Bd. 3 (Schriften des Instituts für deutsche Sprache; Bd. 7, 3). Berlin: de Gruyter.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle ist im ersten Absatz genannt, doch fällt die Übernahme großteils ungekennzeichnet wörtlich aus und setzt sie sich daraus auch danach fort, wobei auch zahlreiche Referenzen mit übernommen werden.

Klassische Kopierfehler: "Grabowski 1999a", "Grabowski/Weiß 1996a" und "Wunderlich 1982" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[73.] Dt/Fragment 052 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 52, Zeilen: 1-8
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 111, 126, 127, Zeilen: 111: 17 ff.; 126: 28 ff.; 127: 1 ff.
[Die Darstellung der semantischen Repräsentation von Raumpräpositionen im Rahmen des sogenannten Lokalisierungsansatzes5 erfolgt auch als Funktion zwischen dem Zielobjekt (hier dem zu lokalisierenden Objekt x) und einer präpositionsspezifischen Region bezüglich des Rela-]tums (hier des Bezugsobjekts y) mit Lambda-Abstraktion (vgl. Herweg 1988, 1989; Wunderlich/Herweg 1991: 777):
λy λx (LOK (x, PRÄP*(y)))

Für die Präpositionalphrase „die Tasse vor der Kanne“ wäre diese allgemeine Form durch LOK (Tasse, VOR*(Kanne)) repräsentiert. Im Rahmen der linguistischen Semantik wird diese Regionen-Konzeption als Präpositions-Region gekennzeichnet, da Regionen an die Bedeutung von Raumpräpositionen gekoppelt werden.


[5 Da die Bedeutung von Präpositionen aufgrund propositionaler, an der Logik orientierter Analysen von lokalen Präpositionalphrasen als Lokalisierungsrelation bzw. -funktion angegeben wird, wird dieser Ansatz auch als logik-orientiert bezeichnet (vgl. Buschbeck-Wolf 1995, Vandeloise 1991).]


Herweg, Michael (1988): Zur Semantik einiger lokaler Präpositionen des Deutschen. Überlegungen zur Theorie der lexikalischen Semantik am Beispiel von "in", "an", "auf" und "bei", LILOG-Report 21, Stuttgart: IBM Deutschland.

Herweg, Michael (1989): Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Christoph [sic]; Herweg, Michael; Rehkämper, Klaus (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Tübingen: Niemeyer, 99-127.

Wunderlich, Dieter; Herweg, Michael (1991): Lokale und Direktionale. In: Stechow, Arnim v.; Wunderlich, Dieter (Hrsg.): Semantik. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. Berlin, New York: Walter de Gruyter. (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft Band 6), 758-785.

[Seite 126, Z. 28 ff.:]

[4.2 Linguistische Regionen-Konzeptionen]

[...]

So erfolgt die Darstellung der semantischen Repräsentation von Raumpräpositionen im Rahmen des so genannten Lokalisierungsansatzes65 auch als Funktion zwischen dem Zielobjekt (hier dem zu lokalisierenden Objekt x) und einer präpositionsspezifischen Region bezüglich des Relatums (Referenzobjekts y) mit Lambda-Abstraktion66


65 Dieser Ansatz wird auch als logik-orientiert bezeichnet (z.B. Buschbeck-Wolf, 1995; Vandeloise, 1991), da die Bedeutung von Präpositionen aufgrund propositionaler, an der Logik orientierter Analysen von lokalen Präpositionalphrasen in Form einer Lokalisierungsrelation bzw. -funktion formalisiert angegeben wird.

66 Lambda-Abstraktion ist neben Lambda-Applikation eine der beiden elementaren Operationen im Rahmen des sog. Lambda-Kalküls; ein formales System, das in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Logikern entwickelt wurde (vgl. Furbach, 1996). Lambda-Ausdrücke lassen sich in Form von Funktionen und Applikationen als Anwendungen von Funktionen auf Argumente auffassen. Mit Hilfe von Inferenzregeln können Lambda-Ausdrücke reduziert werden.


[Seite 127, 1 ff.:]

(vgl. Herweg, 1988, 1989; Wunderlich & Herweg, 1991, S. 777):

λy λx (LOK (x, PRÄP*(y)))

Für die Präpositionalphrase „die Tasse vor der Kanne“ wäre diese allgemeine Form z.B. durch LOK (Tasse, VOR* (Kanne)) repräsentiert.

[Seite 111, Z. 17 ff.:]

Da Regionen im Rahmen der linguistischen Semantik an die Bedeutung von Raumpräpositionen gekoppelt werden, wird diese Regionen-Konzeption auch als Präpositions-Region gekennzeichnet. Diese Regionen-Konzeption wird in Abschnitt 4.2 erörtert.


Buschbeck-Wolf, B. (1995). Konzeptuelle Interpretation und interlinguabasierte Übersetzung räumlicher Präpositionen (Working Papers of the Institute for Logic and Linguistics, 15). Heidelberg: IBM Scientific Centre.

Furbach, U. (1996). Lambda-Kalkül. In G. Strube et al. (Hrsg.). Wörterbuch der Kognitionswissenschaft (S. 354). Stuttgart: Klett-Cotta.

Herweg, M. (1988). Zur Semantik einiger lokaler Präpositionen des Deutschen: Überlegungen zur Theorie der lexikalischen Semantik am Beispiel von "in", "an“, "bei" und "auf" (Lilog-Report 21). Stuttgart: IBM Deutschland.

Herweg, M. (1989). Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In C. Habel, M. Herweg & K. Rehkämper (Hrsg.), Raumkonzepte in Verstehensprozessen: Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum (S. 99-127). Tübingen: Niemeyer.

Vandeloise, C. (1991). Spatial prepositions: A case study from French. Chicago: University of Chicago Press.

Wunderlich, D. & Herweg, M. (1991). Lokale und Direktionale. In A. von Stechow & D. Wunderlich (Hrsg.), Semantik: Ein internationales Handbuch der zeitgenössischen Forschung (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft; 6) (S. 758-785). Berlin: de Gruyter.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle wird nicht genannt.


[74.] Dt/Fragment 052 11

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 52, Zeilen: 11-18
Quelle: Vater 1996
Seite(n): 66, Zeilen: 23 ff.
Die lokalen Präpositionen werden, wie schon erörtert, als Lokalisierungsrelationen aufgefasst, denen systematisch eine regionen-konstituierende Funktion zugeordnet wird: „Die Bedeutung einer Präposition wird als eine Lokalisierungsrelation zwischen dem Denotat ihres externen Arguments (dem zu lokalisierenden Objekt LO) und derjenigen Region aufgefasst, die man erhält, wenn man die zugeordnete regionen-konstituierende Funktion auf das Denotat des internen Arguments der Präposition (das Referenzobjekt der Lokalisierung RO6) anwendet (Herweg 1989: 99).“

6 In der hiesigen Arbeit Bezugsobjekt BO genannt.


Herweg, Michael (1989): Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Christoph [sic]; Herweg, Michael; Rehkämper, Klaus (Hrsg.): Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Tübingen: Niemeyer, 99-127.

Lokale Präpositionen werden bei HERWEG 1989 semantisch als Lokalisierungsrelationen analysiert, denen systematisch eine regionenkonstituierende Funktion zugeordnet ist:
"Die Bedeutung einer Präposition wird als eine Lokalisierungsrelation zwischen dem Denotat ihres externen Arguments (dem zu lokalisierenden Objekt LO) und derjenigen Region aufgefaßt, die man erhält, wenn man die zugeordnete regionen-konstituierende Funktion auf das Denotat des internen Arguments der Präposition (das Referenzobjekt der Lokalisierung RO) anwendet." (HERWEG 1989:99)

Herweg, M., 1989. Ansätze zu einer semantischen Beschreibung topologischer Präpositionen. In: Habel, Ch./ Herweg, M./ Rehkämper, K., (eds.), 1989:99-127.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, auf die die teils wörtlichen Parallelen im anmoderierenden Satz hindeuten.

Weitere wörtliche Zitate in identischer Abgrenzung wie bei Vater 1996 finden sich übrigens auch auf den Seiten 7 (Wunderlich 1985) und 8 (Ehrich 1992).


[75.] Dt/Fragment 053 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 53, Zeilen: 3-22
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 3, 5, 15, Zeilen: 3: 4 ff., 14 ff.; 5: 4 f., 7 f.; 16 ff.; 15: 6 f.
Lokalisierungen wie das Buch im/ auf dem/ unter dem/ am Bücherschrank geben den Ort eines zu lokalisierenden Objekts (des Buches) im Raum an. Der Ort des Buches wird relativ zum Ort bzw. zu einer Region eines anderen Objekts (des Bücherschrankes) bestimmt7. Die Präpositionen weisen also dem BO spezifische Regionen zu, ganz allgemein gesagt: IN-Region, AUF-Region, UNTER-Region, AN-Region usw. Solche Regionen sollen hier Teilräume genannt werden. Ich sehe die Aufgabe der lokalen Präpositionen darin, je nach Situations- und Handlungszusammenhang einen Teilraum des BO auszugrenzen und das LO diesem Teilraum zuzuordnen.

Wie im Abschnitt 2.1.2 erörtert, ist der Raum für uns ein strukturierter Zusammenhang, er besteht aus einer Menge von räumlich zusammenhängenden Orten, die man als Mengen von Raumpunkten auffassen kann. Zu jedem Raumpunkt gibt es gewisse Nachbarschaftsregionen, die als ineinandergeschachtelt vorstellbar sind. Ein Ort kann ganz oder teilweise in einem anderen Ort oder dessen Nachbarschaft enthalten sein. Teilräume können als Mengen von Raumpunkten mit bestimmten topologischen Eigenschaften bzw. Kombinationen von topologischen Eigenschaften definiert werden. Topologische Teilräume werden in der allgemeinen Topologie nach dem Inneren eines topologischen Raums, seinem Rand und seinem Äußeren differenziert. Schematisch lassen sich diese Teilräume folgendermaßen darstellen:


7 Wie oben (s. Abschnitt 2.1) eingeführt wurde, wird die lokalisierte Entität (das Buch) das zu lokalisierende Objekt (LO), die Entität, zu der es lokalisiert wird, das Bezugsobjekt (BO) genannt.

[Seite 3:]

Eine Lokalisierung wie die Lampe steht auf dem Tisch oder die Lampe steht neben dem Tisch gibt den Ort eines Objekts (der Lampe) im Raum an. Der Ort der Lampe wird relativ zum Ort eines anderen Objekts, dem des Tisches, bestimmt. [...]

[...] Der Lokalisierungsausdruck weist also dem Eigenort des Relatums spezifische Orte zu, grob: einen „AUF”-Ort und einen „NEBEN”-Ort. Solche Orte sollen hier „Teilräume” genannt werden. Ein Lokalisierungsausdruck grenzt einen Teilraum aus und ordnet den Ort des Themas diesem Teilraum zu.

[Seite 5:]

Im Alltagsdenken wird gewöhnlich vom dreidimensionalen Anschauungsraum ausgegangen. Für ihn können folgende Eigenschaften als konstitutiv angesehen werden:

[...]
b) Er besteht aus einer Menge von räumlich zusammenhängenden Orten, die man als Mengen von Raumpunkten auffassen kann.
[...]
e) Der Anschauungsraum hat eine topologische Struktur: jeder als begrenzt vorgestellte Ort hat eine Nachbarschaft. Ein Ort kann ganz oder teilweise in einem anderen Ort oder dessen Nachbarschaft enthalten sein.

[Seite 15:]

Teilräume können also als Mengen von Raumpunkten mit bestimmten topologischen Eigenschaften bzw. Kombinationen von topologischen Eigenschaften definiert werden.

[Seite 14:]

In der allgemeinen Topologie differenziert man zwischen dem Inneren eines topologischen Raums, seinem Rand und seinem Äusseren. Sie lassen sich folgendermassen definieren: [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[76.] Dt/Fragment 054 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 1-5, 7-12, 15-17
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 15, 16, 17, 72, 87, Zeilen: 15: 15 ff.; 16: letzter Absatz; 17: 1, 7; 72: 10; 87: 4 ff.
Der Innenraum kann Objekten mit sehr unterschiedlichen Gestalteigenschaften zugesprochen werden. Das Bezugsobjekt kann als hohl (Schrank) oder vollständig materiell (Wand), als ganz geschlossen (Zimmer) oder teilweise offen (Vase), als zweidimensional (Knopfloch) oder dreidimensional (Auto) ausgedehnt repräsentiert werden. [...]

Der Außenraum ist das Komplement des Innenraums. Es ist immer ein Innenraum-Außenraum-Kontrast impliziert (innerhalb/ außerhalb). Er schließt an der Objektbegrenzung an, umgibt den Eigenort des BO und stellt eine Art Einflussbereich dar. [...] Er streckt sich im Prinzip unendlich weit, wobei durch die Bezugsdomäne eine gewisse Beschränkung gegeben ist – [...]

Der Rand schließt den Innenraum ab. In Abhängigkeit von der Objektgestalt kann der Rand eindimensional als Kante oder zweidimensional als Fläche repräsentiert werden, die die Grenze zwischen Innen und Außen bilden.

[Seite 15:]

Ein Innenraum kann Entitäten mit sehr unterschiedlichen Gestalteigenschaften zugesprochen werden. Beispielsweise kann das Relatum als hohl oder vollständig materiell zusammenhängend, als teilweise offen oder geschlossen, als zwei- oder dreidimensional ausgedehnt repräsentiert werden (vgl. in der Vase vs. im Garten; im Käfig vs. in der Schachtel; in der Wüste vs. im Haus).

[Seite 16:]

Der Aussenraum ist das Komplement des Innenraums. Er schliesst an die Objektbegrenzung an und erstreckt sich von da aus im Prinzip unendlich weit, wobei durch die Bezugsdomäne allerdings eine gewisse

[Seite 17:]

Beschränkung gegeben ist. [...] Es ist immer ein Innenraum-Aussenraum-Kontrast impliziert.

[Seite 72:]

Der Rand schliesst den Innenraum ab und konstituiert damit den Aussenraum.

[Seite 87:]

Die Repräsentation des Randes variiert in Abhängigkeit von dimensionalen und Gestalteigenschaften des Relatums: der Rand kann zweidimensional als Fläche oder eindimensional als Kante vorgestellt werden.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[77.] Dt/Fragment 055 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 55, Zeilen: 2-9, 12-17, 33-35
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 18, 21, 24, 64, Zeilen: 18: 8 ff.; 21: 24 ff.; 24: 5 ff.; 64: 9 ff.
Die drei Achsen sind die Oben-Unten-Richtung, die Vorn-Hinten-Richtung und die Rechts-Links-Richtung. Die Raumgliederung durch Koordinatenachsen wird mit der topologischen Teilraumstrukturierung kombiniert - das System der Koordinatenachsen wird sozusagen über die topologischen Teilräume gelegt. Auf diese Weise lässt sich der Außenraum in einen vorderen (vor), einen hinteren (hinter), einen oberen (über, oberhalb), einen unteren (unter, unterhalb), einen rechten (rechts von) und einen linken Außenraum (links von) gliedern. [...]

Bei der Lokalisierung kann das LO sich selbst bewegen (der Student geht in die Bibliothek) oder bewegt werden (das Buch ins Regal stellen). In Betracht kommen nur solche Bewegungen, die eine Ortsveränderung bewirken. Das Objekt durchläuft ein Kontinuum von Orten, die einen Weg ausmachen. Klassischerweise wird ein Weg durch die Bewegung eines Objekts von einem Ausgangsort A nach einem Zielort Z (vgl. Jackendoff) konstituiert. [...]

[...]

[...] Das Konzept des Innenraums ist breit angelegt und betrifft die Dimensionalität des BO und seine Begrenzung. Eine Rolle spielen außerdem die funktionale Eigenschaft des BO, als Behälter zu dienen, [sowie die Prinzipien unserer Wahrnehmungsorganisation, die die spezifischere Positionierung steuern.]


Jackendoff, Ray S. (1973): The base rules for prepositional phrases. In: Anderson, Stephen; Kiparsky, Paul (eds.): A Festschrift for Morris Halle. New York: Holt, Rinehart, Winston, 345-356.

Jackendoff, Ray S. (1977): X' syntax: A study of phrase structure. Cambridge, Mass: MIT Press.

Jackendoff, Ray S. (1983): Semantics and Cognition (Current Studies in Linguistics Series, 8). Cambridge: MIT Press.

Jackendoff, Ray S. (2002): English particle constructions, the lexicon, and the autonomy of syntax. In: Dehé, Nicole; Jackendoff, Ray; McIntyre, Andrew; Urban, Silke (eds): Explorations in Verb-Particle Constructions. Berlin, New York: de Gruyter. (= Interface Explorations 1).

[Seite 18:]

Bei der Konzeptualisierung von Raum haben drei Richtungen einen privilegierten Status: die Oben-Unten-Richtung (Vertikale), die Vom-Hinten-Richtung (Transversale) und die Rechts-Links-Richtung (Laterale).

[Seite 21:]

Es können zwei Fälle unterschieden werden:

a) Die Raumgliederung durch Koordinatenachsen wird kombiniert mit der topologischen Teilraumstrukturierung.

Das System der Koordinatenachsen wird sozusagen über die topologischen Teilräume gelegt. Auf diese Weise lässt sich die Peripherie in eine vordere/ hintere, obere/ untere und rechte/ linke Peripherie gliedern: [...]

[Seite 24:]

Jackendoff (1983) kontrastiert die erste, dritte und vierte der aufgefuhrten Möglichkeiten, Langacker (1989) die erste und zweite:

a) Klassischerweise wird ein Weg konstituiert durch die Bewegung eines Objekts von Ort P nach Ort Q. Das Objekt kann sich selbst bewegen oder bewegt werden. In Betracht kommen nur solche Bewegungen, die eine Ortsveränderung bewirken; dies ist beispielsweise nicht der Fall bei einer Drehbewegung um eine Achse. Ein sich bewegendes Objekt durchläuft ein Kontinuum von Orten, die einen Weg ausmachen.

[Seite 64:]

Alle Analysen zu diesen Ausdrücken heben darauf ab, dass das Konzept des Innenraums breit angelegt ist (vgl. Herskovits 1986, Hawkins 1988, Vandeloise 1986a,b, Saile 1984). Die Vielfalt der Formen, die Objekte mit Innenraum aufweisen, zeigt an, dass ein Innenraum durch wenige abstrakte Formeigenschaften konstituiert wird. Sie betreffen die Dimensionalität des Objekts und seine Begrenzung. Eine Rolle spielt ausserdem die funktionale Eigenschaft eines Objekts, als Behälter zu dienen.


Hawkins, B. W. (1988) The Natural Category MEDIUM: An Alternative to Selection Restrictions and Similar Constructs. In B. Rudzka -Ostyn (ed.) Topics in Cognitive Linguistics. Amsterdam, Philadelphia.

Herskovits, A. (1986) Language and Spatial Cognition. Cambridge. Jackendoff, R. (1983) Semantics and Cognition. Cambridge (Mass), London.

Langacker, R. (1989) Subjectification. L.A.U.D. Series A., Paper No. 262.

Saile, G. (1984) Sprache und Handlung. Braunschweig, Wiesbaden.

Vandeloise, C. (1986a) L'espace en francais. Paris.

Vandeloise, C. (1986b) The Preposition „in" and the Relationship Container/ Contained. L.A.U.D.T. Series A., Paper No. 155.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Die Referenz "(vgl. Jackendoff)" ist uneindeutig - das Literaturverzeichnis enthält vier Einzelpublikationen dieses Autors.


[78.] Dt/Fragment 057 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 1-7
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 73, 76, Zeilen: 73: 14 ff., 21 ff.; 76: 20 f.
Innerhalb ordnet dem BO einen Innenraum zu, der unbedingt mit Begrenzung von festen materiellen Rändern vorgestellt wird: *innerhalb des Nebels. Der Rand übt eine doppelte Funktion aus: er umschließt den Innenraum und schließt ihn vom Außenraum ab. Das LO muss im Innenraum eines BO vollständig enthalten sein: *das Ei innerhalb des Eierbechers. Zentral ist der Kontrast von Innenraum und Außenraum. [Seite 73:]

Als Relata kommen nur räumliche Entitäten in Frage, die mit Begrenzung vorgestellt werden (inside the fog/ *innerhalb des Nebels/ *à l'intérieur du brouillard). Die Begrenzung übt eine doppelte Funktion aus: sie umschliesst den Innenraum und schliesst ihn zum Aussenraum hin ab.

[...] zweitens muss das Thema im Innenraum dreidimensional konzeptualisierter Relata vollständig enthalten sei (*the egg inside the egg-cup/ *das Ei innerhalb des Eierbechers/ *l'oeuf à l'intérieur du coquetier).

[Seite 76:]

Die Begrenzung des Relatums wird allein als Abschluss zum Aussenraum hin betrachtet. Dem entspricht die pragmatische Verwendungsbedingung, dass der Kontrast von Innenraum und Aussenraum im Diskurs zentral sein muss.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Schreibvorlage, die trotz stärkerer Umformulierungen in der Gegenüberstellung erkennbar bleibt (auch aufgrund der mitübernommenen Beispiele).


[79.] Dt/Fragment 058 27

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 58, Zeilen: 27-30, 37-39
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 65, 68, Zeilen: 65: 12 ff.; 68: 5 ff.
Erstreckt sich eine räumliche Entität flächenhaft in der Horizontalen, dann erhält sie einen Innenraum, wenn die Fläche eine deutliche Ausdehnung und Begrenzung aufweist. Das ist der Fall bei städtischen Bezirken, städtischen und dörflichen Ansiedlungen, Ländern und Kontinenten.

[...]

Auch gehöhlte, nach oben offene Objekte haben einen Innenraum. Diese Gestalt weisen viele Objekte wie Trinkgefäße, Vasen, Blumentöpfe, Schalen, Becken, Wannen usw. auf.

[Seite 68:]

Erstreckt sich eine räumliche Entität flächenhaft in der Horizontalen, dann erhält sie einen Innenraum, wenn die Fläche eine deutliche Begrenzung aufweist. Dies ist der Fall bei Gliederungsbereichen der Umwelt, seien es städtische Bezirke, städtische oder dörfliche Ansiedlungen oder grössere geopolitische Einheiten (z.B. Länder und deren innerstaatliche Gebietseinteilungen): [...]

[Seite 65:]

Typischerweise haben auch gehöhlte, nach oben offene Objekte einen Innenraum. Diese Gestalt weisen viele Behälterobjekte auf wie Trinkgefässe, Vasen, Schalen, Becken, Wannen usw.: [...]

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[80.] Dt/Fragment 059 24

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 24-25, 30-33
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 83, Zeilen: 22 ff., 28 f., 32 f.
Er [der Außenraum] beginnt am Rand des BO und erstreckt sich bis ins Unendliche. [...] Außerhalb verlangt ein BO mit Begrenzung, denn erst durch den Rand des BO wird der Außenraum konstituiert. Wo es sich im Außenraum befindet, lässt sich aus dem Wissen über die beteiligten Objekte ableiten: [außerhalb des Arbeitsortes wohnen/ außerhalb der Stadt das Wochenende verbringen.] Auch aussenraumbezogene Ausdrücke verlangen ein Relatum mit Begrenzung, denn durch den Rand des Relatums wird der Aussenraum erst konstituiert. [...] Der Aussenraum beginnt am Rand des Relatums und erstreckt sich im Prinzip ja bis ins Unendliche. [...] Wo es im Aussenraum anzusiedeln ist, ist entweder unerheblich oder lässt sich aus dem Wissen über die beteiligten Objekte ableiten.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[81.] Dt/Fragment 060 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 3-12, 14-15, 20-23
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 102, 103, 110, 111, 116, 117, Zeilen: 102: 33 f., 38 f.; 103: 14 f.; 110: 20 f., 25 ff.; 111: 6 f.; 116: letzter Absatz; 117: 1 f.
Der Außenraum schließt an den Bezugsobjektrand an und stellt eine Art Einflussbereich des BO dar. Topologisch betrachtet dehnt er sich vom Bezugsobjektrand in jede beliebige Richtung aus. Ein Außenraum (bzw. Umgebung) kann sowohl begrenzt konzeptualisierbaren Objekten als auch Personen zugesprochen werden. Das LO kann relativ zu einer Seite des BO lokalisiert werden, ohne es genauer zu definieren. Die Zuordnung ist nicht achsenorientiert und erfolgt zu einer Region der Umgebung, ohne dass eine Rechts-Links- oder Vor-Hinter-Spezifizierung impliziert ist. Es muss also weniger räumliche Information verarbeitet werden als bei der Anwendung von rechts von, links von, vor oder hinter. [...] Es gibt keine dimensionalen Beschränkungen für die Klasse der zulässigen BO.

[Abb.]

[...] Wenn eine direkte Berührung nicht impliziert ist, dann erfolgen Zuordnungen am ehesten bei größeren BO: das Hotel am Bahnhof. Dies hängt mit der Ausdehnung der Außenregion zusammen: große Objekte haben eine große Umgebung, kleinere Objekte dagegen eine kleinere.

[Seite 110, Z. 20 f., 25 ff.:]

Die Peripherie stellt eine Art Einflussbereich des Relatums dar. Sie schliesst an den Relatumrand an, enthält ihn aber nicht. [...]

Topologisch betrachtet dehnt sich die Peripherie vom Relatumrand in jede beliebige Richtung aus.

[Seite 111, Z. 6 f.:]

Eine Peripherie kann als begrenzt konzeptualisierbaren Objekten (vgl. die Beispiele oben) sowie Personen zugesprochen werden: [...]

[Seite 116, letzter Absatz:]

In allen vier Sprachen kann das Thema in der vorderen/ hinteren/ rechten/ linken Peripherie lokalisiert werden. Darüberhinaus ist es im Deutschen - im Gegensatz zu den drei anderen Sprachen - möglich, ein Thema durch neben einem über die Lateralachse bestimmten Teil der Peripherie zuzu-

[Seite 117, Z. 1 f.:]

ordnen, ohne dass eine Rechts-Links-Spezifizierung impliziert ist.61 Zur Anwendung von neben muss also weniger räumliche Information verarbeitet werden als zu der von rechts/ links von.


61 Neben nimmt allerdings nicht immer eine über die Lateralachse bestimmte räumliche Zuordnung vor. Dies stellt bereits Saile (1984:79/80) fest: „Sind die in Rede stehenden Einheiten aber so klein, dass sie normalerweise von oben gesehen werden, dann kann neben irgendeine Position in der horizontalen Umgebung beschreiben: wohin auch immer man einen Anspitzer in der Umgebung einer Streichholzschachtel legt, er ist neben ihr." Wie oben erwähnt, äussem Sprecher/innen in Befragungen eine Präferenz für neben gegenüber bei zur Beschreiben solcher Konstellationen.

[Seite 102, Z. 14 f.:]

Wie die Beispiele zeigen, gibt es keine dimensionalen Beschränkungen für die in Frage kommenden Relata.


Saile, G. (1984) Sprache und Handlung. Braunschweig, Wiesbaden.

[Seite 103, Z. 33 f., 38 f.:]

Wenn eine direkte Berührung von Thema und Relatum nicht vorausgesetzt ist, dann erfolgen Randzuordnungen am ehesten bei grösseren Relata (z.B. das Hotel am Bahnhof). [...] Dies hängt mit der Ausdehnung der Peripherie zusammen: grosse Entitäten haben eine grosse Peripherie, kleine Entitäten dagegen eine kleine.

Anmerkungen

Das aus 8 Sätzen bestehende Fragment wurde aus Inhalten von 6 Seiten der Quelle kompiliert - jedoch ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[82.] Dt/Fragment 061 14

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: 14-24
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 62, 63, Zeilen: 62: 15 ff., letzter Absatz; 63: 1 ff.
Treten als LO und BO jeweils Personen auf, dann kann der über die Person identifizierte Ort als Aufenthaltsort oder Arbeitsplatz der bezeichneten Person gedeutet werden: sie ist bei ihrer Schwester, bei den Eltern/ sie ist beim Friseur, Zahnarzt, Bäcker. Es kann also, wie im ersten Beispiel, als Aufenthaltsort die Wohnung angenommen werden, während die Berufsbezeichnungen in den anderen Beispielen darauf hinweisen, dass unter dem Aufenthaltsort der Arbeitsplatz oder der Wirkungsbereich zu verstehen ist.

Bei wird noch bei pluralem BO, dessen Teile ein Ganzes bilden, verwendet: der Spieler ist bei der Mannschaft, der Eislöffel liegt beim Besteck oder wenn das LO zu derselben Klasse von Objekten gehört, aus denen sich das BO zusammensetzt: das Zeugnis liegt bei den Papieren.

[Seite 62:]

Fungieren als Thema und Relatum jeweils eine Person/ Personen, dann kann - sofern der Kontext dem nicht widerspricht - der über die Person identifizierte Ort als habitueller Aufenthaltsort der bezeichneten Person gedeutet werden: sie ist bei Johanna, sie ist beim Friseur/ Zahnarzt/ Metzger. Im ersten Beispiel kann als habitueller Aufenthaltsort die Wohnung angenommen werden, während die Berufsbezeichnungen im zweiten Beispiel daraufhinweisen, dass unter dem Aufenthaltsort das Geschäftslokal zu verstehen ist.

[...]

Unter bestimmten Umständen kann bei auch dann eine Zuordnung zum Ort vornehmen, wenn als Thema und Relatum keine Personen, sondern Objekte fungieren. Voraussetzung ist,

[Seite 63:]

a) dass es sich um ein plurales Relatum handelt, dessen konstitutive disjunkte Teile ein Ganzes bilden,

b) dass das Thema zu derselben Klasse von Objekten gehört, aus denen sich das Relatum zusammensetzt, und

c) dass das Thema als konstitutiver Teil der als Relatum fungierenden Objektmenge verstanden werden kann.

Beispiele hierfür wären: das Schiff ist bei der Flotte, das Zeugnis liegt bei den Papieren, der Sahnelöffel liegt bei den Bestecken. Auch eine Beschreibung wie die Trainerin ist bei der Mannschaft stellt, obwohl es sich um Personen handelt, einen parallelen Fall dar; [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[83.] Dt/Fragment 062 07

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 62, Zeilen: 7-8, 27-28
Quelle: Zifonun et al. 1997
Seite(n): 2117, 2128, 2129, Zeilen: 2117: 2 ff., 26 ff.; 2128: letzte Zeile; 2129: 1 ff.
Kontakt wird durch Weltwissen (Etikett an der Flasche) oder durch Kontaktverben (kleben, hängen, lehnen u.a.) induziert.

[...]

Es entsteht die Vorstellung des vollständigen Bedeckens oder distributiven, aber tendenziell alle Teilflächen Erfassens: [eine dichte Schneedecke liegt über dem Land/ sie trug einen Mantel über dem Kleid/ über der Statue hing noch ein weißes Tuch.]

[Seite 2117:]

Kontakt wird gegebenenfalls durch Weltwissen (Etikett an der Flasche, das Bild an der Wand) oder durch bestimmte Verben, z.B. die Kontaktverben, siehe Gruppe Β 1., induziert.

[...]

Bei Kontaktverben wie kleben, hängen, lehnen ist an die regulär geforderte Präposition; sie ist neben auf die einzige, die Oberflächenkontakt zuläßt.

[Seite 2128:]

Ins-

[Seite 2129:]

besondere spielen die Vorstellungen des vollständigen Bedeckens' oder 'distributiven, aber tendenziell alle Teilflächen Erfassens' (eine Decke über jemanden legen, Dinge über den ganzen Raum verstreuen, über eine Wiese gehen (, um Pilze zu suchen)), der ,Passage' (über die Straße gehen, von Stuttgart über Mannheim nach Frankfurt fahren, mit Überwindung von Hindernissen in der Vertikalen: über den Zaun klettern) eine Rolle.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[84.] Dt/Fragment 062 31

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 62, Zeilen: 31-35
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 98, Zeilen: 6, 11 ff., 20 f.
Eine ähnliche Verwendung hat auf, wenn eine Zuordnung zur Gesamtoberfläche dreidimensionaler Objekte vorgenommen wird. Das LO ist dadurch charakterisiert, dass es sich flächenhaft breit ausdehnt oder sich mehr oder weniger gleichmäßig verteilt: der Staub auf dem Auto/ das Moos auf dem Baumstamm. 6.3.1.2.3 Zuordnung zur Gesamtoberfläche dreidimensionaler Objekte

[...] Ersteres ist gegeben, wenn das Thema dadurch charakterisiert ist, dass es sich flächenhaft breit ausdehnt oder sich mehr oder weniger kontinuierlich verteilt:

der Staub auf dem Auto

the dust on the car

la poussifcre sur la voiture

[...]

Natürlich kann beides auch kombiniert auftreten:

das Moos auf dem Baumstamm

the moss on the treetrunc

la mousse sur le tronc d’arbre

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[85.] Dt/Fragment 063 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 63, Zeilen: 1-2, 6-7, 9-10, 14-20, 22-23
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 21, 87, 88, 106, 119, Zeilen: 21: 23 f., 26 f.; 87: 36 f.; 88: 8 ff., 15 ff.; 106: 3 ff.; 119: 12 ff.
Werden die Koordinatenachsen über die topologischen Teilräume gelegt, können verschieden orientierte Teilräume des BO ausgegrenzt werden.

[(1) Zuordnung zu der Vertikalachse, die im BO verankert ist]

Bei dieser Lokalisierung kann das LO in der oberen oder unteren Peripherie des BO situiert werden, [wobei bei auf und bei einigen Verwendungen von unter direkter Kontakt mit dem Rand entsteht (vgl. 5.2.2).]

[Abb.]

Ist die Vertikale in einem BO verankert, kann das LO zum Rand, zur oberen Peripherie oder zur unteren Peripherie lokalisiert werden.

[...] Aufgrund der Gesetze der Schwerkraft ist es für horizontale Flächen typisch, dass andere Objekte auf ihnen aufliegen, deshalb ist auch die Vorstellung von ihnen eng mit den Trägerobjekten verbunden. Diese sich horizontal erstreckende Fläche kann die Oberseite zweidimensionaler Objekte (die Bäume auf dem Platz/ die Leute auf dem Weg) oder dreidimensionaler Objekte (die Vase auf dem Tisch/ die Katze auf dem Schrank) sein.

[...] Diese Fläche kann sich vertikal oder schräg erstrecken. In Einzelfällen kann sie auch die [Unterseite des BO sein.]

[Seite 21:]

Sind die Koordinatenachsen in einem Relatum etabliert, können verschiedene orientierte Teilräume des Relatums ausgegrenzt werden. [...]

a) [...] Das System der Koordinatenachsen wird sozusagen über die topologischen Teilräume gelegt.

[Seite 119:]

Bei einer Lokalisierung über die positive/ negative Richtung der Vertikalen können verschiedene Teilräume ausgegrenzt werden:

a) das Thema kann in der oberen/ unteren Peripherie des Relatums situiert werden (z.B. das Flugzeug ist über dem Berg).

b) das Thema kann in einem oberen/ unteren Raumausschnitt lokalisiert werden.

[Seite 88:]

Aufgrund der Gesetze der Schwerkraft ist es für horizontale Flächen typisch, dass andere Objekte auf ihnen aufliegen. Die räumliche Vorstellung der horizontalen Fläche ist deshalb eng mit der funktionalen Vorstellung der tragenden Fläche verbunden.

[Seite 106:]

b) das Thema liegt auf der Oberseite eines dreidimensional konzeptualisierten Relatums auf:

tepenin tarn üstünde bir kilise var (BH)

/genau auf dem Hügel ist eine Kirche/

dolabln üstünde bir tane kedi var (BH)

/auf dem Schrank ist eine Katze/

c) das Thema liegt auf der Oberfläche eines zweidimensional konzeptualisierten, sich horizontal ausdehnenden Relatums auf: [...]

[Seite 87:]

Eine ebene Fläche kann sich in verschiedene Richtungen erstrecken, nämlich horizontal, vertikal oder schräg.

[Seite 88:]

Es gibt auch den speziellen Fall, dass die Unterseite die saliente ist, nämlich dann, wenn das Objekt üblicherweise von unten gesehen wird und eine Einwirkung auf das Objekt entsprechend von unten erfolgen muss; [...]

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[86.] Dt/Fragment 064 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 64, Zeilen: 1-38
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 88, 93, 94, 95, 100, 102, 104, 108, 129, Zeilen: 88: 17 ff., 24 ff.; 93: 25 ff.; 94: 1 f., 93: letzter Absatz; 95: 22 f.; 100: 27; 102: 11 f., 14 f.; 104: 3 ff., 9 f., 11 f., 19 ff., 101 ff.; 108: 5 f., 24 ff.; 129: 12 ff.
Eine vertikale Fläche oder eine Unterseite kann nur dann als tragend erscheinen, wenn irgendeine Art von Befestigung existiert - z.B. „trägt“ die Wand ein Bild mithilfe eines Nagels oder die Flasche ein Etikett mithilfe des Klebstoffs oder wenn das LO vollständig in die BO-Fläche integriert erscheint - die Frau auf dem Foto, der Fleck auf der Wand. Auf setzt auch ein „selbsttragendes“ LO voraus (die Spinne, die Fliege auf der Wand), ein vollständig integriertes LO (der Fleck auf der Decke) oder ein „tragendes“ BO mit Haftung (ein Etikett auf der Flasche).

Es hat sich ergeben, dass die beiden Präpositionen an und auf eine randbezogene Zuordnung vornehmen. Sind die dabei entstehenden Konstellationen deckungsgleich? Auf ruft eine Teilraum-Vorstellung hervor, bei der der Rand dominiert: er wird in bestimmter Dimensionalität repräsentiert und es sind funktionale Vorstellungen an ihn gebunden. An kann ein LO dem seitlichen Rand eines BO zuordnen, da die Klasse der zulässigen BO weniger beschränkt ist. An kann niemals auf den oberen Rand angewendet werden, diese Zuordnung ist auf vorbehalten. Da an eine große Anzahl von Konstellationen abdeckt, kann die Verwendung von auf auf ideale Flächen bzw. ideale Lageverhältnisse beschränkt werden. Auf setzt voraus, dass der Rand als Fläche konzeptualisierbar ist. Bei an müssen die Bezugsobjekte nur mit einem prägnanten Rand versehen repräsentiert werden.

In einer großen Mehrzahl der Fälle decken sich die Konstellationen, auf die an und auf angewendet werden können. Wenn bei einer Zuordnung zur (salienten9) Unterseite einer oberen Begrenzung die Fläche das LO tragen muss, was nur vermittelt möglich ist, ist auf ausgeschlossen und es erscheint an (die Lampe an der Decke); spielt die Trägereigenschaft keine Rolle, kann auf ebenso wie an eingesetzt werden (die Fliege an/ auf der Zimmerdecke, der Fleck an/ auf der Zimmerdecke).

Eine Zuordnung zum unteren Randraum ist, sofern er überhaupt „frei“ ist, dann möglich, wenn die Unterseite explizit denotiert wird (das Kaugummi an der Unterseite des Tisches). Ein Kaugummi am Tisch kann sich nur an der seitlichen Begrenzung des Tisches befinden. Ist das LO in die BO-Fläche integriert, dann wird auf verwendet, wenn das LO keine Höhenausdehnung hat (die Sommersprossen auf dem Arm). Wenn das LO erhoben ist, wird an eingesetzt (der Bluterguss am Arm). Schließlich gibt es im Deutschen eine Unterscheidung derart, dass ein Vogel auf dem Baum ist (der Baum trägt ihn von unten), Blätter oder Äpfel aber am Baum sind.

Im Deutschen gibt es zwei Präpositionen, die das LO der oberen Region des BO zuordnen.


9 der Wahrnehmung und Interaktion zugänglich

[Seite 88, Z. 17 ff., 24 ff.:]

Eine sich vertikal erstreckende Fläche oder eine Unterseite kann nur dann als „tragende” erscheinen, wenn irgendeine Art von Befestigung existiert. (Z.B. „trägt” die Wand ein Bild mithilfe eines Nagels.) [...]

Zwischen einer Relatum-Fläche und einem Thema kann es eine weitere Form von „Zusammenhalt” geben: das Thema kann als vollständig in die Relatum-Fläche integriert erscheinen (z.B. der Fleck an/ auf der Wand; die Frau auf dem Photo).

[Seite 93, Z. 25 ff.:]

Eine Anwendung auf vertikale Flächen ist nur dann möglich, wenn die Tragefähigkeit der Fläche (und damit auch die Art, wie das Tragen erfolgt) für den Zusammenhalt von Thema und Relatum irrelevant ist; dies ist gegeben, wenn das Thema selbsttragend ist,

auf dieser Wand sitzt ’ne Spinne (BF)

oder wenn ein selbst flächenhaftes Thema als integraler Teil der Relatumfläche erscheint:

die Graffiti/ der Fleck auf der Wand.

[Seite 104, Z. 3 ff.:]

An kontrastiert mit auf in folgender Weise: Beide Lokalisierungsausdrücke nehmen eine randbezogene Zuordnung vor. Auf ruft eine Teilraum-Repräsentation hervor, bei der der Rand dominiert: er wird in bestimmter Dimensionalität repräsentiert und es sind funktionale Vorstellungen an ihn gebunden.

[Seite 108, Z. 5 f.:]

Einmal kann an in breiterem Masse als sur/ on ein Thema dem seitlichen Rand zweidimensionaler Entitäten zuordnen, da die Klasse der zulässigen Relata weniger beschränkt ist.

[Seite 104, 9 f.:]

An kann niemals auf den oberen Rand angewendet werden; die Zuordnung hierzu ist auf Vorbehalten.

[Seite 95, Z. 22 f.:]

Da an eine grosse Anzahl von Konstellationen abdeckt, kann die Verwendung von auf auf ideale Flächen bzw. ideale Lageverhältnisse beschränkt werden.

[Seite 102, Z. 14 f.:]

Wie die Beispiele zeigen, gibt es keine dimensionalen Beschränkungen für die in Frage kommenden Relata. Sie müssen nur als mit einem prägnanten Rand versehen repräsentiert werden können.

[Seite 100, Z. 27:]

Dt. auf setzt voraus, dass der Rand als Fläche konzeptualisierbar ist.

[Seite 104, Z. 11 f.:]

In der grossen Mehrzahl der Fälle decken sich die Konstellationen, auf die an und auf angewendet werden können, nicht:

auf dem Platz [...] da is doch ein Kiosk (VK4)

dann kommen wir zu dem Haus was am Platz hinten steht (VK4)

[Seite 93, letzter Absatz:]

Gleiches gilt für die Zuordnung zur Unterseite einer oberen Begrenzung: muss die Fläche das Thema halten, was nur vermittelt möglich ist, ist auf ausgeschlossen (es erscheint an); spielt die Trägereigenschaft keine Rolle, kann auf ebenso wie an eingesetzt werden:

[Seite 94, Z. 1 f.:]

die Lampe an der Decke

die Fliege an/ auf der Zimmerdecke

der der Fleck an/ auf der Zimmerdecke

[Seite 104, Z. 101 ff.:]

49 Eine Zuordnung zum unteren Randraum ist allerdings - sofern der untere Rand überhaupt "frei" ist - dann möglich, wenn die Unterseite explizit denotiert wird: das Kaugummi an der Unterseite des Tisches. Ein Kaugummi am Tisch kann sich nur an der seitlichen Begrenzung des Tisches befinden.

[Seite 104, Z. 19 ff.:]

Ist das Thema in die Relatumfläche integriert, dann wird auf verwendet, wenn das Thema keine Höhenausdehnung hat, der Eindruck des Flächenhaften also dominiert. In dem Mass wie das Thema erhoben ist, wird an präferiert; also: die Sommersprossen auf dem Arm, aber eher der Bluterguss am Arm.

[Seite 108, Z. 24 ff.:]

Schliesslich gibt es im Deutschen subtile Unterscheidungen derart, dass ein Vogel auf dem Baum ist (der Baum trägt ihn von unten), ein Blatt oder ein Apfel aber am Baum.

[Seite 129, Z. 12 ff.:]

Im Deutschen und Englischen gibt es jeweils zwei Präpositionen, die das Thema der oberen Peripherie des Relatums zuordnen: im Englischen kontrastieren over und above, im Deutschen über und oberhalb5.


5 [...]

Anmerkungen

Sehr kleinteilig kompiliert aus Passagen von 9 Seiten der Quelle - ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[87.] Dt/Fragment 065 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 2-13, 17-30
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 129, 131, 133, 135, 139, 140, Zeilen: 129: 14 f., 18 ff.; 131: 32 f.; 133: 6 ff.; 135: 7 f.; 139: letzter Absatz; 140: 1 ff.
Was über von oberhalb unterscheidet, ist der Grad der Abstraktheit der hervorgerufenen Raumvorstellung: die Repräsentation vertikaler Konstellationen wird durch zwei Arten von Wissen geprägt, nämlich das Wissen über die vertikale Gliederung des Raums und das Wissen über Objekte. Im Deutschen ruft oberhalb eine abstraktere Raumvorstellung hervor. Über kann nicht verwendet werden, wenn das LO und das BO nur über eine besonders schräg verlaufende Diagonale verbunden werden können. Oberhalb ist ausgeschlossen, wenn das Wissen über die Objekte und/ oder der Kontext einen funktionalen Zusammenhang zwischen LO und BO nahe legen, der zugleich impliziert, dass die Objekte direkt übereinander liegen. Etwa könnte über im folgenden Beispiel nicht durch oberhalb substituiert werden: Familie Meier wohnt über uns.

[...] Wiederum kontrastieren die Ausdrücke in der Weise, dass unterhalb abstraktere Raumvorstellungen hervorruft. Dies ist bedingt dadurch, dass das BO als Grenzebene oder -linie konzeptualisiert wird, zwischen dem LO und dem BO muss Raum liegen, die untere Region öffnet sich breiter als bei unter.

Die Verwendung von unterhalb ist somit obligatorisch, wenn das LO und das BO nur durch eine sehr schräge Diagonale miteinander verbunden werden können, wie etwa im Beispiel: (rechts, links) unterhalb des Fensters ist ein Fleck an der Wand.

Nur unter kann verwendet werden, wenn das LO und das BO direkt aneinander grenzen und/ oder das LO in den abgeschlossenen Raum des BO fällt. Ob dabei Kontakt zwischen den Objekten besteht, kann nur über den Kontext und/ oder das Objektwissen abgeleitet werden (die Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum/ den Brief fand ich unter dem Buch).

[Seite 129:]

Was above von over und über von oberhalb unterscheidet, ist der Grad der Abstraktheit der hervorgerufenen Raumvorstellung. [...] Allgemein kann man sagen: Die Repräsentation vertikaler Konstellationen wird durch zwei Arten von Wissen geprägt, nämlich dem Wissen über die vertikale Gliederung des Raums und dem Wissen über Objekte.

[Seite 131:]

Im Deutschen ruft oberhalb die im Vergleich mit über abstraktere Raumvorstellung hervor.

[Seite 133:]

Die Beschränkungen für über und oberhalb sind folgender Art: Über kann nicht verwendet werden, wenn Thema und Relatum nur über eine besonders schräg verlaufende Diagonale verbunden werden können; oberhalb ist ausgeschlossen, wenn das Wissen über die Objekte und/ oder der Kontext einen funktionalen Zusammenhang zwischen Thema und Relatum nahelegen, der zugleich impliziert, dass die Objekte direkt Übereinanderliegen. Etwa könnte, um das Beispiel der spiritistischen Sitzung nochmals aufzugreifen, über im folgenden Fall nicht durch oberhalb substituiert werden: Unsere Hände sind ausgestreckt über dem Tisch.

[Seite 135:]

Wiederum kontrastieren die Ausdrücke einer Sprache in der Weise, dass sie unterschiedlich abstrakte Raumvorstellungen hervorrufen.

[Seite 139:]

Im Deutschen kontrastieren unter und unterhalb. Unterhalb ruft die abstraktere Raumvorstellung hervor. Dies ist dadurch bedingt, dass

a) das Relatum als Grenzebene/ -linie konzeptualisiert wird,

b) Raum zwischen Thema und Relatum liegen muss,

c) [...]

d) die untere Peripherie sich breiter öffnet als im Fall von unter und

e) [...].

Die Verwendung von unterhalb ist somit obligatorisch, wenn Thema und Relatum nur durch eine sehr schräge Diagonale miteinander verbunden werden können, wie etwa in dem Beispiel unterhalb der Kapelle, auf dem Weg, da steht ein bärtiger Mann (BF).

[Seite 140:]

Nur unter kann verwendet werden, wenn

a) Thema und Relatum direkt aneinandergrenzen und/ oder
b) das Thema in den Abgeschlossenen Raum des Relatums fällt.

Ob bei einer Lokalisierung durch unter Kontakt zwischen den Objekten besteht, kann nur über den Kontext und/ oder das Objektwissen abgeleitet werden.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[88.] Dt/Fragment 066 10

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 66, Zeilen: 10-22
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 24, 25, Zeilen: 24: 1 ff.; 25: 1 ff., 20 ff.
Bei dieser Art der Lokalisierung durchläuft das Objekt ein Kontinuum von Orten, die einen Weg ausmachen. Ein Weg kann (nach Jackendoff 1983) auf drei Arten induziert werden: klassischerweise wird ein Weg durch die Bewegung eines Objekts von einem Ausgangsort A nach einem Zielort Z konstituiert. Das Objekt kann sich selbst bewegen oder bewegt werden. In Betracht kommen nur solche Bewegungen, die eine Ortsveränderung bewirken (er geht zum Fluss). Eine andere Möglichkeit ist damit gegeben, dass ein Objekt mit einer Längserstreckung eine Strecke A-Z selbst abdeckt (die Straße führt von Rostock nach Warnemünde). Es gibt auch die Möglichkeit der Wegetablierung über die Orientiertheit bzw. Gerichtetheit eines Objekts oder einer Person (sie schaut zum Fenster/ das Fenster liegt nach dem Hof, nach Süden).

Daraus ergeben sich die wesentlichen Merkmale des Weges: ein Weg hat einen Ausgangs- und einen Zielpunkt und ist immer gerichtet, [...]


Jackendoff, Ray S. (1983): Semantics and Cognition (Current Studies in Linguistics Series, 8). Cambridge: MIT Press.

[Seite 24:]

Ein Weg kann - im Rahmen der hier betrachteten Sprachen - auf vier Weisen induziert werden. Jackendoff (1983) kontrastiert die erste, dritte und vierte der aufgeführten Möglichkeiten, Langacker (1989) die erste und zweite:

a) Klassischerweise wird ein Weg konstituiert durch die Bewegung eines Objekts von Ort P nach Ort Q. Das Objekt kann sich selbst bewegen oder bewegt werden. In Betracht kommen nur solche Bewegungen, die eine Ortsveränderung bewirken; dies ist beispielsweise nicht der Fall bei einer Drehbewegung um eine Achse. Ein sich bewegendes Objekt durchläuft ein Kontinuum von Orten, die einen Weg ausmachen. Ein durch objektive Bewegung konstituierter Weg liegt in folgenden Beispielen vor:

Sie geht zum Fluss.

[...]

c) Die dritte Möglichkeit ist damit gegeben, dass ein Objekt mit einer Längserstreckung eine Strecke PQ selbst abdeckt.

[Seite 25:]

Die Strasse führt von Heidelberg nach Mannheim.

d) Schliesslich gibt es die Möglichkeit der Wegetablierung über die Orientiertheit eines Objekts/ einer Person:

Sie schaut zum Fenster.

[...]

Eine zweite Möglichkeit zur Definition von „Weg” weist Bierwisch (1988) auf, der von einem zeitunabhängigen Begriff von Weg ausgeht. Sein Ansatz soll hier nur kurz informal skizziert werden. Bierwisch betrachtet „Weg” als einen in bestimmter Weise strukturierten Teilraum W. Die Struktur ist dadurch bestimmt, dass ein Weg kontinuierlich ist, einen Ausgangs- und Endpunkt hat und orientiert ist.


Jackendoff, R. (1983) Semantics and Cognition. Cambridge (Mass), London.

Langacker, R. (1989) Subjectification. L.A.U.D. Series A., Paper No. 262.

Bierwisch, M. (1988) On the Grammar of Local Prepositions. In M. Bierwisch, W. Mötsch & S. Zimmermann (Hrsg.) Syntax, Semantik und Lexikon. Berlin.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme bzw. die eigentliche Quelle.


[89.] Dt/Fragment 070 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 4-23, 101-103
Quelle: Zifonun et al. 1997
Seite(n): 2087, 2088, Zeilen: 2087: 25 ff., letzter Absatz; 2088: 1 f., 8 ff., letzter Absatz
Die trennbaren Verbpräfixe sind nur noch teilweise synchron auf präpositionale Vorbilder zurückführbar, so bei den Präfixen ab, an, auf, aus, bei, durch, mit, nach, über, um, unter, vor10.

Von Interesse ist jedoch ein weiteres syntaktisch rekonstruierbares Verfahren: die Inkorporierung durch Ellipse. Diese kann man z.B. annehmen bei: dass er das Tuch auf den Tisch legt/dass er das Tuch auflegt (IDS-Grammatik 1997: 2088). Die Inkorporierung durch Ellipse ist oft mit einer Reduktion der Anzahl der Komplemente um eine Stelle verknüpft - aus dreistelligem legen wird zweistelliges auflegen. Bei der Auslassung handelt es sich semantisch um ein kontextuell erschließbares Komplement. Dieses Direktivkomplement kann auch hinzugefügt werden: etwas auf den Tisch auflegen, auf das Pferd aufsteigen, ein Loch durch die Wand durchbohren. Die direktive Information wird dann zweifach formuliert (ebd.).

Ein Teil der Präpositionen, die als trennbare Präfixe inkorporiert werden, werden auch als nicht trennbare Präfixe verwendet: durch, hinter, über, um, unter. Die Verben mit diesen nicht-trennbaren Präfixen sind in der Regel transitiv: Rostock durchfahren. Es liegt keine Reduktion der Argumentstellen vor, das Direktivkomplement geht aber in ein Akkusativkomplement über mit der entsprechenden Rollenveränderung vom Lokativ zum Objekt: durch Rostock fahren - Rostock durchfahren.


10 Häufig liegen Lexikalisierungen vor, d.h. die Bildungen sind nicht mehr rein kompositional aus Präfixbedeutung plus Verbbedeutung erklärbar, sondern haben mehr oder weniger Bedeutungsspezialisierungen erfahren.


IDS-Grammatik (1997): Zifonun, Gisela; Ludger Hoffmann; Bruno Strecker (Hrsg.) (1997): Grammatik der deutschen Sprache, Band 3. Berlin ; New York: Walter de Gruyter.

[Seite 2087:]

1.3. Präpositionen und zugehörige abtrennbare und nicht-abtrennbare Verbpräfixe (Exkurs)

Die Herausbildung abtrennbarer Verbpräfixe ist ein Wortbildungsprozeß, dessen Ergebnisse nur noch teilweise synchron auf präpositionale (oder andere) Vorbilder zurückführbar sind, so bei den Präfixen ab, an, auf, aus, bei, durch, mit, nach, über, um, unter, vor, wider. Häufig liegen Lexikalisierungen vor, d.h. die Bildungen sind nicht mehr rein kompositional aus Präfixbedeutung + Verbbedeutung erklärbar, sondern haben mehr oder minder starke Bedeutungsspezialisierungen erfahren (z.B. absetzen, anbieten, durchstehen, mitteilen, vorspielen). [...]

Auch synchron noch von Interesse ist jedoch neben der Inkorporierung durch Postposition (wie oben geschildert) ein weiteres noch syntaktisch rekonstruierbares Verfahren: die Inkorporierung durch Ellipse. Diese kann man z.B. annehmen bei:

[Seite 2088:]

(1) daß er das Tuch auf den Tisch legt.

(1a) daß er das Tuch auflegt.

[...]

Inkorporierung durch Ellipse ist anders als Inkorporierung durch Postposition mit einer Reduktion der Anzahl der Komplemente um eine Stelle verknüpft: Aus dreistelligem legen wird zweistelliges auflegen, aus zweistelligem hängen wird einstelliges überhängen. Semantisch handelt es sich bei der nunmehr weggelassenen Stelle um einen kontextuell erschließbaren Ereignisbeteiligten. Man beachte jedoch, daß auch bei den Präfixverben ein entsprechendes Direktivkomplement hinzugefügt werden kann: etwas auf den Tisch auflegen, auf das Pferd aufsteigen, ein Loch durch die Wand durchbohren. Die direktive Information wird dann zweifach formuliert.

[...]

[...] Ein Teil der Präpositionen, die als abtrennbare Präfixe inkorporiert werden, werden auch als nicht-abtrennbare Präfixe verwendet: durch, hinter, über, um, unter, wider. Die Verben mit diesen nicht-abtrennbaren Präfixen sind in der Regel transitiv (Ausnahmen z.B.: jemandem unterliegen, jemandem unterstehen). D.h. gegenüber der Konstruktion mit entsprechendem Adverbialkomplement liegt keine Reduktion der Argumentstellen vor, das Direktivkomplement geht aber in ein Akkusativkomplement über mit der entsprechenden Rollenveränderung vom LOKATIV zum OBJEKT: durch Hamburg fahren - Hamburg durchfahren; [...]

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar zweimal genannt, doch bleibt einerseits der teils wörtliche Charakter der Übernahme ungekennzeichnet und andererseits der Umstand, dass sich diese Übernahme auch nach der zweiten Referenz fortsetzt.


[90.] Dt/Fragment 072 20

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 72, Zeilen: 20-23, 25-26, 36-38
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 112, 118, Zeilen: 112: 18 ff.; 118: 3 ff.
Lokalisierungsäußerungen drücken Relationen zwischen Orten aus und dieser Ort, den ein Objekt in der Auffassung des Menschen einnimmt, ist nicht unanhängig [sic] vom aktuellen Handlungs- und Situationszusammenhang. [Es hängt also von der Situation und von der kommunikativen Absicht ab, welche Teilregionen des BO hervorgehoben werden.] Dass [sic] heißt, dass hier situationsspezifische Aspekte der Raumauffassung eine Rolle spielen, die das Konzeptualisieren der Objekte und deren in Frage kommende Regionen beeinflussen. [...] D.h., bevor das sprachliche Lokalisieren stattfindet, wird ein Objekt situations- und kontextabhängig in einer bestimmten Art und Weise konzeptualisiert und ihm werden Regionen zugeschrieben. [Seite 112:]

Darüber hinaus ist der Ort, den ein Objekt in der Auffassung des Menschen einnimmt, auch nicht unabhängig vom aktuellen Handlungs- und Situationszusammenhang. Vielleicht nimmt das Weinglas einen anderen Ort ein, je nachdem, ob man seinen Rotwein daraus trinkt oder ob es darum geht, das Glas in der Spülmaschine zu platzieren. Das heißt, dass auch hier situationsspezifische Aspekte der Raumauffassung eine Rolle spielen (vgl. Abschnitt 2.4).

[Seite 118:]

Das heißt, grundsätzlich wird ein Objekt - situations- und kontextabhängig - in einer bestimmten Art und Weise aufgefasst und ihm werden Regionen bzw. evtl. auch spezifischere (dimensionale) Teilräume zugeschrieben.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Der zweite Satz, der sich in abstrahierender Weise stärker von der Quelle entfernt, geht nicht mit in die Zeilenzählung ein.


[91.] Dt/Fragment 073 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 73, Zeilen: 1-3
Quelle: Weiß 2005
Seite(n): 118, Zeilen: 5 ff.
[Erst dann kann] bezüglich dieser Regionen eine Lokalisation vorgenommen werden. Diese kann dann entsprechend sprachlich mit einer Raumpräposition ausgedrückt werden. Bezüglich dieser Bereiche kann ein anderes Objekt aufgrund der regionalen Überlappungsverhältnisse lokalisiert werden. Diese Lokalisationsrelation kann dann - muss aber nicht - entsprechend sprachlich unter Verwendung einer bestimmten Raumpräposition ausgedrückt werden.
Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 072 20.

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[92.] Dt/Fragment 074 08

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 74, Zeilen: 8-20, 28-31, 35-39
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 62, 63, 64, Zeilen: 62: 101-104; 63: 12-20.27-28, 101-102, 105-108; 64: 1-4
Ausgangspunkt für die Quaestio-Theorie sind textlinguistische Arbeiten, die Mitteln und Strategien der Kohärenzbildung in Texten nachgehen, wie die Arbeiten zu Wegauskünften und Wohnungsbeschreibungen von Klein (1979) und Ullmer-Ehrich (1979). Diese Beiträge deuten an, dass Situationsvorgaben und Konzepte der Sprecher von Situationen maßgeblich den Textaufbau steuern und ein Gerüst dafür bereitstellen. Außerdem spielt die Referenz auf Personen und Objekte eine bedeutende Rolle bei der Textstrukturierung, wie u.a. Marslen-Wilson et al. (1982) zeigten. Wie Strukturierungsvorgaben und Strukturebenen handfest zu einem Erklärungsansatz integriert werden könnten, wird mit der ersten Formulierung des Quaestio-Ansatzes in Klein/von Stutterheim (1987) dargestellt. Dort wird die Quaestio als eine Frage konzipiert, die in der zu produzierenden Rede beantwortet wird, [so wie sie in der klassischen Rhetorik von Quintilian vorgetragen worden ist: Text sei eine Antwort auf eine Frage.] [...]

Enger auf das Quaestio-Modell bezogen sind Klein und von Stutterheim (1987, 1992), von Stutterheim und Klein (1989) und von Stutterheim (1992, 1994, 1997). Diese Arbeiten fokussieren unterschiedliche Aspekte des Quaestio-Modells und wenden es auf einzelne Textsorten an. [...]

In der folgenden Darstellung wird von Stutterheim (1997) als Referenztext für die aktuell maßgebliche Ausgestaltung des Quaestio-Modells herangezogen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ich eine ganze Reihe von Vorgängerarbeiten nicht thematisiere, wenn einzelne Aspekte der Entwicklung des Quaestio-Modells dies erfordern.


Klein, Wolfgang (1979): Wegauskünfte. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 33, 9–57.

Klein, Wolfgang; Stutterheim, Christiane von (1987): Quaestio und referentielle Bewegung in Erzählungen. In: Linguistische Berichte 109, 163-183.

Klein, Wolfgang; Stutterheim, Christiane von (1992): Textstruktur und referentielle Bewegung. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 86, 67-92.

Marslen-Wilson, William; Levy, Elana; Tyler, Lorraine K. (1982): Producing interpretable discourse: The establishment and maintenance of reference. In: Jarvella, Robert; Klein, Wolfgang (Hrsg.): Speech, place and action. Studies in deixis and related topics. Chichester u.a.: Wiley, 339-378.

Stutterheim, Christiane von (1992): Quaestio und Textstruktur. In: Krings, Hans P.; Antos, Gerd (Hrsg.): Textproduktion. Neue Wege der Forschung. Trier: Wissenschaftlicher Verlag, 159-171.

Stutterheim, Christiane von (1994): Quaestio und Textaufbau. In: Kornadt, Hans J.; Grabowski, Joachim; Mangold-Allwin, Roland (Hrsg.): Sprache und Kognition. Perspektiven moderner Sprachpsychologie. Heidelberg: Spektrum, 251-274.

Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

Stutterheim, Christiane von; Klein, Wolfgang (1989): Textstructure and referential movement. In: Dietrich, Rainer; Graumann, Carl F. (Hrsg.): Language Processing in social context. Amsterdam: North Holland, 39-76.

Ullmer-Ehrich, Veronika (1979): Wohnraumbeschreibungen. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 33, 58-83.

[Seite 63, Z. 12 ff., 27 f.:]

Die Quaestio-Theorie integriert dabei sprachpsychologische und textlinguistische Erkenntnisse zu einer psycholinguistischen Theorie der Sprachproduktion. Sie nimmt ihren Ausgang in textlinguistischen Arbeiten, die Mitteln und Strategien der Kohärenzbildung in Texten nachgehen, wie die Arbeiten zu Wegauskünften und Wohnraumbeschreibungen von Klein (1979) und Ullmer-Ehrich (1979), in denen sich schon andeutet, dass Situationsvorgaben und Konzepte der Sprecher von Situationen maßgeblich den Textaufbau steuern und ein Gerüst dafür bereitstellen. Außerdem spielt die Referenz auf Personen und Objekte eine bedeutende Rolle bei der Textstrukturierung, wie u.a. Marslen-Wilson et al. (1982) zeigten. [...]

Wie Strukturierungsvorgaben und Strukturebenen präziser zu einem Erklärungsansatz integriert werden könnten, wird mit der ersten Formulierung des Quaestio-Ansatzes in Klein

[Seite 64, Z. 1 ff.:]

und von Stutterheim (1987) angedeutet. Dort wurde die Quaestio unter Bezugnahme auf die antike Rhetorik als die Frage konzipiert, die in der zu produzierenden Rede beantwortet wird. Ausgehend von normativen Vorgaben, die Quintilian (1972/1975) zur Grundlage der Gestaltung einer Gerichtsrede macht, [...]

[Seite 63, Z. 105 ff.:]

Enger auf das Quaestio-Modell bezogen sind Klein und von Stutterheim (1987; 1992), von Stutterheim und Klein (1989) und von Stutterheim (1992; 1994). Diese Arbeiten fokussieren unterschiedliche Aspekte des Quaestio-Modells und wenden es auf einzelne Textsorten an.

[Seite 62, Z. 101 ff.:]

32 In der folgenden Darstellung wird von Stutterheim (1997) als Referenztext für die aktuell maßgebliche Ausgestaltung des Quaestio-Modells herangezogen; von ihm wird auch die Rezeption des Modells hauptsächlich bestimmt, wie z.B. die entsprechenden Kapitel in Herrmann/Grabowski (2003) belegen. Die Konzentration auf die 1997er Fassung des Modells bedeutet allerdings, dass ich eine ganze Reihe von Vorgängerarbeiten nicht

[Seite 63, Z. 101 f.:]

gesondert bzw. nur punktuell thematisiere, sofern einzelne Aspekte der Entwicklung des Quaestio-Modells dies erfordern.


Herrmann, Theo; Grabowski, Joachim (2003): Sprachproduktion. Göttingen u.a.: Hogrefe.

Klein, Wolfgang (1979): ‚Wegauskünfte.’ In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, 33, 9-57.

Klein Wolfgang; Stutterheim, Christiane von (1987): ‚Quaestio und referentielle Bewegung in Erzählungen.’ In: Linguistische Berichte, 109, 163-183.

Klein, Wolfgang; Stutterheim, Christiane von (1992): ‚Textstruktur und referentielle Bewegung.’ In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, 86, 67-92.

Marslen-Wilson, William; Levy, Elana; Tyler, Lorraine K. (1982): ‚Producing interpretable discourse: The establishment and maintenance of reference.’ In: Jarvella, Robert; Klein, Wolfgang (Hrsg.): Speech, place and action. Studies in deixis and related topics. Chichester u.a.: Wiley, 339-378.

Quintilian, M.F. (1972/1975): Ausbildung des Redners: 12 Bücher. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Stutterheim, Christiane von (1992): ‚Quaestio und Textstruktur.’ In: Krings, Hans P.; Antos, Gerd (Hrsg.): Textproduktion. Neue Wege der Forschung. Trier: Wissenschaftlicher Verlag, 159-171.

Stutterheim, Christiane von (1994): ‚Quaestio und Textaufbau.’ In: Kornadt, Hans J.; Grabowski, Joachim; Mangold-Allwin, Roland (Hrsg.): Sprache und Kognition. Perspektiven moderner Sprachpsychologie. Heidelberg: Spektrum, 251-274.

Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

Stutterheim, Christiane von; Klein, Wolfgang (1989): ‚Textstructure and referential movement.’ In: Dietrich, Rainer; Graumann, Carl F. (Hrsg.): Language Processing in social context. Amsterdam: North Holland, 39-76.

Ullmer-Ehrich, Veronika (1979): ‚Wohnraumbeschreibungen.’ In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, 33, 58-83.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Der im letzten Satz des ersten Absatzes bei Dt ausgedrückte Gedanke findet sich so nicht bei Grommes und wird bei der Zeilenzählung nicht berücksichtigt.

Es sei auf die doppelte Verneinung im letzten Satz bei Dt hingewiesen.


[93.] Dt/Fragment 075 19

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 75, Zeilen: 19-28
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 64, Zeilen: 4 ff.
Von Stutterheim (1997: 19) zufolge wirkt die Quaestio als leitende Frage in folgender Weise auf die Sprachproduktion ein:
- Festlegung eines Sachverhalts als Thema und
- die damit verbundene Selektion eines bestimmten Ausschnittes des beim Sprecher vorhandenen Wissens,
- Festlegung einer Perspektive: spezifische Verankerung und Strukturierung des vorhandenen Wissens,
- Linearisierung, d.h. sequentielle Organisation der Informationseinheiten.

Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

Ausgehend von normativen Vorgaben, die Quintilian (1972/1975) zur Grundlage der Gestaltung einer Gerichtsrede macht, sagt von Stutterheim (1997) schließlich, dass die Quaestio als leitende Frage in folgender Weise auf die Sprachproduktion einwirkt:

a) Festlegung eines Sachverhalts als Thema und damit verbunden Selektion eines bestimmten Ausschnittes des beim Sprecher vorhandenen Wissens;

b) Festlegung einer Perspektive: spezifische Verankerung und Strukturierung des vorhandenen Wissens;

c) Linearisierung, d.h. sequentielle Organisation der Informationseinheiten.

(von Stutterheim 1997, 19)


Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

Anmerkungen

Dafür, dass als eigentliche - aber ungenannt bleibende - Quelle Grommes 2005 und nicht von Stutterheim 1997 ([3]) diente, spricht die übereinstimmende Wortgruppe "die Quaestio als leitende Frage in folgender Weise auf die Sprachproduktion" im einleitenden Satz.

Das Fragment befindet sich zudem in einem Abschnitt (S. 74-80) der Arbeit, in dem es weitere Übernahmen aus dieser Quelle gibt.


[94.] Dt/Fragment 076 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 76, Zeilen: 2-15
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 64, 66, 67, 68, Zeilen: 64: 12-13; 66: Abbildung 1, Z. 9; 67:1, 17-19, 26-30; 68:1-2, 12-14
Um die Quaestio zu beantworten, muss der komplexe Sachverhalt in Teilen zerlegt, d.h. segmentiert werden. Das kann unter Bezug auf räumliche Gegebenheiten oder auf Handlungsschritte geschehen. Die Linearisierung ist die Festlegung einer Reihenfolge, in der die Segmente versprachlicht werden sollen. Diese Aufeinanderfolge kann raumorientiert in der Reihenfolge ihrer Wahrnehmung (im Uhrzeigersinn) erfolgen oder chronologisch, wenn nach der Handlungslogik ein bestimmter Schritt vor einem anderen versprachlicht werden soll. Dies ist die Phase der Makroplanung, hier werden die vor allem globalen Bedingungen für die Textplanung fixiert. Es geht darum, einen komplexen Sachverhalt für die Zwecke einer bestimmten kommunikativen Aufgabe auf das Wesentliche einzugrenzen.

Diese Darlegung präsentiert zum Teil vorsprachliche Prozesse („pre-verbal message“ bei Levelt 1989), die zum eigentlichen Sprachproduktionsprozess (vgl. Herrmann 1985, Dietrich 2002) hinführen.

Dt 76 1

Abb. 2.26: Der Sprachproduktionsprozess nach Dietrich (2002: 124)


Dietrich, Rainer (2002): Psycholinguistik. Stuttgart u.a.: Metzler.

Herrmann, Theo (1985): Allgemeine Sprachpsychologie. Grundlagen und Probleme. München: Urban & Schwarzenberg.

Levelt, Willem J.M. (1989): Speaking: From Intention to Articulation. Cambridge, London: A Bradford Book: MIT Press.

[Seite 64:]

Dabei ist im Auge zu behalten, dass diese Schritte zum Teil vorsprachliche Prozesse repräsentieren, die zum eigentlichen Sprachproduktionsprozess hinführen.

[Seite 66:]

Grommes 76 1

Abbildung 1: Der Sprachproduktionsprozess (vereinfachte Darstellung nach Dietrich 2002, 124).

Dies ist die Phase der Makroplanung. Hier werden die eher

[Seite 67:]

globalen Bedingungen für die weitere Redeplanung festgelegt.37

Um diese Quaestio zu bearbeiten, muss der komplexe Sachverhalt in Einzelsachverhalte zerlegt, d.h. segmentiert werden, was unter Bezug auf räumliche Gegebenheiten oder auf Handlungsschritte geschehen kann. [...] Die Linearisierung, also die Festlegung einer Reihenfolge, in der die Segmente sprachlich kodiert werden, kann einerseits raumorientiert erfolgen. Wird beispielsweise eine Segmentierung nach Raumeinheiten gewählt, so kann die Anordnung der Information zu den einzelnen Einheiten in einer Äußerungsfolge der Reihenfolge ihrer Wahrnehmung im Uhrzeigersinn entsprechen. Eine chronologische

[Seite 68:]

Linearisierungsstrategie kann gewählt werden, wenn die Handlungslogik nahe legt, dass ein bestimmter Schritt vor einem anderen zu erfolgen hat. [...]

[...] In der Makroplanung geht es vielmehr darum, einen komplexen Sachverhalt für die Zwecke einer bestimmten kommunikativen Aufgabe einzugrenzen.


Dietrich, Rainer (2002): Psycholinguistik. Stuttgart u.a.: Metzler.

Herrmann, Theo (1985): Allgemeine Sprachpsychologie. Grundlagen und Probleme. München: Urban & Schwarzenberg.

Levelt, Willem J.M. (1989): Speaking. From intention to articulation. Cambridge, MA: MIT Press.

Anmerkungen

Textpatchwork - ohne Hinweis auf eine Übernahme. Die Abbildung ist identisch.


[95.] Dt/Fragment 077 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 1-8
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 64, Zeilen: 13 ff.
Bei der vorsprachlichen Verarbeitung wird auf Wissensbestände wie Weltwissen, Situationswissen, Annahmen über die bei den Interaktionspartnern vorhandenen Wissensbestände und das Wissen über den aktuellen Diskussionsstand zurückgegriffen, die schließlich Auslöser der Sprechplanung sind. Der zu bearbeitende Sachverhalt, der die Grundlage für den Redegegenstand darstellt, kann „ein Ereignis realer wie fiktiver Natur, ein in Rede stehendes Objekt, eine räumliche Anordnung von Objekten oder Ähnliches“ sein (Grommes 2005: 73).

Grommes, Patrick (2005): Prinzipien kohärenter Kommunikation. http://edoc.huberlin.de/dissertationen/grommes-patrick-2005-06-08/PDF/grommes.pdf

Auslöser der Kommunikations- und schließlich der Sprechplanung sind außersprachliche Phänomene, zu deren sprachlicher Verarbeitung auf Wissensbestände wie Weltwissen, Situationswissen, Annahmen über die bei den Interaktionspartnern vorhandenen Wissensbestände und das Wissen über den aktuellen Diskussionsstand zurückgegriffen wird. Der auf dieser Grundlage als Redegegenstand zu bearbeitende Sachverhalt kann ein Ereignis realer wie fiktiver Natur, ein in Rede stehendes Objekt, eine räumliche Anordnung von Objekten oder Ähnliches sein.
Anmerkungen

Die Quelle wird zwar für ein wörtliches Zitat (18 Wörter) genannt - dass aus dieser aber bereits zuvor ebenfalls nichttrivialer Inhalt (eine Sequenz von 21 Wörtern) übernommen wurde, bleibt ungekennzeichnet.


[96.] Dt/Fragment 077 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 8 ff. (bis Seitenende)
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 163, 164, 165, Zeilen: 163: 26 ff., letzte Zeile; 164: 1 f., 12 f., 22 ff.; 165: 26 ff.
Diese von der Quaestio eingeführten inhaltlichen Vorgaben „beziehen sich auf die referentielle Besetzung von Komponenten in den einzelnen Äußerungen und sie betreffen spezifische Ausschnitte von Wissensstrukturen, die für den Aufbau des Textes maßgebliche Kriterien liefern“ (von Stutterheim 1992: 163).

Gemäß dem Quaestio-Ansatz führt die Textfrage auch strukturelle Vorgaben ein, die Texteigenschaften sowohl auf makro- als auch auf mikrostruktureller Ebene betreffen. Es werden zwei Ebenen der Textstruktur festgelegt, da die einzelnen Äußerungen in unterschiedlicher Weise zu der Gesamtinformation im Text beitragen: Äußerungen, die als Antwort auf die Frage dienen, bilden die Hauptstruktur, die Begleitinformationen formieren die Nebenstruktur. Die Hauptstrukturäußerungen sind nach drei strukturellen Kriterien zu bestimmen:

Zum einen wird festgelegt, welcher Typ von Informationen in bestimmten Teilen der Äußerungen vorkommt. Das entspricht im Prinzip der „Auswahl der Information“ in Sprachproduktions- und Schreibmodellen. Diese Vorgaben betreffen die referentielle Besetzung innerhalb der einzelnen Äußerungen.

Zweitens folgen Hauptstrukturäußerungen von der Quaestio vorgegebener Muster der Kohärenz. Es werden zwei Typen unterschieden: eine statische und eine dynamische Kohärenzbildung. Bei der statischen werden je nach Texttyp Informationen von Äußerung zu Äußerung erhalten, die die Zeit-, Modalität-, Raumparameter u.a. betreffen. Der dynamische Typ der Kohärenzbildung deckt sich mit dem „Linearisierungsprinzip“ in der psycholinguistischen Forschung (vgl. Levelt 1981, 1982). Nach Levelt (1981) ist das das Prinzip, nach dem aus einer komplexen Wissensstruktur Teile aufgerufen werden und in eine lineare Folge von Äußerungen umgesetzt werden, weil der lineare Charakter der Sprache den sequentiellen Zugriff auf das zu verbalisierende Wissen erfordert.

Als drittes Kriterium, nach dem die Hauptstrukturäußerungen zu bestimmen sind, gilt die von der Quaestio vorgegebene Topik-Fokus-Struktur der Äußerungen, was in einer Reihe von Arbeiten zu diesem Thema beschrieben wird (vgl. Klein/v. Stechow 1982) und mit der Thema-Rhema-Gliederung (vgl. Flämig 1964, Beneš 1967, 1973) übereinstimmt. Die Topikelemente sind [spezifizierend und bilden den Rahmen des Textes, die Fokuselemente sind zu spezifizieren, d.h. sie führen die neue Information ein.]


Beneš, Eduard (1967): Die funktionale Satzperspektive (Thema-Rhema-Gliederung) im Deutschen. In: Deutsch als Fremdsprache 4: 23-28.

Beneš, Eduard (1973): Thema-Rhema-Gliederung und Textlinguistik. In: Sitta, Horst; Brinker, Klaus (Hrsg.): Studien zur Texztheorie und zur deutschen Grammatik. Düsseldorf: Schwann, 42-62.

Flämig, Walter (1964): Untersuchungen zum Finalsatz im Deutschen. Berlin: Akademie Verlag.

Klein, Wolfgang; Stechow, Arnim von (1982): Intonation und Bedeutung. Konstanz: Universität Konstanz SFB 99

Levelt, Willem J.M. (1981): The Speakers Linearization Problem. In: Broadbent, David A.; Lyons, John; Longuet-Higgins, Christopher H. (Hrsg.): Psychological Mechanisms of Language (Philosophical Transactions of the Royal Society London, B 295), 305-315.

Levelt, Willem J.M. (1982): Cognitive styles in the use of spatial direction terms. In: Jarvella, Robert J.; Klein, Wolfgang (Eds.): Speech, place and action: studies in deixis and related topics. Chichester: John Wiley, 251-266.

Levelt, Willem J.M. (1982): Linearization in Describing Spatial Networks. In: Peters, Stanley; Saarinen, Esa (Hrsg.): Processes, Beliefs, and Questions. Essays on Formal Semantics of Natural Language and Natural Language Processing. Dordrecht: Reidel, 199-220.

Stutterheim, Christiane von (1992): Quaestio und Textstruktur. In: Krings, Hans P.; Antos, Gerd (Hrsg.): Textproduktion. Neue Wege der Forschung. Trier: Wissenschaftlicher Verlag, 159-171.

[Seite 163:]

Fassen wir kurz zusammen:

Mit der Quaestio werden spezifische inhaltliche Vorgaben eingeführt. Sie beziehen sich auf die referentielle Besetzung von Komponenten in den einzelnen Äußerungen (Referenzrahmen) und sie betreffen spezifische Ausschnitte von Wissensstrukturen, die für den Aufbau des Textes maßgebliche Kriterien liefern (vgl. hierzu Kohlmann, in diesem Band).

Die strukturellen Vorgaben, die mit einer Textfrage gesetzt werden, beziehen sich auf eine Reihe von Texteigenschaften sowohl auf makro- als auch auf mikrostruktureller Ebene. Betrachtet man Texte, so ist offensichtlich, daß die einzelnen Äußerungseinheiten in einem Text \ in unterschiedlicher Weise zu der vermittelten Gesamtinformation beitragen können.

[...]

[...] Die Textfrage legt - so unsere Schlußfolgerung - zwei Ebenen für die Gesamt-

[Seite 164:]

Struktur des Textes fest: die Hauptstruktur, die Äußerungen enthält, die als Antwort auf die Frage dienen, und die Nebenstrukturen, die verschiedene Arten von "Begleitinformation" enthalten.

[...]

(1) Es wird zum einen festgelegt, welcher Typ von Information in bestimmten Teilen der Äußerungsinformationen gegeben werden muß. [...]

Dies sind Vorgaben, die die referentielle Besetzung innerhalb der einzelnen Äußerungen betreffen. Sie legen für den gesamten Text Kriterien für die Unterscheidung in Haupt- und Nebenstruktur fest.

(2) Hauptstrukturäußerungen folgen vorgegebenen Mustern der Kohärenz, wobei wir zwei Typen der Kohärenzbildung unterscheiden:

- die dynamische,

- die statische.

Die letztere betrifft den Erhalt bestimmter Informationen von Äußerung zu Äußerung. [...]

Bei der Erzählung bleibt lediglich die Modalität und möglicherweise ein Raum-/Zeitrahmen erhalten; die Person kann erhalten bleiben.

Der dynamische Aspekt der Kohärenzbildung deckt sich mit dem, was in der psychologischen Forschung als "Linearisierungsprinzip" beschrieben wird. Der lineare Charakter der Sprache erfordert den sequentiell organisierten Zugriff auf das zu verbalisierende Wissen. Nach Levelt (1981) ist das Linearisierungsprinzip das Prinzip, nach dem aus einer komplexen Wissensstruktur Teile aufgerufen werden, um in eine lineare Folge von Äußerungen umgesetzt werden zu können.

[Seite 165:]

(3) Eine weitere Vorgabe, die mit der Textfrage aufgerufen und auch Kriterium für die Haupt-struktur-/Nebenstruktur-Unterscheidung ist, betrifft die Topik-Fokus-Struktur der Äußerungen. Wie bereits angesprochen, folgen wir hierbei den Überlegungen, die in einer Reihe von Arbeiten zu Topik-Fokus-Strukturen von Frage-Antwort-Sequenzen angestellt wurden (Klein/v.Stechow 1982). Danach werden die Bedeutungsbestandteile der Antwort durch die Struktur der Frage in Topik-/Fokus-Elemente gegliedert. Diejenigen Teile, die in der Frage den "Rahmen" für die zu spezifizierende Information abgeben, bilden die Topikelemente, diejenigen, die zu spezifizieren sind, die Fokuselemente der Antwort.


Klein, W./v.Stechow, A. (1982): Intonation und Bedeutung von Fokus. Konstanz: Arbeitspapiere des SFB 99 (Nr.7).

Kohlmann, U. (1992) [...]

Levelt, W.J.H. (1981): The speaker’s linearization problem. In: Phil.Trans.Royal Society London. Series B 295, p.305-315.

Anmerkungen

Die Quelle ist oben für ein kurzes wörtliches Zitat genannt, dass auch danach der Inhalt inkl. mehrerer Referenzen weiter daraus übernommen wird, bleibt Rezipienten verborgen.

Der Verweis auf Levelt 1982 ist zudem uneindeutig, denn dafür finden sich im Literaturverzeichnis der Verfasserin zwei Einträge.


[97.] Dt/Fragment 078 14

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 14-38
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 64, 65, Zeilen: 64: 24-29; 65: 1-16
In der aktuell maßgeblichen Ausgestaltung des Quaestio-Modells von von Stutterheim (1997) werden die den Sachverhalt konstituierenden Kategorien in Konzeptdomänen (vgl. Levelt 1989: 74) umbenannt, in denen Konzepte als mentale Repräsentationen möglicher Sachverhaltselemente gespeichert sind. Auf diese Konzepte und nicht unmittelbar auf die Gegenstände in der Welt wird mit sprachlichen Ausdrücken referiert (von Stutterheim 1997: 58). Im Quaestio-Modell werden die folgenden Konzeptdomänen angenommen“ (von Stutterheim 1997: 56ff.):

rp/o - die Domäne der Personen und Objekte als prädizierte Elemente: die sprachlichen Ausdrücke tragen oft die thematische Rolle des Agens bzw. werden als grammatisches Subjekt realisiert,

ra/e - die Prädikatsdomäne umfasst Handlungen (actions), Ereignisse (events), Prozesse, Zustände oder Eigenschaftszuweisungen. Der sprachliche Ausdruck der Referenz auf Konzepte dieser Domäne erfolgt mittels des Verbs bzw. in der Verbalphrase. Als eine Subkategorie dieser Domäne werden Personen und Objekte in der Patiens-Rolle bzw. als grammatische Objekte angenommen (ro/p).

Diese beiden Domänen bilden den Kern der Bedeutungsstruktur, der dann verankert wird durch:

rl - die Raumdomäne: hier werden Konzepte repräsentiert, die „Raumpunkte“, aber auch größere Regionen oder Strecken im Raum umfassen können. Der sprachliche Ausdruck kann durch Adverbien oder Präpositionalphrasen, aber auch durch Ortsnamen erfolgen.

rt - die Zeitdomäne: in dieser Domäne werden Zeitkonzepte repräsentiert, die Zeitpunkte wie Zeitspannen umfassen können.


Levelt, Willem J.M. (1989): Speaking: From Intention to Articulation. Cambridge, London: A Bradford Book: MIT Press.

Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

[Seite 64:]

Im Wahrnehmungsprozess werden die den Sachverhalt konstituierenden Elemente Kategorien wie Person, Objekt oder Prozess zugeordnet. Aus psycholinguistischer Sicht kann man mit Levelt (1989, 74) von diesen Kategorien als Konzeptdomänen sprechen33, in denen Konzepte als mentale Repräsentationen möglicher Sachverhaltselemente gespeichert sind. Auf diese Konzepte und nicht unmittelbar auf die Gegenstände in der Welt wird mit sprachlichen

[Seite 65:]

Ausdrücken referiert (von Stutterheim 1997, 58).34 Im Quaestio-Modell werden die folgenden Konzeptdomänen angenommen (von Stutterheim 1997, 56ff.)35:

1. die Domäne der Personen und Objekte als prädizierte Elemente (rp/o): Die sprachlichen Ausdrücke, die auf Konzepte dieser Domäne referieren, tragen oft die thematische Rolle des Agens bzw. werden als grammatisches Subjekt realisiert.

2. die Prädikatsdomäne (ra/e): Diese Domäne umfasst Handlungen (actions), Ereignisse (events), Prozesse, Zustände, die den Personen der erstgenannten Domäne zugeordnet werden. Der sprachliche Ausdruck der Referenz auf Konzepte dieser Domäne erfolgt mittels des Verbs bzw. in der Verbalphrase. Als eine Subkategorie dieser Domäne werden Personen und Objekte in der Patiens-Rolle bzw. als grammatische Objekte angenommen (ro/p).

3. die Raumdomäne (rl): Hier werden Konzepte repräsentiert, die „Raumpunkte“, aber auch größere Regionen oder Strecken im Raum umfassen können. Der sprachliche Ausdruck kann durch Adverbien oder Präpositionalphrasen, aber auch durch Ortsnamen erfolgen.

4. die Zeitdomäne (rt): In dieser Domäne werden Zeitkonzepte repräsentiert, die Zeitpunkte wie Zeitspannen umfassen können.


Levelt, Willem J.M. (1989): Speaking. From intention to articulation. Cambridge, MA: MIT Press.

Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

Anmerkungen

Identische Übernahme von Text und Referenzen ohne jeden Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[98.] Dt/Fragment 079 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 1-11, 101-102
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 65, Zeilen: 15 ff.
[rt - die Zeitdomäne: in dieser Domäne werden Zeitkonzepte repräsentiert, die Zeitpunkte wie Zeitspannen umfassen können. Der sprachliche Ausdruck] der Referenz auf diese Konzepte kann durch konkrete Zeitangaben, Temporaladverbien, aber auch durch die Tempusmarkierung des Verbs erfolgen.

Dann folgt die Zuordnung der aufgezählten Domänen zu einer Welt durch

rm - die Modalitätsdomäne: diese Domäne betrifft den Geltungsrahmen der zu versprachlichenden Proposition. Dieser kann als faktisch gesetzt sein und wird dann in der Regel nicht explizit sprachlich realisiert. Modifizierungen des Geltungsrahmens werden durch den Verbmodus, durch Modalverben, aber auch Modaladverbien vorgenommen.12

Die Quaestio hat auf alle Domänen Einfluss, von ihr hängt es auch ab, auf welche Elemente dieser Domänen bei der Sprachproduktion zugegriffen wird.


12 Ergiebige Untersuchungen zur Modalität als Konzeptdomäne im Rahmen des Quaestio-Modells finden sich in Dietrich (1992) und Ahrenholz (1998).


Ahrenholz, Bernt (1998): Modalität und Diskurs. Instruktionen auf deutsch und italienisch. Tübingen: Stauffenburg Verlag.

Dietrich, Rainer (1992): Modalität im Deutschen. Zur Theorie der relativen Modalität. Opladen: Westdeutscher Verlag.

4. die Zeitdomäne (rt): In dieser Domäne werden Zeitkonzepte repräsentiert, die Zeitpunkte wie Zeitspannen umfassen können. Der sprachliche Ausdruck der Referenz auf diese Konzepte kann durch konkrete Zeitangaben, Temporaladverbien, aber auch durch die Tempusmarkierung des Verbs erfolgen.

5. die Modalitätsdomäne (rm): Diese Domäne betrifft den Geltungsrahmen der zu versprachlichenden Proposition. Dieser kann als faktisch gesetzt sein und wird dann in der Regel nicht explizit sprachlich realisiert. Modifizierungen des Geltungsrahmens werden durch den Verbmodus, durch Modalverben, aber auch Modaladverbien vorgenommen. Ergiebige Untersuchungen zur Modalität als Konzeptdomäne im Rahmen des Quaestio- Modells finden sich in Dietrich (1992) und Ahrenholz (1998).

Auf welche Elemente dieser Domänen bei der Sprachproduktion zugegriffen wird, hängt von der Quaestio ab, der an der Sachverhaltswahrnehmung ausgerichteten kommunikativen Aufgabe.36 Die Quaestio hat auf alle Domänen Einfluss.


36 [...]


Ahrenholz, Bernt (1998): Modalität und Diskurs. Instruktionen auf deutsch und italienisch. Tübingen: Stauffenburg Verlag.

Dietrich, Rainer (1992): Modalität im Deutschen. Zur Theorie der relativen Modalität. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Anmerkungen

Kein Verweis auf die Quelle.


[99.] Dt/Fragment 080 02

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 80, Zeilen: 2 ff. (bis Seitenende), 101-109
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 71, 72, Zeilen: 71: 1 ff., 101-106; 72: 1 ff.
Wird das weiter oben Gesagte zusammengefasst, dann heißt es, dass einem Prädikat davon betroffene Personen und Objekte zugeordnet werden und die dabei entstandene Struktur in Zeit und Raum verankert und mit Modus versehen wird. Aufgrund der Topik-Fokus-Vorgaben von der Quaestio wird entschieden, welche der freien Stellen in dieser Struktur explizit besetzt werden und damit einen sprachlichen Ausdruck finden und welche implizit bleiben. Topik-Information wird oft weggelassen. Diese referentielle Besetzung gilt für eine Äußerungseinheit.

Die Beziehung der jeweiligen referentiellen Besetzungen von Äußerung zu Äußerung wird referentielle Bewegung genannt. Diese Besetzungen können gleich bleiben oder verändert werden. Der Erhalt der Information in einer Äußerungsfolge trägt zur statischen Kohärenz im Text oder Textteilen, die Veränderung dagegen zu dynamischer Kohärenz bei. Damit wird die Grundlage gegeben, die Entfaltung der Information im Text zu erfassen. In von Stutterheim (1997: 63ff) werden die folgenden Beschreibungskategorien für die referentiellen Bewegungen vorgestellt13:

- neu: Neueinführung eines Referenten ohne Verbindung zu bereits erwähnten Referenten,
- erh: Erhalt der Referenz aus der vorhergehenden Äußerung (beispielsweise durch dieselbe Nominalphase oder eine Pro-Form),
- wa: Wiederaufnahme für bereits eingeführte Angaben, die weiter als eine Äußerung zurückliegen, d.h. die nicht in der unmittelbar vorhergehenden Äußerung auftreten und wiederaufgenommen werden,
- ver: Verschiebung der Referenz durch Einführung einer Referenz, die eine Verbindung zu einer bestehenden Referenz aufweist, also referentiell gebundene Information, die für die Beschreibung der referentiellen Bewegung in den Bereichen Zeit und Raum notwendig ist,
- egr: Eingrenzung einer Referenz durch Auswahl eines Elements aus einer Menge bereits eingeführter Referenten,
[- erw: Erweiterung der Referenz durch Hinzunahme eines Elements aus der Menge der bereits eingeführten Referenten,
- bün: Bündelung erhaltener oder wieder aufgenommener Referenzen in einer Äußerung.]

13 Diese Beschreibungskategorien finden sich in ähnlicher Form auch in Klein/von Stutterheim (1987, 1992). Die vorliegende Fassung ist aber ausführlicher als die beiden älteren. In den früheren Arbeiten von Klein und von Stutterheim werden zudem noch weitere Kategorien der referentiellen Besetzung und Bewegung erwähnt, die später wegfallen. Im aktuellen Modell wird auf die Kategorie des Wechsels verzichtet, die es in den früheren Fassungen noch gibt. Diese Kategorie bezeichnete diskontinuierliche Beziehungen, die eher Nebenstrukturen kennzeichnen. Ebenfalls nicht mehr enthalten ist die Kategorie der assoziativen Anbindung. Diese scheint durch die Kategorien erw und egr abgelöst worden zu sein.


Klein, Wolfgang; Stutterheim, Christiane von (1987): Quaestio und referentielle Bewegung in Erzählungen. In: Linguistische Berichte 109, 163-183.

Klein, Wolfgang; Stutterheim, Christiane von (1992): Textstruktur und referentielle Bewegung. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 86, 67-92.

Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

Diese Darstellung bedeutet in Rekapitulation des weiter oben Gesagten, dass einem in sich komplexen Prädikat davon betroffene Personen und Objekte zugeordnet werden und dass diese Struktur in Zeit und Raum eingeordnet und mit einem Geltungsstatus versehen wird. Im Zuge der RF wird festgelegt, welche der freien Stellen in dieser Struktur explizit besetzt werden müssen und welche implizit besetzt werden und damit keinen sprachlichen Ausdruck finden. Die Entscheidung über eine explizite oder implizite Besetzung von Konzeptdomänen fällt aufgrund der Topik-Fokus-Vorgaben und aufgrund von Annahmen über das Hörerwissen sowie weiteren Kontextfaktoren. So kann Topik-Information oft weggelassen werden und auch dem Hörer visuell zugängliche Information kann implizit bleiben. Diese RF gilt jeweils für eine Äußerungseinheit. [...]

[...] Die Kohärenz eines Textes kommt unter diesen Bedingungen dadurch zustande, dass durch die Quaestio-Vorgaben Beziehungen über die Grenzen der Äußerungseinheiten hinweg entstehen. Diese Beziehungen manifestieren sich in der referentiellen Bewegung.

Die referentielle Bewegung erfasst, in welcher Weise die referentielle Besetzung einer Äußerungseinheit mit der einer folgenden interagiert. Diese Besetzungen können nämlich gleich bleiben oder in regelhafter Art und Weise verändert werden. Im ersten Fall trägt die referentielle Bewegung zur statischen Kohärenz einer Äußerungsfolge bei. Veränderungen in der referentiellen Besetzung führen dagegen zu dynamischer Kohärenz – sofern sie nicht willkürlich erfolgen. In von Stutterheim (1997) wird die folgende Typologie von referentiellen Bewegungen vorgestellt und zur Grundlage der Analyse gemacht.40


40 Diese Typologie findet sich in ähnlicher Form auch in Klein und von Stutterheim (1987; 1992). Die vorliegende Fassung ist aber elaborierter als die beiden älteren. Im aktuellen Modell wird allerdings auf die Kategorie des Wechsels verzichtet, die es in den früheren Fassungen noch gibt. Diese Kategorie bezeichnete diskontinuierliche Beziehungen, die m.E. gerade nicht im engeren Sinne kohärent sind, sondern eher Nebenstrukturen kennzeichnen. In der aktuellen Fassung ebenfalls nicht mehr enthalten ist die Kategorie der assoziativen Anbindung. Diese scheint durch die Kategorien erw und egr abgelöst worden zu sein. [...]

[Seite 72:]

neu: Neueinführung eines Referenten ohne Verbindung zu bereits erwähnten Referenten;
erh: Referenzerhalt über zwei oder mehr Äußerungen beispielsweise durch dieselbe NP oder eine Pro-Form;
wa: Wiederaufnahme einer Referenz, die nicht in der unmittelbar vorhergehenden Äußerung auftrat;
ver: Verschiebung der Referenz durch Einführung einer Referenz, die eine Verbindung zu einer bestehenden Referenz aufweist;
egr: Eingrenzung einer Referenz durch Auswahl eines Elements aus einer Menge bereits eingeführter Referenten;
erw: Erweiterung der Referenz durch Hinzunahme eines Elements aus der Menge der bereits eingeführten Referenten;
bün: Bündelung erhaltener oder wieder aufgenommener Referenzen in einer Äußerung

(nach von Stutterheim 1997, 63f).


Klein Wolfgang; Stutterheim, Christiane von (1987): ‚Quaestio und referentielle Bewegung in Erzählungen.’ In: Linguistische Berichte, 109, 163-183.

Klein, Wolfgang; Stutterheim, Christiane von (1992): ‚Textstruktur und referentielle Bewegung.’ In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, 86, 67-92.

Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, der die Rezeption von Stutterheims (trotz einiger Umformulierungen und Textumstellungen erkennbar) entnommen ist.


[100.] Dt/Fragment 081 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 81, Zeilen: 1-4
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 72, Zeilen: 10 ff.
- erw: Erweiterung der Referenz durch Hinzunahme eines Elements aus der Menge der bereits eingeführten Referenten,
- bün: Bündelung erhaltener oder wieder aufgenommener Referenzen in einer Äußerung.
erw: Erweiterung der Referenz durch Hinzunahme eines Elements aus der Menge der bereits eingeführten Referenten;
bün: Bündelung erhaltener oder wieder aufgenommener Referenzen in einer Äußerung

(nach von Stutterheim 1997, 63f).


Stutterheim, Christiane von (1997): Einige Prinzipien des Textaufbaus: empirische Untersuchungen zur Produktion mündlicher Texte. Tübingen: Niemeyer.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 080 02.


[101.] Dt/Fragment 083 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 83, Zeilen: 1-7
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 164, Zeilen: 18 ff., letzter Satz
Es liegt an der Frage bei Erzählungen - „Was ist passiert, als ... und dann und dann?“, die festlegt, dass in den Hauptstrukturäußerungen Ereignisse spezifiziert werden, die in einer zeitlichen Abfolgerelation stehen und dass es sich um hypothetische Ereignisse handelt, die mindestens eine Hauptfigur und darüber hinaus weitere Personen als Handelnde enthalten. Das ist das Kriterium, nach dem die Teile der Informationsstruktur aufgerufen werden. Im Unterschied dazu wird in einer Frage wie zu Bsp. 2 "Was ist passiert, als Du Deinen Kaufladen bekommen hast?" festgelegt, daß in den Hauptstrukturäußerungen Ereignisse spezifiziert werden, die in einer zeitlichen Abfolgerelation zueinander stehen, daß es sich um faktische Ereignisse handelt, die mindestens einen - den Sprecher - als Protagonisten und darüber hinaus möglicherweise weitere Personen als Handelnde enthalten.

[...]

Das Kriterium, nach dem die Teile einer Informationsstruktur nacheinander aufgerufen werden, lautet: "was geschah dann und dann und dann ...?"

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[102.] Dt/Fragment 084 15

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 84, Zeilen: 15-29
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 168, Zeilen: 23 ff.
2.2.3.1.4 Sprachliche Form

Die Grundannahme funktionaler Sprachtheorien besteht darin, dass sprachliche Formen durch kommunikative Funktionen motiviert sind. Mit dem Begriff „kommunikative Funktion“ werden dabei unterschiedliche Aspekte sprachlicher Kommunikation bezeichnet (vgl. die drei Funktionen der Sprache bei Bühler 1934). Für unsere Überlegungen ist die „Darstellungsfunktion“ der Sprache von Bedeutung. Bezieht man das Konzept „Darstellungsfunktion“ auf die Textproduktion, so kommt man zu der Annahme, dass der Sprecher sprachliche Ausdrucksmittel gemäß des von ihm geplanten konzeptuellen Gehaltes auswählt. Diese Aussage ist trivial für die Bereiche, in denen eine Sprache nur jeweils ein Ausdrucksmittel für ein entsprechendes Konzept bereithält. In vielen Bereichen stehen dem Sprecher jedoch Ausdrucksalternativen zur Verfügung. Bei gleichbleibendem propositionalen Gehalt bieten Sprachen Varianten des Ausdrucks. Dies gilt im Deutschen z.B. für Wortstellungsmuster, Genus verbi, Satzkoordination, NP-Formen.


Bühler, Karl (1934;1978): Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache. Berlin: Ullstein.

4. Sprachliche Form

Die Grundannahme funktionaler Sprachtheorien besteht darin, daß sprachliche Formen durch kommunikative Funktionen motiviert sind. Mit dem Begriff "kommunikative Funktion" werden dabei unterschiedliche Aspekte sprachlicher Kommunikation bezeichnet (vgl. die drei Funktionen der Sprache bei Bühler 1934). Für unsere Überlegungen von Bedeutung ist die "Darstellungsfunktion" der Sprache. Bezieht man das Konzept "Darstellungsfunktion" auf die Textproduktion, so kommt man zu der Annahme, daß der Sprecher sprachliche Ausdrucksmittel gemäß des von ihm geplanten konzeptuellen Gehaltes auswählt. Diese Aussage ist trivial für die Bereiche, in denen eine Sprache nur jeweils ein Ausdrucksmittel für ein entsprechendes Konzept bereithält. In weiten Bereichen stehen dem Sprecher jedoch Ausdrucksalternativen zur Verfügung. Bei gleichbleibendem propositionalem Gehalt bieten Sprachen Varianten des Ausdrucks. (Man kann sich allerdings fragen, ob es nicht immer Ausdrucksalternativen bei gleichem propositionalem Gehalt gibt.) Dies gilt im Deutschen z.B. für Wortstellungsmuster, Genus verbi, Satzkoordination, NP-Formen.


Bühler, K. (1934/1978): Sprachtheorie. Stuttgart.

Anmerkungen

Ein Hinweis auf die Quelle findet sich im letzten Absatz, Zeile 37: "Von Stutterheim (1992: 163) [...]".

Die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.


[103.] Dt/Fragment 085 15

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 85, Zeilen: 15 ff. (bis Seitenende)
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 168, 169, Zeilen: 168: vorletzter u. letzter Absatz; 169: 1, 5 ff.
Die Frage, die die Textproduktionsforschung beantworten muss, ist, nach welchen Prinzipien der Sprecher bei der Wahl seiner Ausdrucksmittel vorgeht. Dass hier neben den textstrukturellen Bedingungen auch syntaktische und lexikalische Vorgaben des Sprachsystems steuernd wirken, wird wohl von niemandem ernstlich bestritten. Allerdings verändert sich das relative Gewicht der vielfältigen Faktoren, wenn man den einzelnen Satz bzw. Lokalisierungsausdruck nicht als fertiges Produkt, sondern den Entscheidungsprozess hin zu der jeweiligen syntaktischen und semantischen Struktur betrachtet. Die Kontextfaktoren, die für die Wahl der jeweiligen Ausdrucksmittel bestimmend sind, sind von unterschiedlicher Art. Hierzu gehören Eigenschaften der jeweils zugrundeliegenden kognitiven Struktur, des makro- und mikrostrukturellen Textverlaufes, sowie Situationsbedingungen der Textproduktion. Die große Schwierigkeit, die sich ergibt, wenn man spezifische sprachliche Repräsentationsformen in Texten erklären möchte, liegt darin, diese Faktoren integriert zu betrachten. Die Vernetzung aller genannten Einflussgrößen im Sprachproduktionsprozess verlangt neben der Bestimmung der einzelnen beteiligten Faktoren auch die Bestimmung des relativen Gewichtes der beteiligten Faktoren im Falle von Konkurrenzen um alternative Ausdrucksformen.

In dem in den vorangehenden Abschnitten dargestellten Analyserahmen und unter Berücksichtigung der Konzeptualisierung im rp/o- und ro/p-Bereich sehe ich eine Möglichkeit, die verschiedenen Kriterien, die für die Wahl der Ausdrucksmittel vom Sprachproduzenten beim Lokalisieren herangezogen werden, in ihrer Wirksamkeit zu erfassen. Aus der Annahme, dass in der Quaestio mit ihren inhaltlichen und strukturellen Vorgaben die „Schaltstelle“ für den Textproduktionsprozess zu sehen ist, folgt, dass diese Vorgaben und die daraus folgende Konzeptualisierung auch Kriterien für die Wahl der [sprachlichen Ausdrucksformen liefern.]

[Seite 168:]

Die Frage, die die Textproduktionsforschung beantworten muß (vgl. Levelt 1989), ist, nach welchen Prinzipien der Sprecher bei der Wahl seiner Ausdrucksmittel vorgeht. Daß hier neben den syntaktischen und lexikalischen Vorgaben des Sprachsystems textstrukturelle Bedingungen steuernd wirken, wird wohl von niemandem ernstlich bestritten.

Allerdings verändert sich das relative Gewicht syntaktischer und pragmatischer Faktoren, wenn man nicht den einzelnen Satz als fertiges Produkt, sondern den Entscheidungsprozeß hin zu der

[Seite 169:]

jeweiligen syntaktischen Struktur betrachtet. [...]

Die Kontextfaktoren, die für die Wahl der jeweiligen Ausdrucksmittel bestimmend sind, sind von unterschiedlicher Art. Wie in Arbeiten zur Wortstellung (vgl. Carroll 1990c), Anaphorik (Garnham 1989; Sanford 1985), Subordination (Tomlin 1985) gezeigt wurde, gehören hierzu Eigenschaften der jeweils zugrundeliegenden kognitiven Struktur, des makro- und mikrostrukturellen Textverlaufes, sowie Situationsbedingungen der Textproduktion. Die große Schwierigkeit, die sich ergibt, wenn man spezifische sprachliche Repräsentationsformen in Texten erklären möchte, liegt darin, diese Faktoren integriert zu betrachten. Die Vernetzung aller genannten Einflußgrößen im Sprachproduktionsprozeß verlangt neben der Bestimmung der einzelnen beteiligten Faktoren auch die Bestimmung des relativen Gewichtes der beteiligten Faktoren im Falle von Konkurrenzen um alternative Ausdrucksformen.

In dem in den vorangehenden Abschnitten dargestellten Analyserahmen sehen wir eine Möglichkeit, die verschiedenen Kriterien, die für die Wahl der Ausdrucksmittel vom Sprecher herangezogen werden, in ihrer Wirksamkeit zu erfassen. Aus unserer Annahme, daß in der Quaestio mit ihren inhaltlichen und strukturellen Vorgaben die "Schaltstelle" für den Textproduktionsprozeß zu sehen ist, folgt, daß diese Vorgaben auch Kriterien für die Wahl der sprachlichen Ausdrucksformen liefern.


Carroll, M. (1990c): Getting it straight: Textorganization and word order in English and German descriptions. Universität Heidelberg, Manuskript.

Garnham, A. (1989): Integrating Information in Text Comprehension: The Interpretation of Anaphoric Noun Phrases. In: Carlson, G.N./Tanenhaus M.K. (eds.). Linguistic Structure in Language Processing, p.359-399. Dordrecht: Kluwer Academic Publishers.

Levelt, W.J.M. (1989): Speaking. From Intention to Articulation. Cambridge, Mass: MIT Press.

Sanford, A.J. (1985): Aspects of pronoun interpretation: Evaluation of search formulations of inference. In: Rickheit, G./Strohner, H. (eds.). Inferences in Text Processing, p.183-204. Amsterdam: North Holland.

Tomlin, R.S. (1985): Foreground-background information and the syntax of subordination. In: Text 5(1-2), p.85-122.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[104.] Dt/Fragment 091 11

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 91, Zeilen: 11-15
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 164, Zeilen: 18 ff.
Die Frage „Was ist passiert, als ....?“ legt fest, dass in den Hauptstrukturäußerungen Ereignisse spezifiziert werden, die in einer zeitlichen Abfolgerelation stehen, dass es sich um hypothetische Ereignisse handelt, die mindesten [sic] eine Hauptfigur und darüber hinaus weitere Personen als Handelnde enthalten. Im Unterschied dazu wird in einer Frage wie zu Bsp. 2 "Was ist passiert, als Du Deinen Kaufladen bekommen hast?" festgelegt, daß in den Hauptstrukturäußerungen Ereignisse spezifiziert werden, die in einer zeitlichen Abfolgerelation zueinander stehen, daß es sich um faktische Ereignisse handelt, die mindestens einen - den Sprecher - als Protagonisten und darüber hinaus möglicherweise weitere Personen als Handelnde enthalten.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Wiederholung von Fragment 083 01.


[105.] Dt/Fragment 093 23

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 93, Zeilen: 23-30, 36-39
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 160, 170, Zeilen: 160: 4 ff., 18 ff.; 170: 21 ff.
Versucht man die Vielzahl von Faktoren, Prozessen und deren Zusammenspiele, die im Sprachproduktionsprozess wirksam sind, zu beschreiben, ist jedoch herauszustellen, dass dieses Ziel nur dann erreicht werden kann, wenn sprachwissenschaftliche durch psychologische Analysen ergänzt werden. Aus der Perspektive der psycholinguistisch orientierten Forschung werden Texte nicht als statische Produkte, sondern als Resultate dynamischer Prozesse (vgl. Herrmann 1985, Levelt 1989) verstanden. [...]

Die Textproduktion ist ein sehr komplexer Prozess, bei dem Faktoren unterschiedlichster Art zusammenwirken. Dazu zählen die vom Sprecher zu lösende kommunikative Aufgabe, die durch die Quaestio vorgegeben ist; situative Faktoren, die vorhandene Wissensstrukturen aktivieren und die Episo-[dengliederung steuern und nicht an letzter Stelle die sprachlichen Konventionen auf den verschiedenen Ebenen (Lexikon, Morphologie, Syntax, Rechtschreibung, Textsorte, Textstruktur, Stil u.a.).]


Herrmann, Theo (1985): Allgemeine Sprachpsychologie. Grundlagen und Probleme. München: Urban & Schwarzenberg.

Levelt, Willem J.M. (1989): Speaking: From Intention to Articulation. Cambridge, London: A Bradford Book: MIT Press.

[Seite 170:]

Mit dem Quaestio-Ansatz haben wir einen Analyserahmen dargestellt, der es unserer Meinung nach erlaubt, diese Faktoren in ihrem Zusammenspiel zu beschreiben. Dabei ist jedoch herauszustellen, daß dieses Ziel nur dann erreicht werden kann, wenn sprachwissenschaftliche durch psychologische Analysen ergänzt werden.

[Seite 160:]

- Dies ist zum einen die psycholinguistisch orientierte Forschung. Aus ihrer Perspektive werden Texte nicht als statische Produkte, sondern als Resultate dynamischer Prozesse verstanden (vgl. die umfassenden Darstellungen in Herrmann 1985 und Levelt 1989).

[...]

Betrachtet man aber die bisherigen Arbeiten in einer Zusammenschau, so zeigt sich, daß in folgenden - sehr generellen - Punkten Übereinstimmung besteht.

1. Textproduktion ist ein sehr komplexer Prozeß, bei dem Faktoren der unterschiedlichsten Art Zusammenwirken. Dazu zählen neben den sprachlichen Bedingungen auf den verschiedenen Ebenen (Syntax, Semantik, Phonologie) die vom Sprecher zu lösende kommunikative Aufgabe, situative Faktoren sowie die bei Sprecher/Hörer vorhandenen Wissensstrukturen - ein Begriff, hinter dem sich seinerseits ein sehr differenziertes Zusammenspiel verschiedener Komponenten verbirgt.


Herrmann, T. (1985): Allgemeine Sprachpsychologie. Grundlagen und Probleme. München: Urban und Schwarzenberg.

Levelt, W.J.M. (1989): Speaking. From Intention to Articulation. Cambridge, Mass: MIT Press.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[106.] Dt/Fragment 094 06

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 94, Zeilen: 6-10, 16-22
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 161, Zeilen: 16 ff.; 22 ff., 29, 31 ff.
Die Grundidee des Quaestio-Ansatzes, der im vorvorigen Kapitel erörtert wurde, ist, dass der Text als eine komplexe Antwort auf eine Frage aufzufassen ist. Die Quaestio in den Texten des Textkorpus ist das Diktat, das als Ausgangspunkt, als „Orientierung“ (vgl. Labov 1978) der weiteren Erzählung dient. [...]

Durch das Diktat wird eine räumlich und zeitlich verankerte Situation eingeführt, deren einzelne Komponenten (Raum, Zeit, Modalität) als Topikelemente in der Antwort erhalten bleiben. Sie bestimmen eine Situation, deren Komponenten weiter zu spezifizieren bleiben. Das Diktat als Quaestio führt also inhaltliche und strukturelle Vorgaben für die Phantasiegeschichte ein, die sich auch auf die inhaltlichen und strukturellen Eigenschaften der einzelnen Äußerungen und auf Prinzipien der Verbindung zwischen denen beziehen.


Labov, William (Hrsg.) (1978): Sprache im sozialen Kontext. Bd. 2. Kronberg, Ts.: Scriptor.

Der Grundgedanke unseres Ansatzes ist, daß der Text als eine komplexe Antwort auf eine Frage aufzufassen ist, die Quaestio3. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Quaestio von einem Gesprächspartner als explizite Frage gestellt wird, oder ob sie als Redeabsicht vom Sprecher selbst eingeführt wird. In letzterem Fall leistet die "Orientierung" (vgl. Labov 1978) zu Beginn die entsprechende Festlegung. [...]

So wird beispielsweise durch die Frage

"Wer war gestern bei Euch zu Besuch?"

eine räumlich und zeitlich verankerte Situation eingeführt, deren einzelne Komponenten (Raum, Zeit, Modalität) als Topikelemente referentiell in der Antwort erhalten bleiben. Sie bestimmen eine Situation, bei der im vorliegenden Beispiel eine Komponente, das Agens, zu spezifizieren bleibt. [...]

Eine Frage führt also inhaltliche und strukturelle Vorgaben für den Antwortsatz ein. [...] Anders als bei dem einfachen Antwortsatz beziehen sich diese Vorgaben nicht nur auf referentielle und strukturelle Eigenschaften einzelner Äußerungen, sondern auch auf Prinzipien der Verbindung zwischen den einzelnen Äußerungen.


3 vgl. hierzu die Kategorie "Sprecherziel” und deren Funktion im Sprachproduktionsmodell von Herrmann (1985).


Labov, W. (1978): Sprache im sozialen Kontext. 2 Bände. Königstein/Ts.: Scriptor.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

In der Auslassung befindet sich ein wörtliches Zitat aus Klein/von Stutterheim 1992. Sollte sich der Inhalt des Fragments auch dort finden - was bisher nicht überprüft wurde -, wäre jenes als Bauernopfer zu kategorisieren.


[107.] Dt/Fragment 094 23

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 94, Zeilen: 23-26
Quelle: Grommes 2005
Seite(n): 74, Zeilen: 1-3
Wie in den meisten Arbeiten zum Quaestio-Modell erfolgt die grafische Darstellung der Analyse in Tabellenform. In der Tabelle werden den Konzeptdomänen die sprachlichen Ausdrücke zur Referenz auf Konzepte aus den Domänen zugeordnet. Die grafische Darstellung der Analyse erfolgt – wie in den meisten Arbeiten zum Quaestio-Modell – in Tabellenform. In der Tabelle werden den Konzeptdomänen die sprachlichen Ausdrücke zur Referenz auf Konzepte aus den Domänen zugeordnet und es wird zusätzlich zum sprachlichen Ausdruck notiert, welcher Typ von referentieller Bewegung durch diese Besetzung relativ zur vorhergehenden Äußerungseinheit realisiert wird.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[108.] Dt/Fragment 096 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 96, Zeilen: 20-29
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 160, 161, Zeilen: 160: 26 ff., 34 ff.; 161: 1 ff.
Kognitive Schemata haben (Herrmann/Schweizer 1998:160) den Charakter von Informationsstrukturen mit „Leerstellen“ (slots), die durch aktuell kognizierte Gegebenheiten ausgefüllt werden können. Diese kognitiven Schemata beruhen im Wesentlichen auf häufigen individuellen Erfahrungen mit relativ homogenen Klassen von Dingen, Ereignissen und Sachverhalten (Mandler/Johnson 1976). Kognitive Schemata helfen sowohl bei der Auswahl relevanter Information als auch bei der Linearisierung der Information bei der Sprachproduktion (Herrmann/Grabowski 1994: 114ff., 355ff.) Van Dijk und Kintsch (1983) weisen auf Diskursschemata beim Erzählen von Geschichten hin.

Van Dijk, Teun Adrianus; Kintsch, Walter (1983): Strategies of Discource [sic] Comprehension. London, San Diego: Academic press.an Diego: Academic press.

Herrmann, Theo; Grabowski, Joachim (1994): Sprechen – Psychologie der Sprachproduktion. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Herrmann, Theo; Schweizer, Karin (1998): Sprechen über Raum: sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen. 1. Aufl., Bern u.a.: Huber.

[Seite 160:]

Kognitive Schemata haben, wie schon erwähnt (Abschnitt 5.4), den Charakter von Informationsstrukturen mit „Leerstellen“ (slots), die durch aktuell kognizierte Gegebenheiten ausgefüllt werden können. [...] Kognitive Schemata beruhen im wesentlichen auf häufigen individuellen Erfahrungen mit relativ homogenen Klassen von Dingen, Ereignissen und Sachverhalten (vgl. dazu auch Mandler & Johnson, 1976).

[Seite 161:]

Wie man sieht, helfen kognitive Schemata sowohl bei der Auswahl relevanter Information als auch bei der Linearisierung der Information beim Sprechen. Das gibt Anlaß, Was-Schemata und Wie-Schemata zu unterscheiden. (Vgl. zum folgenden auch Herrmann & Grabowski, 1994, S. 114 ff., S. 355 ff.)

Was- und Wie-Schemata werden sowohl beim Reden über Raum wie auch beim Reden über chronologische Ereignisse verwendet. So weisen van Dijk und Kintsch (1983) auf Diskursschemata beim Erzählen von Geschichten hin.


Dijk, T. A. van & Kintsch, W. (1983). Strategies of discourse comprehension. Hillsdale: Erlbaum.

Herrmann, Th. & Grabowski, J. (1994). Sprechen - Psychologie der Sprachproduktion. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.

Mandler, J. M., & Johnson, N. S. (1976). Some of the thousand words a picture is worth. Journal of Experimental Psychology: Human Learning and Memory, 5, 529-540.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle des gesamten Absatzinhalts ist im ersten Satz genannt. Dass sich die Übernahme - großteils wörtlich sowie mehrere Referenzen einschließend - aber auch danach fortsetzt, bleibt Rezipienten mangels Kennzeichnung verborgen.

Zu "Mandler/Johnson 1976" findet sich im Literaturverzeichnis keine entspechende Publikation, nur eine andere von 1977.


[109.] Dt/Fragment 098 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 98, Zeilen: 1-8
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 160, Zeilen: 5 ff.
[- den Grad der Detaillierung - ein Schreiber möge beim Leser als Eingrenzung der Raumdomäne des Schule-Schemas eine interne Raumrepräsen-]tation eines Klassenzimmers aufbauen wollen. Dabei handele es sich um eine konkrete dem Leser unbekannte Raumkonstellation in diesem Klassenzimmer, die aber zu einer Kategorie gehört, mit der der Leser bereits konkrete Erfahrungen gemacht hat – jeder hat eine Schule besucht und die Klassenzimmer sehen nicht so sehr unterschiedlich aus. Dann kann der Schreiber beispielweise schon durch die Nennung des Namens dieser Kategorie hilfreiche Gesichtspunkte für den nachfolgenden Aufbau seiner internen Raumrepräsentation vermitteln. Es gibt aber auch ein schematisiertes Wissen ganz anderer Art, als es zum Beispiel für das Beschreiben von Wohnungen genutzt wird: Ein Sprecher möge beim Partner eine interne Raumrepräsentation aufbauen wollen. Dabei handele es sich um eine dem Partner noch unbekannte Raumkonstellation, die aber zu einer Kategorie gehört, mit der der Partner nach Einschätzung des Sprechers bereits ausgedehnte und konkrete Erfahrungen gemacht hat. Dann kann der Sprecher dem Partner beispielsweise schon durch die Nennung des Namens dieser Kategorie, deren Element das zu beschreibenden Raumgebilde ist, hilfreiche Gesichtspunkte für den sukzessiven Aufbau seiner internen Raumrepräsentation vermitteln.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[110.] Dt/Fragment 098 11

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 98, Zeilen: 11-14
Quelle: Herrmann et al. 1992
Seite(n): 148, 149, Zeilen: 148: letzte vier Zeilen; 149: 1
- die Reihenfolge der Teilinformationen - der Schreiber soll eine möglichst genaue und sinnvolle Auswahl der Geschehnisse treffen, sie müssen in eine sachlogische Reihenfolge gebracht werden. Der Sachverhalt wird entlang seiner zeitlichen Erstreckung dargestellt. [Seite 148:]

Beim Bericht manifestiert der Sprecher eine möglichst genaue und sinnvolle Auswahl der Geschehnisse, sie werden in eine sachlogische Reihenfolge gebracht. [...] Dabei wird der beobachtete Sachverhalt vom Sprecher entlang seiner zeitlichen Erstreckung dar-

[Seite 149:]

gestellt.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[111.] Dt/Fragment 103 07

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 103, Zeilen: 7-18
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 164, 165, 166, Zeilen: 164: letzter Absatz; 165: 1 ff.; 166: 10 f.
[4.2 Lokalisationssequenzen]

Der lineare Charakter der Sprache erfordert den sequentiell organisierten Zugriff auf das zu verbalisierende Wissen. Das Linearisierungskriterium strukturiert die Informationsentfaltung. Nach Levelt (1981) ist das Linearisierungsprinzip das Verfahren, nach dem aus einer komplexen Wissensstruktur Teile aufgerufen werden, um in eine lineare Folge von Äußerungen umgesetzt werden zu können. Kohärente Texte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie einem einheitlichen Linearisierungskriterium folgen. Für Erzählungen ist das die Chronologie der dargestellten Ereignisse. Das Kriterium, nach dem die Teile einer Informationsstruktur nacheinander aufgerufen werden, lautet: „was geschah dann und dann und dann ...?“ – bei der Untersuchung der Raumreferenz ist das eine auf die Zeitachse projizierte Abfolge von Bewegungsereignissen (vgl. Carroll 1990b, Herrmann et al. 1989).


Carroll, Mary (1990): Word order in instructions in learner languages of English and German. In: Linguistics 28: 1011-1037.

Levelt, Willem J.M. (1981): The Speakers Linearization Problem. In: Broadbent, David A.; Lyons, John; Longuet-Higgins, Christopher H. (Hrsg.): Psychological Mechanisms of Language (Philosophical Transactions of the Royal Society London, B 295), 305-315.

[Seite 164:]

Der lineare Charakter der Sprache erfordert den sequentiell organisierten Zugriff auf das zu verbalisierende Wissen. Nach Levelt (1981) ist das Linearisierungsprinzip das Prinzip, nach dem aus einer komplexen Wissensstruktur Teile aufgerufen werden, um in eine lineare Folge von Äußerungen umgesetzt werden zu können. Kohärente Texte sind nun dadurch gekennzeichnet, daß sie einem einheitlichen Linearisierungskriterium folgen. Für Erzählungen ist dies beispielsweise die Chronologie der dargestellten Ereignisse. Das Kriterium, nach dem die Teile einer Informationsstruktur nacheinander aufgerufen werden, lautet: "was geschah dann und dann und dann ...?"

[Seite 165:]

In Beschreibungen kann es die räumliche Struktur sein, in dem Sinne, daß man von oben nach unten, von links nach rechts, etc. vorgeht (vgl. Kohlmann et al. 1989), aber auch eine auf die Zeitachse projizierte Abfolge von Bewegungsereignissen (vgl. Carroll 1990b, Herrmann et al. 1989).

[Seite 166:]

Hinter der Topikbedingung verbirgt sich nichts anderes als das Linearisierungskriterium, das die Informationsentfaltung strukturiert.7


7 Weitere Komplikationen zur Frage der Topik-/Fokus-Gliederung kommen in der Analyse der Instruktionen (Kohlmann, im vorliegenden Band) zur Sprache.


[Carroll, M. (1990a): Word Order in instructions in learner languages of English and German. In: Linguistics 28, p.1011-1037.]

Carroll, M. (1990b): Making spatial descriptions interpretable in discourse. Universität Heidelberg, Manuskript.

Herrmann, T./Dittrich, S./Hornung-Linkenheil, A./Graf, R./Egel, H. (1989): Sprecherziele und Lokalisationssequenzen: Über die antizipatorische Aktivierung von Wie-Schemata (Arbeiten aus dem SFB 245). Mannheim: Universität, Lehrstuhl Psychologie III.

Kohlmann, U./Scharnhorst, U./Speck, A./v. Stutterheim, C. (1989): Textstruktur und sprachliche Form in Objektbeschreibungen. In: Deutsche Sprache 17, S.137-169.

Levelt, W.J.H. (1981): The speaker’s linearization problem. In: Phil.Trans.Royal Society London. Series B 295, p.305-315.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Klassischer Kopierfehler: "Carroll 1990b" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.

"Herrmann et al. 1989" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[112.] Dt/Fragment 103 18

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 103, Zeilen: 18-35
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 11, 169, 224, 225, 226, Zeilen: 11: 3 ff.; 169: 1 f.; 224: 20 ff., 38 f., 40 ff.; 225: 1, 15 ff., 32 ff.; 226: 24 ff.
Ereignisse und räumliche Entitäten haben eine natürliche Ordnung ihrer Komponenten. Dazu gehören auch die Kognition von Bewegungen und speziell die kognitive Unterscheidung von Eigenbewegungen und Objektbewegungen sowie das Erlernen von Routen durch Raumkonstellationen. Je nach der kommunikativen Gesamtsituation müssen ganz unterschiedliche Muster von Teilprozessen aufgerufen und für die Produktion von Lokalisationen eingesetzt werden. In der Regel wird jeder Handlungsschritt für sich verbalisiert. Damit erzeugen wir Lokalisationssequenzen. Nur bei einer vom Rezipienten nachvollziehbaren Reihung der sprachlichen Information über räumliche Gegebenheiten kann der Schreiber vom Leser verstanden werden und somit sein Kommunikationsziel erreichen. Eine gute kommunizierbare Linearisierung zu finden besteht in der Aktivierung des Wissens darüber, wie Menschen in der konkreten Situation handeln. Wenn Schreiber und Leser wissen, dass die Rede von einer Schule ist, so teilen sie bestimmte Erwartungen über die Reihenfolge, in der über die einzelnen Räume geschrieben wird. Wenn es um die Beschreibung eines Klassenzimmers geht, so erwartet der Leser den Standpunkt der Beschreibung dort, wo man eintritt. [Seite 225, Z. 32 ff.:]

Wenn man sagt, daß Ereignisse von der Art der Fußballspiele, Arztbesuche, Konzertaufführungen oder Gottesdienste eine natürliche Ordnung haben, nämlich das zeitliche Nacheinander ihrer Komponenten, so kann man nach allem auch räumlichen Gegebenheiten von der Art der Städte, Landschaften oder Gebäude ihre natürliche Ordnung zusprechen: nämlich die zeitliche Abfolge, in der ihre Komponenten beim Wissenserwerb kogniziert werden.

[Seite 11, Z. 3 ff.:]

Dazu gehören unter anderem die Kognition von Bewegungen und speziell die kognitive Unterscheidung von Eigenbewegung und Objektbewegung sowie das Erlernen von Routen durch Raumkonstellationen.

[Seite 224, Z. 20 ff.:]

Das Beispiel macht deutlich, daß je nach der kommunikativen Gesamtsituation, in der sich Sprecher und Hörer befinden, ganz unterschiedliche Muster von Teilprozessen ("Task forces“) aufgerufen und für die Produktion von Lokalisationen eingesetzt werden müssen.

[Seite 169, Z. 1 f.:]

Dabei wird in der Regel jeder Handlungsschritt für sich verständlich verbalisiert.

[Seite 224, Z. 38 f., 40 ff.:]

(iii) Eine sprachliche Lokalisierung kommt selten allein; in der Regel erzeugen wir Lokalisationssequenzen. [...] Nur bei einer vom Hörer nachvollziehbaren Reihung der sprachlichen Informationen über räumliche Gegebenheiten kann der Hörer den Sprecher verstehen und

[Seite 225, Z. 1, 15 ff.:]

somit der Sprecher sein Kommunikationsziel erreichen. [...]

Eine famose Art, für das nicht zeitlich strukturierte Zueinander von Örtern und Objekten eine gut kommunizierbare Linearisierung zu finden, besteht in der Aktivierung des Wissens darüber, wie Menschen handeln, wenn sie sich durch räumliche Gegebenheiten bewegen: [...]

[Seite 226, Z. 24 ff.:]

Wenn Sprecher und Hörer wissen, daß die Rede von einer Wohnung ist, so teilen sie bestimmte Erwartungen über die Reihenfolge, in der über die einzelnen Räume gesprochen wird. Wenn es sich um die Beschreibung einer Stadt handelt, so erwartet der Hörer den Startpunkt der Beschreibung dort, wo man eintrifft.

Anmerkungen

Patchwork aus Inhalten von fünf Seiten der Quelle - ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[113.] Dt/Fragment 104 15

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 104, Zeilen: 15 ff. (bis Seitenende)
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 168, 169, Zeilen: 168: 5 ff., 20, 23 ff., 30 f., 35 f., 39 f.; 169: 1, 5 ff.
Die Wahl der spezifischen sprachlichen Ausdrucksmittel für die sprachliche Bewältigung von Objektkonstellationen und Bewegung im Raum ist der Schwerpunkt der Untersuchung in den einzelnen Sequenzen. Von Bedeutung für unsere Überlegungen ist die „Darstellungsfunktion“ der Sprache (vgl. die drei Funktionen der Sprache bei Bühler 1934). Dem Sprachproduzenten stehen jeweils Ausdrucksvarianten zur Verfügung. Bei gleichbleibendem propositionalen Gehalt bieten Sprachen Varianten des Ausdrucks. Die Frage, die die Sprach- bzw. Textproduktionsforschung beantworten muss, ist, nach welchen Prinzipien der Sprachproduzent bei der Wahl seiner Ausdrucksmittel vorgeht. Dazu kann beitragen, dass man den einzelnen Satz nicht nur als fertiges Produkt, sondern auch den Entscheidungsprozess hin zu der jeweiligen lexikalischen Form und syntaktischen Struktur betrachtet. Die Kontextfaktoren, die für die Wahl der jeweiligen Ausdrucksmittel mitbestimmend sind, sind von unterschiedlicher Art. Wie in Arbeiten zur Wortstellung (Carrtoll [sic] 1990c), Anaphorik (Garnham 1989, Sanford 1985) und Subordination (Tomlin 1985) gezeigt wurde, gehören hierzu die jeweils zugrundeliegende kognitive Struktur sowie Situationsbedingungen der Textproduktion. Die Kategorien für die Beschreibung der referentiellen Bewegung in den Sequenzen sind die Neueinführung einer Information, die Verschiebung durch Einführung referentiell gebundener Information und die Eingrenzung der Referenz durch Hinzunahme eines Elements aus der Menge der bereits eingeführten Referenten (s. 2.4.1.3). Die beiden letzten Kategorien treten in der Zeit- und Raumdomäne auf, wenn die vorhergehende Referenz zur Bezugsgröße für die folgende Referenz wird. Das im vorigen Kapitel umrissene Instrumentarium zur Beschreibung von Referenzstrukturen und deren Entfaltung macht es mög[lich, die Raumbewältigung in den Texten durch Untersuchung der einzelnen Sequenzen differenziert zu analysieren.]

Bühler, Karl (1934;1978): Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache. Berlin: Ullstein.

Carroll, Mary (1990): Word order in instructions in learner languages of English and German. In: Linguistics 28: 1011-1037.

Garnham, Alan (1989): Inference in language understanding: What, when, why and how. In: Dietrich, Rainer; Graumann, Carl F. (Eds.): Language Processing in social context. Amsterdam: North Holland, 153-172.

Sanford, Anthony J. (1985): Aspects of pronoun interpretation: Evaluation of search formulations of inference. In: Rickheit, Gert ; Strohner, Hans (Eds.): Inferences in text processing. Amsterdam: Elsevier, 183-204.

Tomlin, Russell S. (1985): Basic word order: functional principles. London, Wolfeboro, N.H.: Croom Helm.

[Seite 168, Z. 20, 23 ff., 30 f., 35 f., 39 f.:]

Auf der Grundlage der genauen Beschreibung des in einem Text ausgedrückten referentiellen Geflechtes, läßt sich nun die dritte "Teilaufgabe" des Textproduktionsprozesses genauer betrachten: die Wahl der spezifischen sprachlichen Ausdrucksmittel.

4. Sprachliche Form

[...] Mit dem Begriff "kommunikative Funktion" werden dabei unterschiedliche Aspekte sprachlicher Kommunikation bezeichnet (vgl. die drei Funktionen der Sprache bei Bühler 1934). Für unsere Überlegungen von Bedeutung ist die "Darstellungsfunktion" der Sprache. [...] In weiten Bereichen stehen dem Sprecher jedoch Ausdrucksalternativen zur Verfügung. Bei gleichbleibendem propositionalem Gehalt bieten Sprachen Varianten des Ausdrucks. [...]

Die Frage, die die Textproduktionsforschung beantworten muß (vgl. Levelt 1989), ist, nach welchen Prinzipien der Sprecher bei der Wahl seiner Ausdrucksmittel vorgeht. [...]

Allerdings verändert sich das relative Gewicht syntaktischer und pragmatischer Faktoren, wenn man nicht den einzelnen Satz als fertiges Produkt, sondern den Entscheidungsprozeß hin zu der

[Seite 169, Z. 1, 5 ff.:]

jeweiligen syntaktischen Struktur betrachtet. [...]

Die Kontextfaktoren, die für die Wahl der jeweiligen Ausdrucksmittel bestimmend sind, sind von unterschiedlicher Art. Wie in Arbeiten zur Wortstellung (vgl. Carroll 1990c), Anaphorik (Garnham 1989; Sanford 1985), Subordination (Tomlin 1985) gezeigt wurde, gehören hierzu Eigenschaften der jeweils zugrundeliegenden kognitiven Struktur, des makro- und mikrostrukturellen Textverlaufes, sowie Situationsbedingungen der Textproduktion.

[Seite 168, Z. 5 ff.:]

Die Kategorien für die Beschreibung der referentiellen Bewegung sind dagegen vergleichsweise unkompliziert. Zunächst sind zwei Grundtypen zu unterscheiden: der Erhalt und die Neueinführung einer Information. Die Kategorie 'Erhalt' ist weiter zu differenzieren. Es gibt den eingeschränkten und den erweiterten Erhalt, wenn Mengen (Zeitpunkte, Personen, etc.) auf Teilmengen reduziert, bzw. durch weitere Elemente ergänzt werden; und wir unterscheiden eine weitere Subkategorie, die Verschiebung, bei der vorangehende Information als Bezugsgröße für die Bestimmung der neuen referentiellen Besetzung herangezogen werden muß. Diese tritt in Zeit- und Raumangaben auf, wenn die vorhergehende Referenz zur Bezugsgröße für die folgende Referenz wird.

Das hier nur sehr grob umrissene Instrument zur Beschreibung von Referenzstrukturen und deren voranschreitender Entfaltung macht es möglich, den Bedeutungsaufbau von Texten differenziert zu analysieren.


Bühler, K. (1934/1978): Sprachtheorie. Stuttgart.

[Carroll, M. (1990a): Word Order in instructions in learner languages of English and German. In: Linguistics 28, p.1011-1037.]

Carroll, M. (1990c): Getting it straight: Textorganization and word order in English and German descriptions. Universität Heidelberg, Manuskript.

Garnham, A. (1989): Integrating Information in Text Comprehension: The Interpretation of Anaphoric Noun Phrases. In: Carlson, G.N./Tanenhaus M.K. (eds.). Linguistic Structure in Language Processing, p.359-399. Dordrecht: Kluwer Academic Publishers.

Levelt, W.J.M. (1989): Speaking. From Intention to Articulation. Cambridge, Mass: MIT Press.

Sanford, A.J. (1985): Aspects of pronoun interpretation: Evaluation of search formulations of inference. In: Rickheit, G./Strohner, H. (eds.). Inferences in Text Processing, p.183-204. Amsterdam: North Holland.

Tomlin, R.S. (1985): Foreground-background information and the syntax of subordination. In: Text 5(1-2), p.85-122.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Klassischer Kopierfehler (mit Tippfehler nebst "Vertauschung"): "Carrtoll [sic] 1990c" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[114.] Dt/Fragment 105 15

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 105, Zeilen: (112-115) 115-117
Quelle: Di Meola 1994
Seite(n): 38, Zeilen: (10-12) 12-13
[„Die drei Faktoren EGO, HIC und NUNC haben jedoch nicht die gleiche kognitive Relevanz. Aus anthropozentrischen Gründen kann dem Parameter EGO eine primäre Rolle zugewiesen werden“ (Di Meola 1994: 38).] Weiter ist HIC wichtiger als NUNC, da bei den Bewegungsverben die räumliche und nicht die zeitliche Deixis im Mittelpunkt steht.

Di Meola, Claudio (1994): Kommen und gehen. Eine kognitiv-linguistische Untersuchung der Polysemie deiktischer Bewegungsverben. Tübingen: Niemeyer.

Die drei Faktoren EGO, HIC und NUNC haben jedoch nicht die gleiche kognitive Relevanz. Aus anthropozentrischen Gründen kann dem Parameter EGO eine primäre Rolle zugewiesen werden. Da im Falle der Bewegungsverben die räumliche - und nicht die zeitliche - Deixis im Mittelpunkt steht, wird HIC wichtiger als NUNC sein.
Anmerkungen

Kleines Bauernopfer: Die Quelle ist für ein wörtliches Zitat genannt, aber auch danach wird noch daraus übernommen.


[115.] Dt/Fragment 105 27

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 105, Zeilen: 27-31
Quelle: Herrmann Schweizer 1998
Seite(n): 18, 19, Zeilen: 18: letzte Zeile; 19: 1 ff.
So muss der Textproduzent bei jeder Bewegung die interne Repräsentation der vorgestellten räumlichen Gegebenheiten - Entfernungen, Richtungen von Objekten usw. ändern, also diese innere Abbildung aktualisieren. Das gelingt besser, wenn bei der Bewegung die Origorichtung beibehalten bleibt (Translation), als wenn sie gedreht wird (Rotation). [Seite 18:]

Ein Beispiel: Der Mensch ist bei jeder Eigen-

[Seite 19:]

bewegung gezwungen, die interne Repräsentation der von ihm wahrgenommenen oder auch vorgestellten räumlichen Gegebenheiten, also Entfernungen, Richtungen von Objekten usf. je nach erfolgter Eigenbewegung zu ändern, diese internen Repräsentationen also zu aktualisieren. Dies gelingt besser, wenn der Mensch bei den Eigenbewegungen die Körperrichtung beibehält (= Translationen), als wenn er seine Körperachse dreht (= Rotationen).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[116.] Dt/Fragment 106 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 106, Zeilen: 1-4
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 3, Zeilen: 19 ff.
[Um Ausdrücke wie in und innerhalb verstehen und anwenden] zu können, müssen die Kommunizierenden über eine bestimmte Vorstellung von Raum verfügen. Aufgrund der Beziehung zwischen Orten, Objekten und Regionen müssen wir bei der Interpretation von Lokalisierungsausdrücken auch Wissen über die Objekte miteinbeziehen. Um also Ausdrücke wie an oder neben zu verstehen, müssen Kommunizierende über eine bestimmte Vorstellung von Raum verfügen. Aufgrund der Beziehung zwischen Orten/ Teilräumen und Objekten geht in die Interpretation von Lokalisierungsausdrücken auch Wissen über Objekte ein.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme (bei der die Beispiele der Textvorlage ausgetauscht werden).


[117.] Dt/Fragment 110 20

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 110, Zeilen: 20-25
Quelle: von Stutterheim 1992
Seite(n): 169, Zeilen: letzter Absatz
Auf der Grundlage von standardisiertem Wissen (Schemata) ist die Lokalisation des betreffenden Objekts (die Lehrerin) ohne explizite Nennung für den Leser möglich. Hier wirkt sich der Faktor der Einbindung von Sachverhaltswissen in bei Produzenten und Rezipienten vorhandene weitere Wissensstrukturen auf die sprachliche Form der Äußerung aus. Dieser Äußerungsaufbau findet sich dort, wo auf der Grundlage von standardisiertem Wissen ("frames") die Lokalisation des betreffenden Objektes ohne explizite Nennung für den Hörer möglich ist. Hier wirkt sich der Faktor "Einbindung von Sachverhaltswissen in bei Sprecher und Hörer vorhandene weitere Wissensstrukturen" auf die sprachliche Form der Äußerung aus.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[118.] Dt/Fragment 111 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 111, Zeilen: 1-4
Quelle: Di Meola 1994
Seite(n): 53, Zeilen: 18 ff., 102 f.
Solche Konstruktionen werden verwendet, wenn die Auslassung aus dem Kontext erschlossen werden kann. Àgel (1991: 35) spricht in diesem Zusammenhang von einer „lexikalischen Ellipse im weiteren Sinne“.

Àgel, Vilmos (1991): Lexikalische Ellipsen. Fragen und Vorschläge. Zeitschrift für germanistische Linguistik 19: 24-48.

Diese Konstruktion wird verwendet, wenn die genaue Lokalisierung aus dem Kontext geschlossen werden kann oder ganz einfach vom Sprecher als irrelevant betrachtet wird.47

47 Àgel (1991:35) spricht in diesem Zusammenhang von einer "lexikalischen Ellipse im weiteren Sinne" und erwähnt u.a. den Beispielsatz Er geht stempeln. Das ausgelassene Satzteil wird durch unser Weltwissen rekonstruiert ln diesem Fall kann die fehlende Raumangabe durch folgende Paraphrase wiedergegeben werden, 'dorthin, wohin man in so einer Situation gewöhnlich stempeln geht'.


Àgel, V., 1991. Lexikalische Ellipsen. Fragen und Vorschläge. ZGL 19: 24-48.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Àgel 1991 wird im Haupttext der untersuchten Arbeit nur an dieser Stelle genannt.


[119.] Dt/Fragment 112 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 112, Zeilen: 3-7
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 266, Zeilen: 16 ff.
Dabei entstehen bezogen auf die vorgängige Situation Draußen- und Drinnen-Regionen. Sind diese keine Punkte, so handelt es sich um eine Relation, die durch das Überschreiten eines Hindernisses definiert ist (Di Meola 1994: 66). Das Hindernis hat die Merkmale einer Grenze, die ein als abgeschlossen gedachtes Gebiet umschließt.

Di Meola, Claudio (1994): Kommen und gehen. Eine kognitiv-linguistische Untersuchung der Polysemie deiktischer Bewegungsverben. Tübingen: Niemeyer.

Wenn 'draußen' und 'drinnen' Räume sind und keine Punkte, was unserem Eindruck vom normalen Sprachgebrauch entspricht, so handelt es sich um eine Relation, die durch das Überschreiten eines Hindernisses definiert ist.

[...]

Das Hindernis hat die Merkmale einer Grenze, d.h. einer im Prinzip zusammenhängenden Abteilung, die ein abgeschlossen gedachtes Gebiet umgrenzt.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Zwar gibt es bei DiMeola (1994) auf S. 66 unten den Beginn des Kapitels "2.6.4. Überwindung eines Hindernisses", doch weder auf dieser Seite noch den beiden anderen Seiten des Kapitels (S. 66-68) noch der gesamten Arbeit finden sich für den hier dokumentierten Fragmentinalt auch nur annähernd sprachliche Parallelen wie mit Eichinger (1989).

(Unausgewiesene) Übernahmen aus DiMeola (1994) finden sich allerdings weiter unten, siehe Fragment 112 08.


[120.] Dt/Fragment 112 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 112, Zeilen: 8-10
Quelle: Di Meola 1994
Seite(n): 66, Zeilen: 4 f.
Auch ohne eine explizite GOAL-Angabe deutet das Verb kommen darauf hin, dass die Tür nur eine Etappe auf dem Weg zum eigentlichen Ziel ist, zum Innenraum des Klassenzimmers. Auch ohne eine explizite GOAL-Angabe deutet das Verb kommen darauf hin, daß der Wald nur eine Etappe auf dem Weg zum eigentlichen Ziel ist.
Anmerkungen

Die Quelle ist im Absatz darüber für einen anderen (aus Eichinger 1989 übernommenen, siehe Fragment 112 03) Inhalt genannt.


[121.] Dt/Fragment 114 06

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 114, Zeilen: 6-15, 16-18, 24-31
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 316, 334, Zeilen: 316: 1-9; 334: 10-20, 38-40
Sie tritt automatisch ein, die Frage der Sprachproduzenten-Perspektive braucht zumindest sprachlich nicht geklärt zu werden. Gerade beim Paar EIN/AUS ist eine solche Neutralform noch besonders von Vorteil, da sie die komplizierte Deixis-Situation zu vermeiden hilft. Das hat relativ schwierige sprachliche Verhältnisse mit dem Zwang zum häufigen Perspektivewechsel für alle Beteiligten an einer Kommunikation zur Folge. Eine Neutralform für diese Verhältnisse gibt demgegenüber die Möglichkeit zu einem distanzierten Schildern von INNEN/AUSSEN-Verhältnissen, ohne den eigenen, für die intendierte Kommunikationsabsicht womöglich irrelevanten Standpunkt ins Gespräch zu bringen. [...] Für die Kommunikationsbedürfnisse des unbeteiligten Beobachters erleichtert eine Neutralform das sprachliche Leben sehr.

[...]

[...] Die Partikeln herein-/hinein- legen die mögliche Direktionalbestimmung darauf fest, dass die Bewegung aus dem Bereich, der als AUSSEN gilt, in einen führt, der als INNEN gilt. Hier liegt die eigentliche Funktion dieser Partikeln, schon von der Struktur her wird das Bedeutungsmuster des Verbs konkretisiert und verdeutlicht. Bei den Simplizia ist die Bewegungsrichtung beliebig festlegbar, die Ursprungs- und Zielbereiche, die gewählt werden können, sind durch die Präpositionen nur soweit spezialisiert, dass es sich um Benennung möglicher Innen- und Außenräume handeln muss.

[Seite 334:]

Demgegenüber tritt die Neutralform automatisch ein, die Frage der natürlichen Ausrichtung der Bewegung braucht zumindest sprachlich nicht geklärt zu werden. Gerade beim Paar EIN/AUS ist eine solche Neutralform noch besonders von Vorteil, da sie komplizierte Deixis-am-Phantasma-Situationen vermeiden hilft. Denn die Unterscheidung in AUS/EIN kennt prinzipiell keine Grenze ihrer Wirksamkeit. Das hat relativ schwierige sprachliche Verhältnisse mit dem Zwang zum häufigen Perspektivewechsel für alle Beteiligten an einer Kommunikation zur Folge. Eine Neutralform für diese Verhältnisse gibt demgegenüber die Möglichkeit zu einem distanzierten Schildern von INNEN/AUSSEN-Verhältnissen, ohne den eigenen, für die intendierte Kommunikationsabsicht womöglich irrelevanten Standpunkt Ins Gespräch zu bringen. [...] Für die Kommunikationsbedürfnisse des so skizzierten unbeteiligten Beobachters erleichtert eine Neutralform des genannten Typs das sprachliche Leben sehr.

[Seite 316:]

Die Partikeln heraus-/hinaus- - und entsprechend herein-/hinein- - legen die mögliche Direktionalbestimmung darauf fest, daß die Bewegung aus dem Bereich, der als INNEN gilt, in einen führt, der als AUSSEN gilt, und auf keinen Fall umgekehrt - genau gegengleich ist das Verhältnis bei herein-/hinein-. Hier scheint mir die eigentliche Funktion dieser Verben zu liegen: schon von der Struktur her wird das Bedeutungsmuster vereindeutigt. Denn bei den Simplicia war die Bewegungsrichtung beliebig festlegbar, die Ursprungs- und Zielbereiche, die gewählt werden können, sind - durch die Präpositionen - nur dahingehend spezialisiert, daß es sich hierbei um die Benennung für mögliche Innen- und Außenräume handeln muß.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[122.] Dt/Fragment 115 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 1-2, 25-27
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 325, 327, 328, Zeilen: 325: 19-21; 327: 31-32; 328: 1-2
[Die normale Wortfrage lautet] daher: Woher kommst du? und nicht Wohin kommst du? Die Ursprungsorientierung wird mitverstanden.

[...]

Der Kern dieser Bildungen liegt bei dem Lexem kommen, gerade herein- expliziert die eingebaute Ausrichtung auf den Sprachproduzenten bzw. Beobachter zu, die kommen charakterisiert.

[Seite 325:]

Die normale Wortfrage lautet daher auch: Woher kommst Du? und nicht Wohin kommst Du?. Auch im absoluten Gebrauch ist die Ursprungsorientierung mitverstanden.

[Seite 327:]

Der Kern dieser Bildungen liegt beim Lexem kommen, von dem ja auch die entsprechenden Varianten von dürfen, eilen, können usw. abhängig sind. Das kann nicht weiter

[Seite 328:]

verwundern, expliziert doch gerade herein- die eingebaute Ausrichtung auf den Sprecher zu, die kommen charakterisiert.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[123.] Dt/Fragment 115 12

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 12-14, 16-18
Quelle: Di Meola 1994
Seite(n): 35, 41, Zeilen: 35: 13 ff.; 41: 1 ff.
Die Wahl des Beobachterstandpunktes hängt eng mit der Erzählstruktur zusammen. Der Betrachter ist generell dort, wo etwas passiert. Er versetzt sich also in den Mittelpunkt des Geschehens.

[...] Das Verb kommen setzt die Beobachterperspektive - in seiner deiktischen Verwendung beschreibt das Verb kommen eine auf den Betrachter gerichtete Bewegung, [...]

[Seite 35:]

Die Wahl des Beobachterstandpunktes ist keineswegs willkürlich, sondern hängt mit der Erzählstruktur zusammen. Der Betrachter (Erzähler) ist generell dort, wo etwas passiert: Er versetzt sich also in den Mittelpunkt des Geschehens.

[Seite 41:]

2.2.2. Das Verb kommen

In seiner deiktischen Verwendung beschreibt das Verb kommen eine auf den Betrachter gerichtete Bewegung.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[124.] Dt/Fragment 116 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 1-7
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 316, 317, Zeilen: 316: 12-15; 317: 11-14
Aus dem bisher Gesagten wird deutlich, wie die Doppelpartikeln zu einer präziseren Schilderung von Bewegungen und Handlungen im Raum beitragen. Die Verbalisierung mit Simplex und Präpositionalphrase ist nicht so konkret wie diese Konstruktionen. Die Doppelpartikelbildungen erlauben eine differenziertere Anpassung an die jeweilige Situation. Über die Angabe der Sprachproduzenten-Perspektive werden die räumlichen Verhältnisse deutlicher dargelegt. [Seite 316:]

Auch aus dieser Darstellung wird deutlich, wie die Doppelpartikeln zu einer präzisen Schilderung von Bewegungen und Handlungen im Raum beitragen. Selbst die Darstellung mit Simplex und Präpositionalphrasen ist ungenauer als diese Konstruktionen.

[Seite 317:]

Die Doppelpartikelbildungen zu dieser Basis erlauben eine differenziertere Anpassung an die jeweilige Situation. Über die Angabe der Sprecherperspektive werden die räumlichen Verhältnisse in einer Weise dargelegt, daß die direktionalen Bestimmungen in jeweils eindeutiger Weise darauf abbildbar sind.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[125.] Dt/Fragment 119 18

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 18-21
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 319, Zeilen: 19-21
Die Bewegungsrichtung ist bei -ein- und -aus- immer eindeutig, her- und hin- dienen, soweit der dadurch ausgedrückte Unterschied überhaupt beachtet wird, der Differenzierung, die gemäß dem Sprecherstandpunkt vorzunehmen ist, und benötigen dabei einen relativ höheren Kodierungsaufwand. Die Bewegungsrichtung ist bei -ein- immer eindeutig, her- und hin- dienen, soweit der durch sie ausgedrückte Unterschied überhaupt beachtet wird, der Differenzierung gemäß dem Sprecherstandpunkt.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[126.] Dt/Fragment 121 22

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 121, Zeilen: 22-25, Abb.
Quelle: Wikipedia Schreibtafel 2009
Seite(n): online, Zeilen: -
Wandtafeln werden meistens mit Schienen und Rollen an der Wand angebracht und sind oftmals mit Seitenflügeln zum Auf- und Zuklappen versehen, die beidseitig beschrieben werden können.

[Abb.]

Abb. 4.5.1: Wandtafel mit Seitenflügeln

[Abb.]

Eine Großtafel im Unterricht

[...]

Wandtafeln werden meistens mit Schienen und Rollen an der Wand angebracht und sind oftmals mit Seitenflügeln zum Auf- und Zuklappen versehen, die beidseitig beschrieben werden können.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme, die sich ebenfalls wörtlich auf der folgenden Seite fortsetzt, siehe Fragment 122 03.

Ungekennzeichnet aus der Wikipedia übernommen wurde auch die Abb. 4.5.1, s.a. [4].


[127.] Dt/Fragment 122 03

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 122, Zeilen: 3-6
Quelle: Wikipedia Schreibtafel 2009
Seite(n): online, Zeilen: -
Hub- oder Schiebetafeln sind Tafeln, die senkrecht auf und ab bewegt werden können. Meistens sind mindestens zwei davon hintereinander angeordnet, so dass eine Tafel beschrieben werden kann, während eine andere in hoher Position gut ablesbar ist. Hub- oder Schiebetafeln sind Tafeln, die senkrecht auf und ab bewegt werden können. Meistens sind mindestens zwei davon hintereinander angeordnet, so dass eine Tafel beschrieben werden kann, während eine andere in hoher Position gut ablesbar ist.
Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 121 22.

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[128.] Dt/Fragment 128 101

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 101-107
Quelle: Projekt Deutscher Wortschatz 2001
Seite(n): online, Zeilen: -

6 Der Begriff Kollokation geht auf das lateinische collocatio zurück, was auf deutsch Stellung oder Anordnung bedeutet. Zwischen den lexikalischen Einheiten eines Satzes oder eines Textes bestehen eine Vielzahl semantischer Zusammenhänge, die in ihrer Gesamtheit die Semantik des Satzes oder Textes formen. Dieser Ansatz baut auf der Annahme auf, dass semantisch in Beziehung stehende Einheiten in verschiedenen Umgebungen vermehrt gemeinsam auftauchen. Als Kollokation bezeichnet man in der Linguistik das gehäufte benachbarte Auftreten von Wörtern (s. http://wortschatz.uni-leipzig.de, http://www.dwds.de).

Zwischen den lexikalischen Einheiten eines Satzes oder eines Textes bestehen eine Vielzahl semantischer Zusammenhänge, die in ihrer Gesamtheit die Semantik des Satzes oder Textes formen. [...]

Ein "einfacher" Ansatz baut auf der Annahme auf, daß semantisch in Beziehung stehende Einheiten in verschiedenen Umgebungen vermehrt gemeinsam auftauchen. Dieses Eigenschaft wird als Kollokation bezeichnet.

Der Begriff Kollokation geht auf das lateinische collocatio zurück, der auf deutsch Stellung oder Anordnung bedeutet. Franz-Josef Hausmann definiert ihn als "typische, spezifische und charakteristische Zweierkombinationen von Wörtern".

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar genannt, doch bleibt die Wörtlichkeit der Übernahme ungekennzeichnet.


[129.] Dt/Fragment 128 23

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 23-24, 25-28
Quelle: Di Meola 1994
Seite(n): 87, Zeilen: 22 ff.
Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Zielangabe zum Vorschein nicht auf ein konkretes, dimensional ausgebildetes BO ausgerichtet ist. [...] Zum Vorschein kommen ist eine feste Wendung, die keine Variationsmöglichkeiten erlaubt. Die Schüler sind sicher bei der Verwendung des Ausdrucks, so ist z. B. die Kombination zum Vorschein gehen inakzeptabel. Zunächst ist einmal festzustellen, daß die Zielangabe (zum Vorschein) nicht auf ein konkretes, dimensional ausgebildetes Landmark Bezug nimmt. Zum Vorschein kommen ist außerdem eine feste Wendung, die keine Variationsmöglichkeiten erlaubt (so ist z.B. die Kombination zum Vorschein gehen inakzeptabel).
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[130.] Dt/Fragment 133 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 133, Zeilen: 3-11
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 225, 226, Zeilen: 225: 23-31; 226: 15-19
Im Normalfall wird in diesen Bildungen signalisiert, dass ein Hindernis (plötzlich) überwunden wird, und zwar so, dass diese Handlung ins Gesichtsfeld des Sprechers führt. Dagegen tritt in anderen Lösungsvarianten auch eine direktionale Bedeutung ein, die in direkter Weise die Bestandteile her + vor dominieren lässt und eine nach-vorne-Bedeutung impliziert. Trotzdem hat die Ursprungsorientierung für diese Muster Priorität. Diese Bildungen fordern als Bedingung z.T. Plötzlichkeit bzw. erhöhte Geschwindigkeit der in der Basis ausgedrückten Bewegung, andererseits einen Ausgangspunkt als Voraussetzung, der im Prinzip ein Drinnen- und Dahintersein präsupponiert. [Seite 225:]

In (5.3.) liegt der Normalfall dieser Bildungen vor, bei ihm wird signalisiert, daß ein Hindernis, das als Bezugsobjekt durch eine Präposltionalphrase angeschlossen wird, plötzlich überwunden wird, und zwar so, daß diese Handlung in den Gesichtskreis des Sprechers führt. Dagegen tritt in den Fällen nach (5.4.) eine direktionale Bedeutung, die in direkter Weise auf die konstitutionellen Bestandteile her + vor beziehen läßt, interferierend zu der beschriebenen heraus-Variante, ohne daß dieses Verständnis völlig verschwinden würde. Die Priorität der Ursprungsorientierung für dieses Muster wird auch dadurch bestätigt, daß man neue oder ungewöhnlichere Bildungen eher in diesem Sinne verstehen würde; [...]

[Seite 226:]

Dagegen liegen für diese Verben mit hervor- semantische Einschränkungen für die Produktivität des Musters vor, die z.T. Plötzlichkeit bzw. erhöhte Geschwindigkeit der in der Basis ausgedrückten Bewegung als Bedingung fordern, andrerseits einen Ausgangspunkt voraussetzen, der im Prinzip ein Drinnen- und Dahintersein präsupponiert.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[131.] Dt/Fragment 134 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 134, Zeilen: 1-14, 32-34, 38-39
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 217, 226, 227, Zeilen: 217: 3 ff., 18 f.; 226: 20 ff.; 227: 1
[Die mögliche oder nichtmögliche Konkurrenz von Bildungen mit heraus- zeigt besonders deutlich den subjektiven Charakter von Partikelverben mit] vor- (vgl. Lyons 1977: 720). Eine unterschiedliche Art von Bezug auf ein LO relativ zum Standort des Sprechers erklärt auch, dass bei manchen Handlungen das Herauskommen aus einem BO als wesentlicher angesehen wird als die sich daraus ergebende und beschriebene vor-Position als Resultat der Bewegung bezüglich dieses BO. Wie es an Paaren wie hervor- /herauskommen gesehen werden kann, handelt es sich dabei nicht nur um anzunehmende Möglichkeiten der Überschneidung – die beiden Verben zeigen tatsächlich parallele Verwendungen. In gewissem Umfang ist das auch in den entsprechenden Einträgen des Duden UWs (1996: 700) reflektiert: hervorkommen: hinter, unter, zwischen, aus etw. herauskommen. Diese Beispiele zeigen, dass Bildungen mit diesen beiden Partikeln bedeutungsmäßig sehr eng zusammenliegen. Es ist aber auffällig, dass hier bei hervor- die Richtung auf den Sprecher nicht so stark ausgeprägt ist, eher die Richtung nach vorne, in die vordere Region des BO. [...]

[...]

Die Bearbeitung der Episode des Sich-Vorbewegens kann als eine Bewegung auf der Vor-Hinter-Dimension gekennzeichnet werden, da diese Achse der normalen Bewegungsrichtung des Menschen entspricht. [...] Generell gilt diese Aussage auch für die adverbiale Bestimmung nach vorne/ nach hinten.


Lyons, John (1977): Semantics. 2 Bände. Cambridge University Press.

Duden, Deutsches Universalwörterbuch (1996). Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag.

[Seite 226:]

Die mögliche oder nicht mögliche Konkurrenz mit Bildungen mit heraus- zeigt besonders deutlich den oben angesprochenen subjektiven Charakter von Partikelverben mit VOR (vgl. Lyons (1977, S.720)). Bezug auf den Sprecher bzw. eine unterschiedliche Art von Bezug auf ein Objekt relativ zum Standort des Sprechers erklärt auch, daß bei manchen Handlungen das Herauskommen aus einem Objekt, das den Bezugspunkt darstellt, als wesentlicher angesehen wird als die sich daraus ergebende, bezüglich dieses Objekts als 'vor' beschreibbare Position.

Wie wir an Paaren wie hervorschauen/herausschauen sehen können, handelt es sich dabei nicht nur um theoretisch anzunehmende Möglichkeiten der Überschneidung; die beiden Verben zeigen tatsächlich parallele Verwendungen. In gewissem Umfang ist das auch in den entsprechenden Einträgen des Duden-WB reflektiert:

(5.6.)
hervorblicken "hinter, unter, zwischen etw. nach draußen blicken" (Duden-WB S.1216)
herausblicken "aus dem Inneren nach außen (zum Sprechenden) blicken" (ebd. S.1197)
hervorquellen "unter, zwischen etwas herausquellen" (ebd.S.1216)
herausquellen "quellend herausdringen" (ebd.S.1200)

Diese Beispiele zeigen, daß Bildungen mit diesen beiden Partikeln bedeutungsmäßig sehr eng zusammenliegen. Dem Unterschied in der Paraphrase zwischen nach außen bzw. nach draußen ist dabei keine große Bedeutung beizumessen. Allenfalls dient dieser Paraphraseversuch dazu, noch klarer zu machen, daß hier bei hervor-

[Seite 227:]

die Richtung auf den Sprecher zu extrem zurückgenommen ist.

[Seite 217:]

Die sprachliche Darstellung von Bewegungen (und Zuständen) auf der VOR/HINTER-Dimension ist dadurch gekennzeichnet, daß diese Achse der normalen Bewegungsrichtung des Menschen entspricht. [...]

[...]

[...] Generell gilt diese Aussage aber auch für die adverbiale Bestimmung 'nach vorne/hinten': [...]


DUDEN. 1976-1981. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in sechs Bänden, hg. u. bearb. vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion unter Leitung von Günther Drosdowski, Bd. 1-6, Mannheim,Wien,Zürich, Duden-Verlag.

Lyons, John, Semantics, Bd. 1 und 2. Cambridge usw., Cambridge University Press.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.


[132.] Dt/Fragment 136 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 136, Zeilen: 3-5, 8-14
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 19, 20, Zeilen: 19: 20-23, 35 ff.; 20: 1
Als vorn gilt die Objektseite, auf die ein Benutzer üblicherweise schaut. Das BO ist dann intrinsisch orientiert und kann als Origo fungieren. [...] Diese wird durch die kanonische Orientierung eines Standardbetrachters/-benutzers relativ zu einem Objekt bestimmt und kann auf das Objekt dauerhaft übertragen werden. Bei Lokalisierungen unter gewöhnlichen Alltagsbedingungen muss nicht das Wissen über die aktuelle Position des Sprechers oder über seine momentane Körperorientierung herangezogen werden. Ausreichend ist in der Regel das Wissen über die kanonische Orientierung von Personen und Objekten. [Seite 19:]

Bei Lokalisierungen unter gewöhnlichen alltagsweltlichen Bedingungen muss aber nicht das Wissen über die aktuelle Position des Sprechers oder über seine momentane Körperorientierung herangezogen werden. Ausreichend ist in der Regel das Wissen über die kanonische Orientierung von Personen.

[...]

Anstelle der Körperorientierung eines singulären Beobachters kann auch die kanonische Orientierung eines Standardbetrachters/ -benutzers relativ zu einem Objekt massgeblich sein. Diese Orientierung kann auf das Objekt dauerhaft übertragen werden. Als vorne gilt die Objektseite, auf die ein Benutzer üblicherweise schaut. Das Relatum ist dann intrinsisch orientiert und kann als Origo

[Seite 20:]

fungieren.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[133.] Dt/Fragment 136 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 136, Zeilen: 14-16, 22 ff. (bis Seitenende)
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 227, 228, 231, 234, 235, Zeilen: 227: 19 ff., 103-106; 228: 4 ff.; 231: vorletzter Absatz; 234: 1 ff.; 235: 14 ff.
Generell lässt sich sagen, dass je nach Situation zwischen den beiden von Wunderlich (1981: 284ff.) postulierten Prinzipien gesucht wird. [...]

Die Verben mit vor- stellen die Natürlichkeit der Bewegung „nach vorne“ dar. Das Präfix vor- signalisiert, dass sich etw. vor etw. anderem befindet bzw. „nach vorn“, „hervor“ bewegt wird (vgl. Kühnhold 1973: 231). Für die Bedeutung aller vor-Verben ist die Relation „da + vor + Handlung/ Geschehen“ grundlegend, z.B. bei vortreten: 1a) nach vorn treten (Duden UW 1996: 1699). Die Beispiele zu diesen Verben zeigen deutlich, dass Bildungen mit der Einfachpartikel vor- aufgrund der geringen formalen Markiertheit an eine Vielzahl von Situationen anpassbar sind, ggf. sogar in der gleichen Situation eine Deutung nach verschiedenen miteinander kompatiblen Mustern – „hervor und heraus“ – möglich ist (Eichinger 1989: 235).

In der Gegenüberstellung zu hervor- zeigt sich dagegen vor- als Realisierung einer lokalen Neutralform für den Bezug auf Objekte, ob sie vom Beobachterstandpunkt oder von der kanonischen Strukturierung des BO gesteuert ist. Es kann von Merkmalen des Bewegungstyps abhängen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die deiktische oder die intrinsische Orientierung als Bezugspunkt gewählt wird (vgl. Wunderlich 1981: 282ff. und 288ff.).

Es sind hier beobachterbezogene (hervor), also dimensionale und objektbezogene (vor), also topologische Verbvarianten anzunehmen. Dass natürlich auch die topologische Bezugnahme in einem gewissen Sinn sprecherbezogen [ist und damit im Prinzip die dimensionale Gliederung als dominierend gedacht werden kann, zeigt die Art, wie diese deiktischen Partikeln bei Eroms (1981: 209) erklärt werden.]


Duden, Deutsches Universalwörterbuch (1996). Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag.

Eichinger, Ludwig M. (1989): Raum und Zeit im Verbwortschatz des Deutschen: eine valenzgrammatische Studie. Linguistische Arbeiten 224. Tübingen: Niemeyer.

Eroms, Hans-Werner (1981): Valenz, Kasus und Präpositionen. Untersuchungen zur Syntax und Semantik präpositionaler Konstruktionen in der deutschen Gegenwartssprache. Heidelberg: Winter.

Kühnhold, Ingeburg (1973): Präfixverben. In: Kühnhold, Ingeburg; Wellmann, Hans (Hrsg.): Das Verb. (Deutsche Wortbildung. Typen und Tendenzen in der Gegenwartssprache. Erster Hauptteil.) Düsseldorf: Schwann, 141-362.

Wunderlich, Dieter (1981): Linguistic Strategies. In: Coulmas, Florian (ed.): A Festschrift for Native Speaker. The Hague, Paris, New York: Mouton, 279-296.

[Seite 227:]

4.3.2.2. Verben mit vor-

Die im bisherigen schon ausgeführten Besonderheiten der VOR/HINTER-Relation, v.a. die Natürlichkeit der Bewegung 'nach vorne', sind auch dafür verantwortlich, daß Bildungen mit vor- nicht im selben Maß wie etwa Verben mit auf- und ab- idiomatisiert oder lokal spezialisiert sind.4


4 Daher auch die relative Häufigkeit der Verben mit dieser Bedeutung innerhalb dieses Bildungsmusters: "In 194 Stichwörtern (77,6 % seines Gesamtbestands) signalisiert das Präfix vor-, daß sich etw. vor etw. anderem befindet bzw. 'nach vorn', 'hervor' bewegt. Ersatzprobe: 'davor', 'nach vorn', 'hervor' [sic] Aus der Prozentzahl geht hervor, daß dies die Hauptfunktion des Präfixes vor- ist." (Kühnhold (1973, S.231)).

[Seite 228:]

D.h. von möglichen Untergliederungen innerhalb dieser Gruppen und ambivalent deutbaren Fällen abgesehen sind sprecherbezogene, also dimensionale, und objektbezogene, also topologische Verbvarianten anzunehmen. Daß natürlich auch die topologische Bezugsnahme in einem gewissen Sinn sprecherbezogen ist, und damit im Prinzip die dimensionale Gliederung als dominierend gedacht werden kann, zeigt die Art, wie diese "deiktischen" Partikeln bei Eroms (1981, S.209) erklärt werden.

[Seite 231:]

(6.3.)(5) vorfahren, vorhalten, vorspannen, vorstecken

Wie wir aber bei der Bedeutungsbeschreibung von vorhängen gesehen haben, ist die in diesem motivierten Verb ausgedrückte Relation 'da + vor + HANDLUNG/GESCHEHEN' relational grundlegend für die Bedeutung aller dieser vor-Verben. Deshalb wird auf genauere Charakterisika dieser Bildungen in der Abgrenzung von Bildungen mit davor- nochmals eingegangen werden.

[Seite 234:]

Verwendungen nach HINVOR 1 realisieren die Bedeutung 'in Normalbewegungsrichtung'; dagegen zeigt sich vor- in Situationen, die nach HINVOR 2 und HERVOR interpretiert werden können, als Realisierung einer echten lokalen Neutralform für den Bezug auf Objekte, sei sie vom Sprecherstandpunkt oder von kanonischen Strukturierungen dieser Objekte gesteuert. Komplizierter ist der Fall bei der Bewegung von Objekten, die selbst eine inhärente Orientierung besitzen. Im Nebeneinander von bringen, holen und rücken deutet sich aber an, daß es von Merkmalen des Bewegungstyps abhängen kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit die deiktische oder die intrinsische Orientierung als Bezugspunkt gewählt wird (vgl. Wunderlich (1981, S.282/83 & 288/89)). Generell läßt sich sagen, daß je nach Situation ein Ausgleich zwischen den beiden von Wunderlich (1981, S.284 u. 285) postulierten Prinzipien gesucht wird: [...]

[Seite 235:]

Zudem zeigen die Beispiele zu diesem Verb/diesen Verben deutlich, daß Bildungen mit der Einfachpartikel aufgrund der geringen formalen Markiertheit an eine Vielzahl von Situationen anpaßbar sind; ggf. ist sogar in der gleichen Situation eine Deutung nach verschiedenen miteinander sachlich kompatiblen Mustern - s. HERVOR und HERAUS - möglich.


Eroms, Hans-Werner. [...]
- 1981. Valenz Kasus und Präpositionen. Untersuchungen zur Syntax und Semantik präpositionaler Konstruktionen in der deutschen Gegenwartssprache. (Monographien zur Sprachwissenschaft 11) Heidelberg, Winter.

Kühnhold, Ingeburg. [...]
- 1973. Präfixverben. Kühnhold, Ingeburg, Hans Wellmann, Das Verb. (Deutsche Wortbildung. Typen und Tendenzen in der Gegenwartssprache; Erster Hauptteil) Düsseldorf, Schwann. 141-362.

Wunderlich, Dieter. [...]
- 1981. Linguistic Strategies. A Festschrift for Native Speaker, hg. von Florian Coulmas. The Hague/Paris/New York, Mouton. 279-296.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle ist genannt, doch setzt sich die Übernahme auch danach fort und gerät teils sehr textnah bis -identisch. Aus der Quelle übernommen werden auch mehrere Referenzen.


[134.] Dt/Fragment 137 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 137, Zeilen: 1-3, 5-6, 10-23, 25-32
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 219, 220, 221, 224, 228, Zeilen: 219: 37-44; 220: 1-2; 221: 2.6-11.12-14.16-17; 224: 20-22; 228: 7 ff.
[Dass natürlich auch die topologische Bezugnahme in einem gewissen Sinn sprecherbezogen] ist und damit im Prinzip die dimensionale Gliederung als dominierend gedacht werden kann, zeigt die Art, wie diese deiktischen Partikeln bei Eroms (1981: 209) erklärt werden.

[...]

Da man in der Regel nach vorne geht (hin-vor-), erscheint die Markierung durch eine zusätzliche Partikel redundant. [...]

[...]

[...] Was die Beobachterperspektive angeht, ist der entgegengesetzte Fall mit hervor- markiert und sollte deshalb als merkmalhaft erscheinen. Mit dieser Partikel werden speziellere Verhältnisse beschrieben. Gerade hier spielt der oben genannte Punkt eine Rolle, dass vorne und hinten einerseits im Hinblick auf den Beobachterstandort, andererseits unter Bezug auf ein Objekt im Gesichtsfeld der Kommunikationspartner definiert werden kann (vgl. Wunderlich 1982: 14). Als vorne wird dabei die dem Beobachter zugewandte, als hinten die vom Beobachter abgewandte Seite benannt (vgl. Eroms 1981: 154, Moilanen 1979a).

Die Verben mit hervor- dienen dazu, sich präzise auf eine Situation beziehen zu können und die Besonderheiten der Bezeichnungen für die Vor-Hinter-Relation zu bezeichnen. Zumeist dienen Bildungen mit hervor- dazu, bestimmte Fälle des im-Blickfeld-Erscheinens auszudrücken, also eine Art von herauskommen. [...]

[...]

Im Duden wird die Bedeutung derart definiert: hervor (geh): 1. von dort hinten hierher nach vorn. 2. aus, zwischen, unter etw. heraus: hervor [aus dem Versteck] mit euch! (Duden UW 1996: 699). Daher bedeutet hervor- etwa in hervorkommen, insofern es sich auf das Erscheinen vor einem Objekt bezieht, nicht nur das Erscheinen im Gesichtsfeld aus einer verborgenen Situation heraus, sondern auch ein Sich-auf-den- Beobachter-zu-Bewegen: hervorkommen: hinter, unter, zwischen, aus etw. herauskommen (Duden UW 1996: 700), [...]


Duden, Deutsches Universalwörterbuch (1996). Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag.

Eroms, Hans-Werner (1981): Valenz, Kasus und Präpositionen. Untersuchungen zur Syntax und Semantik präpositionaler Konstruktionen in der deutschen Gegenwartssprache. Heidelberg: Winter.

Moilanen, Markku (1979): Statische lokative Päpositionen [sic] im heutigen Deutsch. Tübingen: Niemeyer.

Moilanen, Markku (1979): Zur pragmatischen Funktion der Demonstrativadverbien hier, da und dort. In: Weydt, Harald (Hrsg.): Die Partikeln der deutschen Sprache, 187–200.

Wunderlich, Dieter (1982a): Sprache und Raum I. In: Studium Linguistik 12, 1-19.

Wunderlich, Dieter (1982b): Sprache und Raum II. In: Studium Linguistik 13, 37-59.

[Seite 228:]

Daß natürlich auch die topologische Bezugsnahme in einem gewissen Sinn sprecherbezogen ist, und damit im Prinzip die dimensionale Gliederung als dominierend gedacht werden kann, zeigt die Art, wie diese "deiktischen" Partikeln bei Eroms (1981, S.209) erklärt werden.

[Seite 219:]

So geht man z.B. in der Regel nach vorne (hin- vor), so daß die Markierung durch eine zusätzliche Partikel redundant erscheint. Was die Sprecherperspektive angeht, ist der entgegengesetzte Fall markiert und sollte deshalb als merkmalhaft erscheinen (hervor). Jedoch wird sich zeigen, daß auch mit dieser Partikel speziellere Verhältnisse beschrieben werden. Gerade hier spielt der oben genannte zweite Punkt herein, daß vorne und hinten einerseits im Hinblick auf den Sprecherstandort, andrerseits unter Bezug auf ein Objekt im Gesichtfeld der Kommunikationspartner definiert werden kann (vgl. Wunderlich (1982. S.14)). Als vorne

[Seite 220:]

wird dabei die dem Sprecher zugewandte, als hinten die vom Sprecher abgewandte Seite benannt (vgl, Eroms (1981, S.154); Moilanen (1979a)).

[Seite 221:]

4.3.2.1. Verben mit hervor—

[...] Sie sind hier nicht die systematische Möglichkeit, sich präzise auf die jeweilige Situation zu beziehen. In Ihrer Beschränkung - es gibt ja nur welche mit hervor- - sind sie aber die beste Möglichkeit, die Besonderheiten der Bezeichnungen für die VOR/HINTER-Relation zu beleuchten. Deshalb sei mit diesen Bildungen begonnen und erst Im Anschluß daran auf die Verben mit Einfachpartikel eingegangen.

[...] Zumeist dienen Bildungen mit hervor- dazu, bestimmte Fälle des im Blickfeld Erscheinens, also eine Art von 'herauskommen' auszudrücken; [...]

[Seite 224:]

Dort [im Duden] wird die Bedeutung der hervor*-Verben immer durch das entsprechende heraus-Verb erläutert, so steht z.B. bei hervorkommen-, "hinter, unter, zwischen etw. herauskommen" (a.a.O.S.121 6).

[Seite 221, Z. 12-14:]

Da hervor- etwa in hervorkommen, insofern es sich auf das Erscheinen 'vor' einem Objekt bezieht, nicht nur ein 'sich-auf-den-Sprecher-zu-Bewegen' bedeutet, sondern auch das 'Erscheinen im Gesichtsfeld aus einer verborgenen Situation heraus', hat diese Partikel weitgehend ihre Bedeutung als Gegensatz zu einem denkbaren *hinvor verloren.


DUDEN. 1976-1981. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in sechs Bänden, hg. u. bearb. vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion unter Leitung von Günther Drosdowski, Bd. 1-6, Mannheim,Wien,Zürich, Duden-Verlag.

Eroms, Hans-Werner. [...]

- 1981. Valenz Kasus und Präpositionen, Untersuchungen zur Syntax und Semantik präpositionaler Konstruktionen in der deutschen Gegenwartssprache. (Monographien zur Sprachwissenschaft 11) Heidelberg, Winter.

Moilanen, Markku. 1979a, Statische lokative Präpositionen im heutigen Deutsch. Wahrheits- und Gebrauchsbedingungen. (Linguistische Arbeiten 70) Tübingen, Niemeyer.

Wunderlich, Dieter. [...]

- 1982. Sprache und Raum. Studium Linguistik 12. 1-19 und Studium Linguistik 13. 37-59.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Klassische Kopierfehler: "Moilanen 1979a" und "Wunderlich 1982" gibt es im Literaturverzeichnis von Dt nicht.


[135.] Dt/Fragment 138 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 138, Zeilen: 1-5, 11-16
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 224, 225, Zeilen: 224: 13-22; 225: 1-3, 7-9
Die Bedeutungsangaben im Duden UW (1996: 700) beschreiben diese Bildungen als Komprimierung eines recht komplexen Relationsmusters. Dort wird die Bedeutung der hervor-Verben immer durch das entsprechende heraus- Verb erläutert: hervorgucken – aus, hinter, unter, zwischen etw. herausgucken. [...]

[...]

Nun gibt es aber auch einzelne Fälle, deren Bedeutung „nach hier vorne“ stärker ist und das sind vor allem die Verben, bei denen schon die Bedeutung der Basis eine Bewegung im Sinne dieser Richtung nahelegt oder verstärkt. Nach den Einträgen im Duden WB sind das die folgenden Verben: hervorschießen, -springen, -treten, ... Diese Verben drücken eine beschleunigte Art der Bewegung aus, die in gewissem Umfang eine Zielorientierung impliziert: [...]


Duden, Deutsches Universalwörterbuch (1996). Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag.

[Seite 224:]

Auch die Bedeutungsangaben im Duden-WB bestärken uns darin, diese Bildungen als Komprimierung eines recht komplexen Relationenmusters zu beschreiben. Dort wird die Bedeutung der hervor-Verben immer durch das entsprechende heraus-Verb erläutert, so steht z.B. bei hervorkommen, "hinter, unter, zwischen etw. herauskommen" (a.a.O.S.1216).

Nun gibt es aber auch einzelne Fälle, bei denen die Bedeutung 'nach hier vorne' stärker ist als bisher generell angenommen, und zwar sind das vor allem die Verben, bei denen schon die Bedeutung der Basis eine Bewegung im Sinne dieser Richtung nahelegt oder verstärkt. Im Duden-WB finden sich entsprechende Bedeutungsangaben für folgende Verben:

[Seite 225:]

(5.2.)
hervordrängen, hervorrücken, hervorrufen, hervorschießen, hervorschnellen, hervorspringen, hervorstürzen, hervortreten, hervorwagen3

[...]

Die große Menge der hier verzeichneten Verben drücken eine beschleunigte Art der Bewegung aus, und zwar die Beschleunigung einer Bewegungsart, die in gewissem Umfang eine Zielorientierung impliziert.


3 [...]

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[136.] Dt/Fragment 140 23

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 140, Zeilen: 23-29
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 19, Zeilen: 20-23, 35 ff.
Diese wird durch die kanonische Orientierung eines Standartbetrachters/-benutzers [sic] relativ zu einem Objekt bestimmt und kann auf das Objekt dauerhaft übertragen werden. Bei Lokalisierungen unter gewöhnlichen Alltagsbedingungen muss nicht das Wissen über die aktuelle Position des Beobachters oder über seine momentane Körperorientierung herangezogen werden. Ausreichend ist in der Regel das Wissen über die kanonische Orientierung von Personen und Objekten. Bei Lokalisierungen unter gewöhnlichen alltagsweltlichen Bedingungen muss aber nicht das Wissen über die aktuelle Position des Sprechers oder über seine momentane Körperorientierung herangezogen werden. Ausreichend ist in der Regel das Wissen über die kanonische Orientierung von Personen.

[...]

Anstelle der Körperorientierung eines singulären Beobachters kann auch die kanonische Orientierung eines Standardbetrachters/ -benutzers relativ zu einem Objekt massgeblich sein. Diese Orientierung kann auf das Objekt dauerhaft übertragen werden.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Wiederholung von Fragment 136 03.


[137.] Dt/Fragment 141 16

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 141, Zeilen: 16-21, 23-28
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 232, 234, Zeilen: 232: 4 ff., vorletzter Satz; 234: 25 ff.
Bei vorkommen geht man zwar in Normalbewegungsrichtung „nach vorne“, vorkommen ist aber gleichermaßen ein herauskommen - in Hinsicht auf ein Bezugsobjekt also ein davorkommen. Das wird auch von den Einträgen im Duden UW (1996: 1694) für vorkommen bestätigt: „4. nach vorn kommen: der Schüler musste [an die Tafel] vorkommen; 5. zum Vorschein kommen: hinter dem Vorhang vorkommen.“ [...] Statische Verben dieses Typs scheint es nicht zu geben. So sind diese Verben der Beleg dafür, dass tatsächlich nicht eindeutig festliegt, welche räumliche Deutung für eine bestimmte Handlung als angemessen gelten kann (vgl. Eichinger 1989: 232). Hier werden Bewegungen, die im Prinzip in verschiedene Richtungen gehen können, durch die Präfigierung mit vor- nach vorne ausgerichtet.

Duden, Deutsches Universalwörterbuch (1996). Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag.

Eichinger, Ludwig M. (1989): Raum und Zeit im Verbwortschatz des Deutschen: eine valenzgrammatische Studie. Linguistische Arbeiten 224. Tübingen: Niemeyer.

[Seite 232:]

Beim 'Vortreten' geht man zwar in Normalbewegungsrichtung 'nach vorne', aber 'vortreten' ist gleichermaßen ein 'Heraustreten', z. B. aus einer Reihe, in Hinsicht auf diesen Bezugspunkt also ein 'Davortreten'. Statische Verben dieses Typs scheint es nicht zu geben (vgl. aber Kühnhold (1973. S.231)). So sind diese Verben der Beleg dafür, daß tatsächlich nicht eindeutig festliegt, und somit im Zweifelsfall in der Situation abgemacht werden muß, welche räumliche Deutung für eine bestimmte Handlung als angemessen gelten kann.

[...]

Hier werden Bewegungen, die im Prinzip in verschiedene Richtungen gehen können, durch die Präfigierung mit vor- nach vorne ausgerichtet.

[Seite 234:]

Das belegen auch die entsprechenden Angaben im Duden-WB zu vorkommen; vorholen ist nicht verzeichnet:

(6.5.)(1)
"4. nach vorn kommen: der Schüler mußte (an die Tafel) v. 5. zum Vorschein kommen: komm aus deinem Versteck vor; hinter dem Vorhang vor."(S.2816)

DUDEN. 1976-1981. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in sechs Bänden, hg. u. bearb. vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion unter Leitung von Günther Drosdowski, Bd. 1-6, Mannheim,Wien,Zürich, Duden-Verlag.

Kühnhold, Ingeburg. [...]
- 1973. Präfixverben. Kühnhold, Ingeburg, Hans Wellmann, Das Verb. (Deutsche Wortbildung. Typen und Tendenzen in der Gegenwartssprache; Erster Hauptteil) Düsseldorf, Schwann. 141-362.

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar (zum Vergleich) angegeben, doch bleiben Umfang und Wörtlichkeit der Übernahme ungekennzeichnet.


[138.] Dt/Fragment 142 19

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 142, Zeilen: 19-36
Quelle: Eichinger 1989
Seite(n): 229, 230, 231, 234, 235, Zeilen: 229: letzte drei Zeilen; 230: 27 f.; 231: 5 f., 11 f., 15 f.; 234: 22 ff., 32 f.; 235: 23 ff.
Die Verben vom Typ „vor X“ stellen eine Verstärkung des Richtungssinnes dar und sind eher spezialisiert. So sind bei ihnen nur bestimme [sic] Objekte möglich, vor denen etwas getan werden kann. Wichtig ist hierbei der Bezug auf die Vorderseiten von Objekten. Vielmehr handelt es sich um eine bestimmte Fläche der in der Phrase ausgedrückten Handlung. Die Bedeutung „vor etwas anbringen“ ist vereint mit einer Bedeutung „über einer vertikalen Oberfläche anbringen“. Das korrespondiert mit der bei vor- z.T. zu beobachtenden Konkurrenz zu aus- (vgl. Eichinger 1989: 231). Die Beispiele zu diesen Verben zeigen deutlich, dass Bildungen mit der Einfachpartikel vor- aufgrund der geringen formalen Markiertheit an eine Vielzahl von Situationen anpassbar sind, ggf. ist sogar in der gleichen Situation eine Deutung nach verschiedenen miteinander kompatiblen Mustern wie „hervor und heraus“ möglich (Eichinger 1989: 235).

Manche Verbbasen implizieren einen Bewegungssinn. Die deutlichsten Beispiele dafür sind kommen und holen, sie implizieren immer die her- Richtung. Solche Verben gehören zum hervor-Typ und bei denen überrascht es nicht, wenn man auch eine Variante mit heraus-Bedeutung findet (vgl. hier oben).


Eichinger, Ludwig M. (1989): Raum und Zeit im Verbwortschatz des Deutschen: eine valenzgrammatische Studie. Linguistische Arbeiten 224. Tübingen: Niemeyer.

[Seite 229:]

Fälle gemäß (6.4.) b) sind eher spezialisiert und idiomatisiert. So sind auch bei ihnen nur bestimmte Objekte möglich, vor die etwas, und die vor etwas gelegt oder getan werden.

[Seite 230:]

Wichtig ist hierbei der Bezug auf die angenommenen inhärenten Vorderseiten von Objekten (vgl. Eroms (1981); Bennett (1975, S.81-84)).

[Seite 231:]

Vielmehr handelt es sich durchweg um genau bestimmte Spezialfälle der in der Paraphrase ausgedrückten Handlung. [...] Das korrespondiert in diesem Fall mit der bei vor- z.T. zu beobachtenden Konkurrenz zu aus-. [...]

Die Bedeutung 'vor etwas anbringen' ist ununterscheidbar vereint mit einer Bedeutung 'über einer ungefähr vertikalen Oberfläche anbringen'.6


6 [...]

[Seite 234:]

Es läßt sich ebenfalls aus der Tabelle ablesen, daß - ähnlich wie oben bei sinken und absinken besprochen - manche Basen einen Bewegungssinn implizieren oder zumindest nahelegen. Kommen und holen sind die offensichtlichsten Beispiele dafür, sie implizieren immer schon die her-Richtung. [...]

Solche Verben gehören also zum HERVOR-Typ und bei denen überrascht es nicht, wenn man auch eine Variante mit HERAUS findet (s.Variante 5.).

[Seite 235:]

Zudem zeigen die Beispiele zu diesem Verb/diesen Verben deutlich, daß Bildungen mit der Einfachpartikel aufgrund der geringen formalen Markiertheit an eine Vielzahl von Situationen anpaßbar sind; ggf. ist sogar in der gleichen Situation eine Deutung nach verschiedenen miteinander sachlich kompatiblen Mustern - s. HERVOR und HERAUS - möglich.


Bennett, David C. 1975. Spatial and Temporal Uses of English Prepositions. An Essay in Stratificational Semantics. London, Longman.

Eroms, Hans-Werner. [...]
- 1981. Valenz Kasus und Präpositionen. Untersuchungen zur Syntax und Semantik präpositionaler Konstruktionen in der deutschen Gegenwartssprache. (Monographien zur Sprachwissenschaft 11) Heidelberg, Winter.

Anmerkungen

Die Quelle wird zwar zweimal genannt, doch bleiben Umfang und Wörtlichkeit der Übernahme (die sich auch nach der zweiten Referenz fortsetzt) unausgewiesen - ebenso der Umstand, dass sie aus Passagen von 5 Seiten der Quelle erfolgte.


[139.] Dt/Fragment 143 09

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 143, Zeilen: 9-16
Quelle: Becker 1994
Seite(n): 20, Zeilen: 11 ff.
Es gibt Objekte mit intrinsischer Vorderseite. Ist die Vorderseite gegeben, wird die entgegengesetzte Seite als Hinterseite bestimmt. Eine intrinsische Vorderseite liegt vor, wenn ein Objekt eine Standardlage hat, bei der eine Seite nach vorne zeigt. Bei Artefakten hängt die Standardlage eng mit der Funktion des Objekts zusammen: eine Schultafel zeigt nach vorne, weil sie dazu dient, an sie zu schreiben, damit das Geschriebene von allen im Klassenzimmer gesehen werden kann. Die typische Orientierung des Standardbenutzers/-betrachters ist ausschlaggebend und damit her- vorbestimmt. Es gibt Objekte mit intrinsischer Oberseite und/ oder intrinsischer Vorderseite. Ist die Oberseite gegeben, wird die entgegengesetzte Seite als Unterseite bestimmt. [...]

Eine intrinsische Oberseite liegt vor, wenn ein Objekt eine Standardlage hat, bei der eine Seite nach oben zeigt. Bei Artefakten hängt die Standardlage eng mit der Funktion des Objekts zusammen: die Tischplatte zeigt nach oben, weil sie dazu dient, dass Objekte auf ihr abgestellt werden.

[...] Sie erfolgt einmal in Analogie zur menschlichen Orientiertheit, also durch Übertragung der Kriterien Seiten-Asymmetrie, Blickrichtung und Bewegungsrichtung auf Objekte; zum andern kann die typische Orientierung eines Standardbenutzers/ -betrachters ausschlaggebend sein.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[140.] Dt/Fragment 160 10

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 160, Zeilen: 10-12, 23-27, 36-39
Quelle: Wrobel 1997
Seite(n): 15, 16, 22, Zeilen: 15: 21 ff., 35 ff.; 16: 3 ff., 6 ff.; 22: 11 f.
Denn selbstproduzierte Textäußerungen sind Produkte eines langen und aufwendigen Produktionsprozesses.

[...]

[...] Weitere Untersuchungen in dieser Hinsicht könnten wichtige Ergebnisse über das Vorformulieren liefern, da diese Stufe ein theoretisch wie empirisch nur unzureichend erforschter Teilbereich des Schreibprozesses ist und Möglichkeiten der adäquaten theoretischen Modellierung und empirischen Erforschung des Formulierungsprozesses eröffnen [sic]. [...]

Aus dieser Schnittstellenfunktion des Prätextes ergibt sich das Problem nämlich des Interesses und der Zuständigkeit von Disziplinen. Für die Kognitionswissenschaften sind weitgehend Prozesse der kognitiven Organisation interessant, die vor dem Formulieren liegen, das Geschäft der Sprachwissen-[schaften beginnt aber erst dort, wo sprachliche Strukturen methodisch greifbar werden – also nach der Artikulation oder Vertextung.]

[Seite 22, Z. 11 f.:]

Denn manifeste Textäußerungen sind einerseits Produkte eines langen und mühsamen Produktionsprozesses; [...]

[Seite 15, Z. 35 ff.:]

Einigkeit besteht innerhalb der Schreibforschung darin, daß die Stufe des Formulierens ein theoretisch wie empirisch nur unzureichend erforschter Teilbereich des Schreibprozesses ist.

[Seite 15, Z. 21 ff.:]

Im Mittelpunkt soll dabei die Frage stehen, ob und in welcher Weise solche allgemeinen Modellvorstellungen Möglichkeiten der adäquaten theoretischen Modellierung und empirischen Erforschung des Formulierungsprozesses eröffnen oder verhindern.

[Seite 16, Z. 3 ff. und 6 ff.:]

Aus dieser Schnittstellenfunktion des Formulierens ergibt sich zweitens auch ein wissenschaftssystematisches Problem: das Problem nämlich des Interesses und der Zuständigkeit von Disziplinen. [...] Für die Kognitionswissenschaften sind weitgehend Prozesse der kognitiven Organisation interessant, die vor dem Formulieren liegen; das Geschäft der Sprachwissenschaften beginnt hingegen erst dort, wo sprachliche Strukturen methodisch greifbar werden – also nach der Artikulation oder Vertextung.

Anmerkungen

Aus der vorletzten Seite des (Quasi-Bilanz-)Kapitels 5.

Ein Hinweis auf eine Übernahme fehlt auf der Seite. Auf der Folgeseite findet sich am Ende des ersten Absatzes die Referenz "(Wrobel, online:2)", "2" ist dort die zweite Seite (= S. 16) des PDFs von Wrobel 1997, die Wörtlichkeit der Übernahme (bereits am letzten Absatz in diesem Fragment erkennbar) bleibt indes ungekennzeichnet.

Fortsetzung: Fragment 161 01.


[141.] Dt/Fragment 161 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 161, Zeilen: 1-5
Quelle: Wrobel 1997
Seite(n): 16, Zeilen: 6 ff.
[Für die Kognitionswissenschaften sind weitgehend Prozesse der kognitiven Organisation interessant, die vor dem Formulieren liegen, das Geschäft der Sprachwissen-]schaften beginnt aber erst dort, wo sprachliche Strukturen methodisch greifbar werden – also nach der Artikulation oder Vertextung. Für beide Seiten ist der Formulierungsprozess eine Art Randphänomen, das man zwar in verschiedenen Theorieansätzen berücksichtigt, das aber kaum irgendwann im Zentrum des Interesses oder gar der Disziplin steht (Wrobel, online:2).

Wrobel, Arne (2006): Zur Modellierung von Formulierungsprozessen. http://www.prowitec.rwth-aachen.de/p-publikationen/bandpdf/band1/band1_wrobel.pdf

Für die Kognitionswissenschaften sind weitgehend Prozesse der kognitiven Organisation interessant, die vor dem Formulieren liegen; das Geschäft der Sprachwissenschaften beginnt hingegen erst dort, wo sprachliche Strukturen methodisch greifbar werden – also nach der Artikulation oder Vertextung. Für beide Seiten ist der Formulierungsprozeß eine Art Randphänomen, das man zwar in verschiedenen Theorieansätzen berücksichtigt, das aber kaum jemals im Zentrum des Interesses oder gar der Disziplin steht.1

1 Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Für den Bereich der Textlinguistik vgl. z. B. den prozeduralen Ansatz von de Beaugrande/Dressler (1981); für die sprachwissenschaftlich orientierte Schreibforschung de Beaugrande (1984).

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 160 10.

Beginn der letzten Seite des (Quasi-Bilanz-)Kapitels 5.

Die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt ungekennzeichnet.

Die Quelle ist mit "(Wrobel, online:2)" - wenngleich nur ungefähr richtig - genannt: Von den drei im Literaturverzeichnis aufgeführten Publikationen Arne Wrobels enthält lediglich "Wrobel, Arne (2006)" einen Internetlink. "Wrobel 2006" ist allerdings wiederum das PDF eines bereits 1997 erschienenen Aufsatzes Wrobels ...


Quellen

[1.] Quelle:Dt/Becker 1994

Autor     Angelika Becker
Titel    Lokalisierungsausdrücke im Sprachvergleich. Eine lexikalisch-semantische Analyse von Lokalisierungsausdrücken im Deutschen, Englischen, Französischen und Türkischen
Ort    Tübingen
Verlag    Max Niemeyer Verlag
Jahr    1994
Reihe    Linguistische Arbeiten; 316
Anmerkung    Zugl.: Heidelberg, Univ., Diss., 1991

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[2.] Quelle:Dt/Denny 1985

Autor     J. Peter Denny
Titel    Was ist universal am raumdeiktischen Lexikon?
Sammlung    Sprache und Raum. Psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit. Ein Arbeitsbuch für das Lehren von Forschung
Herausgeber    Harro Schweizer
Ort    Stuttgart
Verlag    Metzler
Jahr    1985
Seiten    111-128
Anmerkung    "Überarbeitete Fassung von: Locating the universals in lexical systems for spatial deixis. In: Farkas, P. / Jacobson, W. / Todrys, (eds.): Papers from the Parasession on the Lexicon. Chicago: Chicago Linguistic Society, 71–84. Übersetzung ins Deutsche: Horst Ebbinghaus."
DOI    https://doi.org/10.1007/978-3-476-03189-1_6
URL    https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-476-03189-1_6

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein

[3.] Quelle:Dt/Di Meola 1994

Autor     Claudio Di Meola
Titel    Kommen und gehen. Eine kognitiv-linguistische Untersuchung der Polysemie deiktischer Bewegungsverben
Ort    Tübingen
Verlag    Niemeyer
Jahr    1994
Reihe    Linguistische Arbeiten ; 325
Anmerkung    Zugl.: Rom, Univ. III, Diss., 1993

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[4.] Quelle:Dt/Ehrich 1989

Autor     Veronika Ehrich
Titel    Die temporale Festlegung lokaler Referenz
Sammlung    Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum
Herausgeber    Christopher Habel / Michael Herweg / Klaus Rehkämper
Ort    Tübingen
Verlag    Max Niemeyer Verlag
Jahr    1989
Seiten    1-16
Reihe    Linguistische Arbeiten; 233
ISBN    3-484-30233-X
DOI    https://doi.org/10.1515/9783111354620.1

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein

[5.] Quelle:Dt/Eichinger 1989

Autor     Ludwig M. Eichinger
Titel    Raum und Zeit im Verbwortschatz des Deutschen: eine valenzgrammatische Studie
Ort    Tübingen
Verlag    Max Niemeyer Verlag
Jahr    1989
Umfang    X, 436 S.
Reihe    Linguistische Arbeiten 224
Anmerkung    Zugl.: Bayreuth, Univ., Habil.-Schr., 1985/86 u. München, Univ., Habil.-Schr., 1987/88
ISBN    3-84-30224-0
DOI    https://doi.org/10.1515/9783111354576

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[6.] Quelle:Dt/Grabowski 1999

Autor     Joachim Grabowski
Titel    Raumrelationen. Kognitive Auffassung und sprachlicher Ausdruck
Ort    Opladen ; Wiesbaden
Verlag    Westdeutscher Verlag
Jahr    1999
Anmerkung    Zugl.: Mannheim, Univ., Diss., 1996
URL    https://www.researchgate.net/publication/328198748_Raumrelationen_Kognitive_Auffassung_und_sprachlicher_Ausdruck

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[7.] Quelle:Dt/Grießhaber 2006

Autor     Wilhelm Grießhaber
Titel    Präpositionen: Wortart
Jahr    2006
Anmerkung    Zur Datierung: Am Ende der Seite findet sich der Eintrag: "© W. Grießhaber 2005-2006".
URL    https://www.uni-muenster.de/Sprachenzentrum/griesha/spw/prp/wortart-uebb.html

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein

[8.] Quelle:Dt/Grommes 2005

Autor     Patrick Grommes
Titel    Prinzipien kohärenter Kommunikation
Jahr    2005
Umfang    269 + IX Seiten
Anmerkung    Diss. Humboldt-Universität zu Berlin, 2005
URL    http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/grommes-patrick-2005-06-08/PDF/grommes.pdf

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[9.] Quelle:Dt/Herrmann Schweizer 1998

Autor     Theo Herrmann / Karin Schweizer
Titel    Sprechen über Raum. Sprachliches Lokalisieren und seine kognitiven Grundlagen
Ort    Bern ; Göttingen ; Toronto ; Seattle
Verlag    Huber
Jahr    1998

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[10.] Quelle:Dt/Herrmann et al. 1992

Autor     Theo Herrmann / Elvira Kilian / Sabine Dittrich / Peter Dreyer
Titel    Was- und Wie-Schemata beim Erzählen
Sammlung    Textproduktion. Neue Wege der Forschung
Herausgeber    Hans P. Krings / Gerd Antos
Ort    Trier
Verlag    Wissenschaftlicher Verlag Trier
Jahr    1992
Seiten    147-158

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein

[11.] Quelle:Dt/Mikosch 1987

Autor     Ingrid Mikosch
Titel    Die Präpositionen in gesprochener Sprache. Vorkommen und Funktion untersucht an Tonbandaufnahmen aus Baden-Württemberg, Bayrisch-Schwaben und Vorarlberg
Ort    Tübingen
Verlag    Max Niemeyer Verlag
Jahr    1987
Reihe    Idiomatica; Bd. 14
Anmerkung    Zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 1988
URL    https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/131823

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[12.] Quelle:Dt/Moilanen 1979

Autor     Markku Moilanen
Titel    Statische lokative Präpositionen im heutigen Deutsch. Wahrheits- und Gebrauchsbedingungen
Ort    Tübingen
Verlag    Niemeyer
Jahr    1979
Reihe    Linguistische Arbeiten ; 70
Anmerkung    Zugl.: Helsinki, Univ., Diss.
URL    https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/65814

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[13.] Quelle:Dt/Projekt Deutscher Wortschatz 2001

Autor     (Universität Leipzig)
Titel    Kollokationen
Jahr    2001
Anmerkung    Wortschatz : FAQ : Sprache : Kollokationen
URL    https://web.archive.org/web/20010414021131/http://wortschatz.uni-leipzig.de/html/faq/koloka.html

Literaturverz.   

ja (URL)
Fußnoten    nein

[14.] Quelle:Dt/Tandaschwili 2002

Autor     Manana Tandaschwili
Titel    Die Sprachwissenschaft im 20. Jh. Europäische und amerikanische linguistische Schulen
Jahr    2002
URL    http://armazi.fkidg1.uni-frankfurt.de/personal/manana/theorie/theo2.pdf

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[15.] Quelle:Dt/Vater 1996

Autor     Heinz Vater
Titel    Einführung in die Raum-Linguistik
Ort    Hürth
Verlag    Gabel
Ausgabe    3., verb. Aufl.
Jahr    1996
Reihe    Kölner linguistische Arbeiten - Germanistik ; 24

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[16.] Quelle:Dt/Weiß 2005

Autor     Petra Weiß
Titel    Raumrelationen und Objekt-Regionen. Psycholinguistische Überlegungen zur Bildung lokalisationsspezifischer Teilräume
Ort    Wiesbaden
Verlag    Deutscher Universitäts-Verlag
Jahr    2005
Anmerkung    Zugl.: Bielefeld, Univ., Diss., 2004
URL    https://www.springer.com/de/book/9783824446186

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[17.] Quelle:Dt/Weiß et al. 1999

Autor     Petra Weiß / Bernd Hildebrandt / Hans-Jürgen Eikmeyer / Gert Rickheit
Titel    Verb-, Objekt- und Kontextinformation bei der Rezeption von Handlungsanweisungen
Sammlung    KogWis99 : Proceedings der 4. Fachtagung der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft, Bielefeld, 28. September - 1. Oktober 1999
Herausgeber    Ipke Wachsmuth / Bernhard Jung
Ort    Sankt Augustin
Verlag    Infix
Jahr    1999
Seiten    238-243
URN    http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:361-3957
URL    https://pub.uni-bielefeld.de/record/2302549 - https://pub.uni-bielefeld.de/download/2302549/2302555/weiss.pdf

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein

[18.] Quelle:Dt/Wiese 2000

Autor     Heike Wiese
Titel    Numeral-Klassifikatoren und die Distribution von Nomen: Konzeptuelle, semantische und syntaktische Aspekte. Vortrag auf dem III. Ost-West-Kolloquium; Berlin, 24.-26. Februar 2000.
Ort    Tübingen
Verlag    Narr
Jahr    2000
Anmerkung    Der im Literaturverzeichnis angegebene Link ist nicht mehr gültig. Für mehrere gültige Links s.u. (URL).
URL    http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/year/2010/docId/14109 ; https://web.archive.org/web/20031121070503/http://www2.hu-berlin.de/linguistik/institut/wiese/publications/HWOstWest.pdf ; https://core.ac.uk/download/pdf/14514050.pdf

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[19.] Quelle:Dt/Wikipedia Schreibtafel 2009

Titel    Schreibtafel
Verlag    (Wikipedia)
Datum    9. Dezember 2009
URL    https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schreibtafel&oldid=67784773

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein

[20.] Quelle:Dt/Wrobel 1997

Autor     Arne Wrobel
Titel    Zur Modellierung von Formulierungsprozessen
Sammlung    Schreiben in den Wissenschaften
Herausgeber    Eva-Maria Jakobs / Dagmar Knorr
Ort    Frankfurt am Main ; Berlin ; Bern ; New York ; Paris ; Wien
Verlag    Lang
Jahr    1997
Seiten    15-25
Anmerkung    Konferenzschrift, 1996, Otzenhausen
URL    www.prowitec.rwth-aachen.de/p-publikationen/band-pdf/band1/band1_wrobel.pdf - https://www.ph-ludwigsburg.de/2335+M55fcc89825f.html

Literaturverz.   

ja (2006)
Fußnoten    ja (Wrobel: online)

[21.] Quelle:Dt/Wunderlich 1982

Autor     Dieter Wunderlich
Titel    Sprache und Raum
Zeitschrift    Studium Linguistik
Jahr    1982
Nummer    Heft 12
Seiten    1-19

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[22.] Quelle:Dt/Wunderlich 1985

Autor     Dieter Wunderlich
Titel    Raum, Zeit und das Lexikon
Sammlung    Sprache und Raum. Psychologische und linguistische Aspekte der Aneignung und Verarbeitung von Räumlichkeit. Ein Arbeitsbuch für das Lehren von Forschung
Herausgeber    Harro Schweizer
Ort    Stuttgart
Verlag    Metzler
Jahr    1985
Seiten    66-89
DOI    https://doi.org/10.1007/978-3-476-03189-1_4
URL    https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-476-03189-1_4

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[23.] Quelle:Dt/Wunderlich 1986

Autor     Dieter Wunderlich
Titel    Raum und die Struktur des Lexikons
Sammlung    Perspektiven auf Sprache. Interdisziplinäre Beiträge zum Gedenken an Hans Hörmann
Herausgeber    Hans G. Bosshardt
Ort    Berlin, Boston
Verlag    De Gruyter
Jahr    1986
Seiten    212–231
DOI    https://doi.org/10.1515/9783110886238

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[24.] Quelle:Dt/Zifonun et al. 1997

Autor     Gisela Zifonun / Ludger Hoffmann / Bruno Strecker
Titel    Grammatik der deutschen Sprache
Ort    Berlin / New York
Verlag    De Gruyter
Jahr    1997
Reihe    Schriften des Instituts für Deutsche Sprache ; 7, Band 3
URL    https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/3281 - eingeschränkte Voransicht: https://books.google.de/books?id=yMg4T_vceI0C&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

[25.] Quelle:Dt/von Stutterheim 1992

Autor     Christiane von Stutterheim
Titel    Quaestio und Textstruktur
Sammlung    Textproduktion. Neue Wege der Forschung
Herausgeber    Hans P. Krings / Gerd Antos
Ort    Trier
Verlag    Wissenschaftlicher Verlag Trier
Jahr    1992
Seiten    159-171

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja

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