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Forum: Übersicht > Noch eine Bonner Diss
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Die weitere Auseinandersetzung mit dieser Dissertation findet hier statt: Mw. Hier also bitte nicht mehr ergänzen, sondern ab jetzt Fragmente anlegen.

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2009/1967/1967.htm

Ergänzend und präzisierend: Diese Dissertation wurde von der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn angenommen. -- Dr. plag. Erb Senzahl 05:35, 27. Jun. 2011 (UTC)

Siehe auch: Bonner Dissertationen und Habilitationen online der Philosophischen Fakultät: 1999-2011


UPDATE: Benutzer_Diskussion:Goalgetter#PlagScan_Report_f.C3.BCr_Mw

Zahleiche Fundstellen liefert PlagScan!

Ich muss meine Meinung/Einschätzung revidieren: Automatische Scanner laufen (bei Mw) doch nicht ins Leere. Frangge 13:15, 1. Jul. 2011 (UTC)

Hier ist Vorsicht angebracht. Ein Großteil der Fundstellen sind direkte Zitate aus Reden, Situngsprotokollen etc., soweit wie ich das bisher überblicke.Dr. I. Jones 17:57, 5. Jul. 2011 (UTC)
Richtig: Zitate und vor allem bibliografische Angaben liefert der Scanner. Frangge 18:02, 5. Jul. 2011 (UTC)


Auffälligkeiten im "Impressum"

Zusammensetzung der Prüfungskommission

Vorsitzender: PD Dr. Volker Kronenberg
Betreuer: Hon. Prof. Dr. Michael Schneider
Gutacher: Prof. Dr. Tilman Mayer

Weiteres prüfungsberechtigtes Mitglied:
 
Hon. Prof. Dr. Gerd Langguth
Tag der mündlichen Prüfung: 11.11.2009

Diese Dissertation ist auf dem Hochschulschriftenserver der ULB Bonn
http://hss.ulb.uni-bonn.de/diss_online elektonisch publiziert

(keine Hervorhebungen im Original)

Anfangsverdacht: Fundstellen

Der Autor dieser Bonner Dissertation ist ein "Meister der Kompilation"; automatische Scanner laufen da ins Leere, aber diese Stelle ist eindeutig ein Plagiat.

S. 23

Außenpolitisch ist die Bundesrepublik Deutschland seit 1949 darauf angewiesen, den Handlungsspielraum zu nutzen, den die internationalen Rahmenbedingungen ihr bieten. Darin unterscheidet sich die Bundesrepublik immer weniger von anderen Ländern. In einer immer dichter vernetzten und globalisierten Welt kann kein Land, auch keine Großmacht im heutigen Sinne, mehr autark Außenpolitik praktizieren. Jedoch hat keine andere Regierung eines vergleichbaren Staates unter den komplexen Bedingungen des Kalten Krieges so gut die Kompetenz erlangt beziehungsweise erlangen müssen, die Grenzen des eigenen Handlungsspielraums zu erspähen, zu akzeptieren und im Interesse des eigenen Landes zu gebrauchen, wie es die deutsche Bundesregierung getan hat.

"ORIGINAL": http://www.deutschlandundeuropa.de/40_00/rolledeutschlands.html

In ihrer Außenpolitik war und ist die Bundesrepublik darauf verwiesen, den Handlungsspielraum zu nutzen, den die Rahmenbedingungen ihr lassen beziehungsweise öffnen. Darin unterscheidet sie sich einerseits zusehends weniger von anderen: In einer immer dichter vernetzten, dem Globalisierungssog ausgesetzten Welt kann, von der militärischen Supermacht USA in gewisser Hinsicht abgesehen, kein Land, keine Großmacht im modernen Sinne, mehr autonom und souverän Außenpolitik betreiben. [...] Andererseits hat keine zweite Regierung eines vergleichbaren Landes unter den Bedingungen der Ordnung des Kalten Krieges eine solche Fähigkeit entwickelt [bzw.] entwickeln müssen, die Grenzen der Handlungsfähigkeit zu erkennen, zu akzeptieren und im Interesse des eigenen Landes zu nutzen, wie die deutsche. Aus: Schöllgen, Gregor: Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland. C. H. Beck, München 1999, S. 16 f.


S. 9

Die Große Koalition entschied nicht darüber, ob überhaupt eine neue deutschland- und ostpolitische Initiative ergriffen werden sollte. CDU/CSU und SPD waren sich darüber einig, dass die Politik nach Osten dringend erneuert und erweitert werden musste. Die spannende Frage war nun, wer unter den Koalitionspartnern die Deutschland- und Ostpolitik nach eigenen Maßstäben und Prioritäten umsetzen würde.

Original: Dirk Kroegel: Einen Anfang finden!... München 1997, S. 15 [1]


S. 10

Die Verständigung mit der Sowjetunion und die Aussöhnung mit den osteuropäischen Nachbarn Polen und der Tschechoslowakei wurden noch vor den Beziehungen zu den westlichen Verbündeten in der Großen Koalition diskutiert.

Original: Werner Weidenfeld, Karl-Rudolf Korte: Handbuch zur deutschen Einheit - S. 244 [2]


S. 23 f.

Das Ziel der deutschen Einheit wurde in der Präambel des Grundgesetzes für alle Bundesregierungen bindend festgehalten. Unter ihrem ersten Kanzler Adenauer versuchte die Bundesrepublik, ihre außenpolitischen Interessen durch eine Politik der konsequenten Westbindung zu realisieren. Die feste Integration in die westliche Gemeinschaft demokratischer Staaten sollte das Vertrauen der westlichen Verbündeten in die Verlässlichkeit und die Berechenbarkeit der Bundesrepublik bestärken. Durch aktive Mitwirkung in der westlichen Gemeinschaft wollte die Bundesrepublik Gleichberechtigung erreichen.67 Die Politik der Westbindung war aber nicht nur eine Absage an Schaukelpolitik und Sonderwege, sie stellte in ihrem Kern als Wertbindung auch die Basis für die Erschaffung und Aufrechterhaltung einer demokratischen Ordnung in der Bundesrepublik dar.

Original: Werner Weidenfeld, Karl-Rudolf Korte: Handbuch zur deutschen Einheit - S. 30 [3]

Statistik

         "Letzter Zugriff": 07.05.2009 [14 Nachweise: "letzter Zugriff" auf Internet-Seiten]
Tag der mündlichen Prüfung: 11.11.2009
              PDF erstellt: 29.11.2009
              PDF geändert: 07.12.2009
                PDF upload: 07.12.2009
   Umfang: 345 Seiten
Haupttext: 316 Seiten, 1418 Fußnoten
Atomwaffensperrvertragsdiskussion, 33 Zeichen
Bundestagsfraktionsarbeitskreises, 33 Zeichen
Koalitionsverhandlungskommission, 32 Zeichen

TYPO-Status/Einschätzung: einige Typos; der unbekannte Autor spielt aber nicht in der "Liga der großen Vertippser": MCP, UB, GC

3 Annerkennung
Atomwaffengegener
Augeblick
Böckenforde
Bundestagdebatte
elektonisch
erkennnen
Erkenntnise
Erkläung
Gutacher
Osteueropa
Phyrrhus
2 Politkerleben
Sachtand
übergegebenen
überliessen
Untastbarkeit
2 Vorraussetzung
2 Vorraussetzungen
Zäsurcharackter

Diskussion

META-KRAMS-GEDANKEN: Nach den ungeschriebenen Regeln von VroniPlag Wiki müsste man zunächst die "Zehn-Prozent-Hürde" nehmen. Das heißt, es müssten mehr als 30 Seiten mit Plagiatstellen dokumentiert werden. Anschließend erfolgt die "De-Anonymisierung": Der Autor bekommt einen Namen und ein Gesicht. Und hier kommt die nächste Hürde: Der Autor ist nahezu unbekannt und (wohl) kein (umtriebiger) Politiker, möglicherweise kann eine SPD-Affinität belegt werden. Also, kein Fall für VroniPlag, da die causa nicht vorzeigbar und spektakulär? Weitere Bedenken und Einwände: Die Dissertation stammt wieder aus den hektischen Hallen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn; und die Damen und Herren dort sind mit den aktuellen und brandheißen Fällen GC und MM mehr als beschäftigt. Dafür haben sie mit Wolfgang Löwer[4] einen ausgewiesenen Fachmann für Wissenschaftsrecht.

Als externer Experte stand der Jurist der Kommission beratend zur Seite, die an der Uni Bayreuth den Plagiatsvorwurf gegen Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) aufklärte. Als Sprecher des DFG-Gremiums „Ombudsman für die Wissenschaft“ ist Löwer außerdem Ansprechpartner für Whistleblower, die wissenschaftliches Fehlverhalten melden wollen.[5]
Also, eine Schon-/Auszeit für die Bonner und ihre Plagiatoren an der Philosophischen Fakultät? Kein günstiger Zeitpunkt... äh Kairos? Ist eine kurze Verschnaufpause angebracht? Frangge 15:09, 24. Jun. 2011 (UTC)

Meines Erachtens sollte man erstmal die Entscheidung der Uni Bonn im Fall Chatzimarkakis abwarten. Wenn dort der Doktor aberkannt wird, reicht es denke ich, den begründeten Anfangsverdacht den zuständigen Stellen der Universität mitzuteilen und erstmal darauf zu vertrauen, dass diese dann auch in diesem Fall für eine gründliche Prüfung mit den ggf. notwendigen Konsequenzen sorgen werden. Es wäre dann in meinen Augen unverhältnismäßig, einen Fall, in dem es anscheinend nicht um einen Mandatsträger, Hochschullehrer oder sonstige Person des öffentlichen Lebens geht, durch Bearbeitung in diesem Wiki groß aufzubauschen. Wenn die Universität hingegen trotz der eklatanten Verstöße gegen die Grundsätze wissenschaftlicher Praxis im Fall Chatzimarkakis keine Aberkennung des Doktorgrades vornimmt und womöglich auch nicht bereit sein sollte, die neuen Erkenntnisse im Fall Mathiopoulos zum Anlass einer erneuten Prüfung zu nehmen, dann müsste man davon ausgehen, dass auch in diesem neuen Fall von der Universität keine angemessene Reaktion zu erwarten wäre. In diesem Fall sollte Vroniplag dann tätig werden, um Druck auf die Universität aufzubauen, ihren Pflichten nachzukommen. 93.197.129.46 18:07, 24. Jun. 2011 (UTC)
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Ich denke auf jeden Fall, dass die Arbeit einen Blick lohnt - und wenn die Uni den tun kann, um so besser. Es sind zwar Änderungen ersichtlich, aber das ist eigentlich nicht mehr als ein Lexikonspielchen ohne eigenen Ideeneintrag, das da betrieben wird. Wörtlein wechsel dich. Ich schließe mich der Meinung an, auf die anstehende Entscheidung der Uni Bonn zu warten und dann den Fall dort zu melden. Von Druck und solchen Dingen mag ich da ungern reden, wir sollten einfach abwarten, den Fall melden und die Reaktion sehen. Danach ist man schlauer. Vielleicht findest Du ja noch ein paar Stellen (wie lange dauert es eigentlich bei so einer schon relativ raffinierten Plagge, diese Stellen zu finden? Plagge gefällt mir, hat was von Plörre, sieht gut aus und hat 'nen fiesen Nachgeschmack.) Eridanos 18:36, 24. Jun. 2011 (UTC)
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Schon gelesen?: "Marcusb programmierte in den letzten zwei Wochen eine Software, die nun fast alle Arbeitsschritte automatisiert. Damit will VroniPlag die nächste Stufe zünden. 'Viele von uns in der Gruppe wollen nicht jede Woche einen neuen Typen ans Kreuz nageln', sagt KayH. Mit der neuen Software können systematisch Tausende Arbeiten verglichen werden. 'Ich habe gerade 35 Doktorarbeiten aus Münster heruntergeladen und schon einmal nach Auffälligkeiten geschaut', sagt Marcusb. 'Es kann sein, dass da sogar untereinander abgeschrieben wurde.' Die Plagiatsjäger verlassen die Reviere mit den bekannten Titelträgern. Und bald müssen wohl viele unbekannte Doktoren zittern, die ebenfalls unsauber gearbeitet haben." http://www.welt.de/print/wams/kultur/article13437533/Plagiatsjaeger-auf-Knopfdruck.html
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Könntest den Fund ja Marcusb als Trainingsobjekt für die neue Software anbieten. Sicher interessant zu wissen, wo die Grenzen automatisierter Analyse ungefähr liegen und inwieweit man auch bei PDFs von "Meistern der Kompilation" am menschlichen Faktor nicht vorbeikommt. -- 213.102.101.164 19:04, 24. Jun. 2011 (UTC)

Insbesondere weil der Autor zwar kein Politiker sondern ein Berater zu sein scheint, wäre es sinnvoll, die Arbeit genauer zu untersuchen, um auch der Beraterbranche ein "heilsames" Signal zu geben. Vermutlich ist die Quote der "falschen Doktoren" hier nicht geringer als unter den Politikern. Dort ist es teilweise üblich, innerhalb kurzer Zeit und/oder berufsbegleitend den Doktortitel "zu erwerben", in vielen Fällen sicherlich, ohne dass ein echtes wissenschaftliches Interesse besteht. Bei einer der führenden internationalen Unternehmensberatungen ist der Doktortitel sogar Pflicht, um eine bestimmte Karrierestufe zu erreichen. Wegen des up-or-out-Prinzips führt ein Scheitern bei der Doktorarbeit dort unmittelbar zum Jobverlust ... 92.195.114.27 11:52, 25. Jun. 2011 (UTC)


"'So was ist nie gut', sagt einer der bekanntesten Bonner Wissenschaftler, Merkel-Biograf Prof. Dr. Gerd Langguth, über Plagiatsvorwürfe. Warum so viele Politiker ausgerechnet hier ihre zwei Zusatzbuchstaben bekamen, erklärt er mit der betonten Praxisorientierung der Uni. 'Leichter' hätten diese hier ihre Titel nicht erhalten." (Philipp Jacobs / Gregor Mayntz: Plagiat – die Taktik der Doktoren, RP ONLINE, 05.07.2011 http://nachrichten.rp-online.de/politik/plagiat-die-taktik-der-doktoren-1.1322942?ot=de.circit.rpo.PopupPageLayout.ot )
Ob er schon von Mw weiß? -- 217.185.66.27 15:51, 5. Jul. 2011 (UTC)

Weitere verdächtige Funde

S. 007-049

S. 9 Forum:Noch eine Bonner Diss#Anfangsverdacht: Fundstellen

S. 10 Forum:Noch eine Bonner Diss#Anfangsverdacht: Fundstellen

S. 23 Forum:Noch eine Bonner Diss#Anfangsverdacht: Fundstellen


grenzwertig, aber erstmal dokumentierwürdig:

S.26: "Zwar wurde die Doktrin nach dem damaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Walter Hallstein, benannt, aber ersonnen worden ist sie vom Leiter der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amts, Wilhelm Grewe"

In [6]:"Die Doktrin ist benannt nach dem damals amtierenden Staatssekretär im auswärtigen Amt Walter Hallstein, entwickelt wurde sie aber eigentlich vom Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amts, Wilhelm Grewe."


S. 28: "Denn die Errichtung der Berliner Mauer im August 1961 hatte die Deutschland- und Ostpolitik der Bundesregierung vor eine neue Hürde gestellt. In der DDR war der Versuch misslungen, eine sozialistische Gesellschaftsordnung aufzubauen, die von der Bevölkerung hätte akzeptiert werden können. Millionen Menschen, darunter viele qualifizierte Arbeitskräfte, hatten die DDR verlassen und waren in die prosperierende Bundesrepublik gegangen. Um weitere Abwanderungen zu unterbinden, riegelte die DDR ihre Grenzen ab."

In [7]: "Die Errichtung der Berliner Mauer nach den Sperrmaßnahmen vom 13. August 1961 markierte das doppelte Scheitern bisheriger Deutschlandpolitik. In der DDR war der Versuch mißlungen, eine sozialistische Gesellschaftsordnung aufzubauen, die von der Bevölkerung bejaht, ja gegenüber dem westlichen Kapitalismus als überlegen betrachtet wurde. Millionen von Menschen, darunter viele jüngere und qualifizierte Arbeitskräfte, hatten die DDR verlassen und waren in die Bundesrepublik gegangen. Um das Ausbluten des eigenen Staates zu verhindern, riegelte die DDR ihre Grenzen fast hermetisch ab."

im Link angegeben: "Quelle: Schlaglichter der deutschen Geschichte, Bonn, 1996, S. 364-367 (Auszug)"

S. 31 Forum:Noch eine Bonner Diss#Sonderbarer Fund


S.32: "Der damalige CDU-Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier behauptete später, dass die Friedensnote von vornherein nicht als Verhandlungsangebot an den Osten, sondern als Zeichen der Entspannungsbereitschaft Richtung Westen gedacht gewesen sei, um der dort drohenden, wenn nicht bereits eingetretenen Isolierung zu begegnen."

In [8] S.1: "Manche, wie der damalige Bundestagspräsident Gerstenmaier, behaupteten später sogar, daß die Friedensnote von vorneherein nicht als Verhandlungsangebot an den Osten, sondern als Zeichen der Entspannungsbereitschaft Richtung Westen gedacht war, um der dort drohenden, wenn nicht bereits eingetretenen Isolierung zu begegnen." [Verweis auf (wahrscheinlich) die Primärquelle "Eugen Gerstenmaier, Streit und Friede hat seine Zeit – ein Lebensbericht, Frankfurt/M 1981" wird übernommen, allerdings mit anderer Seitenzahl]

S. 050-099

verdächtig, aber wahrscheinlich kein Plagiat (man müsste im Endeffekt die Primärquelle angucken):

S.76: "Carstens hatte am 17. Oktober 1966, damals in seiner Funktion als Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in einer Aufzeichnung vor der Gefahr einer Isolierung der Bundesrepublik durch ihre Deutschlandpolitik gewarnt und Veränderungen dieser Politik gefordert.322 Carstens hatte daraufhin am 14. November in einem Runderlass dazu gemahnt, in vertretbaren Formen bei der allgemeinen westlichen Entspannungspolitik mitzuwirken, sich ihr anzupassen und zu versuchen, sie für die Wiedervereinigung Deutschlands nutzbar zu machen.323"

[9],[10] Taschler 2001, S.77: "Carstens hatte darin vor der Gefahr einer Isolierung der Bundesrepublik durch ihre Deutschlandpolitik gewarnt und Modifikationen dieser Politik angemahnt. Carstens plädierte dafür, sich in vertretbaren Grenzen bei der allgemeinen westlichen Entspannungspolitik zu beteiligen und zu versuchen, sie für die Wiedervereinigung Deutschlands nutzbar zu machen."

S. 100-149

S. 101: "Keine politische Institution in der Bundesrepublik spiegelte in all den Jahren der staatlichen Teilung das facettenreiche, von besonderer menschlicher Tragik, von Irrationalität und Widersprüchlichkeiten geprägte innerdeutsche Verhältnis so wider wie das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab Ende 1969 dann das umbenannte Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen). An seiner Geschichte lässt sich geradezu exemplarisch die wechselvolle Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen aufzeigen."

Original: Buchklappentext

"Keine politische Institution in der Bundesrepublik spiegelte in all den Jahren der staatlichen Teilung das facettenreiche, von besonderer menschlicher Tragik, von Irrationalität und Widersprüchlichkeiten geprägte innerdeutsche Verhältnis so wider wie das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG). An seiner Geschichte lässt sich geradezu exemplarisch die wechselvolle Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen aufzeigen."

Stefan Creuzberger, Kampf für die Einheit. Das gesamtdeutsche Ministerium und die politische Kultur des Kalten Krieges 1949-1969, Droste Verlag, Düsseldorf 2008 [11], [12]


S. 128-129 "Kiesinger wiederholte zwar den bundesdeutschen Alleinvertretungsanspruch, betonte aber, eine rein defensive Deutschlandpolitik, die nur darauf warte, dass der Geschichte etwas Rettendes einfalle, würde die Bundesrepublik mehr und mehr in Bedrängnis bringen. Daher habe sich die Bundesregierung zu einer beweglichen Politik entschlossen, deren Grundlage es sei, dass Europa nicht darauf verzichten könne, eine Friedensordnung anzustreben, welche die politische Spaltung Europas überwinden und eine gerechte Lösung der deutschen Frage erlangen könne. Dabei prophezeite Kiesinger einen langen und mühseligen Weg zu einer solchen Friedensordnung und wies auch auf die Möglichkeit eines Scheiterns hin. Hinsichtlich der Vorgehensweise sagte Kiesinger, dass für Verhandlungen mit den osteuropäischen Regierungen und dem SED-Regime die großen Streitfragen ausgeklammert werden müssten und stattdessen nur über Themen diskutiert werden müsste, über die ein Einvernehmen geschaffen werden könne. Entspannung dürfe aber nicht in der Hinnahme des Staus quo oder gar seiner Besiegelung münden, warnte Kiesinger.[FN 559 --> Abdruck der Rede: Dokumente zur Deutschlandpolitik, V. Reihe, Band 1/1966-1967, Zweiter Halbband,
S. 1321-1324, hier S. 1322-1323.]"

Taschler 2001 S. 197-198 :"Kiesinger bekräftigte darin den Alleinvertretungsanspruch, betonte aber, daß eine rein defensive Deutschlandpolitik, die nur darauf warte, daß der Geschichte etwas Rettendes einfalle, die Bundesrepublik mehr und mehr in Bedrängnis bringen werde. Daher habe sich die Bundesregierung zu einer beweglicheren Politik entschlossen, deren Prämisse sei, daß Europa nicht darauf verzichten könne, eine Friedensordnung anzustreben, die die politische Spaltung Europas überwinden und eine gerechte Lösung der deutschen Frage erzielen könne. Dabei prophezeite Kiesinger einen langen und mühseligen Weg zu einer solchen Friedensordnung und schloß auch die Möglichkeit eines Scheiterns nicht aus. Hinsichtlich der Methoden plädierte er dafür, in Verhandlungen mit den osteuropäischen Regierungen und den Machthabern in der DDR die großen Streitfragen auszuklammern und statt dessen über Themen zu diskutieren, über die eine Einigung erzielt werden könne. Entspannung dürfe nicht auf die resignierende Hinnahme des Status quo oder gar seine Besiegelung hinauslaufen.[FN 48]" HWI999 19:41, 26. Jun. 2011 (UTC)


S. 134-135: "Barzel vertrat die gleiche Ansicht wie Wehner. Er erklärte am 20. Februar 1967 in einer Rede vor dem Übersee-Club in Hamburg, dass die deutsche Politik auch dort präsent sein müsse, wo Kommunisten regierten. Die Form dieser Präsenz müsse allerdings seiner Meinung nach von Fall zu Fall und unter sorgsamer Abwägung der Gesamtkonsequenzen entschieden werden. Die Bundesrepublik Deutschland wolle nicht ein Land gegen das andere ausspielen oder gar Moskau umgehen, das auch ein Platz Europas sei, sagte Barzel.[FN 584]"

Taschler 2001 S. 116: "Auch Barzel vertrat diese Ansicht. Die deutsche Politik müsse auch dort präsent sein, wo Kommunisten regierten. Die Form dieser Präsenz mußte allerdings seiner Meinung nach von Fall zu Fall und unter sorgsamer Abwägung der Gesamtkonsequenzen entschieden werden. Die Bundesrepublik wolle nicht ein Land gegen das andere ausspielen oder gar Moskau umgehen, das auch ein Platz Europas sei.[FN 49]" HWI999 20:12, 26. Jun. 2011 (UTC)


S. 147: "... zeige, dass ein grundsätzlicher Unterschied in der außenpolitischen Deutschlandpolitik
nach geographischen Gesichtspunkten gemacht werde.[FN 655] War es aber angebracht,
plötzlich einen Unterschied zwischen europäischen und außereuropäischen Staaten zu
machen? Nutzte es der Bundesregierung, Beziehungen zu Staaten in Asien, Afrika und
Lateinamerika abzubrechen oder einzufrieren, wenn diese Staaten diplomatische Beziehungen
zu Ostberlin aufnahmen? Diese Fragen waren nach der Errichtung einer deutschen
Botschaft in Rumänien und der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu
Jugoslawien doppelt prekär."

Siegler 1970 S. 589: "Ist es vertretbar, einen grundsätzlichen Unterschied in der außenpolitischen Deutschlandpolitik nach geographischen Gesichtspunkten zu machen? Ist es angebracht, plötzlich einen Unterschied zwischen europäischen und außereuropäischen Staaten zu machen? Nützt es der deutschen Nation, Beziehungen zu Staaten in Asien, Afrika und Lateinamerika abzubrechen, wenn sie diplomatische Beziehungen zu Ost-Berlin aufnehmen? a) Diese Fragen ist nach der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu Jugoslawien und nach der Errichtung einer Botschaft ... [geht wahrscheinlich noch so weiter ...]" HWI999 20:36, 26. Jun. 2011 (UTC)

S. 150-199

S. 153-154: "Weder vermochte die Hallstein-Doktrin langfristig die Länder der Dritten Welt davon abzuhalten, die DDR anzuerkennen, noch konnte die Ulbricht-Doktrin die kommunistischen Staaten für immer daran hindern, diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik aufzunehmen. Warum gab man diesen für beide Seiten lähmenden und eben insgesamt erfolglosen Weg nicht auf und näherte sich an? Im Hinblick auf die vielen Hürden, die über fast zwei Jahrzehnte hinweg emsig errichtet worden waren, war das viel leichter gesagt als getan."

Schöllgen 2001 S. 589: "Weder vermochte die "Hallstein-Doktrin" auf Dauer die Länder der Dritten Welt davon abzuhalten, die DDR anzuerkennen, noch konnte die "Ulbricht-Doktrin" die Staaten der kommunistischen Welt auf alle Zeit daran hindern, diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik aufzunehmen. Was lag näher, als diesen für beide Seiten kostspieligen, politisch lähmenden und eben insgesamt erfolglosen Weg aufzugeben und sich statt dessen aufeinander zuzubewegen? Angesichts der Hürden, die man über fast zwei Jahrzehnte emsig errichtet hatte, war das leichter gesagt als getan." HWI999 21:11, 26. Jun. 2011 (UTC)


S. 165: "Im August 1968 ging es Moskau vorrangig um die Konsolidierung seines Machtbereichs,
und dazu benötigte es nicht Entspannung, sondern Konfrontation mit Bonn als
Gegengewicht." Lehmann 1984, S. 155: "1968 ging es Moskau vorrangig um die Konsolidierung seines Machtbereiches, und dazu benötigte es nicht Entspannung, sondern Konfrontation mit Bonn als „Bösewicht". ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:43, 27. Jun. 2011 (UTC)


S. 171: "... in der Bundesrepublik Enttäuschung und Resignation
ausgelöst. Bonns flexiblere Ostpolitik, die bis zum August 1968 als angemessen
bewertet worden war, hatte nun offenbar ihre Berechtigung eingebüßt. ..." Hanrieder 1995, S. 195: "... das sie in der Bundesrepublik auslöste. Bonns flexiblere Ostpolitik, die bis zum Sommer 1968 als vernünftig und gemäßigt erschienen war, hatte jetzt offenbar ihren Sinn verloren und jenen Stimmen in der Bundesrepublik neuen ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:43, 27. Jun. 2011 (UTC)


S. 190: "In Peking nahm die Sorge vor der amerikanischen Bedrohung umso rascher ab, je mehr die Sorge vor der sowjetischen Bedrohung zunahm.[FN 843] Die Sowjetunion dagegen fühlte sich eingeengt durch die „unkalkulierbare"[FN 844] Volksrepublik China und durch die NATO. Die sofort nach dem Regierungswechsel eingeleitete Annäherung Washingtons an Peking beschwor für die Sowjetunion die gefährliche Lage hinauf, isoliert oder eingekreist zu werden.
Um den Zweifrontendruck zu beheben, war es für die Sowjetunion zweckmäßig, Entspannung an der westlichen Flanke zu suchen, denn die neue US-Regierung und ihre meisten NATO-Partner zeigten Verständigungsbereitschaft, auf die Moskau behutsam einging[FN 845] ..."

Hans Georg Lehmann: Öffnung nach Osten (1984), S. 161: "In Peking nahm die Sorge vor der amerikanischen Bedrohung um so schneller ab, je mehr die Sorge vor der sowjetischen Bedrohung zunahm. Moskau dagegen fühlte sich in die „Zange" genommen: durch die Volksrepublik China und durch die NATO; darüber hinaus beschwor die sofort nach dem Regierungswechsel eingeleitete Annäherung Washingtons an Peking die Gefahr herauf, daß die Sowjetunion völlig isoliert oder gar "eingekreist" wurde. Um den Zweifrontendruck zu lockern, lag es nahe, "Entspannung" an der westlichen Flanke zu suchen, denn die die neue US-Regierung Nixon/Kissinger und ihre meisten NATO-Partner zeigten Verhandlungsbereitschaft und Verständigungswillen.[FN 100]" HWI999 13:02, 26. Jun. 2011 (UTC)

S. 200-249

S. 204: "Am 1. Juli 1968 unterzeichneten die USA, die Sowjetunion, Großbritannien und eine Reihe weiterer Staaten den Atomwaffensperrvertrag , der die meisten von der deutschen Seite eingebrachten Vorschläge und Anregungen berücksichtigte, zum Beispiel die friedliche Nutzung der Kernenergie oder das Bekenntnis zur internationalen nuklearen Abrüstung.[FN 914 --> Bezug auf andere Quelle]"

Willy Brandt, Helga Grebing, Gregor Schöllgen, Heinrich August Winkler (1984), S. 27: "Am 1. Juli 1968 unterzeichneten die USA, die Sowjetunion, Großbritannien und eine Reihe weiterer Staaten einen Vertragstext, der die meisten von deutscher Seite eingebrachten Vorschläge berücksichtigte, etwa was die friedliche Nutzung der Kernenergie oder das Bekenntnis zu nuklearer Abrüstung anbetraf.[FN 41]" HWI999 13:29, 26. Jun. 2011 (UTC)

S. 250-299

S. 260: "... der von ihm und Brandt geführten Außenpolitik zu rechtfertigen
und seine Überzeugungskunst einzusetzen, um seine Fraktion zur Unterstützung
dieses Kurses zu bewegen. Dies gelang Kiesinger in einigen Fällen, in anderen
jedoch nicht ..." Taschler 2001, S. 16: "... der von ihm und Außenminister Brandt geführten Außenpolitik zu rechtfertigen und seine Überzeugungskunst einzusetzen, um die Fraktion zur Unterstützung dieses Kurses zu bewegen. Dies gelang ihm in einigen Fällen, in anderen jedoch nicht ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:42, 27. Jun. 2011 (UTC)

S. 267: "Betrachtet man diese strukturellen Gegebenheiten und bringt sie mit den deutschland- und
ostpolitischen Konzeptionen der CSU in Verbindung, so ist unschwer zu erkennen,
dass der deutschland- und ostpolitische Handlungsspielraum, den die CSU sich selbst
und ..." Bischoff (1973), S. 247: "Sieht man diese strukturellen Gegebenheiten und bringt sie mit der an anderer Stelle dargestellten Gesamteuropakonzeption in Verbindung, so ist unschwer voraussehbar, daß der ostpolitische Manövrierraum, den die Partei sich selbst und ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:42, 27. Jun. 2011 (UTC)

S. 270: "... kein Anlass bestanden hätte.[FN 1188] Damit wurde von der CDU/CSU-Fraktion deutlich
gemacht, dass sie die in Kiesingers Regierungserklärung aufgezeigte Politik mittrug,
nicht aber unbedingt die Politik des Außenministers. ..." Taschler 2001, S. 16: "... und daß für die Erklärung Brandts kein Anlaß bestehe.[FN 27] Damit wurde aber kaum verhüllt zum Ausdruck gebracht, daß nur die Politik der Regierungserklärung unterstützt wurde, nicht aber unbedingt die Politik des Außenministers. ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:42, 27. Jun. 2011 (UTC)

S. 282: "... die nicht auf eine rasche Wiedervereinigung abzielte, sondern -
wie bei vergleichbaren Überlegungen bei der SPD - zunächst ein geregeltes Nebeneinander
der beiden deutschen Staaten anstrebte. Die nationale Frage wurde zugleich in ..." Schönhoven 2004, S. 406: "... die nicht auf eine rasche Wiedervereinigung abzielte, sondern - wie vergleichbare Überlegungen von SPD-Politikern — zunächst ein geregeltes Nebeneinander der beiden deutschen Staaten anstrebte. Die nationale Frage wurde zugleich in ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:42, 27. Jun. 2011 (UTC)

S. 288: "Sie sei aber auch für die deutsche Demokratie, die eine kraftvolle Opposition brauche, keine befriedigende Lösung, auch wenn sie mitunter recht bequem sei. Es bestehe durchaus kein
logischer Zwang, dass sich die Große Koalition über den ..." Taschler 2001, S. 207: "Eine Große Koalition war seiner Meinung nach für die Demokratie, die eine kraftvolle Opposition brauche, keine befriedigende Lösung. Außerdem bestehe kein logischer Zwang, daß sich die Große Koalition über den ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:42, 27. Jun. 2011 (UTC)

S. 298-299: "Im Gegensatz dazu sollte Brandts Regierungserklärung integrativ wirken, indem der Unmut über den Status quo in Deutschland als gemeinsame Basis dargestellt wurde, und Reformaussagen so formuliert wurden, dass sie einen Interpretationsspielraum boten. Dabei verband Brandt auch gegensätzliche Aussagen. Denn als er sagte, „eine völkerrechtliche Anerkennung der DDR durch die Bundesregierung kann nicht in Betracht kommen. Auch wenn zwei Staaten in Deutschland existieren, sind sie doch füreinander nicht Ausland“[FN 1328], schuf Brandt damit eine deutschlandpolitische Spannung, ..." Stüwe 2005, S. 286: "Im Gegensatz dazu sollte Brandts Regierungserklärung integrativ wirken, indem die Unzufriedenheit mit dem Status quo als "kleinster gemeinsamer Nenner" 1 " dargestellt wurde, und Reformaussagen so formuliert wurden, dass sie gewissen Interpretationsspielraum boten. Dabei scheute sich Brandt nicht, eigentlich widersprüchliche Aussagen direkt nebeneinander zu stellen. Wenn er z.B. sagte, "Eine völkerrechtliche Anerkennung der DDR durch die Bundesregierung kann nicht in Betracht kommen. Auch wenn zwei Staaten in Deutschand existieren, sind sie doch füreinander nicht Ausland"[FN 158], dann konstruierte er damit eine Spannung zwischen zwei deutschlandpolitischen Rechtspositionen, ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:42, 27. Jun. 2011 (UTC)

S. 300-322

S. 302-303
"Die sozial-liberale Ostpolitik konnte und sollte an diese früheren Normalisierungsbestrebungen anknüpfen: Die Auf nahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion im Jahr 1955 durch Kanzler Adenauer, die Einrichtung von deutschen Handelsmissionen in Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien durch die Bundesregierung Erhard/Schröder, deren Friedensnote vom März 1966 und die neu justierte Ostpolitik der Großen Koalition." Werner Weidenfeld, Karl-Rudolf Korte (1999), S. 597:
"Die Ostpolitik der Regierung Brandt/Scheel konnte an Normalisierungsversuche früherer Bundesregierungen anknüpfen: die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion 1955 durch Bundeskanzler Konrad Adenauer, die Einrichtung von Handelsmissionen in Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien unter Außenminister Gerhard Schröder, die Friedensnote von Bundeskanzler Ludwig Erhard vom März 1966, die Ostpolitik der Großen Koalition ..." 92.195.114.27 17:31, 25. Jun. 2011 (UTC)

S. 303: "..., wenn die sozial-liberale Koalition da durchbrechen wollte, wo die Große Koalition stecken geblieben war, nämlich bei der Öffnung nach Osten. Dazu brauchte die neue Bundesregierung aber auch die westliche Unterstützung." Willy Brandt, Helga Grebing, Gregor Schöllgen - 2000: Ein Volk der guten Nachbarn: Außen- und Deutschlandpolitik 1966-1974, S. 43 (?): "Wenn die sozial-liberale Regierung da weiter kommen wollte, wo die Große Koalition stecken geblieben war, nämlich bei der Öffnung nach Osten, dann bedurfte sie der westlichen Rückendeckung dringender denn je ..."

92.195.114.27 12:48, 25. Jun. 2011 (UTC)

http://library.fes.de/pdf-files/netzquelle/a00-05035-06ausz.pdf Sehr schöner Fund! Frangge 14:46, 25. Jun. 2011 (UTC)


S.303: "Grundlage für die neue sozial-liberale Deutschland- und Ostpolitik war die Überzeugung, dass die kommunistische Herrschaft in Osteuropa nicht beseitigt, sondern nur verändert werden könne, und dass die deutsche Spaltung in absehbarer Zeit nicht aufgehoben werden könne, wohl aber ihre Auswirkungen für die Menschen in beiden Teilen Deutschlands erträglicher gemacht werden könnten. Die FDP hatte sich bereits auf ihrem Freiburger Parteitag am 30. Januar 1968 für eine Anerkennung des Status quo in Deutschland ausgesprochen, und Scheel bestätigte am 22. Dezember 1969 auf einer FDP-Präsidiumssitzung,[...]"

In [13]: "Grundlage war die Überzeugung, daß die kommunistische Herrschaft in Osteuropa nicht beseitigt, sondern nur verändert, die deutsche Spaltung in absehbarer Zeit nicht aufgehoben, wohl aber ihre Auswirkungen auf die Deutschen in beiden Staaten erträglicher gemacht werden könnten. Die FDP hatte sich bereits auf ihrem Freiburger Parteitag 1968 für eine Anerkennung der "deutschland- und ostpolitischen Realitäten" ausgesprochen." Peter Borowsky: Informationen zur politischen Bildung (Heft 258), Sozialliberale Koalition und innere Reformen


S. 304: "... deutsche Firmen Großröhren zum Bau einer Erdgasleitung von Sibirien
nach Mittel- und Westeuropa liefern sollten. Dafür erklärte sich die Sowjetunion bereit,
über einen Zeitraum von 20 Jahren Erdgas an die Bundesrepublik zu liefern. ..." Schöllgen 2004, S. 104: "... bundesdeutsche Firmen Großröhren zum Bau einer Erdgasleitung von Sibirien nach Mittel- und Westeuropa liefern. Im Gegenzug erklärte sich Moskau bereit, über einen Zeitraum von 20 Jahren Erdgas an die Bundesrepublik zu liefern. ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:46, 27. Jun. 2011 (UTC)

S. 312: "... Darüber hinaus hatte die Reaktion des Ostens auf die Aufnahme von diplomatischen
Beziehungen zwischen Bonn und Bukarest Anfang 1967 gezeigt, dass die
Ostpolitik der Großen Koalition für Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien verlockender
war als ..." Griffith 1981, S. 230: "... Zudem hatte die Reaktion des Ostens bei der Aufnahme der Beziehungen zwischen Bonn und Bukarest Anfang 1967 gezeigt, daß die Ostpolitik der Großen Koalition für Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien sehr viel verlockender war als ..." [Snippet-Ausschnitt --> wahrscheinlich noch größere Teile betroffen] HWI999 17:46, 27. Jun. 2011 (UTC)

Sonderbarer Fund

S. 31

Ludwig Erhard war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der letzten großen Leitbilder in Deutschland.97 „Jedermann weiß, wer ich bin“, lautet ein von ihm oft wiederholter Satz.98 Es wurde ihm als Anmaßung ausgelegt, aber es stimmte, jedermann wusste, wer Erhard war und welche Politik er repräsentierte. Er und Adenauer waren Personen, die den Weg der Bundesrepublik stark geprägt haben. Der sehr erfolgreiche Bundeswirtschaftsminister Erhard hatte als “Wahllokomotive“ erheblich dazu beigetragen, dass die CDU/CSU unter Adenauer die Bundestagswahlen 1953, 1957 und 1961 mit großem Vorsprung vor der SPD gewinnen konnte. Als sich 1961 der 85jährige Adenauer auf Grund einer Forderung des Koalitionspartners FDP verpflichten musste, nach der Hälfte der neuen Legislaturperiode das Amt des Kanzlers einem jüngeren Nachfolger abzugeben, wurde ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit die Nominierung Erhards erwartet.99 Die CDU/CSU hat ihn schließlich zum neuen Kanzler vorgeschlagen, obwohl Adenauer die Kanzlerschaft des aus seiner Sicht „schwachen“100 Erhards abgelehnt hatte.101


"Original" ["erstaunliche" Quellen-Kompilation im Netz als Word-Doc.]

http://www.ksu.ru/f21/k2/posob/internaz.doc

[hier Verweis auf die Quelle (Politik verstehen – Demokratie erleben. CD-Rom der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)]


Nach der Gründung der BRD trat Erhard als Bundeswirtschaftsminister in das erste Kabinett Adenauer ein und blieb in diesem Amt auch in allen folgenden von Adenauer geführten Bundesregierungen bis 1963. Er hatte mit dem von ihm politisch durchgesetzten Konzept der sozialen Marktwirtschaft wesentlichen Anteil am schnellen wirtschaftlichen Wiederaufstieg der Bundesrepublik Deutschland. Der erfolgreiche Wirtschaftsminister hat als „Wahllokomotive“ erheblich dazu beigetragen, dass die CDU/CSU unter Adenauer die Bundestagswahlen 1953, 1957 und 1961 mit deutlichem Vorsprung vor der SPD gewinnen konnte. Als daher 1961 der 85-jährige Adenauer aufgrund einer Forderung des Koalitionspartners FDP sich verpflichten musste, nach der Hälfte der neuen Legislaturperiode das Amt des Bundeskanzlers einem jüngeren Nachfolger zu übergeben, wurde ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit die Nominierung Erhards erwartet. Die CDU/CSU-Fraktion hat ihn schlieβlich zum neuen Bundeskanzler vorgeschlagen, obwohl sich Adenauer hartnäckig gegen die Kandidatur Erhards gesträubt hat.

Ist die Quelle "Politik verstehen – Demokratie erleben. CD-Rom der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg" zugänglich, und kann diese Stelle dort belegt werden? Frangge 14:22, 26. Jun. 2011 (UTC)
Man kann die CD kaufen: http://www.lpb-bw.de/avmedien.html, kostet auch nur EUR 2,50. ;-) Dr. I. Jones 14:55, 26. Jun. 2011 (UTC)


Buchquelle: Helmut M. Müller: Schlaglichter der deutschen Geschichte, Bundeszentrale für Politische Bildung, 1996, hier S. 374

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