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Ich würde mich sehr gerne an Norbert Röttgens Diss. etwas abarbeiten, da er in mein persönliches Zielprofil passt. Aber immer wenn ich mich mal ins Seminar aufmache, ist das Buch weg. Ob schon andere auf die Idee gekommen sind? :-) Sehe ich es richtig, dass das Werk nicht online zugänglich ist?

Statt dessen habe ich mir heute mal Karl Ernst Thomas de Maizieres Diss. angeguckt. Ein "befriedigend" im 1. und dann ein "gut" im 2. Staatsexamen - erstaunlich. Grausam unjuristisch das Werk, wie ich finde, und nach kursorischer Durchsicht und kursorischem Googeln: wohl unverdächtig.

DocN 18:51, 16. Jun. 2011 (UTC)

Das ist ja das Kuriose bei den Juristen, DocN, das ich nicht verstehe: Das Studium wird von allen Studenten als sauschwer beschrieben. Die Noten Eins und Zwei scheinen tabu zu sein. Eine Drei-plus (aka "voll befriedigend") gilt als Prädikatsexamen. Danach aber, wenn's ans Promovieren geht, gibt's die Eins oder Zwei hinterhergeschmissen - so erscheint es dem interessierten Laien. Wie passt das zusammen? Eventuell kannst Du etwas dazu sagen? HgR 16:48, 17. Jun. 2011 (UTC)
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Gerne sag ich was, HgR.
Das mag damit zu tun haben, dass bei Juristen ohnehin nur die obersten (rund) 15% notenmäßig immer und weitere 25-30% unter Bedingungen promovieren können. Erstere finden immer und letztere häufig nur schwer einen Doktorvater.
D.h: 50% des Prüfungsjahrgangs können nicht promovieren, es sei denn, die Promotionsordnung der betreffenden Jurafakultät wird dem einzelnen (Politiker) zuliebe gebrochen.
Zu den Promotionsnoten verweise ich auf die Statistik für 2009 im Spiegel. Danach haben bei Juristen nur 62% (aber z.B. bei Physikern 77% und bei Chemikern 83%) ein magna oder ein summa. Man sieht also, dass die Noten der Juristen bei der Promotion bessere sind als in den Staasexamen (siehe unten).
Die Notenvergaben im 1. (aber auch 2.) Staatsexamen sind in der Tat berüchtigt. M.E. ist das ein Stück weit auch schräge Arbeitsmarktpolitik (viele durchfallen lassen = weniger Leute im Job, insb. als Anwälte). Es ist allerdings besser geworden; früher fielen fast 40% eines Jahrgangs im 1. Staatsexamen im ersten Versuch durch. (Wer einen 2. Versuch braucht, hat auf dem klass. Markt kaum noch eine Chance). 2010 fielen "nur" 29,11% in Bayern durch. Die bayerischen Ergebnisse für 2006 bis 2010 z.B. sind hier verfügbar. Die bessere Quote hat wohl auch mit dem seit einigen Jahren existierenden universitären Anteil am 1. Staatsexamen zu tun: Die universitären Ergebnisse fallen deutlich besser aus als die der staatlichen Pflichtfachprüfung, sagt das bay. LJPA, das für 2010 berichtet: "93,05 % der Kandidaten erzielten in der Juristischen Universitätsprüfung ein "Prädikat", also die Note "befriedigend" oder besser, 67,31 % gar ein "großes Prädikat" ("vollbefriedigend" bis "sehr gut"). Die Spitzennoten "gut" und "sehr gut" wurden an 23,62 % bzw. 8,48 % der Teilnehmer der JUP vergeben. In den 2010 abgeschlossenen Terminen der staatlichen Pflichtfachprüfung erreichten demgegenüber nur 0,31 % der Teilnehmer die Note "sehr gut", 2,92 % die Note "gut" und 11,46 % die Note "vollbefriedigend"." Die Ergebnisse der staatlichen Pflichtfachprüfung für 2010 lauten im Detail:
sehr gut: 0,31 %
gut: 2,92%
vollbefriedigend: 11,46%
befriedigend: 27,32%
ausreichend: 28,89%
nicht bestanden: 29,11%
Ein krankes System, das stimmt. Aber das beklagen alle Studis seit Jahrzehnten; aber die Leute mit Job wollen (leider) das System oft nicht mehr ändern, das sie hochgespült hat.
"DocN 10:12, 18. Jun. 2011 (UTC)"
@HgR
Eine gute Antwort auf deine Frage gibt der folgende Artikel von LTO: http://www.lto.de/de/html/nachrichten/3462/juristenausbildung_vier_gewinnt_nicht/ Grüße! Sprinter!
Super! Vielen Dank, DocN, für diese ausführliche Antwort! Das wusste ich alles noch nicht. Es ist alles so ganz anders als bei uns Ingenieuren. Danke auch Dir, Sprinter, für den Link. Interessant! HgR 19:09, 19. Jun. 2011 (UTC)