Forum: Übersicht > Wikipedia als Quelle
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Quelle oder Plagiatsvetter?[Quelltext bearbeiten]

Aus gegebenem Anlass - Ub/Fragment_251_101 - möchte ich zur Diskussion stellen, unter welchen Voraussetzungen man Wikipedia als Quelle eines Plagiats benennen sollte.

Wikipedia wird gerne plagiiert. Aber auch viele Wikipedia-Autor(inn)en plagiieren mit Vorliebe. Bei vielen Wikipedia-Seiten würde eine Plagiatsdarstelllung in Barcode genauso vernichtend aussehen wie diejenigen, die man auf Guttenplag/Vroniplag bewundern kann.

Wörtliche Übereinstimmungen zwischen untersuchtem Text und Wikipedia indizieren ebenso ein Plagiat wie wörtliche Übereinstimmungen mit anderen Stellen. Nur ist damit keineswegs festgestellt, dass tatsächlich Wikipedia die Quelle war.

Man könnte über eine neue Kategorie nachdenken: Fragment identifiziert als Plagiat, Quelle nicht eindeutig identifiziert. Dann könnte man offen lassen, ob Wikipedia die Quelle oder ein Plagiatsvetter ist.

PlagProf:-) 09:41, 8. Jun. 2011 (UTC)

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Eine nicht einfach zu beantwortende Frage deren Antwort man vielleicht näherkommt, wenn man sich darauf besinnt was das Ziel von VroniPlag sein soll - was möchte man erreichen?

Hegt man an VroniPlag-Untersuchungen den gleichen hohen Anspruch wie an jede seriöse wissenschaftliche Veröffentlichung und damit auch einer Dissertation, nämlich zitierfest zu sein?

Oder.

Möchte man lediglich nachweisen, dass der Verfasser der untersuchten Dissertation eben jene qualitativen Ansprüche grob missachtet hat?

Ich finde, letzteres ist vollkommen ausreichend. Ist hier belastbar nachgewiesen worden, dass geistiges Eigentum entwendet worden ist, von wem auch immer und bei wem auch immer, so ist für Vroniplag die Arbeit getan. Deshalb bin ich für "Fragment identifiziert als Plagiat, Quelle nicht eindeutig identifiziert", mit dem Zusatz "Wikipedia". Ich denke es ist die Aufgabe der betroffenen Universitäten, sozusagen als wissenschaftliche Wiedergutmachung, für die nötige dokumentarische Tiefe zu sorgen. Das dürften auch die evtl. ermittelnden Strafverfolgungsbehörden so verlangen.

Das ehrenamtliche VroniPlag würde anderfalls den Universitäten und den betroffenen, bezahlten, Lehrstuhlinhabern nur viel Arbeit abnehmen. Dieses Kleinklein ist i.d.R. sehr zeitaufwendig, sehr lästig und hat somit auch einen nicht zu unterschätzenden erzieherischen Wert! (87.161.91.194 09:15, 9. Jun. 2011 (UTC))

Das möchte ich gerne unterschreiben. Wir bringen ziemlich viel Geld für die Bezahlung des Personals an Universitäten auf, und es ist nicht von den ehrenamtlichen Helfern im Wiki zu leisten, flächendeckend für z.B. 250 Fälle pro Jahr eine vollständige, tiefgehende Dokumentation jedes einzelnen Falls zu erstellen. Die Universitäten sind in der Pflicht. Wenn die Gutachter und andere Beteiligte am Promotionsverfahren dieser Pflicht bei der Zuerkennung des Doktorgrades nicht nachkamen, muss das im Nachgang von den Universitäten auf andere Art nachgeholt werden. Martin Klicken 09:24, 9. Jun. 2011 (UTC)
Ich unterschreibe das gleich mit. Wikipedia als Quelle hin oder her, dazu hab ich ja eine Anekdote beigetragen. Aber wie kann es denn angehen, dass eine Arbeit ohne Literaturverzeichnis überhaupt angenommen wird?? Wie kann es angehen, dass ein Doktorvater nicht sagt, mein lieber Doktorand, Sie haben angeblich studiert, und mit so etwas treten Sie mir bitteschön nicht mehr unter die Augen?? So, Schluss, ich reg mich nur wieder auf... HgR 11:41, 9. Jun. 2011 (UTC)

Ich habe angeregt, über diese Möglichkeit nachzudenken und würde sie selbst auch befürworten. Nachtragen möchte ich Folgendes. Für die Erstkorrektur einer Doktorarbeit (Lesen, Nachprüfen, Gutachten schreiben) hat man im günstigen Fall 2 1/2 Tage Zeit, für die Zweitkorrektur im günstigen Fall 1 1/2, mehr lässt das nicht ganz so üppig fließende Geld für die Bezahlung des Personals an den Universitäten leider nicht zu. In Guttenplag stecken, konservativ geschätzt, 1-2 sogenannte "Mannjahre" Arbeit. Vroniplag ist routiniert, hier genügen zur Aufdeckung wohl schon das Äquivalent von mehreren Monaten Arbeitszeit einer einzigen Person. Im Gegensatz zu Guttenplag/Vroniplag erschöpft sich die Arbeit von Gutachter(innen) auch keineswegs darin, Plagiate aufzudecken. Die Arbeit muss in vielerlei Hinsicht kritisch gewürdigt werden, vor allem ihr Inhalt. Deshalb schlägt bei der Plagiatssuche die Wiki Community die Gutachter(innen)um Längen. Gerade wegen dieser vielen Arbeit (und auch ihrer sehr plakativen graphischen Aufbearbeitung, dank Klicken und User8) hat Guttenplag so eingeschlagen. Man sollte nicht vergessen, dass die Arbeit schon von einem Wissenschaftler rezensiert war (der die Plagiate aufgedeckt hat), bevor Guttenplag die Arbeit aufnahm. Guttenplag hat das übernommen, was ein Gutachten oder eine Rezension nicht leisten kann. PlagProf:-) 12:06, 9. Jun. 2011 (UTC)

Standard-Definitionen[Quelltext bearbeiten]

Besonders vorsichtig sollte man bei der Wiedergabe von Standard-Definitionen sein, wie "Konvergenz" im Fall von Ub/Fragment_251_101, oder auch von "fumus boni juris" in Ub/Fragment_092_35 (Quelle hier angeblich nicht Wikipedia, sondern lexexact.de). Derartige Definitionen haben oft eine längere Entwicklung durch wissenschaftliche Diskussion durchlaufen, in deren Folge sie so standardisiert wurden, dass sie sich kaum noch paraphrasieren lassen.

Wenn man beispielsweise in einer Doktorarbeit den folgenden Satz findet:

"Bei der Annäherung der Temperatur an den absoluten Nullpunkt (T = 0K) wird die Entropie S unabhängig von thermodynamischen Parametern. Damit geht S gegen einen festen Grenzwert S0"

dann sollte man nicht annehmen, dass Wikipedia den dritten Hauptsatz der Thermodynamik formuliert hat, auch wenn er dort wörtlich so wiedergegeben wird. Und man sollte nicht davon ausgehen, dass der Autor oder die Autorin den Satz bei Wikipedia abgeschrieben hat.

PlagProf:-) 09:41, 8. Jun. 2011 (UTC)

Alles gut und richtig, nur führt uns das zu weit, meine ich. Denn Deine -ursächlich korrekte, wie ich finde- Überlegung führt uns gleich zweifach aufs Glatteis: (1) Inwiefern sind Internet-Quellen überhaupt zitierfähig? Ich persönlich halte mich da an den 'großen' Helmut Balzert, der sagt ok, wenn die Quelle elektronisch bitteschön abfotografiert und beilegelegt wird. Voila Diss'en mit Begleit-CD! Ist 'ne Diskussion für sich, klar. (2) Inwiefern darf man Quellen jedweder Art überhaupt benutzen, ohne sichergestellt zu haben, dass sie nicht als solche invalide (z.B. Plagiate) sind. Da finde ich, ist irgendwann Schluss mit Lustig in der Nachforschung, denn ich kann nicht alles auf den Ursprung zurückführen. Muss ich auch nicht als Doktorand, meine ich. Es reicht aus, ein Menschenmögliches an Sorgfalt an den Tag gelegt zu haben. Und das hat unsere 'Klientel' eben nicht. HgR 05:12, 9. Jun. 2011 (UTC)
Zwei sehr interessante weiterführende Fragen, ich stelle dafür unten neue Gliederungspunkte ein. Mir ging es aber weder darum, Internet-Quellen in der Wissenschaft auszuschließen, noch um die Forderung, Wissenschaftler(innen) müssten alle zitierten Quellen darauf überprüfen, ob sie selbst plagiiert sind. Vielmehr lautete meine Frage: Wie können wir bei Übereinstimmungen zwischen einer untersuchten Arbeit und einem Wikipedia-Text sicherstellen, dass die untersuchte Arbeit aus Wikipedia abgeschrieben hat (und nicht Wikipedia und die Arbeit aus einer dritten, vierten oder fünften Quelle)? Die weitere Frage schließt sich an: Wenn wir nicht ausschließen können, dass die untersuchte Arbeit und Wikipedia Plagiattsvettern ersten, zweiten oder dritten Grades sind, sollte die festgestellte Übereinstimmung nicht trotzdem ausreichen, um ein Plagiat zu identifizieren - nach dem Motto: Plagiat festgestellt, aber nicht zuverlässig die Quelle? PlagProf:-) 06:14, 9. Jun. 2011 (UTC)
Siehe jetzt auch Forum:Umgang_mit_Standard-Definitionen. PlagProf:-) 13:54, 14. Jun. 2011 (UTC)

Internet als Quelle[Quelltext bearbeiten]

(1) Inwiefern sind Internet-Quellen überhaupt zitierfähig? Ich persönlich halte mich da an den 'großen' Helmut Balzert, der sagt ok, wenn die Quelle elektronisch bitteschön abfotografiert und beilegelegt wird. Voila Diss'en mit Begleit-CD! Ist 'ne Diskussion für sich, klar (HgR, s.o.)

Die Geschichtswissenschaft hat uns gelehrt, dass die Wissenschaft verarmt, wenn sie Quellen allein deshalb ausschließt, weil sie nicht permanent reproduzierbar sind. "Oral History" berücksichtigt die Aussagen von Zeitzeugen und fordert nicht die stenographische Niederschrift und Veröffentlichung von Interviews. Sonst würden sich auch nur wenige Zeitzeugen zur Vefügung stellen. Strenger muss man auch nicht mit Internet-Quellen sein. Die sind außerdem über web.archive.org oder auch die Versionsgeschichte bei Wikipedia teilweise gegen Veränderungen geschützt. Die Begleit-CD kommt mir daher übertrieben vor. PlagProf:-) 06:14, 9. Jun. 2011 (UTC)

Was ist daran falsch, wenn man eine richtige Erkenntnis, die in einem Internetforum diskutiert wurde, weiterverbreitet? Falls dieses Internetforum irgendwann ersatzlos verschwindet, dann bleibt diese Erkenntnis in der Dissertation erhalten. Dann geht es nur noch um den anonymen Urheber, der langsam aus dem Gedächtnis der Menschheit verschwindet. Aber: Wir kennen den Erfinder des Rades nicht und nutzen es trotzdem weiter. Streng wissenschaftlich müssten wir sagen: Wir dürfen das Rad nicht verwenden, weil wir dessen Erfinder nicht mehr kennen und das Rad demzufolge keine wissenschaftliche Erfindung ist. Ich glaube, hier geht es vor allem um professorale Eitelkeit. Die Vorstellung, dass wissenschaftliche Erkenntnisse außerhalb der Universität entstehen können (das Rad wurde bekanntlich von einem Nichtakademiker erfunden) erscheint vielen Professoren so unerträglich, dass man diese Konkurrenz am liebsten ignorieren möchte. --87.152.220.20 08:28, 9. Jun. 2011 (UTC)

Die Erfindung des Rads ist eine große Leistung, aber keine wissenschaftliche. Wissenschaftler(innen) benützen trotzdem gerne und ganz legitim Räder und viele andere technische Errungenschaften, unabhängig davon, ob sie auf wissenschaftlichen Leistungen basieren.
Kann sein, dass manche Wissenschaftler(innen) aus Eitelkeit wissenschaftliche Erkenntnisse zurückweisen, die nicht an Universitäten entstanden sind. Das wäre ein riesiger Fehler. Weder Darwins Evolutionslehre noch Einsteins Relativitätstheorie sind an Universitäten verfasst worden.
Nichts spricht dagegen, Erkenntnisse weiterzuverbreiten und in weniger vergänglichen Formen zu sichern. Geschicht dies in einer Arbeit, die sich als wissenschaftliche ausgibt, muss sie die Quelle benennen und wörtliche Zitate als solche kennzeichnen. PlagProf:-) 12:13, 9. Jun. 2011 (UTC)

Quellenkritik und Plagiat[Quelltext bearbeiten]

(2) Inwiefern darf man Quellen jedweder Art überhaupt benutzen, ohne sichergestellt zu haben, dass sie nicht als solche invalide (z.B. Plagiate) sind. Da finde ich, ist irgendwann Schluss mit Lustig in der Nachforschung, denn ich kann nicht alles auf den Ursprung zurückführen. Muss ich auch nicht als Doktorand, meine ich. Es reicht aus, ein Menschenmögliches an Sorgfalt an den Tag gelegt zu haben. Und das hat unsere 'Klientel' eben nicht. (HgR, s.o.)

Kritischer Umgang mit Quellen ist erforderlich. Ein Großteil der mittelalterlichen Urkunden sind Fälschungen, und auch naturwissenschaftliche Untersuchungsergebnisse aus dem 21. Jahrhundert sind nicht immer so sauber ermittelt, wie es wünschenswert wäre. So kann es sich auch anbieten, dass man eine Quelle darauf hin untersucht, ob sie plagiiert wurde, etwa wenn sie offensichtliche Stilbrüche enthält. Bei Wikipedia ist der Plagiatsverdacht von vornherein angebracht. Aber auch bei Quellenkritik kann nicht mehr als sorgfältiger Umgang verlangt werden. PlagProf:-) 06:14, 9. Jun. 2011 (UTC)
Absolut d'accord. Eine Anekdote dazu ... in meiner eigenen Diss hatte ich ziemlich viele Wikipedia-Quellen angeführt. Für 'Allerweltsdefinitionen' (was auch immer das ist, lassen wir's mal dahingestellt) hielt und halte ich das für legitim. Jedenfalls, in meinem Lit-Verzeichnis gab auch zu jeder Quelle einen genauen Zeitstempel, und ich gab auch tatsächlich eine Begleit-CD ab. (Den Blick der Sekretärin werde ich nie vergessen ... "Sie wollen was dazu abgeben?") Egal, es half nichts - der Zorn des Zweitprüfers über diese in seinen Augen sehr fragwürdige Quelle war so groß, dass er mir nur deswegen (ja, nur deswegen, das schrieb er extra ins Gutachten!) fast eine ganze Note abzog. So streng sind die Sitten bei Mint! So streng bin ich aber nicht, haha. :) HgR 07:35, 9. Jun. 2011 (UTC)
Wie albern. Es gibt doch genug Untersuchungen, dass die Qualität der Wikipedia besser ist als die der Enzyklopädie Britannica... LiteRatur 08:15, 9. Jun. 2011 (UTC)
Die Geschichte mit HgRs Zweitprüfer wäre lustig, wenn sie nicht traurig wäre. Tatsächlich haben nicht wenige Wissenschaftler(innen) eine starke und kategorische Aversion gegen Wikipedia. Es gibt ausgezeichnete Seiten auf Wikipedia, die man bedenkenlos in Forschung und Unterricht verwerten kann. Aber es gibt auf Wikipedia auch geradezu unglaublichen Schrott. Da ist die Britannica deutlich konsistenter. PlagProf:-) 12:18, 9. Jun. 2011 (UTC)

Selbstzitat via Wikipedia als Plagiat?[Quelltext bearbeiten]

Ich glaube nicht, dass das bei den meisten hier gefundenen Stellen der Fall ist. Aber ich habe noch vor der Veröffentlichung meiner Diss an mehreren Wikipedia-Einträgen zu den Gegenständen meiner Arbeit gearbeitet. Dabei habe ich teilweise auch Absätze meiner Diss eingebaut. Man sollte also noch versuchen herauszufinden, wer die entsprechenden Passagen/Definitionen eingestellt hat. Es könnte der vemeintlich Plagiierende gewesen sein... (Nur um die Dinge noch etwas komplizierter zu machen...)

Eine besonders originelle Variante von Eigenplagiat, für mich harmlos, was die Maßstäbe guter wissenschaftlicher Praxis betrifft, aber niemandem zu empfehlen! Und wer trotzdem so vorgeht, sollte dann in der Dissertation vermerken, dass der oder die Verfasser(in) einige Absätze aus der Arbeit schon bei Wikipedia eingestellt hat, am besten unter Angabe des Nicks. Denn ich glaube, man kann weder Gutachter(innen) noch Vroniplag-Mitarbeiter(innen) zumuten, diese Eventualität zu erforschen. PlagProf:-) 19:02, 9. Jun. 2011 (UTC)
I beg to differ. Wikipedias Artikel zu diesem Thema zitiert z. B. Pamela Samuelson, Kodirektorin des Berkeley Center for Law and Technology (und ACM Fellow) und publiziert in Communications of the ACM 37, 21 (1994) [1][2]:
"She relates each of these factors specifically to the ethical issue of self-plagiarism, as distinct from the legal issue of fair use of copyright, which she deals with separately. Among other factors which may excuse reuse of previously published material Samuelson lists the following:
[...]
3. The audience for each work is so different that publishing the same work in different places was necessary to get the message out.
4. The author thinks they said it so well the first time that it makes no sense to say it differently a second time.
Samuelson states she has relied on the 'different audience' rationale when attempting to bridge interdisciplinary communities. She refers to writing for different legal and technical communities, saying: 'there are often paragraphs or sequences of paragraphs that can be bodily lifted from one article to the other. And, in truth, I lift them.' She refers to her own practice of converting 'a technical article into a law review article with relatively few changes—adding footnotes and one substantive section' for a different audience.
Samuelson describes misrepresentation as the basis of self-plagiarism. She seems less concerned about reuse of descriptive materials than ideas and analytical content."
Ferner von Wikipedia nicht zitiert, aber explizit im Original-Artikel:
"[...] or that it is an acceptable practice in a field to do particular kinds of republications (i.e., turning a conference paper into a journal article or a book chapter)"
(Hervorhebungen von mir) Und insbesondere halte ich den effektiven Beweislast-Umkehr für weit hergeholt bzw. ethisch überhaupt legitimierbar. Ylai 12:38, 18. Jun. 2011 (UTC)
Die meisten Definitionen von Plagiarismus (und so auch die auf der englischsprachigen und deutschsprachigen Wikipedia) zählen darunter nur die Aneignung fremder geistiger Leistungen (Gedanken, Formulierungen und sonstiger Forschungsergebnisse). Die doppelte Verwertung eigener geistiger Leistungen kann trotzdem gegen gute wissenschaftliche Praxis verstoßen. So verlangen viele Promotionsordnungen auch eine Erklärung, dass die Arbeit oder Teile davon nicht schon woanders veröffentlicht wurden oder etwa in einer vorausgegangenen Masterarbeit enthalten waren. Auch die doppelte Veröffentlichung anderer Werke ohne entsprechenden Hinweis gilt als anrüchig oder zumindest problematisch. Eigenplagiate sind also nicht per se unbedenklich. Der geschilderte Fall scheint mir allerdings für die Maßstäbe guter wissenschaftlicher Praxis wirklich harmlos, aber hochriskant für die Bewertung der Doktorarbeit.
PlagProf:-) 21:12, 18. Jun. 2011 (UTC)
Wie du jetzt nochmals das gepostet hast, merke ich, dass ein Missverständnis wegen doppeldeutiger Satz-Segmentierung vorlag ("guter wiss. Praxis" mit "harmlos" oder "niemandem zu empfehlen"). :-) Ja, der Doktorand sollte im jeden Falle die Regelung seiner Hochschule konsultieren. Aber bedenke dabei auch, dass viele Hochschulen so etwas weniger eng also von dir geschildert sieht, d. h. einschließlich, wo eine kumulative Promotion zulässig ist.
Dennoch würde ich das etwas widersprechen, dass nur wegen Prüfungsvorschrift solche Verhalten als "anrüchig" gilt. Selbstplagiat ist (z. B. von der National Science Foudation definiert, die da sehr penibel ist) üblicherweise das Mehrfachverwerten von Forschungsergebnisse, d. h. üblicherweise auch eher das Publizieren in minimalistische Einheiten zum Hochbauschen von Zitationsrate, als dass irgendwo textuelle Ähnlichkeiten auftauchen müssen. Wie Pamela Samuelson schon richtig sagt, als deskriptive Passage ist das ethisch unbedenklich (und ich gehe aus, dass der Vorposter keinerlei original research bei Wikipedia publiziert hat). Ylai 02:03, 19. Jun. 2011 (UTC)
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