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Die antike Konzeption des Liebesbegriffes in der deutschen und russischen Literatur und Musik im 19. Jahrhundert anhand der Werke von E.T.A. Hoffmann, A. Puschkin, R. Schumann und P. Tschaikowski

von Dr. Julia Lukjanov

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[1.] Jl/Fragment 034 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2018-04-11 14:15:40 Schumann
BauernOpfer, Buchner 1965, Fragment, Gesichtet, Jl, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 3-6, (7-15)
Quelle: Buchner 1965
Seite(n): 56, Zeilen: 9-15, (15-24)
Die Figur der Diotima

Das Diotima-Gespräch zeichnet sich durch zwei Aspekte besonders aus:

Zum einen tritt, im Unterschied zu allen anderen Dialogen Platons, Sokrates selbst als der Unterwiesene und Belehrte auf. Zu Beginn der Einführung in das Werk des Eros als transzendentalen Aufstiegs [sic] werden von Diotima sogar die Zweifel geäußert, ob Sokrates imstande ist, dieses Eros-Werk zu fassen.75

„Man kann der Auffassung sein, Platon lasse Diotima (anstatt Sokrates) deshalb dieses ganze Eros-Gespräch führen, weil er hier zum ersten Mal an die Grenze des sokratischen Denkens führe, der gegenüber also der Verstand Sokrates’ versage. Deshalb könne Sokrates auch nicht als Vertreter dieser Lehre auftreten. Es handelt sich bei diesem Schlussabschnitt und Höhepunkt des Diotima-Gespräches um die Anfänge der sogenannten Ideenlehre, die hier zum ersten Mal vorgetragen wird und die nicht eigentlich sokratisch sein kann, sondern Platons eigenstem Denken zugehören soll.“76


75 Vgl. Platon. Symposion. 209e ff.

76 Vgl. Buchner, H. Eros und Sein. S. 56.

Im Diotima-Gespräch tritt, im Unterschied zu allen anderen Dialogen Platons, Sokrates selbst als der Unterwiesene und Belehrte auf. Diotima, die ihn in den Dingen des Eros unterweist, sagt sogar, zu Beginn ihrer Einweisung in das Eroswerk des transzendentalen Aufstiegs, daß sie nicht einmal wisse, ob Sokrates imstande sei, dieses Eroswerk zu fassen (209 e 5 ff.)42). Von daher vor allem kam man zu der Auffassung, Platon lasse Diotima (anstatt Sokrates) deshalb dieses ganze Eros-Gespräch führen, weil er hier zum erstenmal eine Lehre zur Sprache bringe, die dem Sokrates fremd sei oder die an die Grenze des sokratischen Denkens führe, der gegenüber also der Verstand des Sokrates versage. Deshalb könne Sokrates auch nicht als Vertreter dieser Lehre auftreten. Es handelt sich bei diesem Schlußabschnitt und Höhepunkt des Diotima-Gesprächs um die Anfänge der sogenannten Ideenlehre, die hier zum erstenmal vorgetragen wird und die nicht eigentlich sokratisch sein, sondern Platons eigenstem Denken zugehören soll.
Anmerkungen

Bereits vor dem "Zitat" (und an vielen anderen Stellen in ihrer Arbeit) präsentiert die Verfasserin ungekennzeichnet und dennoch wortidentisch Material aus Buchner (1965). Dieses einzige offizielle Zitat aus Buchner (1965) wiederum enthält massive Abänderungen im Wortlaut, die den üblichen Zitierregeln zuwiderlaufen.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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