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Die antike Konzeption des Liebesbegriffes in der deutschen und russischen Literatur und Musik im 19. Jahrhundert anhand der Werke von E.T.A. Hoffmann, A. Puschkin, R. Schumann und P. Tschaikowski

von Dr. Julia Lukjanov

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[1.] Jl/Fragment 056 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2018-04-11 15:59:34 Schumann
Clemens 2001, Fragment, Gesichtet, Jl, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 1-28, (29)
Quelle: Clemens 2001
Seite(n): 9, 10, 11, Zeilen: 9:5-12,34-39; 10:4-13,36-38; 11:1-11.(14-17)
Das entspricht der Tatsache, dass nicht zuletzt angesichts der Fortpflanzung als eines der wichtigsten religiösen Gebote im biblischen und rabbinischen Judentum keine Ideale der Unterordnung des Physischen unter das Metaphysische zu erkennen sind. Die Konzepte von irdischer Geschlechtlichkeit und Eros überlappen sich; die kabbalistischen Schriften befassen sich eher mit Vorschriften zur Sexualität als mit emotionalen oder spirituellen Aspekten des Eros.

Im Chassidismus schließlich geht von der Liebe eine beiderseitige Anziehungskraft auch im Verhältnis von Gott und Mensch aus: Sie wird nicht nur als eine emotionale Haltung gegenüber dem Göttlichen verstanden, sondern auch als eine reale Möglichkeit, die göttliche Macht zum Wohl des Liebenden in den Bann zu schlagen und in die materielle Welt zu locken.123

Die unterschiedlichsten Kulturen suchen und finden in den Bewegungen der Gestirne phantasievoll die Analogien zu ihrem Leben. Auf den Planeten Venus projizierten sie die verschiedensten mythischen Eigenschaften, wobei ihm oft ein konfliktbeladener und dualistischer Charakter zugeschrieben wird.

Besonders häufig wird der Planet zur Göttin der Liebe erhoben – wie die römische Venus oder die griechische Aphrodite – und mit dem höchsten Ideal weiblicher Schönheit, Sexualität und Fruchtbarkeit verknüpft, gleichzeitig aber auch mit Täuschung, Unheil und Tod.

Schon bei Platon ist die grundlegende Spannung zwischen den beiden Formen der Liebe, der himmlischen und der irdischen, unauflöslich angelegt.

Die Welt wird als Ausfluss der Liebe Gottes und der Verkörperung des Göttlichen gesehen und trotzdem wird der Aufstieg über die irdischen Erscheinungen gefordert und damit die irdische Liebe als minderwertig und störend abgewertet.

Im christlich-religiösen Kontext des frühen Mittelalters bildet sich ein Gegensatz zwischen dem antiken Eros und der christlichen Agape heraus. Durch den antiken Eros erreicht der Mensch eigenmächtig den Aufstieg zum Göttlichen, die christliche Agape der sich herabneigenden Liebe des unerreichbaren Gottes hilft dem Menschen bei seinem letzten Schritt zum Aufstieg zur Erkenntnis. Diese Unterstützung wird als Gnadenakt gesehen.

[Ein Umbruch stellt das Hohelied Salomos dar.]


123 Vgl. Idel, M. Eros in der Kabbala: Zwischen gegenwärtiger physischer Realität und idealen metaphysischen Konstrukten. In: Clemens, D. Schabert, T. (Hrsg.) Kulturen des Eros. S. 61-102.

[Seite 9, Z. 5-12]

Das entspricht der Tatsache, daß nicht zuletzt angesichts der Fortpflanzung als einem der wichtigsten religiösen Gebote im biblischen und rabbinischen Judentum keine Ideale der Unterordnung des Physischen unter das Metaphysische zu erkennen sind, sich die Konzepte von irdischer Geschlechtlichkeit und Eros überlappen und die kabbalistischen Schriften sich eher mit Vorschriften zur Sexualität als mit emotionalen oder spirituellen Aspekten des Eros befaßten.

[Seite 9, Z. 34-39]

Im Chassidismus schließlich geht von der Liebe eine beiderseitige Anziehungskraft auch im Verhältnis von Gott und Mensch aus: Sie wird verstanden nicht nur als eine emotionale Haltung gegenüber dem Göttlichen, sondern auch als eine reale Möglichkeit, die göttliche Macht zum Wohle des Liebenden in den Bann zu schlagen und in die materielle Welt zu locken.

[Seite 10, Z. 4-13]

Die unterschiedlichsten Kulturen suchten und fanden in den Bewegungen der Gestirne phantasievoll Analogien zu ihrem wirklichen Leben hienieden. Auf den Planeten Venus projizierten sie die verschiedensten mythischen Eigenschaften, wobei sie ihm, wie Aveni an vielfachen Beispielen zeigt, stets einen konfliktbeladenen, dualistischen Charakter zumaßen. Besonders häufig wurde der Planet dabei zur Göttin der Liebe erhoben – wie die römische Venus oder die griechische Aphrodite – und mit dem höchsten Ideal weiblicher Schönheit, Fruchtbarkeit und Sexualität verknüpft, gleichzeitig aber auch mit Täuschung, Unheil und Tod.

[Seite 10, Z. 36-38]

Die grundlegende Spannung zwischen beiden Formen der Liebe ist unauflöslich schon im platonischen Eros-Konzept angelegt, wonach zwar die

[Seite 11, Z. 1-11.(14-17)]

Welt als Ausfluß der Liebe Gottes und der Verkörperung des Göttlichen geheiligt ist, aber dennoch der Aufstieg über die irdischen Erscheinungen gefordert und damit auch die irdische Liebe als minderwertig, ja störend abgewertet wird. Haug zeichnet sodann die neuplatonische Fortentwicklung dieses Konzeptes und ihre Wirkung auf den christlich-religiösen Kontext des frühen Mittelalters nach und hebt den Gegensatz hervor zwischen dem antiken eros, mittels dessen der Mensch eigenmächtig den Aufstieg zum Göttlichen erreichen kann, und der christlichen agape, der »sich herabneigenden Liebe« des unerreichbaren Gottes, die allein dem Menschen den letzten Schritt in seinem Aufstieg zur Erkenntnis gleichsam als Gnadenakt zuteil werden läßt. [...]

Eine wichtige Wende in diesem philosophisch-theologischen erotischen Diskurs brachte das 12. Jahrhundert mit sich, als in der Brautmystik das Hohelied Salomos auf das Verhältnis zwischen Christus und Einzelseele hin gedeutet wurde.

Anmerkungen

Fast identisch. Ohne Hinweis auf eine Übernahme. Ohne Quellenangabe.

Klingt - auch aufgrund der Quellenangabe in der Fußnote - wie das Exzerpt eines Kapitels (und ist es im letzten hier dokumentierten Satz auch tatsächlich), ist aber in Wirklichkeit fast identisch mit Teilen der Einleitung des Sammelbands, in der dieses und andere Kapitel zusammenfassend beschrieben werden. Auf diese Einleitung wird nirgends in der untersuchten Dissertation hingeweisen.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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