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Die antike Konzeption des Liebesbegriffes in der deutschen und russischen Literatur und Musik im 19. Jahrhundert anhand der Werke von E.T.A. Hoffmann, A. Puschkin, R. Schumann und P. Tschaikowski

von Dr. Julia Lukjanov

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[1.] Jl/Fragment 077 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-10-24 19:53:14 Schumann
Becker-Cantarino 1997, Fragment, Gesichtet, Jl, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 1-12
Quelle: Becker-Cantarino 1997
Seite(n): 37-38, Zeilen: 37:29-32-38:1-9
[Friedrich Schlegel wirkt mit seinem Aufsatz in erster Linie auf die damalige Diskussion über das Weibliche, denn er weist ausdrücklich die Meinung zurück,]
„welche Rousseau mit so mächtiger Beredsamkeit vorgetragen hat, dass die Weiber der ächten Begeisterung und hoher Kunst ganz unfähig seien.“181

Dabei stellt er zwei wesentliche Arten der Begeisterung, eine dramatische und eine lyrische, dar.182 Die Natur hat

„dem weiblichen Geiste wohl jenen Umfang und die Bestimmtheit, welche die dramatische Kunst erfordert, zwar nicht versagt, eine Macht, welche ihr über das freie Gemüht [sic] nicht zusteht, aber doch unendlich erschwert.“183

Dagegen stimmt der lyrische Begriff der Begeisterung mit der Weiblichkeit nach Schlegel überein. Zwar fehlt einer Frau der systematische Geist, doch nicht der philosophische Verstand.


181 Vgl. Schlegel, F. Kritische Ausgabe. Bd. I. S. 97.

182 Jose Otega y Gasset knüpft in seiner Liebestheorie daran an.

183 Vgl. Schlegel, F. Kritische Ausgabe. Bd. I. S. 98.

[Seite 37]

Mit dem Beispiel der Sappho wollte Schlegel auf die zeitgenössische Diskussion über das Weibliche einwirken, denn er wies ausdrücklich „die Meynung, welche Rousseau mit so mächtiger Beredsamkeit vorgetragen hat, daß die Weiber der ächten Begeisterung und hoher Kunst ganz unfä-

[Seite 38]

hig seyen“ („Diotima“, S. 97) zurück. Dabei stellte er dann zwei wesentlich verschiedene Arten der Begeisterung, die dramatische und die lyrische, heraus. Die Natur habe „dem weiblichen Geiste wohl jenen Umfang und die Bestimmtheit, welche die dramatische Kunst erfordert, zwar nicht versagt, eine Macht, welche ihr über das freye Gemüth nicht zusteht, aber doch unendlich erschwert“ („Diotima“, S. 98). Dagegen stimme die Natur der lyrischen Begeisterung mit dem Begriff der Weiblichkeit ganz überein. Auch der systematische Geist fehle der Frau, jedoch nicht aller philosophischer Verstand.

Anmerkungen

Hier handelt es sich zwar vorwiegend um Zitate und Paraphrasen aus Schlegels Diotima. Die Art und Weise, wie zusammengefasst, direkt bzw indirekt zitiert und interpretiert wird, stimmt aber im Detail überein.

Ohne Kennzeichnung einer Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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