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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Buchner 1965
Seite(n): 7, 12-13, Zeilen: 7:6-11; 12:32-35; 13:1ff.
Eryximachos macht daraufhin den Vorschlag, sich einander, mäßig und ganz nach Belieben trinkend, zu unterhalten.

Als Thema schlägt er den Eros vor und knüpft dabei an eine Feststellung des ebenfalls anwesenden jungen Phaidros an, dass der Eros bisher weder von den Dichtern noch von den Sophisten hinreichend gewürdigt worden sei.45

Apollodoros berichtet von den einzelnen Preisreden des Phaidros46, Pausanias47, Eryximachos48, Aristophanes49 und Agathon50 und von dem darauffolgenden Mittelstück51 sowie dem Diotima-Gespräch.

Nach dem Diotima-Gespräch wird eine Preisrede auf Sokrates wiedergegeben, die Alkibiades gehalten hat, nachdem er betrunken als später Gast beim Symposion des Agathon erschienen war.

Im Hinblick auf das Mittelstück und das Diotima-Gespräch muss vor allem festgehalten werden, dass die vorausgegangenen Reden den Eros durchweg als einen großen und mächtigen Gott würdigen:

Für Phaidros gehört Eros zu den ältesten der Götter. Ohne Vater und ohne Mutter aufgewachsen ist dieser ein Vermittler zwischen dem Liebenden und dem (der) Geliebten und damit der Urheber der größten Güter, wobei die Anhänglichkeit und Folgsamkeit des Geliebten gegenüber dem Liebenden als gottgefälliger gilt als umgekehrt.

Dies wird an einer Reihe von Beispielen aus der Überlieferung nachgewiesen. Auch die anderen Preisredner belegen ihre Ansichten fast durchweg mit Beispielen aus Mythologie und Geschichte.

Pausanias unterscheidet in seiner zweiten Rede zwei Arten von Eros und geht dabei auf den Unterschied zwischen den zwei Aphroditen ein: der himmlischen als der mutterlosen Tochter des Uranos und der gemeinen als der Tochter von Zeus und Dione. Nur der der himmlischen Aphrodite zugehörige Eros sei als ein Gott zu würdigen.

Dieser Eros herrsche vor allem unter den Knaben und Männern und sei unter diesen und in sich tüchtig und beständig.52


45 Vgl. Platon. Symposion. 177 a. ff.

46 Vgl. ebenda. 178 a – 180 b.

47 Vgl. ebenda. 180 c – 185 c.

48 Vgl. ebenda. 185 e – 188 e.

49 Vgl. ebenda .189 c –193 d.

50 Vgl. ebenda. 194 e – 197 e.

51 Der Dialog zwischen Sokrates und Agathon wird als Mittelstück (199 c-212 c) bezeichnet; es hält die vorangegangenen Preisreden auf den Eros in ihrer Gesamtheit einerseits und die folgende Eroslehre Diotimas andererseits scharf auseinander und erbringt zugleich eine wesentliche sachliche Grundlage diese Lehre.

[52 Vgl. Platon. Symposion. 178 a 6 – 180 b.]

[Seite 12]

Daraufhin hatte Eryximachos den Vorschlag gemacht, sich einander, mäßig und ganz nach Belieben trinkend, mit Reden zu unterhalten. Als Thema schlug er den Eros vor, anknüpfend an eine Feststellung des ebenfalls anwesenden jungen

[Seite 13]

Phaidros, daß der Eros bisher weder von den Dichtern noch von den Sophisten hinreichend gewürdigt worden sei (177 a ff.). Apollodoros berichtet nun hintereinander von den einzelnen damaligen Preisreden des Phaidros (178 a 6 — 180 b 8), Pausanias (180 c 3 — 185 c 3), Eryximachos (185 e 6 bis 188 e 3), Aristophanes (189 c 2 — 193 d 5) und Agathaon (194 e 4 bis 197 e 5); darauf folgen das Mittelstück und das Diotima-Gespräch, um deren Erörterung es in dieser Arbeit allein geht; nach dem Diotima-Gespräch wird dann noch eine Preisrede auf Sokrates wiedergegeben, die Alkibiades gehalten hatte, nachdem er trunken als später Gast beim Symposion des Agathon erschienen war.

Im Hinblick auf Mittelstück und Diotima-Gespräch müssen wir vor allem festhalten, daß die voraufgehenden Reden den Eros durchweg als einen großen und mächtigen Gott gewürdigt hatten. Für Phaidros gehört er zu den ältesten der Götter, ohne Vater und ohne Mutter, wie aus Hesiod u. a. nachzuweisen versucht wird; als Vermittler zwischen Liebhaber und Geliebtem ist er Urheber der größten Güter, wobei die Anhänglichkeit und Folgsamkeit des Geliebten gegenüber dem Liebhaber als gottgefälliger gilt als umgekehrt, was an einer Reihe von Beispielen aus der Überlieferung nachgewiesen wird. Auch die anderen Preisredner belegen ihre Ansichten fast durchweg mit Beispielen aus Mythologie und Geschichte. Nach Pausanias muß man zwei Arten von Eros unterscheiden, gemäß dem Unterschied zweier Aphroditen: der himmlischen als der mutterlosen Tochter des Uranos, und der gemeinen als der Tochter von Zeus und Dione. Nur der der himmlischen Aphrodite zugehörige Eros ist als ein Gott zu würdigen. Dieser Eros herrscht vor allem unter den Knaben und Männern und vermag unter diese und d. h. in sich schon in die Polis und ihre Angelegenheiten Tüchtigkeit und Beständigkeit zu bringen.

[Seite 7]

199 c 3 bis 201 c 9, den Dialog zwischen Sokrates und Agathon, bezeichnen wir kurz als Mittelstück; es hält die vorangegangenen Preisreden auf den Eros in ihrer Gesamtheit einerseits und die folgende Eroslehre Diotimas andrerseits scharf auseinander und erbringt zugleich eine wesentliche, sachliche Grundlage für diese Lehre;

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme. Sogar die Referenzstellen finden sich bereits im Original.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann
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