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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 76, Zeilen: 15-22, 26-27
Quelle: Becker-Cantarino 1997
Seite(n): 37, Zeilen: 9-12, 18-26, 29-32
In dem 1795 erschienen Aufsatz „Über die Diotima“179 erhebt Friedrich Schlegel die Frau zur Trägerin der Humanität. In der Figur der Diotima sieht Schlegel eine Frau
„in welcher sich die Anmut einer Aspasia, die Seele eine Sappho, mit hoher Selbstständigkeit vermählt, deren edel begeistertes Gemüht [sic] uns ein Bild der vollendeten Menschheit darstellt.“180

In der Hinwendung zur platonischen Philosophie wird von Schlegel das Bild einer vollendeten Frau entwickelt, welche künstlerisch, sinnlich und geistig zugleich vollkommen ist. [...] Friedrich Schlegel wirkt mit seinem Aufsatz in erster Linie auf die damalige Diskussion über das Weibliche, denn er weist ausdrücklich die Meinung zurück,

[„welche Rousseau mit so mächtiger Beredsamkeit vorgetragen hat, dass die Weiber der ächten Begeisterung und hoher Kunst ganz unfähig seien.“181]

179 Vgl. Schlegel, F. Kritische Ausgabe. Bd. I. S. 70-115.

180 Vgl. ebenda S. 115.

[181 Vgl. Schlegel, F. Kritische Ausgabe. Bd. I. S. 97.]

Diese Erhebung der Frau zur Trägerin der Humanität, wohlgemerkt im Antiken, nicht im zeitgenössischen Gewand, versuchte Friedrich Schlegel in dem Aufsatz „Über die Diotima“ (1795)39 weiterzuführen und dabei zu differenzieren. [...] In dieser „Sittengeschichte des weiblichen Geschlechts im griechischen Altertune“ („Diotima“, S. 70) sah Schlegel in der Gestalt der Diotima eine Frau verkörpert, „in welcher sich die Anmuth einer Aspasia, die Seele eine Sappho, mit hoher Selbständigkeit vermählt, deren edel begeistertes Gemüth uns ein Bild der vollendeten Menschheit darstellt“ („Diotima“, S. 115). In der Hinwendung zur Platonischen Philosophie wurde hier von Schlegel das Bild einer menschlich (nicht nur moralisch) vollendeten Frau entwickelt, die künstlerisch, sinnlich und geistig zugleich vollkommen ist: [...] Mit dem Beispiel der Sappho wollte Schlegel auf die zeitgenössische Diskussion über das Weibliche einwirken, denn er wies ausdrücklich „die Meynung, welche Rousseau mit so mächtiger Beredsamkeit vorgetragen hat, daß die Weiber der ächten Begeisterung und hoher Kunst ganz unfä[hig seyen“ („Diotima“, S. 97) zurück.]

39 Der Essay erschien in der Berlinischen Monatsschrift- Zitate nach Friedrich Schlegel, „Über die Diotima“, Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe, Bd. 1, S. 70.115. - Weitere Zitate mit „Diotima“ und Seitenangabe im Text.

Anmerkungen

Hier handelt es sich zwar vorwiegend um Zitate und Paraphrasen aus Schlegels Diotima. Die Art und Weise, wie zusammengefasst, direkt bzw indirekt zitiert und interpretiert wird, stimmt aber im Detail überein.

Ohne Kennzeichnung einer Übernahme.

Übrigens: Das hochgesteckte Ziel des Abschnitts, "[d]ie Entwicklung des Weiblichkeitsbildes im 19. Jahrhundert" (!) zu schildern, wird von der Verfasserin - hier in ihrer Dissertation - allein basierend auf der Wiedergabe von Schlegels Diotima und Zitaten aus Hans-Georg Helds Schnellkurs Romantik "erledigt".

Sichter
(Graf Isolan) Schumann
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