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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 191, Zeilen: 6-13, (14-16), 17-25
Quelle: Rauchfleisch 2004
Seite(n): 12, 17, 22, 27, 70, 80, Zeilen: 12:(3-5).5-8; 17:9-15; 22:15-17; 27:4-8; 70:19-21; 81:1-5
Die frühen Erfahrungen der beiden Komponisten mit dem Tod hinterlassen tiefe Narben in ihren Persönlichkeiten und stellen für sie die Auseinandersetzung mit Aggression und der Vergänglichkeit zu einem letztlich unlösbaren Problem dar.

Beide haben eine enge Bindung an die Mutter, geradezu eine Verpflichtung zu unbedingter Treue, wobei sich Robert Schumann im Grunde permanent schuldig fühlt, weil er diese Verpflichtung nicht erfüllt.486

So zeigen sein Verhalten und seine Äußerungen auch eine ausgeprägte Tendenz zur Distanzierung, zur Durchbrechung der symbiotischen Fessel.

[Bei Peter Tschaikowski existieren die Fesseln nur im moralischen Sinn, dass er auf Grund des frühen Todes der Mutter eine immer wiederkehrende Sehnsucht nach der Verbindung im Jenseits verspürt.]

Beide versuchen den Schmerz und das Leiden der Trennungserfahrungen durch ihre schöpferische Tätigkeit zu kontrollieren, zu neutralisieren und zu verarbeiten.

Die Bewältigungsstrategie der Künstler besteht darin, sich von der unerträglichen Realität zu distanzieren und sich in den Raum kreativen Schaffens zurückzuziehen.

Es ist wohl in erster Linie die Vielschichtigkeit, die Spannung zwischen romantischem Fühlen und desillusionierender Ironie.

Beide Komponisten werden lebenslang von der Sehnsucht nach dem wirklichen Zuhause, nach warmer Geborgenheit, welche sie in der Frühe ihres Lebens entbehren mussten und der sie zeitlebens nachgehen, begleitet.


486 Die Schuldgefühle bei Tschaikowski richteten sich eher in Richtung des Vaters und der jüngeren Brüder. Daher sein Entschluss, eine fiktive Ehe einzugehen und den Vater so mit ruhigem Gewissen sterben zu lassen. Er wollte auch mit einem guten Beispiel den kleineren Geschwistern gegenüber voranschreiten.

[Seite 12]

[...] und schon in frühester Kindheit war Robert Schumann mit der furchtbaren Realität von Gewalt und Tod konfrontiert. Diese frühen Erfahrungen haben tiefe Narben in seiner Persönlichkeit hinterlassen und haben für ihn die Auseinandersetzung mit Aggression und Tod zu einem letztlich unlösbaren Problem gemacht.

[Seite 17]

Auf der einen Seite finden wir eine symbiotische Züge aufweisende, sehr enge Bindung an die Mutter, geradezu eine Verpflichtung zu unbedingter Treue, wobei sich der Sohn im Grund permanent schuldig fühlte, weil er diese Verpflichtung nicht voll erfüllte. Auf der anderen Seite aber zeigen sein Verhalten und seine Äußerungen auch eine ausgeprägte Tendenz zur Distanzierung, zur Durchbrechung der symbiotischen Fessel.

[Seite 22]

In solchen frühen, traumatisch erlebten Trennungserfahrungen sieht Ostwald (1987) eine Wurzel von Robert Schumanns kreativer Kraft: Er habe im späteren Leben versucht, den Schmerz und das Leiden solcher Trennungserfahrungen durch seine schöpferische Tätigkeit zu kontrollieren, zu neutralisieren und zu verarbeiten.

[Seite 27]

Wie diese Formulierungen zeigen, bestand seine Bewältigungsstrategie hier wie auch sonst in seinem Leben darin, sich von der unerträglichen Realität zu distanzieren und sich in den Raum kreativen Schaffens zurückzuziehen.

[Seite 70]

Es ist wohl in erster Linie die Vielschichtigkeit, die Spannung zwischen romantischem Fühlen und desillusionierender Ironie, die Robert Schumann an Heines Dichtung fasziniert hat.

[Seite 81]

[Es ist, wie Schnebel (1981) im Hinblick auf Robert Schumanns berühmtes Lied »Mondnacht« (op. 39) ausführt, die] ihn lebenslang begleitende Sehnsucht »nach dem wirklichen Zuhause, nach warmer Geborgenheit, welche er in der Frühe seines Lebens entbehren mußte, und der er zeitlebens nachhing, bis er im einsamen Dahindämmern zu Endenich ein wenig davon unsinnig nachholen konnte«.

Anmerkungen

Wortlaut fast wie im Original (wobei allerdings durch Kürzungen manchmal auch der ursprüngliche Sinn entstellt wird). Dort aber beziehen sich die Aussagen nur auf Schumann. Im Sinne der von der Verfasserin in ihrer Arbeit durchweg vertretenen These der Parallelität verschiedener Lebensläufe werden die Aussagen pauschal auch auf Tschaikowski bezogen. In der Fußnote muss die Verfasserin dann auch die im Haupttext getroffenen Aussagen fast bis zum direkten Widerspruch relativieren.

Ähnliches erfolgt im hier nicht in die Zeilenzählung aufgenommenen aber trotzdem dokumentierten eingefügten Text.

Ohne Hinweis auf eine Übernahme, ohne Quellenangabe.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann
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