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Kommunikation und Sprachkenntnisse gefragt waren. Aufgrund der gleichen Qualifikation der beiden Gruppen in Hinsicht auf körperliche Arbeit hatten die Immigranten einen komparativen Vorteil, da ihre Fähigkeiten dort in höherem Maße ausgeschöpft wurden als das Potenzial der Einheimischen. Die Spezialisierung der Einheimischen auf Jobs, bei denen sie ihre Sprachkenntnisse einsetzen konnten, erhöhte wiederum deren Ausschöpfung ihres Humankapitals und gab ihnen dort einen komparativen Vorteil gegenüber den Immigranten. Die höhere Qualifikationsanforderung führte zu einem steigenden Lohn und das stärkere Angebot an körperlich arbeitenden Personen aufgrund von Immigration gewährleistete einen gleichbleibenden Lohn in dieser Branche. Ohne Immigration wäre das Angebot an Arbeitskräften dort gesunken und der Lohnsatz hätte sich erhöht<sup>22</sup>. Die Studie kam zu dem Schluss, dass die negativen Auswirkungen von offiziell substituierbarer geringqualifizierter Immigration aufgrund der Unterschiede in den „Soft-Skills“ weit geringer ausfielen, als erwartet. Für die Jahre 1990 bis 2000 bedeutete diese erweiterte Humankapitalnutzung der einheimischen Arbeiter einen fallenden Lohnsatz von nur 0,2 anstatt 1,2 Prozent.
 
Kommunikation und Sprachkenntnisse gefragt waren. Aufgrund der gleichen Qualifikation der beiden Gruppen in Hinsicht auf körperliche Arbeit hatten die Immigranten einen komparativen Vorteil, da ihre Fähigkeiten dort in höherem Maße ausgeschöpft wurden als das Potenzial der Einheimischen. Die Spezialisierung der Einheimischen auf Jobs, bei denen sie ihre Sprachkenntnisse einsetzen konnten, erhöhte wiederum deren Ausschöpfung ihres Humankapitals und gab ihnen dort einen komparativen Vorteil gegenüber den Immigranten. Die höhere Qualifikationsanforderung führte zu einem steigenden Lohn und das stärkere Angebot an körperlich arbeitenden Personen aufgrund von Immigration gewährleistete einen gleichbleibenden Lohn in dieser Branche. Ohne Immigration wäre das Angebot an Arbeitskräften dort gesunken und der Lohnsatz hätte sich erhöht<sup>22</sup>. Die Studie kam zu dem Schluss, dass die negativen Auswirkungen von offiziell substituierbarer geringqualifizierter Immigration aufgrund der Unterschiede in den „Soft-Skills“ weit geringer ausfielen, als erwartet. Für die Jahre 1990 bis 2000 bedeutete diese erweiterte Humankapitalnutzung der einheimischen Arbeiter einen fallenden Lohnsatz von nur 0,2 anstatt 1,2 Prozent.
   
Eine Erklärung für diese Unterschiede im Qualifikationsniveau bei eigentlich gleichqualifizierten Arbeitnehmern bietet eine Studie aus Großbritannien (Dustmann et al. 2013). Dort wurde mit Hilfe des „Labour Force Surveys“ (welchen auch Angrist und Kugler für ihre Studie nutzen) für die Jahre 1997 bis 2015 untersucht, ob Immigranten auch tatsächlich auf dem Qualifikationsniveau anzutreffen sind, auf dem sie zuvor in ihrem Herkunftsland arbeiteten. Dazu wurde der Effekt von Immigration auf die Verteilung des einheimischen Lohnsatzes in verschiedenen Bevölkerungsschichten untersucht. Es konnte beobachtet werden, dass die Verteilung der Immigranten auf diese Perzentile einem „Skill-Downgrading“ unterliegt. Dies hat zur Folge, dass sie eher Jobs annehmen, die entweder nicht ihrer Ausbildung entsprechen („Mismatch“) oder unterhalb des Lohnniveaus liegen, zu dem sie vorher angestellt waren. Diese Erkenntnis bekräftigt die zuvor angestellte Analyse, dass das formal angegebene Qualifikationsniveau von Immigranten nicht dem entspricht, das sie in ihrem Zielland letztendlich ausführen. Bei einer Prognose bezüglich der Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf den Arbeitsmark
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Eine Erklärung für diese Unterschiede im Qualifikationsniveau bei eigentlich gleichqualifizierten Arbeitnehmern bietet eine Studie aus Großbritannien (Dustmann et al. 2013). Dort wurde mit Hilfe des „Labour Force Surveys“ (welchen auch Angrist und Kugler für ihre Studie nutzen) für die Jahre 1997 bis 2015 untersucht, ob Immigranten auch tatsächlich auf dem Qualifikationsniveau anzutreffen sind, auf dem sie zuvor in ihrem Herkunftsland arbeiteten. Dazu wurde der Effekt von Immigration auf die Verteilung des einheimischen Lohnsatzes in verschiedenen Bevölkerungsschichten untersucht. Es konnte beobachtet werden, dass die Verteilung der Immigranten auf diese Perzentile einem „Skill-Downgrading“ unterliegt. Dies hat zur Folge, dass sie eher Jobs annehmen, die entweder nicht ihrer Ausbildung entsprechen („Mismatch“) oder unterhalb des Lohnniveaus liegen, zu dem sie vorher angestellt waren. Diese Erkenntnis bekräftigt die zuvor angestellte Analyse, dass das formal angegebene Qualifikationsniveau von Immigranten nicht dem entspricht, das sie in ihrem Zielland letztendlich ausführen. Bei einer Prognose bezüglich der Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf den Arbeitsmarkt.
 
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<sup>22</sup> Dies gilt selbstverständlich nur, wenn die einheimischen Arbeitnehmer in die neuen Branchen gewechselt hätten, selbst wenn keine Immigration stattgefunden hätte.
 
<sup>22</sup> Dies gilt selbstverständlich nur, wenn die einheimischen Arbeitnehmer in die neuen Branchen gewechselt hätten, selbst wenn keine Immigration stattgefunden hätte.
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Version vom 23. März 2021, 23:05 Uhr


Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Mendelbrno
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 1 ff. (entire page)
Quelle: Kassen 2016
Seite(n): 46, 47, 48, Zeilen: 46: 31 f.; 47: 1 ff.; 48: 1 ff.
[The study found that local low-skilled workers moved from physical work to areas where communication and] language skills were required as a result of immigration. Due to the equal qualification of the two groups in physical labour, immigrants had a comparative advantage because their skills were exploited to a greater extent than the potential of the locals. The specialisation of locals in activities where they could use their language skills increased their exploitation of their human capital and gave them a comparative advantage over immigrants. The higher qualification requirements led to an increase in wages and the increased supply of physically working people due to immigration ensured a constant wage in this sector. Without immigration, labour supply would have declined and wage rates would have increased. However, this would only have been the case if local workers had moved to the new sectors, even if immigration had not taken place.

The study by Peri and Sparber (2009) concluded that the negative impact of officially substitutable low-skilled immigration was far less than expected due to differences in soft skills. For the years 1990 to 2000, this expanded use of human capital by local workers meant a falling wage rate of only 0.2% instead of 1.2%. A study from Great Britain (Dustmann et al. 2013) provides an explanation for these differences in qualification levels among employees with basically equal qualifications. With the help of the Labour Force Survey (which Angrist and Kugler also used for their study) for the years 1997 - 2015, it was examined whether immigrants can actually be found at the level of qualification at which they had previously worked in their country of origin. To this end, the effect of immigration on the distribution of domestic wage rates in different population strata was examined. It has been observed that the distribution of immigrants among these percentiles is subject to skill downgrading. As a result, they are more likely to accept jobs that either do not correspond to their education ("mismatch") or are below the wage level at which they were previously employed. This finding reinforces the previous analysis that the formally stated skill level of immigrants does not correspond to the level they ultimately achieve in their destination country. Thus, when examining and forecasting the impact of the refugee crisis on the labour market, it must be borne in mind that the level of skills of immigrants is shifting downwards as a result of immigration itself and the changing demands of the labour market compared to the country of origin. This is particularly the case with asylum seekers, since the probability of incompatibility with the new labour market is even more probable with them than with economically motivated immigration.

Another result of Dustmann et al. (2013), which goes hand in hand with previous findings, is the influence of heterogeneous work on wage levels. Due to the differentiation of different wage groups, it can be seen that in groups with a low immigration density an increase in the wage rate is recorded and in groups with a high proportion of immigrants the wage rate decreases. This supports the results shown above that high substitutability at certain qualification levels has negative effects on wages (Dustman et al. 2017). However, the study did not distinguish between asylum seek- [ers and economic immigrants.]


DUSTMANN, C., FRATTINI, T., PRESTON, I. 2013. The Effect of Immigration along the Distriubution of Wages. In: The Review of Economic Studies 80 (1). 145 -173.

DUSTMAN, C., SCHÖNBERG, U., STUHLER, J. 2017. Labor Supply Shocks and the Adjustment Dynamics of Local Wages and Employment: New Evidence from a Commuting Policy. The Quarterly Journal of Economics. Volume 132. Issue 1: 435-483.

PERI, G., SPARBER, C. 2009. Task specialization, immigration, and wages. In: American Economic Journal. 1 (3): 135-169.

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Dabei kam heraus, dass die einheimischen geringqualifizierten Arbeitnehmer aufgrund von Immigration von physischer Arbeit in Bereiche wechselten, in denen

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Kommunikation und Sprachkenntnisse gefragt waren. Aufgrund der gleichen Qualifikation der beiden Gruppen in Hinsicht auf körperliche Arbeit hatten die Immigranten einen komparativen Vorteil, da ihre Fähigkeiten dort in höherem Maße ausgeschöpft wurden als das Potenzial der Einheimischen. Die Spezialisierung der Einheimischen auf Jobs, bei denen sie ihre Sprachkenntnisse einsetzen konnten, erhöhte wiederum deren Ausschöpfung ihres Humankapitals und gab ihnen dort einen komparativen Vorteil gegenüber den Immigranten. Die höhere Qualifikationsanforderung führte zu einem steigenden Lohn und das stärkere Angebot an körperlich arbeitenden Personen aufgrund von Immigration gewährleistete einen gleichbleibenden Lohn in dieser Branche. Ohne Immigration wäre das Angebot an Arbeitskräften dort gesunken und der Lohnsatz hätte sich erhöht22. Die Studie kam zu dem Schluss, dass die negativen Auswirkungen von offiziell substituierbarer geringqualifizierter Immigration aufgrund der Unterschiede in den „Soft-Skills“ weit geringer ausfielen, als erwartet. Für die Jahre 1990 bis 2000 bedeutete diese erweiterte Humankapitalnutzung der einheimischen Arbeiter einen fallenden Lohnsatz von nur 0,2 anstatt 1,2 Prozent.

Eine Erklärung für diese Unterschiede im Qualifikationsniveau bei eigentlich gleichqualifizierten Arbeitnehmern bietet eine Studie aus Großbritannien (Dustmann et al. 2013). Dort wurde mit Hilfe des „Labour Force Surveys“ (welchen auch Angrist und Kugler für ihre Studie nutzen) für die Jahre 1997 bis 2015 untersucht, ob Immigranten auch tatsächlich auf dem Qualifikationsniveau anzutreffen sind, auf dem sie zuvor in ihrem Herkunftsland arbeiteten. Dazu wurde der Effekt von Immigration auf die Verteilung des einheimischen Lohnsatzes in verschiedenen Bevölkerungsschichten untersucht. Es konnte beobachtet werden, dass die Verteilung der Immigranten auf diese Perzentile einem „Skill-Downgrading“ unterliegt. Dies hat zur Folge, dass sie eher Jobs annehmen, die entweder nicht ihrer Ausbildung entsprechen („Mismatch“) oder unterhalb des Lohnniveaus liegen, zu dem sie vorher angestellt waren. Diese Erkenntnis bekräftigt die zuvor angestellte Analyse, dass das formal angegebene Qualifikationsniveau von Immigranten nicht dem entspricht, das sie in ihrem Zielland letztendlich ausführen. Bei einer Prognose bezüglich der Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf den Arbeitsmarkt.


22 Dies gilt selbstverständlich nur, wenn die einheimischen Arbeitnehmer in die neuen Branchen gewechselt hätten, selbst wenn keine Immigration stattgefunden hätte.

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muss also berücksichtigt werden, dass sich das Qualifikationsniveau von Immigrantendurch die Immigration selbst und die veränderten Ansprüche des Arbeitsmarktes im Vergleich zum Ursprungsland - nach unten verschiebt. Dies ist vor allem bei Asylsuchenden der Fall, da die Wahrscheinlichkeit einer Inkompatibilität mit dem neuen Arbeitsmarkt bei diesen noch wahrscheinlicher ist als bei wirtschaftlich motivierter Immigration.

Ein weiteres Ergebnis von Dustmann et al., welches mit den bisherigen Erkenntnissen einhergeht, ist der Einfluss von heterogener Arbeit auf das Lohnniveau (Dustmann et al. 2013). Aufgrund der Differenzierung von unterschiedlichen Lohngruppen ist zu erkennen, dass in den Gruppen mit niedriger Immigrationsdichte eine Erhöhung des Lohnsatzes zu verzeichnen ist und in Gruppen mit einem hohen Anteil an Immigranten der Lohnsatz sinkt. Dies unterstützt die zuvor aufgezeigten Ergebnisse, dass eine hohe Substituierbarkeit bei bestimmten Qualifikationsniveaus negative Auswirkungen auf den Lohn hat. In der Studie wurde jedoch nicht zwischen Asylsuchenden und Wirtschaftsimmigranten unterschieden, die Ergebnisse bezüglich des „Downgradings“ und des „Mismatchs“ werden also noch gravierender ausfallen, wenn nur Flüchtlingsströme untersucht werden.


Angrist, Joshua D.; Kugler, Adriana D. (2003): Protective or counter-productive? Labour market institutions and the effect of immigration on eu natives*. In: The Economic Journal 113 (488), S. 302–331. DOI: 10.1111/1468-0297.00136.

Dustmann, Christian; Frattini, Tommaso; Preston, Ian (2013): The Effect of Immigration along the Distribution of Wages. In: The Review of Economic Studies 80 (1), S. 145–173. DOI: 10.1093/restud/rds019.

Anmerkungen

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Sichter
(Mendelbrno) Schumann


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Kassen 2016 +
46, 47, 48 +
(Mendelbrno) Schumann +
ÜbersetzungsPlagiat +
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