Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: (15-21), 22-29
Quelle: Donati 1989
Seite(n): 252, Zeilen: 8 ff.
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[„Der systemischste [sic] Versuch ist sicherlich derjenige von T. Parsons gewesen, der den einfachen Evolutionismus von Tönnies und Durkheim mittels einer Theorie abgeschwächt hat, derzufolge die Gemeinschaft (oder mechanische Solidarität im Sinne Durkheims) sich auf Letztwerte (des Sinns) bezieht, während die Gesellschaft (oder organische Solidarität nach Durkheim) sich auf (funktionale) Tauschwerte bezieht und es keine lineare Ersetzung der ersteren durch die letzteren geben kann, da sie unterschiedlichen sozialen Imperativen entsprechen“ (Donati 1988: 252).]

In den Neuinterpretationen der soziologischen Theorie ist bisher offen geblieben, ob sie sich und in welchem Maße dieser Interpretation von Parsons anschließen. So zeigt die Debatte von Habermas und Luhmann, dass Habermas die Mixtur von gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Elementen neu bestimmt, indem er der Gemeinschaft eine gewisse Priorität einräumt und von diesem Standpunkt aus den Systemansatz von Parsons kritisiert, während Luhmann sich radikal von der Parsonschen [sic] Theorie abwendet und die Gesellschaft zum umfassenden Sozialsystem macht.

Der systematischste Versuch ist sicherlich derjenige von T. Parsons gewesen, der den einfachen Evolutionismus von Tönnies und Durkheim mittels einer Theorie abgeschwächt hat, derzufolge die Gemeinschaft (oder mechanische Solidarität im Sinne Durkheims) sich auf Letztwerte (des Sinns) bezieht, während die Gesellschaft (oder organische Solidarietät [sic] nach Durkheim) sich auf (funktionale) Tauschwerte bezieht und es keine lineare Ersetzung der ersteren durch die letzteren gibt und auch nicht geben kann, da sie unterschiedlichen sozialen Imperativen entsprechen (13).

Seit Parsons ist sich die soziologische Theorie im Unklaren darüber geblieben, ob, bis zu welchem Grad und auf welche Art und Weise sie sich dieser Neuinterpretation anschließen solle. Die jüngte [sic] Auseinandersetzung zwischen J. Habermas und N. Luhmann ist vielleicht das bekannteste Beispiel einer anhaltenden Debatte: Während Habermas auf seine Art die Mischung von gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Elementen neu bestimmt und verteidigt, indem er der Gemeinschaft eine gewisse Priorität einräumt und von hier aus das Parsonssche System kritisiert (14), wendet sich Luhmann insofern in radikaler Weise von der Parsonsschen Theorie ab, als er das umgekehrt proportionale Wachstumsverhältnis von «Gemeinschaft» und «Gesellschaft» zugunsten der maximalen Entwicklung der letzteren (als «System») auf die Spitze treibt und zu diesem Zweck alle dazugehörigen soziologischen Kategorien und den gesamten begrifflichen Rahmen neu formuliert {15).


(13} Vgl. T. PARSONS, Sociological Theory and Modern Society, The Free Press, London 1967.

(14} Vgl. J. HABERMAS, Theorie des kommunikativen Handelns, 2 Bde., Suhrkamp, Frankfurt/ M. 1981.

(15) Vgl. N. LUHMANN, Soziologische Aufklärung, Westdeutscher Verlag, Opladen 1970.

Anmerkungen

Das (beinahe) wörtliche Zitat zählt bei der Zeilenzählung nicht mit.

Die Übernahme setzt sich im Anschluß ungekennzeichnet fort. Aus "Mischung" wird "Mixtur".

Die Passage stellt eine Wiederholung dar und findet sich bereits auf den Seiten 39 und 45; vgl. Fragment 039 26 und Fragment 045 04.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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