Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 132, Zeilen: 22-34, (34-36), 36-37
Quelle: Diewald 1991
Seite(n): 19, 20, Zeilen: 19: letzte drei Zeilen; 20: 1 ff.
Tradierte Lebens -und [sic] Beziehungsformen gehen verloren, ohne dass „gleichwertige“ neue Beziehungen an ihre Stelle getreten seien. Die betrifft vor allem familiale, verwandtschaftliche und nachbarschaftliche Beziehungen. Sie sind in ihrem Umfang eingeschränkt und bedeutungsloser geworden.

Gegen eine solche kulturpessimistische Interpretation der gesellschaftlichen Modernisierung entwickelte sich ein gegenläufiges Deutungsmuster, welches im Zerfall traditionaler Sozialformen einen den veränderten Lebensbedingungen angepassten Wandel in Struktur und Funktion erkennt. Diese Gegenposition wird meist als „Liberalisierung von Gemeinschaft“ (vgl. Diewald 1991: 20) bezeichnet. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Netzwerke weiter fortbestehen, stabil sind und funktionsfähig, aber dass sie heute weniger räumlich konzentriert sind als früher und dass die Bedeutung frei gewählter Beziehungen im Vergleich zu den vorgegebenen gestiegen ist. „Dies bedeutet jedoch weniger eine Schwächung der funktionalen Bedeutung informeller Beziehungen als vielmehr eine Verschiebung ihres Aufgabenspektrums“ (Diewald 1991: 20).

Viele Autoren sehen in dieser These nicht nur eine Liberalisierung, sondern auch eine Befreiung der Gemeinschaft.

Sie [die These eines Bindungszerfalls] behauptet in ihrem Kern eine Zersetzung der tradierten Lebens- und Beziehungsformen durch die Ausbildung der modernen Industriegesellschaften, ohne daß "gleichwertige" neue Bezie-

[Seite 20]

hungsstrukturen an deren Stelle getreten seien. Insbesondere familiale, verwandtschaftliche und nachbarliche Beziehungen seien in ihrem Umfang eingeschränkt und in ihrer Bedeutung geschwächt worden. [...]

Gegen diese pessimistische Sichtweise hat sich jedoch zunehmend die Gegenthese etabliert, den Wandel sozialer Beziehungen eher als einen - den veränderten Lebensbedingungen angepaßten - Stmktur- und Funktionsweise/ zu begreifen. Diese hier als "Liberalisierung von Gemeinschaft" bezeichnete These behauptet ein Fortbestehen stabiler und funktionierender Netzwerke, auch wenn sie gegenüber früheren Zeiten räumlich weniger konzentriert sind und frei gewählte Sozialbeziehungen im Vergleich zu vorgegebenen in ihrer Bedeutung gestiegen sind. [...] Dies bedeute jedoch weniger eine Schwächung der funktionalen Bedeutung informeller Beziehungen als vielmehr eine Verschiebung ihres Aufgabenspektrums. Im Gegenteil: Bei manchen Autoren verbindet sich damit die Vision einer "befreiten Gemeinschaft", [...]

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar genannt, doch nur für ein kurzes und ein längeres wörtliches Zitat, während die Übernahme bereits im Absatz darüber beginnt, was dem Rezipienten mangels Kennzeichnung aber verborgen bleibt.

Das längere wörtliche Zitat geht nicht mit in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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