Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 194, Zeilen: 30-39
Quelle: Barth 2001
Seite(n): online, Zeilen: –
Hierbei postuliert das Individualisierungstheorem gesellschaftliche Veränderungen, die Einfluss auf das Verständnis sozialer Beziehungen in der Moderne haben. In den Blickpunkt gerät dabei vor allem der Bereich der traditionellen Beziehungen, zu denen auch die Beziehungen im Wohnumfeld gehören. Es wird eine Abnahme solcher Beziehungen festgestellt. Jedoch ist die Bewertung dazu recht unterschiedlich. Für die Einen drückt sich darin ein Verlust aus, für die Anderen eine Liberalisierung der sozialen Beziehungen. Beiden Thesen ist jedoch eine ideologische Überfrachtung nicht abzusprechen:
„Die These von dem Zerfall der Gemeinschaft ist stark kulturpessimistisch eingefärbt, die These von der ,befreiten’ Gemeinschaft dagegen birgt eine zu große Ver-[heißung; auf der einen Seite das entwurzelte, atomisierte Individuum in der Großstadt, auf der anderen Seite das frei seine Sozialbeziehungen auswählende Individuum, das die kontrollierenden Bürden der traditionellen Gemeinschaft abgestreift hat.“ (Mayer-Kleffel [sic] 1991: 139).]

Mayr-Kleffel, Verena (1991) Frauen und ihre [sic] Netzwerke. Auf der Suche nach einer verlorenen Ressource. Opladen.

4. Zusammenfassung und Diskussion

Das Individualisierungstheorem postuliert gesellschaftliche Veränderungen, die von Einfluss auf das Verständnis sozialer Beziehungen in der Moderne sind. Explizit gerät dabei auch der Bereich traditionaler Sozialkontakte ins Blickfeld, zu denen auch Netzwerke im Wohnquartier gehören. Konstatiert wird eine Abnahme der Bedeutung solcher Kontakte, die allerdings unterschiedlich bewertet wird. Für die einen ist sie Ausdruck des Verlustes, für die anderen Chance einer Liberalisierung sozialer Beziehungen. In meinen Augen stehen sich diese Thesen nicht unversöhnlich gegenüber. Beiden gemeinsam ist aber eine gewisse ideologische Überfrachtung: "Die These von dem Zerfall der Gemeinschaft ist stark kulturpessimistisch eingefärbt, die These von der 'befreiten' Gemeinschaft dagegen birgt eine zu große Verheißung; auf der einen Seite das entwurzelte, atomisierte Individuum in der Großstadt, auf der anderen das frei seine Sozialbeziehungen auswählende Individuum, das die kontrollierenden Bürden der traditionellen Gemeinschaft abgestreift hat".56


56Mayr-Kleffel 1991, S. 139.


MAYR-KLEFFEL, V. (1991): Frauen und ihre sozialen Netzwerke. Auf der Suche nach einer verlorenen Ressource. Opladen.

Anmerkungen

Die Passage findet sich im abschließenden Kapitel 6 ("Schlussbetrachtung").

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die in der gesamten untersuchten Arbeit nirgends genannt wird.

Da erkennbar auch das wörtliche Zitat – bei einer Abweichung im Wortlaut – aus der Quelle übernommen wurde, geht es in die Zeilenzählung mit ein. Die Verf.in gibt den Titel des Werkes von Mayr-Kleffel (1991) fehlerhaft wieder, vgl. [1].

Fortsetzung auf der Folgeseite in Fragment 195 05.

Sichter
(Schumann), Stratumlucidum


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