Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Bernd Guggenberger
Titel    Demokratietheorien
Sammlung    Lexikon der Politikwissenschaft. Theorien, Methoden, Begriffe. Band 1: A–M
Herausgeber    Dieter Nohlen / Rainer-Olaf Schultze
Ort    München
Verlag    Beck
Ausgabe    3., akt. u. erw. Aufl.
Jahr    2005
Seiten    135-143
ISBN    3-406-54116-x

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    6


Fragmente der Quelle:
[1.] Dcl/Fragment 066 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-05 10:33:49 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, Guggenberger 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verdacht auf willkürliche Referenzierung, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 66, Zeilen: 20-24
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, Zeilen: re. Sp. 35 ff.
In einem Diskursmodell wird hier von der Wahrheitsfähigkeit praktischer Fragen ausgegangen, die in die Forderung nach Konsens orientierten [sic] Einigungsverfahren mündet und die utopische Vorstellung impliziert, dass, wenn keiner mehr überstimmt wird, sich keiner mehr beherrscht oder fremdbestimmt empfinden kann (Habermas 1992; Abromeit 2002).

Abromeit, Heidrun, 2002: Wozu braucht man Demokratie? Die postnationale Herausforderung der Demokratietheorie. Opladen: Leske+Budrich.

Habermas, Jürgen, 1992: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates [sic]. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Das Diskursmodell von Jürgen Habermas geht von der Wahrheitsfähigkeit praktischer Fragen aus und mündet konsequent in die Forderung nach konsensuellen Einigungsverfahren. Wo keiner mehr überstimmt wird, kann sich keiner mehr beherrscht und fremdbestimmt empfinden. An diesem utopischen Fluchtpunkt berühren sich die partizipatorische und die anarchistische Variante der kritischen Demokratietheorie: [...]
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Weder bei Abromeit (2002) noch bei Habermas (1992) findet sich die Aussage "wenn keiner mehr überstimmt wird, [kann] sich keiner mehr beherrscht oder fremdbestimmt empfinden" so oder ähnlich. Guggenberger (2005) nennt im Anschluss keine Literaturreferenz.

Den fehlerhaften Untertitel bei Habermas – richtig wäre "Rechtsstaats" – scheint die Verf.in aus der Wikipedia zu übernehmen, siehe Fragment 037 24 bzw. Fragment 066 24.


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 3 ["Paraphrasierung ohne bzw. mit geringfügiger wörtlicher Textübernahme"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit geringfügigen Textübernahme aus nicht genannter Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß Schlussbericht gelten dem Gremium Fundstellen der Kategorie 3 als "geringfügige Mängel", bei denen "der Vorwurf der objektiven Täuschung nicht zureichend belegt werden" konnte (ebd., S. 4).

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


[2.] Dcl/Fragment 067 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-05 10:37:18 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, Guggenberger 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verdacht auf willkürliche Referenzierung, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 67, Zeilen: 12-17, 24-31
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 139, Zeilen: re. Sp. 11 ff.
Dieses Phänomen findet eine Erklärung in der elitären Demokratietheorie, die davon ausgeht, dass auch unter den Bedingungen demokratischer Mehrheitsherrschaft die politischen Entscheidungen überwiegend von Minderheiten gefällt werden. Dies wird vor allem damit begründet, dass es weder ein wissenschaftlich einsichtiges und politisch verbindliches Gemeinwohlkonzept gibt, [sic] noch ein strikt rationales Abstimmungsverhalten der Bürger bei Wahlen und Sachentscheidungen. [...] Der demokratische Anspruch reduziert sich auf die Herrschaftserlangung, bei der Einzelne die Entscheidungsbefugnis im Konkurrenzkampf um die Stimmen des Volkes erwerben (Schumpeter 2005). Dieses Modell sieht die politische Handlungsfähigkeit differenzierter Großgesellschaften nicht in einer permanenten Mitbestimmung, sondern durch eine Art politische Arbeitsteilung auf Zeit, bei der die gewählten Repräsentanten eine Stellvertreterfunktion gegenüber der selbst nicht sprech- und handlungsfähigen Bevölkerungsmehrheit übernehmen (Benz 1998; Lord / Beetham 2001).

Benz, Arthur, 1998: Postparlamentarische Demokratie? Demokratische Legitimation im kooperativen Staat. In: Greven, Michael Th. (Hrsg.): Demokratie. Eine Kultur des Westens. [sic] Opladen: Leske + Budrich, S. 201 - 222.

Lord, Christopher / Beetham, David, 2001: Legitimizing the EU: Is there a ‚Postparliamentary Basis’ for its Legitimation? In: Journal of Common Market Studies, 39 (3): S. 443 - 462.

Schumpeter, Joseph Alois, 2005: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Stuttgart: [sic] UTB, [sic] 8. Auflage.

Die Anhänger der elitären D. gehen von der empirischen Erfahrung aus, daß auch unter der Bedingung demokratischer Mehrheitsherrschaft die polit. Entscheidungen überwiegend von Minderheiten gefällt werden. Anders als die Vertreter einer Kritischen Theorie der Demokratie, welche die Demokratiepostulate der Volkssouveränität, der Gleichheit und der polit. Selbstbestimmung durch Entscheidungsteilhabe radikal beim Wort nehmen, sehen sie in den Phänomenen der demokratischen Elitenherrschaft keinen Defekt, sondern ziehen aus ihnen eher die schlüssige Konsequenz, daß es weder ein wiss. einsichtiges und polit. verbindliches Gemeinwohlkonzept gebe noch ein strikt rationales Abstimmungsverhalten der Bürger bei Wahlen und Sachentscheidungen. Im Elitenmodell J. A. Schumpeters reduziert sich der demokratische Anspruch auf die Methode der Herrschaftsbestellung: «Die demokratische Methode ist diejenige Ordnung der Institution zur Erreichung polit. Entscheidungen, bei welcher einzelne die Entscheidungsbefugnis vermittels eines Konkurrenzkampfes um die Stimmen des Volkes erwerben» (1972: 428). Polit. handlungsfähig werden differenzierte Großgesellschaften nach diesem Modell nicht im Wege einer permanenten Mitbestimmung aller über alles, sondern allein durch eine Art «polit. Arbeitsteilung», bei welcher die gewählte Herrschaftselite auf Zeit polit. Stellvertreterfunktionen gegenüber der selbst nicht sprech- und handlungsfähigen Bevölkerungsmehrheit wahrnimmt.

Schumpeter, J. A. 71992 [sic]: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, Mchn. (engl. 1942).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Der Inhalt der letzten Aussage der Verf.in findet sich so nicht bei Lord / Beetham (2001), die im Literaturverzeichnis Guggenbergers (2005) auch nicht erwähnt werden; bei Benz (1998) – der dort ebenfalls nicht genannt wird – geht es in diesem Zusammenhang eher um die Delegierung von Entscheidungsbefugnissen von Mitgliedern von Verbänden (im weiteren Sinne) an ihre Verbandsführung (so z. B. S. 211). Insbsd. ist von einer "nicht sprech- und handlungsfähigen Bevölkerungsmehrheit" in beiden Titeln keine Rede (bei Lord / Beetham können sich die wörtlichen Übereinstimmungen auch nicht in derselben sprachlichen Form finden, da es sich um einen englischsprachigen Beitrag handelt).

Bei Benz (1998) ist der Titel des Sammelbandes fehlerhaft, der Demokratie – eine Kultur des Westens? lautet. [1] Die Verf.in scheint diese Literaturangabe aus der Quelle Nanz / Steffek (2005) zu übernehmen, siehe Fragment 027 01 (keine Wertung) auf S. 27.

Die Referenz Guggenbergers auf Schumpeter ist inkonsistent; möglicherweise ist die 1972 erschienene 3. Auflage des Werkes gemeint. [2] Die Verf.in gibt die zur Zeit der Entstehung der untersuchten Arbeit aktuelle Auflage als verwendet an, welche zwar in der UTB-Reihe erschienen ist, allerdings bei Francke in Tübingen und Basel verlegt wurde. [3]

Benz (1998) wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit nur an dieser Stelle und auf der o. g. S. 27 angeführt, wo ebenfalls eine willkürliche Referenzierung naheliegt, Schumpeter – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur hier.


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A dem Gremium zufolge "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


[3.] Dcl/Fragment 069 31 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-05 10:40:16 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, Guggenberger 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 31-34
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, Zeilen: li. Sp. 5 ff.
Dieser Aspekt wird durch die ökonomische Demokratietheorie gestützt, die von der Grundannahme ausgeht, dass jeder Mensch durch rationales Handeln seinen individuellen Nutzen maximieren möchte (Downs 1968). Die ökonomische Demokratietheorie orientiert sich am Leitbild des „homo oeconomicus“, das den umfassend informierten und einzig auf [rationaler Grundlage entscheidungsfähigen egoistischen Wirtschaftsmenschen antizipiert.]

Downs, Anthony, 1968: Ökonomische Theorie der Demokratie. Tübingen: Mohr (Siebeck).

(4) A. Downs (1968) geht in seinem außerordentlich einflußreichen Ansatz einer «Ökonomischen Theorie der Demokratie» in der Nachfolge der nat.-ökon. Theoriebildung von der Grundannahme aus, daß jeder durch rationales Handeln seinen individuellen Nutzen maximieren möchte.

Dieser Vorstellung liegt das Leitbild des homo oeconomicus zugrunde, des umfassend informierten und einzig auf rationaler Grundlage entscheidungsfähigen Wirtschaftsmenschen.


Downs, A. 1968: Ökonomische Theorie der Demokratie, Tüb. (engl. 1957).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Downs (1968) wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A dem Gremium zufolge "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


[4.] Dcl/Fragment 070 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-05 10:42:49 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, Guggenberger 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 2-4
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, Zeilen: li. Sp. 28 ff.
Demokratie und Mehrheitsentscheidungen werden als diejenigen Entscheidungsregeln definiert, auf die sich rational handelnde Individuen zwangsläufig verständigen (Buchanan / Tullock 1962).

Buchanan, James M. / Tullok [sic], Gordon, 1962: The Calculus of Consent. Logical Foundations of Consitutional [sic] Democracy. Ann Arbor: Arbor Verlag [sic].

Die übersteigerte Individualisierung der Verhaltensrationalität läßt auch J. M. Buchanan und G. Tullock (1962) in der Fortführung des Downsschen Ansatzes für eine Begründung der Demokratie auf der Basis der älteren Sozialvertragslehren plädieren. Demokratie und Mehrheitsentscheid sind für sie diejenigen Entscheidungsregeln, auf welche sich rational handelnde Individuen zwangsläufig verständigen.

Buchanan, J. M./Tullock, G. 1962: The Calculus of Consent. Logical Foundations of Constitutional Democracy, Ann Arbor.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die erst nach Nennung etlicher weiterer Referenzen im übernächsten Absatz erwähnt wird. Bei Buchanan / Tullock (1962) können sich die wörtlichen Übereinstimmungen nicht in derselben sprachlichen Form finden, da es sich um einen englischsprachigen Text handelt.

The Calculus of Consent ist zudem nicht im "Arbor Verlag", sondern bei University of Michigan Press erschienen. [4]

Buchanan / Tullock (1962) werden – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der untersuchten Arbeit ausschließlich an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15)

Gemäß Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A dem Gremium zufolge "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


[5.] Dcl/Fragment 070 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-05 10:45:04 Stratumlucidum
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, Guggenberger 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verdacht auf willkürliche Referenzierung

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 70, Zeilen: 17-20, 27-31
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 138, 139, Zeilen: 138: re. Sp. 29 ff. u. letzte Zeile; 139: li. Sp. 1 ff.
Verstärkt wird diese Argumentationslinie durch pluralistische Ansätze demokratietheoretischer Überlegungen, die davon ausgehen, dass die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört (Schmidt 2000). [Daher kann auch nicht die Homogenität des Denkens und des Wollens der Mitglieder einer Gemeinschaft als Ziel und Inhalt der Politik angenommen werden, sondern die möglichst vollständige Widerspiegelung oder Repräsentation der vielfältigen gesellschaftlichen Interessen- und Meinungsströmungen, um ein Verständnis vom Gemeinwohl zu entwickeln (Guggenberger 2005). Der pluralistischen Demokratietheorie liegt die Annahme zugrunde, dass prinzipiell alle Interessen in einer Gesellschaft artikuliert und organisiert werden können und dass deshalb grundsätzlich ein Gleichgewicht zwischen allen Interessen herbeigeführt werden kann (Dahl 1971; 1997; Fraenkel 1991).] Diese Sichtweise impliziert, dass die politische Entscheidungsfindung nicht durch eine einzelne gesellschaftliche Gruppe, sondern durch einen Entscheidungs- und Willensbildungsprozess in einem System von Kräften und Gegenkräften auf der Suche nach dem mittleren Weg jenseits von Partikularinteressen erfolgt (Schmidt 2000).

Guggenberger, Bernd, 2005: Demokratietheorien. In: Nohlen, Dieter / Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Band 1 A - M. Theorien. Methoden. Begriffe. München: Verlag C.H. Beck, S. 135 - 143.

Schmidt, Manfred G., 2000: Demokratietheorien. Bremen [sic]: Leske + Budrich, 3. Auflage.

[Seite 138]

(2) Die Verfechter des Pluralismuskonzepts gehen davon aus, daß die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört. Von daher kann auch nicht die Homogenität des Denkens und Wollens das Ziel aller Politik sein, sondern die möglichst vollständige Widerspiegelung («Repräsentation») der mannigfachen gesellschaftl. Interessen- und Meinungsströmungen. Erst im Austragen der vorhandenen Gegensätze, in einem Prozeß des Mit- und Gegeneinander, entsteht eine Art «Gemeinwohl a posteriori» (Fraenkel 1991). [...]

Die Vertreter der pluralistischen D. in der

[Seite 139]

Nachfolge des brit. Politikwissenschaftlers und Sozialisten H. Laski (1921) halten eine Monopolisierung der polit. Entscheidungsfindung durch eine einzelne gesellschaftl. Gruppe deshalb für unmöglich, weil der Entscheidungs- und Willensbildungsprozeß durch ein System von Kräften und Gegenkräften (checks and balances) stets auf einem «mittleren Weg» gehalten wird, der gleich weit entfernt von den jeweiligen partikularen Interessen und Positionen ist.


Fraenkel, E. 1991: Deutschland und die westlichen Demokratien, Stg. (zuerst 1964).

Laski, H. 21968: Authority in the Modern State, New Haven u. a. (zuerst 1921).

Anmerkungen

Die Quelle wird für die ohne Kenntlichmachung sehr wortnah wiedergegebene Aussage Guggenbergers (2005) genannt, die konservativ nicht als Plagiat gewertet wird.

Die vorhergehende Aussage, Schmidt (2000) zugeschrieben, findet sich jedoch ebenfalls bei Guggenberger. Davon, dass "die vorrangige Wahrnehmung des eigenen Nutzens zur unaufhebbaren menschlichen Natur gehört", ist jedoch weder so noch ähnlich bei Schmidt die Rede.

Der Satz, in dem Dahl (1971 und 1997) und Fraenkel (1991) referenziert werden, stammt hingegen aus Schmidt (2000), siehe Fragment 070 24.

Weiterhin ist – bezogen auf den letzten Satz der Verf.in – von einem "Entscheidungs- und Willensbildungsprozess in einem System von Kräften und Gegenkräften" bei Schmidt ebenfalls nirgends die Rede, lediglich an mehreren Stellen von "Willensbildungs- und Entscheidungsprozess[en]" allein sowie anderweitig von "Sicherungen und Gegenkräfte[n]".

Schließlich wurde der Titel Schmidt (2000) in Opladen und nicht in Bremen verlegt. [5]


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie C ["Nennung der Quelle im Kontext bei Möglichkeit eindeutiger Zuordnung"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 15)

Begründung: "Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, Quelle ist eindeutig zuzuordnen" (ebd., S. 15)

Gemäß Schlussbericht gelten Fundstellen der Kategorie C als "geringfügige Mängel" und "Formfehler, die das Gremium als Bagatellen bewertete" (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


[6.] Dcl/Fragment 072 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2021-03-05 10:54:00 Stratumlucidum
Dcl, Fragment, Gesichtet, Guggenberger 2005, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 72, Zeilen: 19-26
Quelle: Guggenberger 2005
Seite(n): 140, 141, Zeilen: 140: re. Sp. 11 ff., 41 ff.; 141: li. Sp. 1 f.
Das Partizipationskonzept fasst in diesem Verständnis Selbstbestimmung als Mitbestimmung, bei der sämtliche Lebensbereiche als mitbestimmungsbedürftig begriffen werden. Dabei gibt es keine unpolitischen privaten oder gesellschaftlichen Räume. Ziel ist die umfassende Demokratisierung aller Lebensbereiche (Vilmar 1973). Die partizipatorische Demokratietheorie setzt die Volkssouveränität absolut und begreift das Volk als ein mit einem einheitlichen Willen ausgestattetes Subjekt. Sie verfolgt den Ansatz, dass es zu verbindlichen Kollektivaktionen nur kommen kann, wenn alle ein gemeinsamer Wille eint.

Vilmar, Fritz, 1973: Strategien der Demokratisierung. Darmstadt / Neuwied: Luchterhand.

[Seite 140]

Das Partizipationskonzept faßt Selbstbestimmung als Mitbestimmung; sämtliche Lebensbereiche werden in der Tendenz als mitbestimmungsbedürftig begriffen. Es gibt keine unpolit. privaten oder gesellschaftl. Räume. Ziel ist die umfassende Demokratisierung aller Lebensbereiche (Vilmar 1973). [...]

[...] An diesem utopischen Fluchtpunkt berühren sich die partizipatorische und die anarchistische Variante der kritischen Demokratietheorie: Die Partizipationsforderung setzt die Volkssouveränität absolut und begreift mit Rousseauscher Konsequenz das Volk als ein mit einem einheitlichen Willen ausgestattetes Subjekt; die Forderung nach Herrschaftsfreiheit setzt die individuelle Autonomie und Selbstentfaltung absolut, so daß es zu verbindlichen Kollektivaktionen nur

[Seite 141]

kommen kann, wenn alle ein gemeinsamer Wille eint.


Vilmar, F. 1973: Strategien der Demokratisierung, 2 Bde., Darmst./Neuwied.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Die Ausdrücke "Selbstbestimmung als Mitbestimmung", "mitbestimmungsbedürftig", "private[n] Räume", "gesellschaftliche[n] Räume" und "Demokratisierung aller Lebensbereiche" kommen in dem 2-bändigen Werk von Vilmar (1973) [6] weder in Bd. 1 noch in Bd. 2 vor.

Von "realisierbare[n] Partizipationskonzepte[n] für die wichtigsten Subsysteme nach dem Grundsatz optimaler Selbst- und Mitbestimmung" ist dort in Bd. 1 auf S. 53 die Rede, und in Bezug auf den damaligen Syndikus des Bühnenvereins, Ferdinand Sieger, heißt es in Bd. 2 auf S. 227: "(Die Mitbestimmungsmodelle erklärt er zu Selbstbestimmungsvorschlägen, damit er sein Mitsprache-Statut als Mitbestimmungs-»Statut-Modell« ausgeben kann.)"

In Bd. 1 auf S. 95 spricht Vilmar von einer "umfassende[n] Demokratisierungs-Strategie auf allen Ebenen und in allen Subsystemen der Gesellschaft" und ebenfalls in Bd. 1 auf S. 158 davon, "daß einerseits nur umfassende Demokratisierung zur klassenlosen Gesellschaft führen kann".

In Bd. 2 heißt es auf S. 146, "daß parlamentarische Verfahrensweisen in einer freiheitlich demokratischen Staatsordnung in erster Linie auf die Gesetzgebung und keineswegs auf sämtliche Lebensbereiche des Staates bezogen sind ...". Darüber hinaus ist in Vilmars genanntem Werk an keiner anderen Stelle von "sämtliche[n] Lebensbereiche[n]" die Rede.

Vilmar wird – abgesehen vom Literaturverzeichnis – in der gesamten untersuchten Arbeit nur an dieser Stelle erwähnt.


Beurteilung durch das Überprüfungsgremium der Freien Universität Berlin
(s. hierzu auch Publikation des FU-"Schlussberichts" von 2019 im Jahr 2020):

Kategorie 2 ["Paraphrasierung von Texten mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen, i.d. R. ganzer Satzteile"] / Kategorie A ["keine Nennung der Quelle"] (PDF-Datei des Schlussberichts mit Anlage, S. 3 u. 15)

Begründung: "Gravierende Textstelle. Paraphrasierung mit deutlichen wörtlichen Textübernahmen ohne Nennung der Quelle" (ebd., S. 15 [Hervorhebung im Original])

Gemäß Schlussbericht erfüllen Fundstellen der Kategorie 2 A dem Gremium zufolge "den Tatbestand der 'objektiven Täuschung'" (ebd., S. 4).


Sichter
(Stratumlucidum) Schumann



Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.
… weitere Daten zur Seite „Dcl/Guggenberger 2005
Stratumlucidum +
Bernd Guggenberger +
Dieter Nohlen / Rainer-Olaf Schultze +
3-406-54116-x +
2.005 +
München +
Lexikon der Politikwissenschaft. Theorien, Methoden, Begriffe. Band 1: A–M +
135-143 +
Demokratietheorien +
(Stratumlucidum) Schumann +