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Autor     Peter Walgenbach
Titel    Giddens' Theorie der Strukturierung
Sammlung    Organisationstheorien
Herausgeber    Alfred Kieser
Ort    Stuttgart
Verlag    Kohlhammer
Ausgabe    5., gegenüber der 4. (2001) unveränd. Aufl.
Jahr    2002
Seiten    355-375

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    5


Fragmente der Quelle:
[1.] Mhg/Fragment 092 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-03-16 21:16:45 [[Benutzer:|]]
Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Walgenbach 2002

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 92, Zeilen: 21-32
Quelle: Walgenbach 2002
Seite(n): 358, 359, Zeilen: 358: 27 ff.; 359: 1 f., 8 ff., 26 ff.
Also Akteure handeln reflexiv und intentional und sie verfügen über ein Wissen um Struktur, das es ihnen ermöglicht, sich innerhalb der Routinen und Praktiken des Lebens zurechtzufinden. Bei Routinen und Praktiken handelt es sich nach Giddens um ein praktisches Wissen, das meist nur in Form von „tacit knowledge“ vorliegt - nicht bewusst und als Bestandteil akzeptiert. Insofern geht praktisches Bewusstsein nur in Ausnahmefallen in diskursives [sic] Bewusstheit über, welches [sic] den Akteur in die Lage versetzt, Strukturen zu benennen. Das Wissen um die Inhalte und Gründe des eigenen Handelns (reflexive Steuerung) ist jedoch ein Grundmerkmal des Handelns. Handeln ist bei Giddens also vor allem reflexives Handeln. Dabei bezieht sich die reflexive Steuerung nicht nur auf die Fähigkeit der Akteure, ihre Motive zu benennen, sondern auch auf die routinemäßige Einbeziehung des Umfeldes in die Interaktion. [Seite 358]

Handelnde (soziale Akteure) sind gemäß der Theorie der Strukturierung mit Reflexionsmächtigkeit und Intentionalität ausgestattete menschliche Wesen. [...] Dieses Wissen, das die sozialen Akteure haben, ist ein "Wissen um Struktur", das jedoch nur "dunkel" ist. Es ist seinem Wesen nach praktisch: Es gründet in dem Vermögen, sich innerhalb der Routinen, den kontinuierlichen Praktiken des Lebens zurechtzufinden (Giddens 1984b: 4).

Mit den Konzepten des (handlungs)praktischen Wissens bzw. der (handlungs)praktischen Bewußtheit, die zentral für die Grundlegung der Theorie der Strukturierung sind, meint Giddens, daß die sozialen Akteure die Struktur des jeweiligen Kontextes, in dem sie in Interaktion treten, nicht oder zumindest nicht vollständig zu benennen vermögen. Struktur ist den Akteuren zwar im Geiste, d.h. in Form von Erinnerungsspuren ("memory traces")‚ gegenwärtig, allerdings meist nur in stillschweigender ("tacit"), dunkler, nichtbewußter oder implizit akzeptierter Form.

[Seite 359, Z. 1 f.]

Handlungspraktische Bewußtheit kann jedoch in diskursive Bewußtheit übergehen. Das heißt, daß der Akteur dann die Struktur zu benennen vermag.

[Seite 359, Z. 8 ff.]

Nach Giddens ist die reflexive Steuerung des Handelns jedoch ein generelles Kennzeichen des Alltagshandelns. Die Akteure haben - gemäß der Theorie der Strukturierung - ein Verständnis oder Wissen um die Inhalte und Gründe des eigenen Handelns.

[Seite 359, Z. 26 ff.]

Handeln vollzieht sich nach Giddens als ein kontinuierlicher Strom reflexiven Handelns. [...] In alltäglichen Interaktionszusammenhängen meint reflexive Handlungssteuerung insofern auch den routinemäßigen Einbezug des Umfeldes der Interaktion. Die reflexive Steuerung des Handelns richtet sich nicht nur auf das eigene Verhalten, sondern auch das anderer.


Giddens, A. 1984b: The Constitution of Society. Cambridge

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, die in der Arbeit nirgends genannt ist.

Sichter
(23.95.97.29) Schumann


[2.] Mhg/Fragment 093 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-03-16 21:29:46 [[Benutzer:|]]
Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Walgenbach 2002

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 93, Zeilen: 1-6
Quelle: Walgenbach 2002
Seite(n): 361, 362, Zeilen: 361: 21 ff., 45 ff.; 362: 1 ff.
[Struktur ist bei Giddens kein stabiler Zustand, sondern] ein Prozess der Produktion und Reproduktion. Weiter wird sie als Regel, die als handlungspraktisches Wissen, welches den subjektiven Akteur beeinflusst, und als Ressource, welche das Handlungsvermögen der Akteure begründet, verstanden. Es werden zwei Arten von Ressourcen unterschieden: allokative Ressourcen (Herrschaft über Objekte) und autorative Ressourcen (Möglichkeit der Umgestaltung, Herrschaft über Akteure). [Seite 361, Z. 21 ff.]

Diese Betrachtungsweise findet ihren Niederschlag in dem für diese Theorie zentralen Neologismus Strukturierung, der andeuten soll, daß Struktur als ein Prozeß der Produktion und Reproduktion betrachtet werden muß und nicht als stabiler Zustand (Sewell 1992: 4). [...] Regeln treten dabei in der spezifischen Weise des (handlungs)praktischen Wissens in die Subjektivität der Akteure ein, während die Ressourcen das Handlungsvermögen der Akteure begründen.

[Seite 361, Z. 45 ff.]

Giddens unterscheidet zwei Arten von Ressourcen: Allokative Ressourcen beziehen sich auf Fähigkeiten oder - genauer gesagt - auf Formen des Vermögens zur Umgestaltung, die Herrschaft über Objekte, Güter oder materielle Phänomene generieren.

[Seite 362]

Autoritative Ressourcen beziehen sich auf Formen des Vermögens zur Umgestaltung, die Herrschaft über Personen oder Akteure ermöglichen (Giddens 1984b: 33; Cohen 1990: 43).


Cohen, I.J. 1990: Structuration theory and social order: Five issues in brief. In: Clark, J./Modgil‚ C./Modgil, S. (Hrsg.): Anthony Giddens - Consensus and Controversy. London: 33-45

Giddens, A. 1984b: The Constitution of Society. Cambridge

Sewell, W.H. Jr. 1992: A theory of structure: Duality, agency, and transformation. In: AJS 85: 1-29

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, die in der Arbeit nirgends genannt ist.

Die Erläuterung der beiden Ressourcenarten wird von der Verf.in stark verkürzt übernommen.

Sichter
(23.95.97.29) Schumann


[3.] Mhg/Fragment 094 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-03-20 23:52:48 [[Benutzer:|]]
Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Walgenbach 2002

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann, 23.95.97.29
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 94, Zeilen: 11-25, 29-38
Quelle: Walgenbach 2002
Seite(n): 369, 370, 371, 372, 373, 374, Zeilen: 369: 1, 19 ff., 27 ff., 38 ff.; 370: 1 ff., 23, 43 ff.; 371: 32 ff., 40 ff.; 372: 16, 32 ff.; 373: 45 ff.; 374: 21 ff.
3.3.5.1 Kritik an der Theorie der Strukturierung

Giddens [sic] Begriffsstrategie in Rahmen seiner Theorie der Strukturierung ermöglicht es, aus verschiedenen Richtungen Kritik zu üben. So zitiert er verschiedene Quellen, was eine gewisse Heterogenität schafft. Dies impliziert zwar keine Inkonsistenz der Theorie, schafft aber dennoch Skepsis.

Ein bedeutenderer Kritikpunkt ist die fehlende klare Linie in der Argumentation der Theorie. Die Argumente folgen eher konzentrischen Kreisen rund um den Begriff der Dualität als einem roten Faden. Die Folge der Wiederholungen schafft eher Verwirrung als eine Klärung der Begriffe, was dazu führt, dass die Definitionen des rationalen Handelns einerseits, die Reflexionsmächtigkeit andererseits nicht unumstritten sind.

Es entsteht der Eindruck, dass Giddens [sic] Theorie objektivistisch verzerrt ist. Die Menschen haben Wissen über ihre Handlungen, aber das Wissen über Struktur bleibt weitestgehend „im Dunkeln“. Sie haben zwar Gründe für das Handeln, können diese jedoch nicht äußern. [Durch die unerkannten Handlungsbedingungen und die unerkannten Handlungsfolgen reproduzieren sie in ihren Praktiken fortwährend die Struktur, sind dabei aber den strukturellen Zwängen unterworfen (vgl. Sewell 1992).]

Giddens verwehrt sich gegen diesen Vorwurf. Er meint, dass sowohl der Begriff der Regeln wie auch der Ressourcen interpretationsfahig ist, sozialer Wandel wird durchaus möglich. Er will, dass seine Theorie „nur“ als konzeptioneller Rahmen verstanden wird, um die Begriffe Struktur und Handlung zu vereinen. Die Füllung dieser Begriffe mit Inhalten sieht er nicht als seine Aufgabe an. Hier sind die einzelnen Fachgebiete der Sozialwissenschaften gefordert. Den Hang zum Objektivismus kann Giddens nicht wirklich erfolgreich zurückweisen. Die Intentionalität des Handelns, in der Theorie der subjektivistischen Ansätze von zentraler Bedeutung, wird bei Giddens verkürzt: Intentionalität wird vom Handeln abgekoppelt.


Sewell, William H. (1992) A Theory of Structure: Duality, Agency and Transformation. In: American Journal of Sociology, Nr. 98, 1-29.

[Seite 369, Z. 1]

11.4. Kritische Würdigung

[Seite 369, Z. 19 ff.]

Die Widersprüchlichkeit liegt nämlich vor allem in der Giddensschen Begriffsstrategie begründet, die es ermöglicht, aus solch unterschiedlichen, widersprüchlich wirkenden Richtungen Kritik zu üben.

[Seite 369, Z. 27 ff.]

Giddens zitiert eigentlich alles, was Rang und Namen hat. [...] Daß ein solches Vorgehen zuerst einmal Skepsis hervorruft, erscheint verständlich. [...] Von der Heterogenität der benutzten Quellen läßt sich nun einmal nicht zwingend auf Inkonsistenz der Argumente schließen.

[Seite 369, Z. 38 ff.]

Wesentlich bedeutender ist ein Kritikpunkt, der anfänglich eher trivial wirkt, der aber - wie zu zeigen sein wird - tieferliegende Ursachen und weitreichende Konsequenzen hat: [...] Obwohl er eigentlich immer vom gleichen redet - nämlich der Dualität von Struktur, die lediglich in immer neuen Bezügen diskutiert wird - fehlt eine klare Linie, eine schrittweise Darlegung der Theorie. Statt dessen ist seine Argumentation konzen-

[Seite 370, Z. 1 ff.]

trisch, d.h., um die Idee der Dualität von Struktur angeordnet, ohne daß die einzelnen Argumente aufeinander aufzubauen scheinen. Die Folge sind häufige Wiederholungen, die jedoch nicht dazu führen, daß das Gelesene sich nach dem ersten Lesen besonders einprägt, sondern zum Ergebnis haben, daß eher Verwirrung entsteht. [...] Die Verwirrung ist - wie gesagt - nicht zuletzt Folge der Uneindeutigkeiten in der Giddensschen Begrifflichkeit.

[Seite 370, Z. 23]

Ein Fall, der für Verwirrung sorgt, ist die Definition der Rationalisierung des Handelns.

[Seite 370, Z. 43 ff.]

Ein anderer Fall, der für Verwirrung sorgt, betrifft die von Giddens immer wieder prononcierte Reflexionsmächtigkeit der Individuen, die ja in der Theorie der Strukturierung von zentraler Bedeutung ist.

[Seite 371, Z. 32 ff.]

Sehr schnell entsteht dann der Eindruck, daß die Argumentationen in der Theorie der Strukturierung "objektivistisch" verzerrt sind. Die Akteure verfügen zwar über (handlungs) praktisches Wissen, ihr Wissen über Struktur verbleibt jedoch sehr "dunkel"; sie haben zwar Gründe für ihr Handeln, können diese jedoch nicht äußern; und durch die unerkannten Handlungsbedingungen und nichtbeabsichtigten Handlungsfolgen reproduzieren sie fortwährend in ihren Praktiken die Struktur, auf die sie sich beziehen. Sie sind also letztlich durch die Kontextualität des Handelns strukturellen Zwängen unterworfen.

[Seite 371, Z. 40 ff.]

Gegen diesen Vorwurf verwahrt sich Giddens (1984b: 173f.). [...] Giddens verweist aber zugleich auch darauf, daß Regeln interpretationsfähig und somit grundsätzlich für verschiedene Verhaltensweisen offen sind. Auch Ressourcen betrachtet Giddens als in unterschiedlicher Weise einsatzfähig.

[Seite 372, Z. 16]

Giddens leugnet also nicht die Möglichkeit der Generierung sozialen Wandels.

[Seite 372, Z. 32 ff.]

Die Füllung jedoch will Giddens nicht selber leisten. Er sieht seine Leistung und seinen Beitrag vielmehr in der Entwicklung eines grundlegenden Konzeptes "to be used in a selective way in thinking about research questions or interpreting findings" (Giddens 1991: 213). Von daher sollte die Theorie der Strukturierung auch "nur" als ein solcher konzeptueller Rahmen betrachtet werden, der darauf abzielt, die Defizite objektivistischer und subjektivistischer Theorieprogramme zu überwinden. Die Verknüpfungspunkte zwischen der Theorie der Strukturierung und empirischer Forschung liegen dann in der inhaltlichen Füllung der Kernbegriffe Handeln und Struktur (Giddens 1984b: XXIXf.). Es ist also Aufgabe der einzelnen sozialwissenschaftlichen Disziplinen - hier also der Organisationsforschung -‚ die inhaltliche Konkretisierung der abstrakten Konzepte wie Regeln und Ressourcen vorzunehmen bzw. die Entwicklung von Theorien mittlerer Reichweite auf Basis der Theorie der Strukturierung voranzutreiben.

[Seite 374]

Die behauptete Leistung der Konstruktion einer Vermittlung von Handlung und Struktur gelingt Giddens nicht wirklich, da er es in der konkreten Begriffsarbeit nicht schafft, die Vorteile des sozialwissenschaftlichen Handlungskonzeptes in seinen eigenen Ansatz zu integrieren. Insbesondere die inhaltliche Fassung des (handlungs)praktischen Wissens erscheint mit vielen objektivistischen Konnotationen beladen.

[Seite 373]

Die Intentionalität des Handelns, die in den subjektivistischen Ansätzen von zentraler Bedeutung ist, wird vollkommen verkürzt - Intentionalität wird vom Handeln abgekoppelt, übrig bleibt die Handlungsmächtigkeit, Ereignisse auszulösen.


Giddens, A. 1984b: The Constitution of Society. Cambridge

Giddens, A. 1991: Structuration theory: Past, present and future. In: Bryant, C.G.A./Jary, D. (Hrsg.): Giddens' Theory of Structuration - A Critical Appreciation. London: 201-221

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die in der Arbeit nirgends genannt ist.

Der in eckige Klammern gesetzte Satz weist deutliche Parallelen zur Quelle auf, wird jedoch konservativ nicht als Plagiat gewertet, da sich bei Sewell (1992) auf S. 4 entspr. Ausführungen finden, die man in diesem Sinne interpretieren und deshalb zumindest den unspezifischen Verweis als Eigenleistung der Verf.in ansehen könnte.

Fortsetzung in Fragment 095 01.

Sichter
(23.95.97.29) Schumann


[4.] Mhg/Fragment 095 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-03-17 13:42:50 [[Benutzer:|]]
Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Walgenbach 2002

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann, 23.95.97.29
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 95, Zeilen: 1-4, 5-8
Quelle: Walgenbach 2002
Seite(n): 374, 375, Zeilen: 374: 2 ff., 6 ff., 21 ff.; 375: 16 f., 32 ff.
[Damit machen die Akteure zwar ihre Ge-]schichte selbst, aber diese Geschichte verläuft unintendiert, letztlich zufällig und von wirklicher Gestaltbarkeit kann keine Rede sein. Giddens schafft es nicht in seiner Begriffsarbeit, die von ihm beabsichtigte Brücke zwischen Handlung und Struktur zu schlagen. [Kritiker (vgl. Sewell 1992, Haines 1988) meinen, Giddens habe den Methodendualismus nicht vollends in den Griff bekommen.] Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Theorie der Strukturierung auf jeden Fall eine Bereicherung darstellt, da sie die Spannung zwischen der subjektivistischen und der objektivistischen Sicht auflöst.

Sewell, William H. (1992) A Theory of Structure: Duality, Agency and Transformation. In: American Journal of Sociology, Nr. 98, 1-29.

Haines, Valerie A. (1988) Social network analysis, structuration theory and the holism-individualism debate. In: Social Networks, Nr. 10, 157-182.

[Seite 374, Z. 2 ff., 6 ff.]

Menschen machen zwar ihre Geschichte, aber die Geschichte der Menschen verläuft unintendiert, nicht nach ihren Entwürfen, letztlich zufällig. [...]

Es mag sein, daß Giddens' Theorie der Strukturierung die Wirklichkeit richtig abbildet. Wenn sie es aber tut, dann entpuppt sich die Idee einer wirklichen Gestaltbarkeit von sozialen Systemen, seien es Gesellschaften, seien es Organisationen, als Illusion.

[Seite 374, Z. 21 ff.]

Die behauptete Leistung der Konstruktion einer Vermittlung von Handlung und Struktur gelingt Giddens nicht wirklich, da er es in der konkreten Begriffsarbeit nicht schafft, die Vorteile des sozialwissenschaftlichen Handlungskonzeptes in seinen eigenen Ansatz zu integrieren.

[Seite 375, Z. 16 f.]

Giddens ist es noch nicht wirklich gelungen, das Problem des Methodendualismus in den Griff zu bekommen.

[Seite 375, Z. 32 ff.]

Die "zentrale Figur", nämlich das Konzept der Dualität von Struktur, erscheint [...] von nicht unerheblicher Bedeutung für die Organisationstheorie, weil sich hier in der Tat eine Möglichkeit der Überwindung des Dualismus zwischen objektivistischen und subjektivistischen Theorieprogrammen andeutet. Die Theorie der Strukturierung enthält eine interessante und vielversprechende Idee für einen möglichen Ausweg aus den Dilemmata, in denen sich die Sozialwissenschaften befinden. Das heißt, sie hat einen, wenn auch noch nicht ausgereiften, konzeptuellen Rahmen und methodische Verfahrensweisen zu bieten, mit dem sich die genannten Spannungen harmonisch auflösen lassen könnten.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 094 11.

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, die in der Arbeit nirgends genannt ist.

Der in eckige Klammern gesetzte Satz weist deutliche Parallelen zur Quelle auf, wird jedoch konservativ nicht als Plagiat gewertet, da sich bei Haines (1988) und Sewell (1992) zwar keine entspr. Aussage findet, man deren Kritik an Giddens aber möglicherweise in diesem Sinne interpretieren und deshalb die beiden unspezifischen Verweise als Eigenleistung der Verf.in ansehen könnte.

Sichter
(23.95.97.29) Schumann


[5.] Mhg/Fragment 102 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-03-18 16:17:12 [[Benutzer:|]]
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel, Walgenbach 2002

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 102, Zeilen: 26-29
Quelle: Walgenbach 2002
Seite(n): 371, 372, Zeilen: 371: 43 ff.; 372: 1
Der Verweis auf die Interpretationsfähigkeit der Regeln und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Ressourcen löst den Mangel, dass die Beziehungen zwischen Handlung und Struktur nicht eindeutig bestimmt werden können, auch nicht auf. [Seite 371]

Giddens verweist aber zugleich auch darauf, daß Regeln interpretationsfähig und somit grundsätzlich für verschiedene Verhaltensweisen offen sind. Auch Ressourcen betrachtet Giddens als in unterschiedlicher Weise einsatzfähig. Die Beziehungen zwischen Handeln und Struktur sind für ihn somit nicht eindeutig

[Seite 372]

(Giddens 1979: 65).


Giddens, A. 1979: Central Problems in Social Theory. London

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, die in der gesamten Arbeit nicht erwähnt wird. Ebenso verhält es sich mit Giddens (1979).

Aufgrund der Kürze "keine Wertung".

Sichter
(23.95.97.29) Schumann



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