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[1.] Tso/Fragment 067 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2018-03-20 20:00:03 PlagProf:-)
Batsuch 2000, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tso

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 67, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Batsuch 2000
Seite(n): 22 - 24, Zeilen: S. 22: vorletzte Zeile; S. 23: 1 ff; S. 24: 1 ff.
[In dieser neu] eingeführten Staatsverwaltung spielten die Kader eine entscheidende Rolle. Kader ist ein umfassender Begriff sowohl für Leitungskräfte bzw. Funktionäre als auch für wissenschaftlich ausgebildete Fachleute und Spezialisten, die sich hinsichtlich ihrer Tätigkeit zwar wesentlich voneinander unterscheiden, denen jedoch gemeinsam ist, dass sie im Einklang mit den – unterstellten – gesellschaftlichen Notwendigkeiten planmäßig, systematisch und zielstrebig eingesetzt wurden.120 Die Grundqualifikation des Verwaltungskaders bestand in dessen politischer und ideologischer Eignung. Daher waren Kader aufgrund ihrer politischen und fachlichen Ausbildung sowie charakterlichen Fähigkeiten besonders dafür prädestiniert, an der Verbreitung der sozialistischen Ideologie und Realisierung der gesellschaftlichen Kollektivierung mitzuwirken.

Die Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) hatte schon im Jahre 1923 auf ihrem zweiten Parteitag die Wichtigkeit der Gründung einer Parteischule für die Kaderausbildung betont und ihre Realisierung im darauf folgenden Jahr durchgesetzt. Die Aus- und Fortbildung der Kader spielte bis zur politischen Wende 1990 eine besondere Rolle in der mongolischen Politik. Für die Spitze des Staats- und Verwaltungsapparates galt die Nomenklatura. Dies ist ein von Parteiorganen geführtes Personenregister der gesellschaftlichen Führungspositionen. Über ihre Besetzung entschied die allein regierende kommunistische Partei entweder direkt oder indirekt und behielt auf diese Weise die gesamte gesellschaftliche Kontrolle in ihrer Hand. Alle Kader, die in einer Führungsposition waren, konnten nur mit der Zustimmung des zuständigen Organs der Partei ernannt, befördert, versetzt und abgesetzt werden.

Die Kaderverwaltung in den ehemaligen sozialistischen Ländern wurde nach vier Grundprinzipien aufgebaut und organisiert: dem Demokratischen Zentralismus, der Gewalteneinheit, der sozialistischen Gesetzlichkeit und der Doppelten Unterstellung. 121 Diese vier Grundprinzipien ermöglichten die Durchsetzung der führenden Rolle der Partei innerhalb der Staatsverwaltung und in den politischen Angelegenheiten des Landes. Der Demokratische Zentralismus ist ein Organisations- und Leitungsprinzip der marxistisch-leninistischen Partei und des sozialistischen Staates. Als staatliches Leitungsprinzip besteht das Wesen des Demokratischen Zentralismus in der festen Einheit von zentraler Leitung und Planung sowie demokratischer Initiative der [Werktätigen, in der zentral organisierten Wählbarkeit der Organe der Staatsmacht – Volksvertretungen – und ihrer angeblichen Rechenschaftspflicht gegenüber den Bürgern, in der Verbindlichkeit der Gesetze und Beschlüsse von oben nach unten, in der geplanten Mitwirkung der Werktätigen und ihrer gesellschaftlichen Organisationen an der Ausarbeitung und Durchführung staatlicher Beschlüsse und in der Durchsetzung einer bewussten Staatsdisziplin zu ihrer Verwirklichung.]


120 Vgl. Batsuch 2000, S. 23f.

121 Vgl. Batsuch 2000, S. 23f

In dieser Verwaltung spielten Kader eine besondere Rolle. [...]

[Seite 23]

Kader waren Personen in den ehemaligen sozialistischen Ländern, die aufgrund ihrer politischen und fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten geeignet und beauftragt waren, Kollektive von Werktätigen zur Realisierung gesellschaftlicher Prozesse und Aufgabe zu leiten oder als wissenschaftlich ausgebildete Spezialisten an ihrer Realisierung mitzuwirken (vgl. Böhme, 1988, S. 389; König, 1991a, S. 177; 1997a, S. 407). Kader ist ein umfassender Begriff für sowohl Leitungskräfte bzw. Funktionäre als auch wissenschaftlich ausgebildete Fachleute und Spezialisten, die sich hinsichtlich ihrer Tätigkeit zwar wesentlich voneinander unterscheiden, denen jedoch gemeinsam ist, daß sie im Einklang mit den gesellschaftlichen Notwendigkeiten planmäßig, systematisch und zielstrebig eingesetzt werden müssen (vgl. Böhme, 1988, S. 389; Glaeßner, 1977, S. 222). „Die Grundqualifikation des Verwaltungskaders war seine politisch-ideologische Eignung“ (König, 1991a, S. 180; 1997a, S. 407). [...] So hat die Mongolische Revolutionäre Volkspartei schon im Jahre 1923 auf ihrem 2. Parteitag die Wichtigkeit der Gründung einer Parteischule für die Kaderausbildung ausdrücklich betont. Eine zentrale Parteihochschule wurde dann im Jahre 1924 gegründet (vgl. Lkhamjav, 1975, S. 5), die für die Aus- und Fortbildung der Kader in der Mongolei bis zur Wende 1990 eine große Rolle spielte. [...]

An der Spitze des Personalkörpers des Staats- und Verwaltungsapparates stand die Nomenklatur (vgl. König, 1991a, S. 180). [...] Alle, in eines der Nomenklatur-Verzeichnisse aufgenommenen Kader konnten nur mit der Zustimmung des zuständigen Organs der Partei ernannt, befördert, versetzt und abgesetzt werden (vgl. Balla, 1973, S. 122).

Die Kaderverwaltung in den ehemaligen sozialistischen Ländern wurde nach folgenden vier Grundprinzipien organisiert:

[Seite 24]

  • Demokratischer Zentralismus,
  • Prinzip der Gewalteneinheit,
  • Prinzip der sozialistischen Gesetzlichkeit,
  • Prinzip der doppelten Unterstellung.

Bei diesen Organisationsprinzipien war es wichtig, den obersten Grundsatz der Kaderarbeit - die Durchsetzung der führenden Rolle der Partei - zu beachten.

2.1.3.1 Demokratischer Zentralismus

Demokratischer Zentralismus ist ein Organisations- und Leitungsprinzip der marxistisch-leninistischen Partei und des sozialistischen Staates. „Als staatliches Leitungsprinzip besteht das Wesen des demokratischen Zentralismus in der festen Einheit von zentraler Leitung und Planung und demokratischer Initiative der Werktätigen, in der Wählbarkeit der Organe der Staatsmacht - der Volksvertretungen - und ihrer Rechenschaftspflicht gegenüber den Bürgern, in der Verbindlichkeit der Gesetze und Beschlüsse von oben nach unten, in der schöpferischen Mitwirkung der Werktätigen und ihrer gesellschaftlichen Organisationen an der Ausarbeitung und Durchführung staatlicher Beschlüsse und in der Durchsetzung einer bewußten Staatsdisziplin zu ihrer Verwirklichung“ (Böhme, 1988, S. 30).

Anmerkungen

Die Quelle ist in beiden Fußnoten genannt. Umfang und Wortlautnähe der Übernahme gehen daraus nicht hervor. Die stärker umformulierten Passagen sind nicht in der Nähe eines Verweises. Auch das im Original korrekt ausgewiesene lange Zitat am Ende wird bei Tso nicht als Zitat gekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)


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