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[1.] Tso/Fragment 080 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2018-03-19 18:44:15 Schumann
Batsuch 2000, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tso, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 80, Zeilen: 1-7, 17 ff. (bis Seitenende)
Quelle: Batsuch 2000
Seite(n): 36, 38, 39, Zeilen: 36: 11 ff.; 38: 22 ff.; 39: 9 ff.
[Es ist kaum zu ermessen, welche gewaltige Umstellung einem Richter abverlangt wird, der sich vom ausschließlich durch den Willen der den Staat repräsentierenden Partei determinierten Recht der sozialistischen Staatsmacht hat leiten] lassen und nun zum objektiv und unbeeinflusst entscheidenden Garanten rechtsstaatlicher Ordnung wandeln soll.138

Ein großer Nachholbedarf besteht in der Mongolei an der Aus- und Fortbildung von Juristen und Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Deshalb hat das mongolische Parlament ein Programm für die Modernisierung des Rechtswesens in der Mongolei verabschiedet und darin ein gesamtes Kapitel der „Verbesserung des Bildungssystems von juristischem Fachpersonal“ gewidmet.139 [...]

Allgemein kann festgestellt werden, dass mit der Transformation der Verwaltung in der Mongolei wesentlich später, erst Jahre nach der politischen Wende, begonnen worden ist. Das hängt damit zusammen, dass man in der Mongolei zuerst großen Wert auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität legte und dabei die Transformation der Verwaltung vernachlässigte.140 Außerdem fehlten bis zur Einführung der neuen Verfassung immer noch die rechtlichen Grundlagen für die notwendigen Reformmaßnahmen. Auch die Verwaltungswissenschaft in der Mongolei befindet sich noch in der Anfangsphase ihrer Entwicklung. Saffin (1976)141 stellt fest, dass die Verwaltungen in den Entwicklungsländern drei Aufgaben erfüllen müssen, die von denen in den entwickelten Industrieländern abweichen: Erstens sollen die Verwaltungen in den Wirtschaftsprozess aktiv intervenieren. Zweitens sollen sie einen gesellschaftlichen Wandel forcieren. Drittens müssen sie die politische und gesellschaftliche Integration bewerkstelligen. Dazu braucht man leistungsfähige Institutionen mit gut ausgebildetem Fachpersonal.142


138 Vgl. Reinhardt 1993, S. 11.

139 Vgl. Verordnung des Großen Staatshurals der Mongolei 1998. Nr. 18 (in mongolischer Sprache).

140 Vgl. Fritz 1999, S. 126ff.

141 Vgl. Saffin 1976, S. 65.

[Seite 36]

Denn aus hiesiger Sicht ist kaum zu ermessen, welch gewaltige Umstellung einem Richter abverlangt wird, der sich vom ausschließlich durch den Willen der staatsrepräsentierenden Partei determinierten Bestandteil der sozialistischen Staatsmacht zum objektiv und unbeeinflußt entscheidenden Garanten rechtsstaatlicher Ordnung wandeln soll“ (Reinhardt, 1993, S. 11). Um diesen Wandel erfolgreich zu gestalten, besteht in der Mongolei ein großer Bedarf an Aus- und Fortbildung von Juristen und Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Deshalb hat der Große Staatshural der Mongolei ein Programm für die Modernisierung des Rechtswesens in der Mongolei verabschiedet, in dem auch extra ein Kapitel der Verbesserung des Bildungssystems von juristischem Fachpersonal gewidmet ist (vgl. dazu Verordnung des Großen Staatshurals der Mongolei, 1998, Nr. 18).

[Seite 39]

Allgemein kann festgestellt werden, daß die Transformation der Verwaltung in der Mongolei wesentlich später begonnen hat, und daß sie bisher sehr unübersichtlich und mit kaum wissenschaftlicher Unterstützung verlaufen ist. Das hängt unter anderem damit zusammen, daß man in der Mongolei nach der Wende zuerst großen Wert auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung legte und dabei die Transformation der Verwaltung insgesamt vernachlässigte.

Außerdem fehlten die rechtlichen Grundlagen der notwendigen Reformmaßnahmen der öffentlichen Verwaltung in der Mongolei. Ein nicht unwesentlicher Grund dafür ist, daß sich die Verwaltungswissenschaft in der Mongolei noch nicht so weit entwickelt hat. Sie steht gerade in der Anfangsphase ihrer Entwicklung.

[Seite 38]

Saffin (1976, S. 65) stellte fest, daß die Verwaltungen in den Entwicklungsländern drei verschiedene Aufgaben im Vergleich zu den Verwaltungen in den Industrieländern erfüllen müssen. Erstens sollten sie in den Wirtschaftsprozeß aktiv intervenieren. Zweitens sollten sie einen gesellschaftlichen Wandel forcieren. Drittens müßten sie die politische und gesellschaftliche Integration bewerkstelligen. Dazu braucht man leistungsfähige Institutionen mit gut ausgebildeten Fachpersonal.


Mongol ulsyn Ih hurlyn togtool, Nr. 18. (1998). Ulaanbaatar. [Verordnung des Großen Staatshurals der Mongolei, Nr. 18 (1998). Ulaanbaatar.] (in mongolischer Sprache).

Reinhardt, M. (1993). Verfassungsrechtliche Auswirkungen der Perestroika in der äußeren Mongolei. In Recht in Ost und West: Zeitschrift für Ostrecht und Rechtsvergleichung, 37, S. 6-11.

Saffin, W. J. (1976). Two Decades of Public Administration in Developing Countries. In Public Administration Review. S. 61-71.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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