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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: 16-30
Quelle: Bielzer 2003
Seite(n): 69, Zeilen: 11 ff.
Konzeptionen eines mehrstufigen Staatsaufbaus lassen sich angefangen vom griechischen Philosophen Platon (427-347 v. Chr.), seinem Schüler Aristoteles (384-322 v. Chr.), bis in die Gegenwart verfolgen. Nach Platon ist der Mensch, wie in der „Politeia“ nachzulesen, ein „staatsbildendes Lebewesen“, das zunächst eine Hausgemeinschaft gründet, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Da in dieser ersten Gemeinschaft, dem Hause, nicht alle menschlichen Bedürfnisse ausreichend befriedigt werden können, entsteht die Gemeinschaft des Dorfes. Mehrere Dörfer bilden schließlich den Staat, der sich selbst genügt und auf den alle anderen Gemeinschaften hin ausgerichtet sind. Für Platon ist der Staat, die „Politeia“, die „vollkommene Gemeinschaft“, die von allen Gemeinschaften die bedeutendste ist und alle übrigen in sich einschließt.83 Da der größeren Ebene, dem Staat, der unbedingte Vorrang vor der kleineren Einheit, dem Bürger, eingeräumt wird, ist Platons Staatskonzeption dem Subsidiaritätsprinzip diametral entgegengesetzt. Ein einzelner Aspekt des Subsidiaritätsprinzips, der die subsidiäre Hilfestellung der übergeordneten Ebene zum Schutz des Individuums betrifft – allerdings nur auf bestimmte Fälle [beschränkt –, findet sich in Platons Modell der Oligarchie.]

83 Hoerster, Norbert (Hrsg.): Klassische Texte der Staatsphilosophie. München 1997, S. 49.

Die Konzeption eines mehrstufigen Staatsaufbaus, einer unabdingbaren Voraussetzung für eine überhaupt potentielle Anwendung des Subsidiaritätsprinzips, lässt sich bei dem griechischen Philosophen Aristoteles (384-322 v. Chr.), einem Schüler Platons4 (427-347 v. Chr.) finden. Nach Aristoteles' „Politeia“5 ist der Mensch ein „zoon politikon“, ein staatenbildendes Lebewesen, das zunächst eine „oikos“, ein Haus bzw. eine Hausgemeinschaft gründet, um seine Bedürfnisse zu erfüllen. Da in dieser ersten Gemeinschaft, dem Haus, nicht alle menschlichen Bedürfnisse ausreichend zufriedengestellt werden können, entsteht die Gemeinschaft des Dorfes. Mehrere Dörfer bilden schließlich den Staat, der sich selbst genügt, sozusagen autark ist, und auf den alle anderen Gemeinschaften hin ausgerichtet sind. Für Aristoteles ist der Staat die „vollkommene Gemeinschaft“6, „die von allen Gemeinschaften die bedeutendste ist und alle übrigen in sich einschließt“7. Indem sie der größeren Ebene, dem Staat, per se einen unbedingten Vorrang vor der kleineren Ebene, dem Bürger, einräumt, ist Aristoteles' Staatskonzeption dem Subsidiaritätsprinzip diametral entgegengerichtet. Ein einzelner Aspekt des Subsidiaritätsprinzips, der der subsidiären Hilfeleistung der übergeordneten Ebene bzw. dem Schutz des Individuums tritt - allerdings nur auf bestimmte Fälle beschränkt - in Aristoteles' Modell der Oligarchie zu Tage.

4 Zur Gliederung der Gemeinschaft in verschiedene Ebenen bei Platon und die nach Meinung einiger Autoren dort inhärenten Ansätze von Subsidiarität vgl. Freiling, Paul- Stefan: a. a. O., S. 11/12.

5 S. ausführlich Schwarz, Frank (Hrsg.): Aristoteles. Politik. Schriften zur Staatstheorie. Stuttgart 1989.

6 Zit. nach Hoerster, Norbert (Hrsg.): Klassische Texte der Staatsphilosophie. München 1997, S. 49.

7 Zit. nach Hoerster, Norbert (Hrsg.): a. a. O., S. 48.

Anmerkungen

Auf der Vorseite gibt es einen Verweis auf Bielzer, S.12 f.; Umfang und Wortlautnähe der Übernahme gehen daraus nicht hervor.

Sichter
(Hindemith), SleepyHollow02
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