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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
No
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 1-13, 18-23
Quelle: Batsuch 2000
Seite(n): 25, 26, Zeilen: 25: 18 ff.; 26: 1 ff.
Das Prinzip der Doppelten Unterstellung diente der Effizienzsteigerung der zentralistischen Staatsverwaltung, der Sicherung der führenden Rolle der Partei und der Einhaltung des Demokratischen Zentralismus. Zu eben diesem Zweck ist auch die Kadernomenklatura eingerichtet worden. In die Nomenklatura wurden ein bis drei Funktionäre für jede Position aufgenommen, die für die Durchführung der Beschlüsse der Partei und Staatsführung besonders geeignet schienen. Mit Hilfe der Nomenklatura sollte ermöglicht werden, die gesamte Kaderarbeit auf der Grundlage des Demokratischen Zentralismus zu organisieren. Die erfassten Personen wurden ständig gefördert und ideologisch weitergebildet.125

Diese Nomenklatura bestand jeweils in doppelter Form. Neben der Kaderabteilung der Partei gab es auf allen Ebenen der Verwaltung noch eine zweite Nomenklatura und auf diese Weise eine doppelte personalpolitische Zuständigkeit für alle wichtigen Positionen der Staatsverwaltung. [Die Staatsverwaltung hatte allein gemäß dem Grundkonzept des zentralistischen Verwaltungsaufbaus eine sehr stark weisungsgebundene interne Struktur. Diese wurde durch das Prinzip der doppelten Unterstellung noch personalpolitisch abgesichert. Es diente dazu, die Einheit der politischen Führung zu sichern und eine streng parteigebundene Verwaltung zu organisieren.] Das Grundkonzept aller Entscheidungsprozesse der realsozialistischen Staatsverwaltung war die Transmission des Willens der marxistisch-leninistischen Partei durch den Staatsapparat. Diese Kommandostruktur war für die staatliche Verwaltung typisch.126 Bis zur Wende 1990 waren alle wichtigen Staatspositionen in der Mongolei von Personen besetzt, die im Ostblock ausgebildet worden waren.


125 Vgl. Batsuch 2000, S. 25.

126 Vgl. König 1997, S. 406.


7. Literaturliste

    [...]
  • Batsuch, Schairai: Ein Personalführungskonzept für die mongolische Staatsverwaltung - Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Verwaltungswissenschaften der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften. Speyer 2000.
  • [...]

  • König, Klaus: Drei Welten der Verwaltungsmodernisierung. S. 399-424. In: Lüder, Klaus (Hrsg.): Staat und Verwaltung; Fünfzig Jahre Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Berlin 1997.
2.1.3.4 Prinzip der doppelten Unterstellung

„Das Prinzip der doppelten Unterstellung diente der Sicherstellung der zentralistischen Staatsführung“ (Weiß, 1991, S. 4), also der Sicherung der führenden Rolle der Partei und der Einhaltung des demokratischen Zentralismus in der Kaderarbeit. Zu diesem Zweck wurde die bereits erwähnte „Kadernomenklatur“ eingerichtet (Schwarzenbach, 1976, S. 48). In die Kadernomenklatur wurden für jede Position ein bis drei Funktionäre aufgenommen, die für die Durchführung der Beschlüsse der Partei und Staatsführung besonders geeignet waren. Personen, die in den Nomenklaturen erfaßt waren, wurden ständig gefördert und ideologisch weitergebildet.

Mittels der Nomenklatur sollte es ermöglicht werden, die gesamte Kaderarbeit auf der Grundlage des demokratischen Zentralismus, von einem Zentrum aus zu leiten (vgl. Schwarzenbach, 1976). [...]

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Gleichzeitig führte die Kaderabteilung der Partei auf allen Ebenen eine Nomenklatur. So bestand für wichtige Führungspositionen eine doppelte personalpolitische Zuständigkeit. Bei der personalpolitischen Entscheidung war der Vorschlag des Parteiapparates entscheidend. Fast alle hochrangige Positionen des Staats- und Parteiapparates wurden in der Mongolei von Personen besetzt, die in der ehemaligen Sowjetunion die Parteihochschule der KPdSU absolviert haben. “Grundkonzept aller Entscheidungsprozesse der real-sozialistischen Verwaltung war das der Transmission des Willens der marxistisch-leninistischen Partei durch den Staatsapparat. Es bestand eine Kommandostruktur“ (König, 1997a, S. 406), die die Entscheidungsprozesse in der Verwaltung prägte.


König, K. (1997a). Drei Welten der Verwaltungsmodemisierung. In K. Lüder (Hrsg.), Staat und Verwaltung: Fünfzig Jahre Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, S. 399-424. Berlin: Duncker & Humblot.

Schwarzenbach, R. (1976). Die Kaderpolitik der SED in der Staatsverwaltung. Ein Beitrag zur Entwicklung des Verhältnisses von Partei und Staat in der DDR (1945 - 1975). Köln: Wissenschaft und Politik.

Weiß, H.-D. (1991). Wiedereinführung des Berufsbeamtentums im beigetretenen Teil Deutschlands. In Zeitschrift für Beamtenrecht, 1-2, S. 1-39.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 125 genannt. Eine Referenz wird mitübernommen, drei nicht.

Sichter
(SleepyHollow02), WiseWoman

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