Der Pressespiegel enthält Auszüge aus Presseartikeln (Print / online) und Hinweise auf TV- oder Radiosendungen mit deutlichem Bezug zum VroniPlag Wiki und / oder seinen bearbeiteten Fällen. Dieser Hinweis sollte vor einem Eintrag unbedingt zur Kenntnis genommen werden. Ältere Meldungen finden sich im Archiv.

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19. Januar 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Die Presse (Wien, S. 23): Wer ist eigentlich verantwortlich für Aschbachers Dr. Bratislava? [€] (Andrea Schurian) "'Simulierte Wissenschaft' nennt der deutsche Jurist Gerhard Dannemann, Chefredakteur des 'Oxford University Comparative Law Forum' und quasi das deutsche Pendant zum österreichischen Plagiatsjäger Stefan Weber, die Dissertation von Franziska Giffey: Auch die deutsche SPD-Familienministerin und (neben Raed Saleh) Teil der neuen Berliner SPD-Doppelwunderspitze, soll es mit dem Zitieren und Quellenangeben nicht so genau genommen haben. Nun prüft die FU Berlin seit November 2020 die Arbeit bereits zum zweiten Mal. Unabhängig von dem für Februar erwarteten Urteil verzichtet Giffey zwar auf den Titel, nicht aber auf ihr politisches Amt. Sie will 2021 bei der Berliner Abgeordnetenwahl als Spitzenkandidatin ins Rennen gehen."

16. Januar 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Der Standard (S. 9 f., hier S. 10): Die Titel-Industrie (Theo Anders / Walter Müller / Selina Thaler) "210 plagiierte Hochschulschriften haben Weber-Wulff und ihre Kollegen bereits dokumentiert, neun davon in Bratislava – alle auf Deutsch. Auch bei manchen dortigen Fällen haben sie festgestellt, dass Doktorarbeiten recycelte Masterarbeiten sind, die wiederum Bachelorarbeiten plagiieren.
    Fünf der Bratislava-Fälle tauchten an der Paneuropäischen Hochschule auf, mit der das SHW kooperiert. Brisant sind vor allem zwei Plagiatoren: Julia Linnert-Kuhn und Michael Linnert, die Kinder von Peter Linnert, dem SHW-Geschäftsführer. Beide Dissertationen sind laut Vroniplag Wiki fast gänzlich abgeschrieben, bei seiner Tochter war Linnert Zweitgutachter. Und laut FAZ hat ein Freund Linnerts die Arbeit der Tochter verfasst.
    In einem weiteren Plagiatsfall ist Linnert – der 2015 ein Ehrenkreuz für seine Verdienste in der Wissenschaft erhalten hat – der Betreuer der Arbeit."

12. Januar 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Erfundene Daten: Weiterer Fall von Wissenschaftsbetrug an der Freien Universität (Jochen Zenthöfer) "Während die FU Berlin noch den Plagiatsfall Giffey aufarbeiten muss, steht sie schon im Zentrum des nächsten wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Abermals macht die Hochschule eine schlechte Figur. [...] In den vergangenen Jahren haben sich die Plagiatsfälle in der Hauptstadt gehäuft, auch verglichen mit den Fallzahlen in anderen Universitäten und Bundesländern."

11. Januar 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Kronen Zeitung (Wien): Nach Plagiatsaffäre: Ausländische Abschlüsse müssen anerkannt werden "Nach der Plagiatsaffäre rund um die zurückgetretene Ex-Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) sind Abschlüsse von ausländischen Universitäten ins Gerede gekommen. [...] Erst kürzlich hatte es in der Slowakei einen Plagiatsfall an einer privaten Hochschule gegeben, wie - anonymisiert - im letzten Jahresbericht der Österreichischen Agentur für Wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) nachzulesen ist. Dort schaffte es eine Wienerin mit einer Arbeit zum Doktortitel, die auf allen Seiten Plagiate aufwies. Als Gutachter fungierte zudem auch noch ihr Vater."

9. Januar 2021[Quelltext bearbeiten]

  • The Guardian (London): Austrian minister resigns amid thesis plagiarism scandal (Agence France-Presse) "Austrian minister Christine Aschbacher resigned from her cabinet post in charge of labour, families and youth on Saturday following allegations that some of her university work was plagiarised.
    [...]
    Academic plagiarism is a regular charge levelled at politicians in the German-speaking world, where leaders often brandish postgraduate qualifications.
    In Germany, two Conservatives, Karl-Theodor zu Guttenberg and Annett Schavan, stepped down from the defence and education ministries in 2011 and 2013 over similar scandals, while the current centre-left families minister, Franziska Giffey, has been dogged by plagiarism allegations for years."

2. Januar 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Neue Zürcher Zeitung: Sie überführen schummelnde Politiker, ihre eigenen Motive bleiben im Dunkeln – vom seltsamen Gebaren der Plagiatejäger (Adrian Lobe) "Keine Angst vor grossen Namen
    Man kann den Rechercheuren durchaus lautere Motive unterstellen: Sie wollen akademischen Schwindel aufdecken. Und im Gegensatz zu mancher Hochschulkommission haben sie keine Angst vor grossen Namen. Im Gegenteil. Doch man tut sich schwer mit dem Gedanken, dass es ihnen nur um die Verteidigung wissenschaftlicher Standards geht.
    [...]
    Zwar verwahrt sich VroniPlag Wiki gegen den Vorwurf, es sei ein Pranger. Doch der Furor, der nachgerade kriminalistische Eifer, der Zitatediebe habhaft zu werden und an ihnen ein Exempel zu statuieren – all das hat etwas Jakobinisches. Die Revolutionäre um Georges Danton waren geradezu besessen, der Aristokratie die Masken vom Gesicht zu reissen, das bigotte Schauspiel der Macht zu beenden.
    Transparenz einfordern, Transparenz verweigern
    Genau dieses Motiv zeigt sich, wenngleich in abgeschwächter Form, bei den zeitgenössischen Moralpolizisten: Die Plagiatejagd zielt darauf ab, Politiker zu demaskieren, den falschen Glanz akademischer Weihen zu entlarven, das Podest, auf dem die Würdenträger stehen, zu demontieren.
    [...]
    Die Causa Giffey macht einmal mehr deutlich, wie sich Autoritäten in der Gesellschaft durch die digitale Revolution verschieben: Macht hat nicht nur der Minister, der Posten und Titel hat, sondern auch der anonyme Rechercheur. [...]
    Der Vorwurf, den VroniPlag Wiki erhebt, ist, dass die Hochschulen im Umgang mit prominenten Alumni und deren Betreuern zu lax sind. So kritisiert die Plattform, dass der interne Bericht der Prüfungskommission der FU Berlin in der Causa Giffey «eine ganze Reihe von Defiziten bzw. Mängeln» aufweise. Eine formelle Prüfung sei nicht durchgeführt worden, problematische Textstellen würden zu Bagatellen und Formfehlern herabgestuft.
    [...] Doch die Transparenz, die VroniPlag Wiki einfordert, ist in eigener Sache nicht so wichtig – zumindest was die Identität der «Sichter» und die Auswahl der Untersuchungsgegenstände betrifft.
    Das Urteil ist längst gefällt
    Auf die Frage, wie die Arbeiten ausgesucht würden, heisst es auf der Website von VroniPlag Wiki etwas kryptisch: «Eigentlich gar nicht. Damit eine Arbeit kollaborativ untersucht wird, müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein: Zum einen muss ein begründeter Anfangsverdacht bestehen, und zum anderen müssen sich Leute im Wiki finden, die ihre Freizeit darauf verwenden, diese Arbeit zu untersuchen.»
    [...]
    Doch die Frage ist, ob die FU Berlin nach all dem, was geschrieben und berichtet wurde, überhaupt noch die (moralische) Autorität hat, Giffey zu rehabilitieren – oder ob durch die öffentliche Prüfung ihrer Dissertation nicht bereits ein Präjudiz geschaffen wurde."

1. Januar 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Oberbayerisches Volksblatt online: Lächerliche Vorwürfe wegen Doktorarbeitvon [sic] Franziska Giffey [Leserbrief zur Berichterstattung über die Doktorarbeit von Ministerin Giffey (Politik)] (Dori Waltz, Oberaudorf) "Anstatt sich zu freuen, dass eine offensichtlich rührige, temperamentvolle, junge Frau sich um einen politischen Spitzenplatz bewirbt, gräbt man in ihrer Doktorarbeit herum. Lächerlich. Schauen Sie sich das breit gefächerte Thema im Internet doch an. Da wird bestenfalls eine Serie von Erpressungen ausgelöst. Mein potenzieller Doktorvater sagte: 'Lassen Sie es! Das kostet Sie nur Zeit, Geld und Nerven. Sie wollen ja sowieso in den Staatsdienst, da brauchen Sie es nicht!' Er hatte recht. [...]"

30. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Aachener Nachrichten (Nr. 304, S. 2): Die politische Achterbahnfahrt 2020. Für sie war es ein unruhiges Jahr: Markus Söder, Karl Lauterbach und Franziska Giffey. Rückblick Teil zwei. (Werner Kolhoff / Stefan Vetter / Hagen Strauß) "Franziska Giffey: Ihr Virus heißt nicht Corona, sondern Verdacht auf Plagiat. Sie wird ihn nicht los. Im Oktober 2019 erteilte ihr die Freie Universität Berlin eine 'Rüge' für Zitierfehler in ihrer 2010 eingereichten Dissertation zum Thema 'Europas Weg zum Bürger'. Es liege zwar eine 'objektive Täuschung' vor, doch sei die nicht so gravierend, dass man den Titel aberkennen müsse. Die Ministerin war knapp davongekommen. [...] Doch die lokale CDU setzte eine erneute Überprüfung der Arbeit durch. Die läuft gerade, voraussichtlich bis Februar, und diesmal sieht es für Giffey viel schlechter aus. Vorsorglich erklärte die Politikerin, die immer so gern mit 'Dr. Giffey' unterschrieb, schon ihren Verzicht auf den Titel. Doch das ist belanglos; er kann ihr weiterhin förmlich aberkannt werden. Und dann? Ein Zurück gibt es nicht mehr. Weder für Giffey, die laut früherer Erklärungen von ihrem Ministeramt zurücktreten wird, wenn es so kommen sollte, noch für die Berliner SPD, die sie im Wissen um die Gefahr Ende November trotzdem zur Landeschefin und Spitzenkandidatin wählte. Jetzt heißt es Augen zu und durch."
  • Tichys Einblick: Bigottes Deutschland: Jahresrückblick der Heuchelei (Alexander Fritsch) "Platz 6: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD
    Ein Fan von Franziska Giffey schreibt allen Ernstes, die Familienministerin stehe für die Menschen 'who work hard and play by the rules' ('die hart arbeiten und nach den Regeln spielen'). Das ist offenkundig ein Fall von fortgeschrittenem Realitätsverlust, denn Giffey hat bei ihrer Doktorarbeit wohl so schlimm abgeschrieben, dass die Freie Universität Berlin jetzt schon zum zweiten Mal prüft, ob man der SPD-Politikerin den akademischen Grad nicht entziehen muss. Offensichtlich, um der Blamage zuvorzukommen, 'verzichtet' Giffey jetzt 'freiwillig' auf das Führen des Doktortitels (den sie nach Abschluss der Überprüfung vermutlich sowieso nicht mehr hat).
    Die SPD hat erkennbar Angst um ihre einzige verbliebene Hoffnungsträgerin in Berlin und steht 'solidarisch' zu ihr. Vom früheren CSU-Bundesminister Guttenberg – der in seiner Dissertation ebenfalls geschummelt hatte – verlangten die Sozialdemokraten einst den sofortigen Rücktritt. Heuchelei-Faktor: summa cum laude."

24. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 300, S. 7): Rüge nicht angezeigt (oll.) "Wie die neue Prüfungskommission der Freien Universität Berlin zur abermaligen Bewertung der Plagiate in der Dissertation der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zusammengesetzt ist, behält die FU für sich. Zugesichert hat sie nur, dass Giffeys Doktormutter Tanja Börzel an der Einsetzung des Prüfungsgremiums dieses Mal nicht beteiligt sein wird."

21. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Neue Presse Hannover (Nr. 297, S. 2): "Die Jüngeren sind gefordert". Bundesfamilienministerin Franziska Giffey über Weihnachten, Homeoffice und die Kitas im Lockdown (Tobias Peter / Andreas Niesmann) "Ihre Kandidatur für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin wird von der Debatte über die erneute Prüfung Ihrer Dissertation überschattet. Bereuen Sie manchmal, dass Sie diese Arbeit geschrieben haben?
    Nein. Das ist meine Arbeit, mit der ich mich fünf Jahre meines Lebens beschäftigt und bei der ich sehr viel gelernt habe. Strukturiert vorzugehen, große Texte zu erfassen und daraus die wesentlichen Schlüsse zu ziehen, mich auf Dinge zu konzentrieren und sie zu Ende zu bringen - das kann mir keiner nehmen.
    Bei der ersten Prüfung haben Sie Ihren Rücktritt als Familienministerin angekündigt für den Fall, dass Ihnen Ihr Doktortitel aberkannt wird. Gilt das jetzt nicht mehr?
    Alles, was ich jetzt dazu zu sagen habe, habe ich erklärt. Aber unabhängig davon gilt: Meine SPD und die Berlinerinnen und Berliner können sich auf mich verlassen - egal was passiert. Ich bin Landesvorsitzende der Berliner SPD und meine Partei hat mich als Spitzenkandidatin für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus nominiert. Die Wählerinnen und Wähler können am Wahltag entscheiden, ob sie das wollen. Wer Giffey will, muss SPD wählen."

15. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Plagiatsvorwürfe: "VroniPlag Wiki" kritisiert FU-Bericht zu Giffey [€] (Jochen Zenthöfer) "[...] Während sich die Diskussion nun um die Zulässigkeit dieser im Hochschulrecht nicht vorgesehenen Rüge dreht, analysierte VPW den sogenannten 'Schlussbericht' inhaltlich.
    Das Ergebnis dieser Analyse ist für die Elite-Universität FU unerfreulich. Denn mit den Begriffen 'Defizite' und 'Mängel' lässt sich nicht mehr nur Giffeys Dissertation (und die Leistung von Doktormutter Börzel) charakterisieren, sondern auch der Schlussbericht der FU über die Dissertation.
    [...]
    70 Kritikpunkte blieben unbeachtet
    Kritisiert wird vor allem, dass die FU mehr als 70 Textstellen, bei denen der Verdacht auf willkürliche Referenzierung vorliegt, stillschweigend übergangen hat. Dabei habe Giffey bewusst falsche Quellenangaben gemacht. So habe sie beispielsweise aus einer bestimmten Quelle einen Text übernommen und als Quelle statt dieser selbst 12 andere Quellen angeführt. 'Eine solche Praxis führt Wissenschaft ad absurdum', heißt es bei VPW. [...]
    Auch eine weitere Argumentation der FU geht nach Ansicht von VPW fehlt. Dies betrifft Fälle der nicht kenntlich gemachten Zitation aus zweiter Hand. Diese könnten, laut FU, 'auch als in der Sache gerechtfertigte Verweise auf Primärquellen gewertet werden, um dem Leser den weiteren wissenschaftlichen Kontext zu erläutern und die vertiefte Beschäftigung mit einem Thema zu erleichtern'. Dagegen meint VPW, solche Verweise würden üblicherweise in anderer Form geschehen, etwa mit der Ankündigung 'siehe auch'.
    Die Argumentation der FU kann außerdem nicht erklären, weshalb Giffey abgeschriebene Aussagen leicht verändert."
  • Der Tagesspiegel: Freie Universität Berlin: Diskreter Umgang mit Plagiaten (Hinnerk Feldwisch-Drentrup) "Wie geht die Freie Universität mit wissenschaftlichem Fehlverhalten um? Schon die Affäre um die Doktorarbeit der SPD-Politikerin Franziska Giffey wurde für die Uni zu einem Fiasko. Nachdem sie in einer ersten Plagiatsuntersuchung nur eine Rüge ausstellte, hat sie kürzlich das Verfahren neu aufgerollt – weil nicht gesichert sei, ob eine Rüge in diesem Fall überhaupt zulässig ist.
    Während dieser Fall im Licht der Öffentlichkeit stand, beendete die FU nach Recherchen des Tagesspiegels einen weiteren mit einem Kuhhandel. Dieser wirft erneut die Frage auf, ob die FU solche Fälle angemessen und transparent behandelt."

14. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Der Tagesspiegel: Plagiatsexperte schreibt an OSI-Ausschuss: Appell, Giffeys Arbeit diesmal genauer zu untersuchen (Amory Burchard) "Der Plagiatsexperte 'Robert Schmidt' hat den Promotionsausschuss am Otto-Suhr-Institut (OSI) der Freien Universität zu einer umfassenden Überprüfung der Doktorarbeit von Bundesfamilienminister Franziska Giffey aufgerufen.
    In einer Mail, die der anonyme Aktivist der Plagiats-Plattform VroniPlag Wiki am Sonntagabend an Mitglieder des Promotionsausschusses sowie auch an verschiedene Medien verschickte, fordert er, bei der erneuten Begutachtung nicht nur die offensichtlichen Plagiate, sondern auch die 'willkürlichen Referenzierungen' in den Blick zu nehmen.
    [...]
    Täuschung auch bei falschen Quellenangaben
    Allerdings setzte sich die Kommission am OSI lediglich mit von VroniPlag Wiki beanstandeten Plagiaten auseinander, wobei die FU-Prüfer eine 'objektive Täuschung' an 27 Stellen sahen. [...]
    'Robert Schmidt' gibt nun zu bedenken, dass auch dann eine Täuschung vorliege, wenn in einer Dissertation 'in einer Vielzahl von Fällen willkürliche und unzutreffende Quellenangaben' gemacht werden. Es gebe in Giffeys Arbeit 'mehr als 70 Textstellen, bei denen ein begründeter Verdacht auf willkürliche Referenzierung besteht'.
    'Massenhafte Blindzitate'
    [...]
    Die Freie Universität habe sich bisher nicht 'für die massenhaften Blindzitate und offenbar auch immer wieder eingestreuten willkürlichen Belege interessiert'. Auch medial hätten sie 'bisher sehr wenig Aufmerksamkeit erfahren', kritisiert [der Juraprofessor am Großbritannien-Zentrum der Humboldt-Universität und ebenfalls bei VroniPlag Wiki aktive Gerhard] Dannemann."

12. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Berliner Zeitung (Nr. 290, S. 10): Noch kein neues Prüfungsgremium (Christine Dankbar) "Die Freie Universität Berlin (FU) hat noch kein neues Gremium zur Überprüfung der Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) eingesetzt. Das teilte ein Sprecher von FU-Präsident Günter M. Ziegler am Freitag auf Anfrage mit. 'Es ist das Ziel, das Prüfungsgremium kurzfristig einzusetzen', hieß es lediglich. Der FU-Präsident hatte im November mitgeteilt, dass man mit der erneuten Prüfung bis zum Ende des Wintersemesters im März fertig sein wolle. [...] In einer Antwort [der Senatskanzlei für Wissenschaft und Forschung] auf der [sic] schriftliche Frage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse hieß es nun, dass für ein aufsichtsrechtliches Eingreifen 'bis zur Veröffentlichung des Gärditz-Gutachtens dieses Jahres keine hinreichenden Anhaltspunkte vorgelegen' hätten."

11. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Rheinische Post (Nr. 290, S. 4): INTERVIEW FRANZISKA GIFFEY (SPD). "Rot-Rot-Grün kann funktionieren". Die Bundesfamilienministerin und Berliner Spitzenkandidatin über Verzicht an Weihnachten, die Bundestagswahl und ihre Doktorarbeit. (Jan Drebes / Kerstin Münstermann) "Stehen Sie zu Ihrer Aussage, dass Sie vom Ministerinnenamt zurücktreten werden, sollte die Universität Ihnen den Doktortitel doch noch aberkennen?
    GIFFEY Dazu habe ich alles gesagt. Meine Arbeit wird ja nun inzwischen zum dritten Mal geprüft: im eigentlichen Promotionsverfahren 2010, dann 2019 und jetzt, mehr als ein Jahr später, noch einmal, nachdem es bereits eine rechtsgültige Entscheidung gab. So was hat es bislang noch nicht gegeben.
    Können Sie damit zur Belastung für den Berliner Wahlkampf werden?
    GIFFEY Ich trete in Berlin an, egal was passiert. Die Berlinerinnen und Berliner können dann entscheiden."

8. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die Perlinerin. Giffeys "Fünf B"-Programm (Edo Reents) "Ihrer Universität kann sie keine Schande mehr machen, nachdem sie ihren Doktortitel abgelegt hat wie eine schlechte Angewohnheit – ein von manchen als zu eigenmächtig eingestufter, wie sagt man hier: Verwaltungsakt, noch dazu fadenscheinig begründet: 'Wer ich bin und was ich kann, ist nicht abhängig von diesem Titel. Was mich als Mensch ausmacht, liegt nicht in diesem akademischen Grad begründet.' Das hat auch nie jemand behauptet; die Frage war nur: Hat sie geschummelt oder nicht? Und was ihr Menschsein betrifft, so ist ja wenigstens nicht auszuschließen, dass zu dieser wunderbaren Qualität auch ein Hang zum Betrügen gehört, womit sie auch gar nicht allein stünde. Zum Schüren antiakademischer Ressentiments reicht so eine Nullaussage allemal."

7. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Kurier (Wien, S. 7): Kandidatin auf dem Prüfstand [auch leicht ergänzt online] (Sandra Lumetsberger) "Eigentlich scheint Franziska Giffey gerade viel zu gelingen. [...] Nur eines kann die Familienministerin (SPD) nicht: Die Debatte um ihren Doktortitel der Politikwissenschaften aus der Welt schaffen - sie soll unsauber zitiert haben. Schon im Sommer 2019 überprüfte die Freie Universität Berlin ihre Dissertation. Giffey hätte damals SPD-Parteichefin werden können, hielt sich aber zurück. Letztlich erteilte ihr die Uni eine Rüge. Nun wurden wieder Zweifel laut und eine Kommission begutachtet die Arbeit aufs Neue. Sollte das Ausmaß an plagiierten Stellen größer sein, wird es für sie ungemütlich. In Deutschland gilt in solchen Fällen ein ungeschriebenes Gesetz: Rücktritt. So musste Karl Theodor zu Guttenberg (CSU), der besonders dreist abgeschrieben haben soll, sein Amt als Verteidigungsminister abgeben und Annette Schavan (CDU) das Bildungsministerium."

4. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • Abgeordnetenhaus von Berlin (Drucksache 18 / 25456): Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) zum Thema: Verfahren zur Überprüfung der Doktorarbeit von Franziska Giffey (PDF) "[Frage] 8. Welche Kriterien müssen grundsätzlich erfüllt sein, um ein Tätigwerden der Rechtsaufsicht des Senats zu begründen? Und wie bewertet der Senat, dass dies in den zurückliegenden Jahren nicht erfolgt ist?

    Zu 8.:
    Grundsätzlich gilt, dass für Plagiatsprüfungsverfahren die promotionsberechtigten Hochschulen zuständig sind. In der Sache teilt der Senat die Auffassung, dass diese fachwissenschaftliche und nach Kriterien von akademischen Prüfungen zu beurteilende Entscheidung zum absoluten Schutz- und Kernbereich der Wissenschaftsfreiheit und der Hochschulautonomie gehört. Die Rechtsaufsicht greift dann ein, wenn es hinreichende Anhaltspunkte für ein nicht rechtskonformes Handeln der betreffenden Hochschule gibt. [...] Für eine Prüfung, ob ein aufsichtsrechtliches Eingreifen gerechtfertigt oder sogar geboten wäre, haben in dem vorliegenden Fall bis zur Veröffentlichung des Gärditz-Gutachtens dieses Jahres keine hinreichenden Anhaltspunkte vorgelegen."

2. Dezember 2020[Quelltext bearbeiten]

  • DER SPIEGEL: Giffey will auch bei Aberkennung ihres Doktortitels kandidieren (mes/dpa) "Seit dem vergangenen Jahr steht die Doktorarbeit der Bundesfamilienministerin wegen Plagiatsvorwürfen im Fokus. Die Freie Universität Berlin (FU) erteilte ihr im Herbst 2019 wegen Mängeln in der Arbeit eine Rüge, entzog ihr aber nicht den Doktortitel. Nach breiter Kritik an diesem Vorgehen kündigte die FU jüngst eine erneute Prüfung an, die bis zum Ende der Vorlesungszeit des Wintersemesters abgeschlossen sein soll – also bis Ende Februar. Damit könnte es sein, dass Giffey ihren Titel doch noch verliert. Die Rüge für Giffey wurde zurückgezogen. [...] »Das Verfahren war beendet«, sagte Giffey nun. Die erneute Prüfung sei durch von CDU und AfD in Auftrag gegebene Gutachten ins Rollen gekommen. »So etwas hat es meines Wissens bisher noch nicht gegeben«, sagte die SPD-Politikerin. »Das unterscheidet meinen Fall auch von anderen.«"

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