VroniPlag Wiki
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==27. März 2021==
 
*'''Tichys Einblick''': [https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/wolfgang-kubicki-im-te-interview/ ''"Manchmal habe ich das Gefühl, Angela Merkel glaubt, sie sei die Gouvernante Deutschlands"''] (Interview mit Wolfgang Kubicki: Olaf Opitz) "[Frage:] '''Und dann noch der Brüller: 'Zitate nicht als solche gekennzeichnet'. Da brauchen wir ja nur in die Doktorarbeiten von Bundesministerin Franziska Giffey und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu schauen. Oder was meinen Sie?'''<br />[Kubicki:] Sauberes wissenschaftliches Zitieren mit Anführungszeichen bei geistigen Werken anderer Autoren sollte schon für jeden Studenten zu guten Arbeitsgrundsätzen gehören."
 
   
 
==22. September 2021==
*'''taz''': [https://taz.de/Kandidaten-fuers-Rote-Rathaus/!5758481/ ''Kandidaten fürs Rote Rathaus: Ein Wahlkampf mit der Doppelspitze''] (Stefan Alberti) "Den Zweikampf [der Grünen-Spitzenkandidatin Bettina] Jarasch versus Giffey kann nur noch eine völlige Diskreditierung der SPD-Frau durch ihre Doktorarbeit verhindern."
 
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*'''Berliner Zeitung''' (Nr. 220, S. 3): ''Die Verwandlung. Wer die SPD-Kandidatin Franziska Giffey im Wahlkampf durch Berlin begleitet, erlebt eine Frau, die nicht nur die Konkurrenz überholt hat, sondern sogar sich selbst. Wie hat sie das geschafft?'' (Anja Reich) "Auch die Doktorarbeit sollte so ein Schutz sein. 2003, da war sie Europabeauftragte, hat sie damit begonnen, fünf Jahre lang daran geschrieben, an den Wochenenden, im Urlaub, in ihrer Schwangerschaft. 'Ich war eine junge Frau, blond, hohe Stimme. Ich wollte mich nicht mehr beweisen müssen, in keine Schublade mehr gesteckt werden.' [...] <br> Pünktlich vor der Geburt ihres Sohnes sollte die Arbeit fertig sein. Aber die Wehen kamen vier Tage zu früh. Vielleicht ging alles ein bisschen durcheinander, vielleicht passierten die Fehler so. 'Ich habe immer in dem Glauben gelebt, das war in Ordnung, so, wie ich es gemacht habe. Sonst hätte ich es gar nicht so vor mir hergetragen.' Es – damit meint sie den Doktortitel, der von nun an vor ihrem Namen stand. Nie ließ sie ihn weg. Er gab ihr Sicherheit und Selbstbewusstsein. Bis die Plagiatsaffäre begann: der Prüfer, der seinen Namen nicht sagen will, Vroni-Plag Wiki, FU-Gremien, Gutachten, Empfehlungen, immer wieder andere. Zwei Jahre lang."
   
==25. März 2021==
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==18. September 2021==
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*'''Deutschlandfunk''': [https://www.deutschlandfunk.de/wahl-zum-berliner-abgeordnetenhaus-es-geht-um.724.de.html?dram:article_id=503238 ''Es geht um Wohnungsknappheit und bezahlbare Mieten. Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus''] (Claudia van Laak) "Verstanden haben die Menschen, dass Giffey der Doktortitel aberkannt wurde, weil sie in ihrer Promotion plagiiert hatte. Ihre Doktormutter fühlt sich von ihr betrogen, im Wahlkampf spielt das Thema allerdings kaum eine Rolle – was den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch mächtig ärgert. Der Professor der Freien Universität Berlin hält Giffeys Vorgehen für einen Präzedenzfall. Bislang hätten sich alle des Plagiats überführten Politiker aus der ersten Reihe zurückgezogen.<br/>'Wenn das jetzt unkommentiert durchgeht, dann wird es in Zukunft niemanden mehr geben, der oder die Angst hat, beim Plagiieren erwischt zu werden. Also das wird dieser Tendenz, gerade in der Politik sich mit Doktortiteln zu schmücken, dann eher noch Vorschub leisten. Weil ja kein Risiko damit mehr verbunden ist.'"
*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/gerichtsbeschluss-mehr-strenge-bei-medizin-dissertationen-17261353.html ''Mehr Strenge bei Medizin-Dissertationen''] (Jochen Zenthöfer) "'''Wissenschaftliche Standards gelten auch, wenn das an Fakultäten anderes üblich ist. Richter werden strenger bei medizinischen Doktorarbeiten.''' [...] Zum Verhängnis wird Christian die fehlende Zitation. Die Düsseldorfer Arbeit erwähnt er an keiner Stelle. Der dortige Kollege ist, wie 'VroniPlag Wiki' noch herausfindet, auch nicht Urheber der Gedanken; er hatte seinerseits von einer Habilitationsschrift abgeschrieben. [...] Die von Christian beschriebene Praxis an medizinischen Fakultäten ist, wenn es sie denn gibt, rechtswidrig. [...] Auch in Zukunft können einzelne Mediziner ihren Doktorgrad verlieren, selbst wenn viele andere, die ebenso schlampig gearbeitet haben, diesen behalten dürfen. Trotzdem: Die Zeit lausiger medizinischer Dissertationen scheint endgültig vorbei zu sein. [...] Und zumindest das Verwaltungsgericht Freiburg kennt bei medizinischen Doktorarbeiten kein Pardon mehr."
 
   
==13. März 2021==
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==16. September 2021==
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*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''' (Nr. 215, S. 7): ''Die unrühmliche Verschleppung. Plagiatsmeldungen verlaufen oft im Sande, wenn es sich nicht gerade um Personen öffentlichen Interesses wie Politiker handelt, oder werden mit Rügen beschieden.'' (Debora Weber-Wulff) "Plagiate sind ein großes Problem für die Wissenschaft. Die Universitäten sollten sich intensiver mit der Prävention und der Ahndung von wissenschaftlichem Fehlverhalten beschäftigen. Und sie sollten besser kommunizieren, sowohl mit den Informanten als auch mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft, wenn Fehlverhalten festgestellt wird. Wissenschaft muss sich auf die Wahrhaftigkeit der Veröffentlichungen verlassen können. Wer folgenlose Rügen trotz klarer und umfangreicher Plagiate ausspricht, der beschädigt nicht nur die Wissenschaft, sondern, wie die FU Berlin im Fall Giffey, das eigene Ansehen."
*'''Die Welt''' (S. 15): ''Nachhilfe im Programmieren'' &#91;online u.d.T. [https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article228148815/IT-Kenntnisse-Hier-lernen-Erwachsene-und-Kinder-programmieren.html ''Programmieren: Der Schlüssel für Erfolg im Job – hier lernen Sie die zentralen Fähigkeiten'']&#93; (Mareike Knoke) "'Archäologiestudierende können mit Hilfe von Algorithmen ein System entwickeln, um Objekte zu klassifizieren. Literaturwissenschaftler oder Sprachwissenschaftler können mittels Datenanalyse den Sprachstil von Schriftstellern miteinander vergleichen', erklärt [der Mathematiker Benjamin] Säfken. Auch die inzwischen berühmte Plagiatsplattform 'VroniPlag Wiki' arbeitet nach einem ähnlichen Muster."
 
   
==12. März 2021==
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==13. September 2021==
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*'''Der Tagesspiegel''' (Nr. 24.655, S. 18): ''TURNERS Thesen. Lästiges Gesetz mit groben Fehlern'' (George Turner) "Mürbe ist man offenbar auf Druck der Fachhochschulen geworden, ihnen das Promotionsrecht einzuräumen. Das Beispiel Giffey hätte Warnung sein sollen: Noch nicht einmal die Abschlussarbeit war plagiatfrei. Ein neues Betätigungsfeld für Vroniplag Wiki tut sich auf. Aber Berlin ist hier nicht schlimmer als auch einige CDU-geführte Bundesländer. Statt dem Promotionsunwesen auch an Universitäten Einhalt zu gebieten, wird der Nivellierung und Abwertung Tür und Tor geöffnet. Früher warf man Österreich Titelhuberei vor. Bald wird Deutschland sich in der Welt lächerlich machen. Es wird Zeit, dass gezählt wird, wie viel Prozent der Hochschulabsolventen einen Dr.-Titel haben sollten, um 'Spitze' zu sein."
* '''Bayerische Staatszeitung''' (S. 25): ''Schluss mit dem Türöffner für Ministerposten'' (André Paul im Interview mit Eugénia da Conçeicāo-Heldt, Rektorin der Hochschule für Politik München) "Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bayerns früherer Landkreistagspräsident Jakob Kreidl (beide CSU) und, ganz aktuell, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD): Immer wieder versuchen Politiker, mit wissenschaftlich unzureichenden oder gar ermogelten politologischen Dissertationen an den begehrten Doktortitel zu gelangen. [...] Der ehemalige bayerische Landkreistagspräsident Jakob Kreidl (CSU) versuchte, zum Kosovo-Konflikt zu promovieren, mit dem er beruflich nie etwas zu tun hatte und wo er nur kurze Zeit persönlich vor Ort war; seine Mogelei kam ans Licht - aber ist das nicht Hybris: Es würde doch auch kein Quantenphysiker sagen, jetzt promoviere ich eben mal zur Astrophysik?"
 
   
==11. März 2021==
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==6. September 2021==
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*'''Neue Zürcher Zeitung''' (S. 32): ''Wo die Blamage politischer Alltag ist. In Deutschland scheint dem politischen Personal der Sinn fürs Peinliche längst abhandengekommen zu sein.'' (Konrad Adam) "Der Stil, das sei der ganze Mensch, sagen die Franzosen. Stillosigkeit leider auch. Dass Franziska Giffey (SPD) abgekupfert hatte, wird man ihr im Zeitalter des Internets, das zum Plagiat doch förmlich einlädt, nicht vorhalten dürfen; zu viele waren ihr da schon vorausgegangen, Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU) ist nur der bekannteste unter ihnen. Keinem aus diesem Trupp hat das Abschreiben die Karriere verdorben, Annette Schavan (CDU) hat es sogar geholfen, denn für den Verlust ihres Doktorgrades und dessen Folge, den Abschied aus dem Bundeskabinett, ist sie mit dem Botschaftsposten beim Heiligen Stuhl in Rom entschädigt worden (was eine Peinlichkeit für sich war, da dieser Posten traditionsgemäss, und zwar aus guten Gründen, mit einem Protestanten besetzt wird). Dass Giffey sich dann allerdings auf amerikanische Zitiergewohnheiten berief, von denen versierte Akademiker noch nie etwas gehört hatten, war erbärmlich. Ihre Versicherung, nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet zu haben, lässt doch nur darauf schliessen, dass es mit ihrem Wissen nicht weit her und ihr Gewissen ein Sieb ist. In jeder anderen Stadt hätte das gereicht, um sie von der Bewerbung um ein höheres Staatsamt auszuschliessen; in Berlin aber nicht. Da muss sie nur in die Fussstapfen von Klaus Wowereit und dessen Nachfolger Michael Müller treten, und das wird sie schon schaffen."
*'''taz''': [https://taz.de/Abgeordnetenhauswahlen-in-Berlin/!5752644/ ''Giffey entdeckt Berlin''] (Uwe Rada) "Nach ihrer Wahl mit Fraktionschef Raed Saleh zur Landesvorsitzenden der Berliner SPD trat sie lediglich mit ihrer Forderung nach den 'fünf B' vor die Presse. Zu denen gehören für Giffey 'Bauen, Bildung, Bürgernähe, beste Wirtschaft und Berlin in Sicherheit'. Berlin mit B, witzelte damals die ''FAZ'' in Anspielung auf ihre Doktorarbeit, da müsse selbst Giffey nicht abschreiben."
 
   
==10. März 2021==
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==Ende August&#8239;/&thinsp;Anf. September 2021==
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*'''Forschung & Lehre''': Leserbrief zu [https://www.forschung-und-lehre.de/politik/einfachste-grundsaetze-verletzt-3943/ ''"Einfachste Grundsätze verletzt": Auch in ihrer Masterarbeit soll Franziska Giffey unwissenschaftlich gearbeitet haben. Ein Professor der FU Berlin wirft ihr Plagiat vor.''] "Die Affäre Giffey-Börzel ist schlimm genug. Frau Prof. Börzel der FU Berlin hat eine Dissertation durchgewinkt, die nicht nur gravierende handwerkliche Mängel aufwies – Plagiate, Zitierschwächen -, sondern auch von der ganzen Konstruktion her Grundprobleme hatte. Eine Europabeauftragte eines Stadtteils schreibt über ihre Europapolitik des Stadtteils. Ja, toll. Wo ist die kritische Distanz, wo ist die analytische Kompetenz? Ich bin einer der wenigen, die über das Problem Europa und die Kommunen mehrfach publiziert haben. Ich kann nur sagen: Die Arbeit ist dünn und wäre höchstens als Master-Arbeit inhaltlich akzeptabel, durch handwerkliche Mängel indiskutabel.<br />[...] Sollten nicht nur exzellente MasterabsolventInnen der Fachhochschulen die Möglichkeit der Promotion an einer Universität erhalten? Was hat sich da die Kollegin Börzel gedacht? Hat sie die Masterarbeit geprüft? Überhaupt gelesen? Sie für exzellent befunden und eine Promotion befürwortet? Was haben die Promotionsgremien der FU Berlin gemacht? Die Augen zu? <br />Ich empfinde die neuerliche Wendung als fast einen größeren Skandal: für die FU Berlin und die sogenannte Doktormutter Prof. Börzel. Die Qualitätsstandards der Universitäten werden von solchen Kolleginnen mit Füßen getreten. [...] Es wäre an der Zeit, dass ein Disziplinarverfahren gegen Frau Prof. Börzel eröffnet wird."<br />Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
*'''Berliner Zeitung''' (S. 8): ''Plagiatsaffäre: Gremium tauscht Prüfer – Untersuchung von Giffeys Doktorarbeit dauert an'' &#91;online u.d.T. [https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/personalwechsel-in-franziska-giffeys-pruefgremium-li.144904?pid=true ''Plagiatsaffäre: Neues Mitglied in Franziska Giffeys Prüfgremium''] [€]&#93; (Christine Dankbar) "Die Doktorarbeit von Franziska Giffey war bereits im vergangenen Jahr von einem Gremium überprüft worden, nachdem die Plattform Vroniplag auf Plagiate in der Arbeit hingewiesen hatte. Damals hatte Giffey, die für die SPD als Spitzenkandidatin in die Abgeordnetenhauswahl geht, eine Rüge erhalten. Den Doktortitel durfte sie behalten.<br/> Nach mehreren weiteren Gutachten hob das FU-Präsidium diese Entscheidung auf und verfügte eine erneute Überprüfung. Kurz danach verzichtete die Politikerin selbst auf den Titel, überprüft werden muss die Arbeit dennoch."
 
   
==6. März 2021==
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==23. August 2021==
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*'''OSI-Zeitung''' (SoSe 2021, Ausg. 22, S. 11 f.): [https://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/news/OSI-Zeitung-Ausgabe-22_SoSe21.pdf#page=6 ''Die Causa Giffey – wenn Verantwortung zum Spielball wird''] [PDF] (Fabian Bieda, Liam MacKenzie) "Während es im Bericht des zweiten Prüfgremiums nur heißt, dass 'mindestens bedingt vorsätzlich' getäuscht wurde, vermittelt uns [der Geschäftsführende Direktor des OSI und Mitglied des ersten Prüfgremiums, Prof. Dr. Bernd] Ladwig im Gespräch folgenden Eindruck: Über diesen juristisch-formalen Befund hinaus, habe Franziska Giffey an einigen Stellen bewusst und sicher nicht aus Schusseligkeit ihre Prüfer*innen getäuscht.<br />Wieso kam also das erste Prüfgremium zu der Entscheidung lediglich eine Rüge zu erteilen, nicht den Titel abzuerkennen?<br />Ladwig räumt ein, dass es eine Kompromissfindung gab: Innerhalb des Prüfgremiums habe es Uneinigkeit darüber gegeben, wie die Schwere der Plagiate, auch hinsichtlich der restlichen Arbeit, zu gewichten sei. Mit der Rüge war man zwar zu einem 'irgendwo unbefriedigenden' Kompromiss gekommen, man habe aber zu einem gemeinsamen Votum finden müssen – im Falle eines möglichen Gerichtsverfahrens wollte man sich nicht angreifbar machen.<br />Außerdem habe die Verhältnismäßigkeit eine Rolle gespielt. Bei einer Dissertation und dem damit verbundenen Doktortitel handele es sich nun mal um die 'Suggestion einer Lebensleistung', so Ladwig. Auch das sei, losgelöst vom Inhalt, bei der Gewichtung der Arbeit eingeflossen.<br />Dass aber politisches Kalkül hinter der Entscheidung stecke, weisen sowohl Ladwig als auch [Doktormutter Tanja] Börzel entschieden zurück. Auch die Logik des Vorwurfs, dass die FU sie im ersten Prüfverfahren schützen wollte, kann Prof. Börzel nicht nachvollziehen. Dass ihr die Täuschung nicht aufgefallen sei, tue ihr wirklich leid, betont sie mehrfach. Aber ihre wissenschaftliche Kompetenz sieht sie durch die Täuschung nicht in Frage gestellt."
*'''Der Tagesspiegel''' (S. 3): ''Auf Titeljagd'' &#91;online u.d.T. [https://plus.tagesspiegel.de/gesellschaft/plagiatsaffaere-der-familienministerin-der-mann-der-franziska-giffey-stoppen-koennte-112244.html ''Plagiatsaffäre der Familienministerin: Das ist der Mann, der Franziska Giffey stoppen könnte''] [€]&#93; (Hannes Heine) "Giffey war gerade Ministerin geworden, da prüften anonyme Kritiker ihre Dissertation. Dabei kam heraus, dass Giffey andere Autoren unsauber, womöglich in betrügerischer Absicht zitiert habe. Die Prüfer von 'VroniPlag' schrieben, man habe Plagiate auf 76 Seiten gefunden. Eine Kommission der FU entschied daraufhin, Giffey 2019 eine 'Rüge' zu erteilen. Den Doktortitel durfte sie behalten, weil trotz Plagiaten das Eigenständige überwogen habe. [...] Nachdem die FU auf die 'VroniPlag'-Vorwürfe 2019 mit der Rüge reagierte, befand der Wissenschaftliche Dienst des Abgeordnetenhauses, dass die Promotionsordnung der FU gar keine Rüge vorsähe."
 
   
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*'''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/wissen/plagiate-in-dissertation-giffeys-doktormutter-weist-mitverantwortung-zurueck/27540890.html ''Giffeys Doktormutter weist Mitverantwortung zurück''] (Amory Burchard) "Als die Plagiatsvorwürfe der Expert:innen von VroniPlag Wiki 2019 bekannt wurden, war Börzel öffentlich in die Kritik geraten: Sie hätte die groben Zitierfehler und mutmaßlichen Plagiate als Betreuerin vor oder spätestens nach der Abgabe der Arbeit erkennen müssen. Zudem wurde die Qualität der Arbeit im Nachhinein von anderen Politikwissenschaftlern als zu gering eingeschätzt, um das Magna cum laude (sehr gut) zu rechtfertigen, das Börzel ihr zubilligte."
==5. März 2021==
 
*'''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/berlin/doktorarbeit-von-franziska-giffey-fu-berlin-wechselt-mitglied-der-neuen-pruefkommission-aus/26978580.html ''Doktorarbeit von Franziska Giffey: FU Berlin wechselt Mitglied der neuen Prüfkommission aus''] (Hannes Heine) "In dem Gremium, das die Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nun erneut prüft, ist ein Mitglied ausgetauscht worden. Es hat sich wegen einer lokalen 'Verwaltungsfunktion' in einer Partei selbst für befangen erklärt. Das geht aus einer unveröffentlichten Antwort des Berliner Wissenschaftsstaatssekretärs Steffen Krach (SPD) auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse hervor. [...]<br />Demnach besteht die entsprechende Prüfkommission der Freien Universität Berlin (FU) aus sieben Experten. Vier von ihnen gehören zum Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der FU, drei sind Externe. Wie Staatssekretär Krach schreibt, habe eines der Mitglieder angegeben 'vor Kurzem eine Verwaltungsfunktion in einem Berliner Ortsverband einer Partei übernommen zu haben. Zur Vermeidung einer Besorgnis der Befangenheit wurde dieses Mitglied des Prüfgremiums vor der inhaltlichen Befassung mit der Prüfaufgabe vorsorglich durch ein neues Mitglied ersetzt'.<br />[...]<br />Das aktuelle, zuletzt von der FU eingesetzte Gremium tagte erstmals im Januar 2021. Nach Auskunft des Wissenschaftsstaatssekretärs sind Termine bis April gesetzt."
 
   
==4. März 2021==
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==21. August 2021==
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*'''Der Tagesspiegel''' (Nr. 24.632, S. 6): ''Die Gnade der Verjährung. Nächster Plagiatsfall um Franziska Giffey'' (Amory Burchard) "Nachdem sich die Freie Universität zunächst schwer getan hatte, die von Plagiatsexperten akribisch dokumentierten, teilweise schweren Zitierfehler in Franziska Giffeys Doktorarbeit angemessen zu prüfen und zu bewerten, entzog sie ihr im Juni im zweiten Anlauf den Doktortitel. Damit schien die Sache für Giffey erledigt zu sein, sie legte schon kurz davor ihr Amt als Bundesfamilienministerin nieder, blieb aber nach dem Titelentzug als überführte Plagiatorin SPD-Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. [...] <br> Doch ein FU-Professor, Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, will ihr das nicht durchgehen lassen. Gemeinsam mit einem kleinen Team zeigt er jetzt, dass Giffey zumindest in einem Drittel ihrer Masterarbeit über den Europapreis des Europarats ebenfalls abgeschrieben hat. [...] <br> Dass sich ein wissenschaftspolitisch und auf Twitter aktiver Forscher Giffeys alte Arbeit vornimmt, ist legitim. Stefanowitsch sagt, dass er im Namen der Wissenschaft handele: Überführte Plagiator:innen müssten sich zumindest eine Zeitlang aus der Politik zurückziehen."
*'''Abgeordnetenhaus von Berlin''' (Drucksache 18&#8239;/&thinsp;26763): ''Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) zum Thema: Verfahrensschritte im erneuten Prüfverfahren'' [https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/s18-26763.pdf (PDF)] "[Frage] 1. Welches sind die nächsten Verfahrensschritte im erneuten Prüfverfahren der Dissertation von Frau Giffey?<br /><br />Zu 1.:<br />Nach Auskunft der FUB erfolgt aktuell die Bearbeitung der Prüfung durch das neue Prüfgremium. Hierfür wurden zunächst fünf weitere Sitzungstermine bis Mitte April vorgesehen.<br /><br />[Frage] 2. Welche Aufgaben werden an die einzelnen Mitglieder des Prüfgremiums vergeben?<br /><br />Zu 2.:<br />Die FUB hat mitgeteilt, dass die gesamte Dissertation von allen Mitgliedern des Gremiums überprüft wird. Die Erkenntnisse aus den Überprüfungen werden abschnittsweise bearbeitet, von den arbeitsteilig jeweils beauftragten Berichterstatterinnen und Berichterstattern dargelegt und von allen Mitgliedern des Gremiums diskutiert."
 
   
==3. März 2021==
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==8. Juli 2021==
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*'''Augsburger Allgemeine''': [https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Interview-Plagiatsexperte-ueber-Baerbock-Habe-nicht-den-riesigen-Skandal-gesehen-id60046141.html ''Plagiatsexperte über Baerbock: "Habe nicht den riesigen Skandal gesehen"''] (Interview: Fabian Kluge) "''Werden Plagiate rein zufällig aufgedeckt oder gibt es Menschen, die gezielt nach Plagiaten suchen?''<br/>'''Dannemann''': [...] Ich bin im VroniPlag Wiki tätig, wir untersuchen ehrenamtlich wissenschaftliche Arbeiten. Manche bei uns stolpern über eine Arbeit und beginnen dann nachzuforschen. Wir haben einen im Team, der spezialisiert darauf ist, Doktorarbeiten gegeneinander abzugleichen. Einer interessiert sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen und Politikern. Die Motivation der meisten ist aber die Wissenschaft, deshalb geht es ihnen vor allem um Wissenschaftsplagiate. [...]<br/>''Die Arbeiten von Prominenten und Nicht-Prominenten werden also gleichbehandelt?''<br/>'''Dannemann''': Ja, die Maßstäbe sind die gleichen. Wie gesagt: Es gibt noch einen Mitarbeiter im Wiki, der sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen, Politikern und Prominenten interessiert, aber von unseren 211 Dokumentationen sind 56 Wissenschaftsplagiate. Bei 18 Fällen ist die Parteizugehörigkeit des Autors bekannt, das können aber auch Kommunalpolitiker sein."
*'''taz''': [https://taz.de/Der-Durchblick-fehlt-noch/!5750732/ ''Der Durchblick fehlt noch – Senat billigt Transparenzgesetz. Initiative und Linke fordern Nachbesserungen''] (Bert Schulz) "[...] Denn der Entwurf sehe neue Ausnahmen vor, etwa bei Schulen und Hochschulen. 'Kurz nach der Affäre um die Doktorarbeit von Franziska Giffey will der Senat Hochschulen weitgehend von Transparenzpflichten entbinden', kritisiert Arne Semsrott, Vertrauensperson des Volksentscheids Transparenz und Projektleiter von FragDenStaat. Derartige Enthüllungen wären mit dem vorliegenden Entwurf nicht mehr möglich."
 
 
==27. Februar 2021==
 
*'''SWR2''': [https://www.swr.de/swraktuell/manuskript-idw-giffey-100.pdf ''Interview der Woche''] &#091;Manuskript; PDF&#093; (Interview mit Franziska Giffey: Kilian Pfeffer) "SWR: [...] Frau Ministerin, ich würde gerne über das Dissertationsverfahren sprechen, das jetzt neu angestrebt wird. Ich fasse es nur noch mal kurz zusammen. Also eigentlich sollte bis Ende Februar es ja schon ein neues Gutachten zu Ihrer Arbeit geben, nachdem es schon einmal ein Gutachten gegeben hatte. Es wurde dann eine Rüge ausgesprochen. Sie durften Ihren Doktortitel behalten. Dann wurde aber beschlossen, dass die Arbeit noch mal überprüft werden soll. Und Sie haben darauf angekündigt, Ihren Doktortitel nicht mehr zu führen. Jetzt ist trotzdem ein neues Prüfgremium zusammengetreten. Was erwarten Sie da eigentlich?<br />F.G.: Na ja, zunächst einmal ist es ja schon ein sehr einmaliger Vorgang in Deutschland, dass eine Dissertation dreimal geprüft wird. Also sie wurde ja 2009/10 einmal geprüft, dann 2019. Und dann gab es eigentlich ein abgeschlossenes Verfahren. Das ist mir auch so mitgeteilt worden, ist ja ein Verwaltungsakt, der bescheidet wird. Und das Verfahren ist abgeschlossen gewesen. Und dass ein Verfahren sozusagen ein drittes Mal aufgenommen wird, um eine Arbeit zu prüfen, ist schon ein einmaliger Vorgang. Ich kann das nur so hinnehmen und ja, auch dann ein Stück weit sagen, die Prüfung dauert jetzt so lange, wie sie dauert. Sie ist abzuwarten, und ich habe keine Kenntnis über den Zeitablauf oder auch über die Mitglieder der Kommission. Das muss man jetzt abwarten. Aber für mich ist es eine Situation, in der ich sage, ich habe meine Universität damals gebeten, das zu prüfen, als die Vorwürfe kamen. Es ist ein ordentliches Verfahren durchgeführt worden. Fast ein Jahr lang hat eine hochkarätige Kommission darüber bewertet, sind zu einem Gutachten gekommen, und eine Entscheidung ist gefallen. Und diese war für mich bindend. Und dass aufgrund von Gutachten, die dann noch mal extra in Auftrag gegeben worden sind, das Ganze nun noch mal neu beginnt, damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Aber es ist nun so. Und was ich mache, ich lasse mich in meiner Arbeit als Bundesfamilienministerin davon nicht beirren. Und ich habe auch meiner Partei hier in Berlin und auch den Berlinerinnen und Berlinern ganz klar eines gesagt. Ihr und Sie könnt euch auf mich verlassen, egal was passiert. Ich mache ein Angebot für Berlin, ich stehe zur Verfügung. Ich bin bereit, all meine Kraft für diese Stadt zu geben und etwas Gutes zu bewirken. Und die Berlinerinnen und Berliner können sich entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen oder nicht.<br />[...]<br />SWR: Jetzt heißt es, dass es eine Wahlkampfhilfe für Sie wäre. Also die CDU erhebt diesen Vorwurf, wenn das Verfahren erst nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September abgeschlossen wäre. Wie sehen Sie das?<br />F.G.: Wissen Sie, das ist ja alles müßig, darüber zu diskutieren, was das wäre. Wir haben hier eine Universität, die den Anspruch erhebt, wissenschaftlich neutral solange zu prüfen, wie es dauert. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich in keinster Weise irgendeinen Einfluss auf dieses Verfahren habe. Ich bin da nicht eingebunden. Ich mische mich dort nicht ein. Ich bin in einer Situation, wo ich auch abwarten muss, wie der Ausgang des Verfahrens ist. Und da jetzt irgendwie was zu unterstellen, ich weiß nicht, also das hilft auch nicht weiter, ja. Und das ist ja alles letztendlich egal, wann da irgendein Ergebnis kommt. Irgendjemand wird immer sagen, ja wieso denn vorher - wieso nachher? Also die Universität hat ja selber gesagt, sie will in ihrer Unabhängigkeit eben sich die Zeit nehmen, die sie braucht. Ja, und dann ist es ja gut, wenn das unabhängig verläuft und ein unabhängiges Prüf-gremium also nun noch ein drittes Mal diese Arbeit prüft. Dann muss sich dieses Gremium die Zeit nehmen, die dafür nötig ist. Und ich werde damit umgehen, egal wann das Ergebnis kommt, und wie es dann auch aussieht."
 
 
==26. Februar 2021==
 
*'''FURIOS''': [https://furios-campus.de/2021/02/26/neues-hochschulgesetz-tief-gestapelt/ ''Neues Hochschulgesetz tief gestapelt''] (Kira Welker, Julian von Bülow) "Eine kleine sprachliche Änderung verweist währenddessen auf eine anhaltende Debatte in der Berliner Wissenschaftslandschaft: Bisher 'kann' in Täuschungsfällen der so erworbene akademische Grad wieder entzogen werden – in Zukunft 'soll' er das auch. Diese Umformulierung schränkt also das Ermessen der Hochschulleitungen beim Entzug von akademischen Graden ein. Das Präsidium der FU hatte davon zuletzt im Fall der Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey großzügig Gebrauch gemacht, als es beschloss, lediglich eine Rüge auszusprechen."
 
 
==24. Februar 2021==
 
*'''rbb24''': [https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2021/02/berlin-trend-sonntagsfrage-gruene-spd-cdu-linke-afd-fdp.html ''BerlinTrend-Analyse: Grüne punkten bei Jüngeren, SPD legt bei Älteren zu''] (Thorsten Gabriel) "80 Prozent der Befragten geben an, Giffey zu kennen. [Bettina] Jarasch kommt gerade mal auf einen Bekanntheitsgrad von 24 Prozent. Daraus lassen sich in etwa die Hausaufgaben der beiden Parteien ablesen: Die Grünen müssen dafür sorgen, dass ihre Spitzenkandidatin bekannter wird, die SPD muss vor allem die Daumen drücken, dass ihrer Spitzenkandidatin die Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit nicht noch auf die Füße fällt.<br />Zwar hatte Giffey den Genossinnen und Genossen bei ihrer Wahl zur Landesvorsitzenden zugerufen: 'Ihr könnt euch auf mich verlassen' und ihnen damit signalisiert, dass sie nicht hinwerfen werde, sollte ihr der Doktortitel doch noch entzogen werden – doch für die Sozialdemokraten bleibt das ein Restrisiko. Andererseits können sie sich aber auch an fünf Fingern abzählen, dass die Wahl ohne eine Franziska Giffey für sie vermutlich noch trostloser ausgehen würde – Plagiatsaffäre hin oder her."
 
 
==17. Februar 2021 ==
 
*'''Freie Universität Berlin''': [https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2021/fup_21_verfahrensschritte-franziska-giffey/index.html ''Neues Prüfgremium im Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey leitet weitere Verfahrensschritte ein''] (Pressemitteilung Nr. 028/2021) "'''Im Zusammenhang mit dem Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey hat das neue Prüfgremium erneut beraten und dabei auch die Zeitpunkte für die Zusammenkünfte der nächsten Wochen festgelegt. Vor der Übergabe von Aufgaben an die einzelnen Mitglieder und dem inhaltlichen Einstieg in die Prüfung der Dissertation wies eines der Mitglieder auf eine jüngst erfolgte Übernahme einer externen Funktion hin, die zu einer Diskussion über eine Besorgnis einer Befangenheit führte. Der zuständige Promotionsausschuss des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft ersetzte dieses Mitglied vorsorglich und entsprach zudem dem Wunsch des Prüfgremiums nach zusätzlicher fachlicher und rechtlicher Expertise, sodass das Gremium nun aus sieben Mitgliedern besteht. Zum Schutz der Arbeit des Gremiums und um die Unabhängigkeit des Verfahrens zu sichern, legte das Prüfgremium fest, dass die Namen von dessen Mitgliedern bis zum Ende des Prüfverfahrens nicht bekannt gegeben werden. Das Präsidium der Freien Universität respektiert und unterstützt diese Entscheidung. Die Freie Universität wird die Öffentlichkeit über das Schlussergebnis des Prüfverfahrens informieren, zuvor jedoch grundsätzlich keine weiteren Informationen zur Arbeit des Gremiums veröffentlichen. Dieser Beschluss wurde getroffen, um die vertrauliche Zusammenarbeit in dem Verfahren nicht zu gefährden. Wie lange das Prüfverfahren dauert, steht noch nicht fest.'''"
 
 
==15. Februar 2021==
 
* '''Süddeutsche Zeitung''' (S. 10): ''Doktor Qual'' &#091;auch [https://amphtml.sueddeutsche.de/bildung/doktortitel-guttenberg-plagiat-universitaet-1.5205815 online]&#093; (Roland Preuß, Tanjev Schultz) "Manche Muster wollen nicht verblassen, auch nach Jahren nicht. Als die Vorwürfe aufkamen, sagte er: 'Ich habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt.' Sie sagt: 'Ich habe diese Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.' Als die Lage immer ungemütlicher wurde, sagte er, er werde bis zum Ergebnis der Prüfung seiner Universität 'vorübergehend auf das Führen des Titels verzichten'. Sie erklärt,den Titel 'ab sofort und auch zukünftig nicht mehr zu führen'. Als die Kritiker nicht nachließen, bekam er Rückendeckung vom Parteichef. 'Ein Minister stürzt nur, wenn die Partei es will, und die Partei will nicht,' sagte der Vorsitzende. Sie wird, während ihre Universität erneut prüft, mit rund 89 Prozent der Stimmen vom Landesverband ihrer Partei zur Spitzenkandidatin gewählt. [...] Allerdings: Guttenberg wie Giffey wird in den Untersuchungsberichten ihrer Hochschulen eine Täuschung und Vorsatz (bei Giffey: bedingter Vorsatz) bescheinigt. Das Verfahren gegen Giffey hat die FU Berlin neu aufrollen müssen, weil sie die Rüge aus rechtlichen Gründen so gar nicht hätte aussprechen dürfen. [...] Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit seinem Copy-Paste-Blendwerk letztlich einer ganzen Reihe von Kolleginnen und Kollegen Untersuchungen eingebrockt. Kaum eine Spitzenpolitiker-Arbeit, die danach nicht durchleuchtet wurde: Annette Schavan, Frank-Walter Steinmeier, Ursula von der Leyen und auch der heutige niedersächsische CDU-Vorsitzende und Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann hatten ein Verfahren am Hals. Nur Schavan musste zurücktreten, die anderen stehen nach mehr oder weniger nachvollziehbaren akademischen Freisprüchen weiter in der ersten Reihe. [...] Lässt man all die Fälle nach Guttenberg Revue passieren, muss man feststellen: Die Empörung ist verflogen. Wo bei Guttenberg noch Tausende demonstrierten und wütende Resolutionen das Recht der Wissenschaft einforderten, werden Prüfungsverfahren inzwischen mit einem Schulterzucken kommentiert, ausgesessen und trotz beträchtlicher unsauberer Übernahmen aus anderen Texten nicht mit dem Entzug des Doktorgrades bestraft."
 
 
==14. Februar 2021==
 
* '''Der Tagesspiegel''' (S. 14): Lesermeinung zu '''''"Im Fall Giffey ist vor allem Sorgfalt gefragt" vom 30. Januar'''''
 
**''Der Schlingerkurs der Freien Universität'': "[...] Da gibt es eine Doktorandin – politisch aktiv, stadtbekannt und beliebt. Ihr fehlt nur noch die akademische Komplettierung zu noch mehr Anerkennung und Erfolg. Ergo bringt sie fleißig 214 Seiten zu Papier, aber leider: Bei mindestens 70 (!) Seiten fehlen jegliche Angaben, woher diese Texte stammen. Das bleibt aber den professoralen Gutachtern unverständlicherweise völlig verborgen und andere müssen es später erst mühsam herausfinden. Das tun dann erfolgreich die gefürchteten schwarzen Ritter aus der Burg VroniPlag. So weit, so gut – und eigentlich auch so klar. Mit deutlichem Echo schallt ein Jubelruf aus dem Guttenberg’schen ins preußische Ländle: Ha, jetzt auch dort! [...] Der unübersehbare Schaden, der auf diese Weise für die international hervorragend beleumdete Universität entstanden ist, sollte dringend zu Konsequenzen führen, die solches intolerables Versagen in der Zukunft verhindern."<br/>''Prof. Dr.-Ing. Hubertus von Puttkamer, Berlin-Dahlem''
 
 
==11. Februar 2021==
 
*'''Süddeutsche Zeitung''': [https://www.sueddeutsche.de/kolumne/fall-franziska-giffey-herumdoktern-an-einer-doktorarbeit-1.5203569 ''Herumdoktern an einer Doktorarbeit''] &#091;Leserbriefe zum Interview [https://www.sueddeutsche.de/kultur/franziska-giffey-doktorarbeit-fu-berlin-dissertation-plagiat-plagiatsverfahren-1.5190147 "Plagiate sind eine Gefährdung von Wissenschaft"] mit dem Präsidenten der FU Berlin, Günter M. Ziegler, über den Fall Franziska Giffey&#093;
 
**'''Unvertretbar lange Prüfung''': "Was sich in der Causa der Dissertation Franziska Giffeys abspielt, kann nur noch als Trauerspiel bezeichnet werden. Seit mehr als zwei Jahren arbeiten sich diverse Kontrollgremien daran ab, eine einzige Doktorarbeit auf unsaubere Bearbeitungsfehler zu untersuchen, ganz so, als sei dies der Nabel der Welt. Dem Präsidenten der Freien Unversität Berlin (FU) fällt nichts Gescheiteres ein, dies mit dem 'diffizilen Findungsvorgang' und einer 'zeitaufwendigen, herausfordernden Detailarbeit' zu begründen.<br />[...]<br />Dass die Auswirkungen derartig unvertretbar langer Prüfverfahren im Fall Giffey und in vergleichbaren Fällen für die Betroffenen ruinös sind, liegt auf der Hand. Angesichts dessen können die Kommentare des FU-Präsidenten zu den Konsequenzen dieser systemischen Mängel nur als zynisch,bestenfalls als grenzenlos naiv bezeichnet werden."<br />''Bernd Graefe, Edewecht''
 
**'''Fragwürdige Betreuung''': "[...] Wie im Fall von Frau Giffey stellt sich deshalb die Frage: Wieso hat die Doktormutter das Plagiat nicht bemerkt? Erstens, weil sie in ihrem Fachgebiet nicht zuhause ist - hätte sie das Plagiat sonst erkennen müssen? Somit eine Frage der Kompetenz. Zweitens, weil die Arbeit nicht oder nur diagonal gelesen und überprüft wurde, also Flüchtigkeit oder Schlamperei. Drittens, weil sie überlastet ist, dann hätte sie die Begleitung des Themas nicht annehmen dürfen. Was nützen die Betreuungsprotokolle, wenn keine Quellenprüfung stattfindet?<br />Die Verurteilung, das an den Pranger Stellen der Doktoranden fällt mir zu einseitig aus. Mit den Betreuenden geht man viel zu sanft um, was ist schon eine sogenannte Rüge unter Kollegen. Da tut man sich gegenseitig nicht weh, siehe bekannte Betreuer von hochgelobten Starpolitikerinnen und -politikern."<br />''Peter Kiermeier, Furth''
 
**'''Ein Doktormutter-Problem''': "[...] 'Anders gefragt: Sollte festgestellt werden, dass da betrogen wurde, dann ist auch Frau Börzel betrogen worden?' Und die Antwort des Präsidenten: 'Ja, das ist so.' Eine folgenschwere Behauptung. Nach hochschulgesetzlicher Vorgabe ist das wesentliche Ziel eines Promotionsverfahrens die 'Befähigung des Doktoranden zu selbständiger vertiefter wissenschaftlicher Arbeit'. Die Doktormutter, Tanja Börzel, hat offenbar trotz 'sehr sorgfältiger Betreuung' - wie der FU-Präsident herausgefunden hat - nicht erkannt, dass dieses Ziel verfehlt wurde, ja dass sie 'betrogen' wurde. Sie zeichnete die Promotionsarbeit sogar mit 'Magna cum laude' aus. Wenn sie von Frau Giffey 'betrogen' wurde und das nicht erkannte, müsste man nicht die Qualifikation der Betreuerin in Frage stellen? Sollte es doch ein 'Fall Tanja Börzel' sein, wie es der Historiker Götz Aly in der ''Stuttgarter Zeitung'' ausgedrückt hat?"<br />''Prof. Dr. Konrad Löffelholz, Wiesbaden''
 
 
==10. Februar 2021==
 
*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''' (S. N4): ''Nehmen wir es ja nicht zu genau!'' &#091;auch [https://zeitung.faz.net/faz/geisteswissenschaften/2021-02-10/nehmen-wir-es-ja-nicht-zu-genau/569727.html online]&#093; (Patrick Bahners) "[Der Bielefelder Öffentlichrechtler Andreas] Fisahn beklagt eine Professionalisierung der Plagiatskontrolle, obwohl die Mitarbeiter von Vroniplag ehrenamtlich tätig sind. 'Es entstanden ganze Kategoriensysteme zur Verletzung wissenschaftlicher Standards, die selbst den Anschein wissenschaftlicher Wahrheit erwecken wollen.' Damit stellt er den Vorwurf in den Raum, das Bemühen um Systematisierung, das heißt: um gerechte Einordnung von Plagiaten, habe eine Pseudowissenschaft hervorgebracht. Er spricht von 'Plagiatswissenschaftlern' in Anführungszeichen, als würden [einer der Hauptmitarbeiter der Plagiatsdokumentationsseite VroniPlag Wiki, Gerhard] Dannemann und Kollegen sich selbst so nennen. Aber die dazugehörige Fußnote führt ins Leere; der angeführte Aufsatz enthält den Begriff nicht, Fisahn wird als sein Erfinder gelten müssen."
 
 
==6. Februar 2021 ==
 
*'''Berliner Morgenpost''': [https://www.morgenpost.de/kolumne/schomaker/article231494935/Franziska-Giffey-und-die-Sternsinger.html ''Franziska Giffey und die Sternsinger''] [R] (Gilbert Schomaker) "[...] Und dann droht ihr – um im Bild zu bleiben – auch noch ein Abseitspfiff vom Spielfeldrand. Diese Woche meldete sich der Präsident der Freien Universität zu Wort. Es ging wieder einmal um Giffeys Doktorarbeit.<br />Interessant ist das Interview des FU-Präsidenten Günter M. Ziegler in der 'Süddeutschen Zeitung' auch, weil er sich in den Elfenbeinturm der Wissenschaft zurückzieht. Es gehe der FU um das Primat der Wissenschaft, mit Politik und Wahlkampf wolle man nichts zu tun haben. Zitat aus dem Interview: 'Wir sind uns auch bewusst, dass wir mit unserer Prüfung von Frau Giffeys Arbeit mitten in den Wahlkampf geraten, und dieser allein wissenschaftliche Prozess darf nicht instrumentalisiert werden.' Wird er aber. Da muss man kein Vogelflugdeuter aus dem alten Rom sein."
 
 
==2. Februar 2021 ==
 
*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/fall-giffey-der-praesident-der-fu-berlin-bleibt-eine-klaerung-schuldig-17176368.html ''Die FU und der Fall Giffey: Finde den Fehler nicht!''] [€] (Patrick Bahners) "Er [der Präsident der Freien Universität Berlin, Günter M. Ziegler] schließt nicht aus, dass am Ende des neuen Verfahrens wieder eine Rüge stehen wird. 'Denn nicht die Rüge an sich kann als Fehler gewertet werden, sondern unsere Begründung dafür.' Das habe die juristische Überprüfung der Überprüfung ergeben. 'Wir haben erst durch die nachträglichen Rechtsgutachten vom vergangenen Sommer gelernt, dass wir das Mittel der Rüge aus juristischen Gründen so nicht hätten einsetzen dürfen.' Was Ziegler hier sagt, ist falsch. Es gibt zwei Gutachten, von Ulrich Battis und Klaus Ferdinand Gärditz. [...] Keiner der Experten vertritt die Auffassung, die Ziegler als Quintessenz aus den Gutachten zieht: dass eine Rüge zulässig sei, aber einer besseren Begründung bedürfe als von der Überprüfungskommission vorgelegt.<br />'''Kein Mittelweg als Ausweg'''<br />Nach Gärditz ist die Verhängung einer Rüge unmöglich, weil das Berliner Hochschulgesetz diese Sanktion nicht vorsieht. Battis hält es für geboten, dass die Universität in minderschweren Fällen ein milderes Mittel gebrauchen darf, um dem Dilemma zu entgehen, entweder zu streng oder gar nicht zu bestrafen. [...] Entweder die Rüge ist zulässig, oder sie ist nicht zulässig – ein Drittes gibt es nicht. [...]<br />Zulässig, aber mit besonders guter Begründung: Dieser Scheinkompromiss trägt keineswegs beiden Positionen Rechnung. [...] Die Auffassung, die 2019 vom Präsidium akzeptierte Begründung für die Rüge reiche nicht aus, kann nicht auf 'juristische Gründe' gestützt werden, sondern nur auf sachliche Mängel. Deren Feststellung setzte aber ein neues Verfahren schon voraus."
 
   
 
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Aktuelle Version vom 22. September 2021, 08:49 Uhr

Der Pressespiegel enthält Auszüge aus Presseartikeln (Print / online) und Hinweise auf TV- oder Radiosendungen mit deutlichem Bezug zum VroniPlag Wiki und / oder seinen bearbeiteten Fällen. Dieser Hinweis sollte vor einem Eintrag unbedingt zur Kenntnis genommen werden. Ältere Meldungen finden sich im Archiv.

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22. September 2021[]

  • Berliner Zeitung (Nr. 220, S. 3): Die Verwandlung. Wer die SPD-Kandidatin Franziska Giffey im Wahlkampf durch Berlin begleitet, erlebt eine Frau, die nicht nur die Konkurrenz überholt hat, sondern sogar sich selbst. Wie hat sie das geschafft? (Anja Reich) "Auch die Doktorarbeit sollte so ein Schutz sein. 2003, da war sie Europabeauftragte, hat sie damit begonnen, fünf Jahre lang daran geschrieben, an den Wochenenden, im Urlaub, in ihrer Schwangerschaft. 'Ich war eine junge Frau, blond, hohe Stimme. Ich wollte mich nicht mehr beweisen müssen, in keine Schublade mehr gesteckt werden.' [...]
    Pünktlich vor der Geburt ihres Sohnes sollte die Arbeit fertig sein. Aber die Wehen kamen vier Tage zu früh. Vielleicht ging alles ein bisschen durcheinander, vielleicht passierten die Fehler so. 'Ich habe immer in dem Glauben gelebt, das war in Ordnung, so, wie ich es gemacht habe. Sonst hätte ich es gar nicht so vor mir hergetragen.' Es – damit meint sie den Doktortitel, der von nun an vor ihrem Namen stand. Nie ließ sie ihn weg. Er gab ihr Sicherheit und Selbstbewusstsein. Bis die Plagiatsaffäre begann: der Prüfer, der seinen Namen nicht sagen will, Vroni-Plag Wiki, FU-Gremien, Gutachten, Empfehlungen, immer wieder andere. Zwei Jahre lang."

18. September 2021[]

  • Deutschlandfunk: Es geht um Wohnungsknappheit und bezahlbare Mieten. Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus (Claudia van Laak) "Verstanden haben die Menschen, dass Giffey der Doktortitel aberkannt wurde, weil sie in ihrer Promotion plagiiert hatte. Ihre Doktormutter fühlt sich von ihr betrogen, im Wahlkampf spielt das Thema allerdings kaum eine Rolle – was den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch mächtig ärgert. Der Professor der Freien Universität Berlin hält Giffeys Vorgehen für einen Präzedenzfall. Bislang hätten sich alle des Plagiats überführten Politiker aus der ersten Reihe zurückgezogen.
    'Wenn das jetzt unkommentiert durchgeht, dann wird es in Zukunft niemanden mehr geben, der oder die Angst hat, beim Plagiieren erwischt zu werden. Also das wird dieser Tendenz, gerade in der Politik sich mit Doktortiteln zu schmücken, dann eher noch Vorschub leisten. Weil ja kein Risiko damit mehr verbunden ist.'"

16. September 2021[]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 215, S. 7): Die unrühmliche Verschleppung. Plagiatsmeldungen verlaufen oft im Sande, wenn es sich nicht gerade um Personen öffentlichen Interesses wie Politiker handelt, oder werden mit Rügen beschieden. (Debora Weber-Wulff) "Plagiate sind ein großes Problem für die Wissenschaft. Die Universitäten sollten sich intensiver mit der Prävention und der Ahndung von wissenschaftlichem Fehlverhalten beschäftigen. Und sie sollten besser kommunizieren, sowohl mit den Informanten als auch mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft, wenn Fehlverhalten festgestellt wird. Wissenschaft muss sich auf die Wahrhaftigkeit der Veröffentlichungen verlassen können. Wer folgenlose Rügen trotz klarer und umfangreicher Plagiate ausspricht, der beschädigt nicht nur die Wissenschaft, sondern, wie die FU Berlin im Fall Giffey, das eigene Ansehen."

13. September 2021[]

  • Der Tagesspiegel (Nr. 24.655, S. 18): TURNERS Thesen. Lästiges Gesetz mit groben Fehlern (George Turner) "Mürbe ist man offenbar auf Druck der Fachhochschulen geworden, ihnen das Promotionsrecht einzuräumen. Das Beispiel Giffey hätte Warnung sein sollen: Noch nicht einmal die Abschlussarbeit war plagiatfrei. Ein neues Betätigungsfeld für Vroniplag Wiki tut sich auf. Aber Berlin ist hier nicht schlimmer als auch einige CDU-geführte Bundesländer. Statt dem Promotionsunwesen auch an Universitäten Einhalt zu gebieten, wird der Nivellierung und Abwertung Tür und Tor geöffnet. Früher warf man Österreich Titelhuberei vor. Bald wird Deutschland sich in der Welt lächerlich machen. Es wird Zeit, dass gezählt wird, wie viel Prozent der Hochschulabsolventen einen Dr.-Titel haben sollten, um 'Spitze' zu sein."

6. September 2021[]

  • Neue Zürcher Zeitung (S. 32): Wo die Blamage politischer Alltag ist. In Deutschland scheint dem politischen Personal der Sinn fürs Peinliche längst abhandengekommen zu sein. (Konrad Adam) "Der Stil, das sei der ganze Mensch, sagen die Franzosen. Stillosigkeit leider auch. Dass Franziska Giffey (SPD) abgekupfert hatte, wird man ihr im Zeitalter des Internets, das zum Plagiat doch förmlich einlädt, nicht vorhalten dürfen; zu viele waren ihr da schon vorausgegangen, Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU) ist nur der bekannteste unter ihnen. Keinem aus diesem Trupp hat das Abschreiben die Karriere verdorben, Annette Schavan (CDU) hat es sogar geholfen, denn für den Verlust ihres Doktorgrades und dessen Folge, den Abschied aus dem Bundeskabinett, ist sie mit dem Botschaftsposten beim Heiligen Stuhl in Rom entschädigt worden (was eine Peinlichkeit für sich war, da dieser Posten traditionsgemäss, und zwar aus guten Gründen, mit einem Protestanten besetzt wird). Dass Giffey sich dann allerdings auf amerikanische Zitiergewohnheiten berief, von denen versierte Akademiker noch nie etwas gehört hatten, war erbärmlich. Ihre Versicherung, nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet zu haben, lässt doch nur darauf schliessen, dass es mit ihrem Wissen nicht weit her und ihr Gewissen ein Sieb ist. In jeder anderen Stadt hätte das gereicht, um sie von der Bewerbung um ein höheres Staatsamt auszuschliessen; in Berlin aber nicht. Da muss sie nur in die Fussstapfen von Klaus Wowereit und dessen Nachfolger Michael Müller treten, und das wird sie schon schaffen."

Ende August / Anf. September 2021[]

  • Forschung & Lehre: Leserbrief zu "Einfachste Grundsätze verletzt": Auch in ihrer Masterarbeit soll Franziska Giffey unwissenschaftlich gearbeitet haben. Ein Professor der FU Berlin wirft ihr Plagiat vor. "Die Affäre Giffey-Börzel ist schlimm genug. Frau Prof. Börzel der FU Berlin hat eine Dissertation durchgewinkt, die nicht nur gravierende handwerkliche Mängel aufwies – Plagiate, Zitierschwächen -, sondern auch von der ganzen Konstruktion her Grundprobleme hatte. Eine Europabeauftragte eines Stadtteils schreibt über ihre Europapolitik des Stadtteils. Ja, toll. Wo ist die kritische Distanz, wo ist die analytische Kompetenz? Ich bin einer der wenigen, die über das Problem Europa und die Kommunen mehrfach publiziert haben. Ich kann nur sagen: Die Arbeit ist dünn und wäre höchstens als Master-Arbeit inhaltlich akzeptabel, durch handwerkliche Mängel indiskutabel.
    [...] Sollten nicht nur exzellente MasterabsolventInnen der Fachhochschulen die Möglichkeit der Promotion an einer Universität erhalten? Was hat sich da die Kollegin Börzel gedacht? Hat sie die Masterarbeit geprüft? Überhaupt gelesen? Sie für exzellent befunden und eine Promotion befürwortet? Was haben die Promotionsgremien der FU Berlin gemacht? Die Augen zu?
    Ich empfinde die neuerliche Wendung als fast einen größeren Skandal: für die FU Berlin und die sogenannte Doktormutter Prof. Börzel. Die Qualitätsstandards der Universitäten werden von solchen Kolleginnen mit Füßen getreten. [...] Es wäre an der Zeit, dass ein Disziplinarverfahren gegen Frau Prof. Börzel eröffnet wird."
    Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

23. August 2021[]

  • OSI-Zeitung (SoSe 2021, Ausg. 22, S. 11 f.): Die Causa Giffey – wenn Verantwortung zum Spielball wird [PDF] (Fabian Bieda, Liam MacKenzie) "Während es im Bericht des zweiten Prüfgremiums nur heißt, dass 'mindestens bedingt vorsätzlich' getäuscht wurde, vermittelt uns [der Geschäftsführende Direktor des OSI und Mitglied des ersten Prüfgremiums, Prof. Dr. Bernd] Ladwig im Gespräch folgenden Eindruck: Über diesen juristisch-formalen Befund hinaus, habe Franziska Giffey an einigen Stellen bewusst und sicher nicht aus Schusseligkeit ihre Prüfer*innen getäuscht.
    Wieso kam also das erste Prüfgremium zu der Entscheidung lediglich eine Rüge zu erteilen, nicht den Titel abzuerkennen?
    Ladwig räumt ein, dass es eine Kompromissfindung gab: Innerhalb des Prüfgremiums habe es Uneinigkeit darüber gegeben, wie die Schwere der Plagiate, auch hinsichtlich der restlichen Arbeit, zu gewichten sei. Mit der Rüge war man zwar zu einem 'irgendwo unbefriedigenden' Kompromiss gekommen, man habe aber zu einem gemeinsamen Votum finden müssen – im Falle eines möglichen Gerichtsverfahrens wollte man sich nicht angreifbar machen.
    Außerdem habe die Verhältnismäßigkeit eine Rolle gespielt. Bei einer Dissertation und dem damit verbundenen Doktortitel handele es sich nun mal um die 'Suggestion einer Lebensleistung', so Ladwig. Auch das sei, losgelöst vom Inhalt, bei der Gewichtung der Arbeit eingeflossen.
    Dass aber politisches Kalkül hinter der Entscheidung stecke, weisen sowohl Ladwig als auch [Doktormutter Tanja] Börzel entschieden zurück. Auch die Logik des Vorwurfs, dass die FU sie im ersten Prüfverfahren schützen wollte, kann Prof. Börzel nicht nachvollziehen. Dass ihr die Täuschung nicht aufgefallen sei, tue ihr wirklich leid, betont sie mehrfach. Aber ihre wissenschaftliche Kompetenz sieht sie durch die Täuschung nicht in Frage gestellt."
  • Der Tagesspiegel: Giffeys Doktormutter weist Mitverantwortung zurück (Amory Burchard) "Als die Plagiatsvorwürfe der Expert:innen von VroniPlag Wiki 2019 bekannt wurden, war Börzel öffentlich in die Kritik geraten: Sie hätte die groben Zitierfehler und mutmaßlichen Plagiate als Betreuerin vor oder spätestens nach der Abgabe der Arbeit erkennen müssen. Zudem wurde die Qualität der Arbeit im Nachhinein von anderen Politikwissenschaftlern als zu gering eingeschätzt, um das Magna cum laude (sehr gut) zu rechtfertigen, das Börzel ihr zubilligte."

21. August 2021[]

  • Der Tagesspiegel (Nr. 24.632, S. 6): Die Gnade der Verjährung. Nächster Plagiatsfall um Franziska Giffey (Amory Burchard) "Nachdem sich die Freie Universität zunächst schwer getan hatte, die von Plagiatsexperten akribisch dokumentierten, teilweise schweren Zitierfehler in Franziska Giffeys Doktorarbeit angemessen zu prüfen und zu bewerten, entzog sie ihr im Juni im zweiten Anlauf den Doktortitel. Damit schien die Sache für Giffey erledigt zu sein, sie legte schon kurz davor ihr Amt als Bundesfamilienministerin nieder, blieb aber nach dem Titelentzug als überführte Plagiatorin SPD-Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. [...]
    Doch ein FU-Professor, Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, will ihr das nicht durchgehen lassen. Gemeinsam mit einem kleinen Team zeigt er jetzt, dass Giffey zumindest in einem Drittel ihrer Masterarbeit über den Europapreis des Europarats ebenfalls abgeschrieben hat. [...]
    Dass sich ein wissenschaftspolitisch und auf Twitter aktiver Forscher Giffeys alte Arbeit vornimmt, ist legitim. Stefanowitsch sagt, dass er im Namen der Wissenschaft handele: Überführte Plagiator:innen müssten sich zumindest eine Zeitlang aus der Politik zurückziehen."

8. Juli 2021[]

  • Augsburger Allgemeine: Plagiatsexperte über Baerbock: "Habe nicht den riesigen Skandal gesehen" (Interview: Fabian Kluge) "Werden Plagiate rein zufällig aufgedeckt oder gibt es Menschen, die gezielt nach Plagiaten suchen?
    Dannemann: [...] Ich bin im VroniPlag Wiki tätig, wir untersuchen ehrenamtlich wissenschaftliche Arbeiten. Manche bei uns stolpern über eine Arbeit und beginnen dann nachzuforschen. Wir haben einen im Team, der spezialisiert darauf ist, Doktorarbeiten gegeneinander abzugleichen. Einer interessiert sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen und Politikern. Die Motivation der meisten ist aber die Wissenschaft, deshalb geht es ihnen vor allem um Wissenschaftsplagiate. [...]
    Die Arbeiten von Prominenten und Nicht-Prominenten werden also gleichbehandelt?
    Dannemann: Ja, die Maßstäbe sind die gleichen. Wie gesagt: Es gibt noch einen Mitarbeiter im Wiki, der sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen, Politikern und Prominenten interessiert, aber von unseren 211 Dokumentationen sind 56 Wissenschaftsplagiate. Bei 18 Fällen ist die Parteizugehörigkeit des Autors bekannt, das können aber auch Kommunalpolitiker sein."

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