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==28. März 2021==
 
*'''NETZPOLITIK.ORG''': [https://netzpolitik.org/2021/zehn-jahre-vroniplag-wiki-das-problem-der-plagiate-wird-weiter-ignoriert/ ''Zehn Jahre Vroniplag-Wiki: Das Problem der Plagiate wird weiter ignoriert''] (Constanze Kurz) "Weil das strukturelle Problem der universitären Plagiate immer noch darauf wartet, in Richtung einer Lösung geschoben zu werden, kann das Jubiläum nur ein Weckruf sein. [...] Im ersten Jahr wurden insgesamt 18 Dokumentationen veröffentlicht. In den Jahren danach sind weit mehr veröffentlicht worden, nachdem systematisch nach Plagiaten in medizinischen Dissertationen gesucht wurde. Diese haben mit 99 plagiierten Arbeiten (aus Medizin und Zahnmedizin) heute auch den traurigen statistischen Spitzenplatz im VroniPlag-Wiki inne. [...] Diese medizinischen Arbeiten sind oft sehr schlank und knapp und eignen sich, das strukturelle Problem des Plagiierens zu veranschaulichen. [...] Erschreckend daran ist, dass diese Dissertationen häufig einfach Texte übernehmen, zum Beispiel die Diskussion bisheriger Forschung, ohne deren Korrektheit zu überprüfen. [...] In einer Zeit, in der ohnehin eine Wissenschaftsfeindlichkeit grassiert, sind solche plagiierten Arbeiten Wasser auf die Mühlen deren, die Wissenschaft für eine bloße Meinung halten. Und natürlich sind nicht die Menschen, die solche Arbeiten prüfen und die dreisten Fälle in einem Wiki dokumentieren, dafür zu kritisieren, sondern in erster Linie die Promovenden selbst, aber auch deren Betreuer, über die wenig gesprochen wird, und letztlich auch deren Hochschulen, die durch das nachhaltige Beschweigen des Problems mitschuldig sind. [...] Dutzende im VroniPlag-Wiki dokumentierte Fälle hinterlassen nur Kopfschütteln ob der Dreistigkeit des Betruges. Die Frage, ob jemand diese Dissertationen überhaupt gelesen hat, drängt sich immer wieder auf. Im Rückblick auf das letzte Jahrzehnt bleibt die traurige Einsicht: Leider kam keine nachhaltige Veränderung zustande [...]. Es war für viele Hochschulen damit getan, das Problem einfach zu ignorieren, ein paar freiwillige Kurse über wissenschaftliches Arbeiten anzubieten oder die Plagiatserkennung mit Softwarekäufen anzugehen. [...] Das, was eigentlich passieren sollte, nämlich die Förderung einer Kultur von akademischer Integrität, wurde leider zu selten angegangen oder auch nur versucht. [...] In der zehnjährigen VroniPlag-Wiki-Geschichte wurde die Entziehung des akademischen Grades bereits in zwanzig Fällen durch Gerichtsurteil bestätigt. Die Chuzpe muss man erstmal haben, wenn die eigene Doktorarbeit in öffentlich einsehbarer haarkleiner Dokumentation als Plagiat dokumentiert ist, dann vor ein Gericht zu ziehen, um gegen die daraufhin erfolgte Aberkennung des Doktorgrades zu kämpfen. [...] Auch weil viele im deutschen Hochschulbetrieb das Plagiieren in seiner strukturellen Dimension noch immer nicht wahrhaben wollen: Die VroniPlag-Wiki-Community wird weitermachen."
 
   
==27. März 2021==
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==8. Juli 2021==
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*'''Augsburger Allgemeine''': [https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Interview-Plagiatsexperte-ueber-Baerbock-Habe-nicht-den-riesigen-Skandal-gesehen-id60046141.html ''Plagiatsexperte über Baerbock: "Habe nicht den riesigen Skandal gesehen"''] (Interview: Fabian Kluge) "''Werden Plagiate rein zufällig aufgedeckt oder gibt es Menschen, die gezielt nach Plagiaten suchen?''<br/>'''Dannemann''': [...] Ich bin im VroniPlag Wiki tätig, wir untersuchen ehrenamtlich wissenschaftliche Arbeiten. Manche bei uns stolpern über eine Arbeit und beginnen dann nachzuforschen. Wir haben einen im Team, der spezialisiert darauf ist, Doktorarbeiten gegeneinander abzugleichen. Einer interessiert sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen und Politikern. Die Motivation der meisten ist aber die Wissenschaft, deshalb geht es ihnen vor allem um Wissenschaftsplagiate. [...]<br/>''Die Arbeiten von Prominenten und Nicht-Prominenten werden also gleichbehandelt?''<br/>'''Dannemann''': Ja, die Maßstäbe sind die gleichen. Wie gesagt: Es gibt noch einen Mitarbeiter im Wiki, der sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen, Politikern und Prominenten interessiert, aber von unseren 211 Dokumentationen sind 56 Wissenschaftsplagiate. Bei 18 Fällen ist die Parteizugehörigkeit des Autors bekannt, das können aber auch Kommunalpolitiker sein."
*'''Tichys Einblick''': [https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/wolfgang-kubicki-im-te-interview/ ''"Manchmal habe ich das Gefühl, Angela Merkel glaubt, sie sei die Gouvernante Deutschlands"''] (Interview mit Wolfgang Kubicki: Olaf Opitz) "[Frage:] '''Und dann noch der Brüller: 'Zitate nicht als solche gekennzeichnet'. Da brauchen wir ja nur in die Doktorarbeiten von Bundesministerin Franziska Giffey und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu schauen. Oder was meinen Sie?'''<br />[Kubicki:] Sauberes wissenschaftliches Zitieren mit Anführungszeichen bei geistigen Werken anderer Autoren sollte schon für jeden Studenten zu guten Arbeitsgrundsätzen gehören."
 
   
 
==30. Juni 2021==
*'''taz''': [https://taz.de/Kandidaten-fuers-Rote-Rathaus/!5758481/ ''Kandidaten fürs Rote Rathaus: Ein Wahlkampf mit der Doppelspitze''] (Stefan Alberti) "Den Zweikampf [der Grünen-Spitzenkandidatin Bettina] Jarasch versus Giffey kann nur noch eine völlige Diskreditierung der SPD-Frau durch ihre Doktorarbeit verhindern."
 
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*'''Abgeordnetenhaus von Berlin''' (Drucksache 18&#8239;/&thinsp;27913): ''Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) zum Thema: Konsequenzen aus dem Promotionsüberprüfungsverfahren von Frau Giffey – welche Verantwortung trägt die Rechtsaufsicht?'' [https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-27913.pdf (PDF)] "[Frage] 1. Ist der Senat nach wie vor der Auffassung, dass das gesamte Verfahren zur Überprüfung der Doktorarbeit von Frau Giffey nicht zu beanstanden ist (bitte begründen)?<br />[Frage] 2. Hält der Senat an seiner Aussage vom 20. August 2020 fest, dass es keinen Anlass gab, in dem Verfahren als Rechtsaufsicht einzuschreiten?<br /><br />Zu 1. und 2.:<br />Der Senat hält an seinen bisherigen Bewertungen, die auf der Grundlage der zum jeweiligen Zeitpunkt vorliegenden Informationen und Erkenntnisse zu treffen waren, im Wesentlichen fest. [...]<br />Als aufgrund weiterer Erkenntnisse, insbesondere aus dem Gutachten von Prof. Gärditz vom 27. Oktober 2020, die Validität der bisherigen Entscheidungen der Freien Universität Berlin in Frage gestellt war, hat die Senatskanzlei die Universität im November 2020 zur Stellungnahme aufgefordert, um offene Fragen einer Klärung zuzuführen (Schreiben vom 04.11.2020).<br />Unbenommen dessen ist rückblickend festzustellen, dass sich die Freie Universität Berlin im ersten Verfahren nicht vollumfänglich mit allen für die Bewertung relevanten Fragen befasst hat, wodurch ein zweites Verfahren hätte vermieden werden können.<br /><br />[Frage] 3. Welche Konsequenzen zieht der Senat aus dem Promotionsüberprüfungsverfahren für seine Tätigkeit als Rechtsaufsicht?<br /><br />Zu 3.:<br />Der Senat wird die Universitäten im Rahmen seiner Rechtsaufsicht in einem gesonderten Schreiben darauf hinweisen, dass es im Fall der Entscheidung für eine Rüge in einem Überprüfungsprozess einer Promotionsarbeit einer dezidierten Begründung bedarf, dass die Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis nur geringfügig sind."
   
==25. März 2021==
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==26. Juni 2021==
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* '''rbb''' Abendschau: [https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20210626_1930/konsequenzen-aus-dem-fall-giffey.html ''Konsequenzen aus dem Fall Giffey''] [Video] (Jörn Kersten) "Der Doktortitel ist weg - doch bleiben Fragen offen: Welche Konsequenzen zieht die Freie Universität und die Hochschulwelt aus der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Franziska Giffey? Darüber sprechen wir auch mit Gerhard Dannemann, Jurist und Professor an der Humboldt-Universität."
*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/gerichtsbeschluss-mehr-strenge-bei-medizin-dissertationen-17261353.html ''Mehr Strenge bei Medizin-Dissertationen''] (Jochen Zenthöfer) "'''Wissenschaftliche Standards gelten auch, wenn das an Fakultäten anderes üblich ist. Richter werden strenger bei medizinischen Doktorarbeiten.''' [...] Zum Verhängnis wird Christian die fehlende Zitation. Die Düsseldorfer Arbeit erwähnt er an keiner Stelle. Der dortige Kollege ist, wie 'VroniPlag Wiki' noch herausfindet, auch nicht Urheber der Gedanken; er hatte seinerseits von einer Habilitationsschrift abgeschrieben. [...] Die von Christian beschriebene Praxis an medizinischen Fakultäten ist, wenn es sie denn gibt, rechtswidrig. [...] Auch in Zukunft können einzelne Mediziner ihren Doktorgrad verlieren, selbst wenn viele andere, die ebenso schlampig gearbeitet haben, diesen behalten dürfen. Trotzdem: Die Zeit lausiger medizinischer Dissertationen scheint endgültig vorbei zu sein. [...] Und zumindest das Verwaltungsgericht Freiburg kennt bei medizinischen Doktorarbeiten kein Pardon mehr."
 
   
==13. März 2021==
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==22. Juni 2021==
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* '''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-fall-einer-plagiatsprofessorin-an-der-goethe-universitaet-17401920.html ''Goethe-Universität durfte Doktorgrad entziehen''] (Jochen Zenthöfer) "'Die wissenschaftlichen Standards sind nicht eingehalten', heißt es nun im Urteil. Unzulängliche Quellenangaben erstreckten sich über die gesamte Arbeit, so dass von einer bloßen Nachlässigkeit oder vereinzelten Defiziten bei der Bearbeitung nicht mehr ausgegangen werden könne. Während des universitären Prüfverfahrens hatte die frühere Hochschullehrerin zugestanden, einige Passagen nicht hinreichend gekennzeichnet zu haben, 'aber nur in geringem Ausmaß'. [...] Die betroffene Juristin, bei der die Online-Plattform 'VroniPlag Wiki' auch Plagiate in der Habilitationsschrift dokumentiert hatte, hat nach eigenen Angaben die Wissenschaftssphäre inzwischen vollständig verlassen. [...] In den vergangenen Jahren hatte sie sich auch mehrfach gegen eine namentliche Berichterstattung über ihren Fall gewehrt."
*'''Die Welt''' (S. 15): ''Nachhilfe im Programmieren'' &#91;online u.d.T. [https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article228148815/IT-Kenntnisse-Hier-lernen-Erwachsene-und-Kinder-programmieren.html ''Programmieren: Der Schlüssel für Erfolg im Job – hier lernen Sie die zentralen Fähigkeiten'']&#93; (Mareike Knoke) "'Archäologiestudierende können mit Hilfe von Algorithmen ein System entwickeln, um Objekte zu klassifizieren. Literaturwissenschaftler oder Sprachwissenschaftler können mittels Datenanalyse den Sprachstil von Schriftstellern miteinander vergleichen', erklärt [der Mathematiker Benjamin] Säfken. Auch die inzwischen berühmte Plagiatsplattform 'VroniPlag Wiki' arbeitet nach einem ähnlichen Muster."
 
   
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* '''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/doktortitel-26-jahre-spaeter-laut-gerichtsurteil-zu-recht-entzogen-17401840.html ''Doktortitel 26 Jahre nach Promotion zu Recht entzogen''] (Sascha Zoske) "Wer bei seiner Doktorarbeit betrogen hat, kann sich in einem Rechtsstreit nicht darauf berufen, dass früher für Dissertationen andere Standards gegolten hätten und die Arbeit ohnehin wissenschaftlich überholt sei. Dies zeigt ein jetzt veröffentlichtes Urteil des Frankfurter Verwaltungsgerichts. [...] Beim Abfassen der Dissertation habe die Klägerin auf schwerwiegende Weise wissenschaftliche Standards missachtet und die Prüfer über die Eigenständigkeit ihrer Leistung getäuscht. Die von der Universität vorgelegte Liste falscher Zitate, ungekennzeichneter Textübernahmen und fehlender Quellenangaben umfasse 21 Seiten."
==12. März 2021==
 
* '''Bayerische Staatszeitung''' (S. 25): ''Schluss mit dem Türöffner für Ministerposten'' (André Paul im Interview mit Eugénia da Conçeicāo-Heldt, Rektorin der Hochschule für Politik München) "Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bayerns früherer Landkreistagspräsident Jakob Kreidl (beide CSU) und, ganz aktuell, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD): Immer wieder versuchen Politiker, mit wissenschaftlich unzureichenden oder gar ermogelten politologischen Dissertationen an den begehrten Doktortitel zu gelangen. [...] Der ehemalige bayerische Landkreistagspräsident Jakob Kreidl (CSU) versuchte, zum Kosovo-Konflikt zu promovieren, mit dem er beruflich nie etwas zu tun hatte und wo er nur kurze Zeit persönlich vor Ort war; seine Mogelei kam ans Licht - aber ist das nicht Hybris: Es würde doch auch kein Quantenphysiker sagen, jetzt promoviere ich eben mal zur Astrophysik?"
 
   
==11. März 2021==
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==21. Juni 2021==
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* '''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/wissen/fuer-die-fu-hat-das-folgen-die-aufarbeitung-des-fall-giffeys-beginnt-erst/27305034.html ''Für die FU hat das Folgen: Die Aufarbeitung des Fall Giffeys beginnt erst''] (George Turner) "Die vom Dr.-Titel befreite Kandidatin bekräftigt, sie habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Das ist gar nicht so abwegig. Sie verfügt über kein Universitätsexamen, sondern ist Absolventin einer Fachhochschule. Das Ausbildungsziel dort ist die Vorbereitung auf Berufe, nicht auf eine wissenschaftliche Karriere, an deren Anfang die Promotion steht. Ihr waren möglicherweise, weil sie Betrieb und Arbeitsweise der Universität nicht kannte, manche Regeln nicht geläufig.<br />'''Die große Verantwortung der Doktormutter'''<br />Umso größer ist die Verantwortung der Doktormutter in einem solchen Fall. Deshalb ist es unverständlich, wie der Präsident der Freien Universität in einem sehr frühen Stadium des Verfahrens erklären konnte, die Doktorandin sei Täterin, die Doktormutter Opfer. Das suggeriert eine passive Rolle derjenigen, die Dissertationsthemen vergeben. Die Betreuerin ist eher Mittäterin. Selbst auf der falschen Einordnung als Opfer bleibt ungeklärt, wie die FU es zulassen konnte, dass sie, in der Sache befangen, Einfluss auf die Zusammensetzung der Kommission nehmen konnte, die wegen der Plagiate lediglich eine Rüge aussprach.<br />Wenn die Universität nunmehr die Rücknahme des Titels erklärt, bleibt der gescholtenen Kandidatin ein lebenslanger Makel. Die Doktormutter kann fleißig weiter machen. Wo bleibt da ein internes Kontrollsystem, das für die Zukunft solche Fälle vermeiden hilft?"
*'''taz''': [https://taz.de/Abgeordnetenhauswahlen-in-Berlin/!5752644/ ''Giffey entdeckt Berlin''] (Uwe Rada) "Nach ihrer Wahl mit Fraktionschef Raed Saleh zur Landesvorsitzenden der Berliner SPD trat sie lediglich mit ihrer Forderung nach den 'fünf B' vor die Presse. Zu denen gehören für Giffey 'Bauen, Bildung, Bürgernähe, beste Wirtschaft und Berlin in Sicherheit'. Berlin mit B, witzelte damals die ''FAZ'' in Anspielung auf ihre Doktorarbeit, da müsse selbst Giffey nicht abschreiben."
 
   
==10. März 2021==
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==19. Juni 2021==
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*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/politik/briefe-an-die-herausgeber/leserbriefe-vom-19-juni-2021-17395995.html ''Leserbriefe vom 19. Juni 2021''] "'''Es hätte sofort auffallen müssen'''<br />Zu [https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fu-berlin-entzieht-franziska-giffey-den-doktortitel-17382374.html '69 problematische Stellen' (F.A.Z. vom 11. Juni)]: Bei der Beurteilung der Dissertation von Franziska Giffey ist lange Zeit von der Mitschuld der Promotionskommission nicht die Rede gewesen, auf die jetzt der Abgeordnete Grasse zu Recht hinweist. Die Ausführungen des Präsidenten der Universität sind einigermaßen erschütternd: 'Getäuscht worden seien die Gutachter im Promotionsverfahren sowie die Mitglieder der Promotionskommission, die angesichts der unterbliebenen Kennzeichnung von Formulierungen und Literaturnachweisen nicht hätten erkennen können, in welchem Maße die Doktorarbeit allein die geistige Leistung der Autorin wiedergegeben habe.' Hier wird eine mangelhafte Betreuung und Begutachtung der Arbeit gerechtfertigt. Nach jahrzehntelanger Erfahrung kann ich feststellen, dass in meinem Umfeld so etwas nie hätte passieren können. Die Doktorandinnen und Doktoranden berichten bei sachgemäßer Betreuung in Forschungsseminaren und Gesprächen mit den Betreuern über ihre Arbeit, außerdem sind die Gutachter so gut mit der Materie vertraut, dass Täuschungsversuche sofort auffallen würden. '''Professor Dr. Peter Herde, Alzenau'''<br /><br />'''Spielregeln des Zitierens'''<br />Zum Beitrag [https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/franziska-giffeys-plagiatsfall-haette-vermieden-werden-koennen-17388469.html 'Gipfelsturm ohne Sicherheitsnetz' (F.A.Z. vom 16. Juni)]: Vielen Dank für diesen Blick auf die Freie Universität Berlin, insbesondere auf die Doktormutter von Franziska Giffey. Sie hätte die eingereichte Arbeit seinerzeit überhaupt nicht zulassen dürfen, wie auch der Promotionsausschuss.<br />Die Betreuung einer externen Promovendin, um die es sich hier handelt, ist insofern besonders sensibel, als ihr die Spielregeln des Zitierens nicht so selbstverständlich sind wie denen, die aus dem Wissenschaftsbetrieb heraus ihre Doktorarbeit schreiben. Insofern ist die Betreuung in solchen Fällen mit besonderer Verantwortung verbunden. Wohl wissend um die 'Schlangengrube Universität' können Promovenden anderenfalls ans offene Messer des Argwohns geliefert werden – wie hier Frau Giffey.<br />Hier ist ganz offensichtlich zu wenig getan worden, auch von ihrer Betreuerin. [...] Die Folgen fehlerhaften Zitierens hat promotionsrechtlich natürlich die Promovendin zu tragen. Da Frau Giffey sanktioniert wird mit dem Entzug des Doktortitels, sollte gleichzeitig ihre Doktormutter Frau Tanja Börzel mit dem Entzug ihres Promovierungsrechts sanktioniert werden. '''Professor Dr. Klaus Brake, Berlin'''"
*'''Berliner Zeitung''' (S. 8): ''Plagiatsaffäre: Gremium tauscht Prüfer – Untersuchung von Giffeys Doktorarbeit dauert an'' &#91;online u.d.T. [https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/personalwechsel-in-franziska-giffeys-pruefgremium-li.144904?pid=true ''Plagiatsaffäre: Neues Mitglied in Franziska Giffeys Prüfgremium''] [€]&#93; (Christine Dankbar) "Die Doktorarbeit von Franziska Giffey war bereits im vergangenen Jahr von einem Gremium überprüft worden, nachdem die Plattform Vroniplag auf Plagiate in der Arbeit hingewiesen hatte. Damals hatte Giffey, die für die SPD als Spitzenkandidatin in die Abgeordnetenhauswahl geht, eine Rüge erhalten. Den Doktortitel durfte sie behalten.<br/> Nach mehreren weiteren Gutachten hob das FU-Präsidium diese Entscheidung auf und verfügte eine erneute Überprüfung. Kurz danach verzichtete die Politikerin selbst auf den Titel, überprüft werden muss die Arbeit dennoch."
 
   
==6. März 2021==
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==17. Juni 2021==
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* '''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/frisierte-lebenslaeufe-giffey-baerbock-guttenberg-17392958.html ''Frisierte Lebensläufe: Mehr Schein als Sein''] [€] (Heike Schmoll) "Für Politiker sind die akademischen Statussymbole wie ein Doktorgrad auch dann attraktiv, wenn sie sonst bestrebt sind, die eigene Volksnähe zu beweisen. Das gilt etwa für die zurückgetretene Familienministerin Franziska Giffey. Der Doktorgrad verhalf ihr in einer frühen Lebensphase dazu, den Fachhochschulabschluss zu vergolden und ein soziales Distinktionsmerkmal zu schaffen. [...]<br />'''Hohe Messlatte einer eigenständigen Leistung gerissen'''<br />Doch die Glaubwürdigkeit leidet massiv. Zum einen geht es um die Glaubwürdigkeit eines Wissenschaftssystems, das akademisch unzureichende Doktorarbeiten nicht immer erkennt und die hohe Messlatte der eigenständigen wissenschaftlichen Leistung längst gerissen hat. Allein die hohe Zahl mehrerer Zehntausend Doktoranden im Jahr zeigt, dass es längst um Masse statt Klasse geht.<br />Wissenschaftlicher Betrug verhöhnt diejenigen, die Jahre ihres Lebens für eine ehrliche und eigenständige Dissertation investiert und manchmal sogar Wissenschaftsgeschichte geschrieben haben. Dass seit Neuestem Plagiate auch im Kanzleramt bagatellisiert werden, zeigt allerdings, wie sehr die Maßstäbe verrutscht sind. [...]<br />'''Frisierte Lebensläufe mit reichlich Selbstanpreisung'''<br />Auch für die Hochschulen selbst darf der Fall Giffey nicht ohne Folgen bleiben. Doktorandenbetreuer müssen künftig öfter den Mut haben, Doktoranden abzulehnen, bei denen sie den begründeten Eindruck gewonnen haben, dass es nur um Prestige-grade geht, nicht um echtes wissenschaftliches Interesse. Damit tun sie sich seit Jahren schwer."
*'''Der Tagesspiegel''' (S. 3): ''Auf Titeljagd'' &#91;online u.d.T. [https://plus.tagesspiegel.de/gesellschaft/plagiatsaffaere-der-familienministerin-der-mann-der-franziska-giffey-stoppen-koennte-112244.html ''Plagiatsaffäre der Familienministerin: Das ist der Mann, der Franziska Giffey stoppen könnte''] [€]&#93; (Hannes Heine) "Giffey war gerade Ministerin geworden, da prüften anonyme Kritiker ihre Dissertation. Dabei kam heraus, dass Giffey andere Autoren unsauber, womöglich in betrügerischer Absicht zitiert habe. Die Prüfer von 'VroniPlag' schrieben, man habe Plagiate auf 76 Seiten gefunden. Eine Kommission der FU entschied daraufhin, Giffey 2019 eine 'Rüge' zu erteilen. Den Doktortitel durfte sie behalten, weil trotz Plagiaten das Eigenständige überwogen habe. [...] Nachdem die FU auf die 'VroniPlag'-Vorwürfe 2019 mit der Rüge reagierte, befand der Wissenschaftliche Dienst des Abgeordnetenhauses, dass die Promotionsordnung der FU gar keine Rüge vorsähe."
 
   
==5. März 2021==
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==16. Juni 2021==
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* '''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/franziska-giffeys-plagiatsfall-haette-vermieden-werden-koennen-17388469.html ''Plagiatsfall Giffey: Gipfelsturm ohne Sicherheitsnetz''] [€] (Jochen Zenthöfer) "'''Kette von Missverständnissen'''<br />Den Stein ins Rollen gebracht hatte wieder einmal die Onlineplattform 'VroniPlag Wiki', deren Analysten 119 Plagiate zählten und darauf Wert legen, dass die Dokumentation noch nicht abgeschlossen ist. [...]<br />[...] Das erste Missverständnis war die Haltung Giffeys zur wissenschaftlichen Arbeitsweise. Als Absolventin einer Fachhochschule hatte sie diese ersichtlich nicht gelernt, sie wurde dank einer Sonderregelung in der Promotionsordnung zum Doktorat zugelassen.<br />[...]<br />Das dritte Missverständnis ist Giffeys trotzige Reaktion auf die Plagiatsnachweise. Sie hat immer noch nicht verstanden, was Forschung ausmacht. [...] Im November hatte Giffey erklärt: 'Wer ich bin und was ich kann, ist nicht abhängig von diesem Titel. Was mich als Menschen ausmacht, liegt nicht in diesem akademischen Grad begründet.' Der Historiker Karsten Krampitz fragte dazu in der Wochenzeitung Freitag: 'Wenn Giffey der Namenszusatz nichts bedeutet, warum wollte sie ihn dann? Warum hat sie mit dem Dr. sogar unterschrieben?'<br />'''Die Rolle der Doktormutter'''<br />Noch bedeutsamer ist allerdings die Frage, weshalb Doktormutter Börzel neben den Plagiaten weder Giffeys fehlende wissenschaftliche Befähigung noch die inhaltliche Irrelevanz der Doktorarbeit erkannte. [...]<br />[...] Börzel will ermutigen, vor vermeintlich unüberwindbaren Problemen nicht zu kapitulieren, und zudem den Doktoranden die Zuversicht geben, 'dass am Ende alles gut wird'. [...] Doch bei der ehemaligen Ministerin reichte Zuversicht nicht aus, da methodisches Wissen fehlte. Im Entziehungsbescheid der FU an Giffey heißt es: 'Sie wären mit dieser Dissertation nicht promoviert worden, wenn im Promotionsverfahren erkannt worden wäre, dass Sie in großem Umfang Texte und Literaturnachweise anderer Autoren übernommen haben, ohne dies hinreichend zu kennzeichnen.'<br />Dass Tanja Börzel dies nicht erkannt hat, hindert sie nicht, für 32 Fachzeitschriften Reviewgutachten zu erstellen und Mitglied in sechs Boards, acht Advisory Boards und einem Scientific Advisory Board zu sein. Nachzulesen ist das in Börzels offiziellem Lebenslauf, der 25 eng bedruckte Seiten füllt. Die Bearbeitung des ihr gewidmeten Wikipedia-Artikels musste vor einigen Tagen beschränkt werden, weil ein Nutzer mit dem Namen 'Berlinerprof' den Abschnitt über Börzels Rolle in Giffeys Plagiatsskandal ebenso entfernen wollte wie den Hinweis, dass der ebenfalls an der FU als Politikwissenschaftler lehrende Thomas Risse ihr Ehemann ist. Eingefügt wurde stattdessen ein Publikationsverzeichnis mit fast fünfzig Einträgen, darunter ein Werk Börzels, das noch 'in Vorbereitung' ist."
*'''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/berlin/doktorarbeit-von-franziska-giffey-fu-berlin-wechselt-mitglied-der-neuen-pruefkommission-aus/26978580.html ''Doktorarbeit von Franziska Giffey: FU Berlin wechselt Mitglied der neuen Prüfkommission aus''] (Hannes Heine) "In dem Gremium, das die Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nun erneut prüft, ist ein Mitglied ausgetauscht worden. Es hat sich wegen einer lokalen 'Verwaltungsfunktion' in einer Partei selbst für befangen erklärt. Das geht aus einer unveröffentlichten Antwort des Berliner Wissenschaftsstaatssekretärs Steffen Krach (SPD) auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse hervor. [...]<br />Demnach besteht die entsprechende Prüfkommission der Freien Universität Berlin (FU) aus sieben Experten. Vier von ihnen gehören zum Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der FU, drei sind Externe. Wie Staatssekretär Krach schreibt, habe eines der Mitglieder angegeben 'vor Kurzem eine Verwaltungsfunktion in einem Berliner Ortsverband einer Partei übernommen zu haben. Zur Vermeidung einer Besorgnis der Befangenheit wurde dieses Mitglied des Prüfgremiums vor der inhaltlichen Befassung mit der Prüfaufgabe vorsorglich durch ein neues Mitglied ersetzt'.<br />[...]<br />Das aktuelle, zuletzt von der FU eingesetzte Gremium tagte erstmals im Januar 2021. Nach Auskunft des Wissenschaftsstaatssekretärs sind Termine bis April gesetzt."
 
   
==4. März 2021==
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==10. Juni 2021==
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*'''Freie Universität Berlin''': [https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2021/fup_21_109-ergebnis-pruefverfahren-franzsiska-giffey/index.html ''Freie Universität Berlin entzieht Franziska Giffey den Doktorgrad. Präsidium folgt der Empfehlung des Prüfgremiums / 2019 verhängte Rüge aufgehoben''] (Pressemitteilung Nr. 109/2021) "Die Freie Universität Berlin entzieht Franziska Giffey den Doktorgrad. Dies beschloss das Präsidium nach umfassender Beratung einstimmig. Die im Oktober 2019 verhängte Rüge wurde aufgehoben. [...] Grundlage der Entscheidung war der Bericht des zweiten Prüfgremiums, das gemäß § 34 des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) eingesetzt worden war. Berücksichtigt wurde auch die Stellungnahme von Franziska Giffey. [...] Zur Begründung für die Entziehung erklärte die Freie Universität, der Doktorgrad sei durch 'Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung' erworben worden. Es seien Texte und Literaturnachweise anderer Autorinnen und Autoren übernommen worden, ohne dass dies hinreichend gekennzeichnet worden sei. Mit der Entscheidung machte die Freie Universität Berlin Dokumente im Zusammenhang mit den beiden Prüfverfahren öffentlich, die zuvor mit Blick auf die Rechtssicherheit des Verfahrens und auf schutzwürdige Interessen der Beteiligten vertraulich behandelt worden waren."
*'''Abgeordnetenhaus von Berlin''' (Drucksache 18&#8239;/&thinsp;26763): ''Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) zum Thema: Verfahrensschritte im erneuten Prüfverfahren'' [https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/s18-26763.pdf (PDF)] "[Frage] 1. Welches sind die nächsten Verfahrensschritte im erneuten Prüfverfahren der Dissertation von Frau Giffey?<br /><br />Zu 1.:<br />Nach Auskunft der FUB erfolgt aktuell die Bearbeitung der Prüfung durch das neue Prüfgremium. Hierfür wurden zunächst fünf weitere Sitzungstermine bis Mitte April vorgesehen.<br /><br />[Frage] 2. Welche Aufgaben werden an die einzelnen Mitglieder des Prüfgremiums vergeben?<br /><br />Zu 2.:<br />Die FUB hat mitgeteilt, dass die gesamte Dissertation von allen Mitgliedern des Gremiums überprüft wird. Die Erkenntnisse aus den Überprüfungen werden abschnittsweise bearbeitet, von den arbeitsteilig jeweils beauftragten Berichterstatterinnen und Berichterstattern dargelegt und von allen Mitgliedern des Gremiums diskutiert."
 
   
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*'''Berliner Zeitung''': [https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/titelentzug-fuer-franziska-giffey-jetzt-muss-die-fu-intern-aufraeumen-li.164429 ''Titelentzug für Franziska Giffey: Jetzt muss die FU intern aufräumen''] (Christine Dankbar) "Die Entscheidung war erwartet worden. Dennoch ist dieser Donnerstag für Franziska Giffey kein guter Tag im Wahlkampf um den Spitzenjob im Roten Rathaus. Ihr Doktortitel, den sie schon seit Herbst nicht mehr gebrauchte, wurde ihr nun endgültig aberkannt.<br />Die Freie Universität Berlin (FU) hat dafür insgesamt zwei Jahre gebraucht. Nicht, weil man so gewissenhaft geprüft hat, sondern weil die erste Prüfung offenbar mindestens so mängelbehaftet war wie die wissenschaftliche Arbeit, der die Prüfung galt. Das herauszufinden war aber alles andere als einfach, denn das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft hat alles getan, um die Überprüfung der Arbeit im Geheimen stattfinden zu lassen. Und das Präsidium der FU machte mit. Der Prüfbericht verschwand in der Versenkung, es gab keinerlei Informationen über die Zusammensetzung der Prüfkommission. Transparenz in der Wissenschaft sieht wahrlich anders aus.<br />[...]<br />Die CDU hat daher recht mit ihrer Forderung, dass es nicht nur für die Doktorandin Konsequenzen geben darf. Die FU muss jetzt intern aufräumen und bei der Aufklärung von Missständen beim OSI anfangen. Vielleicht braucht es noch eine Prüfungskommission."
==3. März 2021==
 
*'''taz''': [https://taz.de/Der-Durchblick-fehlt-noch/!5750732/ ''Der Durchblick fehlt noch – Senat billigt Transparenzgesetz. Initiative und Linke fordern Nachbesserungen''] (Bert Schulz) "[...] Denn der Entwurf sehe neue Ausnahmen vor, etwa bei Schulen und Hochschulen. 'Kurz nach der Affäre um die Doktorarbeit von Franziska Giffey will der Senat Hochschulen weitgehend von Transparenzpflichten entbinden', kritisiert Arne Semsrott, Vertrauensperson des Volksentscheids Transparenz und Projektleiter von FragDenStaat. Derartige Enthüllungen wären mit dem vorliegenden Entwurf nicht mehr möglich."
 
   
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* '''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fu-berlin-entzieht-franziska-giffey-den-doktortitel-17382374.html ''Nach Rücktritt als Ministerin: Freie Universität entzieht Giffey den Doktorgrad''] (Heike Schmoll) "Nach dem Rücktritt Franziska Giffeys (SPD) als Bundesfamilienministerin kam die Entscheidung der Freien Universität Berlin (FU) nicht mehr überraschend, ihr den Doktorgrad zu entziehen. [...] Am Donnerstag teilte der Präsident der FU, Günter Ziegler, Giffey nun mit, dass die am 30.Oktober 2019 erteilte Rüge zurückgenommen werde und dass sie ihre Promotionsurkunde innerhalb eines Monats nach Bestandskraft der Entziehung zurückzugeben habe.<br />[...] Getäuscht worden seien die Gutachter im Promotionsverfahren sowie die Mitglieder der Promotionskommission, die angesichts der unterbliebenen Kennzeichnung von Formulierungen und Literaturnachweisen nicht hätten erkennen können, in welchem Maße die Doktorarbeit allein die geistige Leistung der Autorin wiedergegeben habe. [...]<br />Giffey sagte am Donnerstag, sie akzeptiere die Entscheidung der FU und bedauere die 'Fehler, die mir bei der Anfertigung der Arbeit unterlaufen sind'. Sie blieb bei ihrer Aussage, die 2009 eingereichte Dissertation 'nach bestem Wissen und Gewissen verfasst' zu haben. Auf eine Klage gegen die verwaltungsrechtliche Entscheidung wird sie also verzichten, um ihren Wahlkampf in Berlin ungestört fortsetzen zu können.<br />[...]<br />'''69 problematische Stellen'''<br />Der Bonner Rechtswissenschaftler Klaus Gärditz war in seinem von der Unionsfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus in Auftrag gegebenen Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass es für eine Rüge im Berliner Hochschulgesetz keine Rechtsgrundlage gebe. Daher sei die Aberkennung des Doktorgrades angesichts der Schwere der Plagiate die einzig folgerichtige Entscheidung gewesen, sagte er der F.A.Z.. Offen bleibe indessen, warum die FU nicht gleich ein korrektes Verfahren mit einem unbefangenen Prüfgremium auf den Weg gebracht habe. [...]<br />In seinem Bericht wies das Prüfgremium darauf hin, dass Flüchtigkeitsfehler und Zahlendreher bei der Bewertung der Arbeit nicht weiter berücksichtigt wurden. Insgesamt 69 problematischen Stellen seien 'eindeutige Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis'. Damit seien die Voraussetzungen für eine Aberkennung des Doktorgrades gegeben.<br />Die FU müsse jetzt klären, welche Verantwortung Giffeys Doktormutter zukommt und ob sie als Vorsitzende des Promotionsausschusses des Otto-Suhr-Instituts an der FU 'noch länger tragbar ist', sagte der CDU-Abgeordnete Adrian Grasse am Donnerstag. Das Institut habe den 'Ruf der FU aufs Spiel gesetzt und der Exzellenzuniversität schweren Schaden zugefügt'."
==27. Februar 2021==
 
*'''SWR2''': [https://www.swr.de/swraktuell/manuskript-idw-giffey-100.pdf ''Interview der Woche''] &#091;Manuskript; PDF&#093; (Interview mit Franziska Giffey: Kilian Pfeffer) "SWR: [...] Frau Ministerin, ich würde gerne über das Dissertationsverfahren sprechen, das jetzt neu angestrebt wird. Ich fasse es nur noch mal kurz zusammen. Also eigentlich sollte bis Ende Februar es ja schon ein neues Gutachten zu Ihrer Arbeit geben, nachdem es schon einmal ein Gutachten gegeben hatte. Es wurde dann eine Rüge ausgesprochen. Sie durften Ihren Doktortitel behalten. Dann wurde aber beschlossen, dass die Arbeit noch mal überprüft werden soll. Und Sie haben darauf angekündigt, Ihren Doktortitel nicht mehr zu führen. Jetzt ist trotzdem ein neues Prüfgremium zusammengetreten. Was erwarten Sie da eigentlich?<br />F.G.: Na ja, zunächst einmal ist es ja schon ein sehr einmaliger Vorgang in Deutschland, dass eine Dissertation dreimal geprüft wird. Also sie wurde ja 2009/10 einmal geprüft, dann 2019. Und dann gab es eigentlich ein abgeschlossenes Verfahren. Das ist mir auch so mitgeteilt worden, ist ja ein Verwaltungsakt, der bescheidet wird. Und das Verfahren ist abgeschlossen gewesen. Und dass ein Verfahren sozusagen ein drittes Mal aufgenommen wird, um eine Arbeit zu prüfen, ist schon ein einmaliger Vorgang. Ich kann das nur so hinnehmen und ja, auch dann ein Stück weit sagen, die Prüfung dauert jetzt so lange, wie sie dauert. Sie ist abzuwarten, und ich habe keine Kenntnis über den Zeitablauf oder auch über die Mitglieder der Kommission. Das muss man jetzt abwarten. Aber für mich ist es eine Situation, in der ich sage, ich habe meine Universität damals gebeten, das zu prüfen, als die Vorwürfe kamen. Es ist ein ordentliches Verfahren durchgeführt worden. Fast ein Jahr lang hat eine hochkarätige Kommission darüber bewertet, sind zu einem Gutachten gekommen, und eine Entscheidung ist gefallen. Und diese war für mich bindend. Und dass aufgrund von Gutachten, die dann noch mal extra in Auftrag gegeben worden sind, das Ganze nun noch mal neu beginnt, damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Aber es ist nun so. Und was ich mache, ich lasse mich in meiner Arbeit als Bundesfamilienministerin davon nicht beirren. Und ich habe auch meiner Partei hier in Berlin und auch den Berlinerinnen und Berlinern ganz klar eines gesagt. Ihr und Sie könnt euch auf mich verlassen, egal was passiert. Ich mache ein Angebot für Berlin, ich stehe zur Verfügung. Ich bin bereit, all meine Kraft für diese Stadt zu geben und etwas Gutes zu bewirken. Und die Berlinerinnen und Berliner können sich entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen oder nicht.<br />[...]<br />SWR: Jetzt heißt es, dass es eine Wahlkampfhilfe für Sie wäre. Also die CDU erhebt diesen Vorwurf, wenn das Verfahren erst nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September abgeschlossen wäre. Wie sehen Sie das?<br />F.G.: Wissen Sie, das ist ja alles müßig, darüber zu diskutieren, was das wäre. Wir haben hier eine Universität, die den Anspruch erhebt, wissenschaftlich neutral solange zu prüfen, wie es dauert. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich in keinster Weise irgendeinen Einfluss auf dieses Verfahren habe. Ich bin da nicht eingebunden. Ich mische mich dort nicht ein. Ich bin in einer Situation, wo ich auch abwarten muss, wie der Ausgang des Verfahrens ist. Und da jetzt irgendwie was zu unterstellen, ich weiß nicht, also das hilft auch nicht weiter, ja. Und das ist ja alles letztendlich egal, wann da irgendein Ergebnis kommt. Irgendjemand wird immer sagen, ja wieso denn vorher - wieso nachher? Also die Universität hat ja selber gesagt, sie will in ihrer Unabhängigkeit eben sich die Zeit nehmen, die sie braucht. Ja, und dann ist es ja gut, wenn das unabhängig verläuft und ein unabhängiges Prüf-gremium also nun noch ein drittes Mal diese Arbeit prüft. Dann muss sich dieses Gremium die Zeit nehmen, die dafür nötig ist. Und ich werde damit umgehen, egal wann das Ergebnis kommt, und wie es dann auch aussieht."
 
   
==26. Februar 2021==
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==2. Juni 2021==
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*'''Freie Universität Berlin''': [https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2021/fup_21_100-stellungnahme-promotionsverfahren-eingegangen/index.html ''Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey: Stellungnahme eingegangen''] (Pressemitteilung Nr. 100/2021) "Im laufenden Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey hat die Verfasserin der Promotionsarbeit dem Präsidium der Freien Universität ihre Stellungnahme übermittelt. Das Schreiben ging am Mittwoch fristgerecht zunächst per E-Mail ein, wie die Hochschule in Berlin mitteilte. Das Präsidium hatte Franziska Giffey am 5. Mai die Gelegenheit zur Stellungnahme vor einer Entscheidung über eine mögliche Aufhebung der Rüge und vor einer neuen Entscheidung im Überprüfungsverfahren gegeben. Das Präsidium erklärte, es werde die Stellungnahme nun umgehend prüfen; eine Entscheidung im Verfahren werde in diesem Monat zügig getroffen und bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt würden auch nähere Informationen zum Prüfverfahren und zum Bericht des Prüfgremiums veröffentlicht. Zum Ende des Verfahrens würden auch die Namen der Mitglieder des Prüfgremiums bekannt gegeben."
*'''FURIOS''': [https://furios-campus.de/2021/02/26/neues-hochschulgesetz-tief-gestapelt/ ''Neues Hochschulgesetz tief gestapelt''] (Kira Welker, Julian von Bülow) "Eine kleine sprachliche Änderung verweist währenddessen auf eine anhaltende Debatte in der Berliner Wissenschaftslandschaft: Bisher 'kann' in Täuschungsfällen der so erworbene akademische Grad wieder entzogen werden – in Zukunft 'soll' er das auch. Diese Umformulierung schränkt also das Ermessen der Hochschulleitungen beim Entzug von akademischen Graden ein. Das Präsidium der FU hatte davon zuletzt im Fall der Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey großzügig Gebrauch gemacht, als es beschloss, lediglich eine Rüge auszusprechen."
 
   
==24. Februar 2021==
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==29. Mai 2021==
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* '''Telepolis''': [https://www.heise.de/tp/features/Politik-und-Plagiatsaffaeren-6055318.html?seite=all ''Politik und Plagiatsaffären''] (Stephan Schleim) "Nach Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Annette Schavan (CDU) trat kürzlich mit Franziska Giffey (SPD) schon die dritte Bundesministerin im Zusammenhang mit einer Plagiatsaffäre von ihrem Amt zurück. Ursula von der Leyen (CDU) behielt 2016 ihren Dr. med. und blieb bis 2019 Verteidigungsministerin, obwohl auch in ihrer Doktorarbeit zahlreiche Fehler gefunden wurden. Die zuständige Prüfungskommission stellte keine Täuschungsabsicht fest.<br />[...]<br />Franziska Giffey scheint nun ihre Hausaufgaben gemacht zu haben: Zwar konnte sie in ihrer Doktorarbeit nicht richtig zitieren, doch ihre Karriere will sie nun mit einer Flucht nach vorne retten. Sie konnte schließlich von zu Guttenberg und Schavan lernen, wie man es nicht machen darf. Also 'verzichtete' sie erst auf ihren Doktor, was formal gar nicht geht; und als sich das Ende des zweiten Untersuchungsausschusses näherte, bot sie den Rücktritt an.<br />[...]<br />Dieses Vorgehen offenbart einen massiven Werteverfall in der Partei, die traditionell mit dem Spruch 'Aufstieg durch Bildung' Wahlkampf macht und den Armen der Gesellschaft ihr unmenschliches 'Fördern und Fordern' aufdrückt. Das eigene Personal macht hingegen mit dem 'Aufstieg durch Verblendung' vor, wie man wirklich in die Spitzenpositionen kommt. Und kurz bevor man es nicht mehr leugnen kann, jazzt man es zur Schicksalswahl:<br />Ganz bescheiden mögen nun Berlins Wählerinnen und Wähler bestimmen, wie es mit der Plagiatspolitikerin weitergeht. Diese spiele immerhin mit offenen Karten. Asche auf ihr Haupt. Tatsächlich hat sie lange getäuscht und an ihrer Täuschung auch festgehalten, bis sie sich nicht länger vertuschen ließ."
*'''rbb24''': [https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2021/02/berlin-trend-sonntagsfrage-gruene-spd-cdu-linke-afd-fdp.html ''BerlinTrend-Analyse: Grüne punkten bei Jüngeren, SPD legt bei Älteren zu''] (Thorsten Gabriel) "80 Prozent der Befragten geben an, Giffey zu kennen. [Bettina] Jarasch kommt gerade mal auf einen Bekanntheitsgrad von 24 Prozent. Daraus lassen sich in etwa die Hausaufgaben der beiden Parteien ablesen: Die Grünen müssen dafür sorgen, dass ihre Spitzenkandidatin bekannter wird, die SPD muss vor allem die Daumen drücken, dass ihrer Spitzenkandidatin die Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit nicht noch auf die Füße fällt.<br />Zwar hatte Giffey den Genossinnen und Genossen bei ihrer Wahl zur Landesvorsitzenden zugerufen: 'Ihr könnt euch auf mich verlassen' und ihnen damit signalisiert, dass sie nicht hinwerfen werde, sollte ihr der Doktortitel doch noch entzogen werden – doch für die Sozialdemokraten bleibt das ein Restrisiko. Andererseits können sie sich aber auch an fünf Fingern abzählen, dass die Wahl ohne eine Franziska Giffey für sie vermutlich noch trostloser ausgehen würde – Plagiatsaffäre hin oder her."
 
   
==17. Februar 2021 ==
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==27. Mai 2021==
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* '''Berliner Zeitung''': [https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/plagiate-sind-eine-geissel-der-wissenschaft-li.161424 ''"Plagiate sind eine Geißel der Wissenschaft"''] (Christine Dankbar) "Die Universität ist – mit kurzen Unterbrechungen – seit zwei Jahren und drei Monaten damit beschäftigt herauszufinden, ob Giffey bei ihrer Arbeit getäuscht hat. Dabei ist das längst unstrittig – jedenfalls, wenn man Gerhard Dannemann fragt. Der 61-jährige Rechtswissenschaftler ist Professor für Englisches Recht sowie britische Wirtschaft und Politik an der Humboldt-Universität.<br />Er ist aber auch aktiv bei VroniPlag Wiki, einer Plattform, die wissenschaftliche Arbeiten auf Plagiate überprüft. Die Dissertation von Franziska Giffey kennt er gut. Gut genug, um zu sagen: 'Die Arbeit hätte so nicht angenommen werden dürfen.' Sie verstoße gegen drei elementare Regeln zum Umgang mit wissenschaftlichen Quellen: 'Man muss sie dort nennen, wo man sie verwendet, man muss Zitate kennzeichnen und man muss Belege selbst überprüfen.' All das habe Giffey missachtet.<br />[...]<br />[...] Die erste Prüfung endete mit einer Rüge für Franziska Giffey. Den Doktortitel durfte sie behalten. Der Prüfbericht blieb erst mal unter Verschluss. Bis der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) der FU Berlin das Gutachten im Mai 2020 auf seiner Webseite veröffentlichte. Der AStA hatte es aufgrund des Informationsfreiheitsgesetzes eingeklagt.<br />Dannemann hofft, dass die FU das mit den zweiten Gutachten freiwillig macht. [...] Er findet es verständlich, dass sich die FU während der Untersuchung bedeckt hält. 'Aber wenn sie beendet ist, dann spricht eigentlich nichts dagegen, alles auf den Tisch zu legen und sich nicht vom AStA dazu zwingen zu lassen, die Sachen herauszugeben', sagt er der Berliner Zeitung. Er habe sich bei der Lektüre des ersten Gutachten an vielen Stellen gewundert."
*'''Freie Universität Berlin''': [https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2021/fup_21_verfahrensschritte-franziska-giffey/index.html ''Neues Prüfgremium im Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey leitet weitere Verfahrensschritte ein''] (Pressemitteilung Nr. 028/2021) "'''Im Zusammenhang mit dem Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey hat das neue Prüfgremium erneut beraten und dabei auch die Zeitpunkte für die Zusammenkünfte der nächsten Wochen festgelegt. Vor der Übergabe von Aufgaben an die einzelnen Mitglieder und dem inhaltlichen Einstieg in die Prüfung der Dissertation wies eines der Mitglieder auf eine jüngst erfolgte Übernahme einer externen Funktion hin, die zu einer Diskussion über eine Besorgnis einer Befangenheit führte. Der zuständige Promotionsausschuss des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft ersetzte dieses Mitglied vorsorglich und entsprach zudem dem Wunsch des Prüfgremiums nach zusätzlicher fachlicher und rechtlicher Expertise, sodass das Gremium nun aus sieben Mitgliedern besteht. Zum Schutz der Arbeit des Gremiums und um die Unabhängigkeit des Verfahrens zu sichern, legte das Prüfgremium fest, dass die Namen von dessen Mitgliedern bis zum Ende des Prüfverfahrens nicht bekannt gegeben werden. Das Präsidium der Freien Universität respektiert und unterstützt diese Entscheidung. Die Freie Universität wird die Öffentlichkeit über das Schlussergebnis des Prüfverfahrens informieren, zuvor jedoch grundsätzlich keine weiteren Informationen zur Arbeit des Gremiums veröffentlichen. Dieser Beschluss wurde getroffen, um die vertrauliche Zusammenarbeit in dem Verfahren nicht zu gefährden. Wie lange das Prüfverfahren dauert, steht noch nicht fest.'''"
 
   
==15. Februar 2021==
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==26. Mai 2021==
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* '''ZEIT ONLINE''': [https://www.zeit.de/2021/22/doktortitel-plagiate-skandale-degradierung-universitaeten-wissenschaft ''Dr.? Oh no!''] (Anna-Lena Scholz) "Und dann die Universitäten, sie haben der schleichenden Degradierung ihres wichtigsten Grades jahrelang zugesehen. Das gilt insbesondere für die medizinischen und juristischen, auch für einige philosophische Fakultäten. [...]<br />Warum die eine ihren Doktor behalten durfte (wie Ursula von der Leyen), der andere ihn aberkannt bekam, der nächste ihn freiwillig zurückgab? Unklar. Warum die Ex-Doktoranden angeklagt wurden, betreuende Professorinnen aber nicht? Man weiß es nicht. [...]<br />In der Öffentlichkeit sind die Universitäten nicht als souveräne Institutionen aufgetreten, die hohe wissenschaftliche Standards verteidigen. Sie wirkten eher wie gesellschaftlich entrückte Außenposten, an denen intellektuelle Schmalspurforschung durchgewinkt wird. Die Idee, ein unabhängiges Gremium zu schaffen, das Zweifelsfälle wissenschaftlicher Integrität prüft – wie in Österreich –, haben die deutschen Wissenschaftsorganisationen schon vor Jahren torpediert. Man wollte die Autorität behalten und gab sie damit letztlich preis.<br />Keine Universität war dabei so überfordert wie die FU Berlin. Seit 27 Monaten versucht das Präsidium, zu einem Schluss in Sachen Giffey zu kommen. [...] Die Universität hat sich auf ihre Binnenperspektive beschränkt, als sei die interessierte Öffentlichkeit lästig, als sei man keine Transparenz schuldig."
* '''Süddeutsche Zeitung''' (S. 10): ''Doktor Qual'' &#091;auch [https://amphtml.sueddeutsche.de/bildung/doktortitel-guttenberg-plagiat-universitaet-1.5205815 online]&#093; (Roland Preuß, Tanjev Schultz) "Manche Muster wollen nicht verblassen, auch nach Jahren nicht. Als die Vorwürfe aufkamen, sagte er: 'Ich habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt.' Sie sagt: 'Ich habe diese Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.' Als die Lage immer ungemütlicher wurde, sagte er, er werde bis zum Ergebnis der Prüfung seiner Universität 'vorübergehend auf das Führen des Titels verzichten'. Sie erklärt,den Titel 'ab sofort und auch zukünftig nicht mehr zu führen'. Als die Kritiker nicht nachließen, bekam er Rückendeckung vom Parteichef. 'Ein Minister stürzt nur, wenn die Partei es will, und die Partei will nicht,' sagte der Vorsitzende. Sie wird, während ihre Universität erneut prüft, mit rund 89 Prozent der Stimmen vom Landesverband ihrer Partei zur Spitzenkandidatin gewählt. [...] Allerdings: Guttenberg wie Giffey wird in den Untersuchungsberichten ihrer Hochschulen eine Täuschung und Vorsatz (bei Giffey: bedingter Vorsatz) bescheinigt. Das Verfahren gegen Giffey hat die FU Berlin neu aufrollen müssen, weil sie die Rüge aus rechtlichen Gründen so gar nicht hätte aussprechen dürfen. [...] Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit seinem Copy-Paste-Blendwerk letztlich einer ganzen Reihe von Kolleginnen und Kollegen Untersuchungen eingebrockt. Kaum eine Spitzenpolitiker-Arbeit, die danach nicht durchleuchtet wurde: Annette Schavan, Frank-Walter Steinmeier, Ursula von der Leyen und auch der heutige niedersächsische CDU-Vorsitzende und Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann hatten ein Verfahren am Hals. Nur Schavan musste zurücktreten, die anderen stehen nach mehr oder weniger nachvollziehbaren akademischen Freisprüchen weiter in der ersten Reihe. [...] Lässt man all die Fälle nach Guttenberg Revue passieren, muss man feststellen: Die Empörung ist verflogen. Wo bei Guttenberg noch Tausende demonstrierten und wütende Resolutionen das Recht der Wissenschaft einforderten, werden Prüfungsverfahren inzwischen mit einem Schulterzucken kommentiert, ausgesessen und trotz beträchtlicher unsauberer Übernahmen aus anderen Texten nicht mit dem Entzug des Doktorgrades bestraft."
 
   
==14. Februar 2021==
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==23. Mai 2021==
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* '''Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung''': [https://zeitung.faz.net/fas/politik/2021-05-23/de0bade4846e7a27af0d98511edc862f/ ''Doktor Giffey''] (Heike Schmoll) "Entscheidend aber ist Giffeys nachlässiger Umgang mit Quellen. Dazu gehören Blind- und Fehlzitate, die bei der ersten Prüfung außer Acht blieben. Vielmehr beschränkte sich das erste Verfahren auf die von 'VroniPlag Wiki' genannten Problemstellen. Bei 27 dieser Stellen kam schon die erste Kommission zu dem Ergebnis, dass eine 'objektive Täuschung' vorliegt.<br />Nach dem Berliner Hochschulgesetz hätte allein diese Feststellung schon genügt, um Giffey den Doktorgrad zu entziehen. [...] Die Rüge aufzuheben und das Verfahren neu aufzurollen war deshalb zwar peinlich, aber folgerichtig. Zumal die Kommission auch noch den fragwürdigen Versuch unternommen hatte, die abgeschriebenen oder paraphrasierten Stellen gegen eine Eigenständigkeit in der wissenschaftlichen Leistung abzuwägen. [...] Wenn ein Doktorand getäuscht und damit vorsätzlich gehandelt hat, ist es unerheblich, ob sich auch Teile in der Arbeit finden lassen, die Eigenständigkeit zeigen.<br />Eine Dissertation soll die Forschung voranbringen. Diese Anforderung erfüllen viele Dissertationen nicht. Im Fall Giffey hätte die Doktormutter die Arbeit zurückgeben und überarbeiten lassen müssen. Sie hätte die Regionalpolitikerin, die Giffey damals war, darauf hinweisen müssen, dass ihre Zitierweise abenteuerlich war, weder 'amerikanisch' noch sauber, und dass man so nicht mit Quellen umgehen kann. Das ist offenbar nicht geschehen. Dass Giffey den Doktorgrad, der ihr einst so wichtig war, jetzt einfach weggeworfen hat, weil sie glaubt, ihn nicht mehr zu brauchen, ist ausgesprochen schäbig. Aber sie ist und bleibt eben eine Karrieristin."
* '''Der Tagesspiegel''' (S. 14): Lesermeinung zu '''''"Im Fall Giffey ist vor allem Sorgfalt gefragt" vom 30. Januar'''''
 
**''Der Schlingerkurs der Freien Universität'': "[...] Da gibt es eine Doktorandin – politisch aktiv, stadtbekannt und beliebt. Ihr fehlt nur noch die akademische Komplettierung zu noch mehr Anerkennung und Erfolg. Ergo bringt sie fleißig 214 Seiten zu Papier, aber leider: Bei mindestens 70 (!) Seiten fehlen jegliche Angaben, woher diese Texte stammen. Das bleibt aber den professoralen Gutachtern unverständlicherweise völlig verborgen und andere müssen es später erst mühsam herausfinden. Das tun dann erfolgreich die gefürchteten schwarzen Ritter aus der Burg VroniPlag. So weit, so gut – und eigentlich auch so klar. Mit deutlichem Echo schallt ein Jubelruf aus dem Guttenberg’schen ins preußische Ländle: Ha, jetzt auch dort! [...] Der unübersehbare Schaden, der auf diese Weise für die international hervorragend beleumdete Universität entstanden ist, sollte dringend zu Konsequenzen führen, die solches intolerables Versagen in der Zukunft verhindern."<br/>''Prof. Dr.-Ing. Hubertus von Puttkamer, Berlin-Dahlem''
 
   
==11. Februar 2021==
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==22. Mai 2021==
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* '''The Guardian''' (London): [https://www.theguardian.com/world/2021/may/22/german-politicians-suffer-higher-degree-of-embarrassment-from-plagiarism-than-from-sex-scandals ''German politicians suffer higher degree of embarrassment from plagiarism than from sex scandals''] (Philip Oltermann) "The university’s reassessment of Giffey’s PhD was nudged by VroniPlag Wiki, a crowdsourcing platform that searches German doctoral theses for plagiarism and brought about the fall of high-flying defence minister Karl-Theodor zu Guttenberg in 2011. [...] 'We have different perceptions of academic degrees in Germany and the UK', said Gerhard Dannemann, a professor of law at Berlin’s Humboldt University who contributes to the anti-plagiarism website. 'In Germany, a doctorate used to be your best passport to respectable society if you weren’t part of the nobility. Even if that’s no longer the case, it is still something people brandish to enhance their reputation, especially young politicians trying to make their mark,' said Dannemann, who used to teach at University College London and Oxford University."
*'''Süddeutsche Zeitung''': [https://www.sueddeutsche.de/kolumne/fall-franziska-giffey-herumdoktern-an-einer-doktorarbeit-1.5203569 ''Herumdoktern an einer Doktorarbeit''] &#091;Leserbriefe zum Interview [https://www.sueddeutsche.de/kultur/franziska-giffey-doktorarbeit-fu-berlin-dissertation-plagiat-plagiatsverfahren-1.5190147 "Plagiate sind eine Gefährdung von Wissenschaft"] mit dem Präsidenten der FU Berlin, Günter M. Ziegler, über den Fall Franziska Giffey&#093;
 
**'''Unvertretbar lange Prüfung''': "Was sich in der Causa der Dissertation Franziska Giffeys abspielt, kann nur noch als Trauerspiel bezeichnet werden. Seit mehr als zwei Jahren arbeiten sich diverse Kontrollgremien daran ab, eine einzige Doktorarbeit auf unsaubere Bearbeitungsfehler zu untersuchen, ganz so, als sei dies der Nabel der Welt. Dem Präsidenten der Freien Unversität Berlin (FU) fällt nichts Gescheiteres ein, dies mit dem 'diffizilen Findungsvorgang' und einer 'zeitaufwendigen, herausfordernden Detailarbeit' zu begründen.<br />[...]<br />Dass die Auswirkungen derartig unvertretbar langer Prüfverfahren im Fall Giffey und in vergleichbaren Fällen für die Betroffenen ruinös sind, liegt auf der Hand. Angesichts dessen können die Kommentare des FU-Präsidenten zu den Konsequenzen dieser systemischen Mängel nur als zynisch,bestenfalls als grenzenlos naiv bezeichnet werden."<br />''Bernd Graefe, Edewecht''
 
**'''Fragwürdige Betreuung''': "[...] Wie im Fall von Frau Giffey stellt sich deshalb die Frage: Wieso hat die Doktormutter das Plagiat nicht bemerkt? Erstens, weil sie in ihrem Fachgebiet nicht zuhause ist - hätte sie das Plagiat sonst erkennen müssen? Somit eine Frage der Kompetenz. Zweitens, weil die Arbeit nicht oder nur diagonal gelesen und überprüft wurde, also Flüchtigkeit oder Schlamperei. Drittens, weil sie überlastet ist, dann hätte sie die Begleitung des Themas nicht annehmen dürfen. Was nützen die Betreuungsprotokolle, wenn keine Quellenprüfung stattfindet?<br />Die Verurteilung, das an den Pranger Stellen der Doktoranden fällt mir zu einseitig aus. Mit den Betreuenden geht man viel zu sanft um, was ist schon eine sogenannte Rüge unter Kollegen. Da tut man sich gegenseitig nicht weh, siehe bekannte Betreuer von hochgelobten Starpolitikerinnen und -politikern."<br />''Peter Kiermeier, Furth''
 
**'''Ein Doktormutter-Problem''': "[...] 'Anders gefragt: Sollte festgestellt werden, dass da betrogen wurde, dann ist auch Frau Börzel betrogen worden?' Und die Antwort des Präsidenten: 'Ja, das ist so.' Eine folgenschwere Behauptung. Nach hochschulgesetzlicher Vorgabe ist das wesentliche Ziel eines Promotionsverfahrens die 'Befähigung des Doktoranden zu selbständiger vertiefter wissenschaftlicher Arbeit'. Die Doktormutter, Tanja Börzel, hat offenbar trotz 'sehr sorgfältiger Betreuung' - wie der FU-Präsident herausgefunden hat - nicht erkannt, dass dieses Ziel verfehlt wurde, ja dass sie 'betrogen' wurde. Sie zeichnete die Promotionsarbeit sogar mit 'Magna cum laude' aus. Wenn sie von Frau Giffey 'betrogen' wurde und das nicht erkannte, müsste man nicht die Qualifikation der Betreuerin in Frage stellen? Sollte es doch ein 'Fall Tanja Börzel' sein, wie es der Historiker Götz Aly in der ''Stuttgarter Zeitung'' ausgedrückt hat?"<br />''Prof. Dr. Konrad Löffelholz, Wiesbaden''
 
   
==10. Februar 2021==
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==21. Mai 2021==
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* '''Der Tagesspiegel''': [https://plus.tagesspiegel.de/meinung/herzenssache-statt-plagiatsskandal-franziska-giffey-ist-eine-meisterin-des-politischen-framings-148109.html ''"Herzenssache" statt Plagiatsskandal: Wie Franziska Giffey versucht, die Wirklichkeit zu verpacken''] [€] (Anatol Stefanowitsch) "Haben Sie schon einmal versucht einen Elefanten zu verstecken? Nicht? Franziska Giffey schon. Der Elefant ist ihre Dissertation, und ihn zu verstecken, gelingt ihr gerade ziemlich gut. Sie wendet dabei eine Methode an, die ich als Sprachwissenschaftler gut kenne: Das Framing.<br />[...]<br />Nun ist es häufig so, dass es in der Diskussion etablierte Sprachbilder gibt, die unseren Zielen im Weg stehen. Dann müssen wir versuchen, zu 're-framen' – also die etablierten Sprachbilder aus der Diskussion (und aus den Köpfen der Menschen) verdrängen und durch neue ersetzen. Dabei gilt es, eine einfache Regel zu beachten: Vermeide alle Wörter, die mit dem alten Sprachbild zusammenhängen. [...]<br />Franziska Giffey hat in ihrer Dissertation in einem Umfang abgeschrieben, der sich durch Nachlässigkeit oder falsch verstandene Zitierregeln nicht erklären lässt. Zu diesem Schluss kamen schon 2019 die Plagiatsplattform VroniPlag und ein von der Freien Universität Berlin beauftragtes Gutachten. Und jetzt wohl auch ein zweites Gutachten, das bisher nur Giffey vorliegt.<br />Schon während der ersten Überprüfung kündigte Giffey an, sie werde als Familienministerin zurücktreten, falls die FU ihr den Doktorgrad aberkennen würde. [...] Da ein nachgewiesener akademischer Betrug selbst im toleranten Berlin kein Pluspunkt sein dürfte, gilt es für Giffey und die Berliner SPD, im Wahlkampf das Wort 'Plagiat' zu meiden – oder noch besser, gleich das Wort 'Dissertation'.<br />Viele Politiker und Politikerinnen, die vor Giffey des akademischen Betrugs überführt wurden, haben das nicht geschafft. [...] Der einstige FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis pochte verbissen mal auf die Harvard- mal auf die Oxford-Zitierweise, und jedes Mal, wenn er 'Zitierweise' sagte, erinnerte er uns, dass er in seiner Arbeit eben nicht zitiert, sondern seitenweise abgeschrieben hatte. [...]<br />Franziska Giffey hingegen fällt schon länger als kühl kalkulierende Expertin für politisches Framing auf. [...] Und das zeigt jetzt die besonnene Wortwahl in ihrer Plagiatsaffäre, in der sie es von Anfang an konsequent vermied, das eigentliche Thema zu benennen.<br />[...]<br />Innensenator Andreas Geisel schlägt in dieselbe Kerbe: 'Aufbruchsstimmung' verkörpere sie, schwärmt er, und 'die Menschen mögen ihre herzliche und offene Art'. Und auch er betont, Giffey stehe 'fest zu ihrem Wort' und bleibe sich 'treu'.<br />Wenn die Medien auf dieses Framing hereinfallen, und sei es nur durch das Wiederholen der O-Töne, könnte Giffeys Plan aufgehen. Deshalb muss stets die Einordnung dieser Zitate erfolgen: Franziska Giffey ist nicht zurückgetreten, weil sie zu ihrem Wort steht, sondern, weil sie in ihrer Dissertation die Worte anderer als die ihren ausgegeben hat."
*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''' (S. N4): ''Nehmen wir es ja nicht zu genau!'' &#091;auch [https://zeitung.faz.net/faz/geisteswissenschaften/2021-02-10/nehmen-wir-es-ja-nicht-zu-genau/569727.html online]&#093; (Patrick Bahners) "[Der Bielefelder Öffentlichrechtler Andreas] Fisahn beklagt eine Professionalisierung der Plagiatskontrolle, obwohl die Mitarbeiter von Vroniplag ehrenamtlich tätig sind. 'Es entstanden ganze Kategoriensysteme zur Verletzung wissenschaftlicher Standards, die selbst den Anschein wissenschaftlicher Wahrheit erwecken wollen.' Damit stellt er den Vorwurf in den Raum, das Bemühen um Systematisierung, das heißt: um gerechte Einordnung von Plagiaten, habe eine Pseudowissenschaft hervorgebracht. Er spricht von 'Plagiatswissenschaftlern' in Anführungszeichen, als würden [einer der Hauptmitarbeiter der Plagiatsdokumentationsseite VroniPlag Wiki, Gerhard] Dannemann und Kollegen sich selbst so nennen. Aber die dazugehörige Fußnote führt ins Leere; der angeführte Aufsatz enthält den Begriff nicht, Fisahn wird als sein Erfinder gelten müssen."
 
   
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* '''University World News''' (London): [https://www.universityworldnews.com/post.php?story=20210521152357150 ''Germany: Federal minister resigns following PhD plagiarism finding''] (Michael Gardner) "Another German politician has stumbled over a plagiarism affair. Franziska Giffey has stepped down as minister for family affairs, senior citizens, women and youth, just months ahead of the federal elections.<br />Giffey, a Social Democrat, stepped down following lifting allegations concerning her doctoral thesis in political science. In 2019, she had been reprimanded by the Free University of Berlin, which did not, however, strip her of her title and was criticised for not taking further action.<br />[...]<br />According to Gerhard Dannemann, a professor of law at Humboldt University of Berlin, Giffey’s thesis should not have been accepted in the form in which it had been written.<br />Dannemann says that incorrect handling of sources in a politician’s dissertation is deplorable but maintains that plagiarising scientists and scholars are far more dangerous than plagiarising politicians.<br />’I believe that the real deficits are that relatively many people can have a successful career as academics who acquired their academic degree through malpractice,’ he says.<br />Only a few years ago, Germany experienced a spate of politicians resigning over plagiarism allegations brought up above all by hypertext publications such as ''VroniPlag''."
==6. Februar 2021 ==
 
*'''Berliner Morgenpost''': [https://www.morgenpost.de/kolumne/schomaker/article231494935/Franziska-Giffey-und-die-Sternsinger.html ''Franziska Giffey und die Sternsinger''] [R] (Gilbert Schomaker) "[...] Und dann droht ihr – um im Bild zu bleiben – auch noch ein Abseitspfiff vom Spielfeldrand. Diese Woche meldete sich der Präsident der Freien Universität zu Wort. Es ging wieder einmal um Giffeys Doktorarbeit.<br />Interessant ist das Interview des FU-Präsidenten Günter M. Ziegler in der 'Süddeutschen Zeitung' auch, weil er sich in den Elfenbeinturm der Wissenschaft zurückzieht. Es gehe der FU um das Primat der Wissenschaft, mit Politik und Wahlkampf wolle man nichts zu tun haben. Zitat aus dem Interview: 'Wir sind uns auch bewusst, dass wir mit unserer Prüfung von Frau Giffeys Arbeit mitten in den Wahlkampf geraten, und dieser allein wissenschaftliche Prozess darf nicht instrumentalisiert werden.' Wird er aber. Da muss man kein Vogelflugdeuter aus dem alten Rom sein."
 
   
==2. Februar 2021 ==
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==20. Mai 2021==
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* '''The Times''' (London): [https://www.thetimes.co.uk/article/merkel-loses-minister-to-plagiarism-claims-zcj6902jb ''Merkel loses minister to plagiarism claims''] (Oliver Moody) "Franziska Giffey [...] was awarded a doctorate by the Free University of Berlin (FUB) in 2010, writing her thesis on the EU’s relationship with civil society.<br/> In 2019 a report by VroniPlag Wiki, a website that analyses German public figures’ dissertations, said that 13.2 per cent had been plagiarised from at least 52 sources, and one page had been lifted almost entirely from a 2008 English-language treatise on the topic. At least 50 per cent of text on ten other pages was allegedly borrowed without credit."
*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/fall-giffey-der-praesident-der-fu-berlin-bleibt-eine-klaerung-schuldig-17176368.html ''Die FU und der Fall Giffey: Finde den Fehler nicht!''] [€] (Patrick Bahners) "Er [der Präsident der Freien Universität Berlin, Günter M. Ziegler] schließt nicht aus, dass am Ende des neuen Verfahrens wieder eine Rüge stehen wird. 'Denn nicht die Rüge an sich kann als Fehler gewertet werden, sondern unsere Begründung dafür.' Das habe die juristische Überprüfung der Überprüfung ergeben. 'Wir haben erst durch die nachträglichen Rechtsgutachten vom vergangenen Sommer gelernt, dass wir das Mittel der Rüge aus juristischen Gründen so nicht hätten einsetzen dürfen.' Was Ziegler hier sagt, ist falsch. Es gibt zwei Gutachten, von Ulrich Battis und Klaus Ferdinand Gärditz. [...] Keiner der Experten vertritt die Auffassung, die Ziegler als Quintessenz aus den Gutachten zieht: dass eine Rüge zulässig sei, aber einer besseren Begründung bedürfe als von der Überprüfungskommission vorgelegt.<br />'''Kein Mittelweg als Ausweg'''<br />Nach Gärditz ist die Verhängung einer Rüge unmöglich, weil das Berliner Hochschulgesetz diese Sanktion nicht vorsieht. Battis hält es für geboten, dass die Universität in minderschweren Fällen ein milderes Mittel gebrauchen darf, um dem Dilemma zu entgehen, entweder zu streng oder gar nicht zu bestrafen. [...] Entweder die Rüge ist zulässig, oder sie ist nicht zulässig – ein Drittes gibt es nicht. [...]<br />Zulässig, aber mit besonders guter Begründung: Dieser Scheinkompromiss trägt keineswegs beiden Positionen Rechnung. [...] Die Auffassung, die 2019 vom Präsidium akzeptierte Begründung für die Rüge reiche nicht aus, kann nicht auf 'juristische Gründe' gestützt werden, sondern nur auf sachliche Mängel. Deren Feststellung setzte aber ein neues Verfahren schon voraus."
 
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* '''La Vanguardia''' (Barcelona): [https://www.lavanguardia.com/internacional/20210520/7467736/ministra-familia-alemania-dimite-presunto-plagio-tesis.html ''La ministra de Familia de Alemania dimite por presunto plagio de tesis''] (María-Paz López) "En Alemania con los doctorados no se juega. La ministra de Familia, la socialdemócrata Franziska Giffey, dimitió ayer por presunto plagio en su tesis doctoral, un asunto que la acompaña desde hace tres años. Acusada en el 2019 por la plataforma colaborativa VroniPlag Wiki de haber copiado o no atribuido fragmentos de su tesis sobre política europea en la Universidad Libre de Berlín (FU), Giffey había ido sorteando la situación hasta ahora.<br />El motivo para su precipitada salida del Gobierno –cuando faltan cuatro meses para las elecciones generales del 26 de septiembre- es que muy pronto se hará pública una nueva revisión de su tesis por parte de la FU, que podría llevar a que le retiren el título académico. La Universidad ha pedido a Giffey que presente sus alegaciones a más tardar a inicios de junio.<br />[...]<br />Franziska Giffey es el tercer ministro de un Gobierno de Merkel que dimite por motivos vinculados a plagios de tesis; los dos anteriores eran conservadores. [...] La ahora presidenta de la Comisión Europea, Ursula von der Leyen, cuestionada en el 2015 por el sitio VroniPlag Wiki siendo ministra de Defensa, fue eximida por la Facultad de Medicina de Hannover, a pesar de 'lagunas evidentes' en su tesis en la atribución de referencias."
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==19. Mai 2021==
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*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/merkel-hielt-ruecktritt-von-franziska-giffey-nicht-fuer-noetig-17348443.html ''Merkel hielt Giffey-Rücktritt nicht für nötig''] (FAZ.NET/mwe.) "Angesichts der anhaltenden Diskussion über die Aberkennung ihres Doktorgrades tritt Franziska Giffey (SPD) von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin zurück. Wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte, bat Giffey am Vormittag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Entlassung. Wie die F.A.Z. aus Regierungskreisen erfuhr, war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht der Meinung, dass Giffey unbedingt zurücktreten müsse.<br />Merkel sagte am Mittwoch, sie nehme Giffeys Rücktritt 'mit großem Respekt, aber auch mit ebenso großem Bedauern entgegen'. [...]<br />In der SPD-Führung herrschte allerdings die Ansicht vor, dass es für Giffeys Wahlkampf in Berlin zur Belastung werden könne, sollte sie ihre Ankündigung aus dem ersten Prüfverfahren nicht wahrmachen, beim Entzug des Doktorgrades zurückzutreten. [...]<br />'In den letzten Tagen sind erneut Diskussionen um meine Dissertation aus dem Jahr 2010 aufgekommen', begründete Giffey ihren Rücktritt als Ministerin. Auch wenn sie selbst weiterhin zu ihrer Aussage stehe, 'dass ich meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben habe', und die zweite Prüfung der Doktorarbeit noch nicht abgeschlossen sei, ziehe sie bereits jetzt 'die Konsequenzen aus dem andauernden und belastenden Verfahren'. Giffey begründete ihre Entscheidung mit dem Anspruch von Regierung, SPD und Öffentlichkeit 'auf Klarheit und Verbindlichkeit'.<br />[...]<br />Giffey sagte weiter, sie bedaure es, wenn ihr in ihrer Arbeit 'Fehler unterlaufen sind'. Und sie kündigte an: 'Sollte die Freie Universität in ihrer nunmehr dritten Überprüfung meiner Arbeit zu dem Ergebnis kommen, mir den Titel abzuerkennen, werde ich diese Entscheidung akzeptieren.' Die FU hatte Giffey eine Frist zur Stellungnahme zugestanden, die noch nicht abgelaufen ist und die sie ausschöpfen will. Sie verzichtete bereits im vergangenen Jahr darauf, den Doktortitel weiterhin zu führen."
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*'''RTBF''' (Brüssel): [https://www.rtbf.be/info/monde/europe/detail_la-ministre-allemande-de-la-famille-demissionne-suite-a-des-soupcons-de-plagiat-sur-sa-these-de-doctorat?id=10765035 ''La ministre allemande de la Famille démissionne suite à des soupçons de plagiat sur sa thèse de doctorat''] (Belga) "Franziska Giffey est accusée par la plateforme collaborative VroniPlag Wiki d’avoir plagié en partie sa thèse en sciences politiques consacrée en 2010 au fonctionnement de l’Europe et présentée devant l’Université libre de Berlin.<br/>Selon le site, quelque 49 des 265 pages de la thèse présentaient des soupçons de plagiat allant de citations non attribuées à leurs auteurs au copier-coller d’autres ouvrages. [...] L’actuelle présidente de la Commission européenne, Ursula von der Leyen, mise en cause en 2015 par le site VroniPlag Wiki, avait pour sa part été blanchie par l’Université de médecine de Hanovre, malgré des '' 'lacunes évidentes' '' dans l’attribution de références."
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==18. Mai 2021==
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*'''t-online''': [https://www.t-online.de/region/berlin/news/id_90055470/giffeys-arbeit-gremium-muss-nicht-einstimmig-entscheiden.html ''Giffeys Arbeit: Gremium muss nicht einstimmig entscheiden''] (dpa) "Das neu eingesetzte Prüfgremium der Freien Universität (FU) Berlin muss über die Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nicht einstimmig entscheiden. Das geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der CDU-Fraktion an das Abgeordnetenhaus hervor. Nach dem Berliner Hochschulgesetz sei das nicht erforderlich, Beschlüsse würden mit der Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen gefasst, heißt es in der Antwort der Senatskanzlei. Das Gremium habe sich bisher in sechs Sitzungen mit der Doktorarbeit der SPD-Landesvorsitzenden und Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl beschäftigt."
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==14. Mai 2021==
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*'''Übermedien''': [https://uebermedien.de/59709/ach-das-bisschen-plagiat-franziska-giffey-und-ihre-helfer-in-den-medien/ ''Ach, das bisschen Plagiat: Franziska Giffey und ihre Helfer in den Medien''] (Peter Monnerjahn) "Mit schöner Regelmäßigkeit fliegt in der Politik jemand auf, der sich seinen Doktortitel mehr oder weniger dreist erschlichen hat. Der aktuelle Fall: Franziska Giffey, womöglich auch bei Erscheinen dieses Textes immer noch Bundesfamilienministerin. Giffeys Dissertation wurde von der Freien Universität Berlin, die ihr 2010 den Doktortitel verlieh, gerade ein zweites Mal begutachtet, und nun soll ihr – unbestätigten Gerüchten zufolge – der Titel endlich entzogen werden.<br />Dass das geboten ist, kann niemand mehr ernsthaft bestreiten. Die Dissertation ist auf VroniPlag online einsehbar – einschließlich extensiver Markierungen aller bisher entdeckten Fundstellen von Plagiaten. [...]<br />[...]<br />'''Seltsame Rüge'''<br />[...]<br />Das jetzt durchgesickerte vermutliche Ergebnis der zweiten Prüfung sollte also eigentlich niemanden überraschen. Wer auch nur minimale Recherche in diesem Fall betreibt, weiß um das Ausmaß der Täuschungen. Wer jemals an einer Universität einen Abschluss gemacht hat, weiß, dass selbst für Seminararbeiten in aller Regel eine Null-Toleranz-Politik gegenüber jeglichen Plagiaten herrscht. Und wer nicht naiv ist, fällt auch nicht auf die Ausreden und Nebelkerzen der Plagiatoren herein und verkauft die seinem Publikum als ernstzunehmende Beiträge. <br />'''Vage 'Mängel''''<br />Umso mehr muss man sich wundern über die auch in diesem Fall allgegenwärtigen Verharmlosungen betrügerischen wissenschaftlichen Fehlverhaltens: als bloße 'Zitierfehler', als 'unsauberes Arbeiten', als 'geschummelt haben'. Im Fall Giffey herrscht weitgehende Einigkeit in den Medien, dass es sich bei den Problemen mit ihrer Dissertation nur um nicht weiter spezifizierte 'Mängel' handelt: So schreiben 'Welt', FAZ, RTL, t-online und viele andere. Der rbb denkt sich sogar noch eine ganz eigene mögliche Ausrede aus: 'Die andere Lesart ist, dass hier eine Vollzeit-Politikerin und 2009, als sie die Arbeit schrieb, Mutter eines Kleinkinds lediglich an der einen oder anderen Stelle nicht ganz sauber zitiert hat.'<br />[...]<br /><b>'Einige wenige echte Plagiate'</b><br />Genau diesen Taschenspielertrick versucht Giffey nun auch, nur noch dreister. Und Berliner Leitmedien machen sich bereitwillig zu Helfershelfern, allen voran Julius Betschka im 'Tagesspiegel'. [...]<br />[...]<br />Die FU prüfe an Giffeys Dissertation 'herum', schreibt Betschka und zwar: 'Wegen Mängeln, die zwar offensichtlich sind, aber nicht die wissenschaftliche Leistung der Arbeit insgesamt in Frage stellen oder grundsätzlich, im Sinne großflächigen Betrugs, an Giffeys Integrität zweifeln lassen.' Frau Giffey wird das sicher dankbar gelesen haben. Man vergleiche den Satz mit der verblüffend ähnlichen Formulierung aus dem Prüfbericht der FU: 'Drittens kam das Gremium zu dem Ergebnis, dass trotz der festgestellten Mängel nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden kann, dass es sich bei der Dissertation von Frau Dr. Giffey um eine eigenständige wissenschaftliche Leistung handelt.' Dass selbst der FU-Bericht von 'objektiver Täuschung' und 'Vorsatz' in 27 Fällen spricht? Egal, beide Wörter werden von Betschka nicht einmal erwähnt."
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==11. Mai 2021==
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*'''Business Insider''': [https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/nach-erneuter-pruefung-ihrer-dissertation-wird-familienministerin-giffey-der-doktortitel-entzogen-a/ ''Nach erneuter Prüfung ihrer Dissertation: Wird Familienministerin Giffey ihr Doktortitel nun doch entzogen?''] (Lars Petersen) "Der Doktortitel von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) – jetzt ist er offenbar doch wieder in Gefahr. Wie Business Insider aus Kreisen der Freien Universität (FU) erfuhr, soll sich die Prüfungskommission der FU für die Aberkennung des Doktortitels von Giffey ausgesprochen haben.<br />Die Universität hatte seit Januar dieses Jahres erneut Plagiatsvorwürfe gegen die Politikerin geprüft, nachdem Kritik an der ersten Entcheidung von Oktober 2019 laut geworden war, Giffey für zahlreiche Plagiate lediglich eine Rüge zu erteilen. Selbst mehrere FU-Gutachten waren zu dem Schluss gekommen, dass eine Rüge unzulässig sei. Daraufhin kündigte die FU eine erneute Prüfung an.<br />Nun kommt die Prüfungskommission offenbar zu einem anderen Ergebnis. Aktuell hat die Politikerin noch knapp drei Wochen Zeit für eine Stellungnahme eingeräumt bekommen. Dann wird das Präsidium der FU eine endgültige Entscheidung treffen.<br />Giffey hatte immer betont, dass sie nicht bewusst kopiert, sondern sie die Arbeit 'nach bestem Wissen und Gewissen verfasst' habe. Aufgekommen sind die Plagiatsvorwürfe durch die Website VroniPlag. Demnach seien 119 Textstellen auf 76 der 205 Seiten von Giffeys Doktorarbeit Plagiate, so die Seite."
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*'''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/berlin/giffey-denkt-nicht-an-rueckzug-das-verfahren-in-dem-ich-das-gesagt-habe-ist-abgeschlossen/27179512.html ''Giffey denkt nicht an Rückzug: "Das Verfahren, in dem ich das gesagt habe, ist abgeschlossen"''] (Ann-Kathrin Hipp, Ingo Salmen) "Das Verfahren an der Freien Universität (FU) Berlin läuft unter strengster Geheimhaltung. Am Montag allerdings ist durchgesickert, dass Franziska Giffey, Spitzenkandidatin der Berliner SPD, die Aberkennung ihres Doktortitels droht. Das Prüfgremium soll diesen Schritt empfohlen haben.<br />[...]<br />Der Tagesspiegel-Checkpoint hat allerdings am vergangenen Donnerstag für seinen Podcast 'Eine Runde Berlin' mit Giffey gesprochen. Zu diesem Zeitpunkt lag ihr der Bericht des Prüfgremiums bereits vor. Direkt dazu geäußert hat sie sich nicht - allerdings machte sie klar, dass sie ihre Doktorarbeit inzwischen emotional hinter sich gelassen hat: 'Für mich kann man mal sagen, der Drops ist gelutscht', sagte Giffey. 'Das Thema ist durch.'<br />Wird sie ihre Kandidatur fürs Rote Rathaus zurückziehen, wenn sie den Doktortitel abgeben muss? Immerhin hatte sie bei der ersten Überprüfung ihrer Doktorarbeit, die letztlich nur mit einer Rüge durch die Universität endete, sogar einen Rücktritt als Ministerin in Aussicht gestellt.<br />'Ich habe mich dazu ganz klar geäußert: Das Verfahren, in dem ich das gesagt habe, ist abgeschlossen. Das ist beendet', sagte Giffey nun auf diese Frage. An einen vorzeitigen Abschied aus der Bundesregierung scheint sie inzwischen nicht mehr zu denken - und an einen Verzicht auf die Spitzenkandidatur in Berlin schon gar nicht."
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*'''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/berlin/erneute-pruefung-der-fu-berlin-giffey-offenbar-vor-aberkennung-des-doktortitels-gruenen-fraktionschefin-fordert-konsequenzen/27178432.html ''Giffey offenbar vor Aberkennung des Doktortitels – Grünen-Fraktionschefin fordert Konsequenzen''] (Julius Betschka, Silvia Perdoni, Tilmann Warnecke, Christian Latz) "Im Fall des offenbar bevorstehenden Entzugs des Doktortitels für Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin und SPD-Spitzenkandidatin zur Abgeordnetenhauswahl, hat die Berliner Grünen-Co-Fraktionsvorsitzende Antje Kapek Konsequenzen gefordert. 'Es ist jetzt ihre Chance zu zeigen, ob sie die politische Größe besitzt, zu ihren Versprechungen aus der Vergangenheit zu stehen', sagte Kapek dem Tagesspiegel mit Bezug darauf, dass die Freie Universität (FU) Giffey den Doktortitel aberkennen könnte.<br />[...]<br />Kapek äußerte sich auch zu Stimmen aus der SPD, die die FU für das Verfahren kritisierten. Der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier etwa bescheinigte der Universität einen 'Vertrauensverlust ihrer wissenschaftlichen Reputation'. Die grüne Co-Fraktionsvorsitzende Kapek nannte solche Einlassungen eine 'problematische Umkehrung von Ursache und Wirkung' in der Plagiatsaffäre. 'Hätte sie von Anfang an hundert Prozent korrekt zitiert, hätte es das Verfahren gar nicht erst gegeben', sagte sie mit Bezug auf Giffey.<br />[...]<br />'''Staatsrechtler Battis: Leak hat keine Folgen fürs Verfahren'''<br />Ist das zweite Verfahren nun rechtlich angreifbar, weil das Votum des Prüfgremiums bekannt wurde, sodass es neu aufgerollt werden muss? Nein, sagt Staatsrechtler [Ulrich] Battis auf Anfrage des Tagesspiegel: 'Es ist jetzt zwar fehlerbehaftet, aber das hat keine Auswirkung.'<br />Wäre er Giffeys Anwalt, würde er jetzt zwar vielleicht 'trompeten, dass das kein faires Verfahren ist'. Battis hält das aber für wenig stichhaltig: 'Da ist nichts zu machen.' Letztlich würde auch bei vielen anderen Urteilen immer wieder etwas vorab durchsickern, ohne dass diese dadurch infrage gestellt sind."
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*'''neues deutschland''': [https://www.neues-deutschland.de/artikel/1151901.franziska-giffey-die-laube-brennt.html ''Die Laube brennt – SPD-Spitzenkandidatin Giffey gerät in der Plagiatsaffäre erneut unter Druck''] (Rainer Rutz) "Mitten im Kampf um das Abgeordnetenhaus wird SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey erneut von der Diskussion um ihren Doktortitel eingeholt. Nach am Dienstag veröffentlichten Informationen des Magazins »Business Insider« soll sich die in der Plagiatsaffäre eingesetzte Prüfungskommission der Freien Universität Berlin (FU) dafür ausgesprochen haben, der Bundesfamilienministerin den Titel zu entziehen.<br />Giffey selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Einen Termin im Rahmen der Vorstellung des Wohnmarktreports Berlin sagte die SPD-Politikerin kurzfristig ab. Umso deutlichere Worte fand die mit ihrer Partei in Berlin zusammen regierende Linke. »Sollten die Informationen zutreffen, stellt sich die Frage, ob Franziska Giffey zu ihrem Wort steht, ihr Ministeramt zur Verfügung zu stellen«, sagt der rechtspolitische Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, Sebastian Schlüsselburg, zu »nd«. Immerhin hatte Giffey 2019 genau das angekündigt, falls ihr der Titel aberkannt werden sollte – was ihr jetzt auf die Füße fallen könnte."
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==7. Mai 2021==
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*'''Abgeordnetenhaus von Berlin''' (Drucksache 18&#8239;/&thinsp;27453): ''Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) zum Thema: Abschluss des erneuten Promotionsüberprüfungsverfahrens'' [https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/s18-27453.pdf (PDF)] "[Frage] 1. Wie oft hat das neu eingesetzte Prüfgremium im Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey bisher getagt?<br /><br />Zu 1.:<br />Das neu eingesetzte Prüfgremium hat bisher in sechs Sitzungen getagt.<br />[...]<br />[Frage] 5. Muss die Entscheidung im erneuten Prüfverfahren mit den Stimmen aller Mitglieder des Prüfgremiums getroffen werden (bitte begründen)?<br /><br />Zu 5.:<br />Nein. Gemäß § 47 Absatz 2 des Berliner Hochschulgesetzes werden Beschlüsse mit der Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen gefasst. Eine einstimmige Beschlussfassung ist somit nicht erforderlich."
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==5. Mai 2021==
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* '''Frankfurter Allgemeine Zeitung''' (S. N4): [https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/bgh-urteil-zu-plagiaten-kein-recht-auf-vergessen-17324289.html ''Plagiatsurteil: Kein Recht auf Vergessen''] (Jochen Zenthöfer) "Nach dem Oberlandesgericht Frankfurt entschied jetzt auch der Bundesgerichtshof (VI ZR 73/20), dass wissenschaftliche Publikationen der Sozialsphäre zuzuordnen sind. Die Richter wollen den Diskurs zu plagiatsbehafteten Arbeiten nicht vom Persönlichkeitsrecht eingeschränkt wissen. Zumal die Habilitation weiter in vielen Bibliotheken vorgehalten wird und zuletzt sogar vom Bundesverfassungsgericht zitiert wurde."
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*'''Freie Universität Berlin''': [https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2021/fup_21_079-stellungnahme-pruefverfahren-franziska-giffey/index.html ''Nächster Schritt im Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey – Verfasserin der Promotionsarbeit erhält Gelegenheit zur Stellungnahme''] (Pressemitteilung Nr. 079/2021) "Im laufenden Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey liegt dem Präsidium der Freien Universität Berlin inzwischen der Bericht des neuen Prüfgremiums vor. Wie das Präsidium der Hochschule am Mittwoch im Akademischen Senat mitteilte, wurde der Verfasserin der Promotionsarbeit vor einer Entscheidung des Präsidiums über eine mögliche Aufhebung der Rüge und vor einer neuen Entscheidung im Überprüfungsverfahren die Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben. Für diese hat Franziska Giffey eine Frist von vier Wochen erhalten; auch dies wurde ihr am Mittwoch mitgeteilt. Nähere Informationen zum laufenden Prüfverfahren und zum Bericht des Prüfgremiums werden vor Bekanntgabe des Schlussergebnisses nicht veröffentlicht. Die Namen der Mitglieder des Prüfgremiums werden zum Ende des Prüfverfahrens bekannt gegeben."
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==2. Mai 2021==
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*'''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/berlin/wer-zieht-ins-rote-rathaus-die-fuenf-berliner-spitzenkanditaten-im-kurzcheck/27152270.html ''Wer zieht ins Rote Rathaus? Die fünf Berliner Spitzenkanditaten im Kurzcheck''] (Margarethe Gallersdörfer) "'''Franziska Giffey'''<br />[...]<br />Im Wahlkampf muss die SPD-Politikerin hoffen, dass sie nicht doch noch über ihre missglückte Doktorarbeit stolpert."
   
 
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Aktuelle Version vom 22. Juli 2021, 06:01 Uhr

Der Pressespiegel enthält Auszüge aus Presseartikeln (Print / online) und Hinweise auf TV- oder Radiosendungen mit deutlichem Bezug zum VroniPlag Wiki und / oder seinen bearbeiteten Fällen. Dieser Hinweis sollte vor einem Eintrag unbedingt zur Kenntnis genommen werden. Ältere Meldungen finden sich im Archiv.

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8. Juli 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Augsburger Allgemeine: Plagiatsexperte über Baerbock: "Habe nicht den riesigen Skandal gesehen" (Interview: Fabian Kluge) "Werden Plagiate rein zufällig aufgedeckt oder gibt es Menschen, die gezielt nach Plagiaten suchen?
    Dannemann: [...] Ich bin im VroniPlag Wiki tätig, wir untersuchen ehrenamtlich wissenschaftliche Arbeiten. Manche bei uns stolpern über eine Arbeit und beginnen dann nachzuforschen. Wir haben einen im Team, der spezialisiert darauf ist, Doktorarbeiten gegeneinander abzugleichen. Einer interessiert sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen und Politikern. Die Motivation der meisten ist aber die Wissenschaft, deshalb geht es ihnen vor allem um Wissenschaftsplagiate. [...]
    Die Arbeiten von Prominenten und Nicht-Prominenten werden also gleichbehandelt?
    Dannemann: Ja, die Maßstäbe sind die gleichen. Wie gesagt: Es gibt noch einen Mitarbeiter im Wiki, der sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen, Politikern und Prominenten interessiert, aber von unseren 211 Dokumentationen sind 56 Wissenschaftsplagiate. Bei 18 Fällen ist die Parteizugehörigkeit des Autors bekannt, das können aber auch Kommunalpolitiker sein."

30. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Abgeordnetenhaus von Berlin (Drucksache 18 / 27913): Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) zum Thema: Konsequenzen aus dem Promotionsüberprüfungsverfahren von Frau Giffey – welche Verantwortung trägt die Rechtsaufsicht? (PDF) "[Frage] 1. Ist der Senat nach wie vor der Auffassung, dass das gesamte Verfahren zur Überprüfung der Doktorarbeit von Frau Giffey nicht zu beanstanden ist (bitte begründen)?
    [Frage] 2. Hält der Senat an seiner Aussage vom 20. August 2020 fest, dass es keinen Anlass gab, in dem Verfahren als Rechtsaufsicht einzuschreiten?

    Zu 1. und 2.:
    Der Senat hält an seinen bisherigen Bewertungen, die auf der Grundlage der zum jeweiligen Zeitpunkt vorliegenden Informationen und Erkenntnisse zu treffen waren, im Wesentlichen fest. [...]
    Als aufgrund weiterer Erkenntnisse, insbesondere aus dem Gutachten von Prof. Gärditz vom 27. Oktober 2020, die Validität der bisherigen Entscheidungen der Freien Universität Berlin in Frage gestellt war, hat die Senatskanzlei die Universität im November 2020 zur Stellungnahme aufgefordert, um offene Fragen einer Klärung zuzuführen (Schreiben vom 04.11.2020).
    Unbenommen dessen ist rückblickend festzustellen, dass sich die Freie Universität Berlin im ersten Verfahren nicht vollumfänglich mit allen für die Bewertung relevanten Fragen befasst hat, wodurch ein zweites Verfahren hätte vermieden werden können.

    [Frage] 3. Welche Konsequenzen zieht der Senat aus dem Promotionsüberprüfungsverfahren für seine Tätigkeit als Rechtsaufsicht?

    Zu 3.:
    Der Senat wird die Universitäten im Rahmen seiner Rechtsaufsicht in einem gesonderten Schreiben darauf hinweisen, dass es im Fall der Entscheidung für eine Rüge in einem Überprüfungsprozess einer Promotionsarbeit einer dezidierten Begründung bedarf, dass die Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis nur geringfügig sind."

26. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • rbb Abendschau: Konsequenzen aus dem Fall Giffey [Video] (Jörn Kersten) "Der Doktortitel ist weg - doch bleiben Fragen offen: Welche Konsequenzen zieht die Freie Universität und die Hochschulwelt aus der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Franziska Giffey? Darüber sprechen wir auch mit Gerhard Dannemann, Jurist und Professor an der Humboldt-Universität."

22. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Goethe-Universität durfte Doktorgrad entziehen (Jochen Zenthöfer) "'Die wissenschaftlichen Standards sind nicht eingehalten', heißt es nun im Urteil. Unzulängliche Quellenangaben erstreckten sich über die gesamte Arbeit, so dass von einer bloßen Nachlässigkeit oder vereinzelten Defiziten bei der Bearbeitung nicht mehr ausgegangen werden könne. Während des universitären Prüfverfahrens hatte die frühere Hochschullehrerin zugestanden, einige Passagen nicht hinreichend gekennzeichnet zu haben, 'aber nur in geringem Ausmaß'. [...] Die betroffene Juristin, bei der die Online-Plattform 'VroniPlag Wiki' auch Plagiate in der Habilitationsschrift dokumentiert hatte, hat nach eigenen Angaben die Wissenschaftssphäre inzwischen vollständig verlassen. [...] In den vergangenen Jahren hatte sie sich auch mehrfach gegen eine namentliche Berichterstattung über ihren Fall gewehrt."
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Doktortitel 26 Jahre nach Promotion zu Recht entzogen (Sascha Zoske) "Wer bei seiner Doktorarbeit betrogen hat, kann sich in einem Rechtsstreit nicht darauf berufen, dass früher für Dissertationen andere Standards gegolten hätten und die Arbeit ohnehin wissenschaftlich überholt sei. Dies zeigt ein jetzt veröffentlichtes Urteil des Frankfurter Verwaltungsgerichts. [...] Beim Abfassen der Dissertation habe die Klägerin auf schwerwiegende Weise wissenschaftliche Standards missachtet und die Prüfer über die Eigenständigkeit ihrer Leistung getäuscht. Die von der Universität vorgelegte Liste falscher Zitate, ungekennzeichneter Textübernahmen und fehlender Quellenangaben umfasse 21 Seiten."

21. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Der Tagesspiegel: Für die FU hat das Folgen: Die Aufarbeitung des Fall Giffeys beginnt erst (George Turner) "Die vom Dr.-Titel befreite Kandidatin bekräftigt, sie habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Das ist gar nicht so abwegig. Sie verfügt über kein Universitätsexamen, sondern ist Absolventin einer Fachhochschule. Das Ausbildungsziel dort ist die Vorbereitung auf Berufe, nicht auf eine wissenschaftliche Karriere, an deren Anfang die Promotion steht. Ihr waren möglicherweise, weil sie Betrieb und Arbeitsweise der Universität nicht kannte, manche Regeln nicht geläufig.
    Die große Verantwortung der Doktormutter
    Umso größer ist die Verantwortung der Doktormutter in einem solchen Fall. Deshalb ist es unverständlich, wie der Präsident der Freien Universität in einem sehr frühen Stadium des Verfahrens erklären konnte, die Doktorandin sei Täterin, die Doktormutter Opfer. Das suggeriert eine passive Rolle derjenigen, die Dissertationsthemen vergeben. Die Betreuerin ist eher Mittäterin. Selbst auf der falschen Einordnung als Opfer bleibt ungeklärt, wie die FU es zulassen konnte, dass sie, in der Sache befangen, Einfluss auf die Zusammensetzung der Kommission nehmen konnte, die wegen der Plagiate lediglich eine Rüge aussprach.
    Wenn die Universität nunmehr die Rücknahme des Titels erklärt, bleibt der gescholtenen Kandidatin ein lebenslanger Makel. Die Doktormutter kann fleißig weiter machen. Wo bleibt da ein internes Kontrollsystem, das für die Zukunft solche Fälle vermeiden hilft?"

19. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Leserbriefe vom 19. Juni 2021 "Es hätte sofort auffallen müssen
    Zu '69 problematische Stellen' (F.A.Z. vom 11. Juni): Bei der Beurteilung der Dissertation von Franziska Giffey ist lange Zeit von der Mitschuld der Promotionskommission nicht die Rede gewesen, auf die jetzt der Abgeordnete Grasse zu Recht hinweist. Die Ausführungen des Präsidenten der Universität sind einigermaßen erschütternd: 'Getäuscht worden seien die Gutachter im Promotionsverfahren sowie die Mitglieder der Promotionskommission, die angesichts der unterbliebenen Kennzeichnung von Formulierungen und Literaturnachweisen nicht hätten erkennen können, in welchem Maße die Doktorarbeit allein die geistige Leistung der Autorin wiedergegeben habe.' Hier wird eine mangelhafte Betreuung und Begutachtung der Arbeit gerechtfertigt. Nach jahrzehntelanger Erfahrung kann ich feststellen, dass in meinem Umfeld so etwas nie hätte passieren können. Die Doktorandinnen und Doktoranden berichten bei sachgemäßer Betreuung in Forschungsseminaren und Gesprächen mit den Betreuern über ihre Arbeit, außerdem sind die Gutachter so gut mit der Materie vertraut, dass Täuschungsversuche sofort auffallen würden. Professor Dr. Peter Herde, Alzenau

    Spielregeln des Zitierens
    Zum Beitrag 'Gipfelsturm ohne Sicherheitsnetz' (F.A.Z. vom 16. Juni): Vielen Dank für diesen Blick auf die Freie Universität Berlin, insbesondere auf die Doktormutter von Franziska Giffey. Sie hätte die eingereichte Arbeit seinerzeit überhaupt nicht zulassen dürfen, wie auch der Promotionsausschuss.
    Die Betreuung einer externen Promovendin, um die es sich hier handelt, ist insofern besonders sensibel, als ihr die Spielregeln des Zitierens nicht so selbstverständlich sind wie denen, die aus dem Wissenschaftsbetrieb heraus ihre Doktorarbeit schreiben. Insofern ist die Betreuung in solchen Fällen mit besonderer Verantwortung verbunden. Wohl wissend um die 'Schlangengrube Universität' können Promovenden anderenfalls ans offene Messer des Argwohns geliefert werden – wie hier Frau Giffey.
    Hier ist ganz offensichtlich zu wenig getan worden, auch von ihrer Betreuerin. [...] Die Folgen fehlerhaften Zitierens hat promotionsrechtlich natürlich die Promovendin zu tragen. Da Frau Giffey sanktioniert wird mit dem Entzug des Doktortitels, sollte gleichzeitig ihre Doktormutter Frau Tanja Börzel mit dem Entzug ihres Promovierungsrechts sanktioniert werden. Professor Dr. Klaus Brake, Berlin"

17. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Frisierte Lebensläufe: Mehr Schein als Sein [€] (Heike Schmoll) "Für Politiker sind die akademischen Statussymbole wie ein Doktorgrad auch dann attraktiv, wenn sie sonst bestrebt sind, die eigene Volksnähe zu beweisen. Das gilt etwa für die zurückgetretene Familienministerin Franziska Giffey. Der Doktorgrad verhalf ihr in einer frühen Lebensphase dazu, den Fachhochschulabschluss zu vergolden und ein soziales Distinktionsmerkmal zu schaffen. [...]
    Hohe Messlatte einer eigenständigen Leistung gerissen
    Doch die Glaubwürdigkeit leidet massiv. Zum einen geht es um die Glaubwürdigkeit eines Wissenschaftssystems, das akademisch unzureichende Doktorarbeiten nicht immer erkennt und die hohe Messlatte der eigenständigen wissenschaftlichen Leistung längst gerissen hat. Allein die hohe Zahl mehrerer Zehntausend Doktoranden im Jahr zeigt, dass es längst um Masse statt Klasse geht.
    Wissenschaftlicher Betrug verhöhnt diejenigen, die Jahre ihres Lebens für eine ehrliche und eigenständige Dissertation investiert und manchmal sogar Wissenschaftsgeschichte geschrieben haben. Dass seit Neuestem Plagiate auch im Kanzleramt bagatellisiert werden, zeigt allerdings, wie sehr die Maßstäbe verrutscht sind. [...]
    Frisierte Lebensläufe mit reichlich Selbstanpreisung
    Auch für die Hochschulen selbst darf der Fall Giffey nicht ohne Folgen bleiben. Doktorandenbetreuer müssen künftig öfter den Mut haben, Doktoranden abzulehnen, bei denen sie den begründeten Eindruck gewonnen haben, dass es nur um Prestige-grade geht, nicht um echtes wissenschaftliches Interesse. Damit tun sie sich seit Jahren schwer."

16. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Plagiatsfall Giffey: Gipfelsturm ohne Sicherheitsnetz [€] (Jochen Zenthöfer) "Kette von Missverständnissen
    Den Stein ins Rollen gebracht hatte wieder einmal die Onlineplattform 'VroniPlag Wiki', deren Analysten 119 Plagiate zählten und darauf Wert legen, dass die Dokumentation noch nicht abgeschlossen ist. [...]
    [...] Das erste Missverständnis war die Haltung Giffeys zur wissenschaftlichen Arbeitsweise. Als Absolventin einer Fachhochschule hatte sie diese ersichtlich nicht gelernt, sie wurde dank einer Sonderregelung in der Promotionsordnung zum Doktorat zugelassen.
    [...]
    Das dritte Missverständnis ist Giffeys trotzige Reaktion auf die Plagiatsnachweise. Sie hat immer noch nicht verstanden, was Forschung ausmacht. [...] Im November hatte Giffey erklärt: 'Wer ich bin und was ich kann, ist nicht abhängig von diesem Titel. Was mich als Menschen ausmacht, liegt nicht in diesem akademischen Grad begründet.' Der Historiker Karsten Krampitz fragte dazu in der Wochenzeitung Freitag: 'Wenn Giffey der Namenszusatz nichts bedeutet, warum wollte sie ihn dann? Warum hat sie mit dem Dr. sogar unterschrieben?'
    Die Rolle der Doktormutter
    Noch bedeutsamer ist allerdings die Frage, weshalb Doktormutter Börzel neben den Plagiaten weder Giffeys fehlende wissenschaftliche Befähigung noch die inhaltliche Irrelevanz der Doktorarbeit erkannte. [...]
    [...] Börzel will ermutigen, vor vermeintlich unüberwindbaren Problemen nicht zu kapitulieren, und zudem den Doktoranden die Zuversicht geben, 'dass am Ende alles gut wird'. [...] Doch bei der ehemaligen Ministerin reichte Zuversicht nicht aus, da methodisches Wissen fehlte. Im Entziehungsbescheid der FU an Giffey heißt es: 'Sie wären mit dieser Dissertation nicht promoviert worden, wenn im Promotionsverfahren erkannt worden wäre, dass Sie in großem Umfang Texte und Literaturnachweise anderer Autoren übernommen haben, ohne dies hinreichend zu kennzeichnen.'
    Dass Tanja Börzel dies nicht erkannt hat, hindert sie nicht, für 32 Fachzeitschriften Reviewgutachten zu erstellen und Mitglied in sechs Boards, acht Advisory Boards und einem Scientific Advisory Board zu sein. Nachzulesen ist das in Börzels offiziellem Lebenslauf, der 25 eng bedruckte Seiten füllt. Die Bearbeitung des ihr gewidmeten Wikipedia-Artikels musste vor einigen Tagen beschränkt werden, weil ein Nutzer mit dem Namen 'Berlinerprof' den Abschnitt über Börzels Rolle in Giffeys Plagiatsskandal ebenso entfernen wollte wie den Hinweis, dass der ebenfalls an der FU als Politikwissenschaftler lehrende Thomas Risse ihr Ehemann ist. Eingefügt wurde stattdessen ein Publikationsverzeichnis mit fast fünfzig Einträgen, darunter ein Werk Börzels, das noch 'in Vorbereitung' ist."

10. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Freie Universität Berlin: Freie Universität Berlin entzieht Franziska Giffey den Doktorgrad. Präsidium folgt der Empfehlung des Prüfgremiums / 2019 verhängte Rüge aufgehoben (Pressemitteilung Nr. 109/2021) "Die Freie Universität Berlin entzieht Franziska Giffey den Doktorgrad. Dies beschloss das Präsidium nach umfassender Beratung einstimmig. Die im Oktober 2019 verhängte Rüge wurde aufgehoben. [...] Grundlage der Entscheidung war der Bericht des zweiten Prüfgremiums, das gemäß § 34 des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) eingesetzt worden war. Berücksichtigt wurde auch die Stellungnahme von Franziska Giffey. [...] Zur Begründung für die Entziehung erklärte die Freie Universität, der Doktorgrad sei durch 'Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung' erworben worden. Es seien Texte und Literaturnachweise anderer Autorinnen und Autoren übernommen worden, ohne dass dies hinreichend gekennzeichnet worden sei. Mit der Entscheidung machte die Freie Universität Berlin Dokumente im Zusammenhang mit den beiden Prüfverfahren öffentlich, die zuvor mit Blick auf die Rechtssicherheit des Verfahrens und auf schutzwürdige Interessen der Beteiligten vertraulich behandelt worden waren."
  • Berliner Zeitung: Titelentzug für Franziska Giffey: Jetzt muss die FU intern aufräumen (Christine Dankbar) "Die Entscheidung war erwartet worden. Dennoch ist dieser Donnerstag für Franziska Giffey kein guter Tag im Wahlkampf um den Spitzenjob im Roten Rathaus. Ihr Doktortitel, den sie schon seit Herbst nicht mehr gebrauchte, wurde ihr nun endgültig aberkannt.
    Die Freie Universität Berlin (FU) hat dafür insgesamt zwei Jahre gebraucht. Nicht, weil man so gewissenhaft geprüft hat, sondern weil die erste Prüfung offenbar mindestens so mängelbehaftet war wie die wissenschaftliche Arbeit, der die Prüfung galt. Das herauszufinden war aber alles andere als einfach, denn das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft hat alles getan, um die Überprüfung der Arbeit im Geheimen stattfinden zu lassen. Und das Präsidium der FU machte mit. Der Prüfbericht verschwand in der Versenkung, es gab keinerlei Informationen über die Zusammensetzung der Prüfkommission. Transparenz in der Wissenschaft sieht wahrlich anders aus.
    [...]
    Die CDU hat daher recht mit ihrer Forderung, dass es nicht nur für die Doktorandin Konsequenzen geben darf. Die FU muss jetzt intern aufräumen und bei der Aufklärung von Missständen beim OSI anfangen. Vielleicht braucht es noch eine Prüfungskommission."
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Nach Rücktritt als Ministerin: Freie Universität entzieht Giffey den Doktorgrad (Heike Schmoll) "Nach dem Rücktritt Franziska Giffeys (SPD) als Bundesfamilienministerin kam die Entscheidung der Freien Universität Berlin (FU) nicht mehr überraschend, ihr den Doktorgrad zu entziehen. [...] Am Donnerstag teilte der Präsident der FU, Günter Ziegler, Giffey nun mit, dass die am 30.Oktober 2019 erteilte Rüge zurückgenommen werde und dass sie ihre Promotionsurkunde innerhalb eines Monats nach Bestandskraft der Entziehung zurückzugeben habe.
    [...] Getäuscht worden seien die Gutachter im Promotionsverfahren sowie die Mitglieder der Promotionskommission, die angesichts der unterbliebenen Kennzeichnung von Formulierungen und Literaturnachweisen nicht hätten erkennen können, in welchem Maße die Doktorarbeit allein die geistige Leistung der Autorin wiedergegeben habe. [...]
    Giffey sagte am Donnerstag, sie akzeptiere die Entscheidung der FU und bedauere die 'Fehler, die mir bei der Anfertigung der Arbeit unterlaufen sind'. Sie blieb bei ihrer Aussage, die 2009 eingereichte Dissertation 'nach bestem Wissen und Gewissen verfasst' zu haben. Auf eine Klage gegen die verwaltungsrechtliche Entscheidung wird sie also verzichten, um ihren Wahlkampf in Berlin ungestört fortsetzen zu können.
    [...]
    69 problematische Stellen
    Der Bonner Rechtswissenschaftler Klaus Gärditz war in seinem von der Unionsfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus in Auftrag gegebenen Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass es für eine Rüge im Berliner Hochschulgesetz keine Rechtsgrundlage gebe. Daher sei die Aberkennung des Doktorgrades angesichts der Schwere der Plagiate die einzig folgerichtige Entscheidung gewesen, sagte er der F.A.Z.. Offen bleibe indessen, warum die FU nicht gleich ein korrektes Verfahren mit einem unbefangenen Prüfgremium auf den Weg gebracht habe. [...]
    In seinem Bericht wies das Prüfgremium darauf hin, dass Flüchtigkeitsfehler und Zahlendreher bei der Bewertung der Arbeit nicht weiter berücksichtigt wurden. Insgesamt 69 problematischen Stellen seien 'eindeutige Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis'. Damit seien die Voraussetzungen für eine Aberkennung des Doktorgrades gegeben.
    Die FU müsse jetzt klären, welche Verantwortung Giffeys Doktormutter zukommt und ob sie als Vorsitzende des Promotionsausschusses des Otto-Suhr-Instituts an der FU 'noch länger tragbar ist', sagte der CDU-Abgeordnete Adrian Grasse am Donnerstag. Das Institut habe den 'Ruf der FU aufs Spiel gesetzt und der Exzellenzuniversität schweren Schaden zugefügt'."

2. Juni 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Freie Universität Berlin: Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey: Stellungnahme eingegangen (Pressemitteilung Nr. 100/2021) "Im laufenden Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey hat die Verfasserin der Promotionsarbeit dem Präsidium der Freien Universität ihre Stellungnahme übermittelt. Das Schreiben ging am Mittwoch fristgerecht zunächst per E-Mail ein, wie die Hochschule in Berlin mitteilte. Das Präsidium hatte Franziska Giffey am 5. Mai die Gelegenheit zur Stellungnahme vor einer Entscheidung über eine mögliche Aufhebung der Rüge und vor einer neuen Entscheidung im Überprüfungsverfahren gegeben. Das Präsidium erklärte, es werde die Stellungnahme nun umgehend prüfen; eine Entscheidung im Verfahren werde in diesem Monat zügig getroffen und bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt würden auch nähere Informationen zum Prüfverfahren und zum Bericht des Prüfgremiums veröffentlicht. Zum Ende des Verfahrens würden auch die Namen der Mitglieder des Prüfgremiums bekannt gegeben."

29. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Telepolis: Politik und Plagiatsaffären (Stephan Schleim) "Nach Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Annette Schavan (CDU) trat kürzlich mit Franziska Giffey (SPD) schon die dritte Bundesministerin im Zusammenhang mit einer Plagiatsaffäre von ihrem Amt zurück. Ursula von der Leyen (CDU) behielt 2016 ihren Dr. med. und blieb bis 2019 Verteidigungsministerin, obwohl auch in ihrer Doktorarbeit zahlreiche Fehler gefunden wurden. Die zuständige Prüfungskommission stellte keine Täuschungsabsicht fest.
    [...]
    Franziska Giffey scheint nun ihre Hausaufgaben gemacht zu haben: Zwar konnte sie in ihrer Doktorarbeit nicht richtig zitieren, doch ihre Karriere will sie nun mit einer Flucht nach vorne retten. Sie konnte schließlich von zu Guttenberg und Schavan lernen, wie man es nicht machen darf. Also 'verzichtete' sie erst auf ihren Doktor, was formal gar nicht geht; und als sich das Ende des zweiten Untersuchungsausschusses näherte, bot sie den Rücktritt an.
    [...]
    Dieses Vorgehen offenbart einen massiven Werteverfall in der Partei, die traditionell mit dem Spruch 'Aufstieg durch Bildung' Wahlkampf macht und den Armen der Gesellschaft ihr unmenschliches 'Fördern und Fordern' aufdrückt. Das eigene Personal macht hingegen mit dem 'Aufstieg durch Verblendung' vor, wie man wirklich in die Spitzenpositionen kommt. Und kurz bevor man es nicht mehr leugnen kann, jazzt man es zur Schicksalswahl:
    Ganz bescheiden mögen nun Berlins Wählerinnen und Wähler bestimmen, wie es mit der Plagiatspolitikerin weitergeht. Diese spiele immerhin mit offenen Karten. Asche auf ihr Haupt. Tatsächlich hat sie lange getäuscht und an ihrer Täuschung auch festgehalten, bis sie sich nicht länger vertuschen ließ."

27. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Berliner Zeitung: "Plagiate sind eine Geißel der Wissenschaft" (Christine Dankbar) "Die Universität ist – mit kurzen Unterbrechungen – seit zwei Jahren und drei Monaten damit beschäftigt herauszufinden, ob Giffey bei ihrer Arbeit getäuscht hat. Dabei ist das längst unstrittig – jedenfalls, wenn man Gerhard Dannemann fragt. Der 61-jährige Rechtswissenschaftler ist Professor für Englisches Recht sowie britische Wirtschaft und Politik an der Humboldt-Universität.
    Er ist aber auch aktiv bei VroniPlag Wiki, einer Plattform, die wissenschaftliche Arbeiten auf Plagiate überprüft. Die Dissertation von Franziska Giffey kennt er gut. Gut genug, um zu sagen: 'Die Arbeit hätte so nicht angenommen werden dürfen.' Sie verstoße gegen drei elementare Regeln zum Umgang mit wissenschaftlichen Quellen: 'Man muss sie dort nennen, wo man sie verwendet, man muss Zitate kennzeichnen und man muss Belege selbst überprüfen.' All das habe Giffey missachtet.
    [...]
    [...] Die erste Prüfung endete mit einer Rüge für Franziska Giffey. Den Doktortitel durfte sie behalten. Der Prüfbericht blieb erst mal unter Verschluss. Bis der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) der FU Berlin das Gutachten im Mai 2020 auf seiner Webseite veröffentlichte. Der AStA hatte es aufgrund des Informationsfreiheitsgesetzes eingeklagt.
    Dannemann hofft, dass die FU das mit den zweiten Gutachten freiwillig macht. [...] Er findet es verständlich, dass sich die FU während der Untersuchung bedeckt hält. 'Aber wenn sie beendet ist, dann spricht eigentlich nichts dagegen, alles auf den Tisch zu legen und sich nicht vom AStA dazu zwingen zu lassen, die Sachen herauszugeben', sagt er der Berliner Zeitung. Er habe sich bei der Lektüre des ersten Gutachten an vielen Stellen gewundert."

26. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • ZEIT ONLINE: Dr.? Oh no! (Anna-Lena Scholz) "Und dann die Universitäten, sie haben der schleichenden Degradierung ihres wichtigsten Grades jahrelang zugesehen. Das gilt insbesondere für die medizinischen und juristischen, auch für einige philosophische Fakultäten. [...]
    Warum die eine ihren Doktor behalten durfte (wie Ursula von der Leyen), der andere ihn aberkannt bekam, der nächste ihn freiwillig zurückgab? Unklar. Warum die Ex-Doktoranden angeklagt wurden, betreuende Professorinnen aber nicht? Man weiß es nicht. [...]
    In der Öffentlichkeit sind die Universitäten nicht als souveräne Institutionen aufgetreten, die hohe wissenschaftliche Standards verteidigen. Sie wirkten eher wie gesellschaftlich entrückte Außenposten, an denen intellektuelle Schmalspurforschung durchgewinkt wird. Die Idee, ein unabhängiges Gremium zu schaffen, das Zweifelsfälle wissenschaftlicher Integrität prüft – wie in Österreich –, haben die deutschen Wissenschaftsorganisationen schon vor Jahren torpediert. Man wollte die Autorität behalten und gab sie damit letztlich preis.
    Keine Universität war dabei so überfordert wie die FU Berlin. Seit 27 Monaten versucht das Präsidium, zu einem Schluss in Sachen Giffey zu kommen. [...] Die Universität hat sich auf ihre Binnenperspektive beschränkt, als sei die interessierte Öffentlichkeit lästig, als sei man keine Transparenz schuldig."

23. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Doktor Giffey (Heike Schmoll) "Entscheidend aber ist Giffeys nachlässiger Umgang mit Quellen. Dazu gehören Blind- und Fehlzitate, die bei der ersten Prüfung außer Acht blieben. Vielmehr beschränkte sich das erste Verfahren auf die von 'VroniPlag Wiki' genannten Problemstellen. Bei 27 dieser Stellen kam schon die erste Kommission zu dem Ergebnis, dass eine 'objektive Täuschung' vorliegt.
    Nach dem Berliner Hochschulgesetz hätte allein diese Feststellung schon genügt, um Giffey den Doktorgrad zu entziehen. [...] Die Rüge aufzuheben und das Verfahren neu aufzurollen war deshalb zwar peinlich, aber folgerichtig. Zumal die Kommission auch noch den fragwürdigen Versuch unternommen hatte, die abgeschriebenen oder paraphrasierten Stellen gegen eine Eigenständigkeit in der wissenschaftlichen Leistung abzuwägen. [...] Wenn ein Doktorand getäuscht und damit vorsätzlich gehandelt hat, ist es unerheblich, ob sich auch Teile in der Arbeit finden lassen, die Eigenständigkeit zeigen.
    Eine Dissertation soll die Forschung voranbringen. Diese Anforderung erfüllen viele Dissertationen nicht. Im Fall Giffey hätte die Doktormutter die Arbeit zurückgeben und überarbeiten lassen müssen. Sie hätte die Regionalpolitikerin, die Giffey damals war, darauf hinweisen müssen, dass ihre Zitierweise abenteuerlich war, weder 'amerikanisch' noch sauber, und dass man so nicht mit Quellen umgehen kann. Das ist offenbar nicht geschehen. Dass Giffey den Doktorgrad, der ihr einst so wichtig war, jetzt einfach weggeworfen hat, weil sie glaubt, ihn nicht mehr zu brauchen, ist ausgesprochen schäbig. Aber sie ist und bleibt eben eine Karrieristin."

22. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • The Guardian (London): German politicians suffer higher degree of embarrassment from plagiarism than from sex scandals (Philip Oltermann) "The university’s reassessment of Giffey’s PhD was nudged by VroniPlag Wiki, a crowdsourcing platform that searches German doctoral theses for plagiarism and brought about the fall of high-flying defence minister Karl-Theodor zu Guttenberg in 2011. [...] 'We have different perceptions of academic degrees in Germany and the UK', said Gerhard Dannemann, a professor of law at Berlin’s Humboldt University who contributes to the anti-plagiarism website. 'In Germany, a doctorate used to be your best passport to respectable society if you weren’t part of the nobility. Even if that’s no longer the case, it is still something people brandish to enhance their reputation, especially young politicians trying to make their mark,' said Dannemann, who used to teach at University College London and Oxford University."

21. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Der Tagesspiegel: "Herzenssache" statt Plagiatsskandal: Wie Franziska Giffey versucht, die Wirklichkeit zu verpacken [€] (Anatol Stefanowitsch) "Haben Sie schon einmal versucht einen Elefanten zu verstecken? Nicht? Franziska Giffey schon. Der Elefant ist ihre Dissertation, und ihn zu verstecken, gelingt ihr gerade ziemlich gut. Sie wendet dabei eine Methode an, die ich als Sprachwissenschaftler gut kenne: Das Framing.
    [...]
    Nun ist es häufig so, dass es in der Diskussion etablierte Sprachbilder gibt, die unseren Zielen im Weg stehen. Dann müssen wir versuchen, zu 're-framen' – also die etablierten Sprachbilder aus der Diskussion (und aus den Köpfen der Menschen) verdrängen und durch neue ersetzen. Dabei gilt es, eine einfache Regel zu beachten: Vermeide alle Wörter, die mit dem alten Sprachbild zusammenhängen. [...]
    Franziska Giffey hat in ihrer Dissertation in einem Umfang abgeschrieben, der sich durch Nachlässigkeit oder falsch verstandene Zitierregeln nicht erklären lässt. Zu diesem Schluss kamen schon 2019 die Plagiatsplattform VroniPlag und ein von der Freien Universität Berlin beauftragtes Gutachten. Und jetzt wohl auch ein zweites Gutachten, das bisher nur Giffey vorliegt.
    Schon während der ersten Überprüfung kündigte Giffey an, sie werde als Familienministerin zurücktreten, falls die FU ihr den Doktorgrad aberkennen würde. [...] Da ein nachgewiesener akademischer Betrug selbst im toleranten Berlin kein Pluspunkt sein dürfte, gilt es für Giffey und die Berliner SPD, im Wahlkampf das Wort 'Plagiat' zu meiden – oder noch besser, gleich das Wort 'Dissertation'.
    Viele Politiker und Politikerinnen, die vor Giffey des akademischen Betrugs überführt wurden, haben das nicht geschafft. [...] Der einstige FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis pochte verbissen mal auf die Harvard- mal auf die Oxford-Zitierweise, und jedes Mal, wenn er 'Zitierweise' sagte, erinnerte er uns, dass er in seiner Arbeit eben nicht zitiert, sondern seitenweise abgeschrieben hatte. [...]
    Franziska Giffey hingegen fällt schon länger als kühl kalkulierende Expertin für politisches Framing auf. [...] Und das zeigt jetzt die besonnene Wortwahl in ihrer Plagiatsaffäre, in der sie es von Anfang an konsequent vermied, das eigentliche Thema zu benennen.
    [...]
    Innensenator Andreas Geisel schlägt in dieselbe Kerbe: 'Aufbruchsstimmung' verkörpere sie, schwärmt er, und 'die Menschen mögen ihre herzliche und offene Art'. Und auch er betont, Giffey stehe 'fest zu ihrem Wort' und bleibe sich 'treu'.
    Wenn die Medien auf dieses Framing hereinfallen, und sei es nur durch das Wiederholen der O-Töne, könnte Giffeys Plan aufgehen. Deshalb muss stets die Einordnung dieser Zitate erfolgen: Franziska Giffey ist nicht zurückgetreten, weil sie zu ihrem Wort steht, sondern, weil sie in ihrer Dissertation die Worte anderer als die ihren ausgegeben hat."
  • University World News (London): Germany: Federal minister resigns following PhD plagiarism finding (Michael Gardner) "Another German politician has stumbled over a plagiarism affair. Franziska Giffey has stepped down as minister for family affairs, senior citizens, women and youth, just months ahead of the federal elections.
    Giffey, a Social Democrat, stepped down following lifting allegations concerning her doctoral thesis in political science. In 2019, she had been reprimanded by the Free University of Berlin, which did not, however, strip her of her title and was criticised for not taking further action.
    [...]
    According to Gerhard Dannemann, a professor of law at Humboldt University of Berlin, Giffey’s thesis should not have been accepted in the form in which it had been written.
    Dannemann says that incorrect handling of sources in a politician’s dissertation is deplorable but maintains that plagiarising scientists and scholars are far more dangerous than plagiarising politicians.
    ’I believe that the real deficits are that relatively many people can have a successful career as academics who acquired their academic degree through malpractice,’ he says.
    Only a few years ago, Germany experienced a spate of politicians resigning over plagiarism allegations brought up above all by hypertext publications such as VroniPlag."

20. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • The Times (London): Merkel loses minister to plagiarism claims (Oliver Moody) "Franziska Giffey [...] was awarded a doctorate by the Free University of Berlin (FUB) in 2010, writing her thesis on the EU’s relationship with civil society.
    In 2019 a report by VroniPlag Wiki, a website that analyses German public figures’ dissertations, said that 13.2 per cent had been plagiarised from at least 52 sources, and one page had been lifted almost entirely from a 2008 English-language treatise on the topic. At least 50 per cent of text on ten other pages was allegedly borrowed without credit."
  • La Vanguardia (Barcelona): La ministra de Familia de Alemania dimite por presunto plagio de tesis (María-Paz López) "En Alemania con los doctorados no se juega. La ministra de Familia, la socialdemócrata Franziska Giffey, dimitió ayer por presunto plagio en su tesis doctoral, un asunto que la acompaña desde hace tres años. Acusada en el 2019 por la plataforma colaborativa VroniPlag Wiki de haber copiado o no atribuido fragmentos de su tesis sobre política europea en la Universidad Libre de Berlín (FU), Giffey había ido sorteando la situación hasta ahora.
    El motivo para su precipitada salida del Gobierno –cuando faltan cuatro meses para las elecciones generales del 26 de septiembre- es que muy pronto se hará pública una nueva revisión de su tesis por parte de la FU, que podría llevar a que le retiren el título académico. La Universidad ha pedido a Giffey que presente sus alegaciones a más tardar a inicios de junio.
    [...]
    Franziska Giffey es el tercer ministro de un Gobierno de Merkel que dimite por motivos vinculados a plagios de tesis; los dos anteriores eran conservadores. [...] La ahora presidenta de la Comisión Europea, Ursula von der Leyen, cuestionada en el 2015 por el sitio VroniPlag Wiki siendo ministra de Defensa, fue eximida por la Facultad de Medicina de Hannover, a pesar de 'lagunas evidentes' en su tesis en la atribución de referencias."

19. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Merkel hielt Giffey-Rücktritt nicht für nötig (FAZ.NET/mwe.) "Angesichts der anhaltenden Diskussion über die Aberkennung ihres Doktorgrades tritt Franziska Giffey (SPD) von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin zurück. Wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte, bat Giffey am Vormittag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Entlassung. Wie die F.A.Z. aus Regierungskreisen erfuhr, war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht der Meinung, dass Giffey unbedingt zurücktreten müsse.
    Merkel sagte am Mittwoch, sie nehme Giffeys Rücktritt 'mit großem Respekt, aber auch mit ebenso großem Bedauern entgegen'. [...]
    In der SPD-Führung herrschte allerdings die Ansicht vor, dass es für Giffeys Wahlkampf in Berlin zur Belastung werden könne, sollte sie ihre Ankündigung aus dem ersten Prüfverfahren nicht wahrmachen, beim Entzug des Doktorgrades zurückzutreten. [...]
    'In den letzten Tagen sind erneut Diskussionen um meine Dissertation aus dem Jahr 2010 aufgekommen', begründete Giffey ihren Rücktritt als Ministerin. Auch wenn sie selbst weiterhin zu ihrer Aussage stehe, 'dass ich meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben habe', und die zweite Prüfung der Doktorarbeit noch nicht abgeschlossen sei, ziehe sie bereits jetzt 'die Konsequenzen aus dem andauernden und belastenden Verfahren'. Giffey begründete ihre Entscheidung mit dem Anspruch von Regierung, SPD und Öffentlichkeit 'auf Klarheit und Verbindlichkeit'.
    [...]
    Giffey sagte weiter, sie bedaure es, wenn ihr in ihrer Arbeit 'Fehler unterlaufen sind'. Und sie kündigte an: 'Sollte die Freie Universität in ihrer nunmehr dritten Überprüfung meiner Arbeit zu dem Ergebnis kommen, mir den Titel abzuerkennen, werde ich diese Entscheidung akzeptieren.' Die FU hatte Giffey eine Frist zur Stellungnahme zugestanden, die noch nicht abgelaufen ist und die sie ausschöpfen will. Sie verzichtete bereits im vergangenen Jahr darauf, den Doktortitel weiterhin zu führen."
  • RTBF (Brüssel): La ministre allemande de la Famille démissionne suite à des soupçons de plagiat sur sa thèse de doctorat (Belga) "Franziska Giffey est accusée par la plateforme collaborative VroniPlag Wiki d’avoir plagié en partie sa thèse en sciences politiques consacrée en 2010 au fonctionnement de l’Europe et présentée devant l’Université libre de Berlin.
    Selon le site, quelque 49 des 265 pages de la thèse présentaient des soupçons de plagiat allant de citations non attribuées à leurs auteurs au copier-coller d’autres ouvrages. [...] L’actuelle présidente de la Commission européenne, Ursula von der Leyen, mise en cause en 2015 par le site VroniPlag Wiki, avait pour sa part été blanchie par l’Université de médecine de Hanovre, malgré des 'lacunes évidentes' dans l’attribution de références."

18. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • t-online: Giffeys Arbeit: Gremium muss nicht einstimmig entscheiden (dpa) "Das neu eingesetzte Prüfgremium der Freien Universität (FU) Berlin muss über die Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nicht einstimmig entscheiden. Das geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der CDU-Fraktion an das Abgeordnetenhaus hervor. Nach dem Berliner Hochschulgesetz sei das nicht erforderlich, Beschlüsse würden mit der Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen gefasst, heißt es in der Antwort der Senatskanzlei. Das Gremium habe sich bisher in sechs Sitzungen mit der Doktorarbeit der SPD-Landesvorsitzenden und Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl beschäftigt."

14. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Übermedien: Ach, das bisschen Plagiat: Franziska Giffey und ihre Helfer in den Medien (Peter Monnerjahn) "Mit schöner Regelmäßigkeit fliegt in der Politik jemand auf, der sich seinen Doktortitel mehr oder weniger dreist erschlichen hat. Der aktuelle Fall: Franziska Giffey, womöglich auch bei Erscheinen dieses Textes immer noch Bundesfamilienministerin. Giffeys Dissertation wurde von der Freien Universität Berlin, die ihr 2010 den Doktortitel verlieh, gerade ein zweites Mal begutachtet, und nun soll ihr – unbestätigten Gerüchten zufolge – der Titel endlich entzogen werden.
    Dass das geboten ist, kann niemand mehr ernsthaft bestreiten. Die Dissertation ist auf VroniPlag online einsehbar – einschließlich extensiver Markierungen aller bisher entdeckten Fundstellen von Plagiaten. [...]
    [...]
    Seltsame Rüge
    [...]
    Das jetzt durchgesickerte vermutliche Ergebnis der zweiten Prüfung sollte also eigentlich niemanden überraschen. Wer auch nur minimale Recherche in diesem Fall betreibt, weiß um das Ausmaß der Täuschungen. Wer jemals an einer Universität einen Abschluss gemacht hat, weiß, dass selbst für Seminararbeiten in aller Regel eine Null-Toleranz-Politik gegenüber jeglichen Plagiaten herrscht. Und wer nicht naiv ist, fällt auch nicht auf die Ausreden und Nebelkerzen der Plagiatoren herein und verkauft die seinem Publikum als ernstzunehmende Beiträge.
    Vage 'Mängel'
    Umso mehr muss man sich wundern über die auch in diesem Fall allgegenwärtigen Verharmlosungen betrügerischen wissenschaftlichen Fehlverhaltens: als bloße 'Zitierfehler', als 'unsauberes Arbeiten', als 'geschummelt haben'. Im Fall Giffey herrscht weitgehende Einigkeit in den Medien, dass es sich bei den Problemen mit ihrer Dissertation nur um nicht weiter spezifizierte 'Mängel' handelt: So schreiben 'Welt', FAZ, RTL, t-online und viele andere. Der rbb denkt sich sogar noch eine ganz eigene mögliche Ausrede aus: 'Die andere Lesart ist, dass hier eine Vollzeit-Politikerin und 2009, als sie die Arbeit schrieb, Mutter eines Kleinkinds lediglich an der einen oder anderen Stelle nicht ganz sauber zitiert hat.'
    [...]
    'Einige wenige echte Plagiate'
    Genau diesen Taschenspielertrick versucht Giffey nun auch, nur noch dreister. Und Berliner Leitmedien machen sich bereitwillig zu Helfershelfern, allen voran Julius Betschka im 'Tagesspiegel'. [...]
    [...]
    Die FU prüfe an Giffeys Dissertation 'herum', schreibt Betschka und zwar: 'Wegen Mängeln, die zwar offensichtlich sind, aber nicht die wissenschaftliche Leistung der Arbeit insgesamt in Frage stellen oder grundsätzlich, im Sinne großflächigen Betrugs, an Giffeys Integrität zweifeln lassen.' Frau Giffey wird das sicher dankbar gelesen haben. Man vergleiche den Satz mit der verblüffend ähnlichen Formulierung aus dem Prüfbericht der FU: 'Drittens kam das Gremium zu dem Ergebnis, dass trotz der festgestellten Mängel nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden kann, dass es sich bei der Dissertation von Frau Dr. Giffey um eine eigenständige wissenschaftliche Leistung handelt.' Dass selbst der FU-Bericht von 'objektiver Täuschung' und 'Vorsatz' in 27 Fällen spricht? Egal, beide Wörter werden von Betschka nicht einmal erwähnt."

11. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Business Insider: Nach erneuter Prüfung ihrer Dissertation: Wird Familienministerin Giffey ihr Doktortitel nun doch entzogen? (Lars Petersen) "Der Doktortitel von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) – jetzt ist er offenbar doch wieder in Gefahr. Wie Business Insider aus Kreisen der Freien Universität (FU) erfuhr, soll sich die Prüfungskommission der FU für die Aberkennung des Doktortitels von Giffey ausgesprochen haben.
    Die Universität hatte seit Januar dieses Jahres erneut Plagiatsvorwürfe gegen die Politikerin geprüft, nachdem Kritik an der ersten Entcheidung von Oktober 2019 laut geworden war, Giffey für zahlreiche Plagiate lediglich eine Rüge zu erteilen. Selbst mehrere FU-Gutachten waren zu dem Schluss gekommen, dass eine Rüge unzulässig sei. Daraufhin kündigte die FU eine erneute Prüfung an.
    Nun kommt die Prüfungskommission offenbar zu einem anderen Ergebnis. Aktuell hat die Politikerin noch knapp drei Wochen Zeit für eine Stellungnahme eingeräumt bekommen. Dann wird das Präsidium der FU eine endgültige Entscheidung treffen.
    Giffey hatte immer betont, dass sie nicht bewusst kopiert, sondern sie die Arbeit 'nach bestem Wissen und Gewissen verfasst' habe. Aufgekommen sind die Plagiatsvorwürfe durch die Website VroniPlag. Demnach seien 119 Textstellen auf 76 der 205 Seiten von Giffeys Doktorarbeit Plagiate, so die Seite."
  • Der Tagesspiegel: Giffey denkt nicht an Rückzug: "Das Verfahren, in dem ich das gesagt habe, ist abgeschlossen" (Ann-Kathrin Hipp, Ingo Salmen) "Das Verfahren an der Freien Universität (FU) Berlin läuft unter strengster Geheimhaltung. Am Montag allerdings ist durchgesickert, dass Franziska Giffey, Spitzenkandidatin der Berliner SPD, die Aberkennung ihres Doktortitels droht. Das Prüfgremium soll diesen Schritt empfohlen haben.
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    Der Tagesspiegel-Checkpoint hat allerdings am vergangenen Donnerstag für seinen Podcast 'Eine Runde Berlin' mit Giffey gesprochen. Zu diesem Zeitpunkt lag ihr der Bericht des Prüfgremiums bereits vor. Direkt dazu geäußert hat sie sich nicht - allerdings machte sie klar, dass sie ihre Doktorarbeit inzwischen emotional hinter sich gelassen hat: 'Für mich kann man mal sagen, der Drops ist gelutscht', sagte Giffey. 'Das Thema ist durch.'
    Wird sie ihre Kandidatur fürs Rote Rathaus zurückziehen, wenn sie den Doktortitel abgeben muss? Immerhin hatte sie bei der ersten Überprüfung ihrer Doktorarbeit, die letztlich nur mit einer Rüge durch die Universität endete, sogar einen Rücktritt als Ministerin in Aussicht gestellt.
    'Ich habe mich dazu ganz klar geäußert: Das Verfahren, in dem ich das gesagt habe, ist abgeschlossen. Das ist beendet', sagte Giffey nun auf diese Frage. An einen vorzeitigen Abschied aus der Bundesregierung scheint sie inzwischen nicht mehr zu denken - und an einen Verzicht auf die Spitzenkandidatur in Berlin schon gar nicht."
  • Der Tagesspiegel: Giffey offenbar vor Aberkennung des Doktortitels – Grünen-Fraktionschefin fordert Konsequenzen (Julius Betschka, Silvia Perdoni, Tilmann Warnecke, Christian Latz) "Im Fall des offenbar bevorstehenden Entzugs des Doktortitels für Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin und SPD-Spitzenkandidatin zur Abgeordnetenhauswahl, hat die Berliner Grünen-Co-Fraktionsvorsitzende Antje Kapek Konsequenzen gefordert. 'Es ist jetzt ihre Chance zu zeigen, ob sie die politische Größe besitzt, zu ihren Versprechungen aus der Vergangenheit zu stehen', sagte Kapek dem Tagesspiegel mit Bezug darauf, dass die Freie Universität (FU) Giffey den Doktortitel aberkennen könnte.
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    Kapek äußerte sich auch zu Stimmen aus der SPD, die die FU für das Verfahren kritisierten. Der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier etwa bescheinigte der Universität einen 'Vertrauensverlust ihrer wissenschaftlichen Reputation'. Die grüne Co-Fraktionsvorsitzende Kapek nannte solche Einlassungen eine 'problematische Umkehrung von Ursache und Wirkung' in der Plagiatsaffäre. 'Hätte sie von Anfang an hundert Prozent korrekt zitiert, hätte es das Verfahren gar nicht erst gegeben', sagte sie mit Bezug auf Giffey.
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    Staatsrechtler Battis: Leak hat keine Folgen fürs Verfahren
    Ist das zweite Verfahren nun rechtlich angreifbar, weil das Votum des Prüfgremiums bekannt wurde, sodass es neu aufgerollt werden muss? Nein, sagt Staatsrechtler [Ulrich] Battis auf Anfrage des Tagesspiegel: 'Es ist jetzt zwar fehlerbehaftet, aber das hat keine Auswirkung.'
    Wäre er Giffeys Anwalt, würde er jetzt zwar vielleicht 'trompeten, dass das kein faires Verfahren ist'. Battis hält das aber für wenig stichhaltig: 'Da ist nichts zu machen.' Letztlich würde auch bei vielen anderen Urteilen immer wieder etwas vorab durchsickern, ohne dass diese dadurch infrage gestellt sind."
  • neues deutschland: Die Laube brennt – SPD-Spitzenkandidatin Giffey gerät in der Plagiatsaffäre erneut unter Druck (Rainer Rutz) "Mitten im Kampf um das Abgeordnetenhaus wird SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey erneut von der Diskussion um ihren Doktortitel eingeholt. Nach am Dienstag veröffentlichten Informationen des Magazins »Business Insider« soll sich die in der Plagiatsaffäre eingesetzte Prüfungskommission der Freien Universität Berlin (FU) dafür ausgesprochen haben, der Bundesfamilienministerin den Titel zu entziehen.
    Giffey selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Einen Termin im Rahmen der Vorstellung des Wohnmarktreports Berlin sagte die SPD-Politikerin kurzfristig ab. Umso deutlichere Worte fand die mit ihrer Partei in Berlin zusammen regierende Linke. »Sollten die Informationen zutreffen, stellt sich die Frage, ob Franziska Giffey zu ihrem Wort steht, ihr Ministeramt zur Verfügung zu stellen«, sagt der rechtspolitische Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, Sebastian Schlüsselburg, zu »nd«. Immerhin hatte Giffey 2019 genau das angekündigt, falls ihr der Titel aberkannt werden sollte – was ihr jetzt auf die Füße fallen könnte."

7. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Abgeordnetenhaus von Berlin (Drucksache 18 / 27453): Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) zum Thema: Abschluss des erneuten Promotionsüberprüfungsverfahrens (PDF) "[Frage] 1. Wie oft hat das neu eingesetzte Prüfgremium im Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey bisher getagt?

    Zu 1.:
    Das neu eingesetzte Prüfgremium hat bisher in sechs Sitzungen getagt.
    [...]
    [Frage] 5. Muss die Entscheidung im erneuten Prüfverfahren mit den Stimmen aller Mitglieder des Prüfgremiums getroffen werden (bitte begründen)?

    Zu 5.:
    Nein. Gemäß § 47 Absatz 2 des Berliner Hochschulgesetzes werden Beschlüsse mit der Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen gefasst. Eine einstimmige Beschlussfassung ist somit nicht erforderlich."

5. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (S. N4): Plagiatsurteil: Kein Recht auf Vergessen (Jochen Zenthöfer) "Nach dem Oberlandesgericht Frankfurt entschied jetzt auch der Bundesgerichtshof (VI ZR 73/20), dass wissenschaftliche Publikationen der Sozialsphäre zuzuordnen sind. Die Richter wollen den Diskurs zu plagiatsbehafteten Arbeiten nicht vom Persönlichkeitsrecht eingeschränkt wissen. Zumal die Habilitation weiter in vielen Bibliotheken vorgehalten wird und zuletzt sogar vom Bundesverfassungsgericht zitiert wurde."
  • Freie Universität Berlin: Nächster Schritt im Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey – Verfasserin der Promotionsarbeit erhält Gelegenheit zur Stellungnahme (Pressemitteilung Nr. 079/2021) "Im laufenden Prüfverfahren der Dissertation von Franziska Giffey liegt dem Präsidium der Freien Universität Berlin inzwischen der Bericht des neuen Prüfgremiums vor. Wie das Präsidium der Hochschule am Mittwoch im Akademischen Senat mitteilte, wurde der Verfasserin der Promotionsarbeit vor einer Entscheidung des Präsidiums über eine mögliche Aufhebung der Rüge und vor einer neuen Entscheidung im Überprüfungsverfahren die Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben. Für diese hat Franziska Giffey eine Frist von vier Wochen erhalten; auch dies wurde ihr am Mittwoch mitgeteilt. Nähere Informationen zum laufenden Prüfverfahren und zum Bericht des Prüfgremiums werden vor Bekanntgabe des Schlussergebnisses nicht veröffentlicht. Die Namen der Mitglieder des Prüfgremiums werden zum Ende des Prüfverfahrens bekannt gegeben."

2. Mai 2021[Quelltext bearbeiten]


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