VroniPlag Wiki
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==28. März 2021==
 
*'''NETZPOLITIK.ORG''': [https://netzpolitik.org/2021/zehn-jahre-vroniplag-wiki-das-problem-der-plagiate-wird-weiter-ignoriert/ ''Zehn Jahre Vroniplag-Wiki: Das Problem der Plagiate wird weiter ignoriert''] (Constanze Kurz) "Weil das strukturelle Problem der universitären Plagiate immer noch darauf wartet, in Richtung einer Lösung geschoben zu werden, kann das Jubiläum nur ein Weckruf sein. [...] Im ersten Jahr wurden insgesamt 18 Dokumentationen veröffentlicht. In den Jahren danach sind weit mehr veröffentlicht worden, nachdem systematisch nach Plagiaten in medizinischen Dissertationen gesucht wurde. Diese haben mit 99 plagiierten Arbeiten (aus Medizin und Zahnmedizin) heute auch den traurigen statistischen Spitzenplatz im VroniPlag-Wiki inne. [...] Diese medizinischen Arbeiten sind oft sehr schlank und knapp und eignen sich, das strukturelle Problem des Plagiierens zu veranschaulichen. [...] Erschreckend daran ist, dass diese Dissertationen häufig einfach Texte übernehmen, zum Beispiel die Diskussion bisheriger Forschung, ohne deren Korrektheit zu überprüfen. [...] In einer Zeit, in der ohnehin eine Wissenschaftsfeindlichkeit grassiert, sind solche plagiierten Arbeiten Wasser auf die Mühlen deren, die Wissenschaft für eine bloße Meinung halten. Und natürlich sind nicht die Menschen, die solche Arbeiten prüfen und die dreisten Fälle in einem Wiki dokumentieren, dafür zu kritisieren, sondern in erster Linie die Promovenden selbst, aber auch deren Betreuer, über die wenig gesprochen wird, und letztlich auch deren Hochschulen, die durch das nachhaltige Beschweigen des Problems mitschuldig sind. [...] Dutzende im VroniPlag-Wiki dokumentierte Fälle hinterlassen nur Kopfschütteln ob der Dreistigkeit des Betruges. Die Frage, ob jemand diese Dissertationen überhaupt gelesen hat, drängt sich immer wieder auf. Im Rückblick auf das letzte Jahrzehnt bleibt die traurige Einsicht: Leider kam keine nachhaltige Veränderung zustande [...]. Es war für viele Hochschulen damit getan, das Problem einfach zu ignorieren, ein paar freiwillige Kurse über wissenschaftliches Arbeiten anzubieten oder die Plagiatserkennung mit Softwarekäufen anzugehen. [...] Das, was eigentlich passieren sollte, nämlich die Förderung einer Kultur von akademischer Integrität, wurde leider zu selten angegangen oder auch nur versucht. [...] In der zehnjährigen VroniPlag-Wiki-Geschichte wurde die Entziehung des akademischen Grades bereits in zwanzig Fällen durch Gerichtsurteil bestätigt. Die Chuzpe muss man erstmal haben, wenn die eigene Doktorarbeit in öffentlich einsehbarer haarkleiner Dokumentation als Plagiat dokumentiert ist, dann vor ein Gericht zu ziehen, um gegen die daraufhin erfolgte Aberkennung des Doktorgrades zu kämpfen. [...] Auch weil viele im deutschen Hochschulbetrieb das Plagiieren in seiner strukturellen Dimension noch immer nicht wahrhaben wollen: Die VroniPlag-Wiki-Community wird weitermachen."
 
   
==27. März 2021==
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==22. September 2021==
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*'''Berliner Zeitung''' (Nr. 220, S. 3): ''Die Verwandlung. Wer die SPD-Kandidatin Franziska Giffey im Wahlkampf durch Berlin begleitet, erlebt eine Frau, die nicht nur die Konkurrenz überholt hat, sondern sogar sich selbst. Wie hat sie das geschafft?'' (Anja Reich) "Auch die Doktorarbeit sollte so ein Schutz sein. 2003, da war sie Europabeauftragte, hat sie damit begonnen, fünf Jahre lang daran geschrieben, an den Wochenenden, im Urlaub, in ihrer Schwangerschaft. 'Ich war eine junge Frau, blond, hohe Stimme. Ich wollte mich nicht mehr beweisen müssen, in keine Schublade mehr gesteckt werden.' [...] <br> Pünktlich vor der Geburt ihres Sohnes sollte die Arbeit fertig sein. Aber die Wehen kamen vier Tage zu früh. Vielleicht ging alles ein bisschen durcheinander, vielleicht passierten die Fehler so. 'Ich habe immer in dem Glauben gelebt, das war in Ordnung, so, wie ich es gemacht habe. Sonst hätte ich es gar nicht so vor mir hergetragen.' Es – damit meint sie den Doktortitel, der von nun an vor ihrem Namen stand. Nie ließ sie ihn weg. Er gab ihr Sicherheit und Selbstbewusstsein. Bis die Plagiatsaffäre begann: der Prüfer, der seinen Namen nicht sagen will, Vroni-Plag Wiki, FU-Gremien, Gutachten, Empfehlungen, immer wieder andere. Zwei Jahre lang."
*'''Tichys Einblick''': [https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/wolfgang-kubicki-im-te-interview/ ''"Manchmal habe ich das Gefühl, Angela Merkel glaubt, sie sei die Gouvernante Deutschlands"''] (Interview mit Wolfgang Kubicki: Olaf Opitz) "[Frage:] '''Und dann noch der Brüller: 'Zitate nicht als solche gekennzeichnet'. Da brauchen wir ja nur in die Doktorarbeiten von Bundesministerin Franziska Giffey und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu schauen. Oder was meinen Sie?'''<br />[Kubicki:] Sauberes wissenschaftliches Zitieren mit Anführungszeichen bei geistigen Werken anderer Autoren sollte schon für jeden Studenten zu guten Arbeitsgrundsätzen gehören."
 
   
 
==18. September 2021==
*'''taz''': [https://taz.de/Kandidaten-fuers-Rote-Rathaus/!5758481/ ''Kandidaten fürs Rote Rathaus: Ein Wahlkampf mit der Doppelspitze''] (Stefan Alberti) "Den Zweikampf [der Grünen-Spitzenkandidatin Bettina] Jarasch versus Giffey kann nur noch eine völlige Diskreditierung der SPD-Frau durch ihre Doktorarbeit verhindern."
 
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*'''Deutschlandfunk''': [https://www.deutschlandfunk.de/wahl-zum-berliner-abgeordnetenhaus-es-geht-um.724.de.html?dram:article_id=503238 ''Es geht um Wohnungsknappheit und bezahlbare Mieten. Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus''] (Claudia van Laak) "Verstanden haben die Menschen, dass Giffey der Doktortitel aberkannt wurde, weil sie in ihrer Promotion plagiiert hatte. Ihre Doktormutter fühlt sich von ihr betrogen, im Wahlkampf spielt das Thema allerdings kaum eine Rolle – was den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch mächtig ärgert. Der Professor der Freien Universität Berlin hält Giffeys Vorgehen für einen Präzedenzfall. Bislang hätten sich alle des Plagiats überführten Politiker aus der ersten Reihe zurückgezogen.<br/>'Wenn das jetzt unkommentiert durchgeht, dann wird es in Zukunft niemanden mehr geben, der oder die Angst hat, beim Plagiieren erwischt zu werden. Also das wird dieser Tendenz, gerade in der Politik sich mit Doktortiteln zu schmücken, dann eher noch Vorschub leisten. Weil ja kein Risiko damit mehr verbunden ist.'"
   
==25. März 2021==
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==16. September 2021==
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*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''' (Nr. 215, S. 7): ''Die unrühmliche Verschleppung. Plagiatsmeldungen verlaufen oft im Sande, wenn es sich nicht gerade um Personen öffentlichen Interesses wie Politiker handelt, oder werden mit Rügen beschieden.'' (Debora Weber-Wulff) "Plagiate sind ein großes Problem für die Wissenschaft. Die Universitäten sollten sich intensiver mit der Prävention und der Ahndung von wissenschaftlichem Fehlverhalten beschäftigen. Und sie sollten besser kommunizieren, sowohl mit den Informanten als auch mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft, wenn Fehlverhalten festgestellt wird. Wissenschaft muss sich auf die Wahrhaftigkeit der Veröffentlichungen verlassen können. Wer folgenlose Rügen trotz klarer und umfangreicher Plagiate ausspricht, der beschädigt nicht nur die Wissenschaft, sondern, wie die FU Berlin im Fall Giffey, das eigene Ansehen."
*'''Frankfurter Allgemeine Zeitung''': [https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/gerichtsbeschluss-mehr-strenge-bei-medizin-dissertationen-17261353.html ''Mehr Strenge bei Medizin-Dissertationen''] (Jochen Zenthöfer) "'''Wissenschaftliche Standards gelten auch, wenn das an Fakultäten anderes üblich ist. Richter werden strenger bei medizinischen Doktorarbeiten.''' [...] Zum Verhängnis wird Christian die fehlende Zitation. Die Düsseldorfer Arbeit erwähnt er an keiner Stelle. Der dortige Kollege ist, wie 'VroniPlag Wiki' noch herausfindet, auch nicht Urheber der Gedanken; er hatte seinerseits von einer Habilitationsschrift abgeschrieben. [...] Die von Christian beschriebene Praxis an medizinischen Fakultäten ist, wenn es sie denn gibt, rechtswidrig. [...] Auch in Zukunft können einzelne Mediziner ihren Doktorgrad verlieren, selbst wenn viele andere, die ebenso schlampig gearbeitet haben, diesen behalten dürfen. Trotzdem: Die Zeit lausiger medizinischer Dissertationen scheint endgültig vorbei zu sein. [...] Und zumindest das Verwaltungsgericht Freiburg kennt bei medizinischen Doktorarbeiten kein Pardon mehr."
 
   
==13. März 2021==
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==13. September 2021==
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*'''Der Tagesspiegel''' (Nr. 24.655, S. 18): ''TURNERS Thesen. Lästiges Gesetz mit groben Fehlern'' (George Turner) "Mürbe ist man offenbar auf Druck der Fachhochschulen geworden, ihnen das Promotionsrecht einzuräumen. Das Beispiel Giffey hätte Warnung sein sollen: Noch nicht einmal die Abschlussarbeit war plagiatfrei. Ein neues Betätigungsfeld für Vroniplag Wiki tut sich auf. Aber Berlin ist hier nicht schlimmer als auch einige CDU-geführte Bundesländer. Statt dem Promotionsunwesen auch an Universitäten Einhalt zu gebieten, wird der Nivellierung und Abwertung Tür und Tor geöffnet. Früher warf man Österreich Titelhuberei vor. Bald wird Deutschland sich in der Welt lächerlich machen. Es wird Zeit, dass gezählt wird, wie viel Prozent der Hochschulabsolventen einen Dr.-Titel haben sollten, um 'Spitze' zu sein."
*'''Die Welt''' (S. 15): ''Nachhilfe im Programmieren'' &#91;online u.d.T. [https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article228148815/IT-Kenntnisse-Hier-lernen-Erwachsene-und-Kinder-programmieren.html ''Programmieren: Der Schlüssel für Erfolg im Job – hier lernen Sie die zentralen Fähigkeiten'']&#93; (Mareike Knoke) "'Archäologiestudierende können mit Hilfe von Algorithmen ein System entwickeln, um Objekte zu klassifizieren. Literaturwissenschaftler oder Sprachwissenschaftler können mittels Datenanalyse den Sprachstil von Schriftstellern miteinander vergleichen', erklärt [der Mathematiker Benjamin] Säfken. Auch die inzwischen berühmte Plagiatsplattform 'VroniPlag Wiki' arbeitet nach einem ähnlichen Muster."
 
   
==12. März 2021==
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==6. September 2021==
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*'''Neue Zürcher Zeitung''' (S. 32): ''Wo die Blamage politischer Alltag ist. In Deutschland scheint dem politischen Personal der Sinn fürs Peinliche längst abhandengekommen zu sein.'' (Konrad Adam) "Der Stil, das sei der ganze Mensch, sagen die Franzosen. Stillosigkeit leider auch. Dass Franziska Giffey (SPD) abgekupfert hatte, wird man ihr im Zeitalter des Internets, das zum Plagiat doch förmlich einlädt, nicht vorhalten dürfen; zu viele waren ihr da schon vorausgegangen, Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU) ist nur der bekannteste unter ihnen. Keinem aus diesem Trupp hat das Abschreiben die Karriere verdorben, Annette Schavan (CDU) hat es sogar geholfen, denn für den Verlust ihres Doktorgrades und dessen Folge, den Abschied aus dem Bundeskabinett, ist sie mit dem Botschaftsposten beim Heiligen Stuhl in Rom entschädigt worden (was eine Peinlichkeit für sich war, da dieser Posten traditionsgemäss, und zwar aus guten Gründen, mit einem Protestanten besetzt wird). Dass Giffey sich dann allerdings auf amerikanische Zitiergewohnheiten berief, von denen versierte Akademiker noch nie etwas gehört hatten, war erbärmlich. Ihre Versicherung, nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet zu haben, lässt doch nur darauf schliessen, dass es mit ihrem Wissen nicht weit her und ihr Gewissen ein Sieb ist. In jeder anderen Stadt hätte das gereicht, um sie von der Bewerbung um ein höheres Staatsamt auszuschliessen; in Berlin aber nicht. Da muss sie nur in die Fussstapfen von Klaus Wowereit und dessen Nachfolger Michael Müller treten, und das wird sie schon schaffen."
* '''Bayerische Staatszeitung''' (S. 25): ''Schluss mit dem Türöffner für Ministerposten'' (André Paul im Interview mit Eugénia da Conçeicāo-Heldt, Rektorin der Hochschule für Politik München) "Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bayerns früherer Landkreistagspräsident Jakob Kreidl (beide CSU) und, ganz aktuell, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD): Immer wieder versuchen Politiker, mit wissenschaftlich unzureichenden oder gar ermogelten politologischen Dissertationen an den begehrten Doktortitel zu gelangen. [...] Der ehemalige bayerische Landkreistagspräsident Jakob Kreidl (CSU) versuchte, zum Kosovo-Konflikt zu promovieren, mit dem er beruflich nie etwas zu tun hatte und wo er nur kurze Zeit persönlich vor Ort war; seine Mogelei kam ans Licht - aber ist das nicht Hybris: Es würde doch auch kein Quantenphysiker sagen, jetzt promoviere ich eben mal zur Astrophysik?"
 
   
==11. März 2021==
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==Ende August&#8239;/&thinsp;Anf. September 2021==
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*'''Forschung & Lehre''': Leserbrief zu [https://www.forschung-und-lehre.de/politik/einfachste-grundsaetze-verletzt-3943/ ''"Einfachste Grundsätze verletzt": Auch in ihrer Masterarbeit soll Franziska Giffey unwissenschaftlich gearbeitet haben. Ein Professor der FU Berlin wirft ihr Plagiat vor.''] "Die Affäre Giffey-Börzel ist schlimm genug. Frau Prof. Börzel der FU Berlin hat eine Dissertation durchgewinkt, die nicht nur gravierende handwerkliche Mängel aufwies – Plagiate, Zitierschwächen -, sondern auch von der ganzen Konstruktion her Grundprobleme hatte. Eine Europabeauftragte eines Stadtteils schreibt über ihre Europapolitik des Stadtteils. Ja, toll. Wo ist die kritische Distanz, wo ist die analytische Kompetenz? Ich bin einer der wenigen, die über das Problem Europa und die Kommunen mehrfach publiziert haben. Ich kann nur sagen: Die Arbeit ist dünn und wäre höchstens als Master-Arbeit inhaltlich akzeptabel, durch handwerkliche Mängel indiskutabel.<br />[...] Sollten nicht nur exzellente MasterabsolventInnen der Fachhochschulen die Möglichkeit der Promotion an einer Universität erhalten? Was hat sich da die Kollegin Börzel gedacht? Hat sie die Masterarbeit geprüft? Überhaupt gelesen? Sie für exzellent befunden und eine Promotion befürwortet? Was haben die Promotionsgremien der FU Berlin gemacht? Die Augen zu? <br />Ich empfinde die neuerliche Wendung als fast einen größeren Skandal: für die FU Berlin und die sogenannte Doktormutter Prof. Börzel. Die Qualitätsstandards der Universitäten werden von solchen Kolleginnen mit Füßen getreten. [...] Es wäre an der Zeit, dass ein Disziplinarverfahren gegen Frau Prof. Börzel eröffnet wird."<br />Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
*'''taz''': [https://taz.de/Abgeordnetenhauswahlen-in-Berlin/!5752644/ ''Giffey entdeckt Berlin''] (Uwe Rada) "Nach ihrer Wahl mit Fraktionschef Raed Saleh zur Landesvorsitzenden der Berliner SPD trat sie lediglich mit ihrer Forderung nach den 'fünf B' vor die Presse. Zu denen gehören für Giffey 'Bauen, Bildung, Bürgernähe, beste Wirtschaft und Berlin in Sicherheit'. Berlin mit B, witzelte damals die ''FAZ'' in Anspielung auf ihre Doktorarbeit, da müsse selbst Giffey nicht abschreiben."
 
   
==10. März 2021==
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==23. August 2021==
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*'''OSI-Zeitung''' (SoSe 2021, Ausg. 22, S. 11 f.): [https://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/news/OSI-Zeitung-Ausgabe-22_SoSe21.pdf#page=6 ''Die Causa Giffey – wenn Verantwortung zum Spielball wird''] [PDF] (Fabian Bieda, Liam MacKenzie) "Während es im Bericht des zweiten Prüfgremiums nur heißt, dass 'mindestens bedingt vorsätzlich' getäuscht wurde, vermittelt uns [der Geschäftsführende Direktor des OSI und Mitglied des ersten Prüfgremiums, Prof. Dr. Bernd] Ladwig im Gespräch folgenden Eindruck: Über diesen juristisch-formalen Befund hinaus, habe Franziska Giffey an einigen Stellen bewusst und sicher nicht aus Schusseligkeit ihre Prüfer*innen getäuscht.<br />Wieso kam also das erste Prüfgremium zu der Entscheidung lediglich eine Rüge zu erteilen, nicht den Titel abzuerkennen?<br />Ladwig räumt ein, dass es eine Kompromissfindung gab: Innerhalb des Prüfgremiums habe es Uneinigkeit darüber gegeben, wie die Schwere der Plagiate, auch hinsichtlich der restlichen Arbeit, zu gewichten sei. Mit der Rüge war man zwar zu einem 'irgendwo unbefriedigenden' Kompromiss gekommen, man habe aber zu einem gemeinsamen Votum finden müssen – im Falle eines möglichen Gerichtsverfahrens wollte man sich nicht angreifbar machen.<br />Außerdem habe die Verhältnismäßigkeit eine Rolle gespielt. Bei einer Dissertation und dem damit verbundenen Doktortitel handele es sich nun mal um die 'Suggestion einer Lebensleistung', so Ladwig. Auch das sei, losgelöst vom Inhalt, bei der Gewichtung der Arbeit eingeflossen.<br />Dass aber politisches Kalkül hinter der Entscheidung stecke, weisen sowohl Ladwig als auch [Doktormutter Tanja] Börzel entschieden zurück. Auch die Logik des Vorwurfs, dass die FU sie im ersten Prüfverfahren schützen wollte, kann Prof. Börzel nicht nachvollziehen. Dass ihr die Täuschung nicht aufgefallen sei, tue ihr wirklich leid, betont sie mehrfach. Aber ihre wissenschaftliche Kompetenz sieht sie durch die Täuschung nicht in Frage gestellt."
*'''Berliner Zeitung''' (S. 8): ''Plagiatsaffäre: Gremium tauscht Prüfer – Untersuchung von Giffeys Doktorarbeit dauert an'' &#91;online u.d.T. [https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/personalwechsel-in-franziska-giffeys-pruefgremium-li.144904?pid=true ''Plagiatsaffäre: Neues Mitglied in Franziska Giffeys Prüfgremium''] [€]&#93; (Christine Dankbar) "Die Doktorarbeit von Franziska Giffey war bereits im vergangenen Jahr von einem Gremium überprüft worden, nachdem die Plattform Vroniplag auf Plagiate in der Arbeit hingewiesen hatte. Damals hatte Giffey, die für die SPD als Spitzenkandidatin in die Abgeordnetenhauswahl geht, eine Rüge erhalten. Den Doktortitel durfte sie behalten.<br/> Nach mehreren weiteren Gutachten hob das FU-Präsidium diese Entscheidung auf und verfügte eine erneute Überprüfung. Kurz danach verzichtete die Politikerin selbst auf den Titel, überprüft werden muss die Arbeit dennoch."
 
   
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*'''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/wissen/plagiate-in-dissertation-giffeys-doktormutter-weist-mitverantwortung-zurueck/27540890.html ''Giffeys Doktormutter weist Mitverantwortung zurück''] (Amory Burchard) "Als die Plagiatsvorwürfe der Expert:innen von VroniPlag Wiki 2019 bekannt wurden, war Börzel öffentlich in die Kritik geraten: Sie hätte die groben Zitierfehler und mutmaßlichen Plagiate als Betreuerin vor oder spätestens nach der Abgabe der Arbeit erkennen müssen. Zudem wurde die Qualität der Arbeit im Nachhinein von anderen Politikwissenschaftlern als zu gering eingeschätzt, um das Magna cum laude (sehr gut) zu rechtfertigen, das Börzel ihr zubilligte."
==6. März 2021==
 
*'''Der Tagesspiegel''' (S. 3): ''Auf Titeljagd'' &#91;online u.d.T. [https://plus.tagesspiegel.de/gesellschaft/plagiatsaffaere-der-familienministerin-der-mann-der-franziska-giffey-stoppen-koennte-112244.html ''Plagiatsaffäre der Familienministerin: Das ist der Mann, der Franziska Giffey stoppen könnte''] [€]&#93; (Hannes Heine) "Giffey war gerade Ministerin geworden, da prüften anonyme Kritiker ihre Dissertation. Dabei kam heraus, dass Giffey andere Autoren unsauber, womöglich in betrügerischer Absicht zitiert habe. Die Prüfer von 'VroniPlag' schrieben, man habe Plagiate auf 76 Seiten gefunden. Eine Kommission der FU entschied daraufhin, Giffey 2019 eine 'Rüge' zu erteilen. Den Doktortitel durfte sie behalten, weil trotz Plagiaten das Eigenständige überwogen habe. [...] Nachdem die FU auf die 'VroniPlag'-Vorwürfe 2019 mit der Rüge reagierte, befand der Wissenschaftliche Dienst des Abgeordnetenhauses, dass die Promotionsordnung der FU gar keine Rüge vorsähe."
 
   
==5. März 2021==
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==21. August 2021==
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*'''Der Tagesspiegel''' (Nr. 24.632, S. 6): ''Die Gnade der Verjährung. Nächster Plagiatsfall um Franziska Giffey'' (Amory Burchard) "Nachdem sich die Freie Universität zunächst schwer getan hatte, die von Plagiatsexperten akribisch dokumentierten, teilweise schweren Zitierfehler in Franziska Giffeys Doktorarbeit angemessen zu prüfen und zu bewerten, entzog sie ihr im Juni im zweiten Anlauf den Doktortitel. Damit schien die Sache für Giffey erledigt zu sein, sie legte schon kurz davor ihr Amt als Bundesfamilienministerin nieder, blieb aber nach dem Titelentzug als überführte Plagiatorin SPD-Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. [...] <br> Doch ein FU-Professor, Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, will ihr das nicht durchgehen lassen. Gemeinsam mit einem kleinen Team zeigt er jetzt, dass Giffey zumindest in einem Drittel ihrer Masterarbeit über den Europapreis des Europarats ebenfalls abgeschrieben hat. [...] <br> Dass sich ein wissenschaftspolitisch und auf Twitter aktiver Forscher Giffeys alte Arbeit vornimmt, ist legitim. Stefanowitsch sagt, dass er im Namen der Wissenschaft handele: Überführte Plagiator:innen müssten sich zumindest eine Zeitlang aus der Politik zurückziehen."
*'''Der Tagesspiegel''': [https://www.tagesspiegel.de/berlin/doktorarbeit-von-franziska-giffey-fu-berlin-wechselt-mitglied-der-neuen-pruefkommission-aus/26978580.html ''Doktorarbeit von Franziska Giffey: FU Berlin wechselt Mitglied der neuen Prüfkommission aus''] (Hannes Heine) "In dem Gremium, das die Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nun erneut prüft, ist ein Mitglied ausgetauscht worden. Es hat sich wegen einer lokalen 'Verwaltungsfunktion' in einer Partei selbst für befangen erklärt. Das geht aus einer unveröffentlichten Antwort des Berliner Wissenschaftsstaatssekretärs Steffen Krach (SPD) auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse hervor. [...]<br />Demnach besteht die entsprechende Prüfkommission der Freien Universität Berlin (FU) aus sieben Experten. Vier von ihnen gehören zum Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der FU, drei sind Externe. Wie Staatssekretär Krach schreibt, habe eines der Mitglieder angegeben 'vor Kurzem eine Verwaltungsfunktion in einem Berliner Ortsverband einer Partei übernommen zu haben. Zur Vermeidung einer Besorgnis der Befangenheit wurde dieses Mitglied des Prüfgremiums vor der inhaltlichen Befassung mit der Prüfaufgabe vorsorglich durch ein neues Mitglied ersetzt'.<br />[...]<br />Das aktuelle, zuletzt von der FU eingesetzte Gremium tagte erstmals im Januar 2021. Nach Auskunft des Wissenschaftsstaatssekretärs sind Termine bis April gesetzt."
 
   
==4. März 2021==
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==8. Juli 2021==
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*'''Augsburger Allgemeine''': [https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Interview-Plagiatsexperte-ueber-Baerbock-Habe-nicht-den-riesigen-Skandal-gesehen-id60046141.html ''Plagiatsexperte über Baerbock: "Habe nicht den riesigen Skandal gesehen"''] (Interview: Fabian Kluge) "''Werden Plagiate rein zufällig aufgedeckt oder gibt es Menschen, die gezielt nach Plagiaten suchen?''<br/>'''Dannemann''': [...] Ich bin im VroniPlag Wiki tätig, wir untersuchen ehrenamtlich wissenschaftliche Arbeiten. Manche bei uns stolpern über eine Arbeit und beginnen dann nachzuforschen. Wir haben einen im Team, der spezialisiert darauf ist, Doktorarbeiten gegeneinander abzugleichen. Einer interessiert sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen und Politikern. Die Motivation der meisten ist aber die Wissenschaft, deshalb geht es ihnen vor allem um Wissenschaftsplagiate. [...]<br/>''Die Arbeiten von Prominenten und Nicht-Prominenten werden also gleichbehandelt?''<br/>'''Dannemann''': Ja, die Maßstäbe sind die gleichen. Wie gesagt: Es gibt noch einen Mitarbeiter im Wiki, der sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen, Politikern und Prominenten interessiert, aber von unseren 211 Dokumentationen sind 56 Wissenschaftsplagiate. Bei 18 Fällen ist die Parteizugehörigkeit des Autors bekannt, das können aber auch Kommunalpolitiker sein."
*'''Abgeordnetenhaus von Berlin''' (Drucksache 18&#8239;/&thinsp;26763): ''Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) zum Thema: Verfahrensschritte im erneuten Prüfverfahren'' [https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/s18-26763.pdf (PDF)] "[Frage] 1. Welches sind die nächsten Verfahrensschritte im erneuten Prüfverfahren der Dissertation von Frau Giffey?<br /><br />Zu 1.:<br />Nach Auskunft der FUB erfolgt aktuell die Bearbeitung der Prüfung durch das neue Prüfgremium. Hierfür wurden zunächst fünf weitere Sitzungstermine bis Mitte April vorgesehen.<br /><br />[Frage] 2. Welche Aufgaben werden an die einzelnen Mitglieder des Prüfgremiums vergeben?<br /><br />Zu 2.:<br />Die FUB hat mitgeteilt, dass die gesamte Dissertation von allen Mitgliedern des Gremiums überprüft wird. Die Erkenntnisse aus den Überprüfungen werden abschnittsweise bearbeitet, von den arbeitsteilig jeweils beauftragten Berichterstatterinnen und Berichterstattern dargelegt und von allen Mitgliedern des Gremiums diskutiert."
 
 
==3. März 2021==
 
*'''taz''': [https://taz.de/Der-Durchblick-fehlt-noch/!5750732/ ''Der Durchblick fehlt noch – Senat billigt Transparenzgesetz. Initiative und Linke fordern Nachbesserungen''] (Bert Schulz) "[...] Denn der Entwurf sehe neue Ausnahmen vor, etwa bei Schulen und Hochschulen. 'Kurz nach der Affäre um die Doktorarbeit von Franziska Giffey will der Senat Hochschulen weitgehend von Transparenzpflichten entbinden', kritisiert Arne Semsrott, Vertrauensperson des Volksentscheids Transparenz und Projektleiter von FragDenStaat. Derartige Enthüllungen wären mit dem vorliegenden Entwurf nicht mehr möglich."
 
   
 
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Aktuelle Version vom 22. September 2021, 08:49 Uhr

Der Pressespiegel enthält Auszüge aus Presseartikeln (Print / online) und Hinweise auf TV- oder Radiosendungen mit deutlichem Bezug zum VroniPlag Wiki und / oder seinen bearbeiteten Fällen. Dieser Hinweis sollte vor einem Eintrag unbedingt zur Kenntnis genommen werden. Ältere Meldungen finden sich im Archiv.

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22. September 2021[]

  • Berliner Zeitung (Nr. 220, S. 3): Die Verwandlung. Wer die SPD-Kandidatin Franziska Giffey im Wahlkampf durch Berlin begleitet, erlebt eine Frau, die nicht nur die Konkurrenz überholt hat, sondern sogar sich selbst. Wie hat sie das geschafft? (Anja Reich) "Auch die Doktorarbeit sollte so ein Schutz sein. 2003, da war sie Europabeauftragte, hat sie damit begonnen, fünf Jahre lang daran geschrieben, an den Wochenenden, im Urlaub, in ihrer Schwangerschaft. 'Ich war eine junge Frau, blond, hohe Stimme. Ich wollte mich nicht mehr beweisen müssen, in keine Schublade mehr gesteckt werden.' [...]
    Pünktlich vor der Geburt ihres Sohnes sollte die Arbeit fertig sein. Aber die Wehen kamen vier Tage zu früh. Vielleicht ging alles ein bisschen durcheinander, vielleicht passierten die Fehler so. 'Ich habe immer in dem Glauben gelebt, das war in Ordnung, so, wie ich es gemacht habe. Sonst hätte ich es gar nicht so vor mir hergetragen.' Es – damit meint sie den Doktortitel, der von nun an vor ihrem Namen stand. Nie ließ sie ihn weg. Er gab ihr Sicherheit und Selbstbewusstsein. Bis die Plagiatsaffäre begann: der Prüfer, der seinen Namen nicht sagen will, Vroni-Plag Wiki, FU-Gremien, Gutachten, Empfehlungen, immer wieder andere. Zwei Jahre lang."

18. September 2021[]

  • Deutschlandfunk: Es geht um Wohnungsknappheit und bezahlbare Mieten. Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus (Claudia van Laak) "Verstanden haben die Menschen, dass Giffey der Doktortitel aberkannt wurde, weil sie in ihrer Promotion plagiiert hatte. Ihre Doktormutter fühlt sich von ihr betrogen, im Wahlkampf spielt das Thema allerdings kaum eine Rolle – was den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch mächtig ärgert. Der Professor der Freien Universität Berlin hält Giffeys Vorgehen für einen Präzedenzfall. Bislang hätten sich alle des Plagiats überführten Politiker aus der ersten Reihe zurückgezogen.
    'Wenn das jetzt unkommentiert durchgeht, dann wird es in Zukunft niemanden mehr geben, der oder die Angst hat, beim Plagiieren erwischt zu werden. Also das wird dieser Tendenz, gerade in der Politik sich mit Doktortiteln zu schmücken, dann eher noch Vorschub leisten. Weil ja kein Risiko damit mehr verbunden ist.'"

16. September 2021[]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 215, S. 7): Die unrühmliche Verschleppung. Plagiatsmeldungen verlaufen oft im Sande, wenn es sich nicht gerade um Personen öffentlichen Interesses wie Politiker handelt, oder werden mit Rügen beschieden. (Debora Weber-Wulff) "Plagiate sind ein großes Problem für die Wissenschaft. Die Universitäten sollten sich intensiver mit der Prävention und der Ahndung von wissenschaftlichem Fehlverhalten beschäftigen. Und sie sollten besser kommunizieren, sowohl mit den Informanten als auch mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft, wenn Fehlverhalten festgestellt wird. Wissenschaft muss sich auf die Wahrhaftigkeit der Veröffentlichungen verlassen können. Wer folgenlose Rügen trotz klarer und umfangreicher Plagiate ausspricht, der beschädigt nicht nur die Wissenschaft, sondern, wie die FU Berlin im Fall Giffey, das eigene Ansehen."

13. September 2021[]

  • Der Tagesspiegel (Nr. 24.655, S. 18): TURNERS Thesen. Lästiges Gesetz mit groben Fehlern (George Turner) "Mürbe ist man offenbar auf Druck der Fachhochschulen geworden, ihnen das Promotionsrecht einzuräumen. Das Beispiel Giffey hätte Warnung sein sollen: Noch nicht einmal die Abschlussarbeit war plagiatfrei. Ein neues Betätigungsfeld für Vroniplag Wiki tut sich auf. Aber Berlin ist hier nicht schlimmer als auch einige CDU-geführte Bundesländer. Statt dem Promotionsunwesen auch an Universitäten Einhalt zu gebieten, wird der Nivellierung und Abwertung Tür und Tor geöffnet. Früher warf man Österreich Titelhuberei vor. Bald wird Deutschland sich in der Welt lächerlich machen. Es wird Zeit, dass gezählt wird, wie viel Prozent der Hochschulabsolventen einen Dr.-Titel haben sollten, um 'Spitze' zu sein."

6. September 2021[]

  • Neue Zürcher Zeitung (S. 32): Wo die Blamage politischer Alltag ist. In Deutschland scheint dem politischen Personal der Sinn fürs Peinliche längst abhandengekommen zu sein. (Konrad Adam) "Der Stil, das sei der ganze Mensch, sagen die Franzosen. Stillosigkeit leider auch. Dass Franziska Giffey (SPD) abgekupfert hatte, wird man ihr im Zeitalter des Internets, das zum Plagiat doch förmlich einlädt, nicht vorhalten dürfen; zu viele waren ihr da schon vorausgegangen, Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU) ist nur der bekannteste unter ihnen. Keinem aus diesem Trupp hat das Abschreiben die Karriere verdorben, Annette Schavan (CDU) hat es sogar geholfen, denn für den Verlust ihres Doktorgrades und dessen Folge, den Abschied aus dem Bundeskabinett, ist sie mit dem Botschaftsposten beim Heiligen Stuhl in Rom entschädigt worden (was eine Peinlichkeit für sich war, da dieser Posten traditionsgemäss, und zwar aus guten Gründen, mit einem Protestanten besetzt wird). Dass Giffey sich dann allerdings auf amerikanische Zitiergewohnheiten berief, von denen versierte Akademiker noch nie etwas gehört hatten, war erbärmlich. Ihre Versicherung, nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet zu haben, lässt doch nur darauf schliessen, dass es mit ihrem Wissen nicht weit her und ihr Gewissen ein Sieb ist. In jeder anderen Stadt hätte das gereicht, um sie von der Bewerbung um ein höheres Staatsamt auszuschliessen; in Berlin aber nicht. Da muss sie nur in die Fussstapfen von Klaus Wowereit und dessen Nachfolger Michael Müller treten, und das wird sie schon schaffen."

Ende August / Anf. September 2021[]

  • Forschung & Lehre: Leserbrief zu "Einfachste Grundsätze verletzt": Auch in ihrer Masterarbeit soll Franziska Giffey unwissenschaftlich gearbeitet haben. Ein Professor der FU Berlin wirft ihr Plagiat vor. "Die Affäre Giffey-Börzel ist schlimm genug. Frau Prof. Börzel der FU Berlin hat eine Dissertation durchgewinkt, die nicht nur gravierende handwerkliche Mängel aufwies – Plagiate, Zitierschwächen -, sondern auch von der ganzen Konstruktion her Grundprobleme hatte. Eine Europabeauftragte eines Stadtteils schreibt über ihre Europapolitik des Stadtteils. Ja, toll. Wo ist die kritische Distanz, wo ist die analytische Kompetenz? Ich bin einer der wenigen, die über das Problem Europa und die Kommunen mehrfach publiziert haben. Ich kann nur sagen: Die Arbeit ist dünn und wäre höchstens als Master-Arbeit inhaltlich akzeptabel, durch handwerkliche Mängel indiskutabel.
    [...] Sollten nicht nur exzellente MasterabsolventInnen der Fachhochschulen die Möglichkeit der Promotion an einer Universität erhalten? Was hat sich da die Kollegin Börzel gedacht? Hat sie die Masterarbeit geprüft? Überhaupt gelesen? Sie für exzellent befunden und eine Promotion befürwortet? Was haben die Promotionsgremien der FU Berlin gemacht? Die Augen zu?
    Ich empfinde die neuerliche Wendung als fast einen größeren Skandal: für die FU Berlin und die sogenannte Doktormutter Prof. Börzel. Die Qualitätsstandards der Universitäten werden von solchen Kolleginnen mit Füßen getreten. [...] Es wäre an der Zeit, dass ein Disziplinarverfahren gegen Frau Prof. Börzel eröffnet wird."
    Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

23. August 2021[]

  • OSI-Zeitung (SoSe 2021, Ausg. 22, S. 11 f.): Die Causa Giffey – wenn Verantwortung zum Spielball wird [PDF] (Fabian Bieda, Liam MacKenzie) "Während es im Bericht des zweiten Prüfgremiums nur heißt, dass 'mindestens bedingt vorsätzlich' getäuscht wurde, vermittelt uns [der Geschäftsführende Direktor des OSI und Mitglied des ersten Prüfgremiums, Prof. Dr. Bernd] Ladwig im Gespräch folgenden Eindruck: Über diesen juristisch-formalen Befund hinaus, habe Franziska Giffey an einigen Stellen bewusst und sicher nicht aus Schusseligkeit ihre Prüfer*innen getäuscht.
    Wieso kam also das erste Prüfgremium zu der Entscheidung lediglich eine Rüge zu erteilen, nicht den Titel abzuerkennen?
    Ladwig räumt ein, dass es eine Kompromissfindung gab: Innerhalb des Prüfgremiums habe es Uneinigkeit darüber gegeben, wie die Schwere der Plagiate, auch hinsichtlich der restlichen Arbeit, zu gewichten sei. Mit der Rüge war man zwar zu einem 'irgendwo unbefriedigenden' Kompromiss gekommen, man habe aber zu einem gemeinsamen Votum finden müssen – im Falle eines möglichen Gerichtsverfahrens wollte man sich nicht angreifbar machen.
    Außerdem habe die Verhältnismäßigkeit eine Rolle gespielt. Bei einer Dissertation und dem damit verbundenen Doktortitel handele es sich nun mal um die 'Suggestion einer Lebensleistung', so Ladwig. Auch das sei, losgelöst vom Inhalt, bei der Gewichtung der Arbeit eingeflossen.
    Dass aber politisches Kalkül hinter der Entscheidung stecke, weisen sowohl Ladwig als auch [Doktormutter Tanja] Börzel entschieden zurück. Auch die Logik des Vorwurfs, dass die FU sie im ersten Prüfverfahren schützen wollte, kann Prof. Börzel nicht nachvollziehen. Dass ihr die Täuschung nicht aufgefallen sei, tue ihr wirklich leid, betont sie mehrfach. Aber ihre wissenschaftliche Kompetenz sieht sie durch die Täuschung nicht in Frage gestellt."
  • Der Tagesspiegel: Giffeys Doktormutter weist Mitverantwortung zurück (Amory Burchard) "Als die Plagiatsvorwürfe der Expert:innen von VroniPlag Wiki 2019 bekannt wurden, war Börzel öffentlich in die Kritik geraten: Sie hätte die groben Zitierfehler und mutmaßlichen Plagiate als Betreuerin vor oder spätestens nach der Abgabe der Arbeit erkennen müssen. Zudem wurde die Qualität der Arbeit im Nachhinein von anderen Politikwissenschaftlern als zu gering eingeschätzt, um das Magna cum laude (sehr gut) zu rechtfertigen, das Börzel ihr zubilligte."

21. August 2021[]

  • Der Tagesspiegel (Nr. 24.632, S. 6): Die Gnade der Verjährung. Nächster Plagiatsfall um Franziska Giffey (Amory Burchard) "Nachdem sich die Freie Universität zunächst schwer getan hatte, die von Plagiatsexperten akribisch dokumentierten, teilweise schweren Zitierfehler in Franziska Giffeys Doktorarbeit angemessen zu prüfen und zu bewerten, entzog sie ihr im Juni im zweiten Anlauf den Doktortitel. Damit schien die Sache für Giffey erledigt zu sein, sie legte schon kurz davor ihr Amt als Bundesfamilienministerin nieder, blieb aber nach dem Titelentzug als überführte Plagiatorin SPD-Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. [...]
    Doch ein FU-Professor, Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, will ihr das nicht durchgehen lassen. Gemeinsam mit einem kleinen Team zeigt er jetzt, dass Giffey zumindest in einem Drittel ihrer Masterarbeit über den Europapreis des Europarats ebenfalls abgeschrieben hat. [...]
    Dass sich ein wissenschaftspolitisch und auf Twitter aktiver Forscher Giffeys alte Arbeit vornimmt, ist legitim. Stefanowitsch sagt, dass er im Namen der Wissenschaft handele: Überführte Plagiator:innen müssten sich zumindest eine Zeitlang aus der Politik zurückziehen."

8. Juli 2021[]

  • Augsburger Allgemeine: Plagiatsexperte über Baerbock: "Habe nicht den riesigen Skandal gesehen" (Interview: Fabian Kluge) "Werden Plagiate rein zufällig aufgedeckt oder gibt es Menschen, die gezielt nach Plagiaten suchen?
    Dannemann: [...] Ich bin im VroniPlag Wiki tätig, wir untersuchen ehrenamtlich wissenschaftliche Arbeiten. Manche bei uns stolpern über eine Arbeit und beginnen dann nachzuforschen. Wir haben einen im Team, der spezialisiert darauf ist, Doktorarbeiten gegeneinander abzugleichen. Einer interessiert sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen und Politikern. Die Motivation der meisten ist aber die Wissenschaft, deshalb geht es ihnen vor allem um Wissenschaftsplagiate. [...]
    Die Arbeiten von Prominenten und Nicht-Prominenten werden also gleichbehandelt?
    Dannemann: Ja, die Maßstäbe sind die gleichen. Wie gesagt: Es gibt noch einen Mitarbeiter im Wiki, der sich vor allem für Plagiate von Politikerinnen, Politikern und Prominenten interessiert, aber von unseren 211 Dokumentationen sind 56 Wissenschaftsplagiate. Bei 18 Fällen ist die Parteizugehörigkeit des Autors bekannt, das können aber auch Kommunalpolitiker sein."

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